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FILM: Brandzeichen - Momente einer Rebellion

Lichtblick-Kino Kastanienallee 77 10435 Berlin Tel: 030-44 05 81 79

Kinostart am Mittwoch 23.07. mit Premierenempfang

Vorführungen: Mi 23.07. 20.15 und 22.00 Uhr / Do 24.07. 19.30 Uhr / Sa 26.07. bis 30.07. 20.00 Uhr

BRANDZEICHEN - Momente einer Rebellion.

D 2003, 80 min, P.: AK Kraak

»Klar ist es gefährlich, aber was bleibt uns anderes übrig? Wir können nicht zurück nach Hause weil so werden wir nichts erreichen. Keine Arbeit, kein Essen für unsere Kinder. Das öffentliche Bildungs- und Gesundheitssystem funktioniert nicht mehr. Wenn wir mit hängenden Schultern nach Hause gehen, ändert sich nichts. Wenn wir weitermachen, werden wir irgendwann siegen.« Mirta ist über 50 Jahre, hat 8 Kinder und ist bei den Arbeitslosenbewegungen. Bei der Blockade der Erdölraffinerie erklärt sie, dass sie keine Alternativen zu diesen Protestformen hat.
Einfühlsam, kraftvoll und aus nächster Nähe dokumentieren Susanne Dzeik und Kirsten Wagenschein von dem berliner Videokollektiv AK Kraak die dramati schen Momente der argentinischen Rebellion Anfang 2002. Zwei Monate lang t auchen die beiden FilmerInnen tief in den Strudel aus Massenprotesten, Fab rikbesetzungen und brutaler Polizeigewalt.
Gekonnt setzen sie bewusst die Effekte subjektiver Kamera ein: Zum Teil au f Super 8, zum Teil digital gedreht, komponieren die BerlinerInnen eine pa ckende Polit-Collage, die mehr ist als eine Momentaufnahme. So schaffen si e eine einzigartige Atmosphäre aus persönlicher und politischer Nähe û ohne, dass sie je ganz aus ihrer Rolle als journalistische BeobachterInnen fa llen.
Während viele europäische Medien vor allem über die verängstigte Mittelklasse und ihre Kochtopf-Aktionen berichteten, sehen Susanne und Kirsten gena uer hin: Sie begleiten die hier (noch) fast unbekannte Arbeitslosenbewegun g der »piqueteros« bei ihren Straßenblockaden, zeigen die Menschen bei ihrem täglichen Kampf um Respekt, Würde und das Überleben. Tagelang schliessen sich die beiden AutorInnen auch dem Blockieren einer Erdölraffinerie an und übernachten dort mit den »p iqueteros« in den Containern.
Und als besorgte Kontoinhaber Bankautomaten zertrümmern und den Neoliberalismus verfluchen, sind sie mit ihren Kameras dabei. Das gibt ihren Bildern eine unaufdringliche aber souveräne Stärke, die das Verstehen des Widerstandes in Argentinien leichter macht. Denn durchweg lassen sie die am meisten Betroffenen zu Wort kommen: Interv iews mit Opfern der Militärdiktatur wie auch mit Aktivisten der Stadtteilversammlungen spannen einen weiten Bogen von der jüngsten Vergangenheit bis zur Gegenwart Argentiniens.


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