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## Betreff : ots: Wird Tötungsphilosoph Peter Singer in Deutschland hoffähig?
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Wird Tötungsphilosoph Peter Singer in Deutschland hoffähig?
Stuttgart (ots) - Der umstrittene australische Philosoph Peter
Singer erhält nach 15jähriger Debatte über Redeverbot im
deutschsprachigen Raum erstmals öffentliches Podium. Auf einer
internationalen Konferenz in Heidelberg spricht sich der Ethiker für
die aktive Tötung schwerstbehinderter Menschen aus. Der Bundesverband
evangelische Behindertenhilfe (BeB) fordert, Peter Singer in
Deutschland kein Podium für Agitationszwecke zur Verfügung zu
stellen.
Auf seiner internationalen Konferenz zum Thema "Menschenwürde und
Wissenschaft" hat das Deutsch-Amerikanische Institut in Heidelberg
dem australischen Philosophen und Ethiker Peter Singer am 11.
Dezember Gelegenheit gegeben, seine menschenverachtenden Thesen von
der Tötung behinderter Neugeborener vorzutragen. Peter Singer, der
vor allem durch sein Buch "Animal Liberation" bekannt geworden ist,
vergleicht darin menschliches Leben mit tierischem. Seit Jahren
entbehren seine wissenschaftlichen Theorien jedweder neuen
Erkenntnisse aus der therapeutischen Arbeit mit schwerstmehrfach
behinderten und schädelhirntrauma verletzten Menschen.
"Wenn Ärzte vor die Entscheidung gestellt werden, ein schwer
behindertes neugeborenes Kind oder ein gesundes Schimpansenbaby zu
retten, so halte ich es für legitim, das Leben des Affen dem des
behinderten Menschen vorzuziehen!", konstatierte der Ethiker in
seinem Heidelberger Vortrag. Das Lebensrecht eines Menschen knüpft er
an Fähigkeiten wie Selbstbewusstsein und einen Sinn für Zukunft. Wer
diese Fähigkeiten nicht besitze, so unterstrich Singer nochmals in
seinem öffentlichen Diskurs, der habe auch kein Recht auf Leben.
"64 Jahre nach zigtausendfachem Mord an Menschen mit Behinderungen
in Deutschland darf offensichtlich das Lebensrecht behinderter,
schädelhirnverletzter und auch schwerstpflegebedürftiger alter
Menschen wieder öffentlich in Frage gestellt werden!", empört sich
der erste Vorsitzende des BeB Pfarrer Klaus-Dieter Kottnik. "Dies ist
ein Angriff auf die Menschenwürde, die das Grundgesetz allen Menschen
zuerkennt! Und es ist ein Schlag gegen die Grundlagen des
christlichen Menschenverständnisses, das zu den Grundfesten des
demokratischen Deutschland gehört!"
Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe protestiert mit
aller Entschiedenheit gegen die Auftritte des australischen
Philosophen in Deutschland. Seine Thesen sind in vielen
Fachdiskussionen und auch in den Auseinandersetzungen der
Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin"
mannigfaltig widerlegt worden. "Augenscheinlich aber ist es in einer
Zeit der Diskussion um Sozialstandards wieder opportun, das
Lebensrecht der Menschen, die sich nicht dagegen wehren können, unter
dem Deckmantel vermeintlicher Humanität anzuzweifeln", folgert
Kottnik aus der Tatsache, dass Singers Heidelberger Vortrag nahezu
unangefochten öffentliches Gehör fand.
Der an der Princeton University lehrende Bioethikprofessor spricht
heute, am 13. Dezember, im Rahmen einer Ringvorlesung an der Heinrich
Heine-Universität in Düsseldorf über "Neue Betrachtungsweisen eines
alten Verhältnisses. Der Wandel der Beziehungen zwischen Mensch und
Tier."
Der Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe e.V. ist ein
Fachverband im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche
Deutschland. Seine rund 600 Mitgliedseinrichtungen halten Angebote
für mehr als 100 000 Menschen mit Behinderungen oder psychischen
Erkrankungen aller Altersstufen bereit. Damit deckt der BEB
bundesweit annähernd 50 Prozent der Angebote der Behindertenhilfe
sowie wesentliche Teile der Sozialpsychiatrie ab.
Originaltext: BEB BV der Evangelischen Behindertenhilfe e.V.
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Karin Steimann
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