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Pressemitteilung vom 28.04.2008
Treffen von Erwerbsloseninitiativen aus dem Bundesgebiet in Bad Hersfeld:
Neuorganisation der ,Hartz IV'-Organisation als Thema
Unter dem Motto "Menschenwürde statt Verwaltung" findet vom 01.05. bis
04.05. das Bundestreffen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und
Sozialhilfeinitiativen e.V. BAG-SHI in der Jugendherberge in Bad Hersfeld
(Hessen) statt.
Im Mittelpunkt des Treffens unabhängiger Erwerbslosen- und
Sozialhilfeorganisationen in Jugendherberge in der Lutherstraße 2 steht dabei
die nach dem Bundesverfassungsgerichtsurteil vom 20.12.2007 notwendig gewordene
Neuorganisation der ,Hartz IV'-Verwaltung.
In seinem Urteil hatte das Bundesverfassungsgericht die bestehende Form der
Zusammenarbeit von Kommunen und der Bundesagentur für Arbeit in so genannten
Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) bzw. Jobcentern als mit der Verfassung nicht
vereinbar erklärt und dem Gesetzgeber einen zeitlichen Rahmen bis 2010
vorgegeben, um eine verfassungsfeste Neuorganisation zu gestalten.
Vertreter der Großen Koalition streben eine Neuordnung der ARGEn bzw.
Job-Center bis spätestens Ende 2008 an, das Bundesministerium für Arbeit und
Soziales hat bereits einen in der Großen Koalition umstrittenen Entwurf für
die Neuorganisation unter dem Stichwort ,Kooperative Jobcenter' vorgelegt.
Unionskreise fordern vielfach eine Kommunalisierung sozialer Leistungen und die
Dezentralisierung der Sozialverwaltung.
Vertreter des Deutschen Landkreistages, der im Namen mehrerer Landkreise das
Urteil des Bundesverfassungsgerichtes erwirkt hatte, haben bereits
angekündigt, erneut gegen das Modell der ,Kooperativen Jobcenter' zu
klagen.
"Im Mittelpunkt unseres Treffens werden Rahmenbedingungen für eine
Neuorganisation der Sozial- und Arbeitslosenverwaltung stehen. Die derzeitigen
Zustände auf den Jobcentern sind für auf Sozialleistungen angewiesene
Menschen nicht tragbar" so Andreas Geiger, Vorsitzender der BAG-SHI.
"Allerdings warnen wir aufgrund der bisherigen Vorschläge zu einer
Neuorganisation der Jobcenter vor weiteren Verschlechterungen für die
Menschen: Die bisherigen Vorschläge führen den Gedanken der notwendigen
Betreuung aus einer Hand ad absurdum und werfen große rechtliche Fragen auf.
Hier wollen wir eindeutige Forderungen artikulieren und diese auf der
Sonderkonferenz der Landesarbeits- und Sozialminister am 9. Mai einbringen.
Grundsätzlich gehört ,Hartz IV' insgesamt auf den Prüfstand, nicht nur
die Organisation der Verwaltung der Menschen", so Geiger.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- Sozialhilfeinitiativen BAG-SHI
besteht seit 1991 als bundesweite Interessenvertretung von und für Menschen im
Sozialleistungsbezug und Dachverband unabhängiger Erwerbslosen- und
Sozialhilfeinitiativen.
Nach Informationen der Bundesagentur für Arbeit sind derzeit bundesweit 6,8
Millionen Menschen in 3,5 Millionen Bedarfsgemeinschaften auf Leistungen nach
dem Sozialgesetzbuch II (,Hartz IV)' und damit zu geringe
Absicherungsleistungen angewiesen.
Andreas Geiger, Vorsitzender BAG-SHI e.V.
Kontakt: Andreas Geiger: 0160/98 30 24 68
Hinrich Garms:
069/27220896
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