## Nachricht vom 14.10.96 weitergeleitet
## Ursprung : /CL/ANTIFA/ALLGEMEIN
## Ersteller: M.BLUMENTRITT@CL-HH.comlink.de

Was ist Antisemitismus 
von Martin Blumentritt

"Die Antisemiten, die keine sein wollen, denken, es genge, sich von Auschwitz zu distanzieren, die Massenvernichtung der Juden zu verurteilen, um ber jeden Verdacht erhaben zu sein. Sie bersehen dabei, oder wollen es nicht wahrhaben, da Auschwitz in der Geschichte des Antisemitismus ein atypischer Exze war, der nicht als Mastab genommen werden, da also einer gegen Auschwitz und dennoch Antisemit sein kann, mehr noch, da die Verurteilung des NS-Antisemitismus eine notwendige Voraussetzung fr die Entfaltung eines sauberen Antisemitismus ist, der sich von Auschwitz und den Nazis nicht von vornherein diskreditieren mchte. Juden wie Antisemiten kreisen um Auschwitz, als wr's ein Alibi, mit dem die einen ihre Angst und die anderen ihre Unschuld beweisen wollen. Die Selbstberuhigung, es sei heute kaum vorstellbar, da sich in diesem Land ein Holocaust wiederholen knnte, offenbart nur die Furcht, es knnte doch mglich sein."(H.Broder, Der Ewige Antisemit, S. 12)

Der Ausdruck Antisemitismus wurde erst im letzten Viertel des 19.Jh.geprgt. Es sollte die Feindschaft gegenber einer bestimmten "Rasse" andeuten. Heute wird das Wort "semitisch" als Bezeichnung einer Sprachfamilie genommen. Als Bezeichnung von Rassen ist er sinnlos. Antisemitismus hat mit "Semiten" in diesem Sinne unmittelbar nichts zu tun. Trotzdem wurde im 19.Jh. der Begriff rassifiziert.

Der im Nazisprachgebrauch verwendete Gegenbegriff "arisch" hatte seinen Ursprung in der Sprachforschung der Romantik.

Im 18.Jh. hatte Sir William Jones es abgelehnt in seinen Vorlesungen gemeinsame Ursprngen von West und Ost darzulegen. Trotzdem behauptete er Verbindungen zwischen gypten, Indien, Griechenland und Italien. Er verglich die Gttervorstellungen miteinander, lehnte aber eine Annahme eines bestimmten Ursprungs ab. Die Sprachforschung hielt er fr ungeeignet, um nach Ursprngen zu forschen. Aber die Gemeinsamkeiten (nicht notwendig lassen Gemeinsamkeiten auf einen Ursprung schlieen, es kann ja auch parallele Entwicklungen geben), die er darlegte ermunterte andere nach Ursprngen zu suchen.

Friedrich Schlegels "ber die Sprache und Weisheit der Inder" benutzt die von Jones kritisierten Wortvergleiche zwischen Sanskrit und anderen Sprachen. Bereits Ende des 18.Jh. behaupteten Philologen, der Sanskrit sei die Grundlage aller westlichen Sprachen gewesen und sei durch die arische Vlkerwanderung von Asien nach Europa gelangt. Arische oder indogermanische Vlkerwanderungen hat die Archologie allerdings bis heute nicht nachweisen knnen. Da nicht mehr das Hebrische, sondern etwas Anderes als Ursprung angenommen wurde, hatte zutiefst ideologische Ursachen. Schlegel behauptete, da Deutsch, Griechisch, Lateinisch im Sanskrit eine gemeinsame Wurzel htten, Englisch gehrte ebenfalls dazu, whrend das "Slawische" ausgeschlossen wurde. Die aus den indischen Ursprngen hergeleiteten Sprachen galten als organisch (eine bestimmte organische Metaphorik kennzeichnet immer er schon reaktionre Ideologien), im Gegensatz zu mechanisch als Ausdruck der Zerrissenheit. Slawisch, Indianisch und Japanisch sollen sich Schlegel zufolge aus den Chinesischen herleiten.

Die Sprachwurzeln sollen die berlegenheit des hohen Nordens belegen. Christian Lassen (Schler W.A.Schlegels, der Bruder von Friedrich Schlegel) "Indische Altertumskunde" argumentiert noch eindeutiger rassistisch, indem er Semiten (Juden wie Araber) das "Gleichgewicht" absprach, sie seien Spielball ihres selbstschtigen Willens. Da sie keine epische (soll heien der Dichter tritt gegenber der Gemeinschaft zurck) Dichtung htten, beweise dies. Das edle indogermanische Volk wird den unedlen Semiten entgegengestellt.

Zu dieser Zeit wurde der Begriff des "Volkes" geprgt. Sprache wurde zum Symbol fr den gemeinsamen Weg eines "Volkes" durch die Geschichte. Am Anfang stand ein Sprachvergleich am Ende wurden aus diesen Vergleich auf eine arische Rasse geschlossen. Adolphe Pictet behaupte dann tatschlich, in Indien htte es eine arische Rasse gegeben, die sich in in vielen Auswanderungswellen ber ganz Europa verbreitet htten. Gobineau hatte nicht viel Arbeit, um einen Arischen Mythos daraus zu stricken und zu verbreiten. Richard Wagner war der bedeutenste der Antisemiten, die an diesem Mythos weiterarbeiteten, er war einer der groen Vorbilder Hitlers. (Da Wagner fr die moderne Musik von Bedeutung war ist eines der Paradoxa der Musikgeschichte, denn bedeutende moderne Komponisten waren wie Schnberg Juden und sind ohne die Tendenz des musikalischen Materials bei Wagner undenkbar.)

Es ist bedenkenswert, wie Wissenschaften der Konstruktion von Rassen wie die der "Arier" oder der "Semiten" beitrugen. Ein Fundament in der Biologie lt sich fr solche Wahnideen nicht ausmachen. Anderswo sucht indes der Rassismus fr die Legitimation ihrer Verfolgungspraxis Anhaltspunkte in einem Natursubstrat, vor allem Hauptfarbe oder Krpergestalt als sichtbare Unterschiede. Da daraus keine unterschiedlichen Wertigkeiten erschlossen werden knnen, wird allein schon dadurch bewiesen, da Schwarze, Rote, Gelbe und Weie oder wie auch immer eingeteilt wird, gemeinsam fruchtbare Nachkommen hervorbringen, es sich also eindeutig um die selbe Art handelt.

Je mehr sich ehemals isoliert lebende Gruppen gemischt haben, desto weniger machen biologische Klassifikation wie der wissenschaftliche Rassenbegriff berhaupt Sinn. "Obwohl gegen Mischehen noch immer erhebliche Vorurteile bestehen, habe nach Schtzungen fast vier Fnftel aller farbigen Amerikaner in ihrer Ahnenreihe einen oder mehrere Weie. Wenn das 21. Jahrhundert anbricht, wird es in Nordamerika vielleicht keine 'reinrassigen' Schwarzen mehr geben"(I.Asimov, Die exakten Geheimnisse unserer Welt, 271)

Dem Rassismus liegt in der Tat kein biologischer, sondern ein pseudowissenschaftlicher soziologischer Rassenbegriff zugrunde, der oft noch nicht einmal auf ein natrliches Substrat seiner Ideologie verweisen kann. Manche Forscher lehnen daher nicht blo fr den Antisemitismus die Klassifikation als Rassismus ab, da sie die Inflation des Rassenbegriffs ablehnen und fr die biologistische Variante vorbehalten sehen wollen. Die ist allerdings unter den Rassismen selten. Auch die "Nrnberger Rassengesetze" verzichten auf biologische Definitionen und nehmen die Religionszugehrigkeit mehrerer Generationen als Kriterium.

