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18.04.1941 Jugoslawiens Kapitulation gegenber dem Deutschen
           Reich.
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20.04.1941 Griechenland kapituliert.
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21.04.1941 Bildung der Bergbau und Kohlehandel koordinierenden
           "Reichsvereinigung Kohle" aus Anla der
           Versorgungsengpsse im Winter 1940/41.
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22.04.1941 Unter deutscher Militrverwaltung regiert Milan Nedic
           in Serbien.
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24.04.1941 Abriegelung des Lubliner Ghettos.
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00.05.1941 Die Reichspressekammer verfgt die Schlieung von 550
           Zeitungen.
         - Ende des Monats -
           In Nordgriechenland wird das Gebiet von Saloniki bis
           zur Struma der deutschen Militrverwaltung unterstellt.
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01.05.1941 Die griechische Regierung unter deutscher Besatzung
           leitet General Georgios Tsolakoglu.
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10.05.1941 Hitlers Stellvertreter Rudolf He fliegt in "privater
           Friedensmission" nach Schottland um mit England vor dem
           deutschen Rulandfeldzug eine bereinkunft zu
           erreichen. Er wird jedoch interniert.
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11.05.1941 Das stlich an das unter deutscher Militrverwaltung
           liegend grenzende Gebiet bis Maritza wird von Bulgarien
           annektiert.
         - In Sdgriechenland stehen Pirus und Kreta unter
           deutscher Verwaltung, was die Bulgaren noch nicht
           haben, unter italienscher Verwaltung.
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12.05.1941 Hitler erklrt He fr geisteskrank und macht Martin
           Bormann zum Leiter der Parteikanzlei.
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13.05.1941 Oberst Draza Mihailovic beginnt mit der Oganisation
           einer national - serbischen und monarchistischen
           Partisanenarmee, der "Tschetniks".
         - Erla Hitlers ber die Ausschaltung der
           Kriegsgerichtsbarkeit in den zu besetzenden
           sowjetischen Gebieten: Straffreiheit bei gesetzwidrigem
           Vorgehen gegen Zivilisten, Ahndung von Straftaten
           Einheimischer gegen die Besatzungsmacht ohne
           Gerichtsverfahren.
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14.05.1941 Verhaftung von 3.600 Pariser Juden.
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15.05.1941 In Rumnien tritt ein Gesetz in Kraft, das die
           Einziehung von Juden zur Zwangsarbeit ermglicht.
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19.05.1941 Judenpogrom in Bagdad.
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30.05.1941 Eroberung Bagdads durch die Briten.
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31.05.1941 Die Wuppertaler Zeitungen "Barmer Zeitung", "Stadt-
           Anzeiger", "Ronsdorfer Zeitung" und "Cronenberger
           Anzeiger mssen ihr Erscheinen einstellen. Aufgrund
           einer "gtlichen Einigung" bernimmt es das NSDAP-Organ
           "Rheinische Landeszeitung", die Abonnenten der vier
           stillgelegten Zeitungen zu beliefern.
           (Quelle: 191)
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00.06.1941 In der psychatrischen Anstalt in Dziekanka (bei Gnesen)
           werden 158 Patienten durch SS-Mnner teils erschossen,
           teils vergast.
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01.06.1941 Rckzug der britischen Truppen von Kreta.
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02.06.1941 Die Vichy Regierung verkndet das zweite Statut des
           Juif.
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06.06.1941 "Kommissarbefehl" zur Vorbereitung des berfalls auf
           die Sowjetunion. Er sieht die Aussonderung und
           Ermordung der politischen Kommissare in der Sowjetarmee
           vor.
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08.06.1941 Einmarsch der Briten in das von Vichy Truppen
           kontrollierte Syrien.
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17.06.1941 oder
18.06.1941 Abschlu eines deutsch - trkischen
           Freundschaftsvertrages.
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21.06.1941 In Rumnien werden die Juden aus den Stdten und
           Drfern der Sd-Bukowina vertrieben.
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22.06.1941 Deutscher Angriff auf die Sowjetunion (Operation
           Barbarossa). Eroberung zahlreicher Stdte, darunter
           Kischinjow und Kowno. Den drei Heeresgruppen folgen
           vier Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des
           Sicherheitsdienstes der SS (Gruppe A: Baltikum, Gruppe
           B: Weiruthenien, Gruppe C: Ukraine, Gruppe D: Krim -
           insgesamt ewta 3.000 Mann). Aufgabe der vier Gruppen:
           systematische Ttung von Juden, kommunistischen
           Funktionren, Zigeunern und anderen "unerwnschten
           Elementen".
         - Verhaftung der Juden in Zagreb. Sie werden in die
           Konzentrationslager Pag und Jadovno verschleppt.
         - Neue groe Verhaftungswelle in Deutschland.
         - Beginn der Judenmassaker in Rumnien.
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22.06.1941 oder (Quellendifferenz)
23.06.1941 Beginn der Mordaktionen durch die Einsatzkommandos in
           der Sowjetunion (tgl. Berichterstattung). Die Zahl der
           Opfer dieser Kommandos liegt bei ber 1.000.000. Die
           Kommandos rekrutieren sich zum grten Teil aus den
           Verschiedenen SS-Einheiten und aus heimischen
           Hilfstruppen.
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24.06.1941 Deutsche Truppen besetzen Wilna.
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25.06.1941 Beim Judenpogrom in Jassy werden etwa 15.000 Juden
           ermordet.
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26.06.1941 Deutsche Truppen besetzen Dwinsk.
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27.06.1941 Kriegseintritt Ungarns auf Seiten der Achsenmchte.
         - Deutsche Truppen besetzen Bialystock und ermorden 2.000
           Juden.
         - Das ZK der jugoslawischen KP bildet einen "Hauptstab
           der Partisanenabteilung" unter Josip Broz, genannt
           Tito.
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28.06.1941 Deutsche Truppen besetzen Minsk und Rowno, Przemysl
           wird zurckerobert.
         - Pogrom in Kowno, Litauen: 3.800 Opfer.
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29.06.1941 Erschieung von mehreren tausend Juden im Hof der
           Polzeizentrale von Jassy (Schwarzer Sonntag).
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29.06.1941 -
02.07.1941 Verhaftung aller jdischen Mnner zwischen 16 und 60
           Jahren in Dwinsk.
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30.06.1941 Deutsche Truppen besetzen Lemberg (Lwow).
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00.07. -
00.08.1941 Zahlreiche Pogrome in den besetzten russischen
           Gebieten.
         - Dritte Liquidation von Kranken im psychatrischen Spital
           in Kochanowka (Woiwodschaft Lodz). Ein Teil der Kranken
           wird in Gaswagen gettet, der andere in den
           naheliegenden Wldern erschossen. Die Ttung erfolgt
           durch SS-Mnner.
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01.07.1941 Die Deutschen besetzen Riga.
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01.07.1941 -
31.08.1941 Die Einsatzgruppe D, Wehrmachtseinheiten und die
           rumnische Sondereinheit "Esalon special" ermorden
           150.000 bis 160.000 Juden in Bessarabien.
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02.07.1941 Die Deutschen besetzen Ternopol.
         - bergriffe der ukrainischen Bevlkerung auf die Juden
           in Lemberg: 7.000 Opfer.
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03.07.1941 Gefreiter Joh. Reuschkin, geb. 15.01.1909, gefallen und
           beerdigt auf dem Soldatenfriedhof Rostow.
         - Die deutschen Truppen besetzen Nowogrudok.
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04.07.1941 Die Deutschen besetzen Pinsk
         - Lettische Kollaborateure in den deutschen Einheiten
           setzen die Hauptsynagoge von Riga in Brand.
         - Bildung eines Judenrates in Wilna. Im Verlauf des
           Monats Juli werden etwa 5.000 Wilnaer Juden vom
           Einsatzkommando 9 und einheimischen Kollaborateuren
           umgebracht.
         - Proklamation des Volksaufstandes in Jugoslawien.
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04.07.1941 -
11.07.1941 Bei einem Pogrom in Ternopol werden 5.000 Juden
           ermordet.
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08.07.1941 Einfhrung des Judensterns in den baltischen Staaten.
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09.07.1941 Die Deutschen besetzen Shitomir.
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10.07.1941 Obergefreiter Helmut Anders, gefallen und beerdigt auf
           dem Soldatenfriedhof Rostow.
         - Eine sehr schwere Zeit ist angebrochen. Jede Stunde zu
           berleben ist schwierig. Immer hatten wir einen kleinen
           Lebensmittelvorrat, wenigstens fr einen Monat. Jetzt
           aber ist es schwierig, fr einen Tag Lebensmittel zu
           kaufen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht jemand
           betteln kommt. Jeder, der kommt, will nichts anderes,
           nur etwas zu essen, was jetzt das schwierigste ist.
           (aus den Aufzeichnungen des David Rubinowicz, der mit
                             14 Jahren in Treblinka vergast wurde)
         - Kapitulation der Vichy Truppen in Syrien gegenber
           Grobritannien.
         - Die sowjetischen Truppen werden aus Lettland
           zurckgedrngt.
         - Der "Stab der zentralen Partisanenbewegung" wird in
           Moskau aufgestellt (beim ZK der KPdSU).
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11.07.1941 Massaker an Juden in Bialystock.
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13.07.1941 -
09.08.1941 In Dwinsk werden insgesamt 9.012 Juden ermordet.
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14.07.1941 Hitler glaubt den Rulandfeldzug bereits gewonnen zu
           haben und ordnet die Verlagerung des
           Rstungsschwerpunktes von der Heeres- zur Luft- und
           Marinerstung an.
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16.07.1941 Auerhalb von Riga sind bereits 2.700 Juden erschossen
           worden.
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16.07.1941 -
29.07.1941 Kmpfe zwischen deutschen und sowjetischen Verbnden
           bei Smolensk.
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17.07.1941 Obergefreiter Hans Hannnich, gefallen und beerdigt auf
           dem Soldatenfriedhof in Rostow.
         - Rosenberg wird "Reichsminister fr die besetzten
           Ostgebiete.
         - Einrichtung eines "Reichskommissariats Ostland" unter
           Heinrich Lohse (Gauleiter von Schleswig-Holstein) mit
           vier Generalkommissariaten: Weiruthenien, Litauen,
           Lettland und Estland.
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19.07.1941 Ttung von 59 Kranken vom psychatrischen Spital in
           Gostynin (Woiwodschaft Warschau). Die Kranken werden
           nach Srem in ein Greisenheim transportiert und dort auf
           unbekannte Weise gettet.
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20.07.1941 Errichtung des Ghettos in Minsk.
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24.07.1941 Errichtung des Ghettos in Kischinjow. In der Stadt sind
           bereits etwa 10.000 Juden ermordet worden.
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25.07.1941 -
27.07.1941 Massaker der ukrainischen Bevlkerung an Juden in
           Lemberg (Petljura Tage).
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26.07.1941 Nach 25tgigen Kmpfen fllt die weirussische Stadt
           Mogilijow an die Wehrmacht.
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31.07.1941 Die Rumnen besetzen Bessarabien.
         - Brief von Reichsmarschall Hermann Gring an den Chef
           der Sicherheitspolizei und des SD, SS Gruppenfhrer
           Reinhard Heydrich:
           "In Ergnzung der Ihnen bereits mit Erla vom
           24.01.1939 bertragenen Aufgabe, die Judenfrage in Form
           der Auswanderung oder Evakuierung einer den Zeitver-
           hltnissen entsprechend mglichst gnstigen Lsung
           zuzufhren, beauftrage ich Sie hiermit, alle erfor-
           derlichen Vorbereitungen in organisatorischer, sach-
           licher und materieller Hinsicht zu treffen fr eine
           Gesamtlsung der Judenfrage im deutschen Einflugebiet
           in Europa.
           ...
           Ich beauftrage Sie weiter, mir in Blde einen
           Gesamtentwurf ber die organisatorischen, sachlichen
           und materiellen Vorausmanamen zur Durchfhrung der
           angestrebten Endlsung der Judenfrage vorzulegen."
           (Beginn der "Endlsung")
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01.08.1941 Errichtung des Ghettos in Bialystock.
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04.08.1941 -
05.08.1941 Bildung eines Judenrates in Kowno unter Elchanan Elkes.
           Auf Anordnung der deutschen Behrden ist der Rat fr
           den Transfer der Juden ins Ghetto verantwortlich.
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05.08.1941 Ermordung von 8.000 jdischen Mnnern aus Pinsk.
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07.08.1941 Ermordung von 2.500 bis 3.000 Juden aus Pinsk.
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12.08.1941 Ost-Galizien wird dem Generalgouvernement zugeordnet.
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14.08.1941 Unterzeichnung der "Atlantik-Charta" durch Roosevelt
           und Churchill. Es werden in acht Punkten Friedensziele
           und -bedingungen formuliert.
         - Die Deutschen besetzen Smolensk.
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15.08.1941 Angliederung des sowjetischen Bezirks Bialystok an
           Ostpreuen.
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17.08.1941 Im Lager Vertujeni werden 13.000 Juden interniert.
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19.08.1941 Ermordung von 3.726 Juden in Mogiljow durch das
           Einsatzkommando 8 und einheimische Kollaborateure.
         - Das sowjetische Gebiet zwischen Dnjestr und Bug wird
           einer rumnischen Zivilverwaltung unter Gheorge
           Alexianu unterstellt.
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20.08.1941 Einrichtung eines "Reichskommissariats Ukraine" unter
           Erich Koch (Gauleiter von Ostpreuen) mit sechs
           Generalkommissariaten: Wolhynien - Podolien, Nikolajew,
           Schitomir, Kiew, Dnjepropetrowsk und Taurien.
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21.08.1941 Internierung von 4.000 Juden in Vertujeni.
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21.08.1941 -
17.08.1944 70.000 Juden passieren das Durchgangslager Drancy.
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25.08.1941 Einmarsch sowjetischer und britischer Truppen im Iran.
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27.08.1941 -
28.08.1941 Ermordung von 23.600 Juden (darunter mindestens 14.000
           kurz zuvor aus Ungarn deportierte) durch deutsche
           Einheiten unter Friedrich Jeckeln bei Kamenez -
           Podolski.
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31.08.1941 -
03.09.1941 Ermordung von 8.000 Wilnaer Juden in Ponary.
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01.09.1941 Polizeiverordnung ber Einfhrung des Judensterns im
           Reich ab 19.09.1941 fr alle Juden vom 6. Lebensjahr
           an.
         - Offizieller Abschlu des "Euthanasie-Programmes", in
           dessen Verlauf zwischen 70.000 und 93.000 Menschen im
           Deutschen Reich ermordet worden sind.
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03.09.1941 Erste Versuchsvergasungen in Auschwitz.
           Danach folgt die Massenvernichtung.
           (Quellendifferenz: --> 23.09.1941)
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03.09.1941 -
06.09.1941 Errichtung von zwei Ghettos in Wilna.
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04.09.1941 Erschieung von 1.500 jungen Juden am Stadtrand von
           Berditschew.
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09.09.1941 Verabschiedung des Zidovsky Kodex (Judenkodex) in der
           Slowakei mit einer "Judendefinition".
         - Grndung der griechischen Widerstandsorganisation
           "National Republikanischer Bund" (EDES).
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10.09.1941 Die Hftlinge des Lagers Vertujeni weren in Fumrschen
           nach Transnistrien deportiert.
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15.09.1941 In den Niederlanden weren Gesetze erlassen, die Juden
           von zahlreichen ffentlichen Orten ausschlieen.
         - Ermordung von etwa 18.600 Juden am Stadtrand von
           Berditschew.
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15.09.1941 -
13.10.1942 Deportation von mindestens 150.000 Juden aus
           Bessarabien und der Bukowina nach Transnistrien, wo
           etwa 90.000 sterben. (?)
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19.09.1941 Die im Reich lebenden Juden mssen vom 6. Lebensjahr an
           den Judenstern in der ffentlichkeit tragen.
         - Die Deutschen erobern Kiew.
         - In Shitomir sind 18.000 Juden umgebracht worden.
           Liquidierung des Ghettos.
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23.09.1941 Erste Versuchsvergasungen in Auschwitz.
           Danach folgt die Massenvernichtung.
           (Quellendifferenz: --> 03.09.1941)
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27.09.1941 Heydrich wird "Reichsprotektor in Bhmen und Mhren".
           (Prag ?)
         - Grndung der griechischen linken "Nationalen
           Befreiungsfront" (EAM).
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29.09.1941 -
30.09.1941 Ermordung von 33.771 Juden aus Kiew in der Babi Jar am
           Rande von Kiew durch das Einsatzkommando 4a innerhalb
           von 48 Stunden.
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00.10.1941 SS - Einsatztruppen starten eine Massenermordung in
           Babij Jar am Stadtrand von Kiew (geschtzte Zahl der
           Opfer: 130.000). (siehe auch 29.09.1941 - es handelt
           sich um mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
           um zwei Einstze - unklar ist nur die Befehlslage und
           die genau Bezeichnung der an dem zweiten Einsatz
           beteiligten Mannschaften)
         - (bis Mrz 1942) Sophie Scholl absolviert einen
           halbjhrigen Kriegsdienst in einem Kindergarten in
           Blumberg bei Donaueschingen.
         - Die "Reichsvereinigung der Juden in Deutschland" wird
           von der Gestapo zur Durchfhrung der Deportationen
           mibraucht.
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01.10.1941 Verbot der Auswanderung jdischer Staatsbrger aus dem
           Deutschen Reich.
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01.10.1941 -
22.12.1941 Bei "Aktionen" in Wilna werden 33.500 Juden gettet.
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02.10.1941 -
05.12.1941 Schlacht vor Moskau. Nach Raumgewinnen der Wehrmacht
           bleibt die Operation stecken.
