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## Nachricht vom 18.03.08 weitergeleitet
## Ursprung : k.merkle@gaia.de
## Ersteller: ralf.pandorf@labournet.de
Liebe KollegInnen,
neu im LabourNet Germany am Dienstag, 18. März 2008:
I. Branchen > Dienstleistungen: Transportwesen > Strasse/ÖPNV > Berliner
Verkehrsbetriebe (BVG)
- »Unterstützung der Linkspartei fehlt uns«
BVG-Streik: Ver.di auf dem taktischen Rückzug. Gewerkschaft rechnet mit
langem Arbeitskampf. Interview von Jörn Boewe mit Andreas Splanemann,
Pressesprecher des ver.di-Landesbezirks Berlin-Brandenburg, in der jungen
Welt vom 18.03.2008
http://www.jungewelt.de/2008/03-18/011.php
b) Eine Niederlage für die ganze Stadt
äMan muss weder Skat noch Poker spielen und braucht auch keine Ahnung von
Tarifkämpfen zu haben, um zu erkennen, dass sich Ver.di im BVG-Streik
überreizt hat. Wenn eine Gewerkschaft nach tagelanger Blockade verkünde
t,
wir machen mal Pause, ohne dass sich die Gegenseite bewegt hat, ist das
Scheitern offensichtlich. Aber Häme ist nicht angebracht. Denn der Rück
zug
ist gefährlich für all jene, die aus gutem Grund mehr Lohn fordernà
ô
Kommentar von Anna Lehmann in der Taz-Berlin vom 18.03.2008
http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/eine-niederlage-fuer-di
e-ganze-stadt/?src=TE&cHash{60d775ad
c) Offener Brief an Sarrazin
Offener Brief von IG Metall-Vertrauenskörperleiter/-innen aus den Berliner
Metallbetrieben an den Aufsichtsratsvorsitzenden der BVG und Finanzsenator
Dr. Thilo Sarrazin vom 13.03.2008 (pdf)
http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/tw/strasse/vkler_Sarrazin.p
df
II. Branchen > Dienstleistungen: Transportwesen > Speditionen und Logistik
û allgemein
Lkw-Fahrer: Miete statt Lohn
äImmer mehr Lkw-Fahrer in Deutschland fühlen sich wegen Niedriglöhnen
in
die Selbstständigkeit gedrängt - und bewegen sich dabei zwischen
Schwarzarbeit und Existenzverlust. Wie Befragungen von Lkw-Fahrern und
Spediteuren ergaben, bieten sich die Fahrer vermehrt als Tagelöhner oder
sogenannte Mietfahrer an und sind dabei zeitweise bis zu 20 Stunden pro
Tag im Einsatz. äSelbstständige Lkw-Fahrer bieten Ihre Künste für s
ieben
bis acht Euro pro Stunde an, und wenn man sie nicht braucht, werden sie
nach Hause geschicktô, kritisiert Rolf Scholz, Vorsitzender der
Interessengemeinschaft Container-Trucking Norddeutschland, die
Billigkonkurrenz gegenüber plusminusàô Pressemitteilung des WDR vom
18.03.2007 zur Plusminus-Sendung am heutigen Tag um 21:30 Uhr
http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,77emb50usi0s9jqf~cm.asp
III. Branchen > Dienstleistungen: Transportwesen > Speditionen und
Logistik > Postdienste > Mindestlohn in der Postbranche
Mindestlohn im Feindvisier
äNach dem Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts zum Post-Mindestlohn
wittern die Mindestlohn-Gegner Morgenluft und gehen in die Offensive: Der
Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags Ludwig Georg
Braun lamentiert, Mindestlöhne würden den Wettbewerb verzerren und die
Leistungen von Unternehmen unnötig verteuern. Im »Handelsblatt« sehen
die
Köpfe der »führenden« Wirtschaftsforschungsinstitute durch eine Ein
führung
von Mindestlöhnen die Grundfesten der Marktwirtschaft beschädigt. Die
Wettbewerber der Post drohten Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) mit
Schadenersatzforderungen, falls er seine Verordnung nicht außer Kraft
setzt. Und der Präsident des Arbeitgeberverbandes »Neue Brief- und
Zustelldienste«, Florian Gerster, hat angekündigt, die Verordnung einfa
ch
weiterhin zu ignorierenàô Artikel von Markus Drescher im Neues Deutschl
and
vom 14.03.2008
http://www.neues-deutschland.de/artikel/125588.html
IV. Branchen > Dienstleistungen: Gesundheitswesen > Konflikte >
