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03.08.1921 Reorganisation der Saalschutz- und Propagandatruppe der
           Partei als SA (Sturmabteilung), die Anfang 1923 zum
           weitgehend selbststndigen Wehrverband umgestaltet
           wird.
           (Quelle: 044)
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11.08.1921 Dietrich Eckart, vlkischer Dichter und Frderer
           Hitlers mit vielfltigen geschftlichen Beziehungen,
           wird Chefredakteur des "Vlkischen Beobachters".
           (Quelle: 044)
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26.08.1921 Der Zentrumspolitiker Matthias Erzberger wird von
           Rechten ermordet.
           (Quelle/n: 044 u.a.)
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29.08.1921 -
30.08.1921 (?) Parteitag der NSDAP in Mnchen.
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05.10.1921 Die "Turn- und Sportabteilung" der NSDAP wird in
           "Sturmabteilung" - SA - umbenannt. Sie setzte sich vor-
           wiegend aus ehemaligen Freikorpsleuten zusammen,
           Mitgliedern der Brigade Erhardt und der Organisation
           Konsul, die den Mord an Erzberger organisiert hatte.
           Der erste Fhrer der SA ist Johann Ulrich Klintsch. Er
           war einer von Erhardt's Unterfhrern.
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09.10.1921 Der "Vlkische Beobachter" meldet: Ein vermgendes
           Parteimitglied habe Mittel zur Verfgung gestellt, um
           die Kosten fr den Umbau der Parteigeschftsstelle "Im
           Tal" zu begleichen.
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00.11.1921 Die SA tritt in einer Nazi-Versammlung im Hofbruhaus
           in Mnchen in Aktion: es entsteht die sogenannte
           Saalschlacht, ein wster Kampf mit den "Roten", der
           spter zur Legende wird.
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00.06.1922 Attentat auf Scheidemann.
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24.06.1922 Hitler kommt wegen Strung der Ballerstedt -
           Versammlung ins Gefngnis.
           (Quelle/n: 044 u.a.)
         - Walter Rathenau, Auenminister und rechte Hand von
           Reichskanzler Wirths wird auf der Strae erschossen.
           Quelle/n: 044 u.a.)
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18.07.1922 Der Reichstag verabschiedet das Republikschutzgesetz.
           (Quelle: 044)
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27.07.1922 Hitler wird entlassen, nachdem er einen von drei
           Monaten Strafe abgesessen hat. <24.06.1922>
           (Quelle/n: 044 u.a.)
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00.08.1922 Beginn des Raschen Verfalls der deutschen Whrung.
           (Quelle/n: 044 u.a.)
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11.08.1922 SA-Formationen mit Hakenkreuzfahnen marschieren bei
           einer Kundgebung der Vaterlndischen Verbnde in
           Mnchen auf dem Knigsplatz auf. Hitler hlt die
           Hauptrede.
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00.09.1922 Es werden acht "Hundertschaften" bei der SA gebildet.
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18.09.1922 Hitler spricht auf einer Kundgebung im Zirkus Krone:
           Wir fordern die Abrechnung mit den Novemberverbrechern
           von 1918. Es kann nicht sein, da zwei Millionen
           Deutsche umsonst gefallen sind und man sich mit den
           Verrtern spter an einem Tisch freundschaftlich
           zusammensetzt. Nein, wir verzeihen nicht, sondern
           fordern - Vergeltung! Die nationale Entehrung hat ein
           Ende zu nehmen. Vaterlandsverrter und Denunzianten
           gehren an den Galgen.
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28.09.1922 Der "Vlkische Beobachter" meldet: Ein vermgendes
           Parteimitglied habe Mittel zur Verfgung gestellt, um
           die Kosten fr den Umbau der Parteigeschftsstelle "Im
           Tal" zu begleichen.
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00.10.1922 Trotz Polizeiverbot marschiert Hitler mit achthundert
           SA-Leuten durch die Stadt Coburg und liefert
           Sozialisten und Kommunisten eine regelrechte Schlacht.
           In Coburg dabeigewesen zu sein gilt in der Partei als
           hohe Ehre. Spter wird fr die Teilnehmer ein
           besonderes Abzeichen geschaffen.
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10.10.1922 Julius Streicher schliet seine "Nrnberger Deutsche
           Werkgemeinschaft" der NSDAP an.
           (Quelle: 044)
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14.10.1922 -
15.10.1922 "Deutscher Tag" in Coburg. Heftige Straenkmpfe
           zwischen 650 SA-Leuten und sozialistischen Gegnern.
           (Quelle: 044)
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28.10.1922 Unter Androhung von Gewalt erzwingen die faschistischen
           Kampfbnde mit ihrem Marsch auf Rom die Machtbernahme
           Benito Mussolinis in Italien.
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29.10.1922 Der in Mailand den Lauf der Dinge abwartende Duce
           erhlt telegrafische von Knig Viktor Emanuel III. den
           Auftrag zur Kabinettsbildung. Mussolini fhrt noch am
           Abend mit dem Zug in die Hauptstadt.
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30.10.1922 Am Nachmittag begibt sich der Duce zum Knig und erhlt
           von diesem die Regierungsvollmacht.
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31.10.1922 Mussolini stellt sein Kabinett vor, dem auer
           Faschisten und Nationalisten ein Mitglied der
           Volkspartei sowie ein Demokrat angehren. Das Parlament
           spricht dem Kabinett mit 306 zu 116 Stimmen sein
           Vertrauen aus.
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00.11.1922 Hitler sagt: "Die Marxisten dachten: und willst du
           nicht mein Bruder sein, so schlag' ich dir den Schdel
           ein. Unser Motto lautet: Und willst du nicht ein
           Deutscher sein, so schlag' ich dir den Schdel ein.
           Denn wir wissen, da wir ohne Kampf keinen Erfolg haben
           werden. Wir mssen mit Ideen kmpfen, aber wenn es sein
           mu, auch mit unseren Fusten."
         - Innenminister Schweyer lt Hitler zu sich kommen und
           warnt ihn vor den Folgen seiner aufreizenden
           Propaganda. Er lt in nicht darber im Unklaren, da
           die Polizei schieen wrde, wenn er, Hitler, versuchen
           sollte, Gewalt anzuwenden. Hitler ruft erregt: " Herr
           Minister, ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, ich werde nie
           im Leben einen Putsch machen! Herr Minister, mein
           Ehrenwort, nie im Leben einen Putsch!" Schweyer
           antwortet darauf: "Alle Achtung vor Ihrem Ehrenwort,
           aber wenn Sie weiter solche Reden halten wie bisher,
           wird der Strom eines Tages von selber losbrechen ...
           und Sie werden mitschwimmen."
         - Hitlers wichtigster Verbindungsmann zur Reichswehr,
           Rhm, wird seiner Stellung als Adjutant des
           Generalmajors Ritter von Epp, des Kommandanten der
           Infanterie in Bayern, enthoben. Er wird zum Stab des
           Generals von Lossow versetzt, der vom Oberkommando in
           Berlin eingesetzt worden war, um die Mnchner Garnison
           von den gefhrlichen Elementen, mit denen sich Rhm
           eingelassen hatte, fernzuhalten.
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08.11.1922 Lerchenfeld dankt ab und berlt seinen Platz Eugen
           von Knilling. Grtner, bekannt fr seine
           nationalsozialistischen Neigungen, wird Justizminister.
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15.11.1922 Aufgrund des Mordes an Rathenau wird in Preuen u. a.
           die NSDAP verboten.
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16.11.1922 Die bayrischen Rechtsorganisationen schlieen sich zu
           den "Vereinigten Vaterlndischen Verbnden" zusammen.
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00.01.1923 - Ende des Monats - Um die Menschen auf sich aufmerksam
           zu machen, beordert Hitler 5.000 SA-Mnner zu einer
           Kundgebung nach Mnchen. Die Behrden erlassen sofort
           ein Verbot. Hitler geht zu Nortz, dem neuen
           Polizeiprsidenten, der an Stelle des mit den Nazis
           sympathisierenden Phner getreten war, und bat ihn
           flehentlich, das Verbot aufzuheben. Als Nortz dies
           verweigert, beginnt Hitler zu toben: die SA wird auch
           dann einmarschieren, wenn die Polizei schieen
           sollte. Die Antwort, die die bayrische Regierung
           darauf gibt: zwlf weitere Versammlungen, auf denen
           Hitler sprechen will, sind verboten. Hitler wird zu
           berheblich - also ist es Zeit, ihn zu ducken. Erst
           als Rhm interveniert, wird, nach anfnglicher
           Ablehnung durch Lussow, ber Lussow's Empfehlung das
           Verbot aufgehoben.
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11.01.1923 Die rckstndigen Kohle- und Holzlieferungen des
           Deutschen Reiches an Frankreich (Reparationszahlungen)
           nimmt die franzsische Regierung unter Poincar als
           Vorwand, franzsische und belgische Truppen ins
           Ruhrgebiet einmarschieren zu lassen. Die Menschen an
           der Ruhr beginnen mit Untersttzung der Reichsregierung
           einen passiven Wiederstand gegen die fremden Truppen,
           der die Weimarer Republik wirtschaftlich und politisch
           an inneren Spannungen fast zerbrechen lt.
           (Quelle/n: 044 u.a.)
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27.01.1923 -
29.01.1923 Erster Reichsparteitag der NSDAP in Mnchen mit
           Massenaufzgen gegen den Widerstand der bayrischen
           Regierung. Die Partei hat jetzt ber 20.000 Mitglieder.
           (Quelle/n: 044 u.a.)
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00.02.1923 Anfang des Monats veranlasst Ernst Rhm den
           Zusammenschlu der SA und anderer bayerischer
           Wehrverbnde zur Arbeitsgemeinschaft der
           Vaterlndischen Kampfverbnde. Es herrscht
           Putschstimmung.
           (Quelle: 044)
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08.02.1923 Der "Vlkische Beobachter" wird Tageszeitung.
           (Quelle: 044)
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00.03.1923 Ernst Hanfstaengl (Putzi) besorgt mittels seiner
           amerikanischen Beziehungen Hitler eine als Darlehen
           deklarierte Spende von 1.000 Dollar.
         - Seeckt, der Chef der Reichswehr, besucht Bayern whrend
           einer Inspektionsreise. General von Lussow berredet
           Seeckt, den neuen politischen Propheten von Mnchen zu
           treffen. Hitler hlt einen langen Vortrag. Seeckt
           bleibt kalt und unberhrt, Lussow und seine Mitarbeiter
           jedoch sind tief beeindruckt.
         - Grndung der Stabswache, der Keimzelle der SS.
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01.03.1923 Flieger - Hauptmann a. D. Hermann Gring wird SA -
           Kommandant.
           (Quelle: 044)
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30.04.1923 Auf der Versammlung ( NSDAP ? ) wird beschlossen, die
           Kundgebung der Sozialisten und Gewerkschaften zu
           stren, falls die bayrische Regierung der Forderung
           nicht nachkommt, die Kundgebung zu verbieten. Nach der
           Versammlung geht Hitler zu Lussow, wird aber khl
           aufgenommen. Als er dann unter dem Vorwand, es drohe
           ein kommunistischer Putsch, Waffen fordert, die in den
           Kasernen lagern, lehnt Lussow ab und fgt hinzu, da
           die Reichswehr auf jeden schieen werde, der die Ruhe
           der Strae strt, ganz gleich welcher Partei er
           angehrt. Oberst Seier, der Kommandant der
           Staatspolizei, gibt die gleiche Antwort.
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00.05.1923 Die Stabswache wird in "Stotrupp Adolf Hitler"
           umbenannt.
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01.05.1923 Whrend die Sozialisten in Mnchen friedlich durch die
           Straen marschieren, versammeln sich auf dem
           Oberwiesenfeld, einem groen Paradeplatz in einem
           Vorort von Mnchen, ber 20.000 SA-Leute und warten auf
           Befehle. Hitler trgt Stahlhelm und sein Eisernes
           Kreuz. In seiner Begleitung sind Gring, der
           Befehlshaber der SA, der Tierarzt Dr. Friedrich Weber
           und Hauptmann Heiss, die Fhrer vom "Bund Oberland" und
           "Reichsflagge", Rudolf He, Streicher, Frick, Gregor
           Strasser, Himmler (die Landshuter Gruppe der SA unter
           Himmler und Strasser verfgt ber ca. 140 Karabiner und
           mehrere leichte MG, die sie mitfhren) und der
           berchtigte ehemalige Freikorpsfhrer Leutnant Robach,
           der die Mnchner SA anfhrt. Der militrische
           Oberbefehl liegt in den Hnden von Oberstleutnant
           Kriebel. Die Vormittagsstunden vergehen und Hitler wird
           immer nervser: das mit Rhm vereinbarte Signal bleibt
           aus. (Im letzten Augenblick ist Rhm, von einer Schar
           SA-Leute begleitet, mit Lastwagen zu den Kasernen
           gefahren, hat sich durch einen Bluff Einla verschafft
           und an Waffen mitgenommen, was er braucht.) Doch Rhm
           steht in diesem Augenblick in strammer Haltung vor
           einem zornignen General Lussow und wird ber seine
           Soldatenpflicht belehrt. Als Rhm dann Mittags auf dem
           Oberwiesenfeld eintrifft, wird er von einer bewaffneten
           Abteilung der Reichswehr und Polizei eskortiert, die
           sofort eine Sperrkette um die SA-Leute zieht. Rhm
           berbringt die unmiverstndliche Aufforderung, die
           Waffen sofort zurckzugeben, da sonst Hitler fr die
           Folgen aufzukommen habe. Gegen den Rat von Strasser und
           Kriebel, die auf Grund ihrer zahlenmigen belegenheit
           hoffen, die Reichswehr berwltigen zu knnen,
           kapituliert Hitler. Noch am selben Nachmittag werden
           die Waffen in die Kasernen zurckgebracht.
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01.07.1923 1 Dollar =   160.000 Mark
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01.08.1923 1 Dollar = 1.000.000 Mark
         - Die Untersuchung gegen Hitler wegen der Vorflle am
           30.04.1923 und 01.05.1923 wird eingestellt.
           <22.05.1924>
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02.08.1923 Im Dinckelacker Saalbau (und im angrenzenden
           Biergarten) kommen etwa 10.000 Menschen zusammen um
           Zeuge eines "Rede-Tourniers" zwischen Kommunisten und
           Nationalsozialisten zu werden. Die NSDAP bietet Max
           Weber (aus Mnchen) und Dr. Bodo Kaltenboeck, die KPD
           Hermann Remmele und den Landtagsabgeordneten Stettner.
           (Stadt - ev. Stuttgart ?)
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10.08.1923 versammeln sich in Dinckelackers Saalbau und
           Gartenanlagen nahezu 8.000 Personen aller Volkskreise
           und Bevlkerungsschichten, die der Einladung der
           kommunistischen Partei Gross-Stuttgarts gefolgt waren.
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11.08.1923 Die Sozialdemokraten fordern den Rcktritt der
           Regierung.
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20.08.1923 Max Amann, Geschftsfhrer der NSDAP, schliet mit dem
           Hitler - Sympathisanten und Berliner Kaffeefabrikanten
           Richard Frank (Firma Korn - Frank) einen
           Darlehensvertrag ber 60.000 Schweizer Franken ab - in
           deutschem Inflationsgeld eine Milliardensumme. Als
           Sicherheit hinterlegt Hitler sechs Posten an
           "Kunstgegenstnden": einen Smaragdanhnger in Platin
           mit Brillanten, einen Saphirring in Platin mit
           Brillanten, einen Rubinring in Platin mit Brillanten,
           einen Solitaire, einen vierzehnkartigen Goldring mit
           Brillanten, in Silber gefat, eine venezianische Relief
           - Sphinx aus dem 17. Jahrhundert und eine rotseidene
           Flgeldecke mit Goldstickerei (von wem: Helen Bechstein
           oder Elsa Bruckmann ?).
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23.08.1923 Hitler reist, mit einem sterreichischen Reisepa
           versehen, in die Schweiz und steigt im Hotel Sankt
           Gotthard in Zrich ab. Der Redaktuer Dr. phil. Hans
           Oehler arrangiert vor einem geladenen Kreis von etwa 40
           Personen, natrlich geldkrftigen Leuten, einen Vortrag
           in einer Villa. Mit 33.000 Franken kann Hitler die
           Heimreise antreten.
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01.09.1923/
02.09.1923 "Deutscher Tag" der Vaterlndischen Verbnde in
           Nrnberg
           Zur Feier des Jahrestages des Sieges der Deutschen ber
           die Franzosen 1870 bei Sedan kommt es in Nrnberg zu
           einer Kundgebung. Es werden 100.000 (50.000 andere
           Quelle ...)Teilnehmer geschtzt. Hitler hlt eine
           scharfe Rede gegen die Regierung. Bedeutungsvoll ist
           Ludendorffs Anwesenheit. Noch am gleichen Tag wird der
           "Deutsche Kampfbund" gegrndet: Friedrich Weber - Bund
           Oberland, Heiss - Reichsflagge und Adolf Hitler
           unterzeichnen ein Manifest. Ziel: Sturz der
           Novemberrepublik und die Aufhebung des Versailler
           Diktats.
           (Quelle: 044 u.a.)
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21.09.1923 1 Liter Milch kostet 5,4 Milliarden Mark.
           (Quelle: 044)