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06.10.1941 -
16.03.1945 46.067 Prager Juden werden in den Osten und nach
           Theresienstadt deportiert.
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08.10.1941 Auflsung des Ghettos von Witebsk und Ermordung von
           mehr als 16.000 Juden.
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11.10.1941 Errichtung des Ghettos von Czernowitz.
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12.10.1941 Deutsche Truppen stehen in den Auenbezirken von
           Moskau. Teile der Stadt werden evakuiert.
         - Obersturmbannfhrer Martin Sandberger erstattet Bericht
           darber, da sein Sonderkommando 1a in Estland
           jdischer Mnner ab 16 Jahre "liquidiert".
         - Ermordung von 3.000 Juden in Scheparowze bei Kolomyja.
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12.10.1941 -
13.10.1941 Massaker in Dnjepropetrowsk : 20.000 Opfer.
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14.10.1941 Erste Deportationsbefehle fr deutsche Juden aus dem
           "Altreich" in die Ghettos von: Kowno, Lodz, Minsk und
           Riga.
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15.10.1941 Aus sterreich und Deutschland werden Juden nach Kowno,
           Lodz, Minsk und Riga deportiert.
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16.10.1941 Deutsche Truppen besetzen Odessa.
         - Im Hftlingskankenbau des KZ Auschwitz werden 21
           Hftlinge durch Phenolspritzen gettet.
           (Quelle/n: 154)
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19.10.1941 Ermordung von Juden in Belgrad.
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19.10.1941 -
28.09.1943 Deportation von luxemburgischen Juden in acht
           Transporten nach Lodz.
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20.10.1941 siehe 14.10.1941 ...
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21.10.1941 Erste deutsche Massenexekution in Jugoslawien als
           Repressalie gegen Partisanenttigkeit: in Kragujevac
           werden 2.300, in Kraljevo 2.100 Menschen erschossen.
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23.10.1941 Verbot der Auswanderung von Juden aus dem Deutschen
           Reich. (Quellendifferenz: 01.10.1941)
         - Ermordung von 26.000 Juden in Odessa.
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24.10.1941 Deutsche Truppen besetzen Charkow.
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25.10.1941 Ereignismeldung UdSSR Nr. 124, Seite 6 (u.a.):
           "... Wegen hchster Seuchengefahr wurde am 08.10.1941
           mit der restlosen Liquidierung der Ghetto Witebsk
           befindlichen Juden begonnen. Die Zahl der zur
           Sonderbehnadlung gelangenden Juden beluft sich auf
           etwa 3.000."
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26.10.1941 202 jdische WuppertalerInnen werden nach Lodz
           deportiert.
           (Quelle: 191)
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28.10.1941 Bei einer "Aktion" werden im Fort IX in der Nhe von
           Kowno 9.000 Juden gettet. Im Ghetto bleiben noch
           17.412 Juden.
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30.10.1941 Von den 4.500 Juden in Neswish werden 4.000 umgebracht.
           Der Rest wird in ein Ghetto gesperrt.
         - Heydrich schreibt in einem Brief an Daluege, da er
           sich von Best (Dr. Werner Best) getrennt habe, weil
           dieser zu juristisch gedacht habe.
           (Quelle: 004)
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00.10. -
00.11.1941 Grausame Judenvernichtung in ganz Sdruland.
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01.11.1941 Heute wurden in Kielce Bekanntmachungen angeschlagen,
           da jeden, der aus dem jdischen Viertel herausgeht
           oder in das Viertel hineingeht, die Todesstrafe
           erwartet. Denn bisher konnte man hinein und heraus aus
           diesem Viertel. Diese Nachricht hat mich sehr traurig
           gemacht und nicht nur mich, sondern auch jeden
           Israeliten, der das gehrt hat.
           (aus den Aufzeichnungen des David Rubinowicz, der mit
                             14 Jahren in Treblinka vergast wurde)
         - Baubeginn des Vernichtungslagers Belzec in Polen.
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06.11.1941 Ankunft deutscher Juden in Minsk, Riga und Kowno und
           deren Erschieung.
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07.11.1941 Ermordung von 12.000 Juden aus Minsk in Tutschinka.
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07.11.1941 -
08.11.1941 Ermordung von 21.000 Juden im Sossenki-Wldchen bei
           Rowno.
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07.11.1941 -
09.11.1941 Ermordung von mehr als 3.000 Juden in Pogulanka bei
           Dwinsk.
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08.11.1941 In Lemberg wird die Errichtung eines Ghettos
           angeordnet.
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10.11.1941 Die Planung fr Theresienstadt ist abgeschlossen.
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11.11.1941 233 jdische WuppertalerInnen werden nach Minsk
           deportiert.
           (Quelle: 191)
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19.11.1941 +
20.11.1941 Anfrage des Kommandanten des Konzentrationslagers Gro
           - Rosen an den Inspekteur der Konzentrationslager:
           "... ob in der Vorschlagsliste unter "Begrndung und
           Stellungnahme des Vorgesetzten" als Begrndung
           "Exekution bzw. Sonderaktion" oder eine allgemein
           bliche Begrndung angegeben werden soll."
           Fr den Inspekteur der Konzentrationslager antwortet
           SS-Obersturmfhrer Arthur Liebehenschel:
           "In den Vorschlagslisten fr die Verleihung der
           Kriegsverdienstkreuze an SS-Angehrige, die an den
           Exekutionen beteiligt waren, ist unter Begrndung
           einzutragen: "Durchfhrung von Kriegswichtigen
           Sonderaufgaben". Das Wort "exekution" darf auf keinen
           Fall erwhnt werden."
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20.11.1941 Ermordung von 20.000 Juden aus Minsk in der Tutschinka.
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20.11.1941 -
07.12.1941 Bei der sogenannten "Jeckeln Aktion" werden 30.000
           Juden im Rumbula-Wald bei Riga umgebracht.
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22.11.1941 Blutbad in Wilna : 32.000 Opfer.
           (auch Jeckeln Aktion ?)
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24.11.1941 -
20.04.1945 Aus Bhmen und Mhren werden insgesamt 140.937 Juden
           nach Theresienstadt deportiert. Dort sterben 33.539.
           Weiter deportiert werden 88.196 Juden.
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25.11.1941 Verordnung ber Einziehung jdischen Vermgens und
           Entzug der Staatsangehrigkeit bei Deportation.
         - Massaker an Juden in Rostow.
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29.11.1941 Grndung der Union Generale des Israelites de France,
           der Zwangsorganisation franzsischer Juden
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01.12.1941 - nach diesem Datum -
           Der Fhrer des Einsatzkommandos 3 der Sicherheits-
           polizei und des SD, SS-Standartenfhrer Karl Jger,
           zeichnet folgende "Gesamtaufstellung der im Bereich des
           EK 3 bis zum 01.12.1941 durchgefhrten Exekutionen":
           (Blatt 5 d. Dokuments...)
           "...
           25.11.1941 Kauen F.IX  1.159 Juden
                                  1.600 Jdinnen
                                    175 jdische Kinder
                      zusammen    2.934 Umsiedler aus Berlin,
                                        Mnchen u. Franfurt/M.)
           29.11.1941 Kauen F.IX    693 Juden
                                  1.155 Jdinnen
                                    152 jdische Kinder
                      zusammen    2.000 Umsiedler aus Wien und
                                        Breslau)
           ..."
           (Blatt 7 d. Dokuments...)
           "...
           Ich kann heute feststellen, da das Ziel, das
           Judenproblem fr Litauen zu lsen, vom EK 3 erreicht
           worden ist. In Litauen gibt es keine Juden mehr, auer
           den Arbeitsjuden incl. ihrer Familien.
           Das sind in Schaulen  ca.  4.500
                    in Kauen     ca. 15.000
                    in Wilna     ca. 15.000
           Diese Arbeitsjuden incl. ihrer Familien wollte ich
           ebenfalls umlegen, was mir jedoch scharfe Kampfansage
           der Zivilverwaltung (dem Reichskommissar) und der
           Wehrmacht eintrug und das Verbot auslste: Diese Juden
           und ihre Familien drfen nicht erschossen werden..."
           (Die jeweiligen Zahlenangaben des Dokumentes ergeben
           die Zahl von insgesamt 137.346 Opfern des EK 3 unter
           Jger.)
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03.12.1941 Umstellungen in der Kriegswirtschaft: Erla zur
           Vereinfachung und Leistungssteigerung der
           Rstungsproduktion fordert Rationalisierung der
           Fertigungsmethoden.
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06.12.1941 Britische Kriegserklrung an Rumnien.
         - Sowjetische Gegenoffensive bei Moskau.
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07.12.1941 Hitlers "Nacht-und-Nebel-Erla" zur Niederschlagung des
           Wiederstandes gegen die Deutschen in Westeuropa
           (ausgenommen Dnemark): Straftter gegen Deutsche sind
           heimlich in KZ zu bringen, soweit kein Todesurteil
           durch ein Wehrmachtsgericht als sicher zu erwarten ist.
         - Japanischer Luftangriff auf den US-Marinesttzpunkt
           Pearl Harbor.
         - Bericht der Ortskommandantur I (Kertsch) an die
           Feldkommandantur 810 mit der Bitte um Weiterleitung an
           den Kommandanten des Rckwrtigen Armeegebietes 553:
           "...
           Die Umsiedlung der Juden, etwa 2.500 an der Zahl, wurde
           am 1., 2. und 3. Dezember vollzogen. Mit nachtrglichen
           Exekutionen ist zu rechnen, da ein Teil der jdischen
           Bevlkerung flchtete, sich versteckt hlt und erst
           aufgegriffen werden mu.
           ..."
           (Das Wort "Umsiedlung" wurde handschriftlich
           nachgetragen und das Wort Exekution darunter dick
           durchgestrichen, ist aber noch lesbar...)
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08.12.1941 Japanische Invasion in Britisch - Malaya, Thailand und
           auf den Philippinen.
         - Ankunft der ersten Judentransporte im Vernichtungslager
           Chelmno. (In Chelmno werden etwa 320.000 Juden gettet)
         - Ermordung von 4.000 Juden in Nowogrudok.
         - Blutbad von Riga : 27.000 Opfer.
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09.12.1941 Erster geplanter Termin fr die "Wannsee-Konferenz".
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10.12.1941 oder
11.12.1941 Deutschland erklrt den USA den Krieg.
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11.12.1941 22 jdische WuppertalerInnen werden nach Riga
           deportiert.
           (Quelle: 191)
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13.12.1941 Kriegserklrungen Bulgariens und Ungarns an die
           Vereinigten Staaten.
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14.12.1941 Hanns Kerrl, geb. 1887, 1934 - 1935 Justizminister in
           Preuen, 1935 - 1941 Reichs- und preuischer Minister
           fr kirchliche Angelegenheiten, gestorben.
         - Bericht der Ortskommandantur Bachtschissaray an den
           Kommandanten des Rckwrtigen Armeegebietes 553:
           "...
           Die hier wohnhaft gewesenen Juden gehrten nicht zu den
           Reichen und wohnten verhltnismig bescheiden. Der SD
           hat die Aussiedlung der Juden am 13.12.1941 vollzogen.
           ..."
           (... im Original wurde das Wort "Aussiedlung"
           handschriftlich eingetragen und das durchgestrichene
           Wort "Erschieung" ist noch lesbar ...)
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05.12.1941 Der Beginn der sowjetischen Gegenoffensive vor Moskau
           bringt ein Scheitern des "Blitzfeldzuges" und fhrt zu
           einer Krise im deutschen Heer, das auf einen
           Winterfeldzug nicht vorbereitet ist.
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10.12.1941 Unter strenger Geheimhaltung beginnt im Reich die
           Aktion mit der Code-Bezeichnung 14f13: Geistig und
           krperlich Kranke werden durch Mediziner in KZ
           selektiert und in die Vernichtung geschickt.
           (Quelle/n: 207)
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16.12.1941 Hitler verbietet jeden operativen Rckzug der
           Wehrmacht.
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19.12.1941 Hitler entlt Walter von Brauchitsch und bernimmt
           selbst den Oberbefehl ber das Heer.
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21.12.1941 Bericht der Ortskommandantur I (Jewpatoria) an den
           Kommandanten des Rckwrtigen Armeegebietese 553:
           "...
           Die Wohnungen der vom SD umgesiedelten Juden werden von
           der Ortskommandantur bernommen,
           Einrichtungsgegenstnde, Kleider, Wsche, Geschirr
           gesammelt und geordnet. ..."
           (... im Original wurde das Wort "umgesiedelten"
           handschriftlich eingetragen und das durchgestrichene
           Wort "exekutierten" ist noch lesbar ...)
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21.12.1941 -
31.12.1941 Im Lager Bogdanowka werden 14.000 Juden ermordet. 200
           berleben.
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22.12.1941 Beginn der ersten Konferenz in Washington zwischen
           Churchill und Roosevelt.
         - Blutbad von Wilna: 32.000 Opfer.
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23.12.1941 In Kolomyja werden 1.200 Juden mit auslndischen Pssen
           festgenommen und spter in Scheparowze umgebracht.
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25.12.1941 Hongkongs Kapitulation gegenber Japan.
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26.12.1941 Es ist eine Verfgung gekommen, da die Juden alle
           Pelze abgeben mssen, sogar kleine Stckchen. Und fnf
           Juden werden fr diejenigen verantwortlich sein, die
           sie nicht geben. Und bei wem sie Pelze sehen oder
           finden, der wird mit dem Tode bestraft, so scharf ist
           die Verfgung. Der Gendarm hat eine Frist bis 4 Uhr
           nachmittags gesetzt.
           (aus den Aufzeichnungen des David Rubinowicz, der mit
                             14 Jahren in Treblinka vergast wurde)
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30.12.1941 Blutbad in Simferopol auf der Krim : 10.000 Opfer
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07.01.1942 Drobitzki Jar: Ermordung von 21.685 Menschen.
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08.01.1942 Am Nachmittag erfuhr ich, da es in Bodzetyn unter den
           Juden wieder zwei Opfer gibt. Der eine war gleich tot,
           der andere verletzt. Den Verletzten haben sie verhaftet
           und zur Wache in Bieliny mitgenommen, dort werden sie
           ihn dann zu Tode schlagen.
           (aus den Aufzeichnungen des David Rubinowicz, der mit
                             14 Jahren in Treblinka vergast wurde)
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10.01.1942 Der Rstungsschwerpunkt wird auf Heereswaffen
           zurckverlagert.
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10.01.1942 -
11.01.1942 Japanische Invasion in Niederlndisch-Indien.
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11.01.1942 Seit dem Morgen herrscht Schneetreiben und starker
           Frost, er erreicht heute bis 20 Grad Celsius. Als ich
           so beobachte, wie der Wind ber die Felder fegt, da
           bemerke ich, da der Gemeindediener eine Bekanntmachung
           anklebt. Sofort ging ich nachsehen, was es Neues auf
           der Bekanntmachung gibt. Auf der Bekanntmachung stand
           nichts Neues, der Wchter sagte nur, da er zum
           Schulzen Bekannt machungen hinbrachte, da alle Juden
           aus allen Drfern ausgesiedelt werden sollen. Als ich
           das zu Hause er zhlte, waren wir alle sehr niederge-
           schlagen. Jetzt, in einem so strengen Winter, werden
           sie uns aussiedeln, wo und wohin? Jetzt sind wir an die
           Reihe gekommen, schwere Qualen zu tragen. Der Herrgott
           wei, wie lange.
           (aus den Aufzeichnungen des David Rubinowicz, der mit
                             14 Jahren in Treblinka vergast wurde)
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12.01.1942 siehe 29.09.1939
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14.01.1942 Beginn der "Konzentration" hollndischer Juden in
           Amsterdam. Als erste treffen die Juden aus Zaandam ein.
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15.01.1942 oder
16.01.1942 Beginn der "Umsiedlungsaktion" von Lodz nach Chelmno.
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20.01.1942 "Wannsee-Konferenz" ber die Deportation und
           Ausrottung des europischen Judentums - "Endlsung".
           Vorsitz: Reinhard Heydrich
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20.01.1942 "Wannseekonferenz": Leitenden Beamten wird von Heydrich
           der organisatorische Ablauf der "Endlsung der
           Judenfrage" erlutert. Zustndig fr die
           Durchfhrung der "Endlsung" waren der Reichsfhrer
           SS Heinrich Himmler und Hermann Gring.
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20.01.1942 Zur Koordinierung seines Auftrages betr. der
           "Endlsung" beruft Heydrich eine Konferenz nach Berlin
            - Wannsee ein, an der neben Spitzenfunktionren der
            SS, der Reichskanzlei und der Partei-Kanzlei
            Staatssekretre der Ministerien des Inneren, der
            Justiz, der besetzten Ostgebiete und der
            Unterstaatssekretr des Auswrtigen Amtes teilnehmen.
            In dem vom sogenannten "Judenreferenten" im
            Reichssicherheitshauptamt Adolf Eichmann verfaten
            Protkoll ber die Wansee-Konferenz steht:
            "Anstelle der Auswanderung ist nunmehr als weitere
            Lsungsmglichkeit nach entsprechender vorheriger
            Genehmigung durch den Fhrer die Evakuierung der Juden
            nach Osten getreten ...
            Unter entsprechender Leitung sollen im Zuge der
            Endlsung die Juden in geeigneter Weise im Osten zum
            Arbeitseinsatz kommen. In groen Arbeitskolonnen,
            unter Trennung der Geschlechter, werden die
            arbeits fhigen Juden straenbauend in diese Gebiete
            gefhrt, wobei zweifellos ein Groteil durch
            natrliche Verminderung ausfallen wird.
