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## Betreff : "Wir wollen freie Menschen sein" - Widerstand und Opposition in der DDR
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Pressemitteilung von Freitag, 5. Dezember 2003
Stadt Münster
"Wir wollen freie Menschen sein" - Widerstand und Opposition in der DDR
Stadtmuseum zeigt Wanderausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig
Münster (SMS) "Wir wollen freie Menschen sein". Diese Forderung treibt
am 17. Juni 1953 Hundertausende in der DDR gegen das SED-Regime auf
die Straße. 36 Jahre danach skandieren Hundertausende im ganzen Land
"Wir sind das Volk". Diesen Massenprotesten hat das Regime - diesmal
ohne den Rückhalt aus Moskau - nichts entgegenzusetzen. Am 9.
November 1989 fällt in Berlin die Mauer. Der Weg zur deutschen
Einheit ist frei.
1953 und 1989 sind die Schlüsseldaten in der Geschichte von
"Widerstand und Opposition in der DDR". Und sie stehen mit ihren
politischen Ereignissen in der gleichnamigen Wanderausstellung im
Stadtmuseum Münster im Blickpunkt.
Opposition, Mut und Zivilcourage
"Es sind rund 500 Exponate, mit denen die Stiftung Haus der Geschichte
der Bundesrepublik Deutschland den Spot richtet auf einen Teil
ostdeutscher Geschichte, der immer mehr in Vergessenheit gerät", so
Museumsdirektorin Dr. Barbara Rommé. "Münster ist die vorerst letzte
Station einer Ausstellung zu Opposition, Mut und Zivilcourage vor dem
Hintergrund der deutschen Teilung".
Inhaltlich wurde die Ausstellung mit zahlreichen Ton- und
Filmdokumenten vom Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig der Stiftung
erarbeitet. "Sie erinnert mit prägnanten Einzelbeispielen an die
Ablehnung des SED-Staates. Sie fragt nach Reaktionen auf Mauerbau und
Niederschlagung des "Prager Frühlings" und beschreibt den politischen
Protest der Bürgerbewegung in den 1970-er und 1980-er Jahren",
skizziert Dr. Anne Martin die Bandbreite.
Repressionen des Regimes spiegeln sich in der Ausstellung im
Stadtmuseum besonders in den Lebensläufen prominenter wie unbekannter
DDR-Bürger. Wer Widerstand leistete oder zur Opposition gehörte,
geriet in die Mühlen von Staatssicherheit und Justiz. Immer wieder
symbolisieren Ausstellungsobjekte die Zivilcourage von Menschen.
Darunter ist der "Blumenständer", in dem verbotene Dokumente versteckt
wurden. Oder die polnische Fahne, mit der Roland Jahn in Jena
öffentlich Solidarität mit der Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc"
bekundete.
Die Schau setzt ein mit den frühen Protesten gegen die
"antifaschistisch-demokratische Umwälzung" von Staat und Gesellschaft
und Widerständen gegen die SED-Gründung im April 1946.
Tagebuch zum 17. Juni 1953
"Die ganze Welt hat unverhüllt unsere Not gesehen". Diese Worte
schreibt eine junge Frau im Juni 1953 in ihr Tagebuch, nachdem Panzer,
sowjetisches Militär und Volkspolizei den Aufstand vom 17. Juni
niedergeschlagen haben. Das Heft mit dem persönlichen Erleben liegt in
der Ausstellung zum Nachlesen bereit. Wochenschauen, Film-, Foto- und
Textdokumente sowie Stimmen von Zeitzeugen richten sich nicht nur
auf die Ereignisse in Ost-Berlin. Auch die mitteldeutschen
Industriezentren Magdeburg, Leipzig, Bitterfeld, Halle und Jena und
Demonstrationen auf dem Land sind beim "17. Juni" Thema. Dargestellt
werden nicht zuletzt Reaktionen des Westens.
Der Mauerbau 1961 und die Niederschlagung des "Prager Frühling" 1968
schließen chronologisch an. Für ein einzelnes Ereignis steht die
Beatdemonstration 1965 in Leipzig. "Freiheit für den Beat" fordern
einige hundert Jugendliche und ziehen gegen das Verbot verschiedener
Musikgruppen durch das SED-Regime zu Felde.
Havemann und Biermann
An die Opposition in den 1970-er und 1980-er Jahren erinnern
Biografien von Bürgerrechtlern und Regimekritikern. Mit Robert
Havemann wird eine Leitfigur des Widerstands in den Mittelpunkt
gestellt. Ebenso wie der Liedermacher Wolf Biermann und die Folgen
seiner Ausbürgerung 1976.
Weitere Schlaglichter richten sich auf die friedliche Revolution vom
Herbst 1989. In einer präparierten Aktentasche verbirgt sich die
Kamera, mit der Siegbert Schefke am 9. Oktober 1989 seine legendären
Aufnahmen von der Montagsdemonstration machte. Vom Turm einer Kirche
am Leipziger Ring aufgenommen, gingen die Bilder von mehr als 70 000
demonstrierenden Menschen in der DDR um die Welt ...
Info: Ausstellung "Widerstand und Opposition in der DDR", bis zum 6.
Januar 2004 im Stadtmuseum Münster, Eintritt frei; Begleitprogramm mit
Führungen, Lesung und Vortrag; Info: Telefon 02 51 - 4 92 45 03.
- Fotos
- Protest gegen Verbote von Musikgruppen: Wandparole "Freiheit für den
Beat" in Leipzig 1965
Demonstration der Friedensgemeinschaft Jena 1983
Bürgerrechtler fordern Freiheit bei der Luxemburg-LiebknechtDemonstration
im Januar 1988
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Widerstand und Opposition
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