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25.09.1923 Adolf Hitler wird der politische Leiter des "Deutschen
           Kampfbundes".
           (Quelle: 044)
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26.09.1923 Abbruch des Ruhrkampfes durch die Regierung
           Streesemann.
         - Ausrufung des Ausnahmezustandes in Bayern. Die
           Bayerische Regierung bertrgt Gustav von Kahr als
           Generalstaatskommissar die vollziehende Gewalt.
           (Quelle/n: 044 u.a.)
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27.09.1923 Die Reichsregierung u. a. mit separistischen Unruhen im
           Rheinland konfrontiert, erklrt reichsweit den
           Ausnahmezustand.
         - Reichswehrminister Geler delegiert die vollziehende
           Gewalt an die Wehrkreisbefehlshaber.
         - Der bayerische Wehrkreiskommandant Generalleutnant Otto
           von Lossow unterstellt sich rechtswiedrig von Kahr.
           Beide bauen auf die Diktaturplne der Reichswehrfhrung
           (besonders des Chefs der Heeresleitung, Hans von
           Seeckt) und konservativ - nationaler norddeutscher
           Wirtschaftskreise.
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00.10.1923 -
00.11.1923 Die Reichswehr greift gegen die SPD / KPD - Regierungen
           in Sachsen und Thringen ein.
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22.10.1923 -
24.10.1923 Aufstandsversuch der KPD in Hamburg.
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21.10.1923 oder
22.10.1923 -
00.02.1934 Blutige Kmpfe um die von der franzsischen und
           belgischen Besatzung gefrderte separatistische
           "Rheinische Republik" in Rheinprovinz und Pfalz.
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24.10.1923 -
07.11.1923 Mnchen ist voll von Putschgerchten. Kahr und Lossow
           zgern und fordern von den Unterfhrern Ruhe und
           Unterordnung. Diese jedoch wollen ihre Fhrer zum
           Putsch zwingen.
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01.11.1923 1 Dollar = 130 Milliarden Mark
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08.11. -
09.11.1923 In Mnchen versuchen die Nationalsozialisten unter der
           Fhrung Hitlers erfolglos die Macht in Bayern zu
           bernehmen. (... Marsch auf die Feldherrnhalle, oder
           auch: Hitler - Ludendorf - Putsch)
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13.11.1923 Frau Dr. Gertrud von Seidlitz, Arztwitwe, seit 1921 in
           der NSDAP, finanzielle Gnnerin Hitlers, wird wegen
           Beleidigung der Reichswehr (im Zusammenhang mit der
           Festnahme Hitlers) verhaftet.
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15.11.1923 Ende der Inflation: Eine Billion Mark ist gleich eine
           Rentenmark.
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23.11.1923 Verbot der NSDAP.
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26.12.1923 Hitlers Mentor, Dietrich Eckart, stirbt in Mnchen.
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26.02.1924 -
01.04.1924 Proze gegen die Putschisten in Mnchen:
           Verurteilung Hitlers zu 5 Jahren Festungshaft und 200
           Goldmark Geldstrafe.
           (08.11.1923 - 09.11.1923)
         - Freispruch fr Ludendorff
         - Rhm bekommt 15 Monate auf Bewhrung.
         - Polizei - Oberamtmann Wilhelm Frick bekommt 15 Monate
           auf Bewhrung.
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04.05.1924 Reichtagswahlen: 6,5 % und damit 32 Mandate fr die in
           zwei Gruppen zerfallene NS-Bewegung.
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22.05.1924 Der Fall Hitler vom 01.08.1923 ist niedergeschlagen.
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24.05.1924 Helene Bechstein besttigt vor der Mnchner Polizei,
           sie habe Hitler 2- oder 3mal Geld fr die Sttzung des
           "Vlkischen Beobachters" gegeben und ihm
           Kunstgegenstnde zur beliebigen Verwendung berlassen.
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00.09.1924 Goebbels kommt als Redakteur der Wuppertaler Samstags-
           Zeitung "Vlkische Freiheit" nach Wuppertal.
           (Quelle: 191)
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07.12.1924 Reichstagswahlen: Absinken der NSDAP auf 2,9 % und 14
           Mandate.
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20.12.1924 Vorzeitige Entlassung Hitlers aus der Haft in der
           Festung Landsberg (01.04.1924). Hitler bringt von dort
           das Manuskript zum ersten Buch ber seine Ziele mit.
           Titel: "Mein Kampf".
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17.01.1925 Kurze Zeit nach diesem Datum kommt es in Wuppertal-
           Elberfeld zur Grndung des Gaues Rheinland-Nord der
           NSDAP. Zum ersten Gau-Vorstand gehren: Gauleiter Axel
           Ripke, Karl Kaufmann, Erich Koch, Viktor Lutze und
           Joseph Goebbels.
           (Quelle: 191)
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26.02.1925 Adolf Hitler gibt die Neugrndung der NSDAP im
           "Vlkischen Beobachter" bekannt.
         - Die Mnchner Reichsleitung ernennt ihre regionalen
           Fhrer zu Gauleitern (u. a. Gregor Straer, Martin
           Mutschmann, Hinrich Lohse, Bernhard Rust, Robert
           Wagner, Robert Ley, Joseph Goebbels ...).
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27.02.1925 Nachdem die bayrische Regierung das Verbot aufgehoben
           hat, wird die NSDAP neu gegrndet.
           (Quelle: 241)
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09.03.1925 Die bayerische Regierung verhngt ein ffentliches
           Redeverbot gegen Adolf Hitler.
         - Die preuische Regierung verhngt ein ffentliches
           Redeverbot gegen Adolf Hitler.
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01.04.1925 Der Vlkische Beobachter kommt als Tageszeitung unter
           Chefredaktion von Alfred Rosenberg heraus.
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16.04.1925 Grndung der "Stabswache" Hitlers (sptere SS).
           (Quellendifferenz in Zeitpunkt und Benennung)
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26.04.1925 Wahl des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg als
           Nachfolger des verstorbenen Friedrich Ebert (SPD) zum
           Reichsprsidenten.
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01.05.1925 Meinungsverschiedenheiten ber die Rolle der SA, die
           nach Hitler eine reine Parteigliederung, nach Rhm
           wehrverbandshnlich organisiert sein sollen, enden mit
           Rhms Verzicht auf die Leitung der SA.
         - Rhm legt die Fhrung der SA nieder und geht nach
           Bolivien.
           (Quelle: 004)
         - Von der SA bleiben nur mehr oder weniger lokale Gruppen
           bestehen, die ohne zentrale Fhrung nicht als
           brauchbares Instrument anzusehen sind.
           (Quelle: 004)
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18.07.1925 Verffentlichung des ersten Bandes von Hitlers "Mein
           Kampf".
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01.10.1925 Erstes Erscheinen der "Nationalsozialistischen Briefe"
           unter der Redaktion von Joseph Goebbels.
           (Quelle: 191)
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09.11.1925 "Stotrupp Adolf Hitler" wird zur SS (Schutzstaffel)
           und dient zum Schutz der Parteifhrerschaft.
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00.02.1926 Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund
           (NSDStB) wird von der NSDAP Reichsleitung als
           Sonderorganisation anerkannt.
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14.02.1926 Niederlage der fr einen sozialradikalen,
           antikapitalistischen Kurs eintretenden
           innerparteilichen Gegner Hitlers auf der Fhrertagung
           der NSDAP in Bamberg. Hitler unterbindet einen von G.
           Straer, Goebbels u. a. im September 1925 eingeleiteten
           Versuch, durch eine Arbeitsgemeinschaft nord- und
           westdeutscher Gaue das Parteiprogramm um ein
           detailliertes Arbeitsprogramm zu ergnzen.
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28.05.1926 Hitler hlt in Hamburg eine Rede dem Hamburger
           Nationalklub.
           (Quelle: 004)
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00.04.1926 Berchtold wird zum Chef der SS ernannt.
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22.05.1926 Die NSDAP - Generalmitgliederversammlung in Mnchen
           whlt Adolf Hitler einstimmig zum Vorsitzenden.
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04.06.1926 Hitler bergibt der SS die sogenannte "Blutfahne" (die
           beim miglckten Putsch mitgefhrte Hakenkreuzfahne).
           (Quellendifferenz: 04.07.1926)
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03.07.1926 -
04.07.1926 Zweiter Reichsparteitag der NSDAP in Weimar.
           Vorbeimarsch von 3.500 uniformierten SA-Leuten vor
           Hitler.
           (Quelle/n: 004 u.a.)
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00.09.1926 Gregor Straer wird Reichspropagandaleiter.
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01.11.1926 Hauptmann a. D. Franz von Pfeffer wird Leiter der neu
           geschaffenen Obersten SA-Fhrung (OSAF), der auch SS
           und Hitlerjugend (HJ) unterstehen.
           (Quelle/n: 004 u.a.)
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09.11.1926 Ernennung von Gbbels zum Gauleiter von Berlin.
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00.12.1926 Verffentlichung des zweiten Bandes von Hitlers "Mein
           Kampf".
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26.11.1926 Goebbels tritt sein Amt als Gauleiter von Berlin an.
           (Quelle: 191)
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05.03.1927 Das am 09.03.1925 von der bayerischen Regierung gegen
           Hitler verhngte Redeverbot ist aufgehoben.
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05.05.1927 Nach mehreren Gewalttaten der SA wird die NSDAP in
           Berlin verboten.
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04.07.1927 Elsa Bruckmann unternimmt mit Hilfe des mit ihr
           befreundeten Prinzen Karl zu Lwenstein den Versuch,
           die westdeutsche Groindustrie fr Hitler zu
           interessieren. Sie bringt Hitler in ihrer Wohnung mit
           einem der Nestoren des Ruhrreviers, dem 80jhrigen
           Geheimrat Emil Kirdorf, zusammen. Kirdorf zeigt sich
           von Hitler beindruckt. Er wird mit der Nummer 71032
           Mitglied der NSDAP, tritt nach einem Jahr aber wieder
           aus. Erst 1934 tritt er wieder ein. In der Zwischenzeit
           ist seine persnliche Bindung zu Hitler aber nie
           abgebrochen.
         - Goebbels bringt in Berlin seine eigen Zeitung: "Der
           Angriff" heraus.
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00.08.1927 Der "Kampfbund fr Deutsche Kultur" wird von der NSDAP
           Reichsleitung als Sonderorganisation anerkannt. (nur
           bis Ende 1928)
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19.08.1927 -
21.08.1927 Dritter Reichsparteitag der NSDAP in Mnchen. Aufmarsch
           von 10.000 SA-Leuten.
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26.10.1927 Geheimrat Kirdorf ldt 14 fhrende Industrielle auf
           seinen Besitz "Streithof" bei Mlheim. Er will ihnen
           Gelegenheit geben, Hitler zu hren. Der Erfolg fr
           Hitler bleibt aber aus.
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00.00.1928 Ernst Rhm geht als Militrberater bis 1930 nach
           Bolivien.
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00.01.1928 Der Deutsche Frauenorden "Rotes Hakenkreuz" wird von
           der NSDAP Reichsleitung als Sonderorganisation
           anerkannt.
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02.01.1928 Gregor Straer wird Reichsorganisationsleiter und
           Hitler bernimmt dessen ehemalige Position als
           Reichspropagandaleiter mit Himmler als Stellvertreter.
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09.01.1928 Auf Anregung von Paul Reusch (Gutehoffnungshtte)
           finden sich die zwlf fhrenden Herren von Stahl, Eisen
           und Kohle bei dem Skeptiker Krupp von Bohlen und
           Halbach in der Villa Hgel bei Essen, dem Schlo der
           Krupps, zusammen. Sie grnden die "Ruhrlade", nicht so
           sehr eine geheime Nebenregierung, sondern eine Art von
           Ausspracheforum und Clearing - Pool fr die Frderung
           konservativ - autoritrer Gremien und nicht -
           sozialistischer Parteien bei Wahlkmpfen. Zur
           "Ruhrlade" gehren u. a. der Freiherr von der Villa
           Hgel, Ernst Poensgen, Peter Klckner, Albert Vgler
           von den Vereinigten Stahlwerken und Fritz Thyssen (1873
           - 1951), Erbe des von August Thyssen begrndeten
           Stahlimperiums und Vorsitzender der Internationalen
           Rohstahlgemeinschaft. Es ist als sicher anzunehmen, das
           die NSDAP von diesem Kreis frhestens 1930 erste
           geringe Frderung erhielt.
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31.03.1928 Das am 05.05.1927 verhngte Verbot gegen die NSDAP in
           Berlin ist aufgehoben.
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20.05.1928 Reichtagswahlen: Nur 2,6 % fr die NSDAP. Unter den
           zwlf NSDAP - Abgeordneten im neuen Reichstag sind
           Frick, Fedder, G. Straer, Epp, Gring und Goebbels.
         - Im Preuischen Landtag sitzen u. a. Ley, Karl Kaufmann
           und Hans Kerrl.
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00.09.1928 Der Bund Nationaler Deutscher Juristen (BNSDJ) wird von
           der NSDAP Reichsleitung als Sonderorganisation
           anerkannt. (Ab 1936 als NS - Rechtswahrerbund (NSRB))
         - Das von der preuischen Regierung gegen Adolf Hitler am
           09.03.1925 verhngte Redeverbot wird aufgehoben.
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01.10.1928 Die NSDAP - Gaue (25 auerhalb Bayerns) werden den
           Reichstagswahlkreisen angeglichen.
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00.01.1929 2 Millionen Erwerbslose.
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06.01.1929 Himmler wird zum Reichsfhrer SS ernannt. Die erst 280
           Mitglieder zhlende SS ist zunchst dem Stabschef der
           SA unterstellt.
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02.02.1929 Im sogenannten Hitler - Straue - Proze in Mnchen
           macht Frau Dr. von Seidlitz eine Zeugenaussage: Ja, sie
           habe Hitler, als sie von seinen Schwierigkeiten hrte,
           im Januar oder Februar 1923 einen greren Betrag
           "bedingungslos und freiwillig" gegeben. Es handelt sich
           um 20 - 30.000 Mark, nach heutigem Stand (1929) also
           2 - 3.000 Mark.
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00.06.1929 Grndung der Reichsorganisationsabteilung II (der
           NSDAP) unter Oberst a. D. Konstantin Hierl zur
           Ausarbeitung politischer Sachprogramme.
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07.06.1929 Unterzeichnung des Young - Planes zur Regelung der
           Reparationszahlungen ( fester Zahlungsplan ber 59
           Jahre).
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12.06.1929 Anne Frank, Kind deutscher jdischer Eltern, bekannt
           durch das nach ihrer Verhaftung aufgefundene, und in
           aller Welt verffentlichte Tagebuch, wird geboren.
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23.06.1929 Erste kommunale Mehrheit der NSDAP bei den
           Stadtratswahlen in Coburg.
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09.07.1929 Der Reichsausschu fr das Volkssbegehren gegen den
           Young - Plan aus DNVP (Vorsitzender seit 1928: der
           alldeutsche Groverleger Alfred Hugenberg), Stahlhelm
           (Bundesfhrer Franz Seldte), Landbund, Landvolkpartei,
           NSDAP u. a. bildet einen Arbeitsausschu.
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00.08.1929 Der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) wird von
           der NSDAP Reichsleitung als Sonderorganisation
           anerkannt.
         - Der Nationalsozialistische Deutsche rztebund (NSDB)
           wird von der NSDAP Reichsleitung als Sonderorganisation
           anerkannt.
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01.08.1929 Durch das "Gesetz ber die kommunale Neugliederung des
           rheinisch-westflischen Industriegebietes" wird aus den
           Stdten Barmen, Cronenberg, Elberfeld, Ronsdorf und
           Vohwinkel sowie dem Ortsteil Beyenburg die Gesamtstadt
           Wuppertal gebildet.
           (Quelle: 191)
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01.08.1929 -
04.08.1929 Reichsparteitag der NSDAP in Nrnberg.
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00.10.1929 Rudolf He kommt ber Kirdorf zu Fritz Thyssen und
           erreicht, das dieser einen Kredit bei einer
           hollndischen Bank deckt. Da die NSDAP das Geld nur
           teilweise zurckzahlen kann, steht Thyssen fr einen
           erheblichen Teil (etwa 150.000 Mark) gerade.
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25.10.1929 Kurssturz an der New Yorker Brse ("Schwarzer Freitag")
           Beginn der Weltwirtschaftskrise
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00.11.1929 Der Nationalsozialistische Schlerbund (NSSB) wird von
           der NSDAP Reichsleitung als Sonderorganisation
           anerkannt. (Im Juni 1932 der HJ eingegliedert)
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17.11.1929 Stadtverordnetenwahlen in Wuppertal:

           Partei          Stimmen (%)  Sitze

           SPD             22,7         18
           KPD             16,0         13
           DNVP/K          15,1         12
           Zentrum         12,3         10
           WP               9,7          8
           DVP              8,6          6
           CVD (FEW)/CSV    6,9          5
           DDP/DStP         2,5          2
           NSDAP            2,7          2 (das sind 5161 Stimmen)
           sonstige         3,5          -

           Wahlbeteiligung 66,7

           (Quelle: 191)
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22.12.1929 Scheitern des von der NSDAP mitgetragenen
           Volksentscheids gegen den Young - Plan. Nur 13,8 % (5,8
           Millionen) der Stimmberechtigten stimmen fr das zum
           Volksentscheid vorgelegte "Gesetz gegen die Versklavung
           des deutschen Volkes".
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14.01.1930 Mit der Ernennung von Wilhlem Frick zum Innenminister
           von Thringen wird erstmals ein Mitglied der NSDAP in
           ein Regierungsamt gewhlt.
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23.01.1930 Beteiligung der NSDAP an einer Landesregierung in
           Thringen. Frick wird Innen- und Volksbildungsminister
           der rechtsbrgerlichen Fnf - Parteien - Koalition.
           Nach Konflikten mit dem Reich (Polizei, Schulgebete)
           tritt Frick am 01.04.1931 zurck.
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23.02.1930 Der Berliner SA-Sturmfhrer Horst Wessel stirbt nach
           einer privaten Auseinandersetzung mit einem
           Kommunisten. Goebbels stilisiert den Verfasser des
           "Horst - Wessel - Liedes" (Parteihymne) zum politischen
           Mrtyrer.
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06.03.1930 Parteiamtliche Kundgebung ber die Stellung der NSDAP
           zu Landvolk und Landwirtschaft.
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11.03.1930 -
12.03.1930 Annahme des Young - Planes durch den Reichstag.
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18.03.1930 Der Reichstag verabschiedet ein neues
           Republikschutzgesetz.
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27.03.1930 Sturz der Groen Koalition (SPD, DDP, Zentrum, BVP,
           DVP) unter dem Sozialdemokraten Hermann Mller. uerer
           Anla ist die von der DVP geforderte Erhhung der
           Beitrge zur Arbeitslosenversicherung.
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28.03.1930 Erstes Kabinett Brning. (?)
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30.03.1930 Brning bildet ein Minderheitskabinett (DDP, Znetrum,
           BVP, Wirtschaftspartei, Volkskonservative).
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27.04.1930 Fhrertagung in Mnchen; Goebbels wird zum
           Reichspropagandaleiter ernannt.
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22.06.1930 Wahlen in Sachsen: 14,4 % fr die NSDAP.
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16.07.1930 -
18.07.1930 SPD, KPD, DNVP und NSDAP lehnen Brnings Programm zur
           Haushaltsdeckung ab und veranlassen die Aufhebung
           entsprechender Notverordnungen.
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18.07.1930 Auflsung des Reichstags durch Brning. 1930 stehen 52
           vom Reichtstag verabschiedeten Gesetzen fnf
           Notverordnungen gegenber - 1932 fnf Gesetzen und 60
           Notverordnungen.
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25.08.1930 ldt die SPD in Breslau ihre Anhnger sowie die
           Nationalsozialisten zu einer Auseinandersetzung ueber
           das Thema "Sozialismus oder Nationalsozialismus" ein.
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14.09.1930 Anstieg der NSDAP von 12 auf 107 Mandate bei den
           Reichstagswahlen. (... mehr als 18% der Whlerstimmen)
         - Im einzelnen in %
           Schleswig - Holstein      : 27,0
           Weser - Ems               : 20,5
           Hamburg                   : 19,2
           Osthannover               : 20,6
           Mecklenburg               : 20,1
           Pommern                   : 24,3
           Ostpreuen                : 22,5
           Frankfurt (Oder)          : 22,7
           Potsdam I                 : 18,8
           Potsdam II                : 16,7
           Berlin                    : 12,8
           Magdeburg                 : 19,5
           Sdhannover - Braunschweig: 24,3
           Westfalen - Nord          : 12,2
           Westfalen - Sd           : 13,9
           Dsseldorf - West         : 16,8
           Dsseldorf - Ost          : 17,0
           Kln - Aachen             : 14,5
           Hessen - Nassau           : 20,8
           Hessen - Darmstadt        : 18,5
           Thringen                 : 19,3
           Merseburg                 : 20,5
           Dresden - Bautzen         : 16,1
           Leipzig                   : 14,0
           Chemnitz - Zwickau        : 23,8
           Liegnitz                  : 20,9
           Breslau                   : 24,2
           Oppeln                    :  9,5
           Koblenz - Trier           : 14,9
           Pfalz                     : 22,8
           Franken                   : 20,5
           Niederbayern              : 12,0
           Oberbayern - Schwaben     : 16,3
           Wrttemberg               :  9,4
           Baden                     : 19,2
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23.09.1930 Beginn: "Ulmer Reichswehrproze"
           In einer in Ulm stationierten Artillerieabteilung
           hatten drei junge Leutnants eine Art
           nationalsozialistische Zelle gebildet und waren wegen
           Hochverrat vor dem Leipziger Reichsgericht angeklagt
           worden.
           (25.09.1930)
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25.09.1930 Aussage Hitlers vor dem Reichsgericht in Leipzig beim
           "Ulmer Reichswehrproze". Die Verteidigung der
           Angeklagten lt Hitler ber die Ziele seiner Partei
           befragen. Dieser nutzt die Chance, wenige Tage nach dem
           spektakulren Wahlerfolg seiner Partei nun zu
           versichern, da er seine Vorstellungen auf legale Weise
           verwirklichen will. Wenn in nationalsozialistischen
           Publikationen von einer "nationalen Revolution" die
           Rede sei, so sei dies lediglich als eine "allgemeine
           geistige und vlkische Erhebung des deutschen Volkes zu
           verstehen". Trotz seiner Legalittsbeteuerungen macht
           Hitler aber auch folgende Aussage: "Wenn unsere
           Bewegung in ihrem legalen Kampfe siegt, wird ein
           deutscher Staatsgerichtshof kommen, und der November
           1918 wird seine Shne finden, und es werden Kpfe
           rollen."
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00.10.1930 Anfang des Monats - Die NSDAP, die DNVP, der Stahlhelm
           und andere rechtsgerichtete Krfte veranstalten in Bad
           Harzburg ein gemeinsames Treffen. Es wird die
           "Harzburger Front" gebildet.
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01.10.1930 Beteiligung der NSDAP an der Regierung in Braunschweig.
           Anton Franzen (NSDAP) wird Innen- und
           Volksbildungsminster einer brgerlich -
           nationalsozialistischen Koalition. (ab 15.09.1931 lst
           Dietrich Klagges Franzen ab)
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05.10.1930 Ergebnislose Unterredung zwischen Brning und Hitler
           ber eine Tolerierung des Kabinetts.
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01.11.1930 Dr. Werner Best tritt mit der Mitgliedsnummer: 341 338
           in die NSDAP ein.
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20.11.1930 Die anarchistische Vereinigung Berlin organisiert eine
           Veranstaltung im Lokal Koehler in Neukoelln zum Thema
           "Sozialismus und Nationalismus", zu der auch die
           Mitglieder vom "Bund der revolutionaeren
           Nationalsozialisten" eingeladen werden. Als Redner
           traten Rudolf Rocker und Dr. Otto Strasser auf. Die
           Versammlung musste aufgrund des grossen Andrangs in ein
           groesseres Lokal verlegt werden. Trotzdem konnten lange
           nicht alle Einlass finden, die Rudolf Rocker und Dr.
           Otto Strasser hoeren wollten, und die Anwesenden
           mussten sich im kleinen Hohenstaufensaal nach
           Entfernung der Tische fast zerquetschen lassen. Genosse
           Rocker setzte in meisterhafter Rede auseinander, aus
           welchen Gruenden die Anarchisten jeden
           nationalistischen und Rassenstandpunkt ablehnen
           muessen. Dr. Strasser erwiderte ruhig, sachlich und in
           ehrlicher Bemuehung, gerecht zu urteilen und gerechte
           Beurteilung fuer seine Sache zu werben.
           Selbstverstaendlich sollte keine Einigung
           herbeigefuehrt werden; es sollte, wie der Herausgeber
           des FANAL (d.i. Erich Muehsam, d. Verf.) in seiner
           Begruessungsansprache ausfuehrte, der Gegensatz
           zwischen zwei Weltanschauungen scharf herausgearbeitet
           werden, jedoch im Geiste unzweideutiger gegenseitiger
           Achtung, um dem Proletariat das Beispiel zu geben, dass
           Gegensaetze zwischen Revolutionaeren mit Gruenden und
           Gegengruenden und nicht mit Faeusten und Schlagringen
           ausgetragen werden koennen."
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01.12.1930 Notverordnung Brnings zur Sicherung von Wirtschaft und
           Finanzen (u. a. Krzung der Beamtengehlter um 6 %).
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05.12.1930 -
09.12.1930 Goebbels lt in Berlin den Antikriegsfilm "Im Westen
           nichts neues" (nach Remarque) stren, der wegen
           "Schdigung des deutschen Ansehens" schlielich
           verboten wird.
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31.12.1930 Auf katholischer Seite lehnt die Enzyklika "Casti
           connubii" - mit Einschrnkungen - die
           Unfruchtbarmachung ab.
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00.00.1931 Beginn der Erhebungen ber die beiden "auereuopischen
           Fremdrassen" in Deutschland (Juden und Zigeuner) duch
           die "NS - Auskunftei" des "SD des Reichsfhrers SS" in
           Mnchen.
         - Im Herbst wird der SD des RFSS gegrndet.
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00.01.1931 Ernst Rhm wird Stabschef der SA.
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10.02.1931 Erklrung der bayerischen Bischfe gegen den
           Nationalsozialismus.
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00.03.1931 Auch andere Kirchenprovinzen schlieen sich der
           Erklrung der bayerischen Bischfe vom 10.02.1931 an.
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21.03.1931 Die Reichsregierung gibt den Plan einer Zollunion mit
           sterreich bekannt.
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00.04.1931 Reinhard Heydrich wird nach einem Ehrenverfahren aus
           der Marine entlassen.
         - Die Berliner SS hilft unter der Fhrung von Daluege den
           "Stennes-Putsch" zu unterdrcken.
           (Quelle: 004)
         - Hitler gibt der SS die Losung: "SS-Mann, Deine Ehre
           heit Treue."
           (Quelle: 004)
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11.05.1931 Zusammenbruch der sterreichischen Credit - Anstalt.
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17.05.1931 Landtagswahlen in Oldenburg: 37,2 % fr die NSDAP.
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20.05.1931 Fachkonferenz fr Eugenik (Rassenhygiene,
           Erbgesundheitslehre, E. K.) des Centralausschusses der
           Inneren Mission in Treysa (... im Wesentlichen stellt
           sich die Konferenz gegen die Ttung "Unwerten Lebens"
           und stellt fest, das erbbiologische Gesundheit nicht
           gleich ethische Hochwertigkeit bedeutet...)
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14.06.1931 Erste Begegnung Himmler - Heydrich.
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13.07.1931 +
14.07.1931 Der Zusammenbruch der sterreichischen Credit - Anstalt
           fhrt zu starken Kreditabflssen aus Deutschland und
           zum Zusammenbruch der Darmstdter und Nationalbank. Die
           deutschen Banken und Sparkassen werden bis zum
           05.08.1931 geschlossen.
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14.07.1931 Heydrich tritt der SS bei.
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24.07.1931 Unterzeichnung des Hoover - Moratoriums, das alle
           deutschen Reparationsverpflichtungen auf Vorschlag der
           USA unterbricht.
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09.08.1931 Der vom Stahlhelm beantragte, von der NSDAP
           untersttzte Volksentscheid ber die Auflsung des
           Preuischen Landtags scheitert mit 36,8 % (9,79
           Millionen) der Stimmen.
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00.09.1931 Nach Protesten Frankreichs verzichten sterreich und
           Deutschland auf die am 21.03.1931 geplante Zollunion.
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05.10.1931 Grndung des Geheimdienstes der SS - der SD.
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06.10.1931 Dritte Notverordnung der Reichsregierung zur Sicherung
           von Wirtschaft und Finanzen und zur Bekmpfung
           politischer Asuschreitungen.
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07.10.1931 Rcktritt des ersten Kabinetts Brning.
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10.10.1931 (?) Hitler und Gring sind zum Gesprch bei Hindenburg,
           der die Tolerierung des umgebildeten Kabinetts Brning
           erhofft.
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11.10.1931 In Bad Harzburg tagt die "Nationale Opposition" aus
           NSDAP, DNVP, Stahlhelm u. a. und bildet die "Harzburger
           Front". Diese jedoch ist brchig.
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18.10.1931 Grter bisheriger SA - Aufmarsch in Braunschweig, mit
           dem Hitler seine Eigenstndigkeit zur Harzburger Front
           unterstreicht.
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16.11.1931 Der Reichstag lehnt den Antrag der "Nationalen
           Opposition" auf Auflsung sowie Mitrauensantrge gegen
           die Regierung Brning ab.
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25.11.1931 Bei einer Hausdurchsuchung werden Umsturzplne
           hessischer Nationalsozialisten, die sogenannten
           Boxheimer Dokumente, gefunden.
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08.12.1931 Vierte Notverordnung zur Sicherung von Wirtschaft und
           Finanzen und zum Schutz des inneren Friedens (u. a.
           Gehaltskrzungen um 9 %, Reichsfluchtsteuer von 20 %
           des Vermgens bei Auswanderung, Uniformverbot fr
           politische Parteien).
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16.12.1931 ADGB, SPD, Reichsbanner u. a. grnden gegen den
           Nationalsozialismus die Kampforganisation "Eiserne
           Front".
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18.12.1931 Werner Willikens, stellvertretender Leiter des
           agrarpolitischen Apparates der NSDAP, wird einer der
           vier Prsidenten des Reichslandbundes.
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00.00.1932 In England grndet Sir Oswald Mosley die faschistische
           Partei "British Union of Fascists" (BUF), die in den
           folgenden Jahren bis auf 50.000 Mitglieder anwchst.
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06.01.1932 -
12.01.1932 Ergebnislose Verhandlungen der Reichsregierung mit
           Hitler, Hugenberg u. a. ber eine Verlngerung der
           Amtszeit Hindenburgs durch Verfassungsnderung.
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16.01.1932 Reichskanzler Schleicher verhandelt ergebnislos mit dem
           Fhrer des Zentrums, Prlat Kaas, ber Mglichkeiten
           zur Bildung einer neuen Regierung. Das Zentrum hatte
           bei der letzten Reichstagswahl im November 11,9% der
           Stimmen erhalten und verfgt ber 70 Sitze im
           Reichstag.
         - Auf einer Gauleitertagung der NSDAP in Weimar kann
           Hitler die NSDAP-Fhrer geschlossen hinter sich
           bringen, und Strasser, der fr eine
           Regierungsbeteiligung unter Schleicher eintritt,
           endgltig isolieren.
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27.01.1932 Vortrag Hitlers vor dem Industrieklub in Dsseldorf.
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22.02.1932 Die Harzburger Front ist uneins ber die
           Prsidentschaftskandidatur: Stahlhelm und DNVP
           nominieren Theodor Duesterberg, Goebbels gibt die
           Kandidatur Hitlers bekannt.
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25.02.1932 Erwerb der deutschen Staatsangehrigkeit durch Hitler
           als Folge seiner Ernennung zum Regierungsrat bei der
           Braunschweiger Gesandschaft in Berlin.
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00.03.1932 6,13 Millionen - also ber 30 % der Erwerbsttigen
           arbeitslos.
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13.03.1932 Bei der Reichsprsidentenwahl verfehlt der vor allem
           von den demokratischen Parteien untersttzte Hindenburg
           die notwendige absolute Mehrheit nur knapp (49,6 %).
           Hitler erhlt 30,1 %, Duesterberg 6,8 % und Ernst
           Thlmann (KPD) 13,2 % der Stimmen.
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10.04.1932 Im zweiten Wahlgang zur Reichsprsidentenwahl erhlt
           Hindenburg 53,0 %, Hitler 36,8 % und Thlmann 10,2 %
           der Stimmen.
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13.04.1932 Die Notverordnung zur Sicherheit der Staatsautoritt
           fhrt zum Verbot von "Privatheer" SA und SS.
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24.04.1932 Bei den Landtagswahlen in Preuen, Wrtemberg, Anhalt
           und Hamburg wird die NSDAP strkste, in Bayern
           zweitstrkste Partei.
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28.04.1932 +
07.05.1932 General von Schleicher, Chef des Ministeramts im
           Reichwehrministeriums, spricht mit Hitler ber die
           Tolerierung eines neuen Kabinetts.
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21.05.1932 Alfred Freyberg (NSDAP) wird Ministerprsident von
           Anhalt.
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30.05.1932 Brning tritt zurck, da Hindenburg ihm u. a. wegen des
           SA-Verbots und Plnen zur Zwangsenteignung von nicht
           entschuldungsfhigem ostelbischem Grundbesitz das
           Vertrauen entzieht.
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01.06.1932 Hindenburg ernennt auf Vorschlag Schleichers Franz von
           Papen (bis 03.06.1932 Mitglied des Zentrums) zum
           Reichskanzler eines "Kabinetts der nationalen
           Konzentration" mit rechtskonservativ - autoritrem,
           unternehmerfreundlichem Programm; Schleicher wird
           Wehrminister. Beide bemhen sich um Tolerierung durch
           Hitler, dessen Bedingungen (Reichstagsneuwahl,
           Aufhebung des SA- und Uniformverbots) praktisch ohne
           Gegenleistung erfllt werden.
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04.06.1932 Auflsung des Reichstages.
         - Aufhebung des Uniformverbots.
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14.06.1932 oder
16.06.1932 oder
17.06.1932 Aufhebung des SA / SS - Verbotes vom 13.04.1932.
           (Quellendifferenz)
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16.06.1932 -
19.07.1932 Die Reparationskonferenz in Lausanne vereinbart
           endgltige Streichung der deutschen Reparationsschuld.
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16.06.1932 Nach den Landtagswahlen in Oldenburg wird Gauleiter
           Carl Rver Ministerprsident einer rein
           nationalsozialistischen Landesregierung.
         - Nach den Landtagswahlen in Mecklenburg - Schwerin wird
           Gauleiter Walter Granzow Ministerprsident einer rein
           nationalsozilistischen Landesregierung
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00.07.1932 Reinhard Heydrich bernimmt den SD.
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17.07.1932 "Altonaer Blutsonntag" (18 Tote): Hhepunkt
           brgerkriegshnlicher Straenkmpfe zwischen SA und KPD
           vor allem in den Grostdten (11.01.32 - 23.09.32
           insges. 155 Tote).
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20.07.1932 Der sogenannte "Preuen - Schlag" !
           Reichskanzler von Papen lt mit Hilfe einer durch den
           Reichsprsidenten gezeichneten Notverordnung die (nur
           noch geschftsfhrende) Regierung des
           sozialdemokratischen Ministerprsidenten Otto Braun
           absetzen. Von Papen wird zum Reichskommissar fr
           Preuen ernannt und mit der Fhrung der Geschfte des
           preuischen Ministerprsidenten beauftragt. Als sein
           Stellvertreter und preuischer Innenminister wird der
           Essener Oberbrgermeister Fritz Bracht bestellt. Als
           die preuische Regierung beim Staatsgerichtshof klagt
           erreicht sie nur: "Die Regierung Braun drfe Preuen
           nach auen hin vertreten, aber der Reichskommissar sei
           rechtmig eingesetzt und knne weiter faktisch die
           Regierungsgewalt ausben". Diese Aktion ist durch die
           Beseitigung des sozialdemokratischen Einflusses bei
           Verwaltung und Polizei ein wichtiger Punkt in den
           Vorbereitungen fr die sptere Diktatur der NSDAP.
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31.07.1932 Die NSDAP erringt in den Reichstagswahlen 230 Mandate
           von insgesamt 608 Sitzen, obwohl die "Ruhrlade" dem
           Gegenkandidaten von Papen den Wahlkampf finanzierte.
           (... mehr als 37% der Whlerstimmen)
         - Im einzelnen in %
           Schleswig - Holstein      : 51,0
           Weser - Ems               : 38,4
           Hamburg                   : 33,7
           Osthannover               : 49,5
           Mecklenburg               : 44,8
           Pommern                   : 48,0
           Ostpreuen                : 47,1
           Frankfurt (Oder)          : 48,1
           Potsdam I                 : 38,2
           Potsdam II                : 33,0
           Berlin                    : 24,6
           Magdeburg                 : 43,8
           Sdhannover - Braunschweig: 46,1
           Westfalen - Nord          : 25,7
           Westfalen - Sd           : 27,2
           Dsseldorf - West         : 27,0
           Dsseldorf - Ost          : 31,6
           Kln - Aachen             : 20,2
           Hessen - Nassau           : 43,6
           Hessen - Darmstadt        : 43,1
           Thringen                 : 43,4
           Merseburg                 : 42,6
           Dresden - Bautzen         : 39,3
           Leipzig                   : 36,1
           Chemnitz - Zwickau        : 47,0
           Liegnitz                  : 48,0
           Breslau                   : 43,5
           Oppeln                    : 29,2
           Koblenz - Trier           : 28,8
           Pfalz                     : 43,7
           Franken                   : 39,3
           Niederbayern              : 20,4
           Oberbayern - Schwaben     : 27,1
           Wrttemberg               : 30,3
           Baden                     : 36,9