            Der allfllig verbleibende Restbestand wird, da es
            sich bei diesem zweifellos um den widerstandsfhigsten
            Teil handelt, entsprechend behandelt werden mssen, da
            dieser, eine natrliche Auslese darstellend, bei
            Freilassung als Keimzelle eines neuen jdischen
            Aufbaus anzusprechen ist.
            Im Zuge der praktischen Durchfhrung der Endlsung
            wird Europa von Westen nach Osten durchkmmt. Das
            Reichsgebiet, einschlielich Protektorat Bhmen und
            Mhren, wird, allein schon aus Grnden der
            Wohnungsfrage und sonstigen sozialpolitischen
            Notwendigkeiten, vorweggenommen werden mssen.
            Die evakuierten Juden werden zunchst Zug um Zug in
            sogenannte Durchgangsghettos verbracht, um von dort
            aus weiter nach dem Osten transportiert zu werden.
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21.01.1942 Beginn der deutschen Gegenoffensive in Nordafrika.
         - In Wilna grnden Juden die Fareinkte Partisaner
           Organizatzije (Vereinigte Partisanenorganisation).
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24.01.1942 In Kolomyja werden 400 jdische Intelektuelle
           festgenommen und spter umgebracht.
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25.01.1942 Laut Erla soll die Verwaltung Krfte fr die Wehrmacht
           und die Rstungsindustrie freigeben.
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31.01.1942 Bericht der Einsatzgruppe A ber die Liquidierung von
           229.052 Juden in den baltischen Staaten.
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00.02.1942 General Karl-Friedrich von Stlpnagel bernimmt von
           Otto von Stlpnagel das Amt "Militrbefehlshaber
           Frankreich"
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01.02.1942 Umbildung des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes
           (WVHA) unter Oswald Pohl.
         - Bildung einer nationalistischen Regierung in Norwegen
           unter Vidkun Quisling.
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06.02.1942 Bei der sogenannten "Aktion Dnamnde" werden
           tausende Juden aus dem Rigaer Ghetto in isolierte,
           luftdichte Waggons, die das "Rote Kreuz" Zeichen
           trugen, verladen, mit Kohlenmonoxyd erstickt und in
           vorbereiteten Massengraebern verscharrt.
           (Quelle: 241)
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08.02.1942 Erster Transport von Juden aus Saloniki nach Auschwitz.
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15.02.1942 Grobritannien verliert Singapur an Japan.
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22.02.1942 Die "Struma", ein Schiff, auf dem sich Juden befinden,
           denen die Einreise nach Palstina verweigert wird,
           sinkt weit vor der trkischen Kste, 768 Passagiere
           ertrinken, einer berlebt.
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24.02.1942 Prof. Dr. Holzlhner erhlt vom Inspekteur des Sani-
           ttswesens der Luftwaffe den Forschungsauftrag: "Die
           Wirkung der Abkhlung auf Warmbltler".
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00.02. -
00.03.1942 Massenmord an den Juden in Charkow : 14.000 Opfer
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01.03.1942 In Polen beginnt der Bau des Vernichtungslagers
           Sobibor.
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02.03.1942 Ermordung von 5.000 Minsker Juden.
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03.03.1942 In Belgien werden Juden zur Zwangsarbeit eingezogen.
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04.03.1942 Amtsleiter Biebow, Ghettoverwaltung, an die Gestapo
                                                     Litzmannstadt
           Betrifft: Die Ernhrungslage des Ghettos
           Die Auskunft, da die Ghettobevlkerung besser ernhrt
           wird, als vertretbar, mu als abwegig und irrig
           bezeichnet werden. Im Jahr 1940 wurde Verpflegung in
           Hhe von Gefngnisstzen fr rund 200.000 Juden
           gegeben. Die Ernhrung liegt seit ber einem Jahr unter
           den an sich zugebilligten Stzen fr Strafgefangene.
           Niemand kann die Behauptung aufstellen, da die
           Ghettobewohner von den ihnen zugewiesenen Lebensmitteln
           auf die Dauer arbeitseinsatzfhig bleiben, und zwar
           deshalb sinkt der Gesundheitszustand der Juden tglich
           weiter ab, weil die auf dem Papier stehenden
           Kontingente in der Praxis einfach nicht einzuhalten
           sind, da die Marktlage dies nicht zult. Ferner ist
           alles, was an Lebensmitteln in das Ghetto hineinkommt,
           in der Regel von minderwertiger Qualitt (v.p.6).
           Notleidende Parteien (Gemse, Fett, Mehlprodukte, usw.)
           werden stets ins Ghetto abgestoen, jedoch in voller
           Hhe auf die Kontingente angerechnet. Den klarsten
           Beweis fr die Ernhrungslage legen die rapide
           ansteigenden Sterbeziffern ab.
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06.03.1942 Als Nachfolgebesprechung der Wannsee-Konferenz findet
           eine Besprechung in Eichmanns Referat IV B statt - es
           wird die Zwangssterilisierung der sogenannten
           Mischlinge I. Grades errtert. "Es war keinesfalls
           beabsichtigt, die Mischlinge als dritte kleine Rasse
           auf Dauer am Leben zu erhalten", heit es im Protokoll
           dieser Besprechung.
           (Quelle: 032)
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07.03.1942 Die Briten evakuieren Rangoon.
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10.03.1942 Beginn der Massenttungen im Vernichtungslager Belzec.
           Belzec ist das erste Lager der "Aktion Reinhard".
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13.03.1942 Lehmann Israel (gen. Leo) Katzenberger, geb. 1873,
           Kaufmann, Vorsteher der jdischen Gemeinde in Nrnberg,
           wird wegen Rassenschande zum Tode verurteilt und spter
           hingerichtet.
         - In Auschwitz-Birkenau werden im Bereich BIb auf einem
           Hof etwa 1200 Hftlinge (Rekonvaleszente und Kranke,
           die nicht bald wieder Gesund werden knnen) von
           SS-Mnnern mit Stockhieben gettet.
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16.03.1942 Beginn der "Aktion Reinhard".
         - Verwaltung der KL durch das WVHA der SS, dem mit
           KL-Hftlingen betrieben Wirtschaftsunternehmen
           unterstehen.
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17.03.1942 -
20.04.1942 Deportation von 30.000 Juden aus Lemberg nach Belzec.
         - kein genaueres Datum - Zeitpunkt vom Autor eingeschtzt
           Deportation von weiteren 15.000 Juden aus Lemberg nach
           Belzec.
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19.03.1942 "Intelligenz-Aktion" in Krakau. Ermordung von 50
           jdischen Intelektuellen.
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21.03.1942 "Umsiedlung" des Lubliner Ghettos: 26.000 Menschen
           werden nach Belzec, Majdanek und in andere Lager
           gebracht.
         - Gauleiter Sauckel erhlt Generalvollmacht,
           Zwangsarbeiter fr den Einsatz in Deutschland zu
           rekrutieren (Gesamtzahl bis Ende des Krieges:
           ca. 7,5 Mio.).
           (Quelle: 241)
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25.03.1942 Errichtung des Ghettos in Kolomyja mit etwa 18.000
           Juden.
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26.03.1942 Bekanntmachung ber die Kennzeichnung jdischer
           Wohnungen im Reich.
         - Erster von Adolf Eichmann organisierter Judentransport
           nach Auschwitz.
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26.03.1942 -
20.10.1942 Deportationen von mehr als 57.000 slowakischen Juden.
           (nach Auschwitz-Birkenau ?)
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27.03.1942 Aus dem Tagebuch des Reichministers fr Volksaufklrung
           und Propaganda, Joseph Goebbels:
           "Aus dem Generalgouvernement werden jetzt, bei Lublin
           beginnend, die Juden nach Osten abgeschoben. Es wird
           hier ein ziemlich barbarisches und nicht nher zu
           beschreibendes Verfahren angewandt, und von den Juden
           selbst bleibt nicht mehr viel brig. Im groen kann man
           wohl feststellen, da 60% davon liquidiert werden
           mssen, whrend nur 40% in die Arbeit eingesetzt werden
           knnen ..."
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28.03.1942 Erster Transport franzsischer Juden nach Auschwitz.
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03.04.1942 Deportation von insgesamt 383 Mnchner Juden nach
           Piaski bei Lublin.
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03.04.1942 -
04.04.1942 Deportation von 5.000 Juden aus Kolomyja nach Belzec.
           250 Juden werden noch im Ghetto ermordet.
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06.04.1942 Whrend der letzten "Aktion" in Djatlowo (Zshetl)
           versuchen mehr als 600 Juden in die Wlder zu fliehen.
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09.04.1942 Kapitulation der amerikanischen Verbnde auf der
           Halbinsel Bataan.
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18.04.1942 Ermordung von 52 Juden in Warschau (Blutige Nacht).
         - Pierre Laval bernimmt wieder die kollaborierende
           franzsische Regierung in Vichy.
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22.04.1942 61 jdische WuppertalerInnen werden ber Dsseldorf
           werden nach Izbica bei Lublin deportiert. Von diesen
           Deportierten kehrt keiner zurck.
           (Quelle: 191)
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24.04.1942 Verbot der Benutzung ffentlicher Transportmittel durch
           Juden im Reich. Ausnahmen fr Zwangsarbeiter nur, wenn
           der Arbeitsplatz mehr als 7 Km vom Wohnort entfernt
           ist. Sitzen in den Verkehrsmitteln verboten. (Weitere
           Einschrnkungen im Laufe des Krieges: Es war Juden u.
           a. verboten, sich ffentlicher Fernsprecher und
           Fahrkartenautomaten zu bedienen, sich auf Bahnhfen
           aufzuhalten und Gaststtten zu besuchen; Wlder und
           Grnanlagen zu betreten; sich Hunde, Katzen, Vgel oder
           andere Haustiere zu halten; an "arische"
           Handwerksbetriebe Auftrge zu geben; Zeitungen und
           Zeitschriften aller Art zu beziehen. Entschdigungslos
           abgeliefert werden muten elektrische und optische
           Gerte, Fahrrder, Schreibmaschinen, Pelze und
           Wollsachen. Juden erhielten keine Fischwaren,
           Fleischkarten, Kleiderkarten, Milchkarten,
           Raucherkarten, kein Weibrot, kein Obst oder
           Obstkonserven, keine Swaren und keine Rasierseife.)
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26.04.1942 Der Reichstag besttigt Hitlers Aufhebung der
           Rechtsordnung.
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27.04.1942 -
28.04.1942 Erschieung von 70 jdischen Mnnern in Radom, 100
           werden nach Auschwitz deportiert.
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29.04.1942 In den Niederlanden mssen Juden den Judenstern tragen.
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30.04.1942 In Pinsk mssen die Juden binnen eines Tages ein Ghetto
           errichten, in dem etwa 20.000 Menschen interniert
           werden.
         - Bei einer "Aktion" in Djatlowo werden 1.200 Juden
           ermordet. Die Juden leisten bewaffneten Wiederstand,
           jedoch ohne Erfolg.
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00.05.1942 Sophie Scholl beginnt ein Biologie- und
           Philosophiestudium in Mnchen.
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01.05.1942 Das Ghetto Dwinsk wird praktisch aufgelst, nur 450
           Juden bleiben zurck. (Ende Oktober 43 werden sie in
           das Lager Kaiserwald verschickt)
         - Schreiben des Reichsstatthalters und Gauleiters im
           Reichsgau Wartheland an den Reichsfhrer-SS Heinrich
           Himmler:
           "Die von Ihnen im Einvernehmen mit dem Chef des RSHA
           SS Obergruppenfhrer Heydrich genehmigte Aktion der
           Sonderbehandlung von rund 100.000 Juden in meinem
           Gaugebiet wird in den nchsten 2 - 3 Monaten
           abgeschlossen werden knnen. Ich bitte Sie um die
           Genehmigung, mit dem vorhandenen und eingearbeiteten
           Sonderkommando im Anschlu an die Judenaktion den Gau
           von einer Gefahr befreien zu drfen, die mit jeder
           Woche katastrophalere Formen annimmt.
           Es befinden sich im Gaugebiet ca. 230.000 bisher
           erkannte Tbc-Kranke polnischer Volkszzugehrigkeit.
           Von diesen wird die Zahl der mit offener Tuberkulose
           behafteter Polen auf ca. 35.000 geschtzt ...
           Wenngleich auch im Altreich mit entsprechend
           drakonischen Manahmen gegenber dieser Volkspest nicht
           durchgegriffen werden kann, glaube ich es doch
           verantworten zu knnen, Ihnen vorzuschlagen, hier im
           Warthegau die Flle der offenen Tbc innerhalb des
           polnischen Volkstums ausmerzen zu lassen ..."
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07.05.1942 In der "Schlacht im Korallenmeer" versenken die
           Alliierten mehr als 100.000 BRT an japanischen
           Schiffen.
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10.05.1942 Deportation von 1.500 Juden aus Sosnowiec nach
           Auschwitz.
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11.05.1942 Ein Geheimbericht, den Dr. Rascher heute an Heinrich
           Himmler sendet, in Auszgen:
           "Fuend auf Resultaten bisheriger Tierexperimente
           verschiedener Forscher galt es bei den in Dachau
           angestellten Versuchen zu finden, ob die im
           Tierexperiment gewonnenen Resultate auch fr den
           Menschen Gltigkeit haben.
           ... Versuche ergaben, da ein langsamer Aufstieg binnen
           6 - 8 Stunden die verschiedensten VPn voll aktionsfhig
           bis etwa 8000 m Hhe ohne sauerstoff erhlt ...
           ... das Blutbild zeigte hufig eine Verschiebung, im
           Urin wurden nach dem Versuch regelmig Eiwei, rote
           und weie Blutkrperchen, manchmal auch  Zylinder
           gefunden. Blut- und Urinbefund kehrten innerhalb
           einiger Stunden / Tage zur Norm zurck ...
           ... auch wenn keine Sauerstoffmangelschden auftreten
           wrden, sich schwere Erfrierungen einstellen ...
           ... als praktische Resultate aus den ber 200 in Dachau
           angestellten Versuchen darf ...".
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13.05.1942 Bericht ber ein Gesprch zwischen den Vertreter
           Eichmanns in Frankreich, SS-Hauptsturmfhrer Theodor
           Dannecker und dem Chef der Eisenbahntransportabteilung,
           Generalleutnant Kohl (Datum ist Zeitpunkt des
           Gesprchs):
           "In der 1 1/4 Stunden dauernden Unterredung habe ich
           dem General eine berblick ber Judenfragen und
           Judenpolitik in Frankreich gegeben. Dabei konnte ich
           feststellen, da er ein kompromiloser Judengegner ist
           und einer "Endlsung" der Judenfrage mit dem Ziel
           restloser Vernichtung des Gegners 100%ig zustimmt."
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14.05.1942 Dr. Rudolf Bilfinger schickt an verschiedene
           Ministerien, an die "Hheren SS- und Polizeifhrer",
           die SD-Leitstellen usw. ein Rundschreiben, in dem er
           verfgt: "Juden, die neben der deutschen
           Staatsangehrigkeit eine fremde Staatsangehrigkeit
           besitzen, verlieren die deutsche Staatsangehrigkeit
           ... ebenso verfllt ihr Vermgen ... zu Gunsten des
           Reiches."
           (Quelle: 032)
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18.05.1942 Vernichtungslager Sobibor errichtet.
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23.05.1942 Laut Werkmeisterbuch der DVL in Berlin ist die
           Unterdruckkammer, mit der Dr. Rascher und andere in
           Dachau Menschenversuche, zum Teil mit tdlichem Ausgang
           fr die Versuchspersonen, anstellten, wieder zurck.
           Sie wird auch nicht mehr fr neue Versuchsreihen
           freigegeben.
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27.05.1942 In Belgien wird, mit Wirkung vom 03.06.1942, das Tragen
           des Judensterns angeordnet.
         - Bei einem Attentat in Prag wird Heydrich schwer
           verletzt. Aus Rache lt Goebbels in Berlin 500 Juden
           verhaften (von denen 152 am Todestag Heydrichs
           hingerichtet werden).
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28.05.1942 -
08.06.1942 Deportation von 6.000 Krakauer Juden nach Belzec. 300
           werden noch in der Stadt umgebracht.
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00.06.1942 -
00.07.1942 Hans Scholl und Alexander Schmorell verbreiten die
           "Flugbltter der Weien Rose" 1 bis 4.
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01.06.1942 Einfhrung des Judensterns in Holland.
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02.06.1942 Beginn der Deportation deutscher Juden nach
           Theresienstadt.
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03.06.1942 Die Geschwister Scholl, die Freunde Probst und
           Schmorell begegnen Kurt Huber (im Hause Mertens).
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04.06.1942 Reinhard Heydrich, geb. 1904, SS-Obergruppenfhrer,
           1931 als Seeoffizier nach einem Ehrenverfahren
           entlassen, 1932 - 1942 Chef des Sicherheitsdienstes
           (SD) der SS, 1934 - 1942 Leiter der Sicherheizspolizei,
           1939 - 1942 Leiter des Reichssicherheitshauptamtes
           (RSHA) - zu dem auch die Gestapo gehrte, 1941 - 1942
           amtierender Reichsprotektor von Bhmen und Mhren,
           stirbt an den Folgen eines Attentats.
           (Quelle/n: 102 u.a.)
