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Sabine Ellersick schrieb am 30.03.12: > > Report Mainz: Gewerkschaftschefs verteidigen Millionen für Manager / > Sommer, Bsirske, Huber und Vassiliadis rechtfertigen ihre Rolle in > Aufsichtsräten > > Mainz (ots) - Mainz. Die führenden Gewerkschaftschefs haben im > Interview mit dem ARD-Politikmagazin "Report Mainz" die > Millionengehälter für die Manager von Dax-Unternehmen verteidigt, bei > denen sie im Aufsichtsrat sitzen. Mit Blick auf die übrigen > Unternehmenschefs übten sie jedoch Kritik an der Höhe der > Vorstandsvergütung. > > Angesprochen auf das Millionengehalt des Vorsitzenden der > Deutschen Telekom, René Obermann, erklärte der DGB-Vorsitzende > Michael Sommer: "Jeder Fernmeldetechniker bei der Telekom weiß, was > Obermann verdient, der gönnt es ihm auch." Sommer sitzt im > Aufsichtsrat der Telekom und hat der Vergütung zugestimmt. Die Schere > zwischen dem Vorstandsgehalt und dem Verdienst der einfachen > Arbeitnehmer sei bei der Telekom nicht zu weit auseinandergegangen. > Er sagte: "Wir haben im Aufsichtsrat der Telekom dafür gesorgt, mit > langen Debatten zwischen den Anteilseignern und Arbeitgebern, dass > sich das in der Waage hält, die am unteren Ende der deutschen > Industrie liegt. Dazu stehe ich, und meine Kollegen von ver.di haben > das mit ausgehandelt." Allgemein kritisierte er die Höhe der > Managergehälter jedoch scharf: "Mittlerweile ist das so aus dem Ruder > gelaufen, dass die Menschen das nicht mehr verstehen, übrigens auch > nicht mehr akzeptieren. Diese Kaste von Managern meinen bezüglich > ihrer Gehälter und ihres sozialen Seins außerhalb der Gesellschaft zu > stehen." > > Ver.di-Chef Frank Bsirske verteidigte das Millionengehalt des > RWE-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Großmann. Bsirske sitzt im > Aufsichtsrat des Energiekonzerns. Der Manager müsse das Unternehmen > jetzt für die Energiewende neu aufstellen, deswegen sei die Vergütung > gerechtfertigt: "Das ist ja auch eine Aufgabe, die Managementleistung > erfordert. Und insofern bin ich schon dafür, dass für gute Leistung > auch gute Gehälter gezahlt werden, und das schließt ja auch die > Gehälter von Spitzenmanagern ein - nicht nur die von > Krankenschwestern und von Müllwerkern." Mit Blick auf die > Schwierigkeiten, in denen das Unternehmen steckt, sagte Bsirske, er > habe im Aufsichtsrat in der Vergangenheit eine zweimalige Kürzung des > Gehalts von RWE-Chef Großmann durchgesetzt. Im Übrigen handle es sich > um bestehende Verträge, in die jetzt nicht eingegriffen werden könne. > Allgemein hingegen wandte sich Bsirske gegen die aus seiner Sicht > überzogenen Managergehälter und forderte in diesem Zusammenhang eine > höhere Besteuerung: "Es steht in keinem Verhältnis zur Leistung der > Manager, dass Manager das 200-Fache des Durchschnittsverdieners > bekommen. Das ist die Rückkehr zu einer Kultur der Maßlosigkeit, die > uns ja mit in diese Krise getrieben hat und der man entgegentreten > muss." > > IG-Metall-Chef Berthold Huber verteidigte im Interview mit "Report > Mainz", dass er dem Vergütungssystem des VW-Vorsitzenden Martin > Winterkorn im VW-Aufsichtsrat zugestimmt habe. Auf die Frage, ob es > ein Fehler gewesen sei, diesem Vergütungssystem zuzustimmen, sagte > er: "Nein." Es sei richtig gewesen, die Bezüge von Winterkorn stark > an die Beschäftigungsentwicklung von VW zu koppeln. Er habe zum > Zeitpunkt der Verabschiedung des Vergütungssystems aber nicht absehen > können, dass Winterkorn so erfolgreich sein würde. Wörtlich sagte > Huber: "Ich gebe zu, ich bin nicht in der Lage, auf Punkt und Komma > diese Ergebnisse vorherzusehen, sorry. Das kann kein Mensch." Auf die > Frage von "Report Mainz", ob Winterkorns Gehalt von 17,5 Mio. Euro > angemessen sei, sagte Huber: "Im System ist dieser Vertrag in > Ordnung, aber ich bin persönlich der Meinung, und das ist > IG-Metall-Meinung an der Stelle, dass es zu hoch ist, keine Frage." > Er bekräftigte, dass er nun für eine Kappung der Vergütung von > VW-Chef Martin Winterkorn eintritt. > > Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, verteidigte im > Interview mit "Report Mainz" die Gesamtbezüge der Manager von Henkel > und BASF, bei denen er im Aufsichtsrat sitzt. Er sagte: "Also in > diesem Fall sind die 5 Millionen angemessen, das kann ich > beurteilen." Mit Blick auf die Entwicklung der Managergehälter > allgemein sagte er: "Ich glaube, dass das Grenzen haben muss und dass > sich in den letzten Jahren eine Entwicklung deutlich gemacht hat, die > nicht richtig ist. Dass die Schere immer weiter auseinandergeht, das > finde ich nicht richtig. Das heißt aber für mich, dass wir > Nachholbedarf bei den anderen haben." > > "Report Mainz" berichtet, dass der Bundestag bereits 2009 mit dem > "Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG)" den > Gehaltsexzessen von Managern einen Riegel vorschieben wollte. Seitdem > muss der gesamte Aufsichtsrat eines Unternehmens, also auch alle > Arbeitnehmervertreter, über die Vorstandsvergütung entscheiden und > dafür haften. Nach der Wirkung des Gesetzes gefragt, mussten > Politiker von CDU und SPD einräumen, das Gesetz sei offensichtlich > ohne Folgen geblieben. Der Bundestagsabgeordnete Willi Zylajew (CDU) > sagte: "Das war zu dem Zeitpunkt, als wir es verabschiedet haben, > eine vernünftige Überlegung. Das hat sich nur nachher als Placebo > erwiesen." Ottmar Schreiner, SPD-Bundestagsabgeordneter, sagte: "Das > Gesetz funktioniert offenkundig nicht, und die beabsichtigte Wirkung > ist nicht eingetreten, also wird man sich etwas Neues einfallen > lassen müssen." > > Weitere Informationen finden Sie auf www.reportmainz.de. Zitate > gegen Quellenangabe frei. > > Bei Rückfragen rufen Sie bitte in der Redaktion "Report Mainz" an > unter Tel.: 06131/929-33351. > > Originaltext: SWR - Das Erste > Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/75892 > Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_75892.rss2 >
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