Der Begriff des Antisemitismus - zunchst von Antisemiten selber gebraucht - ist als kritischer Begriff aufgenommen werden, der entweder ganz abstrakt-allgemein jede Intention auf Verfolgung von Juden umfat oder nur den modernen Antisemitismus, der seit dem letzten Viertel des 19.Jh. datiert werden kann. Ich werde im Folgenden Antisemitismus als berbegriff verwenden, der traditionellen Antijudaismus und modernen Antisemitismus umfat.

Als Rassismus ist der moderne Antisemitismus nicht zureichend charakterisiert. Bereits die Verfolgung der Juden im Spanien nach der Reconquista begrndete sich rassistisch, obwohl sie noch christlich sich begrndete. Pltzlich reichte die Taufe nicht aus, um der Verfolgung zu entgehen. Man unterstellte, sofern noch jdische Riten weiter gepflegt wurden, da die Konvertierung nur zum Schein erfolgt sei; wenn man nichts entdeckte, so hielt man die Menschen fr besonders raffinierte Juden, die sich entsprechend zu tarnen verstehen.

Den Antijudaismus gibt es seit der Konstitution des Judentums zur Hochreligion. Die antike Geldwirtschaft war eine der konstitutiven Bedingungen der Transformation des altorientalischen Hebrertums zum jdischen Monotheismus gewesen, die wohl mit der Weihung des neuen Tempels (515 v.u.Z.) als abgeschlossen gelten kann. Dieser Fortschritt der Zivilisation, der bis heute das Judentum seine geistige Kraft und Identitt verdankt, hat ihm von Anfang an die Resentiments der Umgebung eingebracht, in deren Religionen immer noch Opfer und Fetischdienst im Mittelpunkt standen.

In den Augen jener, die durch Entsndigungszeremonie, Askese, Opfer und Fetischdienst ihre symbiotische Identitt mit der Natur immer wieder herstellen zu mssen glauben, stellt die Existenz eines Volkes, das auch ohne derartige Praktiken nachweislich berlebt, eine Bedrohung dar. Die Bibel berichtet im Buche Daniel von Nebukadnezar, da er die Juden zum Fetischdienst zwingen wollte: "Sobald ihr hren werdet den Schall der Posaunen, Drommeten, Harfen, Geigen, Psalter, Lauten und allerlei Saitenspiel, so fallet nieder und betet das Bild an, das ich habe machen lassen! Werdet ihr's nicht anbeten, so sollt ihr von Stund an in den glhenden Ofen geworfen werden. lat sehen, wer der Gott sei, der euch aus meiner Hand erretten werde."(Daniel 3,15) Durch ein Wunder blieben jedoch die ins Feuer Geworfenen vom "Holocaust" verschont und Nebukadnezar verbot die Lsterung des Gottes: "Welcher unter allen Vlkern, Leuten und Zungen den Gott Sadrachs, Mesachs und Abed- Negos lstert, der soll in Stcke zerhauen und sein Haus schndlich zerstrt werden. Denn es ist kein anderer Gott, der also retten kann, als dieser."(3, 29) Da ausgerechnet Saddam Hussein sich auf Nebukadnezar berief, als er Raketen auf Israel feuern lie, kann als der neueste Witz der Weltgeschichte gelten.

Diese Textstelle ist ein Dokument fr einen Antijudaismus auch vor dem Christentum. Es als Zeugnis fr einen Urknall des Antisemitismus zunehmen, der sich dann permaniert: die Tendenz die historische Spezifizitt des Antisemitismus zu nivellieren, ist eine Gefahr, der z.B. Gunnar Heinsohn - in seinen sonst verdienstvollen Arbeiten - zu unterliegen droht. Das Ressentiment gegen die jdische Botschaft, da aus dem Opfer kein Heil erwachse, kann in unserem Jahrhundert schwerlich als ausschlaggebendes Motiv des Antisemitismus bezeichnet werden, wo doch die Menschen von den Traditionen des Judentums so gut wie nichts mehr wissen und ein "Antisemitismus ohne Juden" (Broder) eine verbreitete Erscheinung ist.

Da die Juden als Agenten der Zirkulationssphre, spter dann als Agenten des "raffenden Kapitals"(Hitler) gelten, lt sich jedenfalls daraus nicht herleiten. Die Identifikation von Juden mit dem Geld oder Kapital ist eine relativ spte Erscheinung.

In der Antike redet man jedenfalls von den Juden als Ackerbauern und Handwerkern. Noch im 6. Jahrhundert berichtet der Mnch Kosmas Indicopleustes: "Gott gab ihnen Kenntnisse und erfllte sie mit dem gttlichen Geist; er unterwies sie, damit sie alle Arten von Handfertigkeiten erfassen und ausfhren konnten, nmlich Gold, Silber und Bronze zu verarbeiten, rubinrote Farbe und den Purpur herzustellen, scharlachrote Farbe auf Gewebe aufzutragen, feines Linnen, Steine und Holz zu bearbeiten...Bis auf den heutigen Tag kann man feststellen, da diese Gewerbe vor allem von den Juden ausgebt werden".(cit. nach Poliakov I, 3)

Im rmischen Reich machten die Juden 7-8 % der Gesamtbevlkerung aus (ebenda). Von ihrer Umgebung unterschieden sie sich durch ihren Monotheismus, das Proselytenmachen hatte keinen geringen Erfolg, so da neue Anhnger gyptischer, griechischer und rmischer Herkunft gewonnen wurden. Die Juden hatten den Ruf, zerlumpt und schmutzig zusein, als Handwerker und Ackerbauern fristeten sie ihr Dasein, wie oben bereits erwhnt. Als Hndler werden sie nicht erwhnt: "niemals hat ein heidnischer Autor sie als Hndler charakterisiert, und in keiner Weise stt man sich an jener Gleichsetzung von Judentum und Handel, die einige Jahrhunderte spter allmhlich zur Selbstverstndlichkeit werden sollte"(Jean Juster; Le Juifs dansl'Empire romain, Paris, 1914, cit. Poliakov a.a.O.). Sie konnten sogar in der kaiserlichen Hierarchie zu Rittern, Senatoren, Legaten und Prtoren aufsteigen. Das Purimsfest erinnert an den im Buch Esther erwhnten Judenfeind Haman der, weil er Mordochai den sozialen Aufstieg neidete, die Juden denunzierte: "Es ist ein Volk, zerstreut und teilt sich unter alle Vlker in allen Lndern deines Knigreiches, und ihr Gesetz ist anders denn aller Vlker, und tun nicht nach des Knigs Gesetzes; es ziemt dem Knig nicht, sie also zu lassen."(Esther III,8) Mit den weiblichen Waffen Esthers konnten die Juden dem Tode entrinnen.

