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Poonal Nr. 844
Deutsche Ausgabe des wöchentlichen Pressedienstes lateinamerikanischer
Agenturen vom 4. Mai bis 10. Mai 2009
INHALT
BRASILIEN - PERU
COSTA RICA
- Soziale Organisationen präsentieren dem Präsidenten ihren Krisenplan
HONDURAS
- 71 Morde an Kindern und Jugendlichen im Januar und Februar
LATEINAMERIKA
- IV. Gipfel indigener Völker Lateinamerikas rückt näher
PUERTO RICO
- Tausende protestieren gegen die Sparpläne der Regierung
VENEZUELA
- Erneut Gewerkschafter in Venezuela ermordet
ZENTRALAMERIKA
- "Wasserkraftwerke zerstören Leben"
BRASILIEN - PERU
Bedrohter Amazonas
(Lima, 30. April 2009, noticias aliadas-poonal).- Die Präsidenten von Brasilien und Peru haben sich dazu verpflichtet, den Amazonas zu schützen. Gleichzeitig wollen sie jedoch auch die wirtschaftliche ErschlieÃung und den Handel an der Grenze, die beide Länder im Amazonas verbindet, ausweiten. Darauf einigten sich Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und Perus Präsident Alan GarcÃa auf einem bilateralen Treffen in Rio Branco, Brasilien. Sie unterzeichneten dort am 28. April sechs Memoranden, in denen unter anderem eine engere Kooperation bei der Nutzung von Wasserkraft vereinbart wird.
So will man gemeinsam den Bau von sechs neuen Wasserkraftwerken in Peru umsetzen. Peru will, um an Finanzmittel zu kommen, dafür dem staatlichen brasilianischen Energiekonzern Electrobras Aktien des staatlichen peruanischen Energiekonzerns Electroperú anbieten. Die in Peru erzeugte Energie soll an Brasilien verkauft werden. GarcÃa war vor drei Jahren für diesen Vorschlag im eigenen Land bereits heftig kritisiert worden.
COSTA RICA
Soziale Organisationen präsentieren dem Präsidenten ihren Krisenplan
Von Torge Löding
(San José, 08. Mai 2009, voces nuestras).- Zehn MaÃnahmen sollen es sein, die der Wirtschaftskrise in Costa Rica die Schärfe nehmen und dazu noch sozial ausgewogen sein könnten. Erstmals seit seinem Amtsantritt 2006 empfing Präsident Oscar Arias (PLN) am vergangenen Dienstag VertreterInnen von sozialen Organisationen, die diesen Vorschlag unterbreiten, in seinem Amtssitz in Zapote. Darunter die Gewerkschaft des Ãffentlichen Dienstes ANEP, Kleinbauern- und IndÃgenaorganisationen, Umweltschutzgruppen, den katholischen Priester Miguel Picado und den lutherischen Präses Melvin Jiménez. âIch beglückwünsche die Organisationen für diesen interessanten Vorschlag. Die Regierung wird sehen, welche MaÃnahmen sie in ihren Schildplan einarbeiten kannâ, sagte Arias. Präses Jiménez akzeptiere er als Moderator des sozialen Dialogs in Costa Rica. Im Ãbrigen sei seine Regierung keynesianischen MaÃnahmen gegenüber nie abgeneigt gewesen.
Die âzehn MaÃnahmenâ beinhalten die Forderung nach Wiedererlangung der sozial-produktiven Funktion des Finanzsystems, eine Kampagne für den Konsum lokaler Güter und nach gut bezahlten, abgesicherten Arbeitsplätzen. Die Wirtschaft soll aber nicht nur durch Förderung der Nachfrageseite angekurbelt werden, der Plan sieht auch eine Stimulation der Angebotsseite durch Kredite für Unternehmen vor. Grundlage des Konzeptes sei indes ein sozialer Dialog. âDas MaÃnahmenpaket ist ein integraler Vorschlag, aus dem man nicht einfach einzelne Punkte herausklauben kannâ, sagte ANEP-Vorstand Ãdgar Morales Quesada. âUnser Vorschlag ist ein bescheidener Beitrag und keinesfalls die endgültige Lösung der Wirtschaftskriseâ, fügte Heidy Murillo, Vorsitzende des Umweltdachverbandes FECON, hinzu. Es genüge auch nicht, jetzt nur mit den teilnehmenden Organisationen zu diskutieren, sozialer Dialog bedeute eine viel breitere Einbeziehung von zahlreichen anderen AkteurInnen.
