|
Presssemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und
Sozialhilfeinitiativen e.V. BAG-SHI zur Verschärfung des
Sozialgerichtsgesetzes:
Pressemitteilung vom 22.02.2008
Sozialgerichtsgesetz: ,Hartz IV' ändern statt Rechte Betroffener einschränken
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und
Sozialhilfeinitiativen e.V. BAG-SHI kritisiert die vom Bundestag am
21.02. verabschiedete Verschärfung des Sozialgerichtsgesetzes. Dadurch
werde der bisherige besondere Schutz der auf Sozialleistungen
angewiesenen Bürgerinnen und Bürger eingeschränkt.
Insbesondere kritisiert die BAG-SHI die Erhöhung der formellen
Anforderungen an eine Klage und den Ausschluss der Möglichkeit einer
Beschwerde im Prozesskostenhilfe-Verfahren durch Erhöhung des Streitwerts
von 500 auf 750 Euro.
Statt der Verschärfung des Sozialgerichtsgesetzes mit dem Ziel, die Zahl
der Klagen einzudämmen fordert die BAG-SHI endlich notwendige Änderungen
im Bereich der Sozialgesetzbücher II und XII (,Hartz IV').
"Die Entlastung der Sozialgerichte wird durch die Belastung der auf
Rechtsschutz angewiesenen Menschen erkauft. Das soll die Menschen
treffen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind. Das Vertrauen in den
Rechtsstaat wird untergraben, wenn die Ansprüche den Rechtsweg zu
beschreiten so weit erhöht werden, dass sie für Betroffene ohne
Jurastudium nicht mehr erfüllbar sind." so Andreas Geiger, Vorsitzender
der BAG-SHI.
"Auf Sozialleistungen angewiesene Menschen benötigen klare und
verständliche gesetzliche Regelungen und eine transparente, überprüfbare
Verwaltungspraxis. Ist beides nicht gewährleistet, so benötigen sie den
Schutz der Sozialgerichte.
Die Antwort des Rechtsstaates auf die notwendigen Klagen Betroffener ist,
ihnen den Zugang zu den Sozialgerichten massiv zu erschweren. Dadurch
besteht die Gefahr, dass unsere rechtsstaatlichen Fundamente untergraben
werden.
Wenn die Bundesregierung die Sozialgerichte entlasten will, sollte sie
nicht die Zugangshürden der Rechtsdurchsetzung erhöhen, sondern ,Hartz
IV' ändern und das Personal in den Job-Centern besser qualifizieren." so
Geiger weiter.
Hinrich Garms, Geschäftsführer BAG-SHI e.V.
Für Nachfragen: Andreas Geiger: 0160/98 30 24 68
|