Eine Wende in der Geschichte des Antisemitismus gab es erst eine lange Zeit nach der Grndung einer jdischen Sekte, die sich im ganzen Gebiet des Rmischen Reiches etablierte, als der Apostel Paulus die Christen von den Geboten des Gesetzes und der Beschneidung befreite. (1.Kor IX, 19-22) Die rmischen Behrden, die zwischen Juden und Christen kaum Unterschiede gemacht hatten (Poliakov I., 17), verfolgten in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung Juden wie Christen. Die Hinrichtung des Jesus von Nazareth, der von der rmischen Polizei verhaftet und von einem rmischen Prokurator gerichtet und verurteilt wurde, ist wahrscheinlich erst spter den Juden zugeschrieben worden. Die erste christliche Gemeinde "deren Glieder die Vorschriften des Judentums streng beachteten und auch dabei bleiben wollten, (hat) kaum rger oder systematische Verfolgung erfahren" (Poliakov I, 16), so da von einem ausschlielichen Gegensatz, gar einer onenwende, nicht die Rede sein konnte. Erst zu Beginn des 2.Jahrhunderts suchen die ersten christlichen Apologeten einen Gegensatz aufzurichten:

"In der Zeit, in der Kaiser Hadrian die Beschneidung verbot und in der in Palstina der blutige Aufstand der Bar Kochba (im Jahre 135) ausbrach, versuchten die ersten christlichen Apologeten den Nachweis zu fhren, da die Christen keinerlei Verbindung mit Israel und dem Land Juda htten und deshalb fr das rmische Reich untadelige Untertanen waren."(Poliakov I, 18)

Wenn Pest und Hungersnot ausbrachen, forderten die Massen durchaus,da die Christen den Lwen vorgeworfen werden. Die Juden wurden verfolgt, weil sie als schuldig galten, d.h. weil sie Christus gettet htten, sie wrden Ritualmorde und Hostienschndungen begehen und Brunnen vergiften usw. Simmel (1993, 78) hat die Anschuldigungen als Projektion aufgewiesen. Es ist bereits irrational, die Juden einer spteren Zeit fr eine Ttung in der Vergangenheit zu bestrafen, das knnte sich nur daraus herleiten, wenn sie fortwhrend gleichartige Verbrechen begehen:

"Es ist die Leugnung Christi. Ich bin darauf gekommen, weil im Mittelalter ein Jude, der zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt war, sein Leben retten konnte, wenn er Christus anerkannte. Die Leugnung Christi mu als eine Wiederholung seiner Ermordung angesehen worden sein - gleichbedeutend mit der Leugnung seiner Auferstehung.

Wenn wir an unsere frhere Interpretation der Beschuldigung als einer Schuldprojektion denken, vermuten wir, da die christlichen Judenhasser die Juden eines Verbrechens bezichtigen, das sie selbst begangen hatten. Indem sie den Juden beschuldigen, die Hostie durchstochen zu haben, so da sie blutete, bezeugten die antisemitischen Christen lediglich, da die Hostie in ihren Augen den wirklichen Leib Christi bedeutete. Da sie bluten kann, wenn ein Jude sie durchsticht, zeigt, da die Hostie fr den Antisemiten nicht zu einem allegorischen Symbol geworden ist, sondern immer versinnbildlicht, da Christus lebt. So beschuldigt der Antisemit den Juden, er wiederhole das archaische Verbrechen des Vatermords unmittelbar vor seinen Augen: Er beschuldigt den Juden des Verbrechens, das er selbst unbewut begeht, indem er die Hostie verzehrt. Dieser Akt der Einverleibung bietet ihm die Mglichkeit zur Abfuhr seiner haerfllten Verschlingungstendenz und setzt ihn imstande, sich liebevoll mit Christus zu identifizieren."(Simmel 1993,79)

Dieser traditionale Antijudaismus hatte zur Prmisse, da in den Augen des Antisemiten der Jude die Verfolgung verdient. Mit der Taufe war die Sache gegessen. In der Neuzeit nderte sich das. Es gab einen engen Zusammenhang mit der Eroberung der Neuen Welt.

Der Rassismus, der als Legitimationsideologie der Morde an Indianer und Schwarzen diente, rationalisierte die Verfolgungspraxis der Conquistadeure. Um das Grauen zu rechtfertigen mute man sich die eigene Praxis zurechtrationalisieren, um vor seinem eigenen Gewissen bestehen zu knnen. Der moderne Rassismus ist ein horizontaler, der die Verschiedenheit der "Rassen" zur Ausschlielichkeit erklrt. Mit Notwendigkeit schlug aber auch dieser in die Unterscheidung von minderwertigen und hheren Rassen um.

Dabei wird der Fehlschlu begangen Arten und Rassen zu verwechseln.

Zu einer Art gehren alle Lebewesen, die miteinander fruchtbare Nachkommen zeugen knnen. Dies ist Voraussetzung, da es vererbbare Merkmale berhaupt gibt. Nun kann man je nach Auswahl der Kriterien, die wissenschaftlich in der Diskussion sind, etwa 30 oder mehr Merkmale, die sich vererben bzw. mischen finden, hufig werden Blutgruppenuntersuchungen dazu herangezogen. Allein bei 30 Merkmalen gibt es 2^30 mgliche Kombinationen, also soviele wie es Menschen gibt. Als taxonomischer Begriff taugt der Rassenbegriff sptestens seit der Entwicklung eines Weltmarktes nicht mehr. Homogene Populationen lassen sich nur durch Gewalt, durch Zuchtwahl erzeugen, Endogamie (Inzucht) ist die notwendige Bedingung. Bis zu ihrer Entdeckung gab es isolierte Populationen, deren Endogamie mit dem Einmarsch der imperialistischen Usurpateure beendet wurde. Dann mute die natrlichen Bedingung der Endogamie, die Isolation, durch pure Gewalt und Dekret ersetzt werden. Daraus entstand die nicht-wissenschaftliche, rassistische RassenKONSTRUKTION. Jeder Mestize widerlegt die Rassendoktrinen, indem er beweist, da fruchtbare Nachkommen gezeugt werden knnen.(vgl. Peter Bulthaup, So entspringt kein Neger. Thesen zu einer gegenstandslosen Debatte, Konkret 12/93 S.7)


Was ist Antisemitismus 2/3

Die Konstruktionen der Nazis beruhen auf in der Romantik verbreiteten Vorstellungen von einem indogermanischen Ursprache "Sanskrit", einem Konstrukt, zu dem man dann anfing den Stamm der vermeintlichen Arier zu suchen. Himmler startete dazu Expeditionen. Nicht einmal die vermeintliche indogermanischen Wanderung konnten bislang archologisch nachgewiesen werden. Man kann also von puren Wahnideen sprechen. Daher taugt der Begriff des Ariers auch nicht als postiver Begriff, sondern mute durch die Konstruktion einer "Gegenrasse"(Hitler), durch Diskriminierung gewonnen werden.

Die Rassenkonstruktionen (mit biologischen Rassen haben diese nichts zu tun) sind eklektizistisch, d.h. sie klauben sich alles mgliche zusammen. So wird in der Einteilung zwischen wei, schwarz und gelb, "der Jude" gelb zugeordnet. Auch die religisen Motive spielen allenfalls zur Ausfllung der Freund-Feind-Unterscheidung mit Inhalt noch eine Rolle. Hier wird die historische Differenz zwischen Antijudaismus und Antisemitismus deutlich.

Das Prinzip des traditionellen Antisemitismus, die Juden zu verfolgen, weil sie in deren Augen es verdienen und nicht weil sie verdienen, obwohl Neid und Migunst schon eine Rolle bei den Denunziationen spielen konnte, zeigt sich daran, da die Verfolgungswrdigkeit an einem wirklichen bzw. vermeintlichen Verhalten festgemacht wurde. Der Begriff des rassistischen Antisemitismus ist nicht przise genug, um die die historische Differenz zwischen traditionellen und modernen Antisemitismus zu klren. Von der Genesis, Funktion und Inhalt her unterscheidet sich der Ende des 19. Jahrhundert entstehende modernen Antisemitismus wesentlich vom traditionellen Antisemtismus.

