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Kurt Biedenkopf, Ralph Dahrendorf, Erich Fromm, Maik Hosang (Hg.), Petra Kelly u.a.
Klimawandel und Grundeinkommen
Die nicht zufällige Gleichzeitigkeit beider Themen und ein sozialökologisches Experiment
220 Seiten, EUR 13,90
VAM, München 2008
ISBN: 978-3-924-404-73-4
Zwei Themen finden immer mehr Aufmerksamkeit: Einerseits der Klimawandel, andererseits das Grundeinkommen bzw. Bürgergeld. Auf den ersten Blick oft berührungslos zueinander, sind sie näher betrachtet ökologischer und sozialer Ausdruck einer existenziellen Entwicklungskrise moderner Gesellschaften.
Der Klimawandel hat naturwissenschaftlich beobachtbare Folgen, seine Ursachen liegen jedoch in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Um ökologische Katastrophen möglichst einzuschränken braucht es technische, zugleich jedoch soziale Innovationen. Es braucht neue soziale Ordnungen, die eine Synthese von Freiheit und Effektivität mit Solidarität und ganzheitlicher Lebensqualität ermöglichen.
Namhafte Denker und mutige Akteure setzen mit diesem Buch ein Zeichen. Die Verschiedenheit der Argumentationen ist kein Manko, sondern Zeichen der Hoffnung. Daran zeigt sich, dass jenseits von alten Ideologien übergreifende Koalitionen zu existenziellen Zukunftsfragen denkbar sind - denn durch zu engstirniges Festhalten an überholten Positionen könnten wir mitschuldig daran werden, dass die Menschheit die gewaltigen Herausforderungen und Chancen der Zukunft nicht meistert, sondern in barbarische Kämpfe um letzte Ressourcen und Überlebensinseln zurückfällt.
Die Idee eines Bürgergeldes oder Grundeinkommens hat viele Aspekte und birgt sowohl große Chancen als auch nicht zu unterschätzende Gefahren in sich. In diesem Buch wird der weitblickende Versuch unternommen, die sozialpolitisch innovative Idee eines soziokulturellen Existenzminimums für jeden Bürger vor dem Hintergrund der großen ökologischen, ökonomischen und sozial-ökologischen Herauforderungen des 21. Jahrhunderts zu betrachten.
Der Mensch ist ein schöpferisches und produktives Wesen und Arbeit ist ein wesentlicher Weg zur Entfaltung seines Potenzials. Arbeit und Dienstleistung für das übergeordnete Gesamtsystem bzw. die Gesellschaft sind für die integrale Entwicklung des Menschen unerlässlich. Wenn es nicht um mehr geht, als um ein staatlich gefördertes Müßiggängertum und ein sozialstaatlich konstruiertes Schlaraffenland, so würde das den Menschen eher zum faulen Affen" degradieren, als ihn dem Paradies näherzubringen.
Wenn wir jedoch - nach Abraham Maslow, Viktor Frankl, Walter Böckmann u.a. - dem Großteil der Menschen neben den elementaren auch höhere und selbstmotivierende Bedürfnisse nach Anerkennung, Mitgefühl, Werteverwirklichung, Sinnerfüllung u.a. unterstellen, eröffnet die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen wichtige Chancen: Zum einen für die weitere evolutionäre Entfaltung von Freiheit, Menschlichkeit und schöpferischer Produktivität; zum anderen für die Bewältigung der vor uns stehenden existenziellen Probleme von Klimawandel und Globalisierung, für die es im Rahmen der bisherigen, trotz aller Freiheit in hohem Maße auf Angst und entsprechenden charakterlichen Verhärtungen beruhenden Strukturen vielleicht keine Lösung gibt.
Sowohl die hypermodernen technologischen und sozio-ökonomischen Errungenschaften wie auch die daraus kollateral entstandenen ökologischen Bedrohungen offenbaren den Kairos für diesen Entwicklungsschritt - dazu liefern die Beiträge dieses Buches interessante Denkanstöße.
Andreas Mascha
15. Februar 2008
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