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Aufruf zur Demonstration zum Tag gegen Gewalt an Frauen

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Aufruf zur Demonstration
zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

24. November 2007
14.00 Uhr
Dortmund Hbf - Ausgang Nord

„Jin jiyane – jiyanê nekuje“
Frauensolidarität für eine gewaltfreie Welt

Auch in diesem Jahr begehen wir Frauen mit unterschiedlichen Aktionen den 25. November, den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen mit dem Wissen, dass Frauen noch immer weltweit unterschiedlichen Gewaltformen ausgesetzt sind.

Die Unterdrückung der Frauen ist grenzen-, klassen-, nationen- und religionsübergreifend und daher universell. Die geschlechtspezifische Gewalt ist eine Diskriminierungsform, die die Gleichstellung der Frau verhindert. Wenn wir uns die Statistiken und Fakten über die Gewalt an Frauen vor Augen führen, so ist es nicht falsch, diese als eine katastrophale Menschenrechtssituation zu definieren. Seit mehr als 5000 Jahren wird weltweit ein regelrechter Krieg gegen Frauen geführt. Kein Krieg dieser Erde hatte eine solche Dauer und ein derart
zerstörerisches Ausmaß.

Einige Zahlen und Fakten dieses unbenannten Krieges:

• Jede dritte Frau wird in ihrem Leben einmal ergewaltigt, geschlagen, oder auf andere Weise misshandelt.

• Die Folgekosten von Männergewalt werden in der Bundesrepublik auf etwa 14,5 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

• Weltweit werden bis zu 70% der weiblichen Mordopfer von ihren männlichen Partnern ermordet. 1999 wurden allein in Russland 14.000 Frauen von ihren Partnern oder Verwandten umgebracht.

• Weltweit wurden schätzungsweise 130 Millionen Frauen genitalverstümmelt. Jedes Jahr erleiden weitere 2 Millionen dieses Schicksal.

• Mehr als 60 Millionen Frauen fehlen der Welt als Folge von geschlechtsselektiven Abtreibungen und Mädchenmorden.

• Jährlich werden schätzungsweise 5.000 Frauen im Namen der Ehre ermordet.

• 4 Millionen Frauen und Mädchen werden weltweit jährlich zum Zweck der Heirat, Prostitution oder Sklaverei verkauft.

• Vergewaltigung wird in allen Kriegen als Waffe eingesetzt: Allein in Ruanda wurden während des Völkermordes von 1994 ungefähr 500.000 Frauen vergewaltigt.

Frausein in Kurdistan

In Kurdistan sind Frauen Gewalt von allen Seiten ausgesetzt. Sie erleiden staatliche Verfolgung als Kurdinnen; sie werden verhaftet und gefoltert, weil sie sich für ihre demokratischen Rechte einsetzen. Selbst die Abgeordneten der DTP im türkischen Parlament und kurdische BürgermeisterInnen sind in ihrer politischen Arbeit tagtäglich von staatlicher Repression und Überfällen türkischer Nationalisten bedroht. Zugleich werden Frauen durch feudal-patriarchale Gesellschafts- und Familiennormen unter Druck gesetzt, zwangsverheiratet oder im Namen der Ehre bedroht und ermordet, weil sie sich den patriarchalen Traditionen widersetzen. Krieg und Besatzung festigen Gewaltverhältnisse und erhöhen das gesellschaftliche Gewaltpotential, das sich insbesondere in der Ausbeutung von Frauen und Kinder manifestiert. Untersuchungen haben ergeben, dass kurdische Frauen aufgrund des Krieges stark traumatisiert sind. Vor diesem Hintergrund ist die Umsetzung von Frauenrechten in Kurdistan eng mit einer friedlichen, politischen Lösung der kurdischen Frage verbunden. Jedoch zeigen der Beschluss des Türkischen Parlaments, die Militäroperationen in den kurdischen Gebieten auch über die Grenze in den Irak auszuweiten sowie die Zuspitzung von Krieg und Chauvinismus, dass das kurdische Volk und insbesondere kurdische Frauen mit einer weiteren Welle von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen konfrontiert sind.

Des weiteren trägt der Haft- und Gesundheitszustand des kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan zur Anspannung der politischen Situation bei. Obwohl seit März bekannt wurde, dass er auf der Gefängnisinsel Imrali vergiftet werden soll, blieb dieser Verdacht bislang ungeklärt. Weil Herr Öcalan bei der Lösung der kurdischen Frage eine
Schlüsselrolle einnimmt, sind seine Haftbedingungen und sein Gesundheitszustand Barometer für die Lösung der Konflikte. Den sich zuspitzenden Entwicklungen wollen wir als kurdische Frauen in Europa nicht tatenlos und schweigend zusehen. Damit der Krieg in Kurdistan sowie jegliche Gewalt gegen Frauen beendet wird, müssen wir Frauen uns solidarisieren. Wir müssen unsere Stimme gegen diese patriarchale Welt, für Frieden, Demokratie und Freiheit noch stärker erheben, damit keine und keiner sie überhören kann.

Der Kampf der Frauen geht weiter

Trotzt dieser unerträglichen Umstände nimmt der Kampf und die Solidarität der Frauen mit jedem Tag zu. Immer mehr Frauen hinterfragen die ihnen aufgezwungene Rollenzuweisung und sagen: NEIN! Aber solange der Frauenkampf nicht eine globale Stärke erreicht, mit der diese patriarchale Ordnung zur Veränderung gezwungen wird, werden alle Errungenschaften in dieser Frage unzulänglich bleiben. Deshalb stehen wir Frauen auch in diesem Jahr weiterhin der Aufgabe gegenüber, unsere Organisierung, Kampf und Solidarität weiter zu entwickeln. Nur unter dieser Voraussetzung wird es gelingen, die Gewaltkultur im Allgemeinen, und die Gewalt gegen Frauen im Speziellen zu überwinden.

Lasst uns gemeinsam für eine Welt streiten, in der Frauen gleichwertig in die Produktionsverhältnisse bei gleichem und gerechtem Lohn einbezogen sind, kostenlos und gleichberechtigt Bildung, Gesundheit und soziale Sicherheit genießen können. Wir wollen eine Welt, in der Frauen ihr Recht auf eigenständiges und freies Leben verwirklichen können und in der kein Mensch aufgrund seines Geschlechtes, seiner ethnischen Herkunft, seines Glauben oder seiner Klasse diskriminiert wird.

Es lebe die Solidarität unter Frauen!
Für eine freie, demokratische und gewaltfreie Welt!
Es lebe der Freiheitskampf der kurdischen Frauen!
Freiheit für Öcalan – Frieden in Kurdistan!

Organisation: Kurdisches Frauenbüro für Frieden – Ceni e.V. Demokratische Frauengruppe Dortmund


Cenî - Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V.
Corneliusstr125 - 40215 Düsseldorf
tel 0211 5989251 - fax 0211 5989253
www.ceni-kurdistan.de
15.11.07    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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