|
Biologische und kulturelle Vielfalt aus Frauensicht: dies ist das Thema des
Wettbewerbs FrauenLebenVielfalt, den genanet - Leitstelle Gender, Umwelt,
Nachhaltigkeit im Hinblick auf die UN-Biodiversitätskonferenz ausgerufen
hatte. Am 29. Januar 2008 werden die Gewinnerinnen bei einer feierlichen
Preisverleihung im Besucherzentrum des Bundesumweltministeriums (BMU) in
Berlin geehrt. Im Anschluss diskutieren Expertinnen und Preisträgerinnen
das Thema "Frauen - Macht - Biodiversität" auf dem Podium. Die Laudationes
halten Astrid Klug, parlamentarische Staatssekretärin im BMU, Katrin
Lompscher, Umweltsenatorin von Berlin, und Christine von Weizsäcker,
Schirmfrau des Wettbewerbs.
Im "Süden" der Welt werden Frauen mittlerweile als wichtige Akteurinnen
anerkannt, wenn es um den Erhalt der biologischen Vielfalt geht. Aber auch
in den Industrieländern muss die Rolle der Frauen gestärkt werden, wenn
beispielsweise über Landwirtschaft und Gentechnik, Landschaftsplanung und
Flächenverbrauch gesprochen und entschieden wird. Der Wettbewerb konnte
hierfür erfolgreiche Anstöße geben und Frauen für das Thema
sensibilisieren. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nahmen Frauen
an dem Wettbewerb teil. Unter knapp 50 Beiträgen wählte die Jury die
Preisträgerinnen aus.
Die Preisträgerinnen
Der 1. Preis in der Kategorie Erwachsene wird zweimal vergeben: an Julia
Vitalis und Sabine Wedel. Julia Vitalis zeigt prägnant mit Illustration
und Text die kulturelle Vielfalt in einem Haus in Berlin-Neukölln.
Wunderschön gezeichnete Frauen blicken aus Fenstern und Haustür, kurze
Sätze beschreiben ihre verschiedenen Lebenssituationen, die schwierig,
aber nicht hoffnungslos sind. Sabine Wedels Beitrag thematisiert
demgegenüber die biologische Vielfalt. Ihre Foto-Collage von "Unkräutern"
besticht durch die Qualität der Fotos und die gelungene Idee, die
Schönheit der häufig unerwünschten und ungeliebten Pflanzen darzustellen.
Der 2. Preis geht an Elisa Gelewski und Annette Köhn für ihre
Dokumentation der Baumfeen-Aktion zur Rettung der Bäume am Berliner
Landwehrkanal. Das Fällen der Bäume durch die Wasser- und
Schifffahrtsbehörde konnte gestoppt werden - dank der Baumfeen und
weiterer Aktionen. Dieser Beitrag zeigt eindrucksvoll, wie kreativ
Engagement sein kann - und dass es sich lohnt vor Ort aktiv zu werden.
Den 3. Preis erhält Regine Maaß für ihren Text "Vielfalt heißt nicht
einfach viel - eine Geschichte zur Biodiversität". Ihr Thema ist nicht die
wertvolle Vielfalt, sondern das bedrohliche Viele - wenn sich
beispielsweise durch Verschmutzung eine Art millionenfach vermehrt.
Reizvoll ist die "andere" Sicht auf die Vielfalt und die humorvolle
Sprache, die dem Text Leichtigkeit verleiht.
Eine besondere Auszeichnung, den Sonderpreis für das Lebenswerk, erhält
die 87jährige Ökogärtnerin und Philosophin Heinke von Löw zu Steinfurth
für ihr großes Engagement im Bereich Biodiversität und kultureller
Vielfalt - zusammen mit Hannelore Campino, die das Portrait über diese
faszinierende Persönlichkeit beim Wettbewerb einreichte. Die Preisträgerin
betreibt den Gartenhof Löw zu Steinfurth in Steinfurth bei Bad Neuheim, wo
sie lebt, Pflanzen verkauft und umfassend über Ökologie und ein
naturgerechtes Leben informiert.
In der Kategorie Kinder/Jugendliche geht der 1. Preis an den MaDonna
Mädchentreff in Berlin-Neukölln für die fantasievollen TraumHausBilder,
die acht- bis zwölfjährige Mädchen, die meisten Deutsch-Libanesinnen, in
einem Kunst-Projekt malten. Inspiriert wurden die Malerinnen von Bildern
des Künstlers Friedrich Hundertwasser und Fotos orientalischer Bauten. Die
kulturelle Vielfalt zeigt sich farbenprächtig und positiv in den Bildern
der Mädchen. Die Idee und Realisation für dieses Projekt lag bei der
Journalistin und MaDonna-Mitarbeiterin Güner Y. Balci.
Der Wettbewerb wird unterstützt von Neumarkter Lammsbräu, WALA Heilmittel
GmbH, Knesebeck Verlag, EMMA, Keep Cool Gbr, Euronatur - Stiftung
Europäisches Naturerbe, pala-Verlag und lerngut Bildungsmedien.
genanet - Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit ist die Koordinationsund
Servicestelle für den Themenbereich Geschlechtergerechtigkeit, Umwelt
und Nachhaltigkeit. Sie wird finanziell gefördert vom
Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt.
- Kontakt
- genanet - Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit / LIFE e.V.
Ulrike Röhr, Anja Wirsing
Dircksenstraße 47
10178 Berlin
Tel. 030/308798-35 oder -31, Fax 030/308798-20
leitstelle@genanet.de, www.genanet.de
|