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Wenn Rom tief bei sich selbst ist

Rheinische Post: Wenn Rom tief bei sich selbst ist

Düsseldorf (ots) - Von Jens Voss

Rom bekräftigt: Die evangelischen Kirchen sind keine Kirchen im Vollsinne, sondern nur kirchliche Gemeinschaften. Und wieder gibt es Empörung im evangelischen Lager. Zu Recht? In Wahrheit herrscht das, was Bischof Huber "Ökumene der Profile" genannt hat - und zwar auf beiden Seiten. Der Papst tut nur dies: seine theologische Existenz ernst nehmen. Er sieht sich als Letzter in der "apostolische Sukzession" (Weitergabe des Bischofsamtes seit den Aposteln), darin als Wahrer des Evangeliums - und wenn man nur fünf Minuten über die Größe dieser Idee von Kirche nachdenkt, dann begreift man, dass in diesem Punkt für Rom jeder Millimeter Bewegung vor der Ewigkeit verantwortet werden will. Umgekehrt ist es nicht anders: Die Evangelischen machen ihre theologische Existenz seit Luther nicht mehr von Rom abhängig - die Trennung vom Papstamt steht; geistlicher Lebensquell ist die Bibel, und auch diese Kirchen-Idee ist groß. Insofern sollten die Evangelischen gelassener werden und nicht jedes Mal, wenn Rom tief bei sich selbst ist, verletzt sein - sondern selbst tief bei sich sein. Dann gibt es am ehesten die Chance, sich auf 1500 Jahre gemeinsame Geschichte zu besinnen. Sie ist es, die in Wahrheit eint und bewirkt, dass Evangelische und Katholiken im Kern glauben, demselben Herren zu unterstehen. Nur das zählt am Ende vor der Ewigkeit.

Originaltext: Rheinische Post
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10.07.07    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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