Präsident Arias antwortete auf die Bitte von Präses Jiménez, den Dialog ernst zu nehmen und auch fortzusetzen, mit dem Versprechen nach einem weiteren Treffen noch im Mai. âSchade, dass wir uns erst jetzt, drei Jahre nach meinem Amtsantritt, kennen lernen. Aber besser spät als nieâ, sagte er zum Abschied im Präsidentenpalast. Viele Anwesenden schluckten eine Entgegnung darauf hinunter, waren sie und ihre Argumente während der Kampagne zum Volksentscheid über das CAFTA-Freihandelsabkommen mit den USA vor zwei Jahren von der Regierung Arias doch stets ignoriert worden.
HONDURAS
71 Morde an Kindern und Jugendlichen im Januar und Februar
(Fortaleza, 29. April 2009, adital-poonal).- In einem Zeitraum von zehn Jahren, zwischen 1998 und Februar 2009, sind in Honduras 4.608 Kinder und Jugendliche unter 23 Jahren ermordet worden. Gut ein Drittel der Opfer waren jünger als 18 Jahre. In ihrem monatlichen Bericht zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Honduras veröffentlichte die internationale Kinderhilfsorganisation Casa Alianza neue Zahlen zu gewaltsamen Ãbergriffen auf diese Bevölkerungsgruppe. Demnach wurden in Honduras im Januar und Februar 2009 71 Morde an Kindern und Jugendlichen registriert.
Der Organisation zufolge zeigt sich die Gewalt gegen Kinder und Jugendliche auch darin, dass schwere Probleme wie Kindesmisshandlung, Kinderhandel zum Zwecke sexueller Ausbeutung und die Zunahme von Hinrichtungen bzw. Morden an Kindern und Jugendlichen alltäglich sind und weiter zunehmen. Viele dieser Verbrechen blieben straffrei.
Die Opfer gehörten meist den ärmsten und marginalisierten Bevölkerungsschichten an. Bei 93 Prozent der Morde seien Schusswaffen verwendet worden.
âAm beunruhigendsten ist, dass sich im Laufe der Jahre eine gesellschaftliche Akzeptanz und Toleranz von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche herausgebildet hat, besonders gegenüber Morden und auÃergerichtlichen Hinrichtungenâ, heiÃt es in dem Bericht. Eine Analyse der honduranischen Presse ergab, dass sich 1.613 Mordfälle in den drei Jahren der Amtszeit von Präsident Zelaya Rosales ereigneten, wobei die Umstände in vielen Fällen auf willkürliche Hinrichtungen schlieÃen lieÃen.
âCasa Alianza stellt fest, dass es trotz der zahlreichen Versprechen und Initiativen der Regierung in den Jahren 2001 und 2002 sowie unter der jetzigen Regierung in der Praxis nicht zu einem Rückgang der Mordfälle gekommen ist. Auch hat es keine wirklich effektiven Ermittlungen gegeben, um die Auftraggeber sowie die Ausführenden dieser Morde festzustellen und letztlich zu bestrafenâ.
Die Organisation geht davon aus, dass sich die Verantwortlichen nicht genug für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen. Auch der Opferschutz und die sachgemäÃe Untersuchung aller angezeigten auÃergerichtlichen Hinrichtungen werde nur ungenügend betrieben.
Wie Casa Alianza berichtet, handelt es sich bei den mutmaÃlichen Tätern in 4,3 Prozent der Fälle um Kriminelle. Drei Prozent werden von Einzelpersonen, 4,1 Prozent von Personen in Polizeiuniform und drei Prozent von Angehörigen von Wachdiensten begangen. Bei 86 Prozent der Morde lässt sich kein Täterkreis identifizieren.
LATEINAMERIKA
IV. Gipfel indigener Völker Lateinamerikas rückt näher
(Fortaleza, 30. April 2009, adital-poonal).- Vom 27. bis 31. Mai wird die Region Puno in Peru Schauplatz für Ideen, Debatten, Alternativen und Forderungen der indigenen Völker sein. Dann findet in Puno der IV. Gipfel Lateinamerikas der indigenen Völker und Nationalitäten der Abya Yala statt. Gleichfalls wird der erste Gipfel der indigenen Frauen, das zweite Treffen der indigenen Jugend sowie das Zusammenkommen indigener Kinder stattfinden.