Der Kampf um die politische Emanzipation der Juden war Bestandteil des Kampfes des Brgertums gegen die absolutistische Patrimonialherrschaft, das Schicksal des deutschen Liberalismus war eng mit Erfolg und Mierfolg der Emanzipation der Juden verbunden. Vom Ende des napoleonischen Krieges 1816 bis 1848 war die jdische Bevlkerung bereits von 300.000 auf 400.000 angestiegen und jdische Namen waren im Handel- und Bankwesen, in Kultur und Politik keine Seltenheit. In der folgenden Periode der Restauration wurden indes die Juden in ihren Brgerrechten nahezu in allen deutschen Staaten beschnitten. Erst 1869 wurde vom Norddeutschen Bund das Emanzipationsgesetz verabschiedet:

"Alle noch bestehenden, aus der Verschiedenheit des religisen Bekenntnisses hergeleiteten Beschrnkungen der brgerlichen und staatsbrgerlichen Rechte werden hierdurch aufgehoben. Insbesondere soll die Befhigung zur Teilnahme an der Gemeinde- und Landesvertretung und zur Bekleidung ffentlicher mter vom religisen Bekenntnis unabhngig sein."(Massing 1986, 2)

Der Wirtschaftsaufschwung bis etwa 1873 war auch fr die deutschen Juden von Vorteil und die Judenemanzipation wandelte sich in eine zunehmende Assimilation. Wie in allen Aufschwungsphasen herrschte die wirtschaftsliberalistische Ideologie unangefochten. Die Weltmarktkrise 1873 kam unerwartet wie ein Blitzeinschlag und entzog dem Wirtschaftsliberalismus sein Ansehen. Die Krise wirkte sich auch auf die Juden aus, mit der liberalen Bewegung war auch dem Judentum viele Vorteile erwachsen. Nun galt "Liberaler" pltzlich als Schimpfwort und die gesellschaftlichen Gruppen, die in der Krise am meistens Schadennahmen, wetterten "Gegen Bismark und den jdischen Liberalismus"(Massing 1986, 5) Wilhelm Marr verffentlichte ein Broschre Der Sieg des Judentums ber das Germanenthum - Vom nicht-konfessionellen Standpunkt aus betrachtet. Vae Victis. Er wendet sich strikt gegen den traditionellen Antisemitismus: "Gegen jede religise Verfolgung nehme ich somit die Juden unbedingt in Schutz."(Cit. Massing 1986 , 5)

Bei Marr findet sich schon die Ambivalenz, die Mischung zwischen Ha und Bewunderung, die bis heute den "normalen" Antisemitismus kennzeichnet. Die Juden seien keine Minderheit, sondern eine Weltmacht, die das Handels- und Finanzwesen in der Hand htte:

"Das Judentum ist das angewandte, bis zum Extrem durchgefhrte Manchestertum. Es kennt nur noch den Handel, und auch davon nur den Schacher und Wucher. Er arbeitet nicht selber, sondern lt Andere fr sich arbeiten, es handelt und spekuliert mit den Arbeits- und Geistesprodukten Anderer. Sein Zentrum ist die Brse...Als ein fremder Stamm steht es dem Deutschen Volk gegenber und saugt ihm das Mark aus. Die soziale Frage ist wesentlich Grnder- und Judenfrage, alles brige ist Schwindel."(W.Marr, cit. Massing 1986, S.11)

Den Ausdruck "raffenden Kapitals", den Hitler verwendete war in den siebziger Jahren schon in aller Antisemitenmunde. Explizit wendet sich Adolf Stoecker gegen Marx, indem er meint, die Kritik, die bei Marx gegen das industrielle Kapital sich richtete, auf den "Mammonsgeist der Brse" zu beschrnken. Da Makler und Spekulanten mit Juden gleichgesetzt werden, die mit Lug und Trug an der Brse agieren, ist im Reichstag gang und gebe. Die den Physiokraten nachempfundene Unterscheidung zwischen jdischem Finanzkapital und deutschen industriell- landwirtschaftlichem Kapital gepaart mit ein bichen Proudonismus verwandelt sich in einen "Barbarischen Antikapitalismus", der zugunsten der nationalen Wirtschaft gegen das Brsenkapital wetterte; Stereotypen, die wir in der heutigen Wahlpropaganda von Rechtsextremen, unschwer wiedererkennen.

Nun ist der Antisemitismus, den man als romantischen Protest gegen die Herrschaft des Kapitals, charakterisieren kann, keinesfalls der zureichende Grund fr die Massenvernichtung, die wir mit dem deutschen Namen fr eine deutsche Sache: "Auschwitz" benennen. Der Antisemitismus ist in anderen Lndern verbreiteter gewesen und verbal sogar schon frher heftiger vertreten worden. Die Dreyfu- Affaire in Frankreich markiert einen starken Antisemitismus, dem dann Theodor Herzl zur Begrndung des Zionismus, der Forderung eines jdischen Staates, fhrte.

"Wir haben berall ehrlich versucht, in der uns umgebenden Volksgemeinschaft unterzugehen und nur den Glauben unserer Vter zu bewahren. Man lt es nicht zu. Vergebens sind wir treue und an manchen Orten sogar berschwengliche Patrioten. (..) In unseren Vaterlndern, in denen wir ja auch schon seit Jahrhunderten wohnen, werden wir als Fremdlinge ausgeschrien(..) Wer der Fremde im Lande ist, das kann die Mehrheit entscheiden; es ist eine Machtfrage (..). Im jetzigen Zustande der Welt und wohl und wohl noch in unabsehbarer Zeit geht Macht vor Recht (..) Wenn man uns in Ruhe liee (..)aber ich glaube, man wird uns nicht in Ruhe lassen"(Th.Herzl, Der Judenstaat 1896, Osnabrueck 1968 S.11)

Auch die russische Stroemung entstand anlaelich zaristischer Pogrome (L.Pinkskers, Auto-Emanzipation, ein Mahnruf an seine Stammesgenossen von einem russischen Juden (1882). Die eher rhrenden Ideen proletarisch- agraischer Art bekamen nachtrglich jedoch einen anderen Sinn durch Auschwitz, als Palstina wirklich zum Rettungsanker fr verfolge Juden wurde, schon 1935 lieen sich 60000 Juden dort nieder (Vgl. Auswanderer in die USA etwa 6000). Das damalige Haavara-Abkommen, das Antizionisten als Kolaboration zwischen Zionisten und Nazis deuteten, war in Wahrheit nur ein Ausweg aus einer hoffnungslosen Lage der Juden. Isaac Deutscher schrieb 1954 dazu:

"Meinen Antizionismus, der auf meinem Vertrauen in die europische Arbeiterbewegung basierte oder, allgemeiner, auf meinem Vertrauen in die die europische Gesellschaft und Zivilisation, habe ich lngst aufgegeben, denn diese Gesellschaft und diese Zivilisation haben es Lgen gestraft. Wenn ich in den zwanziger und dreiiger Jahren, stattgegen den Zionismus anzugehen, die europischen Juden aufgefordert htte, nach Palstina zu gehen, htte ich womglich geholfen, einige Menschenleben zu retten, die spter in Hitlers Gaskammern ausgelscht wurden."(Die ungelste Judenfrage. Zur Dialektik von Antisemitismus und Zionismus, S. 73)

Trotz dieser Warnungen entstand 1967 ein linker Antisemitismus, ein Antisemitismus nach Auschwitz, der sich als antizionistisch tarnte. Dieser verschmilzt mit dem Antisemitismus nach Auschwitz bzw. wegen Auschwitz, der den rechten Bewegungen ihre Ressentiment- Jockel zufhrt.