Tarifrunden und -kämpfe der Ärzte
»Dieser Tarifkonflikt kann schnell eskalieren«
Zahlreiche Ärzte kommunaler Kliniken folgten am Donnerstag einem Aufruf
des Marburger Bunds zu Warnstreiks. Ein Interview von Andreas Grünwald mit
Athanasios Drougias, Leiter der Verbandskommunikation der
Ärztegewerkschaft Marburger Bund und Pressesprecher des Bundesvorstands,
in der jungen Welt vom 14.03.2008
http://www.jungewelt.de/2008/03-14/065.php
V. Branchen > Dienstleistungen allgemein > Wach und Sicherheitsgewerbe
Eine 'Organizing-Gewerkschaft'
äInterview mit Christian Gatermann, der als Hauptamtlicher für ver.di
Beschäftigte im Hamburger Sicherheitsgewerbe organisiert hat - Eine
"Organizing-Gewerkschaft" müsste kämpferisch sein. Den Glauben an eine
Sozialpartnerschaft mit den Unternehmen müsste sie über Bord werfen. Sie
müsste einen Großteil ihrer Mittel für Organizing ausgeben und eine
Organizing Schule einrichten, um den Hauptamtlichen eine entsprechende
Ausbildung bieten zu können. Sie würde nicht den Ehrgeiz haben, eine
umfassende Dienstleistungseinrichtung für ihre Mitglieder zu seinàô
Interview bei Visions Of Labor vom 26.02.2008
http://visions-of-labor.org/clip.php?clipId97
VI. Branchen > Dienstleistungen: Sport- und Freizeitwirtschaft > Prostituti
on
Ware Lust macht Arbeit
Eine neue Ausgabe der Zeitschrift äsul serioô ein bewegungsnahes Magazi
n,
das drei- bis viermal jährlich erscheint und gratis an Universitäten,
Buchhandlungen, Cafés und Infoläden ausliegt ist zum Thema
Prostitution/Sexarbeit erschienen. Die KollegInnen schreiben im Editorial:
äàIn der Redaktion haben wir keine einheitliche Position zu unserem
Heftthema Sexarbeit/Prostitution û weder zusammen, noch jede/r für sich.
Es scheint einfacher zu sein, eine Meinung über Prostitution abzulehnen,
als eine zu haben. So ist Sexarbeit keine normale Arbeit û Sexarbeit ist
aber auch keine nicht legitime Erwerbsarbeit. Zudem wird Prostitution
selten nüchtern und sachlich thematisiert, sondern stets von viel
Voyeurismus begleitet. Wir leben mit Prostitution im Alltag û schlendern
bei der Kneipentour über den Straßenstrich, haben ein Bordell um die Ec
ke,
beobachten Geschäftsleute in ihrer Mittagspause als Freier. Trotzdem ist
Sexarbeit eine Art weißer Fleck unseres Wissens, weil wir meist keine
eigenen Erfahrungen damit habenàô Die Artikel der Ausgabe 13 sind frei
zugänglich und finden sich in der Inhaltsangabe der Nr. 13
http://www.reflect-online.org/index.php?id98
VII. Branchen > Medien u. IT > Nokia: Schließung des Bochumer Nokia-Werkes
Nokia schließt die Handy-Fabrik in Bochum und entlässt Tausende: Eine
patriotische Heul-Orgie besiegelt die Abwicklung
äDer finnische Konzern gibt die Schließung des Mobilfunkwerks in Bochum
bekannt. 2300 Angestellte verlieren den Arbeitsplatz, 1000 Leiharbeiter
ihren Job, viele weitere Stellen bei Zulieferern sind gefährdet. Nach
Siemens-BenQ schließt der zweite Handyhersteller in NRW und der letzte
seiner Art in Deutschland, Nokia eröffnet neue Fabriken in Ungarn und
Rumänien: Eine ziemlich alltägliche Nachricht aus der Welt der
globalisierten Marktwirtschaft! Die Betroffenen sind "entsetzt" und
bekommen diesmal viel öffentlichen und sogar politischen Zuspruch: Nokia,
heißt es, stehe am Weltmarkt gut da und mache in Bochum Gewinn û und
trotzdem schließen sie das Werk. Kein Interesse mehr an der Ausbeutung
hiesiger Nokianer trotz bombiger Geschäfte û das ist nicht fair,
Heuschrecke! Vor Aufregung über einen geldgierigen, heimatlosen Multi soll
keiner mehr bemerken, dass auch dieser Fall proletarischer Verarmung auf
die Kappe der ganz normalen kapitalistischen Gewinnmaximierung geht, zu
der die ehrenwerten Herren von Nokia ja mit einigem Aufwand nach
Deutschland gebeten worden sindàô Ein Beitrag aus GegenStandpunkt vom 1
4.