Die Andenkoordination Indigener Organisationen CAOI (Coordinadora Andina de Organizaciones IndÃgenas) ist Veranstalter des Treffens. Adital hat sich mit Miguel PalacÃn Quispe, Hauptkoordinator der Organisation, über den Gipfel unterhalten
<b>Frage:</b> Wie steht es um die Vorbereitungen für den IV. Gipfel und wieviele Menschen werden voraussichtlich teilnehmen?
<b>Miguel PalacÃn:</b> Wir befinden uns mit den Vorbereitungen im Endspurt. Die Programme sind festgelegt, sowohl die der Veranstaltungen im Vorfeld sowie des eigentlichen Lateinamerikagipfels der indigenen Völker und Nationalitäten Abya Yala. Es gibt einen groÃen Enthusiasmus in den Organisationen sowie bei den Behörden in Puno. Wir kalkulieren, dass ungefähr 5.000 Menschen am Gipfel teilnehmen werden.
<b>Frage:</b> Die Rechte von IndÃgenas, der Kampf um Land, die Wahrung der Menschenrechte, die Einhaltung von Ãbereinkünften: habt ihr im Vorfeld des IV. Gipfels ausgewertet, ob es Fortschritte auf diesen Gebieten gibt?
<b>Miguel PalacÃn:</b> Es gibt zwei Blickwinkel auf diese Themen. Von Seiten der Staaten, der multinationalen Konzerne und der internationalen Finanzeinrichtungen werden indigene Rechte und die Mutter Erde angegriffen, sowie die Menschenrechte ständig verletzt. Das macht unseren Kampf und unsere Beweggründe für ihn aus. Auf der anderen Seite stehen unsere Organisationen, die mit ihrem Kampf die Verabschiedung der UN-Deklaration der Indigenen Völker erreicht haben, sowie Staaten brandmarken, die bestehende Rechte verletzen. Darüber hinaus machen wir den kommunalen Kampf angesichts der Landbesetzungen und deren Auswirkungen sichtbar. Wir befinden uns also an einem kritischen Punkt, und wir werden noch merken, ob es in Richtung Auferlegung externer MaÃstäbe geht oder in Richtung Respektierung unserer Rechte, der Menschenrechte sowie Einhaltung der Gesetzesvereinbarungen.
<b>Frage:</b> Man kann immer noch beobachten, dass die Organisierung der indigenen Völker in verschiedenen Ländern an Stärke gewinnt. Wie erklärst du das?
<b>Miguel PalacÃn:</b> Die Ãffentlichkeitsarbeit der indigenen Gemeinden findet organisiert statt, von lokaler Ebene aus bis hin zur regionalen, nationalen und subkontinentalen. Was uns von den indigenen Völkern anderer sozialer Bewegungen unterscheidet, sind unsere natürliche Präsenz und unsere eigene Symbolik. Wir gelangen von unserem Widerstand und unserer kulturellen Flexibilität hin zu Konstruktivität und Protagonismus, das alles mit unseren eigenen Behörden und unserem eigenen Publikationsapparat.
<b>Frage:</b> Wie bewertet ihr die Tätigkeit der Staaten in Bezug auf die Rechte indigener Völker?
<b>Miguel PalacÃn:</b> Die Staaten waren seit dem Moment ihrer Gründung Aggressoren, diesen Charakter haben sie bis heute nicht verloren. Als indigene Völker stellen wir den Staat an sich nicht in Frage, sondern seine Praxis. Niemals haben die Staaten uns Wohltaten zukommen lassen oder Gesetze zu unserem Wohl erlassen, ohne dass dies ohne Gewalteinsatz und dem Ausüben von Druck geschehen wäre. Diesen Staat wollen wir ändern.
<b>Frage:</b> Warum ist es wichtig, einen Frauengipfel innerhalb des Gipfels der indigenen Völker zu veranstalten?
<b>Miguel PalacÃn:</b> Dieser Frauengipfel ist auÃerordentlich wichtig, weil wir als indigene Völker vom Gleichgewicht sprechen. Im Inneren unserer Organisationen ist die Stärkung der Präsenz der Frauen in den Kadern der nationalen und internationalen Leitung notwendig, um das Prinzip der Gleichheit zu erfüllen. Der erste Gipfel der Frauen ist wichtig, damit unsere Schwestern mit eigener Stimmer inner- wie auÃerhalb der Organisation unsere Vorschläge vertreten können.
<b>Frage:</b> Wie steht es in Lateinamerika um den Zusammenschluss indigener Frauen?