         - Rache des NS-Regimes wegen des Todes von Heydrich:
           Eine SS-Einheit zerstrt das Dorf Lidice und ttet alle
           mnnlichen Einwohner ber 16 Jahre. Die Frauen aus
           Lidice (sofern sie berlebt haben) kommen in das KZ
           Ravensbrck. Die Kinder kommen zunchst in ein KZ,
           werden spter an deutsche Familien bergeben, um unter
           deutschen Namen aufzuwachsen. In Prag werden 1331
           Tschechen hingerichtet (darunter 201 Frauen). 152 der
           500 von Goebbels am Tage des Attentats verhafteten
           Berliner Juden werden hingerichtet. ber 3000 Hftlinge
           des KZ Theresienstadt werden in ein Vernichtungslager
           im Osten gebracht.
           (Quelle/n: 102)
         - Kriegserklrung der USA an Rumnien.
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04.06.1942 -
07.06.1942 In der Seeschlacht bei den Midway Inseln wird Japan von
           den US Streitkrften besiegt.
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07.06.1942 In besetzten Frankreich mssen die Juden den Judenstern
           tragen.
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10.06.1942 Als Vergeltung fr das Attentat auf Heydrich wird das
           tschechoslowakische Dorf Lidice dem Erdboden
           gleichgemacht. Alle 192 Mnner des Dorfes werden ebenso
           wie 71 Frauen umgebracht. Die brigen Frauen werden
           nach Ravensbrck verschickt.
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11.06.1942 Anordnung aus dem Referat Adolf Eichmann: Die
           Deportationen von Juden aus den Niederlanden, Belgien
           und Frankreich haben in wenigen Wochen zu beginnen.
         - 3.500 Juden aus Tarnow werden nach Belzec deportiert.
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12.06.1942 Anne Frank "erffnet" ihr Tagebuch.
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15.06.1942 Heinz Jost, Befehlshaber des Einsatzkommandos A,
           fordert einen fahrbare Gaskammer sowie drei
           Ersatzschluche fr drei vorhandene Gaswagen im Einsatz
           in Weiruthenien an.
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15.06.1942 -
18.06.1942 Weitere 10.000 Juden werden aus Tarnow nach Belzec
           deportiert. Viele Juden werden in der Umgebung der
           Stadt ermordet.
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18.06.1942 Deportation von 1.000 jdischen Mnnern aus Przemysl
           zum Lager Janowska in Lemberg.
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20.06.1942 -
09.10.1942 Deportation von 13.776 Juden aus Wien nach
           Theresienstadt.
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21.06.1942 Die Briten verlieren den Hafen Tobruk (Nordafrika) an
           die Deutschen.
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22.06.1942 Erster Transport aus dem franzsischen Lager Drancy
           nach Auschwitz.
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23.06.1942 Im psychatrischen Spital in Kobierzyn (bei Krakau)
           werden mehr als 500 Kranke ermordet. Ein Teil wird auf
           dem Spitalfriedhof erschossen, der andere nach
           Auschwitz verschickt und dort vergast. Die
           Erschiessungen werden von SS-Mnnern durchgefhrt.
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25.06.1942 Zweite Konferenz in Washington zwischen Churchill und
           Roosevelt.
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26.06.1942 Transport aus Brssel in die franzsischen Arbeitslager
           der Organisation Todt.
         - In Holland beginnen die Vorbereitungen fr die
           Deportationen ins niederlndische Lager Westerbork und
           von dort nach Auschwitz.
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30.06.1942 Schlieung der jdischen Schulen im Reich.
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00.07.1942 (Ende des Monats) bis
00.08.1942 (Ende des Monats) - Feldfamulatur im Mittelabschnitt
           der Ostfront um Rschew und Gschatsk fr Scholl,
           Schmorell und Graf (Weie Rose).
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01.07.1942 bernahme des Internierungslagers Westerbork durch die
           Sicherheitspolizei.
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02.07.1942 Nach einer sieben Monate dauernden Schlacht (Beginn
           15.11.1941) fllt die Festung und Stadt Sewastopol an
           die Deutschen.
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04.07.1942 Erste Massenvergasungen in Auschwitz.
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05.07.1942 In der Familie der Anne Frank wird der erste Gedanke
           des "Untertauchens" erwogen.
                                 (aus dem Tagebuch der Anne Frank)
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08.07.1942 Einlieferung von 7.000 Juden aus Lemberg ins Lager
           Janowska.
         - Aufruf der SS fr Margot Frank - das bedeutet:
           verschickt werden ins KZ.
                                 (aus dem Tagebuch der Anne Frank)
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09.07.1942 Die Familie der Anne Frank bezieht ihr Versteck in der
           ehemaligen Firma ihres Vaters.
                                 (aus dem Tagebuch der Anne Frank)
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11.07.1942 In Saloniki werden 9.000 jdische Mnner zwischen 18
           und 45 Jahren zu den Arbeitsbataillonen der
           Organisation Todt in Griechenland eingezogen.
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13.07.1942 Die Familie v. Daan zieht zur Familie Frank in das
           Versteck.
                                 (aus dem Tagebuch der Anne Frank)
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13.07.1942 -
14.07.1942 Deportation von Juden aus Antwerpen zur Zwangsarbeit in
           Nordfrankreich.
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14.07.1942 Beginn der systematischen Transporte hollndischer
           Juden in das Lager Westerbork.
         - Errichtung eines geschlossenen Ghettos in Przemysl.
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15.07.1942 Erster Deportationszug aus Holland (Westerbork) nach
           Auschwitz.
         - Grorazzien in Paris.
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16.07.1942 -
17.07.1942 12.887 Pariser Juden werden verhaftet und nach Drancy
           verschickt. Insgesamt werden bei dieser Aktion etwa
           42.500 Juden aus ganz Frankreich nach Drancy
           deportiert.
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19.07.1942 Befehl Himmlers, das die Ermordung der Juden im
           Generalgouvernement habe bis Jahresende abgeschlossen
           zu sein.
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20.07.1942 Bewaffneter Aufstand der Juden in Neswish.
         - 248 jdische WuppertalerInnen werden nach
           Theresienstadt deportiert.
           (Quelle: 191)
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22.07.1942 Das Vernichtungslager Treblinka ist fertiggestellt. Bis
           August 1943 werden dort etwa 870.000 Juden gettet.
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22.07.1942 -
12.09.1942 Die "Umsiedlung" der Warschauer Ghetto-Bewohner in
           die Vernichtungslager Belzec und Treblinka beginnt.
           Etwa 265.000 kommen nach Treblinka. Insgesammt werden
           ber 300.000 deportiert. Im Ghetto bleiben noch etwa
           60.000 Juden.
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23.07.1942 Der Vorsitzende des Warschauer Judenrates, Adam
           Czerniakow, begeht Selbstmord, um den
           Nationalsozialisten nicht bei der Deportation der
           Warschauer Juden hefen zu mssen.
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24.07.1942 "Aktion" gegen die Juden in Deretschin.
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27.07.1942 +
31.07.1942 +
03.08.1942 An diesen Tagen werden mehr als 10.500 Juden aus
           Przemysl nach Belzec deportiert. Der deutsche Leutnant
           Alfred Battel rette am ersten Tag der Transporte Juden,
           die bei der Wehrmacht beschftigt sind.
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28.07.1942 Brief Himmlers an Gottlob Berger: "Was soll eigentlich
           das Ehegesetz? Ich wnsche Vorlage bei mir. Kann heute
           schon sagen, da ich der Ansicht bin, da die
           Verbindungen von Deutschen mit Landeseinwohnerinnen
           zunchst gar nicht gesetzlich geregelt werden knnen.
           Insgesamt mten sie verboten sein, Ausnahmen fr
           Estland und Lettland mten dort an zentralen Stellen
           anlaufen und einzeln nach rassistischen Gesichtspunkten
           entschieden werden. Nach einem Jahr kann man dann die
           durch das Leben und die Praxis gesammelten Erfahrungen
           in die Form eines Gesetzes gieen. So wird reagiert und
           nicht anders."
           (Quelle: 004)
         - Bericht "Versuche aus groen Hhen" an Himmler (als
           Geheime Kommandosache gezeichnet) im Namen der
           "Deutschen Versuchsanstalt fr Luftfahrt e. V.",
           S. Ruff, Dr. Rascher und Dr. Romberg.
           Beschreibung eines Sinkversuches aus 15 km Hhe:

           15 km          Lt Maske fallen, schwere
                          Hhenkrankheit, klonische Krmpfe

           14,5 km/ 30sec Opistotonus
           14,3 km/ 45sec Arme steif nach vorne gestreckt,
                          Pftchenstellung, Beine steif gespreizt
           13,7 km/ 80sec Hngt im Opistotonus
           13,2 km/110sec Agonale Krampfhaltung
           12,2 km/180sec Dyspnoe, hngt schlaff
            7,2 km/10min  Unkoordiniertes Strampeln mit den
                          Extremitten
            6   km/12min  Klonische Krmpfe, sthnen
            5,5 km/13min  Schreit laut
            2,9 km/18min  Schreit immer noch, krampft Arme und
                          Beine
            2,1 km/20-
                 24,5min  Schreit anfallweise, grimassiert, beit
                          sich auf die Zunge
            0 Meter       Nicht ansprechbar, macht den Eindruck
                          eines vllig Geistesgestrten

            nach erreichen von Bodenhhe

             5 Minuten    Reagiert erstmals auf Anruf
             7 Minuten    Versucht auf Kommando aufzustehen, sagt
                          stereotyp: "Nein, bitte."
             9 Minuten    Steht auf Befehl, starke Ataxie,
                          antwortet auf alle Fragen: "Moment mal",
                          versucht krampfhaft sich an sein
                          Geburtsdatum zu erinnern
            10 Minuten    Typische Haltungs- und Bewegungs -
                          Stereotypie (Katatonie), murmelt Zahlen
                          vor sich hin
            11 Minuten    Hlt Kopf krampfhaft nach rechts gedreht
                          versucht immer wieder, auf die erste
                          Frage nach seinem Geburtsdatum zu
                          antworten
            12 Minuten    Fragen der VP.: "Darf ich etwas
                          aufschneiden?" (im Zivilberuf
                          Feinkosthndler), "Darf ich schnaufen?"
                          "Ja" Atmet tief, sagt dann: "So, danke
                          schn."
            15 Minuten    Auf Befehl zu gehen, tritt er am Fleck
                          und sagt: "So, danke schn."
            17 Minuten    Gibt Namen an, sei 1928 geb. (1.11.08)
                          Versuchsleiter: "Wo?" - "Etwa 1928."
                          "Beruf?" - "28 - 1928."
            18 Minuten    "Darf ich aufschnaufen?" "Bin damit zu-
                          frieden."
            25 Minuten    Immer noch die Frage: "Schnaufen?"
            28 Minuten    Sieht nichts, rennt gegen offenen
                          sonnenbeschienen Fensterflgel, so da
                          sich eine groe Beule an der Stirn
                          bildet, sagt: "Entschuldigen Sie
                          bitte.", keine Schmerzuerung
            30 Minuten    Wei Name und Geburtsort. Auf die Frage
                          nach dem heutigen Datum: "1.11.1928".
                          Zittern der Beine, Stupor hlt an, ist
                          durch Knall eines Schusses nicht zu
                          erschrecken. Dunkle Gegenstnde werden
                          noch nicht wahrgenommen, rennt dagegen.
                          Helles Licht wird wahrgenommen, wei
                          seinen Beruf, rtlich desorientiert.
            37 Minuten    Reagiert auf Schmerzreize
            40 Minuten    Beginnt Unterschiede zu sehen, gert
                          immer in seine anfngliche
                          Redestereotypien
            50 Minuten    rtlich orientiert
            75 Minuten    Immer noch zeitlich deorientiert,
                          retrogade Amnesie ber 3 Tage
            24 Stunden    Normalzustand wieder erreicht, nur an
                          den Versuch selbst besteht keine
                          Erinnerung
         - Grndung der Zydowska Organizacja Bojowa (Jdische
           Kampforganisation, ZOB) in Warschau.
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28.07.1942 -
31.07.1942 Ermordung von 30.000 nach Minsk deportierten deutschen
           Juden in Maly Trostenez.
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00.08.1942 Das Ghetto in Otwock (bei Warschau) wird liquidiert. Im
           Rahmen dieser Manahme werden in der dortigen
           psychatrischen, nur fr Juden bestimmten, Anstalt alle
           Patienten gettet. Die rzte und das Hilfspersonal
           werden in das Vernichtungslager Treblinka verschickt.
         - Robert Scholl (Weie Rose) wird wegen "Heimtcke" zu
           vier Monaten Gefngnis verurteilt. (Denunziation wegen
           abflliger Berkungen ber Hitler...)
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00.08.1942 -
00.09.1942 Sophie Scholl leistet Kriegshilfsdienst in einem Ulmer
           Rstungsbetrieb.
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00.08.1942 -
00.11.1945 Im psychatrischen Spital in Lubliniec (Oberschlesien)
           werden unter Verwendung von Luminal auf der Abteilung B
           94% der dort untergebrachten Kinder: 221 -  gettet.
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04.08.1942 Erste Deportation aus Belgien nach Auschwitz.
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05.08.1942 Auflsung des kleineren Ghettos in Radom. 6.000 Juden
           werden nach Treblinka deportiert, mit ihnen 2.000 aus
           dem greren Ghetto.
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06.08.1942 -
29.12.1943 Deportationen jdischer Hftlinge aus dem Lager Gurs
           ber Drancy nach Auschwitz und Sobibor.
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08.08.1942 Telegramm von Gerhart Riegner aus Genf an Rabbiner
           Stephen S. Wise in New York und Sidney Silvermann in
           London. Darin berichtet Riegner ber die Plne der
           Nationalsozialisten zur systematischen Ermordung der
           europischen Juden. Das Auenministerium der
           Vereinigten Staaten verhindert die Weitergabe der
           Nachricht an Wise, der sie schlielich am 28.8. von
           Silvermann erhlt.
         - Ermordung von 2.500 Juden aus Nowogrudok.
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09.08.1942 Bei der Auflsung des Ghettos in Mir leisten die Juden
           bewaffneten Wiederstand. An den folgenden drei Tagen
           werden etwa 10.000 Juden aus Bedzin, Sosnowiec und
           Dabrowa festgenommen und deportiert.
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10.08.1942 Angriff der jdischen Partisaneneinheit Yeheskel Atlas
           auf eine deutsche Garnison in Deretschin.
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10.08. -
23.08.1942 "Umsiedlung" im Lemberger Ghetto. 50.000 Juden werden
           nach Belzec verschickt.
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11.08.1942 Ermordung von 2.000 Juden in Rostow.
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12.08.1942 Treffen zwischen Churchill, Stalin und Averell Harriman
           in Moskau. Das Ziel der Zerschlagung des
           Nationalsozialismus wird bekrftigt.
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12.08.1942 -
18.08.1942 Deportation von 5.000 Juden aus Bedzin und 8.000 Juden
           aus Sosnowiec nach Auschwitz.
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13.08.1942 -
14.08.1942 In Antwerpen werden Juden ohne belgische
           Staatsangehrigkeit festgenommen und ins Lager Mecheln
           verschleppt.
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13.08.1942 -
20.08.1942 Die Mehrheit der kroatischen Juden wird nach Auschwitz
           deportiert.
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15.08.1942 In Dachau werden die ersten Unterkhlungen am Menschen
           zur Klrung der Frage vorgenommen, die sich im Laufe
           des Krieges durch den Absturz von Fliegern ins Meer
           ergeben haben. Ziel ist die Erkenntnis ber zweckmige
           Schutzkleidung, es sollen auerdem verschiedene Wege
           der Wiederaufwrmung nachgeprft werden.
         - Juden aus Antwerpen werden zur Zwangsarbeit nach
           Nordfrankreich deportiert.
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16.08.1942 -
18.08.1942 Auflsung des groen Ghettos in Radom. 18.000 Juden
           werden nach Treblinka verschickt. 1.500 Menschen, die
           Wiederstand leisten werden sofort erschossen. 4.000
           Juden werden in ein Arbeitslager in Radom eingeliefert.
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20.08.1942 -
24.08.1942 Von 20.000 Juden in Kielce werden 18.000 nach Treblinka
           deportiert.
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27.08.1942 -
30.08.1942 3.000 Juden aus Ternopol werden nach Belzec verschickt.
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28.08.1942 Verhaftung von 7.000 staatenlosen Juden im unbesetzten
           Frankreich.
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02.09.1942 Als deutsche Truppen das Ghetto Lachwa einschlieen,
           bricht ein Aufstand aus. 6.000 Juden fliehen, doch die
           meiten werden aufgesprt und wenig spter gettet.
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02.09.1942 -
03.09.1942 Letzte Transporte mit belgischen Staatsbrgern von
           Antwerpen ins Lager Mecheln.
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04.09.1942 In Makedonien mssen Juden den Judenstern tragen.
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07.09.1942 Deportation von 7.000 Juden aus Kolomyja nach Belzec.
           1.000 werden bereits im Ghetto umgebracht.
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08.09.1942 Deportation von 8.000 Juden aus Tarnow nach Belzec.
           Etwa sechs Wochen spter folgen weiter 2.500 Juden.
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09.09.1942 Deportation von 2.000 Lubliner Juden nach Majdanek.
         - Massaker bei Kislowodsk, Kaukasus.