März 2008
http://www.gegenstandpunkt.com/gs/08/1/Entlassungen%20bei%20Nokia.html
VIII. Branchen > Auto international
Arbeiter bei rumänischer Renault-Tochter Dacia drohen mit Streik
äDie Arbeiter der rumänischen Renault-Tochter Dacia wollen notfalls mit
Streiks höhere Löhne durchsetzen. Verhandlungen mit der Firmenleitung
hätten bisher keine Fortschritte gebracht, sagte der
Gewerkschaftsvertreter Ion Iordache am Donnerstag der Nachrichtenagentur
Reuters. Das Angebot der Arbeitgeberseite liege bisher bei einem
Lohnzuwachs von neun Prozent. Die Arbeiter, die das Billig-Modell Logan
produzieren, bekommen nach Angaben des Funktionärs derzeit im Schnitt
einen monatlichen Basislohn von 1070 Lei (umgerechnet rund 290 Euro) und
fordern einen Anstieg um rund 50 Prozent auf 1620 Lei (440 Euro). Iordache
zufolge ist zunächst für Freitag ein zweistündiger Warnstreik geplant.
Sollten die Forderungen auch danach nicht erfüllt werden, werde für den
24. März ein Generalstreik ausgerufenàô Reuters-Meldung vom 14.03.2008
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEKOE42246820080314
IX. Branchen > Auto: BMW
Massenentlassungen bei BMW: BMW sorgt sich um seine Kapitalrendite û die
Gewerkschaft um die Weihnachtsstimmung
äà Dass die angekündigten Massenentlassungen bei BMW so gar nichts
Skandalöses bekommen, liegt an der demonstrativen Übereinstimmung von
Gewerkschaften und Betriebsrat mit der Unternehmensleitung in der
Abwicklung der Angelegenheit. BMW hat ganz fest versprochen, die Firma
werde ihre äStammbelegschaft von 108 000 Menschen bis zum Jahr 2012 nicht
verringern. Das ist eine Art Arbeitsplatzgarantie û allerdings nicht für
alle.ô (BMW-Chef Reithofer, SZ, 22./23.12.) Die Entlassungen betreffen
eben niemanden, für den sich die Gewerkschaften als Vertreter der
Stammbelegschaft interessieren würden. Sie treffen û und das findet die
Gewerkschaft zusammen mit der Firmenleitung ganz in Ordnung û nur die
Zeitarbeiter, weshalb man von Seiten der Gewerkschaft die Sache
demonstrativ gelassen siehtàô Ein Beitrag aus GegenStandpunkt vom 14. M
ärz
2008
http://www.gegenstandpunkt.com/gs/08/1/Entlassungen%20bei%20BMW.html
X. Branchen > Auto: VW > allgemein: Aus für das VW-Mitbestimmungsmodell?
VW-Betriebsrat gegen Porsche-Betriebsrat: Arbeiterkämpfe, wie Unternehmer
sie mögen: Für Produktivität in der Fabrik und Gerechtigkeit im
Aufsichtsrat
äDie Belegschaft von VW, repräsentiert durch ihren
Betriebsratsvorsitzenden, droht mit äKampfô û und das nicht nur ävo
r den
Gerichtenô.
Grund dafür hätte die Belegschaft genug, kündigt der Chef von VW doch
an,
dass man dafür sorgen werde, dass die Produktivität beim Autobauen
jährlich um 10 % steigt. Was äProduktivitätssteigerungô heißt, ha
t besagte
Belegschaft erst vor 2 Jahren in der äProduktivitätsoffensiveô 2006
erfahren: unbezahlte Mehrarbeit und Massenentlassungen. Dagegen hat der
kämpferisch gestimmte Betriebsratsvorsitzende Osterloh gar nichts
einzuwenden, im Gegenteil. In der Diktion des Co-Managers und der Pose des
Arbeiterführers sagt er die entsprechenden Leistungen der äBelegschaft
ô
zu, so als wären sie auf seinem eigenen Mist gewachsen:àô Ein Beitrag
aus
GegenStandpunkt vom 14. März 2008
http://www.gegenstandpunkt.com/gs/08/1/BR-VW-vs-BR-Porsche.html
XI. Diskussion > Gewerkschaftsstrategien > Tarifrunden > Einzelhandel 2007
Ver.di verschärft Streiks im Einzelhandel vor Ostern
äDie Gewerkschaft ver.di hat für die kommenden Tage vor Ostern in sechs
Bundesländern massive Warnstreiks im Einzelhandel angekündigt. Die
Beschäftigten warteten seit fast einem Jahr auf eine Entgelterhöhung,
erklärte ver.di Hessen am Montag. Mit den Aktionen wolle die Gewerkschaft
die Arbeitgeber zur Rückkehr an den Verhandlungstisch bewegen.
