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## Nachricht vom 30 Jun 03 weitergeleitet
## Ursprung : SABINE@SABINE.org
## Betreff : DIR-ML: "Demonstration der Vielfalt und des friedlichen Miteinanders" (FR)
## Ersteller: dirinfo@web.de (D.I.R. e.V.)
## Msg-ID : 3F00458B.12893.A494E3@localhost
TI: "Demonstration der Vielfalt und des friedlichen Miteinanders"
QU: Frankfurter Rundschau
DA: 30.06.2003
SW: Hes; Mu; De; Et
AB: Erste "Parade der Kulturen" in Frankfurt mit rund 30 000 Besuchern /
"Grupo Guarani" aus Brasilien kreativste Gruppe
Erste "Parade der Kulturen" in Frankfurt mit rund 30 000 Besuchern / "Grupo
Guarani" aus Brasilien kreativste Gruppe
Samba, Bauchtanz und Paella: An die 30 000 Besucher kamen am Samstag
zur ersten Frankfurter "Parade der Kulturen", auf der 70 Vereine mit 1000
Teilnehmern Folklore aus aller Welt präsentierten.
Von Julia Schweizer
"Was soll das denn darstellen?", fragte sich eine ältere Dame mit Gehwagen
beim Anblick der vielen bunt gekleideten Sambatänzer am Samstag an der
Liebfrauenkirche. "Das sieht ja ganz interessant aus", fand sie, "fast wie der
Karneval in Rio". Doch auch in anderen Ländern versteht man es, farbenfroh
zu feiern. Kinder tanzten in traditionellen Kostümen auf dem Wagen des
serbischen Jkud-Oro Vereins und die indonesische Gruppe Nusa Irama spielte
auf traditionellen Instrumenten aus Bambus.
Initiiert wurde die Parade der 70 Vereine vom Frankfurter Jugendring,
gemeinsam mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten, dem Jugend- und
Sozialamt, der Mainova, Aventis Pharma und der Werbeagentur Luna Park 64.
Neu war die Idee nicht - schon seit Jahren werden ähnliche Paraden auch in
Berlin oder Hamburg gefeiert. Zeit, endlich auch in Frankfurt eine
"Demonstration der Vielfalt dieser Stadt und des friedlichen Miteinanders" zu
geben.
Pünktlich um 11 Uhr setzte sich der Zug aus mehr als 1000 Teilnehmern am
Untermainkai in Bewegung, Ziel war der Römerberg. Der siebenjährige Minh
und der ein Jahr jüngere Phillip waren mit ihrem Verein der vietnamesischen
Flüchtlinge mit dabei und trugen einen gelben Drachen. Beiden hat es sichtlich
Spaß gemacht, auch wenn Minh, der den rund 1,5 Kilo schweren Drachenkopf
bewegte, die Füße nach dem langen Marsch weh taten.
Lebhaft ging es auf den zwei Bühnen am Römer zu, wo bis gegen 22 Uhr
getanzt und gesungen wurde. Die Sambatrommelgruppe "Boiada - Bloco do
Samba" animierte die Besucher immer wieder zum Mittanzen und -klatschen.
Belohnung für die Trommler: Sie wurden zur "inhaltlich besten" Gruppe
gewählt, weil sie aus Deutschen und Brasilianern besteht. Leiter Frank Völker:
"Mehr muss man zum Thema Integration wohl nicht sagen." Die "Grupo
Guarani" aus Brasilien bekam den Preis für Kreativität, der Ignaz-Club wurde
zur besten Kinder- und Jugendgruppe gewählt. Die Kinder hatten in einem
Workshop lateinamerikanische Tänze gelernt, die sie dann auf dem MainovaWagen
vorführten.
Beschaulicher ging es beim Straßenfest im Kaisersack im Bahnhofsviertel zu,
das Schirmherr Hilmar Hoffmann zum Eingangstor der Parade erklärt hatte.
Kultur solle zur Brücke zwischen den Kulturen werden. Neben der singenden
Marktfrau Gisela Paul traten dort deshalb auch afrikanische und orientalische
Folkloregruppen auf.
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