Da er in der von Stalin her zu denkenden Linken im antiimperialistischen Weltbild sich reproduzierte, ist angesichts des stalinschen Antisemitismus gar nicht verwunderlich. Die Ideologie des Befreiungsnationalismus der Antiimpis, der auf Israel angewandt wurde, ist im Nachwort zu der empfehlenswerten Schrift von Poliakov "Vom Antizionismus zum Antisemitismus" treffend charakterisiert worden:

"Das Modell ist griffig: Ein Volk fordert Selbstbestimmung gegen fremde Herrschaft und imperialistische Ausbeutung. Die notwendige und richtige Parteinahme fr die aufstndische Bevlkerung mutierte zur unkritischen Pauschalidentifikation mit den jeweiligen Befreiungsbewegungen. Was in Wirklichkeit in erster Linie NATIONALE Befreiungsbewegungen waren, das geriet der erfolgs- und perspektivlosen Metropolenlinken zur Stellvertreterbewegung, die die sozialistische Utopie an ihrer statt verwirklichen knne. Dieser unkritische und identifikatorische Bezug auf die Kmpfe der nationalen Befreiungsbewegungen - legitimiert durch die Pseudotheorie des Marxismus-Leninusmus, der von Anfang an wenig mehr war als die nationale Legitimationideologie der sowjetrussischen Entwicklungsdikatatur umd mit Kommunismus nichts zu tun hatte(..)-, fhrte zur unkritisch-affirmativen Besetzung der Begriffe Nation, Staat und Volk."(Poliakov S.140)

"Der Antizionismus ist die Anwendung des antiimperialistischen Schemas auf den Konflikt zwischen Israel und der palstinensischen nationalen Befreiungsbewegung. Darin fhrt die strukturelle Affinitt zur teilweisen inhaltlichen Affinitt: das antiimperialistische Weltbild ist dem antisemitischen Steroetypen gegenueber nicht nur nicht immun, sondern es tendiert, wird es zum Antizionismus konkretisiert, dazu, diese selbst hervorzubringen."(a.a.O. S. 141)

Da der gefhrlich Unsinn der Forderung nach nationaler Selbstbestimmung in der stalinistischen Linken gang und gebe war, da die MLer damals schon mit Parolen "Deutschland den Deutschen" auftraten, hatte ihnen damals schon den Ruf des Vaterlandsverteidiger eingebracht. Da manche nun bei der Rechten gelandet sind, ein extremes Beispiel der Castro- Berater G. Maschke, der sich heute als Faschist bezeichnet und einen extremen Antisemitismus vertritt.

Der neuere Antisemitismus ist ein Antisemitismuns nicht trotz sondern wegen Auschwitz. Die einzige Mglichkeit unbeschdigt zu bleiben, ist die Arbeit der Erinnerung an Auschwitz, der Versuch das Unbegreifliche auf das Begreifbare daran zu beziehen. Man ist gentigt nicht blo den neueren kategorischen Imperativ, da Auschwitz und nichts hnliches sich wiederhole, zu befolgen, sondern auch erkenntnistheoretisch gilt da ein "Ich denke an Auschwitz, das alle meine Vorstellungen mu begleiten knnen", immer schon vorausgesetzt werden mu, soll man nicht der Verbldung anheimfallen.

"Wohl hat der objektive Sinn der Erkenntnisse mit der Objektivierung der Welt vom Triebgrund immer weiter sich gelst; wohl versagt die Erkenntnis, wo ihre vergegenstndlichende Leistung im Bann der Wnsche bleibt. Sind aber die Triebe nicht im Gedanken, der solchen Bann sich entwindet, zugleich aufgehoben, so kommt es zur Erkenntnis berhaupt nicht mehr, und der Gedanke, der den Wunsche, seinen Vater ttet, wird von der Rache der Dummheit ereilt. Gedchtnis wird als unberechenbar, unzuverlssig, irrational tabuiert. Die daraus folgende intellektuelle Kurzatmigkeit, die im Ausfall der historischen Dimension des Bewutseins sich vollendet, setzt unmittelbar die synthetische Apperzeption, die Kant zufolge von der Reproduktion in der Einbildung, dem Erinnern, nicht zu trennen ist"(Adorno, Minima Moralia S.158)

Die Unterbrechung des Kontinuums der Geschichte, die durch den weltgeschichtlichen Epochenbruch Auschwitz erfolgt ist, schlgt die Menschen, denen es nicht gelingt, Auschwitz zu erinnern, mit Dummheit. Die Dummheit der Menschen, die in der Gedchtnislosigkeit grndet, verhindert Denken berhaupt. So reichten die theoretischen "Erklrungen" von Auschwitz, ob psychologisch, ob konomisch, soziologisch nicht heran. Sie knnen zwar die Voraussetzungen und objektiven Bedingungen klren, die faschistoiden Dispositionen der Individuen, die wirtschaftliche Krise, die die Machtergreifung ermglichte, die Angriffskriege, die Unterdrckung der Gegner und die Arisierung des jdischen Eigentums. Keinesfalls sind sie in der Lage die Welt der Konzentrationslager, die Welt der Vernichtungslager dem Verstndnis zufhren, die jeden rationalen Grund des konomischen Vorteils, des politischen Machterhalts, der Bereicherung berstieg.

Dies alles unterscheidet den braunen Radikalfaschismus der nationalsozialistischen Bewegung vom "roten Faschismus"(O.Rhle) Stalins. Da - wie Rhle angesichts des Hitler-Stalin-Pakts formulierte -  weder Stalin noch Hitler, weder "der Bolschewismus noch der Nazismus (...) sich als Gegner und Feinde des Kapitalismus" erwiesen, war eine These, die noch nicht angesichts Auschwitz formuliert wurde, sondern weitaus frher. Sie war realittstchtiger als die doktrinre Faschismustheorie, die den Nationalsozialismus mit der Dimitroff-Formel ("offene terroristische Diktatur der am meisten reaktionren, chauvinistischen und imperialistischen Elemente des Finanzkapitals"), die an den Gegenstand nicht einmal heranreicht, erklren wollte. Der faschistische Staat verselbststndigte sich radikal von der brgerlichen Klasse, sowohl seinem objektiven Realgrund als auch seiner Finanziers, die fr ihre konomische Errettung den Preis des Opfers ihrer politischen Reprsentanz bezahlen muten. Die konomistische Reduktion von Auschwitz auf eine besonders brutale Art der Verteidigung der Marktwirtschaft, verklrt insbesondere die rassistischen und antisemitischen Motive und gibt dem ganzen Vorgang den Anschein einer Rationalitt. Es htte illegitime, aber im Sinne der Herschaftsrationalitt triftige Grnde fr den Massenmord gegeben.

Fr die planmige Vernichtung von Millionen von Menschen gibt es keine Grnde. Daher ist die Praxis der Historisierung, der "neuen Einordnung", der "Aufhebung von Denkverboten", der "Enttabuisierung" nichts als Verharmlosung, nur die kleinen Varianten der Behauptung der Auschwitzlge. Historiker arbeiten am geschichtslosen Bewutsein, indem sie versuchen zu relativieren und zu vergessen. Aber gerade diese Versuche verstrken die unbewute Schuldgefhle, die sie ursprnglich motivierten. Jeder Versuch der Leugnung, der Verdrngung, der Abmilderung konfrontiert genau mit dem, was zu vergessen versucht wird.