Warnstreiks sind neben Hessen in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Berlin,
Hamburg und Baden-Württemberg geplant, wo bereits am Montag laut ver.di
900 Beschäftigte ihre Arbeit vorübergehend niederlegten...ô AP-Meldun
g vom
17. März 2008
http://de.news.yahoo.com/ap/20080317/tde-ver-di-verschrft-streiks-im-einzel
ha-e65a892_1.html
XII. Diskussion > Gewerkschaftsstrategien > Tarifrunden > ver.di:Tarifrunde
2008 bei Bund und Kommunen
- Kein Ausverkauf durch Schlichterspruch! Bundesweiter Vollstreik zur
Durchsetzung unserer Forderungen!
äDie Unterzeichnenden fordern von den Gewerkschaftsvertretern in der
Schlichtungskommission, den Tarifkommissionen und Vorständen von ver.di,
GEW, DPG und dbb 1. Die konsequente Ablehnung, der
Arbeitszeitverlängerung, der Erhöhung von Leistungslohn, von sonstigen
Kompensationen oder Laufzeitverlängerung über ein Jahr. 2. Kein Abschlu
ss
auf der Grundlage eines Schlichterspruchs mit Zugeständnissen an die
Arbeitgeber. 3. Urabstimmung und Vollstreik zur vollen Durchsetzung von
mindestens 200 Euro und aller anderen Tarifforderungen. 4. Kein Abschluss
ohne demokratische Zustimmung durch die Gewerkschaftsmitgliederô
Unterschriftenliste des Netzwerkes für eine kämpferische und demokratis
che
ver.di (pdf)
http://www.netzwerk-verdi.de/fileadmin/Material/NwUSL_Schlichtung_2008-03-1
7-4.pdf
b) Material für die Soliarbeit zur Unterstützung des Streiks im
Öffentlichen Dienst
Das Material für die Soliarbeit des Zukunftsforums Stuttgart wird heute
ergänzt um eine Artikel-Vorlage für Betriebszeitungen
http://www.labournet.de/diskussion/gewerkschaft/tarif08/solis.html
Als vorbildhaft verweisen wir auch auf den offenen Brief der VK-Leiter der
Berliner IGM an den Finanzsenator Sarrazin zur Unterstützung der
streikenden BVG-Kollegen vom 13.3.08 (pdf)
http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/tw/strasse/vkler_Sarrazin.p
df
XIII. Diskussion > (Lohn)Arbeit: Praxis der Arbeitsmarkt- und
Sozialpolitik > Leiharbeit: PSA und andere Sklavenhändler >
Tarifverhandlungen zur Leiharbeit (PSA u.a.)
Tarifverhandlungen BZA: Jetzt Druck machen!
äDie IG Metall verhandelt zusammen mit weiteren DGB-Gewerkschaften mit dem
Bundesverband Zeitarbeit (BZA) über Tariferhöhungen. Die erste Runde En
de
Januar blieb ohne Ergebnis. Die zweite ist am 3. April. Die Arbeitgeber
blockieren bisher eine dringend notwendige Erhöhung und verlangen im
Gegenteil noch eine Verschlechterung durch Anhebung des Ostabschlags. Um
Bewegung in die Verhandlungen zu bringen, brauchen sie Druck! Zur zweiten
Verhandlung am 3. April in Berlin: Auf zur Protest-Demo! Beginn: 11 Uhr,
Ort: DGB-Bundesvorstandsverwaltung, Henriette-Herz-Platz 2, 10179 Berlinô
Aufruf bei Zoom (pdf)
http://www.igmetall-zoom.de/PDF/4212433_Zeitarbeit.pdf
XIV. Diskussion > (Lohn)Arbeit: Praxis der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
> Gesetzliche Grundlagen der Lohnersatzleistungen > Prozesskostenhilfe
soll kostenpflichtig werden
Prozesskostenhilfe: Änderungen bzw. Verschärfungen für die Bewilligung
äDer Deutsche Bundestag möge beschließen, die geplanten gesetzlichen
Maßnahmen zu den Änderungen bzw. Verschärfungen für die Bewilligung
von
Prozesskostenhilfe nicht durchzuführenàô öffentliche Petition von A
rmin
Kammrad zur geplanten Verschärfung für die Bewilligung von
Prozesskostenhilfe (Abschlusstermin für die Mitzeichnung: Dienstag, 15.
