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Sabine Ellersick schrieb am 28.12.09: > > Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Geschichte / Stasi > > Osnabrück (ots) - Schnüffel-Schreiber, ärgert euch! > > Den neuen Grass hat die Stasi geschrieben. Was für eine Volte! > Dass der Nobelpreisträger nun seine eigene Geheimdienstakte als Buch > edieren lässt und kommentiert, ist ein souveräner Hakenschlag. Mit > eleganter Ironie wendet Grass das Dokument staatlicher > Übergriffigkeit ins Gegenteil: Mit der Überwachung raubte der > Geheimdienst seinen Opfern Privatheit, Intimsphäre und die Oberhoheit > über das eigene Bild. Grass holt sich das nun alles zurück, indem er > gerade an dem Spitzelwerk seine publizistische Überlegenheit > demonstriert. Jetzt ist die Akte sein Buch. So werden die von den > Zeitläuften abgehängten Schlüsselloch-Gucker noch einmal blamiert. > Hoffentlich ärgern sie sich ordentlich darüber. > > Als Beitrag zur Literaturgeschichte ist das Buch allerdings höchst > ambivalent. Der Überwachungsstaat mag pedantisch gewesen sein. Doch > was immer die Spitzel sich auch zusammengedichtet haben, > Geschichtsschreibung war es gewiss nicht. In Berichte offizieller und > informeller Geheimdienstmitarbeiter schreibt sich alles Mögliche ein: > Die Neurosen eines ideologischen Staates, das ganz eigene > Kunstverständnis einer Behörde und - natürlich - die Wichtigtuerei > und der berufsbedingte Verfolgungswahn der Schnüffel-Schreiber. Wer > den Grass-Band liest, sollte also im Hinterkopf behalten: Stasi-Akten > dokumentieren immer nur eines: sich selbst. > > Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung > Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/58964 > Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_58964.rss2 > > Pressekontakt: > Neue Osnabrücker Zeitung > Redaktion > > Telefon: 0541/310 207 >
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