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Sozialpolitik - Fast 40 Prozent Leistungsempfänger
Köln (ots) -
Das Verhältnis zwischen Eigenverantwortung und staatlicher
Fürsorge ist in Deutschland in eine Schieflage geraten. So ist die
Erwerbstätigenquote zwischen 1980 und 2006 von rund 70 auf 64 Prozent
gesunken. Hingegen decken inzwischen fast 26 Prozent der 18- bis
64-Jährigen ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise mit staatlicher
Hilfe - 1980 bezogen lediglich knapp 14 Prozent Sozialleistungen wie
Arbeitslosengeld II, Bafög und Wohngeld. Am stärksten gestiegen ist
der Anteil der Empfänger von beitragsunabhängigen Transfers. Die Zahl
der von den Jobcentern betreuten ALG-II-Beziehern etwa machte zuletzt
mehr als 10 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung aus. Im Jahr 1980
hatte die so gemessene Arbeitslosen- und Sozialhilfequote noch bei
zusammen 1,4 Prozent gelegen.
Die steigende Belastung des Sozialstaats wird noch deutlicher, wenn
man die Quoten für die Bevölkerung insgesamt berechnet, Rentner und
Kinder also einbezieht: Der Anteil der Leistungsempfänger an allen
Bürgern ist zwischen 1980 und 2006 um 15,7 Prozentpunkte auf 37,4
Prozent geklettert - der der Erwerbstätigen dagegen um 2,7 Punkte auf
40,1 Prozent gefallen. Die Quoten der Leistungsträger und -empfänger
liegen also in-zwischen fast auf gleicher Höhe.
Waltraut Peter: Die Entwicklung der Balance zwischen
Erwerbstätigkeit und Sozialleistungsbezug in Deutschland, in:
IW-Trends 1/2008, Teilergebnis des von der informedia-Stiftung -
Gemeinnützige Stiftung für Gesellschaftswissenschaften und
Publizistik Köln geförderten Forschungsprojekts "Soziale Umverteilung
in Deutschland"
Originaltext: Institut der deutschen Wirtschaft Köln - IW Köln
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