Dies hat die Schuldgefhle der lteren Generation auf die jngere Nachkriegsgeneration bertragen.

"Juden wie Nichtjuden klammern sich an einen nostalgischen Begriff von Antisemitismus, der lngst berholt ist.(...) Die Juden glauben nach Auschwitz knnte und drfte es keinen Antisemitismus mehr geben, die Antisemiten mten dermaen erschpft oder wenigstens beschmt sein, da sie weder Kraft noch Mut zu neuen Aktionen haben sollten. Und deswegen erschrecken Juden ganz furchtbar, wann immer sie mit dem Gegenbeweis konfrontiert werden. Jeder lebende und berlebende Jude ist Zeuge und Vorwurf zugleich. Wenn es in dem Antisemiten Hans Gluck in Fassbindes Stck laut denkt: Und schuld ist der Jud, weil er uns schuldig macht, denn er ist da. Wr er geblieben, wo er herkam, oder htten sie ihn vergast, ich knnte besser schlafen. Sie haben vergessen, ihn zu vergasen..., dann kommt in solchen Stzen die Wut der Tter auf die Opfer zum Ausdruck, deren Immer-noch-da-Sein eine kaum ertrgliche Provokation ist.

Die Antisemiten wiederum, die keine sein wollen, denken, es genge, sich von Auschwitz zu distanzieren, die Massenvernichtung der Juden zu verurteilen, um ber jeden Verdacht erhaben zu sein. Sie bersehen dabei oder wollen es nicht wahrhaben, da Auschwitz ein atypischer Exze war, der nicht als Mastab genommen werden kann, da also einer gegen Auschwitz und dennoch Antisemit sein kann, mehr noch, da die Verurteilung des NS-Antisemitismus eine notwendige Voraussetzung fr die Entfaltung eines sauberen Antisemitismus ist, der sich von Auschwitz und den Nazis nicht von vorherein diskreditieren lassen mchte."(H.Broder, Der ewige Antisemit, ber Sinn und Funktion eines bestndigen Gefhls, 11f)

Der Antisemitismus nach Auschwitz ist einer ohne Juden. Er ist keine Fremdenfeidlichkeit, dem etwa durch Aufklrung einfach zu begegnen wre:

"Der Antisemitismus hat sich bis jetzt gegen jede Aufklrung als immun erwiesen. Kleine Anlsse gengen, um dieses Gespenst aus dem Wartesaal der Emotionen zu locken und mit Volldampf abfahren zu lassen. Eine solche Situation, die gleichermaen erschreckend wie aufklrerisch war, hat es zuletzt in der Bundesrepublik gegeben, als die Juden ihre Teilnahme an Zeremonien verweigerten, bei denen SS- Leute genauso als Opfer des Nazismus geehrt werden sollten wie jene, die von der SS ermordet worden waren. Die deutsche ffentlichkeit entdeckte pltzlich wieder Die Macht der Juden, denen es nur darauf ankam, die Ausshnung zwischen Deutschland und den USA zu hintertreiben, und machten die Juden, wegen ihres schlechten Benehmens, fr das Wiedererstarken des Antisemitismus verantwortlich."(a.a.O.26f)


Was ist Antisemitismus 3/3

Die Opfer sind immer an allem schuld, so redet die verfolgende Unschuld. Da der Antisemitismus nichts mit Juden zu tun hat, sie sind nur Objekt der Projektion und der Antisemitismus verschwindet auch dort nicht, wo es keine Juden gibt, ist es gleich was sie sind. Da sie existieren, ist ihre Schuld. Da sie sich nicht mehr zum Opfer machen lassen wollen, wird ihnen als Frechheit ausgelegt. Und nicht selten wird der Vorwurf ausgeprochen, wenn ber Israels Regierungspolitik schwadroniert wird, sie htten aus Auschwitz nichts "gelernt". Als ob es sich bei den Konzentrations- und Vernichtungslagern um moralische Besserungsanstalten sich gehandelt htte!

Die rege Beteiligung von Palstinensern auch in deutschen Konzentrationslagern und da es nur Zufall ist, da nicht auch die Juden in Palstina von deutschen Truppen ermordet worden sind, wird bersehen.

"So stt man sehr schnell auf eine aktive faschistisch-arabische Judenverfolgung, die im Jahre 1935 beginnt. Der Palstinenserfhrer Amin el-Husseini (1893?-1977), Grossmufti von Jerusalem, erhlt italienische Geld- und Waffenlieferungen im Kampf gegen Zionisten und preist noch in Erinnerungen Mussolini als einen echten antizionistischen Veteranen.

Bereits im Jahre 1934 geht ein Glckwunschtelegramm arabischer Palstinenser ber die Nrnberger antijdischen Rassegesetze an Adolf Hitler. Im Mai 1941 erfolgt ein antibritischer Aufstand im Irak, bei dem der deutschen Reichsregierung durch das Tten von 180 Juden in Bagdad nicht nur militrische, sondern auch antijdische Kooperation signalisiert wird. Am 28.November 1941 ist der Palstinenserfhrer und Grossmufti von Jerusalem bei Hitler, der auf el-Husseinis Versicherung, da man mit Englndern, Juden und Kommnuisten dieselben Feinde bekmpfe, erwiderte: Deutschland fhrt einen kompromilosen Krieg gegen die Juden. Diese beinhaltet auch einen aktiven WIderstand gegen eine jdische Heimsttte in Palstina.

In einem Brief des deutschen Auenministeriums vom 28.April 1942 wird den Wnschen el-Husseinis nach aktiver Untersttzung der Araber gegen England immer noch hinhaltend begegent: Lediglich das Versprechen, die jdische Heimstaette in Palstina zu liquidieren, wird ohne Einschrnkung gegeben Der Grossmufti von Jerusalem - als Stipendiat des SS-Fhrers Himmler und des Reichsauenministers Ribbentrop wohlversorgt in Berlin lebend - revanchiert sich im Jahr 1942 mit der Bereitstellung islamischer Agenteneinheiten fr die Infiltrierung islamischer Gebiete der Sowjetunion. Im Jahre 1943 stellt derselbe Palstinenserfuehrer in Sarajewo islamische SS- Verbnde zum Kampf gegen die Partisanen Titos auf. Am 13.Mai 1943 interveniert er erfolgreich bei Ribbentrop, der als Propagandageste 5000 jdische Waisenkinder aus dem Balkan nach Britsch-Palstina ausreisen lassen will. Nach dem erfolgreichen Austilgen dieser beschrnkten Rettung von Kindern appeliert der Mufti im Jahre 1944 an die ungarische Regierung, ihren Widerstand gegen die Vernichtung der 800000 dort lebenden Juden aufzugeben. Mit Adolf Eichmann inspiziert der fromme Mann Auschwitz und Majdanek und spricht besonders fhigen SS-Maennern seine Anerkennung aus. Die Lagerkommandanten von Theresienstadt(Seidl), Belsen(Kramer), Auschwitz(H) und Mauthausen(Ziereis) werden ihm Lehrer und Freunde. Der im Nrnberger Prozess angeklagte Legitimationsrat erinnert sich:Der Mufti war ein ausgemachter Feind der Juden und machte keinen Hehl daruas, da er sie am liebsten alle umgebracht sehe.

