## Nachricht am 14.04.96 archiviert
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Vor 60 Jahren
           Aus: Blick in die Zeit
Pressestimmen des In- und Auslandes zu Politik,
Wirtschaft und Kultur
                Berlin, den 18. August 1933 -- Nr. 10


_Das reine Frauenideal_
Fort mit den Girl-Figuren
Es kommt darauf an, das lebensfeindliche franzsisch-amerikanische Idealbild der kinderlosen Frau in Wort und Anschauung auszurotten... Denn die Mode ist eine gewaltige Macht. Nur sie erklrt die merkwrdige Tatsache, da sich heranwachsende prchtige junge Mdchen verzweifelt bemhen, lebenslang eine Backfischfigur zu behalten, da selbst stattliche Bauernmdchen das traurige Gefhl haben, hinter der Kultur zurck zu sein, wenn sie die Bilder der illustrierten Bltter oder die Schaufenster der nchsten Provinzstadt betrachten. Hier erwchst dem Nationalsozialismus eine wichtige Aufgabe. Jeder sorge an seiner Stelle dafr, da das liberalistische Zeitalter auch auf diesem Gebiet geschlagen wird. Feste Flle innen und auen, gepaart mit Anmut und Beweglichkeit, diese Eigenschaften befhigen die deutsche Frau zu ihrem Beruf als Gattin und Mutter. Sie machen es ihr leicht, eine Schar von Kindern aufzuziehen und bewahrt sie davor, nervs zu werden und sich unglcklich zu fhlen.
(Norddeutsche Rundschau, 1.7.33)



_Gegen ,,Kriegsbemalung'' und Rauchen_
Die Kreisleitung Breslau der NSDAP macht Front gegen die ebenso undeutsche wie hliche und jeden Menschen mit gesundem Gefhl abstoende Unsitte des bertriebenen Schminkens der Frauen: 
Frauen mit geschminkten und bemalten Gesichtern ist der Zutritt zu allen Veranstaltungen der NSDAP verboten.
(Vlkischer Beobachter, 9.8.33)

Die Gaubetriebszellen-Abteilung Unterfranken der NSDAP verffentlicht eine Anordnung, in der es heit, da in letzter Zeit von der NSBO eine groe Zahl von Frauen aufgenommen worden sei. Es sei dies ein Vorzug, worauf die Frau stolz sein knne, und es sei deshalb auch ihre Pflicht, im nationalsozialistischen Sinne zu handeln. Es wird deshalb erklrt, da geschminkten und gepuderten Frauen der Zutritt zu allen Veranstaltungen der NSBO verboten sei. Frauen, die in der ffentlichkeit, in Gasthusern, Kaffees, auf der Strae und so weiter rauchen, wrden aus der NSBO ausgeschlossen. Die Amtsverwalter sind angewiesen, eine entsprechende Kontrolle vorzunehmen.
(11.8.33)

_Um die deutsche Mode_
Dr. Hans Korft, Leiter des deutschen Modeamtes, in einem Gesprch ber die grundstzliche Auffassung des neuen Modeamtes:
Was heit eigentlich ,,Deutsche Mode''? 
Das bedeutet bestimmt keinen Ausflug ins Hausbackene, in mittelalterliche Ideale oder in militaristische Vorbilder. Das Schnste und Modernste soll in einfacher und vornehmer Linienfhrung der nordischen Frau angeboten werden. Dabei ist es selbstverstndlich, da wir das international Gltige so abwandeln, da die daniederliegenden deutschen Industriezweige zu neuer Blte kommen...
Der leitende Gedanke des ,,Deutschen Modeamtes'' heit: Wir wollen mit den besten Krften des Inlandes arbeiten, um das Ausland zu berzeugen!. In ein paar Jahren soll das ,,Deutsche Modell' ebenso gefragt sein, wie das ,,Pariser Kleid''.