April 2008)
http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/Bundestag/view_petition.asp?PetitionID
c7
Siehe dazu auch:
- Änderung des Arbeits- und des Sozialgerichtsgesetzes beschlossen
äDer Änderung des Arbeits- und des Sozialgerichtsgesetzes im Bundestag
steht nichts mehr im Wege. Der Ausschuss für Arbeit und Soziales billigte
am Mittwoch den Gesetzentwurf der Bundesregierung (16/7716), mit dem vor
allem das sozialgerichtliche Verfahren gestrafft werden sollàô
Bundestagsmeldung vom 20.02.2008
http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_050/03.html
b) Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Sozialgerichtsgesetzes
und des Arbeitsgerichtsgesetzes Drucksache 16/7716 vom 11.01.2008 (pdf)
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/077/1607716.pdf
XV. Diskussion > (Lohn)Arbeit: Praxis der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
> Arbeitsamt und Arbeitszwang > alltägliche Schikanen > Die neue Waffe der
Arbeitsagenturen: Sperren
Sanktionen im Bereich des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und Sperrzeiten
im Bereich des Dritten Buches Sozialgesetzbuch
- Auswertungskonzept zu Alg-II-Sanktionen im Aufbau
äAussagen über Anzahl und Art von Sanktionen gegen Empfänger von
Arbeitslosengeld II (Alg II) können derzeit noch nicht getroffen werden.
Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/8284) auf eine Kleine Anfrage
der Fraktion Die Linke (16/8011) weiter ausführt, befinde sich ein
entsprechendes Auswertungskonzept derzeit aber im Aufbau. Gleichwohl könne
gesagt werden, dass Sanktionen am häufigsten wegen eines
Meldeversäumnisses ausgesprochen würden. Der Anteil von unter 25-Jähr
igen
sei dabei deutlich höher als der von Älteren. Im Jahr 2006 seien insges
amt
45.415 Widersprüche gegen Sanktionsbescheide erhoben worden, von denen
11.873 ganz und 1.007 teilweise Erfolg gehabt hätten. Im Jahr 2007 gab es
laut Regierung 64.857 Widersprüche gegen Sanktionsbescheide; 22.491 wurde
vollumfänglich und 1.839 wurde teilweise stattgegeben. Im vergangenen Jahr
seien 3.005 anhängige Klageverfahren erledigt worden. In 152 Fällen habe
die Klage zum Erfolg geführt, in 49 Fällen sei der Klage teilweise
stattgegeben wordenàô hib-Meldung vom 11.03.2008
http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_074/05.html
b) Sanktionen im Bereich des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und Sperrzeiten
im Bereich des Dritten Buches Sozialgesetzbuch
Kleine Anfrage (16/8011) (pdf)
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/080/1608011.pdf
c) Sanktionen im Bereich des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und Sperrzeiten
im Bereich des Dritten Buches Sozialgesetzbuch
Antwort der Bundesregierung (16/8284)(pdf)
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/082/1608284.pdf
d) Zentrale Aussagen in der Antwort, Bemerkungen und Forderungen
Zusammenfassung aus dem Büro Kipping (pdf)
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/zwang/sperrezsf.pdf
XVI. Diskussion > (Lohn)Arbeit: Praxis der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
> Arbeitsamt und Arbeitszwang > alltägliche Schikanen > AgenturSchluss
û
mit oder gegen AmtskollegInnen?
