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Kinderarmut: Chance fuer Gelsenkirchen nutzen!

Pressemitteilung von Freitag, 16. November 2007
DGB Region Emscher - Lippe

Kinderarmut: Chance für Gelsenkirchen nutzen!
Sozialgerichte gegen Kinderarmut in der Schule:Schüler können Unterstützung erhalten

Immer offenbarer wird, dass die Regelsätze der Hartz-IV-Leistungen bei weitem nicht ausreichen, um dem Bedarf von Schulkindern gerecht zu werden. Dies haben jetzt die Sozialgerichte festgestellt. Damit ergibt sich laut DGB eine Möglichkeit, die Mehrkosten für Schulbedarfe vieler Kinder in Gelsenkirchen vom IAG (Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen) tragen zu lassen.

Das Landessozialgericht Berlin hat gerade im Eilverfahren entschieden, dass einer Hartz-IV-Empfängerin 30 Euro pro Kind zustehen und dass im Hauptverfahren der Betrag sogar auf fast 60 Euro aufgestockt werden könnte (AZ L 10 B 1545/07 AS).

Auch das SG Berlin hat einer "Hartz-IV-Empfängerin" Sonderleistungen für Schulbedarf in Höhe von 51,13 Euro zuerkannt (SG Berlin, AZ S 37 AS 12025/05). Diese Leistung sei zwar als Darlehen zu gewähren, unter verfassungskonformer Auslegung des Gesetzes seien die Tilgungsraten jedoch auf Null festzusetzen. Im Ergebnis darf die Klägerin das Geld somit behalten.

Für die Stadt Gelsenkirchen sollte aufgrund dieser Rechtslage ein "offensiver Deal" mit dem Arbeitsamt angestrebt werden, um das von Stadt und Arbeitsamt gemeinsam gesteuerte IAG in Gelsenkirchen zu veranlassen, diese Rechtslage im Sinne der von Hartz IV betroffenen Gelsenkirchener Schülerinnen und Schüler zu nutzen. Nach DGB - Auffassung sei es allerdings hilfreich, eine Umsetzung der Berliner Gerichtsbeschlüsse anzustreben, ohne dass Eltern ein Sozialgerichtsverfahren anstrengen müssten".

"Was bislang nur "reiche" Städte wie München ihren "Hartz IV - Schülern" gewährten (100 Euro pro Schuljahr), sollte nun mittels IAG auch den Schülern Gelsenkirchens zu Teil werden", fordert DGB-Chef Josef Hülsdünker.

Kontaktdaten
DGB Region Emscher - Lippe

45657 Recklinghausen* Dorstener Str. 27 a * Telefon: 0 23 61 - 10 62 40 * Telefax: 0 23 61 - 18 39 80 * E-Mail: recklinghausen ät dgb.de

17.11.07    Sabine Ellersick <sabine.ellersick@nadeshda.org>
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