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10.09.1942 Bericht von Dr. Rascher an Himmler ber die
           Unterkhlungsversuche in Dachau:
           >Versuchsanordnung<
           Die VPn werden mit voller Fliegeruniform, Winter- und
           Sommerkombination und Fliegerhaube bekleidet ins Wasser
           gebracht. Eine Schwimmweste aus Gummi oder Kapok soll
           das Untergehen verhindern. Die Versuche wurden durchge-
           fhrt bei Wassertemperaturen zwischen 2,5 und 12 Grad
           Wrme. Bei einer Versuchsreihe war der Hinterkopf sowie
           der Hirnstamm auerhalb des Wassers, whrend bei der
           anderen Versuchsreihe der Nacken (Hirnstamm) und Hin-
           terhirn im Wasser lagen. Es wurden Unterkhlungen im
           Magen von 26,4 Grad, im After von 26,5 Grad elektrisch
           gemessen. Todesflle traten nur ein, wenn der Hirnstamm
           sowie das Hinterhirn mit unterkhlt wurden. Es fanden
           sich bei der Sektion solcher Todesflle stets innerhalb
           der Schdelkapsel grere Mengen freien Blutes, bis zu
           einem halben Liter. Das Herz zeigte regelmig
           schwerste Erweiterungen der rechten Kammer. Sobald die
           Unterkhlung bei diesen Versuchen 28 Grad erreicht
           hatte, starb die VP mit Sicherheit trotz aller Versuche
           zur Rettung. Die Wichtigkeit eines wrmespendenden
           Kopf- und Nackenschutzes bei der in Ausarbeitung
           stehenden Schaumbekleidung wurde durch den oben ge-
           schilderten Sektionsbefund eindeutig bewiesen. Als
           besondere Befunde bei allen Versuchen sind zu erwhnen:
           Starke Erhhung der Blutviskositt, starker Anstieg des
           Haemoglobins, etwa Verfnffachung der Leukozyten,
           regelmiger Anstieg der Blutzuckerwerte auf das
           Doppelte. Vorhofflattern fand sich regelmig bei 30
           Grad. Bei den Versuchen, Unterkhlte zu retten zeigte
           sich, da der schnellen Erwrmung in jedem Falle gegen-
           ber der langsamen Erwrmung der Vorzug zu geben ist,
           weil nach Herausnahme aus dem kalten Wasser die
           Krpertemperatur weiter sinkt ... Die Erwrmung durch
           animalische Wrme - Tierkrper oder Frauenkrper -
           wrde zu langsam vor sich gehen. Als Hilfsmanahmen, um
           eine Unterkhlung zu verhindern, kommen lediglich
           Verbesserungen der Fliegerkleidung in Frage. An erster
           Stelle steht der von dem Deutschen Textilforschungs-
           institut Mnchen - Gladbach hergestellte Schaumanzug in
           Verbindung mit entsprechendem Nackenschutz. Die
           Versuche haben ergeben, da sich medikamentse
           Manahmen wahrscheinlich erbrigen, wenn der Flieger
           berhaupt lebend geborgen wird.
           (Es wurden, um zu diesen Ergebnissen zu gelangen, ca.
           300 VPn bentigt, von denen ca. 100 starben. Fast alle
           wurden mehrmals fr diese Versuche verwendet.)
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10.09.1942 -
12.09.1942 Verhaftung Auslndischer Juden in Antwerpen. Sie werden
           entweder ins Lager Mecheln eingeliefert oder zur
           Zwangsarbeit nach Nordfrankreich verschleppt.
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11.09.1942 Dr. Rascher fhrt einen Film ber Menschenversuche im
           Luftfahrtministerium vor. Es sind etwa 30 - 40 hhere
           Luftwaffenoffiziere anwesend.
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12.09.1942 Die 6. Armee und die 4. Panzer-Armee der Deutschen
           erreichen die Vororte Stalingrads. Beginn der Schlacht
           um Stalingrad.
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16.09.1942 "Umsiedlung" im Ghetto Lodz beendet : 55.000 Opfer.

20.09.1942 Fritz Mller, geb. 1889, protestantischer Pfarrer, ab
           1936 Vorsitzender der 2. Vorlufigen Leitung der
           Bekennenden Kirche, ermordet (?).
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23.09.1942 O.U.Kobryn
            Batl. Gefechtsstand Mokrany. Die Aktion beginnt mit
           der Umstellung der Ortschaften, die in den frhen
           Morgenstunden beendet ist. Bei Tagesanbruch werden die
           Einwohner zusammengeholt und vom SD berprft. Nach
           Ausscheiden von einwandfrei zuverlssigen Familien
           werden befehlsgem in Borysowka 169 Mnner, Frauen und
           Kinder erschossen. Es beginnt sodann die Sicherstellung
           des Viehs, der Gerte und des Getreides.
           (Quelle: 032)
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24.09.1942 -
26.09.1942 Als die Deutschen das Ghetto von Tutschin auflsen
           wollen, kommt es zum Aufstand. Die meisten Juden knnen
           fliehen, werden aber spter aufgesprt und ermordet.
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30.09.1942 Hitler wiederholt ffentlich seine Voraussage der
           Vernichtung der Juden.
         - Der Judenrat von Ternopol weigert sich, den Deutschen
           wie befohlen 1.000 Juden zu bergeben. Die Deutschen
           und ihre Kollaborateure nehmen viele Juden fest und
           transportieren 800 nach Belzec.
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02.10.1942 Verstrkte Deportationen niederlndischer Juden.
         - Laut Befehl des RSHA drfen jdische Frauen nicht mehr
           in das KZ Ravensbrck verschickt werden.
           (Quelle/n: 207)
         - Das Oberkommando der Wehrmacht verfgt, auch
           "Wehrunwrdige" zum Kriegsdienst einzuziehen.
           (Quelle/n: 185)
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03.10.1942 "Umsiedlung" im Warschauer Ghetto beendet.
         - Um 16:00 Uhr gelingt auf dem Prfstand VI der deutschen
           Raketenversuchsanstalt Peenemnde auf der Ostseeinsel
           Usedom der Start der ersten Fernrakete der Welt. Bei
           einer Reichweite von knapp 320 km erreicht die sog. A4
           (Aggregat 4) eine Flughhe von 96 km. Zwei Jahre spter
           wird diese Rakete unter der Bezeichnung V2 erstmals bei
           der Bombardierung Londons eingesetzt.
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04.10.1942 Die deutschen Konzentrationslager werden "judenfrei" :
           alle jdischen Hftlinge werden nach Auschwitz verlegt.
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08.10.1942 Schreiben des Referenten fr Luftfahrtmedizin im RLM:
           "Auf Vorschlag von Stabsarzt Dr. Rascher wurden
           entsprechende Untersuchungen auf den Menschen
           ausgedehnt und im Einvernehmen mit Reichsfhrer-SS
           geeignete Untersuchungsmglichkeiten der SS in Anspruch
           genommen. Zur Durchfhrung der Untersuchungen wurde
           eine Versuchsgruppe >Seenot< zusammengestellt,
           bestehend aus Prof. Dr. Holzlhner als Leiter,
           Stabsarzt Dr. Rascher und Dr. Finke. Der Leiter dieser
           Versuchsgruppe hat gemeldet, da die Untersuchungen
           abgeschlossen sind."
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09.10.1942 In Lybien werden die italienischen Rassengesetze
           gltig.
         - Die Freunde und Bekannten der Familie der Anne Frank
           werden nach und nach in Westerbork interniert und
           weiterverschickt.
                                 (aus dem Tagebuch der Anne Frank)
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13.10.1942 -
21.10.1942 Deportationen von 20.000 Juden aus Piotrkow Trybunalski
           nach Treblinka. 500 knnen in die Wlder fliehen. Im
           Juli 1944 wird das Ghetto aufgelst, die berlebenden
           Juden werden in Arbeitslager oder nach Auschwitz
           verschleppt.
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16.10.1942 In Rom Festnahme von mehr als 1.000 Juden durch die
           Deutschen. Die Festgenommenen werden nach Auschwitz
           verschickt.
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18.10.1942 Das Reichsministerium bertrgt die Verantwortung fr
           Juden und Ostbrger im Reich an die Gestapo.
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21.10.1942 Brief von Dr. R. Brandt an SS Obersturmbannfhrer
           Schnitzler in Mnchen: "Teilen Sie bitte dem
           SS-Untersturmfhrer Dr. Rascher auf seine
           fernschriftliche Anfrage mit, da die seinerzeitige
           Anordnung des Reichsfhrers-SS ber die Begnadigung von
           Versuchspersonen nicht fr Polen und Russen gilt."
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24.10.1942 Aus einem Brief Himmlers an Dr. Rascher:
           "... sehr neugierig bin ich auf die Versuche mit
           animalischer Wrme ...
           ... Leute die heute noch diese Menschenversuche
           ablehnen, lieber dafr aber tapfere, deutsche Soldaten
           sterben lassen, sehe ich als Hoch- und Landesverrter
           an ...".
           (Fr diese animalische Aufwrmung wurden vier Frauen
           aus dem KZ Ravensbrck nach Dachau in Marsch gesetzt.)
         - Als Vergeltung fr das Attentat an Heydrich werden in
           Mauthausen 252 Freunde und Verwandte von Einwohnern
           Lidices ermordet.
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25.10.1942 Deportation von 1.800 Lubliner Juden nach Majdanek.
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26.10. +
27.10.1942 Auf einer vom Inspekteur des Sanittswesens der
           Luftwaffe in Nrnberg anberaumten Besprechung ber
           "rztliche Fragen bei Seenot und Winternot" wird ein
           Bericht der Gruppe Holzlhner - Rascher - Finke ber
           die Klteversuche vorgetragen. Obwohl sich die ca.100
           Teilnehmer (55 Angehrige der Luftwaffe, 12 Vertreter
           des Heeres, 4 Vertreter der Marine, 4 Vertreter der
           Waffen-SS, 19 Zvilisten - also Universtittsprofessoren
           u. a.) der Tagung darber im Klaren sein mssen, da
           hier Menschenversuche, auch mit Todesfolge,
           vergenommen wurden, hat, wie aus den
           Sitzungsprotokollen zu entnehmen ist, keiner der zum
           Teil nahmhaften anwesenden Wissentschaftler dagegen
           Stellung bezogen, oder gar gegen die Zwangsrekrutierung
           der VPn aus dem KZ Dachau.
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27.10.1942 Wieder findet in Eichmanns Referat IV B eine
           "Sterilisationskonferenz" statt. Die Einzelheiten ber
           die Sterilisierung von Mischlingen I. Grades werden
           festgelegt. Danach wird Kindern mit einem jdischen
           Elternteil die "Wahl" gelassen sich sterilisieren oder
           in ein Konzentrationslager einweisen zu lassen.
           (Quelle/n: 032 u.a.)
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27.10.1942 -
28.10.1942 Deportation von 7.000 Krakauer Juden nach Belzec, 600
           werden noch in Krakau ermordet.
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28.10.1942 Der erste Teil der "Aktion Reinhard" ist beendet: die
           polnischen Juden sind in ber 50 Ghettos interniert.
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29.10.1942 -
01.11.1942 Massenexekution fast aller Juden in Pinsk : 16.000
           Opfer.
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00.11.1942 -
00.12.1942 Beginn der Kontaktsuche der Weien Rose zu anderen
           Widerstandsgruppen, bzw. Bemhungen, die Aktivitt der
           Weien Rose auch in andere Stdte auszudehnen.
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01.11.1942 Beginn der Deportationen von Juden aus dem Bezirk
           Bialystock nach Treblinka.
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02.11.1942 Die Deutschen verlieren El Alamein an britische
           Truppen.
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05.11.1942 Bericht von Dr. Rascher ber die vier Frauen aus dem KZ
           Ravensbrck:
           "... eine der zugewiesenen Frauen zeigte einwandfrei
           nordische Merkmale ...
           ... es wiederstrebt meinem rassischen Empfinden, ein
           Mdchen, das dem ueren nach rein nordisch ist, als
           Bordellmdchen rassisch minderwertigen KZ-Elementen
           zu berlassen ...".
         - SS-Gruppenfhrer Werner Best wird
           Reichsbevollmchtigter in Dnemark.
         - Bruno Streckenbach (Nachfolger von Dr. Best im Amt I
           RSHA) schickt eine Schnellbrief an alle Sipo- und
           SD-Dienststellen ber die "Strafrechtspflege gegen
           Polen und Angehrige der Ostvlker". Danach soll auf
           die Durchfhrung ordentlicher Strafverfahren verzichtet
           werden und die unmittelbare Auslieferung an die Henker
           erfolgen.
           (Quelle: 032)
         - Alle KZ im Reich sollen Judenfrei sein. Alle Juden
           werden nach Auschwitz und Lublin verlegt.
           (Quelle/n: 207)
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08.11.1942 Beginn der Landung amerikanischer und britischer
           Verbnde in Nordafrika. Beginn der Operation "Torch".
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09.11.1942 Besetzung Tunesiens durch deutsche und italienische
           Truppen.
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11.11.1942 Besetzung Sdfrankreichs durch Deutsche und Italiener.
         - Deportation von 4.000 Juden aus Kolomyja nach Belzec.
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18.11.1942 Auf Befehl der Deutschen sollen sich in Przemysl 8.000
           Juden zur Deportation einfinden, doch nur 3.500 leisten
           der Aufforderung Folge, weitere 500 werden in
           Verstecken aufgesprt. Diese 4.000 Juden werden nach
           Belzec deportiert.
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18.11.1942 -
12.01.1943 Ermordung von etwa 15.000 Juden im Ghetto von Lemberg.
           Im Januar wird das Ghetto zum Julag (Judenlager).
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19.11.1942 Beginn der sowjetischen Gegenoffensive bei Stalingrad.
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20.11.1942 Deportation von 980 Mchner Juden nach Riga.
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24.11.1942 Rabbiner Stephen S. Wise gibt die Informationen aus dem
           Riegner-Telegramm an die Presse weiter.
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25.11.1942 Erste Judendeportation aus Norwegen nach Auschwitz.
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27.11.1942 Aus Furcht vor einem bergang der im Hafen von Toulon
           liegenden franzsischen Kriegsflotte auf die Seite der
           Alliierten gibt Hitler den Befehl, den Kriegshafen in
           einem Handstreich zu besetzen. Als die deutschen
           Truppen in Toulon eindringen, versenken die Franzosen
           ihre Schiffe selbst, um sie nicht in deutsche Hnde
           fallen zu lassen.
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01.12.1942 Die Geschwister Scholl beziehen eine gemeinsame Wohnung
           in der Franz-Joseph-Strae 13 in Mnchen-Schwabing.
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02.12.1942 Die mittlerweile nach Chikago verlegte Gruppe um Fermi
           und Szilard kann die erste kontrollierte Kettenreaktion
           auf dem Campus der Universitt starten.
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04.12.1942 Grndung der Zegota (Hilfsrat der Juden) in Polen.
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06.12.1942 Auf Befehl der deutschen Behrden mu die jdische
           Fhrung in Tunesien 2.000 Juden fr Zwangsarbeit
           bereitstellen. Schlielich sind es 5.000 Personen, die
           in Arbeitslagern interniert werden.
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10.12.1942 Die polnische Exilregierung fordert die Alliierten zu
           Vergeltungsmanahmen fr die Ermordung von
           Zivilpersonen, insbesondere Juden, auf.
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16.12.1942 Errichtung eines Ghettos in Charkow. Drei Wochen spter
           werden in der Schlucht: Drobizki Jar - 15.000 Juden
           ermordet.
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17.12.1942 Die Alliierten versprechen feierlich, die Ausrottung
           der Juden zu shnen.
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23.12.1942 Ermordung der letzten Juden in Pinsk.
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00.01.1943 Skandal im Deutschen Museum auf Grund von beleidigenden
           uerungen des Gauleiters Giesler gegenber den
           Studentinnen.
         - Es wird eine "Entwicklungskommission fr das
           Fernschieen" gegrndet.
         - Ende des Monats - Die Gestapo setzt eine
           Sonderkommission der Kriminalpolizei zur Auffindung der
           Weien Rose ein.
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01.01.1943 Hollndische Juden drfen keine privaten Bankkonten
           mehr haben, das gesamte Jdische Geldvermgen wird auf
           ein Gesamtkonto eingezahlt.
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06.01.1943 Fritz Sauckel, Gauleiter, Reichsstatthalter und
           "Generalbevollmchtigter fr den Arbeitseinsatz",
           fordert in einer Tagung in Weimar die Angehrigen
           seiner Arbeitseinsatzstbe auf, die letzten
           Leistungsreserven zu mobilisieren.
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08.01.1943 In den letzten 2 Monate haben die Allierten in
           Nordafrika 1 Mill. Tonnen Material, 400.000 Mann und
           40.000 Fahrzeuge gelandet.
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09.01.1943 Die chinesische Nationalregierung, die eng mit Japan
           zusammenarbeitet (Nanking-China), erklrt
           Grobritannien und den USA den Krieg.
         - Das Programm "Stahlknecht" sieht vor, da monatlich
           etwa 300 A-4-Raketen (V2) produziert werden.
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10.01.1943 Hitler empfngt den rumnschen Staatschef Ion
           Antonescu. (Anla sind verm. die zwei in Stalingrad
           eingeschlossenen rumnischen Armeen...)
         - Eine Anordnung von Speer erklrt das A-4-Programm zur
           "total geschtzten" Fertigung. Dadurch darf kein
           Arbeiter aus den beteiligten Firmen zum Kriegsdienst
           herangezogen werden.
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11.01.1943 General Alexander, Kommandeur der britischen
           Streitkrfte im Nahen Osten erklrt: "Mussolinis
           nordafrikanisches Reich existiert nicht mehr".
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12.01.1943 Unter der Nummer 638 wird Else Ury mit der "Welle XL"
           nach Auschwitz deportiert. Wie und wo sie gestorben
           ist, bleibt unklar.
         - Nachdem die Front in Sdruland zusammengebrochen ist,
           mssen die deutschen Truppen (Heeresgruppe A) den
           Kaukasus mit Ausnahme des Kuban-Brckenkopfes rumen.