"Arbeitssituation und Rollenverständnis der persönlichen
Ansprechpartner/-innen nach 14 SGB II"
Der ausführliche Projektbericht vom Februar 2008 des Forschungsprojektes
von Anne Ames bei der HBS (pdf, ca. 200 Seiten)
http://www.boeckler.de/pdf_fof/S-2007-982-4-1.pdf
Aus der Zusammenfassung: äDie meisten Gesprächspartner/-innen fühlen
sich
durch die Statistiken, die sie führen müssen, sowie das Controlling und
Benchmarking, dem die Statistiken dienen, sehr belastet. Durch die
Anforderung, bestimmte Werte bei statistischen Kennzahlen zu erreichen,
sehen sich viele Interviewpartner/-innen in starkem Ausmaß zu Tätigkeit
en
gezwungen, die sie als "sinnlos" erleben, und an einzelfalladäquater
Arbeit gehindert. Die zu hohe Zahl an Klienten steht an zweiter Stelle der
von den Gesprächspartner/-innen berichteten Belastungen ihrer
Arbeitssituation. Viele Interviewpartner/-innen nehmen eine wachsende
Kluft zwischen den Anforderungen des Arbeitsmarktes einerseits und der
Qualifikation und der körperlichen Leistungsfähigkeit ihrer Klienten
andererseits wahr. Die persönlichen Ansprechpartner/-innen sehen sich als
"Einzelkämpfer". Fachlicher Austausch und die Entwicklung eines
gemeinsamen Verständnisses der Arbeit fehlen. Das drückt sich nicht
zuletzt in extrem unterschiedlichen Sanktionsquoten aus. Sanktioniert wird
ganz überwiegend wegen Terminversäumnissen und Nicht-Antritt oder Abbru
ch
von Trainingsmaßnahmen, nicht wegen der Ablehnung von Arbeit.ô
XVII. Diskussion > (Lohn)Arbeit: Praxis der Arbeitsmarkt- und
Sozialpolitik > Hartz IV > ALG II und ältere Erwerbslose >
Zwangsverrentung
Zwangsverrentung - aktuelle Infos und Tipps zur rechtlichen Gegenwehr
Aktualisierte Infos der KOS vom 04.03.2008
http://www.erwerbslos.de/index.php?option=com_content&task=view&idW
5&Itemid2
XVIII. Diskussion > Wipo > GATS, Privatisierung und Gegenkämpfe >
Privatisierung und Widerstand: Bildung
Selbst verantwortete Schule û selbst verantworteter Mangel
äDie Frage der Finanzierung des Bildungswesens konzentriert sich meistens
zu Recht auf die Größe des bereitgestellten Budgets und die Art des
Aufkommens. Das ist verständlich, betrachten die Landesregierungen diesen
großen Ausgabenbereich doch gerne als bevorzugtes Feld für offene oder
verdeckte Kürzungen. Als Argument muss in der Regel der um die Mittel zur
gesellschaftlichen Umverteilung von unten nach oben gekürzte Haushalt
herhalten. In der Begründung wird immerhin eine Art Beweisnot erkennbar.
Die meisten Menschen, selbst wenn sie nicht zu den von bildungspolitischen
Entscheidungen direkt betroffenen Gruppen (Eltern, Schüler, LehrerInnen)
gehören, sind nämlich der Auffassung, dass gute Bildung entsprechende
Mittel benötigt.
Viel weniger Aufmerksamkeit wird dagegen der Art und Weise gewidmet, wie
die Schulen die für ihre Arbeit notwendigen Ressourcen erhalten. Am
Beispiel Hamburg soll im Folgenden die Bedeutung dieser Frage
veranschaulicht werdenàô Beitrag von Uli Ludwig (GEW Hamburg, Sprecher
des
Referat C beim Landesvorstand) auf dem ersten Bildungspolitischen Kongress
der Linkspartei am 24.11.2007 (pdf)
http://www.labournet.de/diskussion/wipo/gats/bildludwig.pdf
XIX. Diskussion > Wipo > Arbeitsmigration > Rechte (erkämpfen!) >
Aufenthalt und Ausweisung > Aktionen
Wir wollen in normalen Häusern wohnen und nicht in Baracken!
äWir, die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Katzhütte, bitten um
Solidarität und Unterstützung! Wir wollen in normalen Häusern wohnen
und
nicht in Baracken! Wir, die Asylbewerber, die in dem Flüchtlingsheim von
Katzhütte leben, möchten ihnen mitteilen, dass wir unter den äußerst
miserablen Zuständen in unserem Flüchtlingsheim sehr leiden und deshalb
entschieden haben, auf verschiedene Art und Weise zu protestieren, um das
Camp zu schließen aus den folgenden Gründenàô Aufruf der Bewohner d
er G.U.
