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Rosemarie Hein: Nicht mit dem Hintern einreißen, was vorher mühsam
mit den Händen aufgebaut wird
Berlin (ots) - Zum SPD-Vorschlag, den Ausbau von Krippen und
Kindergärten durch den Verzicht auf die nächste Kindergelderhöhung zu
finanzieren, erklärt Rosemarie Hein, Mitglied des Parteivorstandes:
Eine bessere frühkindlichen Bildung, Förderung und Betreuung darf
nicht auf Kosten der Schüler, Auszubildenden und Studenten finanziert
werden. Der von der SPD vorgeschlagene Weg, Kinderkrippen und
Kindergärten über Nullrunden beim Kindergeld zu finanzieren, ist ein
Holzweg. Er führt dazu, dass mit dem Hintern wieder eingerissen wird,
was vorher mühsam mit den Händen aufgebaut wurde. Bedürfnisse und
Interessen von Kindern unterschiedlichen Alters dürfen nicht
gegeneinander ausgespielt werden, sonst werden soziale Ungleichheiten
nicht ausgeglichen, sondern nur verschoben.
Die so genannten Sozialreformen in den vergangenen Jahren haben die
Lage von vielen Kindern und Jugendlichen verschlechtert, vor allem in
Bedarfsgemeinschaften. Die Große Koalition hat bereits das Kindergeld
gekürzt, indem es künftig nur noch für Kinder bis zum 25. Lebensjahr
gezahlt wird - unabhängig davon, ob sie sich noch in der Ausbildung
befinden oder nicht. Hinzu kommt die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die
vor allem Familien mit Kindern belastet.
Bildung ist ein unverzichtbarer Schlüssel für die individuellen
Lebenschancen von Menschen. In kaum einem Land der Welt ist die
soziale Herkunft so prägend für den Bildungserfolg wie in
Deutschland. Wenn in Deutschland ca. vier Millionen Analphabeten
leben, dann ist das ein Indiz für die reale Verweigerung von
Lebenschancen.
Frühkindliche Förderung ist, wie andere europäische Länder zeigen,
ein Einstieg für bessere Bildung. Deutschland hat aktuelle
Entwicklungen jahrelang verschlafen und damit Zukunftschancen aufs
Spiel gesetzt. Jetzt ist die Große Koalition in der Pflicht, endlich
Normalität herzustellen und die notwendigen Gelder bereit zu stellen
ohne gleich neue Benachteiligungen zu schaffen.
Originaltext: Die Linke.PDS
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