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Sabine Ellersick schrieb am 01.01.10: > > "Zweifellos werden weitere Polizisten sterben" > > Neuerlich Attentate in Nordirland > > Die vergangenen Wochen sahen eine neuerliche Zunahme der > Aktivitäten militanter republikanischer Gruppen in Nord-Irland. In der > Nacht von 30. auf 31. Dezember wurde eine 380kg schwere Autobombe nahe der > Stadt Newry entschärft. Die Hauptverkehrsroute zwischen Dublin und Belfast > war stundenlang unpassierbar. > > Zur selben Zeit wurden auf die Polizeistation in Crossmaglen, Co. > Armagh, Schüsse abgefeuert. Verletzt wurde dabei niemand. Das Gebiet > Süd-Armagh gilt als eines der Zentren der Aktivität der Continuity IRA. > Diese militante republikanische Organisation bekannte sich im letzten Monat > zu drei Schussattentaten in West-Belfast. > > Ende November gab es zeitgleich einen versuchten Anschlag mit > einer 100kg Autobombe in Nordbelfast und einem Schussattentat auf einen > Polizisten in County Fermanagh. > > Als Reaktion auf diese Attentate kündigte der britische > Polizeichef Matt Baggott bis Frühjahr 2010 600 weitere RUC-Beamte auf die > Straßen Nordirlands zu bringen. Er begründete dies damit, dass die Zahl > der militanten Republikanerinnen und Republikaner in den letzten Monaten um > das dreifache gestiegen sei. 300 Personen seien derzeit unter permanenter > Beobachtung des britischen Geheimdienstes in Irland. > > Die Tageszeitung Belfast Telegraph sprach nach den Attentaten mit > einem britischen Beamten der Kolonialpolizei RUC. Sein Einsatzgebiet sei > der Raum Belfast, aus Sicherheitsgründen wolle er aber anonym bleiben. > > > Zur derzeitigen Situation im Norden Irlands erklärte er: > "Das ist nicht, wofür ich Polizist geworden bin. Ich bin Mitglied > der PSNI (offizieller Name der britischen Kolonialpolizei in Irland, Anm. > IRC) geworden, als es relativ ruhig und friedlich war. Ich wollte der > Öffentlichkeit dienen – so gut ich dies eben kann. Aber ich habe > mich nicht [als Polizist] einschreiben lassen für das, was wir jetzt > haben." > > "Wann immer ein Anruf kommt und du hinaus zu einem Einsatz > musst, denkst du dir: ‚Das könnte er gewesen sein, das könnte der > Anruf gewesen sein." > > Er berichtete weiter, dass er nie Polizist geworden wäre, hätte > er gedacht, dass sich die Situation derart entwickeln würde. Mit der > Unterzeichnung des Karfreitagsabkommens 1998 dachte er, in Irland sei nun > Friede eingekehrt und so schloss er sich der Kolonialpolizei ein. Hätte er > gewusst, dass die Republikanische Bewegung wieder diese Stärke und > Bedrohung für die britischen Beamten in Irland erreichen werde, wäre er > nicht Polizist geworden. > > "Die permanente Bedrohung und Angst hört nicht auf, wenn > dein Dienst zu Ende ist. Bevor du zur Arbeit fährst, musst du deinen Wagen > und die Umgebung deines Hauses kontrollieren und dir sicher sein, dass > keine Gefahr besteht. Wenn du zu oder von der Arbeit fährst, sitzt du > nicht einfach im Auto. Die stehst ständig unter Spannung, die blickst > nervös in alle Richtungen, schaust ob dich jemand verfolgt." > > Täglich werden er, seine Kolleginnen und Kollegen in Sitzungen > über die Aktivitäten der Republikanerinnen und Republikaner in ihrer > Gegend informiert. Beamte werden informiert, wenn sie beobachtet werden und > die Gefahr eines Attentates besteht. > > Im Jahr 2009 mussten über 20 Polizisten ihr Wohnhaus verlassen > und an geheime Orte gebracht werden, da ihr Leben bedroht gewesen ist. Der > Direktor des Hochsicherheitsgefängnisses von Maghaberry musste nach nur > fünf Monaten seinen Dienst quittieren, da er von der republikanischen > Organisation Real IRA Drohungen erhielt. Drei Bomben wurden vor seinem Haus > nahe Belfast entschärft. Seine Familie zog aus Angst zurück nach England, > er