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info@tuwas.net schrieb am 22.02.2008 22:44:
Als Erziehungswissenschaftler an der Freien Universität Berlin und
Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees der UN-Dekade zur "Bildung für
nachhaltige Entwicklung" (BNE) ist Gerhard de Haan eine der Autoritäten in
der Nachhaltigkeitsbildung hierzulande. Auf einem Workshop zur UN-Dekade
läutete de Haan jüngst eine Neuorientierung der BNE-Strategie ein. Der im
Begriff der Nachhaltigkeit implizite Gerechtigkeitsbegriff fordere von den
Akteuren schulischer und außerschulischer BNE, den Schwerpunkt künftig auf
Angebote für Menschen aus bildungsferneren Schichten zu legen. "Die
Gymnasiasten sind längst BNE-überfüttert", so de Haan.
Tatsächlich hat noch kaum jemand beispielsweise die Ergebnisse der
Shell-Jugendstudie von 2004 auf die Nachhaltigkeitsbildung angewandt. Von
den hier beschriebenen vier großen Jugendmilieus in Deutschland werden durch
ökopädagogische Angebote bislang überwiegend die "pflegeleichten"
Jugendlichen aus dem Milieu der "pragmatischen Idealisten" (ethisch
motivierte Jugendliche mit bildungsbürgerlichem Hintergrund) erreicht. Um
die "zögerlichen Unauffälligen" und "robusten Materialisten" aus den
bildungsfernen Milieus kümmerte man sich kaum, weil sie eben auch der
eigenen Kultur eher fern stehen.
Richard Häusler
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