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Bonn/Frankfurt am Main – Anders als sein Vorgänger Johannes Rau bringt
Bundespräsident Horst Köhler wirtschaftlichen Sachverstand mit in sein
Amt. In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)
http://www.faz.net setzt sich Köhler nun mit der Rolle des Unternehmers in
der Gesellschaft auseinander. Grundsätzlich glaubt er daran, dass das
Erfolgsmodell der Sozialen Marktwirtschaft auch für das 21. Jahrhundert
wetterfest gemacht werden kann. Köhler appelliert mit dem etwas
abgedroschenen Kennedy-Zitat „Frage nicht, was Dein Land für Dich tun
kann, sondern frage, was Du für Dein Land tun kannst“ an die Verantwortung
der Unternehmer für Gesellschaft und Staat.
Manche kritischen Stimmen aus der Wirtschaft zum Koalitionsvertrag
zwischen Rot und Schwarz hält der Bundespräsident für überzogen. Jetzt
gehe es darum, dass alle an einem Strang ziehen, um das Land wieder nach
vorn zu bringen. Deutschland braucht Unternehmer, die etwas riskieren:
„Menschen, die Neuland betreten, die bei Rückschlägen nicht aufstecken.
Solche Menschen brauchen wir in allen Lebensbereichen, vor allem aber in
der Wirtschaft. Mutige Unternehmer brauchen wir aber auch bei den
Kreditinstituten Partner, die mitmachen und nicht beim ersten Schauer den
Regenschirm klappen. Das ist übrigens auch eine Frage an die
Bankenaufsicht in Deutschland.“
Um Unternehmertum zu fördern, dürfen unternehmerische Gewinne nicht mehr
unter Generalverdacht gestellt werden, so eine Kernthese: „Viele
Unternehmen in Deutschland machen stattliche Gewinne, und darüber sollten
wir uns freuen.“ Im Gegensatz zu Inhabern kleiner und mittlerer
Unternehmen haben aber einige angestellte Konzernmanager das rechte Maß
verloren: „In einer Zeit, in der viele Menschen in Deutschland reale
Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, erwarte ich von Managern das
notwendige Einfühlungsvermögen dafür, wo der verdiente Lohn des Tüchtigen
endet und die Gier beginnt.“
Es sei bekannt, so der Autor, dass Kapitalgesellschaften unter dem Druck
der Finanzmärkte stehen: „Aber Unternehmen, die strategisch denken, werden
sich nie vorwiegend von Quartalszahlen und Finanzanalysten treiben lassen.
Übrigens: Familienunternehmen erzielen im Schnitt höhere Renditen als die
Kapitalgesellschaften. Warum wohl?“
Michael Müller, Geschäftsführer der a & o-Gruppe http://www.ao-services.de
und Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW)
http://www.bvmwonline.de, fühlt sich durch die Worte des Bundespräsidenten
bestätigt: „Als Unternehmer kann ich die deutlichen Sätze des
Bundespräsidenten nur unterstreichen. Im Gegensatz zu einigen seiner
Vorgänger, die sich nur als Mahner und Warner betätigten, macht dieses so
angenehm unverkrampfte Staatsoberhaupt Mut. Köhler strahlt Optimismus und
Zuversicht aus, und dies sind zwei Eigenschaften, die auch ein Unternehmer
braucht. Wenn man zwischen den Zeilen liest, dann erkennt man auch eine
deutliche Sympathie für die mittelständische Wirtschaft. Leider verdunkeln
einige schwarze Schafe mit ihrer Gier-ist-geil-Mentalität das Bild, welches
sich Millionen von Bürgern von Unternehmerpersönlichkeiten machen.“
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