Katzhütte
http://thecaravan.org/node/1489
Siehe dazu (und mach mit):
Betreffend die skandalösen Wohnverhältnisse der Flüchtlinge in Katzh
ütte
ä..Ich solidarisiere mich vollständig mit den Forderungen der Menschen
in
Katzhütte und fordere die verantwortlichen Behörden auf, umgehend dieses
Lager zu schließen. Nach den bekannt gewordenen Zuständen gibt es keine
Lösung unterhalb der sofortigen Schließung dieser krankmachenden,
unwürdigen Behausungenàô Musterfax an Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt
und
Thüringer Innenministerium (pdf)
http://thecaravan.org/files/caravan/katzhuettemusterbrief1_de.pdf
XX. Internationales > Europa
Hartz IV im europäischen Vergleich
Eine aktuelle Studie untersucht die Effekte von "Aktivierungsmaßnahmen"
für Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger in Dänemark, Schwede
n,
den Niederlanden und Großbritannien. Artikel von Thorsten Stegemann auf
Telepolis vom 6.03.2008
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27512/1.html
Siehe dazu:
Aktivierung ist auch kein Wundermittel
äVerpflichtende Programme für Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempf
änger
in Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Großbritannien haben nur in
geringem Maße dazu geführt, dass Arbeitslose einen Job bekommen. Von 100
ehemaligen Teilnehmern, die eine Beschäftigung aufnahmen, hätten
durchschnittlich 90 bis 95 ohnehin Arbeit gefunden. Die
Eingliederungseffekte dieser Programme sind damit ähnlich wie bei anderen
arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen für Arbeitslose, die näher am
Arbeitsmarkt sind.ô Soweit die Einleitung zum IAB Kurzbericht 4/2008 von
Sabine Fromm und Cornelia Sproß äAktivierende Arbeitsmarktpolitik: Wie
wirken Programme für erwerbsfähige Hilfeempfänger in anderen Länder
n?ô
(pdf)
http://doku.iab.de/kurzber/2008/kb0408.pdf
XXI. Internationales > Österreich
Zeitarbeit: äGeduldetes Sklaventumô
äDie Telekom Austria kündigt einen Job-Abbau an, und die Gewerkschaft
hüllt sich in Schweigen. Es betrifft ja schließlich nur Zeitarbeiter. S
ind
Beschäftigte von Leasingfirmen Arbeiter zweiter Klasse? Es war niemals
schlimm. Denn die Gewerkschaft hat die Meldung von 1000 Jobs, die
angeblich zur Disposition stünden, sogar mit Wohlwollen aufgenommen. Es
sei durchaus im Interesse des Betriebsrats, dass zuerst Leasingkräfte
statt fixer Mitarbeiter abgebaut werden, sagte Betriebsratschef Michael
Kolek zur äPresseô. äEs kann ja nicht sein, dass wir Leiharbeiter
aufnehmen und für die eigenen Leute keine Jobs haben.ô Leasingkräfte
zählen für Gewerkschafter also nicht zu den äeigenen Leutenô. Und d
as
bekommen sie täglich zu spüren. Erst recht, wenn es um ihre Jobs geht
àô
Artikel von G. Hofer und O. Griffe in der österreichischen Die Presse vpm
14.03.2008
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/369969/index.do?_vl_backlink
=/home/index.do
XXII. Internationales > Schweiz > Gewerkschaften und Arbeitskämpfe
Syna verrät die Lonza ArbeiterInnen
äDie Sachlage ist klar, die Lonza hat den Kollektiv-Arbeitsvertrag (KAV)
gekündigt. Die Gewerkschaften Unia und Syna haben daraufhin
Kampfmassnahmen angekündigt. Die Lonza will die Arbeitszeit der
KAV-Angestellten erhöhen. Diese Erhöhung hat die Kostensenkung des
Betriebs zum Ziel. Jedoch schreibt die Lonza seit Jahren schwarze Zahlen.
Sie erhöht ihren Gewinn von Jahr zu Jahr kontinuierlich. Jetzt soll noch
mehr Gewinn auf Kosten der ArbeiterInnen erziehlt werden. Die Lonza
ArbeiterInnen haben auf der Belegschaftsversammlung vom 6. Februar
einstimmig eine 10 Punkte Resolution verabschiedet. Die Gewerkschaft Syna
hat dabei auch die Erhöhung der Arbeitszeit als nicht tolerierbar erkannt.