_DAS GESICHT DER NEUEN FRAUENGENERATION_
Grundstzlich: Die Frau gehrt ins Haus
Im letzten Jahrzehnt der revolutionren Umwlzungen entstand mit der Zeit vielfach ein Zerrbild des Wesens deutscher Fraulichkeit. Ein Zerrbild, da mit dem Ideal, das man sich davon zu machen pflegt, nicht mehr bereinstimmen mochte. Da mu grundstzlicher Wandel geschaffen werden. Auf die Gefahr hin, als reaktionr zu gelten, spreche ich es klar und unumwunden aus, die wunderbare Aufgabe, die die Frau in ihrer Familie erfllen kann, ist die, ihrem Manne gesunde Kinder zu schenken, Kinder, die damit die Unsterblichkeit der Nation verbrgen. Die Frau ist zugleich die Erzieherin der Jugend und damit die Trgerin des Unterpfandes der Zukunft. Und wenn die Familie die Kraftzelle des Volkes darstellt, dann ist die Frau ihr Kern. In diesem Sinne kann die Frau am ehesten in der Ehe und in der Mutterschaft ihrer hohen STellung sich bewut werden... Wir sind der berzeugung, da ein sozial reformiertes Volk seine erste Aufgabe wieder darin erblicken mu, der Frau die Mglichkeit zu geben, ihre eigentliche Aufgabe, die Mission der Familie und Mutter wieder zu erfllen.

Dr. Goebbels auf der Berliner Ausstellung ,,Die Frau''
(,,Soziale Arbeit'', 8.4.33)


_Ohne Frau keine Volksgemeinschaft_
Die Volksgemeinschaft besteht aus Mann und Frau. Die Natur verlangt die Einheit Mann-Weib. Ein Versto gegen dieses Naturgesetz schafft Verdung, einseitiges mnnliches Dominieren, ruft Strung im Gleichgewicht des Volkes hervor, schneidet der Kultur die Wurzeln ab...
Der Staat braucht, um zur Hchstleistung zu kommen, die besten Krfte beider Geschlechter. Der Frau mu deshalb jede Ausbildungsmglichkeit und jeder Beruf offen stehen. Bei der Besetzung von Stellen darf nie nach Geschlecht sondern nur nach Leistung gefragt werden.
(Berliner Brsen Zeitung 13.7.33)


_Die geistige Frau nicht geduldet sondern erwnscht_
Die geistige Frau msse wissen, da der nationalsozialistische Staat sie brauche, um den deutschen Menschen zu wecken und neu zu gestalten. Denn die Frau habe den seelisch-geistigen Schdigungen des Erwerbslebens besser widerstanden als der im wirtschaftlichen Denken befangene Mann; sie drfe darum in einer Zeit, da das Weltbild des Kapitalismus, des Nationalismus, des Liberalismus zerfalle, zu einer neuen Gemeinschaft aller geistigen Menschen aufrufen.
Karin Homann im Rahmen einer Veranstaltung der Lessinghochschule (Berliner Zeitung 5.7.33)


_GEHRT DIE FRAU IN DIE POLITIK ?_
_Dr. Goebbels_
Politik ist Sache des Mannes. Niemand, der die moderne Zeit versteht, wird den aberwitzigen Gedanken fassen knnen, die Frau aus dem ffentlichen Leben, vom Arbeitsplatz und Broterwerb herausbringen zu wollen. Aber sie darf dabei nicht unbeachtet lasen, da Dinge, die dem Mann gehren, auch dem Mann bleiben mssen, und dazu gehrt die Politik und die Wehrhaftigkeit eines Volkes. Das ist kein absprechendes Urteil ber die Frau, sondern nur ein Verweisen ihrer Fhigkeiten und Anlagen in die Gebiete der Arbeit und der Bettigung, die ihrem Wesen am nchsten entsprechen.
(Soziale Arbeit, 8.4.33)

_Lydia Gottschewski_
Auch in der hohen Politik werden Frauen zu finden sein. Und die Frau in der Politik? Es ist mig darber zu streiten, so lange die politische Form noch nicht endgltig festgelegt ist. Eine wesentliche Aufgabe wird der Frau in der Gemeinde erwachsen.  Auch in der hohen Politik werden Frauen -- allerdings nur solche, die ihren Posten wirklich ausfllen -- zu finden sein, berall da, wo sie dem Volke dienen und ntzen knnen, als das wache und mahnende Gewissen in der Politik. Aber alles dieses ist gegenwrtig, wo ganz andere, vordringlichere und grere Fragen zu beantworten sind, nicht wesentlich.
(Germania 12.7.33)

_Fhren knnen nur deutsche Frauen_
Fhren knnen bei uns keine Halbjdinnen und Demokratinnen, sondern Frauen, die blutsmig und schicksalhaft unter dem Gesetz des deutschen Volkes stehen. Wir mssen dafr sorgen, da unsere Bewegung sauber bleibt und ganz von unserem Geist aus gestaltet wird.
(Vlkischer Beobachter 5.7.33)