           Mit einem aufsehenerregenden "Deutschlandflug" hatte
           Hitler 50 Wahlversdammlungen in zwei Wochen absolviert.
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09.08.1932 Fr politischen Mord wird die Todesstrafe eingefhrt.
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10.08.1932 In Potempa (Oberschlesien) trampeln fnf
           Nationalsozialisten einen Kommunisten in seiner Wohnung
           zu Tode. Hitler rechtfertigt die Tat in einem
           Telegramm. ber die Tter wird die Todesstrafe
           verhngt.
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13.08.1932 Hindenburg lehnt Hitler als Reichskanzler ab. Aber auch
           Hitler gibt sich Hindenburg gegenber mit dem Posten
           des Vizekanzlers nicht zufrieden.
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26.08.1932 Gauleiter Fritz Sauckel (NSDAP) wird Ministerprsident
           von Thringen.
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02.09.1932 Die fnf Potempa-Mrder werden zu lebenslanger Haft
           begnadigt.
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04.09.1932 Notverordnung von Papens zur Belebung der Wirtschaft.
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12.09.1932 Auflsung des Reichstags durch von Papen, nach dem der
           Reichstag mit 512 : 42 Stimmen die Aufhebung einer
           Notverordnung zur Belebung der Wirtschaft vom
           04.09.1932 verlangt.
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12.10.1932 Das Verfahren wegen der am 25.11.1931 gefundenen
           Umsturzplne hessischer Nationalsozialisten, der
           sogenannten Boxheimer Dokumente, vor dem Reichsgericht
           ist eingestellt worden.
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06.11.1932 Rckgang der NSDAP bei den Reichstagswahlen auf 196
           Mandate, bleibt aber strkste Fraktion im Reichstag.
           Die "Ruhrlade" beschliet eine "Indirekte Frderung"
           der NSDAP, falls sich diese "Bewegung zhmen liee".
           (... annhernd 33% der Wh1lerstimmen)
         - Im einzelnen in %
           Schleswig - Holstein      : 45,7
           Weser - Ems               : 31,9
           Hamburg                   : 27,2
           Osthannover               : 42,9
           Mecklenburg               : 37,0
           Plommern                  : 43,1
           Ostpreuen                : 39,7
           Frankfurt (Oder)          : 42,6
           Potsdam I                 : 34,1
           Potsdam II                : 29,1
           Berlin                    : 22,5
           Magdeburg                 : 39,0
           Sdhannover - Braunschweig: 40,6
           Westfalen - Nord          : 22,3
           Westfalen - Sd           : 24,8
           Dsseldorf - West         : 24,2
           Dsseldorf - Ost          : 27,0
           Kln - Aachen             : 17,4
           Hessen - Nassau           : 41,2
           Hessen - Darmstadt        : 40,2
           Thringen                 : 37,1
           Merseburg                 : 34,5
           Dresden - Bautzen         : 34,0
           Leipzig                   : 42,1
           Chemnitz - Zwickau        : 43,4
           Liegnitz                  : 42,1
           Breslau                   : 40,4
           Oppeln                    : 26,8
           Koblenz - Trier           : 26,1
           Pfalz                     : 42,6
           Franken                   : 36,4
           Niederbayern              : 18,5
           Oberbayern - Schwaben     : 24,6
           Wrttemberg               : 26,2
           Baden                     : 34,1

           Die Verluste bei den Wahlen rufen bei Teilen den NSDAP
           Katastrophenstimmung hervor.
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12.11.1932 Schacht schreibt einen Brief an Hitler, der in ber das
           schlechte Wahlergebnis des 6. November hinwebringen
           soll.
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17.11.1932 Rcktritt des Kabinetts von Papen.
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19.11.1932 Eingabe von Groagrariern und Industriellen an
           Hindenburg zugunsten einer Kanzlerschaft Hitlers.
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02.12.1932 Hindenburg ernennt wiederstrebend von Schleicher zum
           Reichskanzler.
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04.12.1932 Bei Gemeindewahlen in Thringen erleidet Hitlers NSDAP
           erneut eine schwere Niederlage. Sie verliert gegenber
           der Reichstagswahl vom 06.11.1932 fast ein viertel der
           Stimmen. Die Rckschlge fr Hitlers Partei sind
           unverkennbar. Schon bei den Gemeindewahlen in Sachsen
           hat die NSDAP 20% der Whler verloren, in Bremen waren
           es 17% Verlust.
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08.12.1932 Gregor Strasser legt alle Parteimter nieder. Schwere
           Kriese innerhalb der NSDAP.
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00.00.1933 Forderung des "Rasse- und Siedlungshauptamtes" der SS
           in Berlin, die Zigeuner und Zigeunermischlinge zu
           sterilisieren.
         - Ergebnis einer bereinkunft zwischen Hitler und Kirdorf
           aus dem Jahr 1927: Die von Kirdorf geleiteten und
           gegrndeten Kohlesyndikate fhren seit 1927 vom
           Verkaufserls jeder Tonne Kohle fnf Pfennig an die
           NSDAP ab. Das wrde (nach Quelle) seit 1927 jhrlich
           6.150.000 Reichsmark bedeuten.
         - Aus politischen Grnden genderte Straennamen in
           Wuppertal:

           Adolf-Hitler-Strae
             vorher: Hofkamp, Berliner Strae, die Huser Neuen
                     Teich 101 und Kipdorf 6, Haspler Strae,
                     Neuer Weg
             1984  : Hofkamp, Haspeler Strae, Friedrich-Engels-
                     Allee

           Boelckestrae
             vorher: Bebelstrae
             1984  : Boelckestrae

           Dietrich-Eckart-Strae
             vorher: Heinestrae
             1984  : Heinrich-Heine-Strae

           Exerzierplatz
             vorher: Platz der Republik
             1984  : Platz der Republik

           Henschestrae
             vorher: Buschstrae
             1984  : Hardtweg

           Hermann-Gring-Strae
             vorher: Walther-Rathenau-Strae
             1984  : Neumarktstrae

           Horst-Wessel-Platz
             vorher: Platz der Republik
             1938  : Platz der Ostmark
             1984  : ohne Bezeichnung

           Langemarckstrae
             vorher: Fritz-Ebert-Strae
             1984  : Stresemann-Strae

           Lnsstrae
             vorher: Kohlenstrae, Rathenaustrae
             1984  : Lnsstrae

           Richthofenstrae
             vorher: August-Bebel-Strae
             1984  : August-Bebel-Strae

           Schlageterstrae (bis 1938/1939)
             vorher: Am Walde
             1984  : Am Sandholz

           Schwarzer Weg
             vorher: Fritz-Ebert-Strae
             1984  : Schwarzer Weg

           Stndestrae
             vorher: Genossenschaftsstrae/Vorwrtsstrae/Be-
                     freiungsstrae
             1984  : Konsumstrae

           Standartenstrae
             vorher: Lasallestrae/Bahnstrae/Feldstrae
             1984  : Etzelstrae

           Treitschkestrae
             vorher: Einsteinstrae
             1984  : berbaut

           Werner-Hanemann-Strae
             vorher: Bachstrae
             1984  : Gathe
(Quelle: 191)
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00.01.1933 Die SS umfat rund 56.000 Mann.
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04.01.1933 Besprechung: Hitler und von Papen im Hause des Bankiers
           Baron Kurt von Schroeder in Kln. Diese Unterredung
           fhrt zur Bildung eines national - sozialistisch -
           konservativen Koalitionskabinetts unter Hitler.
           (30.01.1933)
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15.01.1933 Wahlerfolg der NSDAP in Lippe: 39,5 %
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25.01.1933 Die Wuppertaler Stadtverordnetenversammlung Tagt zum
           letzten mal.
           (Quelle: 191)
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25.01.1933 -
12.03.1933 Der Wuppertaler Oberbrgermeister Friedrich und das
           Beigeordnetenkollegium, bis dahin der
           Stadtverordnetenversammlung verantwortlich, treffen
           alle Entscheidungen allein.
           (Quelle: 191)
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28.01.1933 Rcktritt des Kabinetts von Schleicher.
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30.01.1933 Hindenburg beruft Adolf Hitler zum Reichskanzler und
           Franz von Papen zum Vizekanzler. (04.01.1933
           (Quelle/n: 185 u.a.)
         - Hindenburg vereidigt Hitler, von Papen und die brigen
           Mitglieder des neuen Kabinetts:
           Reichskanzler: Adolf Hitler - NSDAP
           Stellvertreter des Reichskanzlers und Reichskommissar
           fr das Land Preuen: Franz v. Papen - bis 1932 Zentrum
           Reichsminister des Auswrtigen: Konstantin Freiherr von
                                           Neurath - parteilos
           Reichsminister des Innern: Wilhelm Frick - NSDAP
           Reichsjustizminister: Franz Grtner - DNVP
           Reichswehrminister: Generalleutnant Werner von Blomberg
                               - parteilos
           Reichsminister der Finanzen: Johann Ludwig Graf
                                        Schwerin von Krosigk -
                                        parteilos
           Reichswirtschaftsminister und Reichsminister fr
           Ernhrung und Landwirtschaft: Alfred Hugenberg - DNVP
           Reichsarbeitsminister: Franz Seldte - Stahlhelm
           Reichspost- und Reichsverkehrsminister:
                                 Paul Freiherr von Eltz - Rbenach
           Reichsminister ohne Geschftsbereich, Reichskommissar
           fr den Luftverkehr, gleichzeitig betraut mit der
           Wahrnehmung der Geschfte des Preuischen Ministeriums
           des Innern: Hermann Gring - NSDAP
           Reichskommissar fr die Arbeitsbeschaffung: Gnther
                                                       Gereke
         - In der ersten Kabinettssitzung am Nachmittag drngt
           Adolf Hitler auf Neuwahlen und findet die Zustimmung
           der Mehrheit der Minister. Durch die Neuwahlen soll das
           Mehrheitsverhltniss zu Gunsten der NSDAP verndert
           werden.
         - Die Nationalsozialisten feiern ihren Erfolg mit einem
           Fackelzug durch das Brandenburger Tor.
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31.01.1933 Vehandlungen Hitlers mit dem Vorsitzneden des Zentrums,
           Prlat Ludwig Kaas, ber eine eventuelle
           Regierungsbeteiligung. Nach Abbruch der Gesprche durch
           Hitler Kabinettsempfehlung an Hindenburg fr
           Reichstagauflsung.
         - SPD - Parteiausschu, SPD - Reichstagsfraktion und
           "Eiserne Faust" erklren Legalittskurs, der (trotz SA
           - Terror und Unterdrckungsmanahmen) gegen
           innerparteiliche Opposition gehalten wird.
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01.02.1933 Erich Ludendorff schreibt an den Reichsprsidenten Paul
           von Hindenburg:
           "Sie haben durch die Ernennung Hitlers zum
           Reichskanzler unser heiliges deutsches Vaterland einem
           der grten Demagogen aller Zeiten ausgeliefert. Ich
           prophezeie Ihnen feierlich, da dieser Mann unser Reich
           in einen Abgrund strzen und unsere Nation in
           unfabares Elend bringen wird."
         - In Duisburg-Hochfeld wird Katharina Sennholz von den
           Nazis ermordet.
         - Verordnung des Reichsprsidenten: Reichstagsauflsung
           und Neuwahlen am 05.03.1933.
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02.02.1933 Die Hausfrau Wilhelmine Struth, 28 Jahre, aus Duisburg-
           Wanheimerort wird von randalierenden SS-Trupps beim
           schlieen ihres Fensters erschossen.
         - Allgemeines Demonstrationsverbot.
         - Beginn der zweiten Genfer Abrstungskonferenz.
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03.02.1933 Geheime Rede Hitlers vor den Befehlshabern der
           Reichswehr zur, mit Blomberg abgesprochenen,
           Aufgabenbegrenzung zwischen SA (bleibt auf
           innenpolitische Aufgaben beschrnkt) und Reichswehr
           (Einsatz nur gegen uere Gegener, keine Einmischung
           in innenpolitische Auseinandersetzungen) sowie ber die
           Gewinnung von Lebensraum im Osten.
         - Wuppertaler Zeitungen melden das Verbot kommunistischer
           Aufmrsche und Versammlungen unter freiem Himmel.
           (Quelle: 191)
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04.02.1933 Verordnung des Reichsprsidenten "Zum Schutz des
           Deutschen Volkes": Eingriffsrecht in Presse- und
           Versammlungsfreiheit, Handhabe fr fr erste
           Verfolgungen politischer Gegner.
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05.02.1933 Durch eine Verordnung ist die Wuppertaler
           Stadtverordnetenversammlung bis zur Neuwahl aufgelst.
           (Quelle: 191)
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06.02.1933 Verordnung des Reichsprsidenten zur Herstellung
           geordneter Regierungsverhltnisse in Preuen.
           Verfassungsmanipulation zur Landtagsauflsung (Neuwahl
           am 05.03.1933)
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07.02.1933 Gring ernennt Kurt Daluege zum Kommissar z. b. V. im
           preuischen Innenministerium.
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08.02.1933 Die noch vom Kabinett Schleicher beschlossenen
           Arbeitsbeschaffungsmanahmen (600 Mio. Reichsmark)
           mssen laut Hitler vor allem der Aufrstung zugute
           kommen. Die Kapazitt der Beschaffung der Reichwehr ist
           aber beschrnkt.
         - Der Wuppertaler Oberbrgermeister lehnt den Antrag der
           NSDAP-Kreisleitung, anllich einer Demonstration das
           Sprechen zu den Massen vom ersten Stock des Elberfelder
           Rathauses zu genehmigen, ab.
           (Quelle: 191)
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10.02.1933 Der Wuppertaler Oberbrgermeister Friedrich erlaubt die
           Anbringung von Lautsprechern am Rathaus zur bertragung
           einer Wahlrede Hitlers.
           (Quelle: 191)
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11.02.1933 Der "Hhere Polizeifhrer - West" als Sonderkommissar
           Grings fr Rheinland und Westfalen erhlt Vollmachten
           fr politische Polizeiaktionen.
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12.02.1933 Beginn der "Suberung der hheren Beamtenschaft",
           besonders der Polizei in Preuen (07.02.1933).
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15.02.1933 Heinrich Mann und Kthe Kollwitz verlassen als erste
           die Preuische Akademie der Knste.
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17.02.1933 Schieerla Grings. Der preuische Innenminister
           verspricht Straffreiheit fr Waffengebrauch gegen
           "Staatsfeinde" und droht "lauen" Beamten. Die
           Neutralitt ist aufzugeben.
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20.02.1933 Die letzte Nummer der Wuppertaler kommunistischen
           Zeitung "Freiheit" wird gedruckt (in Dsseldorf
           hergestellt).
           (Quelle: 191)
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21.02.1933 Ersuchen Grings an die preuischen
           Regierungsprsidenten, alle SPD-Mitglieder in den
           Polizeiverwaltungen durch "national" eingestellte
           Beamte zu ersetzen.
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22.02.1933 Aufstellung einer Hilfspolizei aus SA, SS und Stahlm in
           Preuen, insgesamt etwa 50.000 Mann. Nach der
           Gleichschaltung geschieht dies auch in den brigen
           Lndern. (Quellendifferenz: 24.02.1933)
         - Gring ordnet die Einsetzung der
           nationalsozialistischen Kampfverbnde als Hilfspolizei
           an.
           (Quelle: 191)
         - Nach diesem Datum wird in Wuppertal aus Angehrigen der
           SA, der SS und des Stahlhelms eine Hilfspolizei zur
           "Sicherung der Gebude und lebenswichtigen Betriebe"
           gebildet.
           (Quelle: 191)
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23.02.1933 Der sozialdemokratische Spitzenkandidat des Wahlkreises
           Dsseldorf-Ost und ehemalige Reichsfinanzminister,
           Rudolf Hilferding erhlt in Wuppertal Redeverbot.
           (Quelle: 191)
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27.02.1933 Brand des Reichstagsgebudes. Der ehemalige
           hollndische Kommunist Marinus van der Lubbe setzt am
           Abend Teile des Reichstagsgebudes in Brand, er wird am
           Tatort festgenommen. Noch in der Nacht verbreiten
           Gring und Goebbels, es habe sich um ein Fanal der KPD
           fr einen lange vorbereiteten Aufstand gehandelt; die
           SPD sei mindestens Mitwisser. In Preuen folgt die
           sofortige Verhaftung aller KPD-Abgeordneten und
           wichtigen Funktionre, die Schlieung der Parteibros
           und das Verbot der KPD-Presse. Die SPD-Presse wird
           fr zunchst 14 Tage verboten.
           (Quelle/n: 241 u.a.)
         - Es erscheint die letzte Ausgabe der (im Wuppertaler
           SPD-Verlag Molkenbuhr & Co. hergestellten) Wuppertaler
           Zeitung "Freie Presse".
           (Quelle: 191)
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27.02.1933 zum
28.02.1933 Noch in der Nacht gibt Herman Gring die Anweisung zur
           Verhaftung smtlicher kommunistischer Reichstags- und
           Landtagsabgeordneter sowie einige Tausend sonstiger
           kommunistischer Funktionre.
           (Quelle: 004)
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28.02.1933 Verordnung zum Schutz von Volk und Staat
           (Reichstagsbrandverordnung). Grundrechte werden auer
           Kraft gesetzt: Freiheit der Person, Meinungs-, Presse-,
           Vereins-, Versammlungsfreiheit, Post- und
           Fernsprechgeheimnis, Unverletzlichkeit von Eigentum und
           Wohnung. 2 der Verordnung ermchtigt die
           Reichsregierung, "Befugnisse der obersten
           Landesbehrden vorbergehend wahrzunehmen". Die nun
           beginnende "Schutzhaft" - Willkr (ohne gerichtliche
           Kontrolle) setzt zunchst in Preuen ein; nach den
           Reichstagswahlen auch in den brigen Lndern:
           Massenverhaftungen von Kommunisten nach vorbereiteten
           Listen sowie von SPD- und Reichsbanner-Funktionren
           und von als NS-Gegener bekannten Einzelpersonen
           anderer Parteien. Bis Mitte Mrz 1933 sind in Preuen
           rund 10.000 Personen (berwiegend Kommunisten) in
           Schutzhaft. Die Verordnung, bis 1945 in Kraft, wird die
           Grundlage der auernormativen Gewalt von SS und
           Gestapo.
           (Quelle/n: 004 u.a.)
         - Verordnung des Reichsprsidenten "gegen Verrat am
           deutschen Volke und hochverrterische Umtriebe":
           Strafverschrfung bei weiter gefatem Hoch- und
           Landesverrat.
         - Hitler aert auf einer Sitzung des Reichtagskabinetts
           am Vormittag wie folgt: "Nachdem die Brandstiftung im
           Reichstagsgebude sich ereignet habe, zweifle er nicht
           mehr daran, da die Reichsregierung nunmehr bei den
           Wahlen 51 % erobern werde."
           (Quelle: 004)
         - In Folge der "Verordnung zum Schutz von Volk und Staat"
           werden in den nchsten Tagen allein im Bereich des
           Wuppertaler Polizeiprsidiums etwa 400 Kommunisten,
           darunter auch der Stadtverordnete Georg Gottschalk,
           verhaftet.
           (Quelle: 191)
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00.03.1933 Die fnf Potempa-Mrder werden amnestiert.
         - In den ersten Mrztagen wird die SA in Berlin besonders
           aktiv:
            Zerstrung der Einrichtung der Wohnung des Sohnes des
            Reichprsidenten Ebert ...
            gewaltsames Eindringen in die Wohnung des Besitzers
            des Verlagshauses Ullstein ...
            gewaltsames Eindringen in die Wohnung des Besitzers
            des Verlagshauses Mosse ...
            Verschleppung von Mitgliedern der "Weltbhne" ...
            Verschleppung von Mitgliedern des "Tagebuchs" ...
            bei Juden und Demokraten werden teure Fahrzeuge
            "beschlagnahmt" ...
            es entsteht in Berlin das Lager Oranienburg ...
            es entsteht in Berlin das Lager bei Knigswuster-
            hausen ...
            es entsteht in Berlin das Lager bei Bornim ...
            die SA richtet in Berlin den "Bunker" in der
            Hedenmannstrae ein ...
            die SA richtet in Berlin den "Bunker" in der Vostrae
            ein ...
            es entsteht das Columbia-Gefngniss der SS ...
           (Quelle: 004)
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00.03.1933 -
00.04.1933 Tabelle ber die Anzahl der in Schutzhaft genommenen
           Personen in etwa 60 % der gemeldeten preuischen
           Regierungsbezirke 1933:

           Zeitraum            Anzahl der Inhaftierten
           01.-15.03.1933                        7.784
           16.-31.03.1933                        2.860
           01.-15.04.1933                        3.017
           16.-30.04.1933                        2.693
           -------------------------------------------
           zusammen:                            16.354

           daraus lt sich schtzen, da die Gesamtzahl der in
           den preuischen Regierungsbezirken in "Schutzhaft"
           genommenen Personen mindestens 25.000 betragen haben
           mu ...

           in diesen Zahlen sind die vor allem in den Grostdten
           durchgefhrten "wilden Verhaftungen" durch SA und SS
           nicht enthalten ...

           (Quelle: 004)
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03.03.1933 Verhaftung von KPD-Fhrer Ernst Thlmann und
           zahlreicher zunchst untergetauchter
           Spitzenfunktionre. Die KPD stellt sich auf die Arbeit
           im Untergrund ein.
         - Runderla des kommissarischen preuischen Ministers des
           Innern zur Durchfhrung der Verordnung zum Schutz von
           Volk und Staat (vom 28.02.1933).
           (Quelle: 004)
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04.03.1933 Der ehemalige preuische Ministerprsident Otto Braun
           flchtet in die Schweiz.
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05.03.1933 Letzte Reichstagswahlen mit mehreren Parteien;
           NSDAP 288 Sitze oder 44 % (43,2 %, 43,9 % - andere
           Quellen). Trotz massiven NS-Terrors im Wahlkampf und
           verfassungfeindlicher Behinderung besonders von KPD,
           SPD und Zentrum erreicht die NSDAP nicht die absolute
           Mehrheit, und die Regierungskoalition nur knapp die
           absolute Mehrheit.
           Im einzelnen in %
           Schleswig - Holstein      : 53,2
           Weser - Ems               : 41,4
           Hamburg                   : 38,9
           Osthannover               : 54,3
           Mecklenburg               : 48,0
           Pommern                   : 56,3
           Ostpreuen                : 56,5
           Frankfurt (Oder)          : 55,2
           Potsdam I                 : 44,4
           Potsdam II                : 38,2
           Berlin                    : 31,3
           Magdeburg                 : 47,3
           Sdhannover - Braunschweig: 48,7
           Westfalen - Nord          : 34,9
           Westfalen - Sd           : 33,8
           Dsseldorf - West         : 35,2
           Dsseldorf - Ost          : 37,4
           Kln - Aachen             : 30,1
           Hessen - Nassau           : 49,4
           Hessen - Darmstadt        : 47,4
           Thringen                 : 47,2
           Merseburg                 : 46,4
           Dresden - Bautzen         : 43,6
           Leipzig                   : 54,0
           Chemnitz - Zwickau        : 50,0
           Liegnitz                  : 54,0
           Breslau                   : 50,2
           Oppeln                    : 43,2
           Koblenz - Trier           : 38,4
           Pfalz                     : 46,5
           Franken                   : 45,7
           Niederbayern              : 39,2
           Oberbayern - Schwaben     : 40,9
           Wrttemberg               : 42,0
           Baden                     : 45,4
         - Erste "Aktionen" gegen jdische Brger durch lokale
           SA-Einheiten.
         - Der Reichsinnenminister setzt in Hamburg einen
           Nationalsozialisten als Polizeikommissar ein.
         - Einsetzen umfangreicher Razzien in den Arbeitervierteln
           der Grostdte. Einrichtungen von KPD, SPD,
           sozialistischen Vereinen usw. werdenbeschlagnahmt.
         - Bei den Reichstagswahlen erhlt die NSDAP in Wuppertal
           45,6 % der Stimmen und liegt damit knapp ber dem
           Reichsdurchschnitt.
           (Quelle: 191)
         - Im Wahlkreis Dsseldorf-Ost erhlt die NSDAP 37,4 % der
           Stimmen.
           (Quelle: 191)
         - Reichstagswahl:
           (in %)
                           Wuppertal  Wahlkreis    Deutsches Reich
                                      Dsseld. Ost

           SPD             13,6       10,5         18,3
           KPD             20,0       22,6         12,3
           DNVP/K           7,7        6,8          8,0
           Zentrum          9,6       19,6         11,2
           WP                -          -            -
           DVP              1,2        1,3          1,1
           CVD (FEW)/CSV    1,8        1,4          1,0
           DDP/DStP         0,5        0,4          0,9
           NSDAP           45,6       37,4         43,9
           sonstige         0,0        0,0          3,3

           Wahlbeteiligung 91,5       88,8         88,7
           (Quelle: 191)
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06.03.1933 In Hessen, Lbeck und Bremen werden durch den
           Reichsinnenminister Nationalsozialisten als
           Polizeikommissare eingesetzt.
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07.03.1933 In Wrtemberg, Baden und Sachsen werden durch den
           Reichsinnenminister Nationalsozialisten als
           Polizeikommissare eingesetzt.
         - In Schaumburg-Lippe tritt die Landesregierung zurck.
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08.03.1933 -
10.03.1933 Gleichschaltung der Lnder.
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08.03.1933 Reichsinnenminister Frick kndigt die Errichtung von
           Konzentrationslagern an.
         - Vor bzw. auf den Rathusern in Wuppertal-Elberfeld und
           Wuppertal-Barmen sowie vor dem Polizeiprsidium in der
           Von-der-Heydts-Gasse und verschiedenen
           Polizeiunterknften verknden Hakenkreuz-Banner und die
           schwarz-wei-rote Fahne "den Anbruch einer neuen
           Zeit".
           (Quelle: 191)
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09.03.1933 Ritter von Epp wird zum Reichskommissar fr Bayern
           ernannt, der seinerseits sofort Ressort-Kommissare
           beruft.
         - Fr das bayerische Innenministerium wird Gauleiter
           Adolf Wagner (NSDAP Oberbayern) durch von Epp zum
           Ressort-Kommissar berufen. Er wird Staatskommissar fr
           das Bayerische Innenministerium.
           (Quelle: 004)
         - Himmler wird zum Kommissarischen Polizeiprsidenten von
           Mnchen ernannt.
           (Quelle: 004)
         - Heydrich wird Leiter des politischen Referats
           (Abteilung IV).
           (Quelle: 004)
         - Dr. Hans Frank wird Staatskommissar fr das bayerische
           Justizministerium.
           (Quelle: 004)
         - Im Elberfelder Stadttheater (Wuppertal) wird der
           Diregent Franz Allers auf Betreiben der NSDAP durch
           Heinz Anraths abgelst.
           (Quelle: 191)
         - In Stuttgart findet eine von langer Hand vorbereitete
           Razzia gegen Funktionre der Kommunistischen und der
           Sozialdemokratischen Partei statt. Alle Verhafteten
           werden in die ehemalige Reithalle in der Neckarstrae
           eingeliefert und dann mit Lastwagen in das Lager
           Heuberg gebracht.
           (Quelle/n: 185)
-----
10.03.1933 SA und SS besetzen in Wuppertal-Elberfeld und
           Wuppertal-Barmen die sogenannten Einheitspreisgeschfte
           und die Warenhuser Tietz, was zur Schlieung der
           Geschfte fhrt. (Die "Wuppertaler Zeitung" vom
           11.03.1933 spricht zynisch von Notwehr des deutschen
           Volkes zum Schutz des christlichen Einzelhandels)
           (Quelle: 191)
         - Der "General Anzeiger" (Wuppertal) berichtet ber die
           Beurlaubung des Arbeitsamtsleiters Wilhelm Bkenkrger.
           (Quelle: 191)
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11.03.1933 Besetzung der Zentrale des republikanischen
           Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in Magdeburg, dessen
           Formationen schon lnger scharf verfolgt werden.
         - Nationalsozialistische Schlgertrupps zerstren die
           Druckmaschinen und Einrichtungen des Zentrums-Blattes
           "Bergische Tageszeitung" in Wuppertal, um ein
           Erscheinen von Wahlaufrufen zu verhindern. Eine
           deutliche Warnung, die das Blatt zur "Migung aber
           nicht zur totalen Anpassung" zwingt.
           (Quelle: 191)
         - Die Motorstaffel 173 der SA besetzt die
           Betriebsratszimmer der Rathuser Wuppertal-Elberfeld
           und Wuppertal-Barmen, um den Fortgang der
           Betriebsratswahlen der Wuppertaler Werksttten zu
           verhindern. Die SA "verhaftet" die Mitglieder des
           Wahlvorstandes, darunter auch Abteilungsdirektor
           Schweifurth. Die schon durchgefhrten Obleutewahlen
           werden fr ungltig erklrt und Neuwahlen festgesetzt.
           Der Oberbrgermeister Friedrich erkennt das illegale
           Vorgehen der SA an und versetzt Schweifurth zum
           Stadtbauamt. Der von der NSDAP vorgeschlagene Direktor
           Becker wird als neuer Leiter der Dienststelle fr
           Arbeiterangelegnheiten besttigt.
           (Quelle: 191)
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12.03.1933 Kommunalwahlen im Raum Wuppertal.
           Die NSDAP erhlt 111.730 Stimmen (46,2 %) und damit 37
           Sitze im Stadtparlament.
           (Quelle: 191)
         - Stadtverordnetenwahlen in Wuppertal:
           Partei          Stimmen  Sitze
                           (in %)
           SPD             13,9     11
           KPD             15,7     12
           DNVP/K           8,8      7
           Zentrum         10,3      8
           WP                -       -
           DVP              1,0      -
           CVD (FEW)/CSV    1,6      1
           DDP/DStP         0,4      -
           NSDAP           46,2     37 (das sind 111.730 Stimmen)
           Sonstige         2,1      -