Nach dem Krieg entkommt der Mufti nach Frankreich und wird dort sogleich von der arabischen Liga versorgt. Am 29.Mai 1946 ist er in Kairo. Obwohl von den Englndern lustlos gesucht und eine Zeitlang auf der Kriegsverbrecherliste der Republik Jugoslawien gefhrt, wird el-Husseini niemals vor Gericht gestellt und kann als unangefochtener Fhrer der Palstinenser seine Poltik gnzlich ungebrochen fortsetzen. Am 29. November 1947 beschliet die UNO die Teilung Britisch-Palstinas in einen jdischen und in einen arabischen Staat. Die Juden nehmen an. Die Araber lehnen ab. Am naechsten Tag, dem 30. November 1947, greifen Freischrler des Grossmufit bei Lydda(Lod) den Bus Netania-Jerusalem an und ermorden fnf Juden. Der ersten Terrorwelle, die sich mehr oder weniger systemlos gegen einzelne Juden in gemeinsam bewohten Grostaedten auf Straen und entlegenen Siedlungen richtet, fallen bis zum 31.Dezember 1947 205 Juden zum Opfer. Daraufhin nun setzt rechtszionistischer Gegenterror ein: Eine Autobombe explodiert am 5. Januar 1948 in Jaffa (18 Tote) und das Massaker einer von Menachem Begin gefuehrten Gruppe vom 9.April 1948 in Dir Jassin kostet 254 Arabern das Leben.

Ungeachtet des am 30. November von den Palstinensern begonnenen Krieges innerhalb des britischen Mandatsgebiets, den auf jdischer Seite die Haganah und Palmach sehr viel erfolgreicher fhrten als el- Husseinis Truppe Heiliger Krieg im Heiligen Land und die bereits in Palstina operierende syrisch-irakische Arabische Befreiungsarmee, wird am 15.Mai 1948 die Republik Israel ausgerufen. Am 15. Mai greifen die regulaeren Armeen gyptens, Jordaniens, Syriens, Libanons und Iraks das neu gebildete Israel an. Es verspricht ein Blitzkrieg zu werden. Man hat es lediglich mit 600.000 Juden (etwa die Einwohnerschaft Frankfurts) zu tun, von denen gerade 30.000 bewaffnet sind. Assam Pascha Abdar Rachmann, Generalsekretaer der Arabischen Liga, verkndet deshalb am 15.Mai: Dies wird ein Ausrottungskrieg und ein gewaltiges Massaker, ber das man sprechen wird wie ber die mongolischen Massaker und die Kreuzzge. Die engere palstinensische Fhrung unter dem Grossmufti el-Husseini, der sich schlielich schon erfolgreich an der Ermordung von bald 6 Millionen Juden in Europa beteiligt hatte, ist ebenfalls berzeugt, da weitere 600.000 Juden doch im Spaziergang erledigt werden knnten. Der alte Kamarad wendet sich an seine Palstinenser und an die gesamte islamische Welt: Ich erklre den Heiligen Krieg, meine moslemischen Brueder! Schlagt die Juden tot! Bringt sie alle um! Der Ausrottungsabsicht entspricht die Ausrottungsfhigkeit noch nicht.

Die da alle umgebracht werden sollen, gehen zur Offensive ber, erringen sogar ein Territorium, das sie fr verteidigbar halten und aus dem nun auch jene Araber fliehen oder vertrieben werden, von denen viele bis heute in Flchtlingslagern leben mssen.

Die da drei Jahre nach Auschwitz bei der Vollendung des Vlkermords an den Juden vorerst scheiterten, nennt der deutsche Antizionist Opfer der Opfer."(G.Heinsohn, Was ist Antisemitismus, 101ff)

Der deutsche Antisemitismus konnte sich, weil er diskreditiert ist durch die Nazis, nur an Israel entznden, als Antizionismus als der adquaten Form des Antisemitismus nach Auschwitz. Mit dem selben Fanatismus, wie Sammler hinter seltenen Stcken her sind, strzt sich die deutsche ffentlichkeit auf schuldige Juden, als ob es auch nur ein wenig die deutsche Schuld mildern knnte. Da gerade in der jngeren Generation das Schuldgefhl sich kontinuierlich am Leben erhlt, obwohl sie aufgrund ihrer spten Geburt selber an Taten nicht haben beteiligt sein knnen, zeigt, da das Nichterinnern das Problem ist. Das Nichterinnernwollen strzt die Menschen in verdrngte Schuldgefhle und in Verfolgungswahn, der genau die antisemitischen Stereotypen von einer jdischen Weltverschwrung wiederholt, die nicht einmal die nachweislich Unschuldigen verschont.

Freilich ist dies, da dem keinerlei Tatsachen entsprechen, eine erklrungsbedrftige Projektion, die auf eine kollektive Pathologie hindeutet, die jeder in sich selbst bearbeiten mu, um aus diesem Teufelskreis hinauszukommen. Wer sich permanent angegrifen fhlt, nur weil er an Auschwitz erinnert wird, ist ein pathologischer Fall. Zur Bedeutung der Abwehr des "Kollektivschuldvorwurfs" siehe G.Anders (als FAQ ebenfalls versandt).

Erst die angemessene Erinnerung an die deutsche Massenvernichtung an den europischen Juden kann diese Art von Sozialcharakter berwinden helfen, der sich in einem Niedergang des politischen Denkens manifestiert.

Da die Massenvernichtung der europischen Juden jeden Nationalismus, jedes Nationalgefhl diskrediert, das sich reale oder prospektive politische Fhrer als Gebrauchswert fr ihren Herrschaftserhalt herbeisehnen, wird auch der Antisemitismus nicht so schnell in Deutschland verschwinden, eher aufleben, da die Existenz jedes Juden bei den Menschen Schuldgefhle weckt, die sich der Erinnerung an die Massenvernichtung nicht hinreichend gestellt haben. Die Fremdenfeindlichkeit, die partiell eine hnliche Funktion hat, ist indes nicht mit dem Antisemitismus gleichzusetzen:

"Gemeinsam ist dem Antisemitismus wie der Fremdenfeindlichkeit, da beide das Bedrfnis befriedigen, Sndenbcke und Prgelknaben fr alles mgliche zu suchen und zu finden, von der Arbeitslosigkeit bis zum Sittenverfall, vom Anstieg des Drogenkonsums bis zum Rckgang der Geburtenquote. Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit knnen die selbe Funktion haben, dennoch drfen sie nicht gleichgesetzt werden."(Broder a.a.O. 28)

Der Topus von "ehrenwerten Antisemitismus"(Amery) deutet darauf hin, da Antisemitismus ein Normalfall ist, wie auch der amerikanische Kalauer andeutet: "Antisemitism is if you cannot stand the Jews more than natural" (Antisemitismus ist, wenn man die Juden in einem greren Mae nicht ausstehen kann als es natrlich ist ), den Broder anfhrt. Auschwitz hat nicht blo das Denken, sondern das Leben der Menschen beschdigt, es affiziert alles, was nach ihm kommt. Nur die Reflexion und die Erinnerung kann vor dieser Beschdigung ein Stck weit bewahren, solange die realen Bedingungen, zu der Auschwitz fhrte fortbestehen. Trotz der Tabuierung, die Rechts"extremisten" (wobei man sich fragt wieso extrem, wenn doch das linke extrem fehlt und der faschistische Extremismus eigentlich aus der Mitte kommt) durchbrechen wollen, lebt der Antisemitismus fort:

"Es mu nicht einer fr die Endlsung der Judenfrage eintreten, um sich als Antisemit zu qualifizieren, die Frage, ob's denn wirklich sechs Millionen waren oder vielleicht nur zwei, tut es auch. Ich sehen keinen grundstzlichen, allenfalls einen graduellen Unterschied zwischen einem Alt- oder Neonazi, der Juda verrecke! brllt, und einer Alice Schwarzer, die angesichts solcher Ausbrche zutiefst betroffen ist, zugleich aber eine Mitarbeiterin fr untragbar erklrt, weil diese, wrtlich die Geliebte eines militanten Juden ist. Und ebenso sehe ich nur einen vergleichsweise geringen Unterschied zwischen einen Propagandisten der Auschwitz-Lge und einem serisen Publizisten wie Rudolf Augstein, der bei vollem Bewutsein und ohne sich zu schmen erklrt, es gebe keinen moralsichen Unterschied zwischen der schweigenden Mehrheit der Deutschen und der schweigenden Mehrheit der Juden, denn weder die Deutschen noch die Juden htten sich damlas, Im Dritten Reich, fr ihren Nchsten geopfert. Augstein mu wissen, da er damit die Tter mit den Opfern gleichsetzt und darber hinaus die Tter auf Kosten der Opfer entlastet, indem er beide fr gleichermaen schuldig erklrt."(a.a.O. 32f)

Offensichtlich hat das deutsche Kollektiv ein Problem, das man sich nur mit einer gehrigen Portion von Selbstbewutsein und Distanz vom Kollektiv, ersparen kann. Eine wirklicher Bruch mit dem Nationalsozialismus hat niemals stattgefunden, trotz der durch die Siegermchte aufgezwungene Demokratie im Westen Deutschlands und des staatlich gepflegten Antifaschismus, der das Problem des Antisemitismus immer umging.

Da die Panik nach dem militrischen Zusammenbruch in Deutschland ausblieb, die der Psychonalyse gem sich einstellt, wenn kollektive Identifikationen zerbrechen, deutet darauf hin, da sie auch nach 1945 fortbestehen, wie auch immer modifiziert, verborgen vor sich selbst und den Anklagen der Weltffentlichkeit.

"Die Niederlage hat man innerlich so wenig ratifiziert wie nach 1918. Noch angesichts der offenbaren Katastrophe hat das durch Hitler integrierte Kollektiv zusammengehalten und an schimrische Hoffnungen wie jene Geheimwaffen sich geklammert, die doch in Wahrheit andere Besaen. Sozialpsychologisch wre daran die Erwartung anzuschlieen, da der beschdigte kollektive Narzimus darauf lauert, repariert zu werden, und nach allem greift, was zunchst im Bewutsein die Vergangenheit in bereinstimmung mit den narzitischen Wnschen bringt, dann aber womglich auch noch die Realitt so modelt, da jene Schdigung ungeschehen gemacht wird. Bis zu einem gewissen Grad hat der wirtschaftliche Aufschwung, das Bewutsein des Wie tchtig Wir sind, das geleistet."(Adorno, Eingriffe 136)

Der gigantische Aufschung, das sog. Wirtschaftswunder, das sich weniger dem deutschen Flei verdankte als den gnstigen Weltmarktbedingungen eines expandierenden internationalen Weltmarktes, ist vorbei und es lt sich nicht wiederholen, was nun auch die vereinigungsbesoffenen Wirtschafts"experten" einsehen mssen, wie W.Engels, die nach ihrem erneuten Wirtschaftswunderglauben, Kasandragesnge anstimmen.

Die kollektive Identitt, die Stange an der sich viele festhalten wollen, ist brchig wie noch nie. Der Nationalismus ist daher auch sowohl berholt als auch aktuell, berholt, weil die wirtschaftliche Verflechtung in Europa und in der ganzen Welt nicht mehr rckgngig gemacht werden kann, aktuell, weil die tradierte und libidins besetzte Idee der Nation, obwohl sie eine Schranke fr das Wohl der Menschheit ist, immer noch die politische Interessengemeinschaft bestimmt. Das obwohl sie immer inadquter gegenber den realen Verhltnissen wird. Aber sie wird immer noch politisch instrumentalisiert, um Verhltnisse aufrechtzuerhalten, die objektiv veraltet sind.

Da dabei Menschen stren, die an die brutalen, unermelichen Konsequenzen erinnern, erklrt sich fast von selbst und so wird der Antisemitismus uns auch weiterhin beschftigen mssen.


Literatur:
Adorno, T.W. 1973, Studien zum autoritren Charakter, Frankfurt
Aly G., 1991, siehe Schneider 1991
Aly, G./Heim, S. 1987, konomie der Endlsung.
Menschenvernichtung und wirtschaftliche Neuordnung. Gibt es eine
konomie der Endlsung? (=Beitrge zur nationalsozialistischen
Gesundheits- und Sozialpolitik, Bd. 5), Berlin
Arendt, H. 1986, Elemente und Ursprnge totaler Herrschaft,
Mnchen u.a.
Awerbuch, M. 1984, Judentum im 16. und 17. Jahrhundert zwischen
Inquisition und Reformation, in: Klein, Th., Losemann V., Mai,
G.(Hrsg), Judentum und Antisemitismus, Dsseldorf
Claussen, D., Grenzen der Aufklrung. Zur Geschichte des modernen
Antisemitismus, Frankfurt/M. 1987
Enderwitz, U. 1992, S.139) Antisemitismus und Volksstaat. Zur
Pathologie kapitalistischer Krisenbewaeltigung)
Hacker, F. 1990, Das Faschismus-Syndrom. Psychoanalyse eines
aktuellen Phnomens, Dsseldorf
Heinsohn G., 1988, Was ist Antisemitsmus, Frankfurt
Hitler, A. 1939, Mein Kampf, Mnchen
Horkheimer, M. 1939, Die Juden in Europa, in: Zeitschrift fr
Sozialforschung VIII (1939)
Horkheimer, M./Adorno, T.W. 1969, Dialektik der Aufklrung,
Frankfurt
Kadritzke, N. 1976, Faschismus und Krise, Frankfurt
Mason, T. 1977, Sozialpolitik im Dritten Reich. Arbeiterklasse und
Volksgemeinschaft
Massing P.W.1986, Vorgeschichte des politischen Antisemitismus,
Frankfurt
Mommsen,H. 1983, Die Realisierung des Utopischen: Die Endlsung
der Judenfrage im Dritten Reich in: Geschichte und Gesellschaft (9
Jg.)
Neumann, F. 1977, Behemoth, Frankfurt
Nolte, E. 1963, Der Faschismus in seiner Epoche, Mnchen
Poliakov, L. 1977ff, Geschichte des Antisemitismus I-VI, Worms
Poliakov, L. 1988, Geschichte des Antisemitismus VII- VIII,
Frankfurt
Postone, M. 1988, Nationalsozialismus und Antisemitismus, in:
Diner, D. Zivilisationsbruch. Denken nach Auschwitz
Roper/Fraois-Poncet[Hrg.] 1981 Hitlers Politisches
Testament...Hamburg
Schneider, W. (Hg) 1991, Vernichtungspolitik, Hamburg
Schnbaum, D. 1980, Die Braune Revolution. Eine Sozialgeschichte
des Dritten Reiches, Kln/Berlin 1968
Simmel, E. 1993, Antisemitismus, Frankfurt
Sohn-Rethel, A. 1992, Industrie und Nationalsozialismus.
Aufzeichnungen aus dem Mitteleuropischen Wirtschaftstag, Berlin
Stapel, W. 1928, Antisemitismus und Antigermanismus, Hamburg,
Berlin, Leipzig
Schmitt, C. 1932, Begriff des Politischen, Berlin

