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Pressemitteilung Nr. 276/2008
Veröffentlicht am 14.04.2008
Ursula von der Leyen: "Lohnschere klafft weit auseinander"
Bundesfamilienministerium veröffentlicht am bundesweit ersten "Equal Pay Day"
"Im Wettbewerb um attraktive Arbeitsplätze haben heute immer öfter
weibliche Bewerber die Nase vorn. Hoch motiviert und meist mit besseren
Ausbildungsabschlüssen starten sie ihre Karrieren. Doch der Lohn, den sie
für ihre gute Arbeit erhalten, bleibt im Schnitt 20 Prozent hinter dem
ihrer männlichen Kollegen zurück. Bei den Hochschulabsolventen und
Führungskräften klafft die Schere sogar noch weiter auseinander. Politik
und Wirtschaft sind aufgerufen, noch bessere Rahmenbedingungen zu
schaffen, um Frauen und Männern gleiche Chancen zu eröffnen - im Berufs -
wie im Familienleben." Diese Bilanz zieht Ursula von der Leyen,
Bundesministerin für Familie Senioren, Frauen und Jugend, am ersten
bundesweiten "Equal Pay Day".
Die vom Bundesministerium für Familie und Senioren, Frauen und Jugend
veröffentlichte Studie "Entgeltungleichheit" von Sinus Sociovision geht
der Frage nach, wie das Thema Entgeltgleichheit von Frauen und Männern in
verschiedenen Bevölkerungsschichten wahrgenommen wird und welche
Erwartungen an die Politik bestehen. Der vom Bundesfamilienministerium
geförderte erste "Equal Pay Day" ist eine Aktion der Business and
Professional Women (BPW) Deutschland und der sie unterstützenden Vereine
und Verbände. Der neue Jahrestag soll in Erinnerung rufen, dass es
gemeinsamer Anstrengungen von Politik und Sozialpartnern bedarf, um die
bestehende Entgeltungleichheit zu überwinden.
Zentrale Ergebnisse der Studie "Entgeltungleichheit": Nahezu alle
sozialen Schichten, Alters- und Bildungsgruppen nehmen
Entgeltungleichheit als eine der großen noch bestehenden
Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft wahr.
- Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind überzeugt davon, dass
Frauen bei gleicher Qualifikation und Ausbildung deutlich weniger
verdienen als Männer.
- Und mehr als 90 Prozent stimmen dem zu, dass Frauen und Männer
selbstverständlich auch gleich bezahlt werden sollten.
- Mehr als 90 Prozent der Befragten erwarten von Seiten der Arbeitgeber
mehr Transparenz bei der Entlohnung.
- 85 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass mehr Männer Elternzeit
nehmen würden, wenn Frauen besser bezahlt würden.
Die Befragung dokumentiert eindrücklich, dass sich Männer mit den Frauen
beim Thema Entgelt heute in hohem Maße solidarisieren. Frauen werden in
der Berufswelt selbstverständlich als gleichwertig erlebt, die ungleiche
Entlohnung als Verschwendung wichtiger Ressourcen. Die überwiegende
Mehrheit der Befragten ist der Ansicht, dass die Bewertung von Arbeit
sich an Leistung und nicht am Geschlecht orientieren muss.
Viele junge Paare entscheiden die Frage, wer nach der Geburt eines Kindes
zunächst zu Hause bleibt, auch aufgrund finanzieller Aspekte. So bleibt
eine Elternschaft in aller Regel ohne Konsequenzen für die
Erwerbstätigkeit des besser verdienenden Mannes, hat aber massive
Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit der Frau. Ursachen der schlechteren
Bezahlung sind der Studie zufolge häufig fehlende
Kinderbetreuungsmöglichkeiten und starre Arbeitsbedingungen, die
Bedürfnisse von Erziehenden ignorieren. Die Folge sind relativ lange
Erwerbsunterbrechungen von Müttern und damit verbundene Karriereknicks
und Einkommenseinbußen. Ein gesellschaftliches Rollenbild, das Frauen die
Hauptzuständigkeit für Familien-und Erziehungsaufgaben zuweist, trägt
dazu bei.
"Nach der Einführung des Elterngeldes mit Partnermonaten hat sich die
Zahl aktiver Väter, die wegen ihrer Kinder beruflich kürzer treten,
binnen eines Jahres verdreifacht. Umfragen sagen uns, dass die Wirtschaft
diese Entwicklung begrüßt. Und der begonnene Ausbau der Kinderbetreuung
schafft neue Freiräume für junge Mütter und Väter, die beides vereinbaren
wollen - Familie und Karriere. Neue Angebote des Bundes für
Berufsrückkehrerinnen helfen Frauen nach einer längeren Familienphase
wieder einen Job zu finden, der ihren Fähigkeiten entspricht. Alle diese
Initiativen des Bundes sollen mittelfristig dazu beitragen die
Entgeltungleichheit erfolgreich zu überwinden. Das Ziel ist aber nur dann
erreichbar, wenn Staat und Sozialpartner mit an einem Strang ziehen", so
Ursula von der Leyen.
- Links
- Externe Links zum Thema
Homepage Equal Pay Day - Deutschland <http://www.equalpayday.de/>
Weitere Informationen zum Thema
Chancengleichheit im Erwerbsleben
<http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/Gleichstellung/frauen-und-arbeitswelt,did=88120.html>
- Anlagen
- [PDF] Studie von Sinus Sociovision: Entgeltungleichheit zwischen Frauen
und Männern
<http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Abteilung4/Pdf-Anlagen/entgeltungleichheit-sinusstudie,property=pdf,rwb=true.pdf>
(1,9 MB)
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
E-mail: info ät bmfsfjservice.bund.de
Internet: http://www.bmfsfj.de
Servicetelefon: 01801 90 70 50
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