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s.polster@GAIA.de schrieb am 24.01.12: > Wildview > > /////////////////////////////////////////// > Erosion 7.01.2012 > > Posted: 21 Jan 2012 05:46 AM PST > http://feedproxy.google.com/~r/Wildview/~3/v7RDgUVzNUs/?utm_sourceþedburner&utm_medium=email > > > Naturfotografen im Allgemeinen und ich im Besonderen sind hoffnungslose > Tr|ñumer. Unser Herzblut fliest f|+r |aesthetik, Sch|Ânheit, Form und Farbe. > |aehnlich wie bei den Malern geht es letztendlich darum unsere Umgebung > m|Âglichst makellos und perfekt abzubilden. Eigentlich ist dies gar nicht so > schwierig, denn Natur ist immer perfekt in Ausdruck und Gestaltung. Hat man > mal ein Motiv entdeckt, |+berlegt sich der Maler seine Farbenwahl und der > Fotograf wartet auf die richtige Lichtstimmung. Doch w|ñhrend der Maler im > Rahmen der k|+nstlerischen Freiheit auch mal ein st|Ârendes Detail weglassen > kann ist der Fotograf dazu verdammt immer die Wirklichkeit auf den Chip zu > bannen. > > > In den letzten Jahren habe ich das Gef|+hl einen Beruf zu haben, bei dem man > mehr und mehr in einem Wettlauf mit der Zeit steht. Waren die Geschichten > aus meiner Kindheit noch gepr|ñgt von Abenteurern welche die Geheimnisse > unserer Erde erforschten, komme ich mir heute vor wie Einer der gar nicht > schnell genug reisen kann um unverf|ñlschte Natur noch in intaktem Zustand > zu dokumentieren. Die Ver|ñnderungen auf unserer Erde sind so gewaltig das > man immer Angst haben muss zu sp|ñt zu kommen. > > > Die ÔÇ×Wei|ƒe W|+steÔÇ£ ist ein Nationalpark in |aegypten. Hier hatte ich, nachdem > meine Fotos im Kasten waren das Gef|+hl gerade noch rechtzeitig gekommen zu > sein. Ein Nationalpark dient im besten Fall der Erhaltung von Natur und dem > Menschen als Ort der Erholung und Erfahrung. In vielen L|ñndern der Erde > klaffen jedoch Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Dies bedeutet > leider, dass die Auswei|ƒung eines Schutzgebietes nicht gleichbedeutend ist > mit dessen Erhaltung. > > > Die ÔÇ×Wei|ƒe W|+steÔÇ£ ist ein wundersch|Âner Bereich der Sahara. Sie ist eine > Erosionslandschaft an der Abbruchkante einer Platte die in eine tiefer > gelegene Ebene |+bergeht. Millionen Jahre Erdgeschichte liegen hier wie ein > offenes Buch vor dem Betrachter. Die W|+ste war fr|+her mal ein Ozean > unz|ñhlige versteinerte Muscheln und Korallen lassen keinen Raum f|+r > Zweifel. Es gibt Gesteinsschichten die sind aus purem Kalk, was der Region > wohl auch ihren Namen gegeben hat. Durch die unterschiedliche > Beschaffenheit der einzelnen Materialien konnten sich die Elemente in > unvorstellbar langen Zeitr|ñumen an ihnen abarbeiten. Dabei sind skurrile > Formen entstanden die vielf|ñltiger nicht sein k|Ânnen. Es f|ñllt nicht schwer > in Ihnen Pilze, T|+rmchen, Kugeln und vor Allem allerlei Getier zu > entdecken. Ein magischer Ort der die Fantasie anregt und sich deshalb > zunehmender Beliebtheit erfreut. > > > Heute sind es schon 50.000 Besucher im Jahr die sich von diesem Schauspiel > anlocken lassen. Diese sorgen f|+r eine rapide Beschleunigung dessen, wozu > die Natur Jahrtausende ben|Âtigt, n|ñmlich dem endg|+ltigen Erodieren und > Verschwinden dieser Sch|Ânheit. F|+r die Menschen der Region sind die > Besucher zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Viele verdienen sich > ihren Lebensunterhalt als Jeepfahrer oder Begleiter von Kamelsafaris durch > die W|+ste. Daran ist auch absolut nichts Falsch. Der Haken ist, das es > keine Regeln gibt, bzw diese nicht beachtet werden. Unz|ñhlige Fahrspuren > auf der sensiblen, oft nur wenige Millimeter dicken Erdkruste treiben mich > nicht selten in den Totalfrust. > > > Es gibt Regionen im Park die sind durch Reifen und Schuhwerk komplett > zertrampelt. F|+r die meisten Besucher scheinen nur die gro|ƒen Erosionst|+rme > zu z|ñhlen. Die fragile Sch|Ânheit im Detail des W|+stenbodens nehmen wohl nur > die Wenigsten war. Es hat den Anschein, dass die lokalen Fahrer geradezu > nach unzerst|Ârten Bereichen suchen. Kaum einer lenkt sein Gef|ñhrt durch > vorhandene Spuren. Selten war mir die Divergenz im Anspruch meiner eigenen > Arbeit als ÔÇ×NaturschutzfotografÔÇ£ so bewusst wie hier. Auf der Suche nach > unbesch|ñdigten Motiven habe ich mich nicht selten an Positionen begeben die > danach klar und deutlich durch meine Anwesenheit gepr|ñgt waren. Jeder > Schritt hinterl|ñsst Spuren, die oft |+ber Jahre sichtbar sind. Doch solange > selbst die im Park besch|ñftigten Ranger v|Âllig konzeptlos mit ihren Jeeps > |+ber alles dr|+ber brettern was sich ihnen in den Weg stellt habe ich nur > ein begrenzt schlechtes Gewissen. Eine Attraktion dieser Art l|ñsst sich auf > nachhaltige Weise nur mit Besucherlenkung, klaren Regeln und strengen > Strafen bei Nichtbeachtung erhalten. Dies wird wohl eine Utopie bleiben, > denn in einem Land wie |aegypten gibt es dazu weder die finanziellen Mittel > noch das ben|Âtigte KnowHow. > > > So werden die N|ñchte unter dem klaren Sternenhimmel und der nach wie vor > vorhandene Zauber der W|+ste noch viele Touristen begeistern. F|+r Puristen > ist die Region schon Heute nachhaltig zerst|Ârt. Als Zyniker k|Ânnte man die > Sache als halb so Schlimm abtun, denn der Tourismus beschleunigt ja eh nur > was hier sowieso passiert n|ñmlich die st|ñndige Ver|ñnderung durch Abrieb > der Erosion. Ich w|+rde mich dem Diktat der Regeln aber gerne beugen. > Nat|+rliche Erosion ist einfach h|+bscher als die brutale Kraft > tonnenschwerer Gel|ñndewagen. Au|ƒerdem w|ñre es w|+nschenswert wenn auch noch > die Kinder der Kinder heutiger Beduinen begeisterte Touristen durch diese > sch|Âne Landschaft f|+hren k|Ânnten. Warum tun wir Menschen uns nur so schwer > damit unsere Umgebung zu erhalten? Eine Frage die mich wohl noch durch mein > ganzes Leben begleiten wird. > > > -- > Email delivery powered by Google. > Google Inc., 20 West Kinzie, Chicago IL USA 60610 >
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