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Rheinische Post: Arme Kinder
Düsseldorf (ots) - Von Jens Voss
Künftig sollen also 530.000 und nicht mehr nur 124.000 Kinder 36
Monate lang vom Staat mit 140 Euro zusätzlich gefördert werden, wenn
die Eltern nur den Unterhalt für sich, aber nicht den für ihre Kinder
verdienen. Das bedeutet für eine Familie drei Jahre etwas mehr Luft.
Schwerwiegender aber ist, was es nicht bedeutet: mehr Chancen für die
Eltern, endlich mit guten Jobs auf eigenen Füßen zu stehen. Darum
geht es aber. Für Politiker ist es immer schön, Förderung
auszuweiten. Hört sich gut an: Wir tun was gegen Kinderarmut. Das
Trübe daran ist: In Deutschland funktioniert immer noch der Reflex,
Geld zu verteilen, besser als der Wille, Hilfe zur Selbsthilfe zu
eröffnen. Deutschland hat 3,7 Millionen Arbeitslose. Dass damit 3,7
Millionen Menschen nicht für sich selber aufkommen, ist wie aus dem
öffentlichen Bewusstsein getilgt; es ist, als habe die Zahl ihren
Schrecken verloren. Über das unangenehme Thema Reformen am
Arbeitsmarkt redet niemand mehr. Politischer Streit entzündet sich
nur an der schönen Frage, wer wie viel an wen verteilen will. Auch
wenn die Zahl der Arbeitslosen zurzeit wegen der brummenden
Weltwirtschaft sinkt - in Wahrheit fehlen immer noch Jobs. Sie sind
der wahre Schlüssel im Kampf gegen Kinderarmut.zu:Kinderarmut.
Originaltext: Rheinische Post
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