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Weltrekordversuch: Die größte Unterrichtsstunde der Welt erinnert die
Politik an ihr Versprechen "Bildung für alle bis 2015"
Berlin (ots) - 23. April 2008. Schulen rund um den Globus -
darunter über 150 Schulen in Deutschland - beteiligten sich am 23.
April an dem Weltrekordversuch der Globalen Bildungskampagne für die
größte Unterrichtsstunde der Welt. Mit dieser Aktion sollen die
Regierungen in Nord und Süd gemahnt werden, ihr Versprechen
einzuhalten, bis 2015 "Bildung für alle" zu ermöglichen.
Auf der deutschen Zentralveranstaltung vor dem Reichstagsgebäude in
Berlin stellten sich Bundestagsabgeordnete aller Parteien den Fragen
der Schülerinnen und Schüler.
Weltweit wurden über fünf Millionen Teilnehmer erwartet, darunter
zahlreiche Politiker/innen.
In Bangladesch z.B. hatten über eine Millionen Kinder und Jugendliche
ihre Teilnahme an der größten Unterrichtsstunde der Welt angekündigt,
in Kambodscha unterrichteten Kinder den König in Sachen Bildung und
in Kenia hielten 35 Schulen die Unterrichtsstunde gemeinsam in einem
Slum in Nairobi ab.
In Deutschland beteiligten sich über 150 Schulen mit mehr als 12.000
Schülern, darunter z.B. auch das Pädagogische Zentrum der
Justizvollzugsanstalt Aachen. In Chemnitz fanden gleich zwei
Rekordversuche statt: nach der größten Unterrichtsstunde auch der
größte Goethe-Rap aller Zeiten. Am Reichstag nahmen neun
Bundestagsabgeordnete aller Parteien gemeinsam mit der zehnten Klasse
der Hamburger Geschwister-Scholl-Gesamtschule an der
Unterrichtsstunde teil. Anschließend stellten sich die
Politiker/innen den Fragen und Forderungen der 30 Schülerinnen und
Schüler.
Bereits am 21. April diskutierte Sängerin Shakira, Ehrenvorsitzende
der Aktionswoche der Globalen Bildungskampagne, mit
Weltbank-Präsident Robert Zoellick und dem britischen Premierminister
Gordon Brown in einer Live-Schaltung mit Journalisten aus aller Welt
das Thema "Bildung für alle" bis 2015.
Die Globale Bildungskampagne fordert von den Regierungen in Nord und
Süd die Einhaltung des Versprechens gebührenfreie und gute "Bildung
für alle bis 2015" zu ermöglichen. Fast auf den Tag genau acht Jahre
nachdem auf dem Weltbildungsforum in Dakar von Regierungsvertretern
aus 164 Ländern die "Bildung für alle"-Ziele formuliert wurden, sieht
die Bilanz trotz erkennbarer Fortschritte alles andere als
zufriedenstellend aus: 72 Millionen Kinder, vorwiegend Mädchen, haben
keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Nahezu 780 Millionen
Erwachsene sind Analphabeten.
"Nicht einmal zehn Prozent aller Kinder mit Behinderung gehen
weltweit zur Schule. Auch Flüchtlingskinder, Waisen, Kinder
ethnischer Minderheiten sowie insbesondere arme Mädchen und Jungen
werden in den Bildungssystemen der meisten Staaten - auch in der
westlichen Welt - benachteiligt", sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender
der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). "Bildung ist ein
entscheidender Schlüssel, um den Teufelskreis von Armut, Hunger,
Ausbeutung und Krieg zu durchbrechen."
Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht. Es ist in der
Menschenrechtserklärung und der Kinderrechtskonvention der Vereinten
Nationen verankert. Mit der Fast Track Initiative (FTI) der Weltbank
ist ein wichtiges Instrument zur Erreichung der in Dakar und in der
Millenniumserklärung der Vereinten Nationen formulierten Ziele
geschaffen worden. Viele Regierungen der Entwicklungsländer haben
ihre Anstrengungen verstärkt. So geben 17 afrikanische Länder bis zu
20% ihres Staatshaushalts für Bildung aus. Dennoch sind die Ziele
ohne die Unterstützung der Industrieländer nicht zu erreichen. Die
weltweiten Ausgaben für Entwicklungshilfe sind im Jahr 2007 jedoch
erneut um 8,4% zurückgegangen.
Obwohl Deutschland seinen Entwicklungshilfeetat 2007 um 5,9%
gesteigert hat, ist Grundbildung kein Schwerpunkt der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit! Die Ausgaben für Grundbildung betrugen
2006 nur 1% des Gesamtetats für Entwicklungszusammenarbeit.
"Die Zeit wird knapp", sagt Jörn Kalinski. "Ein Verfehlen des Ziels
,Bildung für alle' bis zum Jahr 2015 ist bei gegenwärtigem Tempo und
Umfang der Bemühungen leider absehbar. Deswegen ist es an der Zeit,
die Politik eindringlich an die gegebenen Versprechen zu erinnern."
Die Globale Bildungskampagne (Global Campaign for Education - GCE)
ist ein Bündnis von Entwicklungsorganisationen und
Bildungsgewerkschaftenin 150 Ländern. Ihr Ziel ist die Durchsetzung
des grundlegenden Menschenrechts auf eine gebührenfreie und
qualitativ gute Grundbildung für alle Menschen. In Deutschland
engagieren sich CARE, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft,
die Kindernothilfe, Oxfam, Plan, Save the Children, die Deutsche
Welthungerhilfe, der World University Service und World Vision für
die Globale Bildungskampagne. Schirmherrin ist Prof. Dr. Gesine
Schwan, die Präsidentin der Europa Universität Viadrina in Frankfurt
(Oder).
Originaltext: Globale Bildungskampagne
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- Pressekontakt
- Jörn Kalinski, Handy: 0171 - 836 06 31, jkalinski ät oxfam.de
Martin Bialluch, Tel.: (030) 45 30 69 38, Handy: 0179 - 312 85 83,
mbialluch ät oxfam.de
Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.bildungskampagne.org
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