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Wird Tötungsphilosoph Peter Singer in Deutschland hoffähig?

## Nachricht vom 13 Dec 04 weitergeleitet

## Ursprung : /NM/OTS/POLITIK
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Wird Tötungsphilosoph Peter Singer in Deutschland hoffähig?

Stuttgart (ots) - Der umstrittene australische Philosoph Peter Singer erhält nach 15jähriger Debatte über Redeverbot im
deutschsprachigen Raum erstmals öffentliches Podium. Auf einer internationalen Konferenz in Heidelberg spricht sich der Ethiker für die aktive Tötung schwerstbehinderter Menschen aus. Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) fordert, Peter Singer in Deutschland kein Podium für Agitationszwecke zur Verfügung zu stellen.

Auf seiner internationalen Konferenz zum Thema "Menschenwürde und Wissenschaft" hat das Deutsch-Amerikanische Institut in Heidelberg dem australischen Philosophen und Ethiker Peter Singer am 11. Dezember Gelegenheit gegeben, seine menschenverachtenden Thesen von der Tötung behinderter Neugeborener vorzutragen. Peter Singer, der vor allem durch sein Buch "Animal Liberation" bekannt geworden ist, vergleicht darin menschliches Leben mit tierischem. Seit Jahren entbehren seine wissenschaftlichen Theorien jedweder neuen
Erkenntnisse aus der therapeutischen Arbeit mit schwerstmehrfach behinderten und schädelhirntrauma verletzten Menschen.

"Wenn Ärzte vor die Entscheidung gestellt werden, ein schwer behindertes neugeborenes Kind oder ein gesundes Schimpansenbaby zu retten, so halte ich es für legitim, das Leben des Affen dem des behinderten Menschen vorzuziehen!", konstatierte der Ethiker in seinem Heidelberger Vortrag. Das Lebensrecht eines Menschen knüpft er an Fähigkeiten wie Selbstbewusstsein und einen Sinn für Zukunft. Wer diese Fähigkeiten nicht besitze, so unterstrich Singer nochmals in seinem öffentlichen Diskurs, der habe auch kein Recht auf Leben.

"64 Jahre nach zigtausendfachem Mord an Menschen mit Behinderungen in Deutschland darf offensichtlich das Lebensrecht behinderter, schädelhirnverletzter und auch schwerstpflegebedürftiger alter Menschen wieder öffentlich in Frage gestellt werden!", empört sich der erste Vorsitzende des BeB Pfarrer Klaus-Dieter Kottnik. "Dies ist ein Angriff auf die Menschenwürde, die das Grundgesetz allen Menschen zuerkennt! Und es ist ein Schlag gegen die Grundlagen des
christlichen Menschenverständnisses, das zu den Grundfesten des demokratischen Deutschland gehört!"

Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die Auftritte des australischen Philosophen in Deutschland. Seine Thesen sind in vielen
Fachdiskussionen und auch in den Auseinandersetzungen der
Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin"
mannigfaltig widerlegt worden. "Augenscheinlich aber ist es in einer Zeit der Diskussion um Sozialstandards wieder opportun, das Lebensrecht der Menschen, die sich nicht dagegen wehren können, unter dem Deckmantel vermeintlicher Humanität anzuzweifeln", folgert Kottnik aus der Tatsache, dass Singers Heidelberger Vortrag nahezu unangefochten öffentliches Gehör fand.

Der an der Princeton University lehrende Bioethikprofessor spricht heute, am 13. Dezember, im Rahmen einer Ringvorlesung an der Heinrich Heine-Universität in Düsseldorf über "Neue Betrachtungsweisen eines alten Verhältnisses. Der Wandel der Beziehungen zwischen Mensch und Tier."

Der Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe e.V. ist ein Fachverband im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche
Deutschland. Seine rund 600 Mitgliedseinrichtungen halten Angebote für mehr als 100 000 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen aller Altersstufen bereit. Damit deckt der BEB bundesweit annähernd 50 Prozent der Angebote der Behindertenhilfe sowie wesentliche Teile der Sozialpsychiatrie ab.

Originaltext: BEB BV der Evangelischen Behindertenhilfe e.V.

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Pressekontakt

Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe
Karin Steimann
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gerokstr. 17
70184 Stuttgart
Tel.: 06221 / 70 98 62
Fax: 06221 / 70 98 63
mobil: 0160 / 90 24 26 75
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13.12.04    ots.e-mail <ots.e-mail@presseportal.de>
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