           Wahlbeteiligung 79,5

           (Quelle: 191)
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13.03.1933 bernahme des neugeschaffenen "Reichsministeriums fr
           Volksaufklrung und Propaganda" durch Goebbels.
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16.03.1933 +
17.03.1933 Hjalmar Schacht lst Hans Luther wegen dessen
           restriktiver Kreditpolitik, die der Aufrstung
           hinderlich ist, als Reichsbankprsident ab.
-----
17.03.1933 Hitler tauft seine von Josef (Sepp) Dietrich befehligte
           SS-Garde "Leibstandarte SS Adolf Hitler". (120 Mann)
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20.03.1933 Auf dem Gelnde und in den Steinbaracken einer
           ehemaligen Pulverfabrik in der Nhe von Dachau bei
           Mnchen wird auf Anordnung Himmlers das erste
           Konzentrationslager errichtet. Erster Kommandant:
           Hilmar Weckerle, ab Juni 1933 Theodor Eicke.
           (Quelle/n: 004, 241 u.a.)
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20.03.1933 -
22.03.1933 Hitler erreicht durch kultur- und kirchenpolitische
           Versprechungen die Zustimmungsbereitschaft der Mehrheit
           des Zentrums fr das Ermchtigungsgesetz.
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21.03.1933 Tag von Potsdam: feierlich - suggestive Konstituierung
           des neuen Reichstags in der Garnisonskirche mit Hitler
           und Hindenburg.
         - Die ersten Hftlinge werden in Dachau eingeliefert.
         - Heydrich wird zum SS Oberfhrer ernannt.
         - Verordnung zur Abwehr heimtckischer Angriffe gegen die
           Regierung ermglicht Bestrafung selbst mndlicher
           Kritik an Regime und NSDAP.
         - Einrichtung von "Sondergerichten" fr "Straftaten" nach
           Reichstagsbrand - Verordnung und Heimtcke - Gesetz in
           jedem Oberlandesgerichtbezirk: keine gerichtliche
           Voruntersuchung, kein Erffnungsbeschlu, keine
           Rechtsmittel.
         - Einlieferung der ersten Gefangenen in das
           Konzentrationslager Oranienburg.
         - Rascher Ausbau des KL - Systems. SA - Trupps, auch SS,
           halten Tausende in etwa 50 Lagern und zahllosen
           "Bunkern" (allein ber 50 in Berlin) gefangen. Bis Ende
           April rund 30.000 Festnahmen allein in Preuen. Bunker
           wie KL bleiben und bis Ende Oktober 1933 werden rund
           100.000 Inhaftierungen und ber 600 Tote geschtzt.
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22.03.1933 Bildung des Referats "Rassenhygiene" im
           Reichsinnenministerium.
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23.03.1933 441 Abgeordnete des Deutschen Reichstages stimmen in
           der durch SA und SS abgeriegelten Krolloper fr
           das "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich".
           Nur 94 verbliebene SPD-Abgeordnete stimmen dagegen.
           26 SPD-Abgeordnete, alle 81 KPD-Abgeordneten sind
           schon in "Schutzhaft oder auf der Flucht. Die Stimmen
           der NSDAP, der Deutschnationalen, des Zentrums, der
           Deutschen Staatspartei und der Bayrischen Volkspartei
           ermglichen der Reichsregierung ohne Zustimmung von
           Reichstag und Reichsrat Gesetze zu erlassen sofern sie
           nicht die Rechte des Reichsprsidenten berhren.
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24.03.1933 Ermchtigungsgesetz - Die Verabschiedung dieses
           Gesetzes durch den Reichstag benutzt Hitler zur
           pseudolegalen Errichtung der Diktatur.
           (Quelle/n: 241 u.a.)
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27.03.1933 Die "Wuppertaler Zeitung" berichtet ber die Ernennung
           des Pg. Willi Eichler zum Kommissar fr das Arbeitsamt
           Wuppertal.
           (Quelle: 191)
         - In Kln wird dem erst am 01.04.1933 offiziell
           angeordneten Boykott gegen jdische Geschfte
           vorgegriffen und entsprochen.
           (Quelle: 191)
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28.03.1933 Kundgebung der deutschen katholischen Bischfe nimmt
           die frher gegen die NSDAP gerichteten Warnungen und
           Verbote zurck. Grund dafr sind kulturpolitische
           Zusicherungen Hitlers und wahrscheinlich auch Hinweise
           auf seine Verhandlungsabsichten fr ein Konkordat.
         - Der Wuppertaler Oberbrgermeister Friedrich verkndet
           die Beurlaubung (im Zuge der von der NSDAP gewnschten
           Vernderungen im Rathaus) von 23 Beamten und
           Angestellten.
           (Quelle: 191)
         - Der Wuppertaler Oberbrgermeister Friedrich ordnet an:
           Bestellungen in jdischen Warenhusern und Geschften
           sind von den stdtischen Dienststellen bis auf weiteres
           zu unterlassen.
           (Quelle: 191)
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29.03.1933 "Lex van der Lubbe" legt rckwirkend Geltung der durch
           die Reichstagsbrandverordnung eingefhrten Todesstrafe
           fr Brandstiftung fest und durchbricht den zentralen
           Rechtsgrundsatz "nulla poena sine lege".
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31.03.1933 Vorlufiges Gesetz zur Gleichschaltung der Lnder mit
           dem Reich: Lnderparlamente (Preuen ausgenommen) sind
           gem dem Ergebnis der Reichstagwahlen, ohne KPD -
           Sitze, neu zu bilden. Landesgesetzgebung darf von der
           Verfassung abzuweichen.
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00.04.1933 Der frhere Reichkanzler Joseph Wirth emigriert.
         - Frankreich lehnt polnischen Vorschlag einer
           "Faustpfand" - Politik gegen Deutschland (Besetzung
           deutscher Territorien zur Erzwingung der Einhaltung des
           Verailler Vertrages) ab. Ebenso im Dezember des Jahres.
         - Ende des Monats -
           Die Professoren Fritz Demuth, Philipp Schwartz und
           Moritz Bonn grnden die "Notgemeinschaft deutscher
           Wissenschaftler im Ausland" (Sitz: Zrich, ab 1936
           London), die bis 1945 die Stellenvermittlung an etwa
           2.000 emigrierte deutsche und sterreichische
           Akademiker, vor allem in den USA und Grobritannien
           untersttzt.
         - Der Begriff "Schutzhaft" hat sich als amtlicher Begriff
           durchgesetzt.
           (Quelle: 004)
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01.04.1933 Boykott aller jdischen Geschfte durch die SA.
           Diese Aktion galt auch rzten und Anwlten ...
           ... sperrt Juden gegen den Besuch von Schulen und
           Universitten ...
         - erste Boykott-Aktionen gegen jdische BrgerInnen
           (Quelle/n: 185)
         - SA besetzt die Geschftsstelle des Reichsverbandes der
           deutschen Industrie. Der jdische Geschftsfhrer und
           jdische Vorstandsmitglieder scheiden aus. Gustav Krupp
           von Bohlen und Halbach bernimmt mit Hitler
           abgesprochen, autoritre Verbandsfhrung und entzieht
           die Industrie damit einer direkten Parteikontrolle.
         - Grndung des Auenpolitischen Amtes der NSDAP unter
           Alfred Rosenberg.
         - Himmler wird "Politischer Polizeikommandeur" Bayerns,
           zustndig unter anderem auch fr die KL.
         - Mit Genehmigung des Regierungsprsidenten und durch
           Bestellung durch Oberbrgermeister Friedrich wird das
           Wuppertaler NSDAP-Kampfblatt "Wuppertaler Zeitung" zum
           amtlichen Kreisblatt fr den Stadtkreis Wuppertal.
           Damit gelangen alle ffentlichen Bekanntmachungen
           der Stadtverwaltung und der brigen Behrden dort zum
           Abdruck.
           (Quelle: 191)
         - Die Wuppertaler Zeitung "Tglicher Anzeiger" stellt ihr
           Erscheinen "wegen der schlechten Wirtschaftslage" ein.
           (Quelle: 191)
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03.04.1933 Der Boykott aller jdischen Geschfte (01.04.1933) wird
           aus wirtschaftlichen und auenpolitischen Grnden
           abgebrochen.
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04.04.1933 In ihrer ersten Arbeitssitzung fat die Wuppertaler
           Stadtverordnetenversammlung einen Grundsatzbeschlu,
           der hnlich lautend der Entscheidung des OB Friedrich
           vom 28.03.1933 betreffs der jdischen Geschfte ist und
           sie somit ersetzt.
           (Quelle: 191)
         - Auf Vorschlag des Wuppertaler Oberbrgermeisters
           Friedrich beschliet die Stadtverordnetenversammlung
           Hindenburg und Hitler das Ehrenbrgerrecht der Stadt
           Wuppertal zu verleihen. Nur die Sozialdemokraten
           enthalten sich hierbei der Stimme.
           (Quelle: 191)
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07.04.1933 Gesetz "zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums".
           Entfernung vieler jdischer Beamter. Noch Schonung der
           Frontkmpfer aus dem Weltkrieg.
           Zulassungsbeschrnkungen fr jdische Studenten an
           Hochschulen.
           (Quelle/n: 185 u.a.)
         - Kommunisten werden nicht mehr, Juden nur noch
           beschrnkt als Rechtsanwlte zugelassen.
         - "Zweites Gleichschaltungsgesetz der Lnder" mit dem
           Reich: Reichsstatthalter sollen die Beachtung der vom
           Reichskanzler aufgestellten Richtlinien der Politik in
           den Lndern garantieren, bleiben aber trotz
           umfangreicher Befugnisse (die sich fr preuen Hitler
           vorbehlt) bedeutungslos.
         - Rcktritt von Papens als Reichskommissar fr Preuen.
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11.04.1933 Entlassung aller jdischen Beamten.
         - Hitler ernennt Gring zum Stellvertretenden
           Reichsstatthalter und Ministerprsidenten von Preuen.
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14.04.1933 Die "Bergisch-Mrkische Zeitung" berichtet, Zwlf
           Beamte und Angestellte des Arbeitamtes Wuppertal,
           zumeist Mitglieder des Betriebsrates, wurden zunchst
           ihrer mter enthoben und zum grten Teil wenige Wochen
           spter fristlos entlassen.
           (Quelle: 191)
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21.04.1933 Gesetzliches Verbot des Schchtens in Deutschland.
           <14.05.1993>
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22.04.1933 Ausschlu "nichtarischer" Patentanwlte und
           Kassenrzte.
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25.04.1933 Bayerns NSDAP - Justizminister Hans Frank wird
           Reichskommissar fr die Gleichschaltung der Justiz in
           den Lndern und die Erneuerung der Rechtsordnung.
         - "Gesetz gegen die berfllung an deutschen Schulen und
           Hochschulen" quotiert den Anteil jdischer Schler und
           Studenten entsprechend dem Bevlkerungsanteil.
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26.04.1933 Gesetz zur Errichtung des Geheimen Staatspolizeiamtes
           (Gestapa) in Berlin.
         - Die Politische Abteilung (IA) der Berliner Polizei wird
           mit dem Gesetz umbenannt: Geheimes Staatspolizeiamt -
           Gestapa
           (Quelle: 004)
         - SPD-Reichskonferenz billigt Legalittskurs der
           Parteifhrung.
         - Die "Wuppertaler Zeitung" meldet die Verhaftung des
           ehemaligen Arbeitsamtsleiters Wilhelm Bkenkrger wegen
           des Verdachts der Aktenbeseitigung.
           (Quelle: 191)
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26.04.1933 oder (Quellendifferenz)
27.04.1933 Grndung der Gestapo durch Gring in Preuen.
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28.04.1933 Errichtung eines Reichsministeriums fr Luftfahrt, das
           Gring bernimmt.
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29.04.1933 Der Bayerische Landtag stimmt dem Lnder -
           Ermchtigungsgesetz zu.
         - Die "Barmer Zeitung", Wuppertal, berichtet: Robert
           Daum, Listenfhrer des sozialdemokratischen
           Wahlvorschlages, wird wegen Beleidigung des
           Reichskanzlers verhaftet.
           (Quelle: 191)
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00.05.1933 Der Reichskanzler a. D. Brning emigriert.
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00.05.1933 -
00.06.1933 In Preuen betrgt die Zahl "Schutzhftlinge" etwa
           14.000
           (Quelle: 004)
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01.05.1933 Pompse Feiern zum ersten "Tag der nationalen Arbeit".
         - NSDAP - Aufnahmesperre: 2,5 Millionen Mitglieder.
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02.05.1933 Auflsung der Gewerkschaften!
           Fassungslos erleben die Funktionre des Allgemeinen
           Deutschen Gewerkschatfsbundes (ADGB) in Berlin, wie
           braune Trupps mit Schlagstcken und Revolvern, unter
           Geschrei und Schssen das Gebude strmen. Sie werden
           alle in einem Raum im Erdgescho zusammengetrieben.
           Dort verkndet Robert Ley, spter Grnder der
           "Deutschen Arbeitsfront" und der Organisation "Kraft
           durch Freude", die bernahme der Gewerkschaften, die
           Funktionre seien verhaftet. Ley lt im Auftrag
           Hitlers im ganzen Land Gewerkschaftshuser von SA un SS
           strmen. Das Vermgen der Gewerkschaften wird
           beschlagnahmt. Viele werden verhaftet - so mancher wird
           erschlagen und im Wald verscharrt.
           (Quelle/n: 004 u.a.)
         - Besetzung der Gewerkschaftshuser durch SA und
           Angehrige anderer NS-Organisationen.
           (Quelle/n: 185)
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03.05.1933 Ernst Oberfohren, geb. 1881, 1920 - 1933 als Mitglied
           der Deutschnationalen Volkspartei
           Reichstagsabgeordneter, ermordet (?).
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03.05.1933 +
04.05.1933 NS - Zwangskartelle (Reichsstnde) fr Handwerk und
           Handel unter Adrian von Renteln gegrndet.
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04.05.1933 Entlassung aller jdischen Arbeiter und Angestellten
           bei den Behrden sowie aller jdischen
           Honorarprofessoren, Privatdozenten und Notare.
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05.05.1933 Ratifikation der Verlngerung des Berliner Vertrages
           von 1926 mit der Sowjetunion.
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09.05.1933 Das Vermgen des Reichsbanners und der SPD wird
           beschlagnahmt. (Quellendifferenz betreff SPD:
           10.05.1933)
           (Quelle: 004)
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10.05.1933 ffentliche Bcherverbrennungen im ganzen Deutschen
           Reich.
         - Verbot der demokratischen Literatur.
         - Beschlagnahme des Parteivermgens der SPD.
           (Quellendifferenz: 09.05.1933)
         - In deutschen Universittsstdten werden auf
           Scheiterhaufen Bcher verbrannt.
           (Quelle/n: 185)
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17.05.1933 Beim Vlkerbund in Genf wird die Bernheim - Petition
           gegen die "Judengesetze" der Nationalsozialisten im
           deutschen Oberschlesien vorgelegt; stattgegeben wird
           ihr am 01.06.1933. (Die Petition bewirkt, da die
           Brgerrechte der oberschlesischen Juden bis Mai 1937
           unverletzt bleiben. <31.03.1938>
         - "Friedensrede" Hitlers im Reichstag.
         - Die SPD - Fraktion nimmt an der Reichstagssitzung teil
           und stimmt Hitlers auenpolitischer Erklrung
           (Friedensrede) entgegen der Aufforderung emigrierter
           Mitglieder des Parteivorstands aus Furcht vor
           "Konsequenzen" der Machthaber und in Hoffnung auf
           Honorierung zu.
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18.05.1933 Der Preuische Landtag stimmt dem Lnder-
           Ermchtignungsgesetz zu.
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19.05.1933 Gesetz ber "Treuhnder der Arbeit", die die
           Arbeitsvertrge rechtsverbindlich regeln.
           Tarifautonomie wird durch staatlichen Zwang ersetzt.
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23.05.1933 der Schsische Landtag stimmt dem Lnder-
           Ermchtigungsgesetz zu.
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24.05.1933 Aus einem Brief des Innenministeriums (Baden) an die
           Bezirksmter und Polizeidirektionen: "Die von den
           Polizeibehrden fr das neue Schutzhaftlager Heuberg
           ausgewhlten Schutzhftlinge sind am Montag, dem 29.
           Mai 1933, nach dem unter wrttembergischer Leitung
           stehenden Sammellager Heuberg zu verbringen."
           (Quelle/n: 185)
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26.05.1933 Nachtrgliche Legalisierung der Einziehung
           kommunistischen Vermgens. Die KPD-Auslandsleitung
           ist nun in Paris (Franz Dahlem, Wilhelm Florin, Wilhelm
           Pieck). Etwa 8.000 KPD-Mitglieder flchten ins
           Ausland.
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26.05.1933 +
27.05.1933 Evangelische Landeskirchen "bestimmen" Friedrich von
           Bodelschwingh anstelle Ludwig Mllers (der den
           NS-freundlichen "Deutschen Christen" nahesteht) zum
           "Reichsbischof". Folge: Einsetzung von
           Staatsbevollmchtigten in Preuen.
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28.05.1933 Walter Darr, Leiter des "Agrarpolitischen Apparates"
           der NSDAP, wird als "Reichsbauernfhrer" Chef der im
           Mrz und April des Jahres gelichgeschalteten
           landwirtschaftlichen Verbnde.
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01.06.1933 Errichtung der "Deutschen Rechtsfront" als
           Standesorganisation aller in der Rechtspflege Ttigen.
           Leitung: Hans Frank.
         - Gesetz zur Minderung der Arbeitslosigkeit (Reinhardt -
           Programm): 1 Mrd. Reichsmark fr ffentliche
           Baumanahmen, Zuschsse fr private Bauten,
           Steuervergnstigungen fr die Wirtschaft,
           Ehestandsdarlehen.
         - "Adolf - Hitler - Spende der deutschen Wirtschaft":
           Alle Betriebe spenden jhrlich fnf Promill der Lohn-
           und Gehaltssumme des Vorjahres zugunsten der NSDAP
           (bis 1945 insgesamt ber 700 Mill. Reichsmark).
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02.06.1933 Ausschlu "nichtarischer" Kassenzahnrzte und
           Zahntechniker.
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08.06.1933 Der Wrtembergische Landtag stimmt dem Lnder -
           Ermchtigungsgesetz zu.
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09.06.1933 Der Badische Landtag stimmt dem Lnder -
           Ermchtigungsgesetz zu.
         - Wegen Devisenmangel gesetzliches Teil - Moratorium fr
           Zinszahlungen ins Ausland. Einrichtung von Reichsmark -
           Guthaben - Konten.
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17.06.1933 Baldur von Schirach ist "Jugendfhrer des Deutschen
           Reiches": "revolutionre" Kontrolle ber smtliche
           Jugendverbnde.
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19.06.1933 Die am 17.05.1933 erfolgte Zustimmung der SPD -
           Fraktion zu Hitlers "Friedensrede" fhrt auf der
           Reichskonferenz zur Wahl einer neuen innerdeutschen SPD
           - Fhrung. Der Exil - Vorstand der SPD (Sopade)
           konstituiert sich in Prag unter Otto Wels und HAns
           Vogel.
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21.06.1933 Bettigungsverbot fr die SPD.
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21.06.1933 -
26.06.1933 Hhepunkt des SA-Terrors: Kpenicker Blutwoche.
           Unmittelbar nach der Eingliederung des "Stahlhelms" in
           die SA und vor dem Bekanntwerden des SPD - Verbots,
           beginnt in dem Berliner Bezirk Kpenick eine
           groangelegte Razzia der SA gegen linke und
           deutschnationale Gegner. Mehrere hundert Personen
           werden in die Sturmlokale der SA verschleppt und dort
           auf grausamste Weise geschlagen und mihandelt. Am
           Abend widersetzt sich eines der potentiellen Opfer, ein
           Jungsozialist, seiner Festnahme: Er schiet auf den in
           das Haus seiner Eltern eindringenden SA-Trupp und
           verletzt drei SA-Mnner und einen Unbeteiligten
           tdlich. Dies bringt die in Kpenick eingesetzte SA zur
           Raserei. Whredn der ganzen Nacht setzt sie die
           Mihandlungen und Folterungen fort; weitere bergriffe
           erfolgen in den kommenden Tagen, so da am Ende dieser
           Woche mindestens 21 Todesopfer zu beklagen waren:
           Sozialdemokraten, darunter der ehemalige
           Ministerprsident von Mecklenburg, Johannes Stelling,
           Gewerkschafter, Kommunisten und ein Jude. Es drfte
           sich damit um das grte Verbrechen in der
           Machtergreifungsphase handeln.
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22.06.1933 Verbot der SPD.
           (Quelle/n: 004 u.a.)
         - "Wahl" Adrian von Rentelns, Fhrer des "NS -
           Kampfbundes fr den gewerblichen Mittelstand", zum
           Prsidenten des Deutschen Industrie- und Handelstages.
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23.06.1933 Gesetz ber den Bau von Reichsautobahnen.
         - Der Runderla des Preuischen Ministers des Innern
           "verbannt" die Sozialdemokraten nicht nur aus den
           Ausschssen, er "verbietet" letztendlich deren Ausbung
           der Mandate. Niedergelgte Mandate werden nicht mehr
           ersetzt.
           (Quelle: 191)
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24.06.1933 Von Bodelschwingh tritt als Reichsbischof zurck.
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26.06.1933 Neugegrndete "Akademie fr Deutsches Recht" soll die
           neue Rechtsordnung vorbereiten.
         - In Bayern besteht die Weisung (gem einem Erla
           Himmlers), von den ehemaligen Mitgliedern der
           Bayerischen Volkspartei auer Reichs- und
           Landtagsabgeordneten auch diejenigen Personen in
           Schutzhaft zu nehmen, die sich in parteipolitischer
           Hinsicht besonders hervorgetan haben.
           (Quelle: 004)
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27.06.1933 Hugenbergs (DNVP) bittet auf Druck der NSDAP um seine
           Entlassung aus dem Kabinett. Nachfolger wird Kurt
           Schmitt als Reichswirtschaftsminister.
         - Selbstauflsung der DNVP und bernahme der Abgeordneten
           in die NSDAP-Fraktion.
         - Auflsung der DVP.
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28.06.1933 Auflsung der DDP.
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29.06.1933 Darr wird Reichslandwirtschaftsminister.
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30.06.1933 Fritz Todt wird "Generalinspekteur fr das deutsche
           Straenwesen".
         - Von der 9. Sitzung des Beschluausschusses (Wuppertal)
           sind die beiden zugehrigen Sozialdemokraten
           ausgeschlossen.
           (Quelle: 191)
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01.07.1933 +
02.07.1933 Hitler befiehlt die Unterstellung des Stahlhelms unter
           die Oberste SA-Fhrung.
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02.07.1933 Himmler befiehlt, da in Bayern die Verhaftung
           katholischer Priester von seiner besonderen Genehmigung
           abhngig zu machen ist.
           (Quelle: 004)
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04.07.1933 Auflsung der BVP
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05.07.1933 Auflsung des Zentrums.
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06.07.1933 Hitler erklrt vor den Reichsstatthaltern, "Evolution"
           msse die "Revolution ablsen. Grund:
           Lhmungserscheinungen in Verwaltung und Wirtschaft
           infolge der SA-Willkr.
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07.07.1933 "Legalisierung" des Ausschlues aller SPD
           Mandatstrger im Zusammenhang mit dem Parteiverbot vom
           22.06.1933.
         - Ev. bernahme der SPD-Mandate im Reichstag, den
           Landtagen und Kommunalvertretungen durch die NSDAP. (?)
           (Quelle: 004)
         - Das Mitglied des Beschluausschues der Stadt
           Wuppertal, Dr. Hermann Dichgans (Zentrum) legt sein
           Mandat nieder. Sein Stellvertreter wird nicht mehr
           eingefhrt. Somit gehren dem Beschluausschu, dessen
           Mitglieder als vorlufige Gemeinderte (bis:
           08.10.1933) ihre Funktion ausben, praktisch nur noch
           Nationalsozialisten an.
           (Quelle: 191)
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10.07.1933 Reichinnenminister Dr. Frick erklrt in einem
           Rundschreiben an die Reichsstatthalter und
           Landesregierungen, die nationale Revolution sei mit der
           Auflsung der letzten brgerlichen Parteien
           abgeschlossen.
           (Quelle: 004)
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14.07.1933 Gesetz ber den Wiederruf von Einbrgerungen und die
           Aberkennung der deutschen Staatsangehrigkeit. In
           erster Linie gegen die nach 1918 eingebrgerten Juden
           aus den bis dahin deutschen Ostgebieten gerichtet.
         - Gesetz gegen Neubildung von Parteien und damit die
           Errichtung des Einparteienstaates.
         - Verkndung des "Gesetzes zur Verhtung erbkranken
           Nachwuchses", welches im Januar 1934 in Kraft tritt.
           (Auf Antrag des Kranken, seines gesetzlichen
           Vertreters, des Amtsarztes oder Anstaltsleiters
           entscheiden Erbgesundheitsgerichte: 1934 bei 84.525
           Antrgen 56.244 mal auf Sterilisation. Bis 1945 werden
           ber 360.000 Sterilisationen durchgefhrt. Dabei gibt
           es zahlreiche Todesflle.)
         - Gesetz ber die Verfassung der evangelischen Kirche.
         - Gesetz ber die "Einziehung volks- und
           staatsfeindlichen Vermgens" legalisiert nachtrglich
           die Enteignung der SPD und droht "Staatsfeinden" die
           Enteignung an.
         - Errichtung der Reichsfilmkammer (Fritz Scheuermann).
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15.07.1933 Auf Vorschlag Mussolinis Viererpakt zwischen
           Grobritannien, Frankreich, Deutschland und Italien als
           Versuch, bei Anerkennung von Vlkerbund, Locarno- und
           Kellogpakt neue Grundlagen der Politik in Europa zu
           schaffen.
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17.07.1933 "Entsprechend dem Volkswillen nach berwindung des
           Parteienstaates" besetzt der Regierungsprsident einen
           der beiden am 30.06.1933 "freigewordenen" Sitze im
           Stadtverordnetenparlament der Stadt Wuppertal mit dem
           Kreisleiter der NSDAP, Rudolf Feick.
           (Quelle: 191)
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20.07.1933 Abschlu des Reichskonkordates mit dem Vatikan. Das
           Deutsche Reich sichert Bestand, Ttigkeit und
           Einrichtungen der (nicht nher Abgegrenzten)
           religisen, kulturellen und karitativen katholischen
           Organisationen. Der Vatikan verbietet im Gegenzug
           Priestern und Ordensleuten jede parteiploitische
           Bettigung.
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23.07.1933 Bei den allgemeinen Kirchenwahlen kommt es zur groen
           Mehrheit fr die "Deutschen Christen".
         - Beim "Braunen Tag" in Wuppertal-Langerfeld marschieren
           die SA-Strme 16 und 17 auf.
           (Quelle: 191)
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25.07.1933 Der preuische Innenminister verkndet in einer
           allgemeinen Verfgung die Amnestierung der Strafen oder
           die Niederschlagung der Strafverfolgung in den meisten
           zurckliegenden Fllen, in denen SS- und SA-Angehrige
           sich bei der Verfolgung von Gegnern straffllig gemacht
           haben.
           (Quelle: 004)
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31.07.1933 Nach einer internen Aufstellung des Reichsministeriums
           des Innern befinden sich 26.789 Personen in Schutzhaft,
           die sich wie folgt auf die einzelnen Lnder verteilen:

              Preuen                        14.906
              Bayern                          4.152
              Sachsen                         4.500
              Wrttemberg                       971
              Baden                             539
              Thringen                          16
              Hessen                            145
              Hamburg                           682
              Mecklenburg-Schwerin               35
              Braunschweig                      248
              Oldenburg                         170
              Anhalt                            112
              Bremen                            229
              Lippe-Detmold                      17
              Lbeck                             27
              Mecklenburg-Strelitz               16
              Schaumburg-Lippe                   24

           (Quelle: 004)
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00.08.1933 Es findet eine "Ostland-Treuefahrt" anch Knigsberg
           statt, die als eine "gewaltige Kundgebung des Reiches
           fr die Ostmark" gewertet wird.
           (Quelle: 191)
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01.08.1933 Der Oberbrgermeister der Stadt Wuppertal verfgt die
           Einrichtung des Arbeitsbeschaffungsamtes.
           (Quelle: 191)
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02.08.1933 In Preuen wird die SA-Hilfspolizei aufgelst.
           (Quelle: 004)
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08.08.1933 berfhrung des NS-Kampfbundes fr den gewerblichen
           Mittelstand in die " Nationalsozialistische Handwerks-,
           Handels- und Gewerbeorganisation" (NS-Hago).
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25.08.1933 Unterzeichnung des Haavara-Abkommens zwischen der
           jdischen Fhrung in Palstina und der deutschen
           Regierung. Das Abkommen ermglicht jdischen
           Einwanderern und Investoren den Transfer von Kapital in
           Warenform von Deutschland nach Palstina. Auch die
           Auswanderung nach Palstina wird durch das Abkommen
           erleichtert, ist  spter sogar die einzig verbliebene
           Mglichkeit. In den sieben Jahren der Gltigkeit dieses
           Abkommens sind ca. 14 Millionen Pfund Sterling nach
           Palstina gelangt, mehrere tausend Einwanderer nutzen
           das Abkommen oder profitierten davon.
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26.08.1933 Die Stadt Wuppertal ernennt den (spteren ?)
           SA-Gruppenfhrer Prinz August Wilhelm von Preuen zum
           Ehrenbrger.
           (Quelle: 191)
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31.08.1933 -
03.09.1933 NSDAP - "Parteitag des Sieges" in Nrnberg.
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00.09.1933 Willi Mnzenberg, Grnder des kommunistischen
           Medienkonzerns in der Weimarer Republik und Leiter des
           KPD-Propagandaapparates im Exil, organisiert in London
           den internationalen Reichstagsbrand - Gegenproze. Sein
           "Braunbuch" erregt weltweit aufsehen.
         - Die Staatsanwaltschaft Wuppertal erhebt Anklage gegen
           Wilhelm Bkenkrger wegen Urkundenunterdrckung.
           (Quelle: 191)
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01.09.1933 Rede von Walter Gro, Leiter des Aufklrungsamtes fr
           Bevlkerungspolitik und Rassenpflege, auf dem Reichstag
           der NSDAP in Nrnberg:
           "Wir alle haben mit Erschrecken erlebt, da der Staat
           und die Gesellschaft ihre Mittel mitleidig und
           barmherzig fr die Erhaltung von Verbrechern und
           Geisteskranken und Schwachsinnigen und Idioten
           einsetzte und dafr Millionen und Abermillionen zur
           Verfgung stellte, whrend zugleich fr den einfachen,
           gesunden Sohn des Volkes kaum Geld fr ein trockenes
           Stck Brot da war (Beifall). Solche Haltung bedeutet
           aber den sicheren Tod einer Nation. Wo den Nachkommen
           von Sufern, Verbrechern und Schwachsinnigen Palste
           gebaut werden, indes der Bergarbeiter oder der Bauer
           mit einer kmmerlichen Htte vorlieb nehmen mu, wo
           Unsummen fr Fortbildungsschulen von Schwachsinnigen
           zur Verfgung stehen, whrend der begabte Sohn aus dem
           Volke nicht die Mittel findet, um seine hochwertigen
           Anlagen zur Entfaltung zu bringen, da geht ein solches
           Volk mit Riesenschritten seinem Ende entgegen. Dem
           unwiederruflichen und endgltigen Ende, weil sein Tod
           biologische Grnde hat (Beifall).
         - In Wuppertal erfolgt die Umgestaltung des Verkehrs- und
           Presseamtes zum stdtischen Propagandaamt.
           (Quelle: 191)
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10.09.1933 Ratifizierung des Reichskonkordats. (20.07.1933)
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11.09.1933 Grndung des Pfarrernotbundes, Beginn des evangelischen
           Kirchenkampfes: Ein drittel (etwa) aller Pfarrer mit
           Martin Niemller an der Spitze stellt sich gegen die
           Gleichschaltung durch die "Deutschen Christen", die den
           "Arierparagraph" in der Kirche wollen. Es entstehen die
           Wurzeln der "Bekennenden Kirche".
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13.09.1933 Proklamation des "Winterhilfswerks" (Leitung:
           NS-Volkswohlfahrt).
         - Gesetz ber den "Reichsnhrstand", dem alle in der
           Landwirtschaft sowie im landwirtschaftlichen Handel und
           in der Verarbeitung Ttigen anghren mssen, bringt
           umfassende Markt- und Preisregelung.
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15.09.1933 "Entsprechend dem Volkswillen nach berwindung des
           Parteienstaates" besetzt der Regierungsprsident einen
           der beiden am 30.06.1933 "freigewordenen" Sitze im
           Stadtverordnetenparlament der Stadt Wuppertal mit dem
           Fraktionsgeschftsfhrer der NSDAP, Paul Ueberhorst.
           (Quelle: 191)
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17.09.1933 Grndung der "Reichsvertretung der deutschen Juden"
           (Prsident: Leo Baeck, Geschftsfhrer: Otto Hirsch).
           Zusammen mit dem "Jdischen Kulturbund" versucht die
           Selbsthilfeorganisation, die wirtschaftliche und
           soziale Not als Folge der gesellschaftlichen
           Ausgrenzung der Juden aus dem deustchen Alltag zu
           lindern.
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21.09.1933 Zweites Gesetz zur Minderung der Arbeitslosigkeit: 500
           Mill. Reichsmark zur Frederung von Wohnungsbau und
           Landwirtschaft.
         - Reichtagsbrandproze: Angeklagt sind van der Lubbe,
           Ernst Torgler (Vorsitzender der KPD-Reichstagsfraktion)
           und drei Bulgaren (darunter Georgi Dimitroff, Mitglied
           des Executivkommitees der Kommunistischen
           Internationale).
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22.09.1933 Reichskulturkammer-Gesetz : Ausschaltung der
           jdischen Schriftsteller und Knstler, bzw.
           Ausschaltung der Juden aus dem gesamten deutschen
           Kulturleben.
           Entzug oder Verweigerung der Mitgliedschaft in den
           Einzelkammern aus politischen oder rassistischen
           Grnden bedeutet Berufsverbot.
         - Errichtung der Reichsschrifttumskammer. Prsident: Hans
           Friedrich Blunck.
         - Errichtung der Reichspressekammer (Max Amann).
         - Errichtung der Reichsrundfunkkammer (Horst Dreler -
           Andre)
         - Errichtung der Reichstheaterkammer (Otto Laubinger).
         - Errichtung der Reichsmusikkammer (Richard Strau).
         - Errichtung der Reichskammer der bildenden Knste (Eugen
           Hnig)
         - Errichtung der Reichskulturkammer.
           Prsident: Goebbels
           Vizeprsident: Walther Funk
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23.09.1933 Baubeginn der ersten Reichsautobahn in Frankfurt am
           Main.
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27.09.1933 "Wahl" eines Reichsbischofs der Deutschen Evangelischen
           Kirche: Ludwig Mller.
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29.09.1933 Reichserbhofgesetz: Bauer kann nur sein, wer deutscher
           Staatsbrger, deutschen oder stammesgleichen Blutes und
           ehrbar ist. Der Erbhof (7,5 -125 Hektar) geht ungeteilt
           auf den Ahnerben ber.
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01.10.1933 Blomberg ersetzt in der Reichswehr gegen sein Bndnis
           mit Hitler opponierenden Offiziere (u. a.):
           Der Chef des Truppenamtes, General Wilhelm Adam wird
           durch Geralleutnant Ludwig Beck abgelst.
           Der Chef der Heeresleitung, Kurt von Hammerstein wird
           durch General Werner von Fritsch ersetzt.
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04.10.1933 Schriftleiter - Gesetz : Ausschaltung der jdischen
           Redakteure. Schriftleiter sind nicht mehr dem Verleger,
           sondern dem Staat verantwortlich.
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12.10.1933 Die "Wuppertaler Zeitung" berichtet, da Wilhelm
           Bkenkrger vom Wuppertaler Schffengericht aus Mangel
           an Bewisen freigesprochen wurde.
           (Quelle: 191)
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14.10.1933 Austritt Deutschlands aus der Abrstungskonferenz in
           Genf.
         - In einem Runderla an die preuischen
           Regierungsprsidenten ordnet der preuische
           Innenminister an: Aus politischen Grnden inhaftierte
           Personen sind grundstzlich in staatlichen
           Konzentrationslagern in Gewahrsam zu halten.
           (Quelle: 004)
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15.10.1933 Hitler legt den Grundstein zum "Haus der Deutschen
           Kunst" in Mnchen.
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19.10.1933 Deutschlands Austritt aus dem Vlkerbund.
           (Quellendifferenz: 14.10.1933)
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00.11.1933 etwa Ende des Monats -
           Zerschlagung der SPD-Widerstandsorganisation "Roter
           Stotrupp" in Berlin.
         - Grndung der illegalen Reichsleitung der verbotenen
           Gewerkschaften, die ab Anfang 1934 in Betrieben und
           Tarnorganisationen Widerstand zu koordinieren versucht.
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00.11.1933 -
00.01.1934 Himmler wird Kommandeur der verselbststndugten
           politischen Polizeien der Lnder mit Ausnahme Preuen
           und Schaumburg - Lippe.
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09.11.1933 SD wird eigenes SS-Amt mit zehn Oberabschnitten.
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10.11.1933 Der preuische Innenminister fhrt per Erla
           Beschwerde, da verschiedene im Dienst stehende Beamte
           ohne hinzuziehung des Innenministeriums in
           Konzentrationslager berfhrt worden seien.
           (Quelle: 004)
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12.11.1933 Erste Reichstagswahl im Einparteistaat:
           Wahlbeteiligung      :  95,2 %
           ungltige Stimmen    :   7,8 %
           NSDAP - Einheitsliste:  92,2 %
         - Volksabstimmung ber den Vlkerbund - Austritt:
           Wahlbeteiligung:  96,3 %
           Nein - Stimmen :   4,9 %
           Ja - Stimmen   :  95,1 %
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24.11.1933 Gesetz ber Sicherungsverwahrung "ergnzt" Strafhaft
           fr Rckfalltter.
         - Reichstierschutzgesetz.
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29.11.1933 Gesetzliche Einfhrung von Pflichtinnungen und
           Fhrerprinzip im Handwerk.
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30.11.1933 Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) in Preuen wird per
           Gesetz selbststndiger Zweig der Inneren Verwaltung.
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01.12.1933 Das Gesetz der Einheit von Staat und Partei versucht
           den Einflu der NSDAP in der ffentlichen Verwaltung zu
           begrenzen. Der Stellvertreter des Fhrers, He, und der
           Stabschef der SA, Rhm werden Reichsminister ohne
           Geschftsbereich.
           (Quelle/n: 004 u.a.)
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05.12.1933 Da der Staatsanwaltschaft die Ermittlung an Ort und
           Stelle verweigert wird (der Fall der drei
           Schutzhaftgefangenen Handschuch, Frantz und Dr. Katz,
           die im SS-gefhrten Konzentrationslager Dachau an den
           Folgen der erlittenen Mihandlungen gestorben waren),
           befat sich auf Antrag des bayerischen Justizministers
           (H. Frank) der bayerische Ministerrat mit dem Vorfall
           und beschliet die Strafverfahren wegen der
           Vorkommnisse im Konzentrationslager dachau mit aller
           Entschiedenheit weiterzufhren und etwaigen
           Verdunklungsversuchen entgegenzutreten.
           (Quelle: 004)
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14.12.1933 Der "Benzinvertrag" zwischen der Reichsregierung und
           der IG-Farben sichert den Ausbau der wehrwirtschaftlich
           wichtigen Produktion von Synthesetreibstoff.
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15.12.1933 Bericht des preuischen Justizministers ber die
           Einweisung von Rechtsanwlten in Schutzhaft und den
           Schaden den das Ansehen des Staates dadurch erleidet.
           (Quelle: 004)
         - "Preuisches Grundverfassungsgesetz" vergrert den
           Einflu der NSDAP auf die kommunale Selbstverwaltung.
           An die Stelle der Stadtverordneten treten 24
           Gemeinderte (spter: Ratsherren). Diese werden nicht
           gewhlt, sondern von der Gauleitung im Einvernehmen mit
           der Kreisleitung der NSDAP vorgeschlagen und vom
           Regierungsprsidenten nach Zustimmung des Preuischen
           Ministers des Innern (am 25.08.1934) berufen.
           (Quelle: 191)
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23.12.1933 Das Reichsgericht spricht vier Mnner, die mit van der
           Lubbe angeklagt sind, den Reichstag in Brand gesetzt zu
           haben, frei. Marinus van der Lubbe wird zum Tode
           verurteilt.
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28.12.1933 Allgemeine Begrenzung des Hochschulzugangs auf jhrlich
           15.000 Abiturienten, davon nicht mehr als 10 % Frauen.
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02.01.1934 Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit.
         - Der Wuppertaler Oberbrgermeister Friedrich gibt im
           Amtsblatt die Einrichtung einer Erbgesundheitsabteilung
           beim Gesundheitsamt bekannt.
           (Quelle: 191)
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09.01.1934 Runderla des Reichsinnenminister an die
           Landesregierungen weist auf Beschwerden hin aus denen
           sich ergibt, "da von der Schutzhaft in manchen Fllen
           ein mit dem Zweck nicht vereinbarer Gebrauch gemacht
           wird".
           (Quelle: 004)
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10.01.1934 Marinus van der Lubbe als angeblicher Reichstagsbrand-
           stifter von den Nationalsozialisten mit dem Fallbeil
           hingerichtet.
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15.01.1934 Der konservative britische Pressezar Lord Rothermere
           bringt der faschistischen BUF den publizistischen
           Durchbruch: "Hurrah for the Blackshirts" lautet die
           berschrift eines Artikels in der "Daily Mail", in dem
           Rothermere die BUF zu einer gegen die verkrusteten
           politischen Strukturen vorgehenden Erneuerungsbewegung
           erklrt.
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16.01.1934 Gestapochef Diels sieht sich veranlat auf die
           Einhaltung der Bestimmungen hinzuweisen, die der
           Verordnung vom 28.02.1933 entsprechen.
           (Quelle: 004)
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20.01.1934 Gesetz zur Ordnung der Nationalen Arbeit: Die am
           19.05.1933 eingefhrten Treuhnder werden Reichsbeamte.
           Die "Betriebsgemeinschaft" als unternehmerfreundliches
           Fhrer - Gefolgschaftsverhltnis geht zu Lasten der
           knftig in 19 Reichsbetriebsgruppen gegliederten DAF,
           die in Tarif- und Arbeitsvertragsfragen nur beraten
           darf.
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22.01.1934 He warnt Rhm deutlich dvor, mit der SA militrisch -
           revolutinre Ambitionen zu verfolgen.
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26.01.1934 Freundschaftsvertrag zwischen Deutschland und Polen.
           Nichtangriffspakt fr die Dauer von zehn Jahren.
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30.01.1934 Das "Gesetz ber den Neuaufbau des Reiches" hebt die
           Lnderparlamente auf. Die Hoheitsrechte der Lnder
           fallen an das Reich. Die Lnderregierungen und
           Reichsstatthalter unterstehen der Reichsregierung. Die
           Reichsregierung "kann neues Verfassungsrecht setzen".
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02.02.1934 Verbot aller monarchistischen Verbnde.
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07.02.1934 Der Reichsverteidigungsrat beschliet die
           wirtschaftliche Kriegsvorbereitung.
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09.02.1934 Der franzsische Auenminister Louis Barthou unternimmt
           Versuche zur Krftigung der zur Zhmung Deutschlands
           bestimmten Allianzen (im Mrz Besuch in Belgien, April
           in Polen und CSR, Juni in Rumnien und Jugoslawien). Er
           wirbt auch um die UDSSR und Italien.
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16.02.1934 Gesetze zur berleitung der Rechtspflege auf das Reich.
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24.02.1934 Festnahme des polnischen Spions Sosnowski und seiner
           Helfershelfer.
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27.02.1934 Im noch nicht durchgehend gleichgeschalteten
           Verbandswesen der Wirtschaft gesetzliche Einfhrung des
           Fhrerprinzips und Bildung von 13 Wirtschaftgruppen.
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28.02.1934 Harte Absage Hitlers an Rhms Miliz-Konzept fr die
           SA: Kriegsplne seien nur mit der Reichswehr
           durchfrbar.
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08.03.1934 Wirtschaftsvertrag zwischen Deutschland und Polen.
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14.03.1934 Die Gestapo Preuen erlangt die Verfgungsgewalt ber
           die Stapo-Stellen.
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17.03.1934 Italien, sterreich und Ungarn verpflichten sich in den
           "Rmischen Protokollen" zu enger politischer
           Zusammenarbeit. Mussolini erklrt sich zum Protektor
           der sterreichischen Unabhngigkeit.
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18.03.1934 In einem Runderla weist Heydrich an, von einer
           Verhngung der Schutzhaft gegen Geistliche darf nur in
           besonders "schweren Fllen" Gerbauch gemacht werden.
           (Quelle: 004)
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30.03.1934 - ungefhres Datum -
           Wahlen der "Vertrauensrte" in den Betrieben: etwa die
           Hlfte der Arbeiter stimmt nicht fr die
           NS-Einheitslisten.
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10.04.1934 Der zum Gestapochef ernannte Himmler lt sich in
           Berlin nieder.