selbst lebte wochenlang versteckt im Hotel. > > "Ich selbst kenne zwei Beamte, die in den letzten vier > Wochen ihr Haus verlassen mussten. Du bist zu Hause und plötzlich kommt > die [britische] Armee. Dein Haus wird leer geräumt und du und deine > Familie werden an einen sicheren Ort gebracht." > > Im März wurden zwei britische Soldaten von der Real IRA und ein > britischer Polizist von der Continuity IRA erschossen. "In den > letzten Wochen war es einfach nur Glück, dass nicht mehr Polizisten > starben. Ich habe da gar keine Zweifel, es werden weitere Polizisten > sterben." > > Polizisten nehmen aufgrund der Bedrohungen ihre Waffen nun mit > nach Hause. "Wir wollen nicht in die Arbeit gehen und erschossen > werden. Wir wollen nicht nach Hause gehen und erschossen werden. Das alles > lässt dich nicht mehr in Ruhe, es beeinflusst dein ganzes Leben." > > > Er berichtete, man könne sich nicht mehr frei bewegen, er müsse > ständig überlegen, wohin er gehen könne: "Ständig blickst du > über deine Schulter und schaust, wer sich hinter dir befindet. Wenn du in > ein Restaurant gehst, ist das erste, wenn du es betrittst, dass du schaust, > wer noch da ist und wo der Notausgang ist. Ständig blickst du im Raum > herum und überlegst, wie der schnellste Weg zum Ausgang ist. Du kannst das > Leben nicht mehr genießen." > > "Doch nicht jedes Gebiet ist gleich. Es gibt gefährlichere > und weniger gefährlichere Gegenden", erklärt der Polizist weiter. > "Noch vor 18 oder 19 Monaten wärst du bei einem Anruf einfach > hinausgegangen und hättest geschaut, was los ist. Nun dauert es länger. > Du musst bei Notrufen zunächst gewisse Dinge prüfen. Mehr Beamte müssen > nun zu Einsätzen fahren als damals. Man fährt nicht mehr alleine. Die > Zeit, die es nun dauert, zum Einsatzort zu gelangen hat, sich um vieles > verlängert." > > "Die Moral unter den Polizisten ist am Boden. Bei jedem > Einsatz gehst du hinaus und denkst dir: ‚Das könnte er sein. Das > könnte dein letzter Einsatz sein." > > Er berichtete, dass immer mehr britische Polizeibeamte in den > Krankenstand gehen, da sie den psychischen Stress nicht mehr aushalten. > > > Als Reaktion auf die Aktivitäten militanter republikanischer > Organisationen ordnete der britische Polizeichef in Irland Matt Baggott an, > 600 weitere Polizeibeamte auf die Straßen des besetzten Irland zu bringen. > > > Zudem ist die britische Armee wieder aktiv in Irland. Bei > Verhinderung eines Attentatversuchs in der Kleinstadt Garrison Ende > November war eine geheime Spezialeinheit der britischen Armee aktiv. Diese > Einheit, die den Namen Special Reconnaissance Regiment (SRR) trägt, > operiert völlig klandestin und war in den 1980er Jahren an der Exekution > von dutzenden irischen Nationalisten beteiligt. Bereits im Februar 2009 > wurden Mitglieder dieser Einheit abermals nach Irland verlegt. > > Weiters berichtete der irische Fernsehsender RTÉ, dass bei der > Entschärfung der Autobombe letzten Mittwoch mehrere Mitglieder der > britischen Armee beteiligt waren. > > Irish Republican Correspondent, 1ú Mhi na Eanáir 2009 > > Published by the Republican Sinn Féin International > Relations Bureau, http://rsf-europe.blogspot.com/ > > > -- > Republican Sinn Féin > International Relations Bureau > > Sinn Feín Poblachtach Roinn Gnóthaí Idirnáisiúnta > > E-Mail: irish-solidarity ät gmx.net > Web: http://rsf-europe.blogspot.com/ (vorläufige Website) > Post: Stiftgasse 8, 1070 Vín/Vienna, An Ostair/Austria > > Sinn Féin Poblachtach > > www.rsf.ie > www.saoirse.info > > Head Office: 223 Parnell Street, Dublin 1, Éire. > Tel: 00353 872 9747 > Fax: 00353 872 9757 > e-mail: saoirse ät iol.ie > > Belfast Office: 229 Falls Road, Belfast, BT12 6FB, Co Antrim, Ireland. > Tel: 0044 9031 9004 >
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