Doch 16 Tage später scheint die christliche Gewerkschaft von allen guten
Geistern verlassen zu sein. Ohne Absprache mit den eigenen Mitliedern,
oder der Betriebskommission hat die Syna, ihrer Tradition gemäss nichts
neues, Geheimgespräche mit der Lonza Direktion geführtàô Beitrag der
cnt-fai im Blog von Info-Wallis vom 29.02.2008
http://infovs.blogsport.de/2008/02/29/syna-verraet-die-lonza-arbeiterinnen/
Siehe dazu:
- Todesstrafe im Wallis
äDie grösste Oberwalliser Firma will ihre Belegschaft länger arbeiten
lassen - trotz steigenden Betriebsgewinns. Derweilen bekämpfen sich die
Gewerkschaften öffentlichàô Artikel von Dinu Gautier in der
schweizerischen WOZ vom 13.03.2008
http://www.woz.ch/artikel/2008/nr11/wirtschaft/16059.html
b) Rückenschuss in Geheimverhandlungen: Syna verspricht der Lonza fünf
Tage Arbeitszeiterhöhung zum Schleuderpreis
Die bisher gemeinsam [von unia und Syna; Red.] herausgegebene Werkszeitung
«Montags-Click» wird nun plötzlich nur noch von der Unia gestaltet. I
n der
Sonderausgabe vom 29. Februar ist das Logo der Syna rot durchgestrichen,
und ihr werden ein «Rückenschuss», «offene Kapitulation» und «W
ortbruch»
vorgeworfen. Zur Sonderausgabe (pdf)
http://www.unia.ch/uploads/media/20080229_Montags_Click_Extra.pdf
XXIII. Internationales > Schweiz > Gewerkschaften und Arbeitskämpfe >
Streikaktionen auf dem Bau: Streiks im Baugewerbe 2007/2008
Streik in Basel! Weitere folgen!
äDer Baumeisterverband sucht den Machtkampf. Um eine
Arbeitszeitflexibilisierung durchzusetzen, hat er den laufenden LMV
gekündet. In Kombination mit der Personenfreizügigkeit, welche damals n
och
mit Hilfe der Gewerkschaftsführung durchgedrückt worden sind, kommen die
Arbeitsbedingungen auf dem Bau massiv unter Druck. Unterstützt den Kampf
der BauarbeiterInnen. Die Gewerkschaften haben Kampfmassnahmen und einen
Aktionsplan ausgerufen. Beteiligt euch an den Aktionen und Mobilisierungen
und unterstützt den Kampf der BauarbeiterInnen. Das Resultat dieses
Arbeitskampfes wird auch Auswirkung auf die Kräfteverhältnisse in ander
en
Branchen haben. Streik ist die einzige Sprache, die die Baumeister
verstehenàô Eine Sonderseite vom schweizerischen Aufbau mit Links zu
Materialien und weiteren Informationen
http://www.aufbau.org/index.php?option=com_content&task=view&id8&I
temid=1
XXIV. Internationales > USA > Gewerkschaften
Fallstricke des Lobbyismus - US-Gewerkschaften Zünglein an der Waage bei
den Vorwahlen der Demokraten?
äIm Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Hillary Clinton und Barack Obama um die
Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten. könnten sich die
US-amerikanischen Gewerkschaften, trotz ihres Bedeutungsverlustes in den
letzten 30 Jahren, als entscheidendes Zünglein an der Waage erweisen,
zumal sich in den letzten Tagen mehrere wichtige Einzelgewerkschaften ihre
Unterstützung für den knapp führenden Barack Obama ausgesprochen habe
n.
Dem schwarzen Senator aus Illinois mangelte es bisher vor allem bei
Arbeitern und Hispanos an Unterstützung. Hier könnten die Gewerkschaften
den Ausschlag gebenàô Der Artikel von Rosso Vincenzo erschien in einer
aus
Platzgründen gekürzten Fassung im äNeuen Deutschlandô vom 14.3.2008
. Hier
die vollständige Originalfassung
http://www.labournet.de/internationales/usa/rosso.html
XXV. Internationales > Israel
Israel: Ende des Booms?
äNach fünf Jahren Wirtschaftsboom geht in Israel die Angst um, von der
Wirtschafts- und Finanzkrise in den USA mitgerissen zu werden. Seit
November 2007 ist der 100 Firmen umfassende TA-100-Index an der Börse von
Tel Aviv um 17% gefallen. Das ist der größte Einbruch seit Beginn der
Hausse im März 2003. Sorgen bereitet auch die Fehlspekulationen führend
er
Unternehmen, wie beim Pharma-Konzern TEVA oder bei der High-Tech-Firma
Allot Communications, die im Rahmen der Subprime-Krise erhebliche Verluste
vermeldeten. Vor allem aber versetzt der Höhenflug der israelischen
Währung Unternehmer und Gewerkschaften in Unruheàô Artikel von Rosso
Vincenzo auf Telepolis vom 10.03.2008
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27437/1.html
Lieber Gruß, Ralf und Mag
P.S. Wer Probleme mit den langen Links hat, kann unter
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LabourNet Germany: http://www.labournet.de/
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskrit
isch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes,
qu`ils aient ou non un emploi
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