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Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH) fordert rasche Entscheidung zur
"heroingestützten Behandlung"
Berlin (ots) - "Mit der Entscheidung der Bundesregierung, die
Bundesförderung für die an der Modellstudie zur heroingestützten
Behandlung beteiligten Städte Ende Februar zu beenden, rückt die
Einstufung von Diamorphin als verschreibungsfähiges Medikament sowie
eine Überführung in die Regelbehandlung in weite Ferne", erklärt
Peter Stuhlmüller, stellv. Bundesgeschäftsführer der Deutschen
AIDS-Hilfe e.V. (DAH). Die Menschen, die seit vielen Jahren
erfolgreich mit Diamorphin behandelt werden, fordern nun zu Recht
eine endgültige Entscheidung des Bundestages. Wir können uns des
Eindrucks nicht erwehren, dass die gesundheitliche Stabilisierung und
die soziale Integration von Heroinkonsumenten nicht wichtig genug
sind, um hier politischen Druck auszuüben", fährt Stuhlmüller fort.
"Es hat den Anschein, dass dieses wichtige Thema zu einer
bundespolitischen Hängepartie wird", betont Dirk Schäffer,
DAH-Referent für Drogen und Menschen in Haft. "Auch wenn die
Beendigung der Bundesförderung für die Patienten in den Projekten
keine direkten Folgen hat, ist dies ein fatales politisches Signal.
Die jetzige Situation könnte in einigen Städten die sukzessive
Einstellung der Projekte zur Folge haben, da die Städte die Kosten
der heroingestützten Behandlung dauerhaft nicht alleine tragen
werden." "Viele der Menschen, die derzeit mit Heroin behandelt
werden, sind Freunde oder Bekannte von uns. Sie haben einfach Angst
vor der ungewissen Zukunft, denn die heroingestützte Behandlung ist
für viele die erste erfolgreiche Therapie seit Jahren", so eine
Vertreterin des bundesweiten Selbsthilfenetzwerks JES (Junkies,
Ehemalige, Substituierte).
"Auch wenn die Enttäuschung tief sitzt - die Deutsche AIDS-Hilfe
appelliert an alle Unterstützer dieses Projektes, die
Drogenbeauftragte der Bundesregierung noch stärker als bisher in
ihrem Vorhaben zu unterstützen, eine Änderung des
Betäubungsmittelgesetzes zu erwirken und die Diamorphinbehandlung in
die Regelversorgung zu überführen. Es gilt nun auch, öffentlichen
Protest zu organisieren", führt Dirk Schäffer weiter aus.
"Wir fordern die Bundesregierung auf, eine zeitnahe Abstimmung im
Bundestag zu ermöglichen und auf die Aufhebung des Fraktionszwangs zu
drängen. Die Entscheidung im Bundestag ist für viele
Heroinkonsumenten, die derzeit in Hamburg, Frankfurt, Bonn, Köln,
Karlsruhe, München und Hannover erfolgreich behandelt werden,
lebenswichtig, dies muss allen klar sein", fasst Peter Stuhlmüller
die Situation zusammen.
Originaltext: Deutsche AIDS-Hilfe e.V.
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- Pressekontakt
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