           Die 2. ungarische Armee wurde vernichtet.
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13.01.1943 Deportation von 1.500 Juden aus Radom nach Treblinka.
         - Vervielfltigung des kurz zuvor von Hans Scholl
           verfaten und von Kurt Huber redigierten fnften
           Flugblatts der Weien Rose. Verbreitung per Post und
           Bahn in anderen sdeutschen Stdten sowie - Ende Januar
           - durch Ausstreuen in der Mnchner Innenstadt.
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14.01.1943 -
24.01.1943 Konferenz von Casablanca: Roosevelt und Churchill
           erklren die bedingungslose Kapitulation Deutschlands
           zum Hauptkriegsziel.
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15.01.1943 Im Ministerium fr Bewaffnung und Munition (Leitung A.
           Speer) grndet sich der "Sonderausschu A 4" unter der
           Leitung von Gerhard Degenkolb. Ziel: Zulieferung und
           Endmontage der A4 (V2) vorzubereiten und zu steuern und
           alle beteiligten Betriebe (etwa 800) in das Programm zu
           integrieren.
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18.01.1943 Der sowjetischen Armee gelingt es, bei Schlsselburg,
           den deutschen Belagerungsring um Leningrad zu sprengen.
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18.01.1943 -
22.01.1943 Erster Wiederstand gegen die Deportation im Warschauer
           Ghetto. Deportation und Ermordung von mehr als 5.000
           Warschauer Juden.
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20.01.1943 -
26.01.1943 Transporte aus dem Ghetto Theresienstadt nach
           Auschwitz.
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23.01.1943 In Lybien befreien britische Verbnde die Stadt
           Tripoli.
         - Hitler verbietet Paulus in Stalingrad zu kapitulieren.
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27.01.1943 Erster Tagesangriff durch die amerikanische Luftwaffe
           auf Deutschland. Die Stadt Wilhemshaven wird
           bombardiert.
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28.01.1943 Alle Mnner zwischen 16 und 65 Jahren sowie alle Frauen
           zwischen 17 und 45 Jahren mssen sich einem Einsatz
           durch den Staat zur Verfgung stellen.
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30.01.1943 Groadmiral Erich von Raeder gibt den Oberbefehl ber
           die Kriegsmarine ab und wird deren Admiralinspekteur.
           Sein Nachfolger wird der Befehlshaber ber die
           U-Boot-Flotte, Admiral Karl Dnitz, der gleichzeitig
           zum Groadmiral ernannt wird.
         - Japan kndigt an, noch im Laufe diesen Jahres Burma die
           Unabhngigkeit gewhren zu wollen.
         - Goebbels ruft den totalen Krieg aus.
         - Kaltenbrunner wird "Chef des Sicherheitsdienstes SD".
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31.01.1943 Ende der Schlacht um Stalingrad.
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00.02.1943 Chinesische Truppen der Nanking-Regierung treten an
           der Seite der Japaner gegen Truppen aus Tschungking -
           China an, was etwa einem Brgerkrieg in China
           gleichkommt.
         - Anfang des Monats verhandelt Referatsleiter Hettlage
           (Ministerium Speer) mit Oberst Dornberger (Kommandeur
           der Heeresversuchsanstalt Peenemnde) ber das als
           Endmontage-Leitbetrieb vorgesehene Heeresversuchswerk
           Karlshagen in Pommern.
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01.02.1943 Hitler ernennt die Generalobersten v. Kleist, v. Weichs
           und v. Busch zu Generalfeldmarschllen.
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02.02.1943 Kapitulation von 91.000 deutschen Soldaten unter
           Generalfeldmarschall Friedrich von Paulus in
           Stalingrad.
           (Quelle/n: 241 u.a.)
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03.02.1943 Das Oberkommando der Wehrmacht meldet das Ende der
           Kmpfe in Stalingrad.
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03.02.1943 zum
04.02.1943 Hans Scholl, Alexander Schmorell und Willi Graf (Weie
           Rose) bringen in der Nacht in Mnchen antinazistische
           Mauerparolen an.
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04.02.1943 Geschfte fr Artikel, die nicht lebensnotwendig sind,
           werden weitgehend geschlossen.
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05.02.1943 Kommandobefehl des Kommandeurs der Sicherheitpolizei
           und des SD in Weiruthenien:
           "Am 8. und 9. Februar wird in der Stadt Sluzk vom
           hiesigen Kommando die Umsiedlung der hiesigen Juden
           vorgenommen. An der Aktion nehmen die unten namentlich
           angefhrten Angehrigen des Kommandos sowie rund 110
           Angehrige der lettischen Freiwilligenkompanie teil ...
           Auf dem Umsiedlungsgelnde befinden sich 2 Gruben. An
           jeder Grube arbeitet je eine Gruppe von 10 Fhrern und
           Mnnern, die sich alle 2 Stunden ablsen ...
           Als Patronenausgeber auf dem Umsiedlungsgelnde sind
           zustndig ..."
         - In Anbetracht der angespannten Kriegslage rumt der
           japanische Reichstag seinem Ministerprsidenten Tojo
           diktatorische Vollmachten ein.
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05.02.1943 -
12.02.1943 Erste "Umsiedlung" in Bialystok. Die Juden leisten
           bewaffneten Wiederstand. Ermordung von 2.000 Juden in
           Bialystock. 10.000 Juden werden nach Treblinka
           verschickt.
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08.02.1943 Nach monatelangem Kampf geben die Japaner Salomonen -
           Insel Guadalcanal auf.
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08.02.1943 zum
09.02.1943 Hans Scholl, Alexander Schmorell und Willi Graf (Weie
           Rose) bringen in der Nacht in Mnchen antinazistische
           Mauerparolen an.
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11.02.1943 "Hhere Schler" werden als Luftwaffenhelfer
           herangezogen. Der Einsatz soll nach Mglichkeit am
           Wohnort erfolgen, der Unterricht soll fortgefhrt
           werden.
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13.02.1943 Die Juden im tunesischen Djerba werden zu einer Zahlung
           von 10 Millionen Francs an die deutschen Behrden
           gezwungen.
         - Auf Hitlers Veranlassung wird bei Familien, die 5 oder
           mehr Shne haben, ein Sohn vom Kriegsdienst
           zurckgestellt, um die Existenz und den Fortbestand der
           Familie zu sichern.
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14.02.1943 Kurt Huber (Weie Rose) entwirft das sechste und letzte
           Flugblatt.
         - Deutsche Truppen stoen von Tunesien nach Algerien vor,
           um den Aufmarsch alliierter Truppen zu unterbinden.
           Nach 10 Tagen wird diese Offensive erfolglos
           abgebrochen.
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15.02.1943 Fertigstellung und Versand des sechsten Flugblatts der
           Weien Rose.
         - Das franzsische Schlachtschiff "Richelieu", das 1940
           in Dakar von britischen Schiffen schwer beschdigt
           worden war, ist zur Reparatur in New York eingetroffen.
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15.02.1943 zum
16.02.1943 Hans Scholl, Alexander Schmorell und Willi Graf (Weie
           Rose) bringen in der Nacht in Mnchen antinazistische
           Mauerparolen an.
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18.02.1943 Hans und Sophie Scholl werden in der Universitt beim
           Ausstreuen von Flugblttern berrascht und
           festgenommen.
         - Aufruf des Propagandaminsters Goebbels im Berliner
           Sportpalast zum "Totalen Krieg"!
         - Hitler stiftet das Kampfabzeichen "Afrika" als
           rmelband.
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19.02.1943 Christoph Probst (Weie Rose) wird in Insbruck
           verhaftet.
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20.02.1943 Die Geschwister Scholl und Christoph Probst werden
           wegen des Vertreibens von Flugblaettern verhaftet.
           (Quelle: 241)
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21.02.1943 Generaloberst Heinz Guderian wird zum Generalinspekteur
           der Panzerwaffe ernannt.
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22.02.1943 Christoph Probst, geb. 1919, 1942 -1943 Student der
           Medizin, als Widerstandskmpfer der "Weien Rose" zum
           Tode verurteilt und im Gefngnis Mnchen Stadelheim mit
           dem Fallbeil hingerichtet.
         - Hans Scholl, geb. 1918, ab 1941 Student der Medizin an
           der Universitt Mnchen, als Widerstandskmpfer der
           "Weien Rose" zum Tode verurteilt und im Gefngnis
           Mnchen Stadelheim mit dem Fallbeil hingerichtet.
         - Sophie Scholl, geb. 1921, ab 1942 Studentin der
           Biologie und Philosophie an der Universitt Mnchen,
           als Widerstandskmpferin der "Weien Rose" zum Tode
           verurteilt und im Gefngnis Mnchen Stadelheim mit dem
           Fallbeil hingerichtet.
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23.02.1943 Zusammenfassung der deutschen und italienischen Truppen
           in Tunesien zur Heeresgruppe Afrika.
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24.02.1943 Errichtung des Ghettos in Saloniki.
         - Beisetzung der Geschwister Scholl und des Christoph
           Probst unter Gestapo-Aufsicht und Abschirmung auf dem
           Perlacher Friedhof.
         - Alexander Schmorell (Weie Rose) verhaftet.
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26.02.1943 Ankunft der ersten Transporte von Sinti und Roma in
           Auschwitz. Sie werden in einem besonderen
           Lagerabschnitt, dem sogenannten Zigeunerlager
           untergebracht.
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27.02.1943 Deportation der jdischen Rstungsarbeiter aus Berlin
           nach Auschwitz.
         - Kurt Huber (Weie Rose) verhaftet. Zusammen mit seiner
           Familie werden auch die Angehrigen der anderen
           Tatbeteiligten in Sippenhaft genommen. Der
           Wehrmachtsangehrige Werner Scholl wird nicht
           verhaftet.
         - Die "Wohnraumlenkung" verpflichtet die Wohnungsinhaber
           zur Meldung freien Wohnraumes.
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29.02.1943 Auflsung des Ghettos in Kolomyja. Ermordung von 2.000
           Juden.
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04.03.1943 -
09.03.1943 Festnahme fast aller 4.000 Juden im bulgarischen Teil
           Thrakiens. Sie werden nach Treblinka verschickt.
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04.03.1943 Demonstrationen in der Berliner Rosenstrasse, meist von
           Frauen, gegen die Verhaftung und Deportation ihrer
           jdischen Eheleute und Kinder, die am 6. Mrz mit
           deren Entlassung enden.
           (Quelle: 241)
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06.03.1943 Westlich von Charkow bringt ein deutscher Gegensto die
           Sowjets zum stehen. Diese hatten Rostow, Charkow und
           Kursk zurckerobert.
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09.03.1943 Der britische Luftfahrtminister, Archibald Sinclair,
           erklrt, da die Alliierten die Hlfte der deutschen
           und die gesamte italienische Luftflotte binden. Sie
           haben die Luftberlegenheit ber ihren Fronten
           errungen. Die deutsche Luftwaffe hat bisher 65.000 von
           78.000 Flugzeugen verloren. Die Verluste an Piloten und
           Maschinen knnen nicht mehr ausgeglichen werden.
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10.03.1943 Fr Beamte wird die 56-Stunden-Woche eingefhrt.
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11.03.1943 Konzentration von 7.341 makedonischen Juden in Skopje.
           Die meisten werden wenig spter nach Treblinka
           deportiert.
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13.03.1943 Auflsung des Ghettos Krakau (?). Deportation von 2.000
           Juden aus Krakau nach Plaszow.
         - Das erste der neuen Krematorien in Auschwitz wird
           erffnet.
         - Miglcktes Attentat auf Hitler durch Offiziere der
           Heeresgruppe Mitte in Ruland.
         - Die SS grndet die "Ostindustrie GmbH" zur Ausbeutung
           jdischer Zwangsarbeiter im Generalgouvernement.
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14.03.1943 Deportation von 2.300 Krakauer Juden nach Auschwitz.
           700 werden in Krakau erschossen.
         - Deutsche Truppen rcken wieder in Charkow ein, die
           sowjetische Front kann aber nicht eingedrckt werden.
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15.03.1943 Beginn (?) der Deportationen aus Saloniki und Thrazien.
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17.03.1943 Ermordung von 1.500 Juden aus Lemberg. 800 werden nach
           Auschwitz deportiert.
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19.03.1943 Die italienischen Streitkrfte mdssen vor der
           britischen Offensive in Sdtunesien weichen.
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20.03.1943 -
18.08.1943 Ankunft von Transporten aus Saloniki in Auschwitz.
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21.03.1943 Aus Anla des Heldengedenktages hlt Hitler eine Rede
           im Berliner Zeughaus, in der u. a. die Verluste der
           deutschen Wehrmacht an Toten auf 542.000 Mann
           beziffert.
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04.04.1943 Dr. Rascher berichtet Himmler:
           "Die Frage der Rettung an der Luft Erfrorener ist
           inzwischen auch geklrt worden, da in Dachau
           Gottseidank auch nochmal starkes Frostwetter eintrat.
           Einzelne Leute waren 14 Stunden bei -6 Grad im Freien,
           erreichten eine Innentemperatur von 25 Grad mit
           peripheren Erfrierungen und konnten alle durch ein
           heies Bad gerettet werden".
           Aus den Zeugenaussagen zum Nrnberger rzte-Proze
           ber "Trockenfrierversuche":
           "... es wurden abends Hftlinge auf der Bahre ins Freie
           gestellt, mit einem Leinentuch zugedeckt und stndlich
           mit einem Kbel kalten Wasser bergossen...
           ... sagte Dr. Rascher, es wre verkehrt, die
           Betreffenden mit einem Leinentuch zuzudecken ...
           ... anfnglich hatte Dr. Rascher verboten, die Versuche
           mit Narkose zu machen, aber die VPn haben dermaen
           geschrien, da es fr Dr. Rascher unmglich war, die
           Versuche ohne Narkose zu machen...".
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07.04.1943 Die Alliierten kesseln die deutsch-italienischen
           Truppen in Nordtunesien ein.
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08.04.1943 -
09.04.1943 Ermordung von 1.000 Juden bei Ternopol.
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10.04.1943 Schreiben des SS-Obersturmbannfhrers Dr. Brandt vom
           persnlichen Stab des Reichsfhrers-SS an den
           Inspekteur fr Statistik Pg. Korherr beim
           Reichsfhrer-SS:
           "Der Reichsfhrer-SS hat Ihren statistischen Bericht
           ber "Die Endlsung der europischen Judenfrage"
           erhalten. Er wnscht, da an keiner Stelle von
           "Sonderbehandlung der Juden" gesprochen wird. Auf Seite
           9 mu es folgendermaen heien: "Transportierung von
           Juden aus den Ostprovinzen nach dem russischen Osten:
           Es wurden durchgeschleust ...
           durch die Lager im Generalgouvernement ...
           durch die Lager im Warthegau ..."
           eine andere Formulierung darf nicht genommen werden."
           (... zu den Vorgngen: Enttarnung der bisher blichen
           Begriffe "Endlsung" und "Sonderbehandlung" durch den
           Gebrauch der Begriffe an sich und deren Hufigkeit ...)
         - Goebbels hlt in Essen eine Rede, um eine Sadt
           auszuzeichnen, die durch Bombenangriffe schwer
           geschdigt worden ist.
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11.04.1943 Sonderbefehl fr den Schuwaffengebrauch bei der
           Bewachung des Ghettos Litzmannstadt

           Gem. Ziffer 9 der Sonderanweisung des Herrn
           Polizeiprsidenten fr den Verkehr mit dem Ghetto
           (Verfg. S 1a vom 10.5.40) ist bei jedem Versuch eine
           jdischen Ghettoeinwohners, auf irgendeine Weise das
           Ghetto unerlaubt zu verlassen, sofort von der
           Schuwaffe Gebrauch zu machen. Mit Zustimmung des Herrn
           Polizeiprsidenten ordne ich hierzu ergnzend folgendes
           an:
           1.) Die Verletzung Unbeteiligter ist beim Gebrauch der
               Schuwaffe leicht mglich, mu aber vermieden
               werden.
           2.) Jede Person, die sich von auen lediglich in
               verdchtiger Weise dem Zaun nhert, ist mit "Halt!"
               anzurufen. Erst wenn die angerufene Person auf den
               "Halt!"-Ruf nicht stehen bleibt oder versucht zu
               fliehen, wird geschossen.
           3.) Jeder Jude, der versucht, den Ghettozaun zu
               durchkriechen oder zu berklettern oder das Ghetto
               auf sonstige Weise unberechtugte Weise verlassen
               will, wird ohne Anruf erschossen.
           4.) Jeder Jude, der irgendwelche Schmuggelwaren oder
               Geld ber den Zaun wirft oder ber den Zaun
               geworfene Gegenstnde in Empfang nimmt, wird, wenn
               er unmittelbar dabei angetroffen wird, ohne Anruf
               erschossen.
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13.04.1943 Endteckung von Massengrbern bei der weirussischen
           Stadt Katyn. Dort war es 1940 zu einem Massaker an
           polnischen Offizieren durch die Sowjets gekommen.
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15.04.1943 Italien erklrt Sardinien, Sizilien und weiter kleine
           Inseln zum militrischen Operationsgebiet.
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16.04.1943 Der Reichsfhrer-SS, Heinrich Himmler, besichtigt
           Peenemnde und zeigt groes Interesse an der A4 (V2).
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19.04.1943 Prof. Kurt Huber, Alexander Schmorell und Willi Graf
           werden wegen ihrer Ttigkeit fr die "Weie Rose" im
           zweiten Proze vor dem Mnchner Volksgerichtshof zum
           Tode verurteilt. Es werden auerdem zehn Haftstrafen zu
           zehn Jahren Zuchthaus ausgesprochen.
