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Rheinische Post: Kinder-Englisch
Düsseldorf (ots) - von Jens Voss
Das Kapitel "Englisch in der Grundschule" ist ein Musterbeispiel
dafür, wie überzogene Hoffnungen Schule machen. Die Hoffnung: Kinder
lernen spielend Sprachen. Das stimmt ja auch - wenn ein deutsches
Kind in England lebt, dort in einen Kindergarten geht und, zack!,
nach ein paar Monaten Englisch babbelt wie Nachbars John. Nur - unter
deutschen Grundschulbedingungen sind die Erträge eben sehr viel
bescheidener. Am Ende der Globalisierungsbesoffenheit - Kinder müssen
immer früher für die große weite Welt zugerichtet werden - steht
Ernüchterung: ein paar Worte, Sätze, Liedchen und keine Angst mehr
vor Englisch. Dafür sind 3600 Lehrer fortgebildet worden, dafür
werden nun vier Jahre lang zwei Wochenstunden reserviert. Man darf
schon fragen, ob diese Ressourcen gut angelegt sind. Ob es gut war,
ein neues Fass aufzumachen, statt unseren Kindern gründlicher das für
alle Kultur elementare Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen.
Die Konsequenz für die Zukunft könnte lauten: Schulpolitische
Anstrengungen sollten auf Kernkompetenzen konzentriert werden, eben
darauf, was Unterricht realistisch erreichen kann. Mehr Ruhe, mehr
Augenmaß: Schulpolitik könnte ein wenig Entschleunigung vertragen.
Originaltext: Rheinische Post
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