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Nichtregierungsorganisationen treffen Bundeskanzlerin: Forderungen
nach konsequenter Armutsbekämpfung / Wirtschaftswachstum allein ist
keine Lösung
Berlin (ots) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich heute mit
VertreterInnen von zwölf internationalen Umwelt-, Gesundheits- und
entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen aus Belgien und
den G8-Staaten Deutschland, Kanada, Japan und Russland im
Bundeskanzleramt getroffen. Gesprächsthemen waren die Verantwortung
in Afrika und der Klimawandel. Die rund zweistündige Unterredung
setzte einen zum letzten G8-Gipfel begonnenen Meinungsaustausch zur
Lösung der wichtigsten Probleme der Welt fort.
Das Treffen sei insgesamt "gut gewesen", sagte die
VENRO-Vorsitzende Claudia Warning. Die Bundeskanzlerin hätte während
des G8-Prozesses und auf ihren Reisen nach Afrika und Indien ein
Gespür für die Situation der Armen entwickelt und sich von der
Wirksamkeit vieler Entwicklungsprojekte überzeugen können. Auch von
einer "Geberarroganz" sei nichts zu verspüren gewesen. Im Gegenteil:
Merkel bezeichnete es als Unsinn, wenn beispielsweise ein
afrikanisches Nehmerland auf die unterschiedlichen Bedingungen und
Wünsche von rund 40 Gebern eingehen und sich bevormunden lassen
müsse.
Warning forderte die Bundesregierung auf, die Versprechen des
G8-Gipfels zu halten und nun eine Umsetzungsplanung vorzulegen,
einschließlich innovativer Finanzierungsinstrumente. "Alte Zusagen
müssen konsequent, zielgerichtet und nachvollziehbar umgesetzt
werden. Es gilt einen Monitoring-Mechanismus einzurichten, der auch
der Öffentlichkeit zugänglich und nachvollziehbar ist", erklärte die
VENRO-Vorsitzende.
Der Ansicht, eine Lösung der Armutsprobleme sei allein durch
wirtschaftliches Wachstum zu erreichen, erteilte Warning eine klare
Absage: "Unter dem Gesichtspunkt der Armutsbekämpfung sind
ausländische Direktinvestitionen und wirtschaftliches Wachstum
sicherlich eine notwendige, aber noch lange keine hinreichende
Bedingung".
Originaltext: VENRO e.V. / Deine Stimme gegen Armut
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