         - Amtsleiter Biebow, Ghettoverwaltung, an den Oberbrger-
                                         meister von Litzmannstadt
           Betrifft: Ernhrung der Juden
           Wie Ihnen der Unterzeichnete bereits mndlich erklrte,
           ist die Ernhrungslage der Juden in der jetzigen Form
           nicht mehr zu verantworten, weil andernfalls ein
           Absinken der Leistung zum Schaden der Wehrmacht
           eintreten wrde. In den Werksttten und Fabriken, in
           denen wegen Mangel an Fachkrften zwlfstndige
           Arbeitszeit eingefhrt worden ist (Tag- und
           Nachtschichten), brechen bereits die Arbeiter,
           insbesondere die, die eine stehende Ttigkeit ausben,
           an ihren Werkpltzen zusammen.
           Bei der letzten Evakuierung im September 1942 sind alle
           Kranken und Gebrechlichen Juden ausgesiedelt worden.
           Trotzdem betrgt die Sterblichkeit seit diesem
           Zeitpunkt bis zum 31.3.43 4.658.
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19.04.1943 -
30.04.1943 Bermuda Konferenz: Vertreter Grobritanniens und der
           USA beraten ber die Rettungsmglichkeiten der
           Flchtlinge aus dem besetzten Europa,ohne jedoch
           entscheidende Vorschlge machen zu knnen.
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19.04. -
16.05.1943 Aufstand und Vernichtung des Warschauer Ghettos.
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22.04.1943 In Zukunft erhalten alle, die in der Heimat bei
           Luftangriffen verletzt werden, genauso wie die Soldaten
           an der Front das Verwundetenabzeichen.
         - Japan gibt bekannt, da es amerikanische Bomberpiloten,
           die am 18.04.1942 Tokio angegriffen haben und dabei in
           Gefangenschaft geraten sind, verurteilt und
           hingerichtet hat, weil sie Zivilpersonen gettet
           htten.
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25.04.1943 Kurt Freiher von Hammerstein-Equord, geb. 1878,
           Generaloberst, 1930 - 1934 Chef der Heeresleitung, 1939
           Chef einer Heeresgruppe im Westen, ist gestorben.
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02.05.1943 Viktor Lutze, geb. 1890, ab 1925 SA-Fhrer im
           Ruhrgebiet, ab 1930 in Hannover, 1933 - 1941
           Oberprsident von Hannover, 1934 - 1943 Stabschef der
           SA, tdlich verunglckt.
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04.05.1943 Reichsleiter Baldur v. Schirach benennt im Auftrag
           Hitlers eine Division "Reichsgrenadier-Division Hoch-
           und Deutschmeister". Die ursprngliche Division wurden
           in Stalingrad aufgerieben.
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05.05.1943 Die Alliierten beginnen die letzte Offensive in
           Nordafrika.
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05.05.1943 -
10.05.1943 Die letzten beiden Transporte kroatischer Juden gehen
           nach Auschwitz.
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07.05.1943 Nach einer "Aktion" in Nowogrudok bleiben nur noch 233
           von rsprnglich mehr als 7.000 Juden am Leben. Drei
           Wochen spter knnen etwa 100 berlebende fliehen und
           sich Partisaneneinheiten anschlieen.
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08.05.1943 Bei den Kmpfen im Warschauer Ghetto werden Mordechai
           Anielewicz und ander fhrende Ghettokmpfer in einem
           Bunker in der Mila Strae 188 (18 ?)gettet.
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11.05.1943 Hitler ruft Generalfeldmarschall Erwin Rommel, den
           Fhrer des Afrika-Korps aus Afrika zurck, da dessen
           Gesundheitszustand schlecht sei, und verleiht ihm bei
           dieser Gelegenheit das Eichenlaub mit Schwertern und
           Brillanten.
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11.05.1943 -
27.05.1943 Weitere Konferenz in Washington zwischen Churchill und
           Roosevelt.
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12.05.1943 Kapitulation der Streitkrfte in Nordafrika.
         - Samuel Zygelbojm, ein jdischer Vertreter der
           polnischen Exilregierung in London, begeht Selbstmord,
           um damit seine Solidaritt mit den jdischen
           Widerstandskmpfern in Warschau und seinen Protest
           gegen das Schweigen der Weltffentlichkeit angesichts
           des Schicksals der Juden im besetzten Europa
           auszudrcken.
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13.05.1943 Befreiung Tunesiens durch die Alliierten. Die
           Alliierten nehmen die letzten deutschen (130.000) und
           italienischen (120.000) Truppen in Nordafrika gefangen.
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16.05.1943 SS-Brigadefhrer Jrgen Stroop, Leiter der "Groaktion
           Ghetto" meldet nach Berlin: "Es gibt keinen jdischen
           Wohnbezirk in Warschau mehr. Die Gesamtzahl der
           Vernichteten Juden betrgt insgesamt 56.065!"
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17.05.1943 Britische Flugzeuge zerstren die Eder- und
           Mhnetalsperre. In den Fluten kommen ber 700 Menschen
           ums Leben.
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19.05.1943 Grobritannien erklrt offiziell, da Rom keine offene
           Stadt sei und, wenn notwendig, bombardiert werde.
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24.05.1943 Admiral Dnitz beendet die Schlacht im Atlantik,
           nachdem der Verlust an deutschen U-Booten zu gro
           geworden ist. (Im Mai: 43 verlorene U-Boote)
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27.05.1943 Seit dem Kriegseintritt Italiens (10.06.1940) wurden
           ber dem Mittelmeer fast 6.000 alliierte Flugzeuge
           abgeschossen.
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29.05.1943 Die Amerikaner beginnen mit der Rckeroberung der
           Aleuten-Inseln.
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29.05.1943 -
30.05.1943 In der Nacht findet ein schwerer Luftangriff auf
           Wuppertal statt.
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30.05.1943 Um zu beweisen, da durch Luftangriffe keineswegs nur
           militrische Ziele getroffen werden, gibt Deutschland
           bekannt, da im Reich bisher ber 1.100 Schulen, ber
           300 Krankenhuser und ber 600 Kirchen zerstrt oder
           schwer beschdigt wurden.
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00.06.1943 Die "Reichsvereinigung der Juden in Deutschland" wird
           auf Befehl Himmlers aufgelst und das Vermgen
           eingezogen.
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01.06.1943 Beginn der Endgltigen Auflsung des Ghettos in
           Lemberg. Als die Juden Wiederstand leisten, werden
           3.000 ermordet, 7.000 werden nach Janowska verschleppt.
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09.06.1943 Die Alliierten erklren offiziell, da die
           Vorbereitungen fr eine Invasion Italiens abgeschlossen
           sind.
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11.06.1943 Himmler befiehlt die Liquidierung aller polnischen
           Ghettos. Durch Erla vom 21.07.1943 auf die Sowjetunion
           ausgedehnt.
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16.06.1943 Der japanische Ministerprsident Tojo kndigt vor dem
           Reichstag die Unabhngigkeit fr die Philippinen an.
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18.06.1943 Goebbels besucht die von einem schweren Luftangriff
           getroffene Stadt Dsseldorf und nimmt anschlieend an
           der Totenfeier fr die Opfer des Luftangriffs auf
           Wuppertal in der Nacht vom 29.05.1943 zum 30.05.1943
           teil.
         - Der indische Nationalistenfhrer Subhas Chandra Bose
           trifft in Japan ein.
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20.06.1943 Auflsung des Ghettos in Ternopol. Von wenigen
           Arbeitskrften abgesehen werden alle Juden in der Stadt
           und in der nheren Umgebung umgebracht.
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21.06.1943
27.06.1943 Liquidierung des Lemberger Ghettos : 20.000 Menschen.
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25.06.1943 Aufstand und Vernichtung des Ghettos Tschenstochau.
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28.06.1943 Der Reichsfhrer-SS, Heinrich Himmler, besucht erneut
           Peenemnde. Bis zu diesem Zeitpunkt hat die SS noch
           keinerlei Einflu auf Projekt und Fertigung der A4
           (V2).
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30.06.1943 Bericht des SS- und Polizeifhrers im Distrikt
           Galizien, SS-Brigadefhrer Friedrich Katzmann (Adressat
           unbekannt):
           "...
           In der Zwischenzeit wurde die Aussiedlung energisch
           betrieben, so da mit Wirkung vom 23.06.1943 smtliche
           Judenwohnbezirke aufgelst werden konnten. Der Distrikt
           Galizien ist damit, bis auf die Juden, die sich in
           unter Kontrolle des SS- und Polizeifhrers stehenden
           Lagern befinden, judemfrei. Noch vereinzelt
           aufgegriffene Juden werden von den jeweiligen
           Ordnungspolizei- und Gendarmerieposten sonderbehandelt.
           ..."
           Die Gesamtzahl der "ausgesiedelten" und
           "sonderbehandelten" Juden aus dem Distrikt Galizien
           beziffert Katzmann mit 430.329.
         - Die Amerikaner landen auf Neuguinea.
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00.07.1943 Saur (Stellvertreter Speer) ordnet eine Besprechung
           Sawatzki (Direktor Henschel-Werke) mit Degenkolb an, um
           die Plne fr ein einzurichtendes Leitwerk im A4-
           Projekt zu besprechen. Danach begibt sich Sawatzki mit
           mehr als 1.500 Spezialisten nach Peenemnde/Karlshagen
           um die Endmontage der A4 (V2) vorzubereiten.
         - Mit Beginn dieses Monats wird der Aufbau eines
           sogenannten Mittelwerkes fr die Montage der A4 (V2)
           erwogen, das neben dem Leitbetrieb Karlshagen, dem
           Sdwerk (Wiener-Neustadt und Friedrichshagen) sowie dem
           Ostwerk in Riga ohne Beeintrchtigung durch alliierte
           Luftangriffe reibungslos die Kriegsproduktion
           durchfhren kann. Die Produktion jedes Teils der A4
           (V2) soll in drei verschiedenen Betrieben erfolgen,
           ebenso die der Baugruppen und schlielich auch die
           Endmontage.
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01.07.1943 13. Verordnung zum Reichsbrgergesetz : Unterstellung
           aller Juden im Reich unter Polizeirecht.
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02.07.1943 Das A4-Programm wird in die hchste Dringlichkeitsstufe
           eingereiht. Es ehlt die Bezeichnung D E 12.
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03.07.1943 Zur Erinnerung an den mehrmonatigen Kampf im Raum
           Demiansk erhalten die Teilnehmer den
           "Demiansk-Schild".
         - Energie wird rationalisiert.
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04.07.1943 Der indische Nationalistenfhrer Subhas Chandra Bose
           bildet in Singapore eine provisorische "Regierung des
           freien Indiens".
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05.07.1943 Himmler ordnet die Umwandlung des Vernichtungslagers
           Sobibors in ein Konzentrationslager an. Diese findet
           jedoch nicht statt.
         - Hitler versucht durch die Operation "Zitadelle" die
           sowjetischen Truppen bei Kursk einzukesseln.
         - Japan gesteht Thailand Gebietserweiterungen auf Kosten
           Burmas und Malayas zu.
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07.07.1943 Generalmajor Dornberger und Dr. Wernher von Braun
           (Technischer Direktor der Heeresversuchsanstalt
           Peenemnde) werden in das Fhrerhauptquartier
           "Wolfsschanze" gerufen. Hitler erwartet entscheidende
           Erfolge vom Einsattz des neuen Gerts (A4/V2) gerade in
           Hinsicht auf die Lage im Osten und dem sich steigernden
           Wirken der alliierten Bomberverbnde. Von Braun lobt
           das neue Gert in einem Vortrag und wird von dem
           begeisterten Hitler zum Professor ernannt.
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08.07.1943 Der indische Nationalistenfhrer Subhas Chandra Bose
           stellt in Singapore eine Nationalarmee auf.
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09.07.1943 Die USA und Grobritannien schrnken die
           Berichterstattung ber den U-Boot-Krieg auf einen
           gemeinsamen Bericht pro Monat ein, um eine bessere
           Geheimhaltung zu erzielen.
         - Der indische Nationalistenfhrer Subhas Chandra Bose
           legt sich den Titel "Fhrer" zu.
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09.07.1943 -
10.07.1943 Landung der Alliierten auf Sizilien. 3.000 Schiffe
           setzen 160.000 Soldaten mit 600 Panzern, 1.800
           Geschtzen und 14.000 Fahrzeugen ber.
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11.07.1943 Verfgung von Martin Bormann aus dem
           Fhrerhauptquartier an alle Reichsleiter, Gauleiter,
           Verbndefhrer:
           "Betrifft: Behandlung der Judenfrage.
           Im Auftrag des Fhrers teile ich mit:
           Bei der ffentlichen Behandlung der Judenfrage mu jede
           Errterung einer knftigen Gesamtlsung unterbleiben.
           Es kann jedoch davon gesprochen werden, da die Juden
           geschlossen zu zweckentsprechendem Arbeitseinsatz
           herangezogen werden."
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13.07.1943 Kurt Huber, geb. 1893, Psychologe und Philosoph,
           Professor in Mnchen (1926), als Widerstandskmpfer
           der Weien Rose hingerichtet.
         - Alexander Schmorell, geb. 1917, 1942 - 1943 Student der
           Medizin, als Widerstandskmpfer der Weien Rose
           hingerichtet.
         - Die letzte groe Offensive der Deutschen im Raum Kursk
           milingt. (Operation Zitadelle)
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16.07.1943 Die deutschen Truppen auf Sizilien werden an der Stare
           von Messina konzentriert.
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17.07.1943 Die Sowjets beginnen an der Sdfront zwischen dem
           Asowschen Meer und dem oberen Dnjepr eine
           Grooffensive.
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17.07.1943 und
18.07.1943 Minister Speer ist im Fhrerhauptquartier. Es wird
           vereinbart: "Der Fhrer legt nochmals fest, da die A4
           mit allem Nachdruck zu frdern ist. Er hlt dies fr
           eine Kriegsentscheidende Manahme." "Der Fhrer legt
           fest, da in der Fertigung der A4 nur Deutsche zu
           verwenden seien."
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19.07.1943 Amerikanische Verbnde greifen zum ersten Mal Rom an.
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20.07.1943 Deportation von 1.700 Juden aus Rhodos nach Athen.
         - Hitler ruft die "Panzergrenadier-Division
           Feldherrnhalle" ins Leben, in Bezug auf die Toten in
           der Schlacht von Stalingrad.
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21.07.1943 Papst Pius XII. beklagt in einer Botschaft, da Rom
           nicht zur offenen Stadt erklrt wurde und nun die
           ersten Zerstrungen, darunter San Lorenzo Fuori le
           Mura, aufweist.
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22.07.1943 Der Dienstgrad Oberfhnrich wird eingefhrt. Ihn tragen
           in Zukunft alle Fahnenjunkerfeldwebel bevor der
           Befrderungsvorschlag zum Leutnant eingereicht wird.
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22.07.1943 -
00.08.1943 Ermordung der noch lebenden jdischen Arbeitskrfte in
           Ternopol.
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24.07.1943 -
30.07.1943 Die Alliierten fhren mehrere schwere Luftangriffe auf
           Hamburg durch. 30.000 Menschen kommen ums Leben,
           227.000 Huser, 24 Krankenhuser, 227 Schulen, 58
           Kirchen und 180.000 BRT Schiffsraum werden zerstrt.
           Dieser Angriff trgt den Namen: Operation "Gomorrha".
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25.07.1943 Sturz Mussolinis und des faschistischen Regimes in
           Italien. Bildung einer neuen Regierung unter Pietro
           Badoglio.
         - Hitler unterzeichnet den Erla ber die beschleunigte
           Frderung des A4-Programms und bertrgt alle
           Verantwortung dem Ministerium Speer.
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31.07.1943 Die neue italienische Regierung erklrt Rom zur offenen
           Stadt, was jedoch von den Alliierten vorlufig nicht
           akzeptiert wird.
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01.08.1943 Beginn der endgltigen Auflsung der Ghettos in Bedzin
           und Sosnowiec. Trotz bewaffneten Wiederstandes werden
           die meisten Juden nach Auschwitz deportiert.
         - Japan entlt Burma in die Selbststndigkeit unter
           japanischer Oberaufsicht und gibt Burma das
           beschlagnahmte Eigentum zurck. Gleichzeitig tritt
           Burma an der Seite Japans in den Krieg ein.
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02.08.1943 Aufstand in Treblinka.
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04.08.1943 -
04.09.1943 Deportation von 7.000 Juden aus Wilna zur Zwangsarbeit
           in Estland.
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06.08.1943 Goebbels veranlat, da die Berliner Bevlkerung so
           weit wie mglich evakuiert wird.
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11.08.1943 Hitler schaftt einen "Generalinspekteur fr das
           Kriegsgefangenenwesen der Wehrmacht", der sich im
           Rahmen des totalen Krieges um Unterbringung und Einsatz
           der Kriegsgefangenen kmmern soll.
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12.08.1943 Hitler lt (eher notdrftig) den "Ostwall" errichten,
           der jedoch von den Sowjets berwunden wird.
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13.08.1943 Die Alliierten fhren den ersten Luftangriff auf
           sterreichischen Boden durch, auf Flugzeugwerke in
           Wiener Neudorf.
         - Roosevelt kndigt den Philippinen an, ihnen
           Unabhngigkeit gewhren zu wollen.
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15.08.1943 -
20.08.1943 oder:
16.08. -
23.08.1943 Aufstand und Vernichtung des Ghettos Bialystok.
           Deutsche Einheiten unter Odilo Globocnik umstellen das
           Ghetto. 30.000 noch dort "lebende" Juden sollen sich
           zur Evakuierung einfinden ...