_DIE BERUFSTTIGE FRAU IM NEUEN STAAT_
_Frauenberufsttigkeit ein notwendiges bel_
Aus den Nachwirkungen des Krieges besitzen wir heute einen Frauenberschu von mehr als 2 Millionen Frauen. Infolgedessen ist auch die Zahl der berufsttigen Frauen noch immer verhltnismig gro. Es handelt sich dabei besonders um die Altersklassen von 20-42 Jahren, denen 2 Millionen Mnner im Weltkriege weggeschossen wurden und die berufsttig bleiben mssen, weil sie in der Ehe einfach nicht untergebracht werden knnen... Es ist Aufgabe des Dritten Reiches, dieser Frauengeneration zu Hilfe zu kommen...
W. Kube
(Westdeutscher Beobachter, 25.7.33)

_Eine Stadt kndigt smtlichen weiblichen Angestellten_
In Mettmann bei Dsseldorf wurde auf Antrag der NSDAP smtlichen weiblichen Arbeitskrften bei der Stadtverwaltung und der Sparkasse zum nchsten zulssigen Termin gekndigt, um Arbeitspltze fr mnnliche Arbeitskrfte frei zu machen.
(Frankfurter Zeitung 24.7.33)

_Ausschaltung von Schulleiterinnen in Hamburg_
Die neun Hamburger hheren Mdchenschulen sind nach Absetzung der Leiterinnen mnnliche Direktoren unterstellt.
(Bossische Zeitung 10.8.33)

_Entlassung der verheirateten, versorgten Beamtinnen_
Das ,,Gesetzt betr. Rechtsstellung der weiblichen Beamtin'' ,,trat am 4. Juni 1932 in Kraft; es gewhrt der ausscheidenden verheirateten Beamtin eine Abfindungssumme und sieht die Wiederbeschftigung vor, sobald die wirtschaftliche Versorgung nicht mehr vorliegt.''
(Berliner Tageblatt, 25.6.33)


_Grundstzlich fr Zulassung zu allen Berufen_
Wir wissen, da grundstzlich Bereitschaft besteht, die Frauen 
an allen magebenden STellen und den ihr wesenseigenen Gebieten 
heranzuziehen... Die ganze Berufsttitgkeit der Frau wird einem 
anderen Sinn unterstellt werden. Whrend auch die 
Berufsttigkeit der Frau in der Zeit des Liberalismus nur als 
Erweiterung der eigenen Persnlichkeit betrachtet wurde, erfhrt 
sie im Nationalsozialismus eine grundstzlich neue Bewertung, 
indem sie von dem Gesichtspunkte des Dienstes am Ganzen bewertet 
wird-
Lydia Gottschewski
(Vlkischer Beobachter 5.7.33)


_Der weibliche Arbeitsdienst_
Vor allen Dingen wesentlich ist eine Umgestaltung des weiblichen Arbeitsdienstes. Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, da die Mdelarbeitslager nicht dazu da sind, den Mnnern die Knpfe anzunhen. Das wurde in den Kasernen auch von den Mnnern gemacht. Der mnnlche Arbeitsdienst ist der Ersatz fr die fehlende Wehrtchtigkeit, es ist selbstverstndlich, da der weibliche Arbeitsdienst in einer anderen Richtung gehen mu. Es besteht grundstzlich das Ziel, die Arbeitsdienstpflicht fr jedes deutsche Mdel durchzusetzen.
Im Hinblick auf die wichtige Aufgabe der Siedlung sollen die Mdchenarbeitslager zu Siedlerinnenschulen umgewandelt werden.  Es ist eine Tatsache, da Siedlungen an ungeschulten Frauen zusammengebrochen sind, da ferner Siedlungen zugrunde gingen, weil keine Absatzmglichkeiten bestanden.
Das Arbeitslager mu die Quelle sein, aus der man Liebe zur Natur und die Verbundenheit von Mensch und Scholle schpfen kann. Und durch die praktische Arbeit ergibt sich von selbst eine Schulung auf den einzelnen Arbeitgebieten: Haushaltskunde und Ernhrungskunde, Gartenbau und Landwirtschaft, Geflgel- Kleintierzucht und Viehpflege.
(Vlkischer Beobachter 5.7.33)


Jrgen Wieckmann fr /emp
die agentur gegen den strich

