Nadeshda
Forum: cl.soziales.bildung
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>

Offener Brief an den ASTA der Uni Bochum

Offener Brief

An den

AStA der Ruhr-Universität-Bochum

Studierendenhaus

Universitätsstr.150

44780 Bochum

sekretariat ät asta-bochum.de
vorsitz ät asta-bochum.de

17.12.2007

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie aus den Medien zu erfahren ist, findet gerade der größte verantwortungslose Umgang mit studentischen Geldern und Interessen seit Gründung der Ruhr-Universität statt. Als eine Einrichtung, die seit Jahren eine enge Kooperation mit den studentischen Einrichtungen der RUB pflegt, möchten wir hiermit unserer Empörung Ausdruck verleihen. Bereits die Planung eines Festes, dessen Eintrittsgelder fern von der finanziellen Situation der meisten StudentInnen kalkuliert wurden, ist unverantwortlich. Bei Betrachtung der bisherigen diesjährigen Verteilung der AStA-Gelder taten sich vor dieser Misere bereits Abgründe auf.

Aus der Zusammenarbeit mit den beiden studentischen
Frauen/Lesbenprojekten der RUB, dem Autonomen FrauenLesbenReferat und dem Frauenarchiv Leih'se, wissen wir, dass zumindest eines der beiden Projekte unter eklatanten finanziellen Kürzungen zu leiden hat, die trotz Protest unseres Wissens nach bisher noch nicht zurückgenommen worden sind. Dies bedeutet Einschnitte in der inhaltlichen Arbeit von Studentinnen, die sich zusätzlich zu der Belastung durch das Studium engagieren. Die Kürzung der Gelder für das Frauenarchiv Leih'se verhindern eine Bestandserweiterung des Archivs, ja sie verhindern gar die Einhaltung von Verbindlichkeiten wie z.B. Zeitschriftenabos.

Bochum hat - trotz relativ geringer EinwohnerInnenschaft - zwei Frauenarchive, die sich in ihren Beständen gegenseitig ergänzen. In all den Jahren konnten wir unsere Nutzerinnen im ausZeiten, oft Schülerinnen, die bestimmte feministische Bücher suchten, an das Leih'se weiter vermitteln. Hier fanden sie einen ausgewählten Buch- und Zeitschriftenbestand, wie ihn keine Abteilungsbibliothek bieten kann. Umgekehrt kamen ( und kommen) Studentinnen, die Graue Materialien, Zeitungsartikel, Plakate etc. suchten, zu uns ins ausZeiten. Es war, und ist immer noch, eine fruchtbare Zusammenarbeit. Voraussetzung ist allerdings, dass der Bestand durch Neuanschaffungen aktualisiert wird.

Im Ruhrgebiet gibt es nur eine Stadt mit zwei Frauenarchiven. Eines davon, das Leih'se, ist eines der ältesten Frauenarchive in der BRD. Es ist bundesweit das einzige Frauenarchiv, das über Jahrzehnte hinweg als eine studentische Einrichtung weitergeführt wurde. Diese Kontinuität gilt es zu erhalten.

Wir fordern den AStA der Ruhr-Universität, den jetzigen und seinen Nachfolger, dazu auf, die Kürzungen für das Frauenarchiv Leih'se zurückzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Rita Kronauer

Mitarbeiterin von ausZeiten

--

--- ausZeiten e.V. ---

Bildung, Information, Forschung und Kommunikation für Frauen

               Herner Str. 266
                44809 Bochum
             Tel. 0234-50 32 82
       info ät auszeiten-frauenarchiv.de

http://www.auszeiten-frauenarchiv.de

20.12.07    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>
Forum: cl.soziales.bildung