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17.08.1943 Ankunft von 120 Juden aus Rhodos in Auschwitz (ber
           Athen...).
         - Die letzten deutschen Truppen rumen Sizilien.
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17.08.1943 zum
18.08.1943 433 Bomber der RAF greifen Peenemnde an. Im
           Kriegstagebuch des OKW wird vermerkt: "Das
           Entwicklungs- und Fertigungswerk ist umfangreich
           zerstrt, die Personalverluste erheblich ..."
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18.08.1943 -
21.08.1943 Endgltige Deportation der Juden aus Bialystcok und
           Auflsung des Ghettos.
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19.08.1943 Hans Jeschonnek, geb. 1899, Generaloberst, 1939 - 1943
           Chef des Generalstabs der Luftwaffe, begeht Selbstmord.
         - Minister Speer besichtigt die zerbombten Anlagen in
           Peenemnde.
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20.08.1943 Die Alliierten besetzen die Liparischen Inseln.
         - Speer trifft mit Himmler in dessen Feldquartier
           Hochwald zusammen. Er teilt ihm mit, da Peenemnde
           nicht mehr als Hauptproduktionssttte der A4 (V2) in
           Frage kme und erbittet die Hilfe der SS bei der
           schnellen Errichtung neuer Fertigungssttten.
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22.08.1943 Hitler empfngt Speer, der notiert: "Der Fhrer ordnet
           auf Grund eines Vorschlages an, da alle Manahmen
           ergriffen werden, um gemeinsam mit dem Reichsfhrer-SS
           unter starker Einschaltung seiner Krfte aus den
           Konzentrationslagern den Bau entsprechender
           Fertigungsanlagen und die Fertigung erneut
           voranzutreiben." Gefordert wird von Hitler, "eine
           endgltige Fertigung an sicheren Orten und in
           gesicherter Form unter mglichst starker Heranziehung
           von Hhlen" zu gewhrleisten. Dabei ist geplant, das
           endgltige Entwicklungswerk im Generalgouvernement zu
           bauen.
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23.08.1943 Theodor Korselt, geb. 1891, Regierungsrat, wegen
           Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt.
         - Die Sowjets entscheiden die Schlacht im Raum Kursk
           endgltig fr sich.
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24.08.1943 Himmler wird Reichsminister des Innern.
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26.08.1943 Auf einer Beratung zwischen Speer, Dornberger,
           Degenkolb und Saur, an der erstmals auch Himmlers
           "Sonderbeauftragter fr Baufragen der A4-Fertigung",
           SS-Brigadefhrer Kammler teilnahm, wird beschlossen,
           die Funktion Peenemndes in drei Teile zu gliedern und
           ber das ganze Reich zu verteilen". dabei soll "das
           Hauptwerk fr die Montage in eine unterirdische Fabrik
           in den Harz verlegt werden". Somit ist der
           bombensichere Kohnstein ausgewhlt und zugleich
           beschloene Sache, in starkem Mae KZ-Hftlinge und
           Kriegsgefangene einzusetzen. Die Wifo erhlt den
           Auftrag, das unterirdische Stollensystem von ihren
           Treibstofftanks, Rohrleitungen und Giftgasbestnden
           sofort zu rumen.
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28.08.1943 Gem dem Transportbefehl vom 27.08.1943 der Waffen-SS
           Komandantur Buchenwald geht um 5:00 Uhr ein Transport
           von 107 Hftlingen nach Nordhausen. Er erfolgt mit LKW.
           Nach Eintreffen im Kohnsteingebiet mssen von den
           Hftlingen etwa 200m vor dem Stollenausgang sogenannte
           Finnenzelte errichtet werden. In einem Zelt sind
           jeweils 25 Hftlinge untergebracht. Baufachleute
           berwiegen unter den Gefangenen. Damit beginnt der
           Aufbau eines weiteren Auenlagers des KZ Buchenwald,
           das den Decknamen Dora erhlt. In ununterbrochener
           Folge kommen weiter Hftlingstransporte. Da das
           Zeltlager nicht ausreicht, treibt die SS die Hftlinge
           zum Schlafen in die Stollen, wo sie auf nacktem Fels
           liegen mssen.
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31.08.1943 Neuer Generalstabschef der Luftwaffe wird der General
           der Flieger Gnter Korten.
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01.09.1943 Versuch eines Aufstandes im Wilnaer Ghetto, der
           fehlschlgt. Im Verlauf des Monats September fliehen
           viele Ghettokmpfer zu Partisanen.
         - Der Reichsfhrer-SS ernennt Kammler zum
           "Sonderbeauftragten des Reichsfhrers-SS fr das
           A4-Programm" und fr den Aufbau des Lagers "Dora".
           Damit wird der Hftlingseinsatz dem SS-WVHA entzogen
           und einem neu geschaffenen Stab mit eigener
           Dienststelle unter der Leitung Kammlers unterstellt.
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02.09.1943 Beginn der endgltigen Auflsung es Ghettos Tarnow. Es
           kommt zu bewaffnetem Wiederstand. 7.000 Juden werden
           nach Auschwitz, 3.000 nach Plaszow deportiert. Die 300
           zurckgebliebenen Arbeitskrfte werden am Jahresende
           nach Plaszow verschleppt.
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02.09.1943 -
03.09.1943 Deportation von 3.500 Juden aus Przemysl nach
           Auschwitz.
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03.09.1943 Landung der Alliierten (Briten ?) in Sditalien.
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03.09.1943 -
04.04.1944 Deportation der letzten belgischen Juden im Rahmen der
           Operation "Iltis".
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04.09.1943 -
05.09.1943 Hitler zum schickt zum Tag der Wehrertchtigung dem
           Reichsjugendfhrer Artur Axmann ein Telegramm, in dem
           es u. a. heit: "Knftig wird jeder heranwachsende
           Jugendliche in den Wehrertchtignungslagern durch
           frontbewhrte Soldaten, die selbst zum groen Teil
           bewhrte HJ-Fhrer waren, erzogen."
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06.09.1943 Die "Auenstell Ni" (Niedersachswerfen) der Wifo
           bernimmt gem Vertrag smtliche Regiearbeiten im
           Bauabschnitt "Wifo-Erweiterung III". Dazu gehren die
           Rumung des Wifo-Lagers im Kohnstein, der Ausbau des
           unterirdischen Mittelwerkes bis zur Produktionsreife,
           die Erstellung von Versorgungsanlagen fr Frischluft,
           Energie und Wasser, die Errichtung von Barackenlagern
           sowie der Bau von Straen und Bahnlinien.
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08.09.1943 Die Deutschen besetzen Athen. Kapitulation
           italienischer Verbnde auf Rhodos gegenber den
           Deutschen. Der gesamte ehemals italienisch verwaltete
           Bereich Griechenlands sthet unter deutscher
           Militrverwaltung.
         - Amerikanische Truppen landen in Salerno.
         - Waffenstillstandsabkommen der italienischen Regierung
           Badoglio mit den Alliierten. (andere Quelle:
           Kapitulation der Italiener...)
         - Deutsche Truppen besetzen Nord- und Mittelitalien und
           bilden nrdlich von Neapel eine zusammenhngende Front
           quer durch die Halbinsel.
         - Die deutschen Truppen zwingen die italienischen Truppen
           der Regierung Badoglio in und um Rom zur Kapitulation.
         - Speer bernimmt die Verantwortung fr die gesamte
           industrielle Produktion.
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11.09.1943 Beginn der deutschen Razzien auf Juden in Nizza.
         - Ermordung von 1.000 in Verstecken aufgesprten Juden in
           Przemysl.
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11.09. -
14.09.1943 Liquidierung der Ghettos in Minsk und Lida. Ermordung
           fast aller jdischen Bewohner in Minsk.
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11.09. -
18.09.1943 "Familientransporte" aus Theresienstadt nach Auschwitz.
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15.09.1943 Feldmarschall Albert Kesselring, der deutsche
           Befehlshaber in Italien, erklrt Rom ausdrcklich zur
           Kriegszone.
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20.09.1943 Bildung eines Judenrates in Athen unter Moses Sciaki.
         - Deutsche Truppen rumen Sardinien.
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22.09.1943 Richard Paul Wilhelm Kube, geb. 1887, ab 1928 Gauleiter
           der Ostmark bzw. ab 1933 Leiter der Kurmark, ab 1933
           Oberprsident von Brandeburg - Berlin und von Posen -
           Westpreuen, 1941 - 1943 Generalkommissar fr
           Weiruthenien, von weirussischer Hausangestellten
           gettet.
         - Britische U-Boote beschdigen das deutsche
           Schlachtschiff "Tirpitz" in einenm norwegischen Fjord
           schwer.
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23.09.1943 -
24.09.1943 Liquidierung des Ghettos Wilna. 3.700 Juden werden in
           estnische Arbeitslager gebracht, 4.000 nach Sobibor
           deportiert.
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25.09.1943 Smolensk von sowjetischen Truppen zurckerobert.
         - Liquidierung aller Ghettos in Bjeloruland.
         - Japan gesteht den Philippinen Unabhngigkeit unter
           seiner Oberaufsicht zu.
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28.09.1943 Die Juden Roms werden zur Ablieferung von 50 Kg Gold an
           die Gestapo gezwungen.
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29.09.1943 Die letzten 2.000 Amsterdamer Juden werden nach
           Westerbork verschleppt.
         - In einer Anordnung der Parteikanzlei heit es:
           "Die Bezeichnung Adolf Hitlers als >Fhrer< hat sich zu
           einem in der ganzen Welt bekannten, fest umrissenen
           geschichtlichen Begriff entwickelt, der seine Stellung
           als Fhrer der NSDAP, als Staatsoberhaupt des
           Grodeutschen Reiches, als Regierungschef
           (Reichskanzler) und als Oberster Befehlshaber der
           Wehrmacht durch ein Wort zum Ausdruck bringt. Bei
           Gesetzen, Erlassen und Verordnungen, im formellen
           Verkehr im Ausland sowie in der Anrede wird daher
           ausschlielich die Bezeichnung >Fhrer< verwandt."
           (Quelle: 004)
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01.10.1943 Minister Speer notiert im Fhrerhauptquartier: "Die
           Abgabe von technischen Fhrungskrften aus den
           gefngnissen fr die A4-KZ-Lager hlt der Fhrer fr
           durchaus richtig. Es soll dieser Weg weiter verfolgt
           werden." Damit werden die Weichen bereits fr die
           groangelegte Produktion von A4-Raketen mit Hilfe von
           Hftlingsarbeit, die Hitler lange Zeit verworfen hatte,
           gestellt.
         - Whrend die SS rcksichtslos und ohne Leib und Leben
           der Hftlinge zu schonen, den weiteren Aus- und Aufbau
           des Stollensystems sowie die Einrichtung des
           Raketenmontagewerkes vorantreibt - obwohl die Fabrik,
           die den Namen "Mittelwerke" erhalten soll, juristisch
           noch nicht existent ist -, stellt der provisorische
           "Mittelwerke-Vorstand" bereits beim OKH den Antrag,
           einen Einrichtungsauftrag fr eine Raketenfabrik
           (Kapazitt: 1.800 Gerte pro Monat) zu erteilen.
           Kostenvoranschlag: 11,5 Mio RM.
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01.10.1943 -
02.10.1943 Deutsche Polizei beginnt mit der Festnahme dnischer
           Juden fr die Deportation. Die dnische Bevlkerung
           rettet 7.200 Juden.
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02.10.1943 -
03.10.1943 Aus allen Teilen der Niederlande werden die Familien
           der zum Arbeitsdienst eingezogenen jdischen Mnner
           nach Westerbork verschleppt.
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04.10.1943 Heinrich Himmler spricht in Posen vor
           SS-Gruppenfhrern: "... Ein Grundsatz mu fr den
           SS-Mann absolut gelten: ehrlich, anstndig, treu und
           kameradschaftlich haben wir zu Angehrigen unseres
           Blutes zu sein und zu sonst niemandem ...".
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08.10.1943 Hans Leipelt (Weie Rose) in Mnchen verhaftet.
         - Deutsche Truppen rumen den Kuban-Brckenkopf.
         - Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley gibt die
           Errichtung des "Wohnungshilfswerks" zur Untersttzung
           der Ausgebombten bekannt.
         - Die Querstollen 39-42, etwa 250m von der Sdeinfahrt
           des Fahrstollens B (Mittelwerke-Dora) entfernt, werden
           wegen ihrer bewachungsgnstigen Lage (Sackstollen) in
           "Schlafstollen" verwandelt. Anfangs mssen die
           Hftlinge auf nacktem Fels liegen, der nur mit einer
           dnnen Schicht Stroh bedeckt ist. Einige Wochen spter
           werden von den Zimmereikommandos vierstckige
           Holzgestelle errichtet. Sie dienen jeweils 16
           Hftlingen zum schlafen und werden zweischichtig
           belegt. Wegen der Sacklage der Stollen ist die
           Belftung vllig unzureichend.
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12.10.1943 Willi Graf (Weie Rose) wird als Widerstandskmpfer mit
           dem Fallbeil hingerichtet.
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13.10.1943 Italien erklrt Deutschland den Krieg.
         - Mit der italienischer Kriegserklrung beginnt im
           Gegensatz zur Genfer Konvention die Einlieferung
           italienischer Kriegsgefangener in das Auenlager "Dora"
           des KZ Buchenwald.
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14.10.1943 Aufstand im Lager Sobibor.
         - Bei einem Tagesangriff auf Schweinfurt erleiden die
           Amerikaner so schwere Verluste, das es zu einer Krise
           in der Leitung der amerikanischen Luftangriffe kommt.
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15.10.1943 Roosevelt verspricht, Rom nach Mglichkeit zu schonen,
           kndigt aber gleichzeitig einen Kreuzzug zur Befreiung
           Roms, des Vatikans und des Papstes an.
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16.10.1943 Beginn von Massenverhaftungen der Juden Roms.
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18.10.1943 Erster Judentransport Rom - Auschwitz: 1.035 Juden.
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19.10.1943 Dem noch im Grndungsstadium befindlichen "Mittelwerk"
           wird von General Fromm, Chef der Heeresausrstung, ein
           Kriegsauftrag von monatlich 900 Raketen bis zu einer
           Gesamtzahl von 12.000 Stck erteilt.
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21.10.1943 Bei der letzten "Aktion" in Minsk werden 2.000 Juden in
           Maly Trostenez ermordet.
         - Der indische Nationalistenfhrer Subhas Chandra Bose
           errichtet eine provisorische indische Regierung.
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24.10.1943 Der Wochenbericht des Hftlingskrankenreviers des
           Lagers Dora nennt eine Lagerstrke von 6.913 Gefangenen
           und 1.870 ambulante Behandlungen.
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25.10.1943 Befreiung von Dnjepropetrowsk.
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26.10.1943 Deportation von 2.800 Juden aus Kowno in verschiedene
           deutsche Arbeitslager.

28.10.1943 Der Generalmajor der Polizei, Rumpf, wird zum
           "Generalinspekteur fr das Feuerlschwesen in Stadt
           und Land" ernannt.
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30.10.1943 Der "Sonderausschu A4" teilt in einem Rundschreiben
           mit, da ein Sonderstab unter der Leitung von Hauptmann
           Dr. Khle gebildet wurde, um die Anlaufschwierigkeiten
           der A4-Produktion zu verringern.
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00.11.1943 Die Grndung der Mittelwerke GmbH wird juristisch
           vollzogen.
         - Im KZ Dora werden weitere nationale Widerstandsgruppen
           gebildet.
         - SS-Obersturmbannfhrer Rudolf H wird vom Posten des
           Lagerkommandanten in Auschwitz abberufen.
           (Quelle: 112)
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03.11.1943 Liquidierung des Ghettos Riga.
         - Verhaftung von italienischen Juden in der Stadt Genua.
         - Beginn der "Aktion Erntefest": Auflsung der Lager
           Poniatowa und Trawniki und Ermordung der berlebenden
           Juden in Majdanek. Auch Juden aus dem Gebiet um Lublin
           werden in Majdanek umgebracht. Insgesamt werden
           zwischen 42.000 und 43.000 Juden ermordet.
         - Hitler stiftet zur Erinnerung an die monatelangen
           Kmpfe um den Kuban-Brckenkopf den "Kuban-Schild".
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06.11.1943 Kiew, die Hauptstadt der Ukraine, von sowjetischen
           Truppen zurckerobert.
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06.11.1943 -
09.11.1943 Festnahmen von Juden in Florenz, Mailand und Venedig.

08.11.1943 Am Vorabend des 20. Jahrestages des "Marsches auf die
           Feldherrnhalle" spricht Adolf Hitler in Mnchen im
           Lwenbrukeller.
         - Vorentscheid des OKH an das Mittelwerk, eine
           Fertigungssttte fr das Gert A4 (V2) zu erstellen.
           Dazu gehren 1. die Montage von 900 kompletten Gerten
           im Monat, 2. die Fertigung besonders wichtiger
           Einzelteile bzw. Baugruppen. Die erforderlichen
           Geldmittel werden bereitgestellt.
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09.11.1943 Grndung der United Nations Relief and Rehabilitation
           Agency (UN -Behrde fr Hilfe und Rehabilitation,
           UNRRA).
         - Beginn der Zerschlagung des Hamburger Kreises der
           Weien Rose.
         - 20. Jahrestag des "Marsches auf die Feldherrnhalle".
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10.11.1943 SS-Obersturmbannfhrer Rudolf H ist kommissarischer
           Chef des Amtes DI in der Gruppe mter D des WVHA (siehe
           01.05.1944) (Quelle: 112)
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