20.04.1934 Ministerprsident Gring als Chef der Preuischen
           Geheimen Staatspolizei ernennt Himmler zum Inspekteur
           der Gestapo.
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22.04.1934 Heydrich wird Leiter der Gestapa (inoffizielle Zentrale
           des Kommandeurs der Politischen Polizeien der Lnder).
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24.02.1934 Gesetz zur Errichtung des Volksgerichtshofes fr
           Delikte des Hoch- und Landesverrats.
         - Joachim von Ribbentrop wird Beauftragter fr
           Abrstungsfragen (Bro Ribbentrop).
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00.05.1934 Die Reichsschrifttumskammer schliet Else Ury
           (Nesthkchen u. a.) aus, ihre Bcher werden aus den
           Bibliotheken entfernt.
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01.05.1934 Bernard Rust wird Chef des neugegrndeten
           Reichsministeriums fr Wissenschaft, Erziehung und
           Volksbildung.
         - NSDAP-Kundgebung in Wuppertal im Stadion am Zoo.
           (Quelle: 191)
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11.05.1934 Start der Propaganda-Kampagne "gegen Miesmacher und
           Kritikaster", auch gegen die SA.
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29.05.1934
31.05.1934 Auf der Reichs-Bekenntnissynode in Barmen-Gemarke wird
           das "Notrecht" gegen die Kirchenleitung verkndet.
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00.06.1934 Konstituierung des "Deutschen PEN - Clubs im Exil"
           (Prsident: Heinrich Mann), dem bald die fhrenden
           Vertreter der zeitgenssischen deutschen Literatur
           angehren. Bis Kriegsbeginn emigrieren ber 2.000
           Schriftsteller, Publizisten und Journalisten. Es
           entstehen ber 400 deutschsprachige Exilzeitungen und
           -zeitschriften.
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06.06.1934 Der Wuppertaler Oberbrgermeister Friedrich empfiehlt
           im Amtsblatt jedem Beamten den Bezug der "Wuppertaler
           Zeitung".
           (Quelle: 191)
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14.06.1934 -
15.06.1934 Erstes Treffen Hitler - Mussolini in Venedig.
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17.06.1934 Rede Papens in Marburg (Verfasser: Edgar Jung) -
           scharfe Kritik der politischen Zustnde aus
           rechtskonservativer Sicht.
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30.06.1934 -
03.07.1934 Niederschlagung der angeblichen Rhmrevolte; Mordaktion
           gegen politische Gegner mit Hilfe von SS und Gestapo.
           Die sogenannte "Nacht der langen Messer".
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30.06.1934 Auf Hitlers Befehl unternimmt die SS unter Heinrich
           Himmler eine "Suberung" der SA-Fhrung (Rhmrevolte,
           Rhm Affre). In der sogenannten Nacht der "Langen
           Messer" werden zahlreiche SA-Fhrer, darunter Ernst
           Rhm, ermordet:
         - Herbert von Bose, Oberregierungsrat, Pressereferent v.
           Papens.
         - Kurt von Bredow, Generalmajor, wird ermordet.
         - Karl Ernst, geb. 1904, SA Gruppenfhrer, ab 1931 SA
           Fhrer in Berlin.
         - Edmund Heines, geb. 1897, SA Obergruppenfhrer, 1931 -
           1934 SA Fhrer in Schlesien als Stellvertreter Rhms.
         - Edgar J. Jung, geb. 1894, Rechtsanwalt und Publizist,
           1932 - 1934 vertrauter Berater v. Papens.
         - Gustav Ritter von Kahr, geb. 1862, 1920 - 1921
           Ministerprsident von Bayern, 1923 bayrischer
           Generalstaatskommissar.
         - Erich Klausener, geb. 1885, 1926 - 1933 Leiter der
           Polizeiabteilung im preuischen Innenministerium, 1928
           - 1933 Leiter der Katholischen Aktion in Berlin.
         - Kurt von Schleicher, geb. 1882, General, 1932 - 1933
           Reichswehrminister und Reichskanzler.
         - Gregor Strasser, geb. 1892, Grnder der Berliner SA,
           1932 Reichsorganisationsleiter der NSDAP.
         - Unterstellung der KL unter den RFSS.
         - Hitler ernennt Viktor Lutze zum Stabschef der SA.
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01.07.1934 Ernst Rhm, geb. 1887, 1931 - 1934 Stabschef der SA,
           Duzfreund und gter innerparteilicher Konkurrent
           Hitlers, ermordet. ((oder 30.6.?) in seiner Zelle
           erschossen) > ... verm. wird Rhm in Bad Wiessee von
           Hitler pershnlich verhaftet, nach Mnchen gebracht, wo
           er dann erschossen wird ... andere Quellen sagen aus,
           das die Erschieung einen Selbstmord Rhms darstellen
           sollte ... (d. Chronist) <
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02.07.1934 Eintritt Schellenbergs in den SD.
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03.07.1934 Ein Gesetz legalisiert die "zur Niederschlagung hoch-
           und landesverrterischer Angriffe am 30. Juni und 1./2.
           Juli 1934 vollzogenen Manahmen" als "Staatsnotwehr".
         - Gesetz ber die Manahmen der Staatsnotwehr:
           "Die zur Niederschlagung hoch- und landesverrterischer
           Angriffe am 30. Juni, 1. und 2. Juli 1934 vollzogenen
           Manahmen sind als Staatsnotwehr rechtens".
           (Quelle/n: 185)
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04.07.1934 Theodor Eicke wird Inspekteur der KLK und Fhrer der
           SS-Wachtruppen.
         - Verfgung Himmler als RFSS und Chef der Politischen
           Polizeien ber Trennung der Arbeitsgebiete von Gestapo
           und SD: Aufgabe der Gestapo ist die Gegnerbekmpfung,
           Aufgabe des SD ist die Gegenerermittlung.
           Kompetenzverquickungen sind aber durchaus noch
           beabsichtigt.
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20.07.1934 Die SS lst sich von der SA und wird eine selbstndige
           Organisation innerhalb der NSDAP und ist damit nicht
           mehr der Obersten SA-Fhrung unterstellt. Der RFSS
           wird Hitler "persnlich und unmittelbar" unterstellt.
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25.07.1934 Miglckter Putsch der NSDAP in Wien.
         - Engelbert Dollfu, geb. 1892, 1932 - 1934
           sterreichischer Bundeskanzler und Auenminister wird
           ermordet.
         - Mussolini schickt Truppen an den Brenner - Hitler
           greift nicht ein.
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30.07.1934 Reichsbankprsident Schacht lst Schmitt als
           Reichswirtschaftsminister ab.
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01.08.1934 Erste Sitzung des am 24.04.1934 errichteten
           Volksgerichtshofs.
         - "Gesetz ber das Oberhaupt des Deutschen Reiches"
           vereinigt das Amt des Reichsprsidenten mit dem des
           Reichskanzlers mit Wirkung ab Hindenburgs Tod.
           (Quelle: 004 u.a.)
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02.08.1934 Paul von Beneckendorf und von Hindenburg, geb. 1847,
           Generalfeldmarschall, 1916 - 1919 Chef der Obersten
           Heeresleitung, 1925 - 1934 Reichsprsident ist
           gestorben. Damit fllt die letzte verfassungsgeme
           Schranke vor der Diktatur Hitlers.
         - Hitler Nachfolger als "Fhrer und Reichskanzler"
           (Aufgrund des "Gesetzes ber das Oberhaupt des
           Deutschen Reiches" vom 01.08.1934)
           (Quelle: 004 u.a.)
         - Vereidigung der Wehrmacht auf Hitler:
           die deutschen Soldaten mssen folgenden Eid leisten:
           "Ich schwre bei Gott diesen heiligen Eid, da ich dem
           Fhrer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler,
           dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingt Gehorsam
           leisten und als tapferer Soldat bereit sein will,
           jederzeit fr diesen Eid mein Leben einzusetzen."
           (Quelle/n: 004 u.a.)
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10.08.1934 Die Verordnung ber Arbeitskrfteverteilung beschrnkt
           das Recht auf freie Wahl des Arbeitsplatzes.
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19.08.1934 Hitler wird durch Volksabstimmung Fhrer des Dritten
           Reiches (Zusammenlegung der mter des Reichsprsidenten
           und des Reichskanzlers).
           Wahlbeteiligung  :  95,7 %
           ungltige Stimmen:   2,0 %
           Ja - Stimmen     :  89,9 %
           Nein - Stimmen   :  10,1 %
         - danach -
           Naujocks entlarvt den tschechischen Major Horvath.
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05.09.1934 -
10.09.1934 Reichparteitag "Triumph des Willens" in Nrnberg.
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08.09.1934 Frauenkongre im Rahmen des Reichsparteitags "Triumph
           des Willens" in Nrnberg.
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18.09.1934 Die Sowjetunion tritt zur Erleichterung einer Allianz
           mit Frankreich dem Vlkerbund bei.
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27.09.1934 Italien, Frankreich und Grobritannien verpflichten
           sich in einer Erklrung zum Schutz der Unabhngigkeit
           sterreichs.
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