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Betreff: Madrid: Die CNT im Streik bei der Metro
Datum: Mi, 9.04.2008, 17:44
Madrid: Die CNT im Streik bei der Metro
Anfang Januar 2008 endete der Streik des Reinigungspersonals bei der
U-Bahn in Madrid. Das 'Syndikat verschiedener Berufe' ('Sindicato de
Oficios Varios') - also die allgemeine Mitgliedsorganisation der
Lokalföderation der CNT-IAA Madrid - sieht das Ergebnis der Aktionen nur
teilweise als einen Erfolg. Und das nach einem langen Kampf, der auf
Grundlage von direkten Aktionen, Demonstrationen und dem Streik selbst
geführt wurde.
Während die Entlassenen und von Strafen Betroffenen ihre Arbeitsplätze
zurück bekamen und das Management am Boden war, unterschrieben die
Arbeiter/innen schließlich eine Vereinbarung mit den Chefs der Metro, in
dem der Stop aller Mobilisierungen und Streiks bis zum Jahr 2012
festgelegt wurde. Die CNT weigerte sich diese Vereinbarung mit dem
Management zu unterschreiben. Die meisten anderen Gewerkschaften in diesem
Arbeitskampf schlossen sich dieser Position nicht an. Die kommunistische
CC.OO. hatte den Streik noch nicht mal unterstützt und ließ ihre
Mitglieder weiterarbeiten.
Die sozialistische UGT und die 'radikale' CGT trafen sich hinter dem
Rücken des Streikausschusses zu Verhandlungen mit den Chefs und
präsentierten der Belegschaftsversammlung fertige Abmachungen. Die CNT
kämpfte ständig darum, dass die Belegschafts-versammlungen das
beschlussfassende Organ in diesem und allen anderen Arbeitskämpfen ist.
Stattdessen wurden viele Belegschaftsversammlungen wie politische
Veranstaltungen geführt, auf denen die Parteien und die anderen
Gewerkschaften den Arbeiter/innen sagten, was sie tun sollten.
Einerseits ist die CNT nur eine von vielen Gewerkschaften, die sich in der
Metro von Madrid organisieren, und das zeigt ihre Schwäche. Aber
andererseits war die CNT oft die einzige Gewerkschaft, die an den
Demonstrationen und Streikposten teilnahm und die Arbeiter/innen und die
Öffentlichkeit über die Vorgänge informierte. Diese Tatsache und ihre
Argumente zugunsten horizontaler, gleichberechtigter Entscheidungsfindung
zeigte, wie handlungsfähig eine Gewerkschaft sein kann, die am
Arbeitsplatz organisiert ist und die nicht von staatlichen Fördergeldern
abhängig ist (wie UGT, CC.OO. und CGT).
Der Streik der Metro-Arbeiter/innen in Madrid zeigt mal wieder, dass
Gewerkschaften, die ihre Posten im Betriebsrat und Gelder vom Staat
annehmen, damit die an Betriebsratswahlen teilnehmen, niemals die
Meinungen und Bedürfnisse ihrer Mitglieder vertreten. Nur eine
Gewerkschaft, die absolut unter der Kontrolle und Verantwortung ihrer
Mitglieder steht, kann etwas zustande bringen.
Mehr Informationen zum Ergebnis des Streiks:
http://www.cnt.es/sovmadrid/comunicamos4.htm#tomapazymoja (spanisch)
Webseite der CNT-IAA Madrid
http://www.cnt.es/sovmadrid/ (spanisch)
Webseite der Internationalen Arbeiter/innen-Assoziation (IAA)
http://www.iwa-ait.org (spanisch/englisch)
Quelle: Direct Action # 41, Spring 2008, http://www.direct-action.org.uk/
(Magazin der Solidarity Federation - IAA, http://www.solfed.org.uk/),
Übersetzung: Anarchosyndikat 'eduCat', Köln/Bonn, 2008,
http://anarchosyndikalismus.org
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