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"Der Budgetdeckel muss weg" - Ärztepräsident warnt vor
Wartelistenmedizin in den Krankenhäusern
Berlin (ots) - "Die Budgetierung im Krankenhausbereich ist keine
Kostenbremse, sondern ein Rationierungsinstrument. Die Krankenhäuser
bluten aus, wenn jetzt nicht endlich die Patientenversorgung zum
Maßstab der Dinge gemacht wird", sagte Bundesärztekammer-Präsident
Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe zum heute vorgestellten Gutachten des
RWI Essen zur wirtschaftlichen Lage der Krankenhäuser. Die Politik
trage die Verantwortung für den Verdrängungswettbewerb im
Krankenhausbereich, der die bisher gewohnte flächendeckende
Versorgung mit stationären Leistungen massiv gefährde. "Der
Budgetdeckel muss weg, sonst droht uns eine Wartelistenmedizin wie in
Holland und Großbritannien. Das aber wollen die Menschen in unserem
Land nicht", so Hoppe.
Die Rahmenbedingungen müssten so gestaltet sein, dass auch der
Ärztenachwuchs wieder Entwicklungsmöglichkeiten im Krankenhaus sehe.
"Das Hauptproblem sind die Budgets. Dieses System der diktierten
Preise darf nicht diktierte Gehälter zur Folge haben", sagte Hoppe.
Die Ärztinnen und Ärzte in Deutschland seien hoch qualifiziert und
auch hoch motiviert. Darauf seien inzwischen auch andere europäische
Länder aufmerksam geworden. "Wenn in den kommenden fünf Jahren 10.000
Stellen neu zu besetzen sind, müssen auch die ökonomischen
Rahmenbedingungen neu definiert werden. Die derzeitige
Unterfinanzierung im Krankenhausbereich schreckt die jungen Ärzte ab
und treibt sie ins Ausland."
Angesichts der schwierigen Situation vieler Kliniken sei es
besonders grotesk, dass die Krankenhäuser nach wie vor einen so
genannten Sanierungsbeitrag von mehreren Hundert Millionen Euro pro
Jahr zugunsten der Krankenkassen erbringen müssten. "Das Sonderopfer
war nie gerechtfertigt und muss ersatzlos gestrichen werden",
forderte der Ärztepräsident.
Originaltext: Bundesärztekammer
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