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SoVD: Kinderzuschlag hilft nur einem Viertel der Kinder von Hartz
IV-Empfängern
Berlin (ots) - Zur Klausurtagung der Großen Koalition erklärt
SoVD-Präsident Adolf Bauer:
Zur Bekämpfung von Kinderarmut hat die Große Koalition noch keine
schlüssige Lösung vorgelegt. Die anvisierte Ausweitung des
Kinderzuschlags allein reicht bei weitem nicht aus. Denn der
Kinderzuschlag wird nur einem Viertel der Kinder helfen, aus dem
Hartz IV-Bezug herauszukommen. Für die meisten Kinder, die von Hartz
IV leben, bringt der Kinderzuschlag keine Verbesserung.
Nach den Plänen der Bundesregierung sollen vom Kinderzuschlag
künftig 530.000 statt bisher 124.000 Kinder profitieren. Von 1,9
Millionen Kindern, die von Hartz IV leben, würden drei Viertel leer
ausgehen. Das zeigt, dass der Vorschlag viel zu kurz greift. Der
Kinderzuschlag soll Familien mit geringem Einkommen davor bewahren,
in den Hartz IV-Bezug abzurutschen. Hartz IV-Empfänger erhalten
keinen Kinderzuschlag.
An einer grundsätzlichen Neuberechnung des Hartz IV-Regelsatzes
für Kinder und Erwachsene führt kein Weg vorbei.
Der derzeitige Hartz IV-Regelsatz für Kinder ist mit 60 Prozent des
Erwachsenen-Satzes viel zu niedrig und deckt den spezifischen Bedarf
von Kindern und Jugendlichen nicht ab. Die Bekämpfung von Kinderarmut
erfordert außerdem einen vielschichtigen Ansatz, der auch
Bildungschancen und Gesundheit einbeziehen muss.
Bei der angekündigten Überprüfung der Hartz IV-Regelsätze im
Herbst muss auch das Verfahren überdacht werden. Eine Anbindung der
Hartz IV-Regelsätze an die Rentenanpassung ist nicht sachgerecht.
Rente und Hartz IV sind wie Äpfel und Birnen. Hartz IV muss das
Existenzminimum sicherstellen. Statt der bisher fünfjährigen
Überprüfung des Regelsatzes anhand der Einkommens- und
Verbrauchsstichprobe muss sichergestellt werden, dass der Regelsatz
den tatsächlichen Bedarf deckt und zeitnah an steigende
Lebenshaltungskosten angepasst wird.
V.i.S.d.P.: Dorothee Winden
Originaltext: SoVD Sozialverband Deutschland
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