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UN-Klimakonferenz in Bali: Frauen- und Genderaspekte finden endlich Gehör

Frauen- und Genderaspekte finden in der internationalen Klimapolitik endlich Gehör. Am letzten Tag der UN-Klimakonferenz in Bali erhielt gendercc, der weltweite Zusammenschluss von Frauen für Klimagerechtigkeit (gendercc - women for climate justice), große Zustimmung für das Abschlussstatement. Langsam, aber stetig erhöht sich auch die Zahl der Frauen, die bei den internationalen Klimaverhandlungen
Entscheidungspositionen einnehmen. In Bali stellten sie 12 Prozent der DelegationsleiterInnen und 28 Prozent der Regierungsdelegationen.

Der große Applaus für das gendercc-Abschlussstatement zeigt deutlich, dass nach vier Jahren mühsamen Wegbereitens Frauen- und Genderaspekte bei internationalen Klimaverhandlungen endlich wahrgenommen werden. Starke Zustimmung erhielt die Aussage, dass die Einbeziehung von Atomenergie in die "sauberen Entwicklungsmechanismen" (Clean Development Mechanism, CDM) ein schlechtes Signal an die Welt sei. Auch die kritische Haltung der Frauen gegenüber marktbasierten Instrumenten fand deutliches Gehör. Vor allem letzterer Punkt wurde auch unter den beteiligten Frauen heiß diskutiert: Während die einen marktbasierte Instrumente rigoros ablehnen, hoffen die anderen, dass Frauen - wenn man die Kriterien nur entsprechend ändert - davon profitieren können. Trotz dieser unterschiedlichen Auffassungen war es möglich, gemeinsam zu agieren, Veranstaltungen durchzuführen, Positionen abzustimmen und Statements abzugeben.

Einstimmigkeit herrschte leider nicht in der Runde der Verhandlungsleiter. Sie brauchten einen Tag länger als geplant, um zu einem zustimmungsfähigen "Bali-Aktionsplan" zu kommen. Dieser ist in der Sprache stark, in den Zahlen schwach: zukünftige Reduktionsziele sind in einer Fußnote versteckt, die auf den dritten Teil des IPCC-Berichts verweist - in dem dann die Reduktionsziele von 25 bis 40 Prozent (bis 2020 gegenüber 1990) erwähnt werden.

Die Frauen drückten während der Konferenz und in ihrem Abschlussstatement ihre große Besorgnis aus: über die Marginalisierung der Stimmen von Frauen, ihrer Sichtweisen und Rechte bei der Klimakonferenz und den Verhandlungen über ein zukünftiges Klimaregime. Sie boten den Regierungen ihre Hilfe an bei der essenziellen Einbeziehung der Geschlechteraspekte in ihre Politiken und bei der Bewältigung zunehmender Krisen.

Die Frauen setzen ihre Hoffnungen darauf, dass ein zukünftiges Klimaregime gendersensibel ist, die Natur und die Menschenrechte respektiert. Darauf werden sie auch in den nächsten Jahren hinarbeiten.

Weitere Informationen:
gendercc - women for climate justice / Internationale Allianz für Geschlechter- und Klimagerechtigkeit, www.gendercc.net,
roehr(at)life-online.de sowie
genanet - Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit, www.genanet.de, leitstelle(at)genanet.de

Das Abschlussstatement, das im Namen von gendercc am letzten Tag der Konferenz gehalten wurde, ist abrufbar unter
http://www.genanet.de/unfccc.html

18.12.07    Anja Wirsing / genanet, LIFE e.V. <wirsing@genanet.de>
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