World Vision Kinderstudie wird heute vorgestellt
Friedrichsdorf/Berlin, den 24.10.2007 (ots) -
Das ganze "Dorf" ist gefordert
- Soziale Herkunft entscheidet über Zukunft der Kinder
- World Vision: Kinder stärker beteiligen
Unter dem Motto "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind stark zu
machen", ist heute in Berlin die 1. World Vision Kinderstudie
vorgestellt worden. Die Bielefelder Wissenschaftler Prof. Dr. Klaus
Hurrelmann und Prof. Dr. Sabine Andresen haben zusammen mit einem
Team von TNS Infratest Sozialforschung, München (Leitung: Ulrich
Schneekloth), die Lebenssituation der Kinder in Deutschland
untersucht. Die Befragung wurde bundesweit mit fast 1.600 Kindern
durchgeführt. Die Studie wird als Fischer Taschenbuch unter dem Titel
"Kinder in Deutschland 2007" veröffentlicht.
Die World Vision Kinderstudie zeigt, dass es vielen Kindern in
Deutschland gut geht und sie mit ihrem Lebensumfeld zufrieden sind.
Sie zeigt aber auch, dass es entscheidend für das ganze Leben ist, in
welche Gesellschaftsschicht ein Kind hineingeboren wird. "Die
schlechteren Startchancen von Kindern aus den unteren
Herkunftsschichten prägen alle Lebensbereiche und wirken wie ein
Teufelskreis. Wie ein "roter Faden" zieht sich eine Stigmatisierung
und Benachteiligung dieser Kinder durch das ganze Leben hindurch", so
der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Hurrelmann. "Kinder aus den
unteren Schichten sind häufig auf sich allein gestellt. Daher bedarf
es des Engagements des ganzen Dorfes, um ein Kind stark zu machen,
wie ein altes afrikanisches Sprichwort lautet. Ein schönes und
anschauliches Bild, das wir als Ausgangspunkt unserer Überlegungen
zur Verbesserung der Kinderpolitik in Deutschland genommen haben."
Die Kindheitsforscherin Prof. Dr. Sabine Andresen hebt hervor:
"Die 1. World Vision Kinderstudie zeigt auch sehr deutlich, dass
Kinder sensible und wache junge Gesellschaftsmitglieder sind, die
durchaus selbstbewusst eigene Lebensperspektiven entwickeln. Sie
fühlen sich im Alltag aber oft nicht ernst genommen. So glaubt ein
Großteil der Kinder, dass sich Politiker eher mangelhaft für ihre
Belange einsetzen. Auch in der Schule fühlen sich viele Kinder nicht
ernst genommen und bemängeln hier die ungenügende Beteiligung."
Die World Vision Kinderstudie setzt hier an und will den Kindern
ein Sprachrohr sein. Kinder sind, wie die Studie dokumentiert,
selbständige Individuen mit eigenen Interessen und wissen sehr wohl,
was sie wollen. Darum unterstützt World Vision die Forderung der
Kinder, von klein auf an Entscheidungsprozessen beteiligt zu werden.
"Damit Kinder zu mündigen Bürgern unserer Gemeinschaft heranwachsen
können, müssen wir alle, also das ganze `Dorf`` für das Wohlergehen
unseres Nachwuchses sorgen. Kinder sollten so früh wie möglich
mitreden können, wenn es um Belange geht, die sie selbst betreffen",
so Prof. Hurrelmann. "Mütter und Väter brauchen mehr Rückhalt in
unserer Gesellschaft. Immer mehr Eltern sind mit den schulischen
Anforderungen ihrer Kinder überfordert. Daher müssen alle
Institutionen und Bereiche unserer Gesellschaft mithelfen, um unsere
Kinder stark zu machen."
HINTERGRUND
World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den
Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit,
Katastrophenhilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im
Finanzjahr 2006 wurden 229 Projekte in 46 Ländern durchgeführt. World
Vision Deutschland ist Teil der weltweiten World Vision-Partnerschaft
mit rund 23.000 Mitarbeitern in fast 100 Ländern. World Vision
unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur
Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der
Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem
Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen.
World Vision ist Mitglied im Aktionsbündnis gegen AIDS. Weitere Infos
unter www.worldvision.de