<b>Miguel PalacÃn:</b> Es ist ein langsamer Prozess, aber die Leute sind sehr engagiert. Es sind die Frauen, die die meisten Auswirkungen der neoliberalen Politik erleiden. Und wenn sie eine Grenze überqueren, finden sie die selbe Situation vor. Von da an taucht die Notwendigkeit auf, sich zusammenzuschlieÃen. Deshalb sind es die erfahreneren Organisationen in der CAOI, die an der Integration aller anderen Organisationen arbeiten. Und dieser kontinentale Gipfel wird die beste Möglichkeit sein, damit unsere Schwestern eine Agenda und ein politisches Auftreten festlegen.
<b>Frage:</b> Was für Beiträge kann der IV. Gipfel für die historischen Kämpfe der indigenen Völker erzeugen?
PUERTO RICO
Tausende protestieren gegen die Sparpläne der Regierung
(Venezuela, 02. Mai 2009, telesur-poonal).- Am 1. Mai sind in San Juan, der Hauptstadt Puerto Ricos, nach Schätzungen der Polizei 30.000 Menschen auf die StraÃe gegangen. Sie protestierten in dem mit den USA assoziierten Land gegen Pläne der Regierung von Luis Fortuño, bis zu 30.000 Angestellte des öffentlichen Dienstes zu entlassen und die gröÃten Staatsbetriebe zu privatisieren.
Die DemonstrantInnenen, mobilisiert von 22 Gewerkschaften, begannen den internationalen Tag der Arbeit mit einer Kundgebung vor dem Arbeitsministerium. Der Sprecher der Breiten Front der Solidarität und des Kampfes FASyL (Frente Amplio de Solidaridad y Lucha), Luis Pedraza, sprach von einem sehr erfolgreichen Kampftag. Die Demonstration sei eine der gröÃten gewesen, die es in Puerto Rico jemals gegeben habe.
In einer Erklärung zeigte sich FASyL empört über den RegierungspPlan, der zum Ziel habe, âTausende von Arbeitern zu entlassen und den Rechtsstaat durch die Privatisierung öffentlicher Basisdienstleistungen auszuhöhlenâ. FASyl geht zudem von einer viel höheren Anzahl von staatlichen Angestellten aus, die entlassen werden sollen, nämlich von 60.000.
Die an den Protesten beteiligten Gewerkschaften kritisieren auch, dass durch das Vorhaben von Fortuño bereits beschlossene Gehaltserhöhungen und Zusatzleistungen gestrichen würden. Zudem prophezeiten sie einen âverheerendenâ Effekt auf die puertoricanische Gesellschaft, sollten die Privatisierungspläne vom Parlament verabschiedet werden.
Fortuño selbst zeigte sich gesprächsbereit und erklärte, seine Regierung würde derzeit nach Alternativen für die Tausenden Angestellten suchen, die durch das von ihm angestrebte Gesetz ihre Arbeit verlieren würden. Im Gegensatz zu den USA, wo 40 Staaten das Gehalt ihrer Angestellten gekürzt hätten, ohne sich um deren Zukunft zu kümmern, arbeite seine Verwaltung an unterstützenden MaÃnahmen. Fortuño hofft zudem, innerhalb von 24 Monaten das Strukturdefizit durch einen Sparkurs der Regierung zu beheben. Investitionen müssten von Unternehmen in öffentlich-privater Partnerschaft durchgeführt werden.
Kritik an den Sparplänen der Regierung kommt nicht nur von den Gewerkschaften. Der Vorsitzende der oppositionellen Demokratischen Volkspartei PPD (Partido Popular Democrático), Héctor Ferrer, befürchtet, dass durch das Vorhaben Fortuños bis zu 45.000 Angestellte ihren Job verlieren könnten. Auch die puertoricanische Sektion von amnesty international kritisierte die geplanten Entlassungen und forderte, den Einfluss solcher Entlassungen auf die Menschenrechtslage genau zu prüfen.
VENEZUELA
Erneut Gewerkschafter in Venezuela ermordet
Von Harald Neuber
(Darmstadt, 07. Mai 2009, amerika21.de).- Nachdem am 5. Mai in Venezuela erneut ein führender Gewerkschaftsfunktionär ermordet wurde, hat die Regierung eine umfassende Untersuchung dieses Gewaltverbrechens angekündigt. Am Dienstag war in der ostvenezolanischen Hafenstadt Cumaná der Arbeitervertreter Argenis Vásquez vor seinem Privathaus mit mehreren Schüssen niedergestreckt worden. Es war der vierte Mord an einem Funktionär, nachdem Ende November vergangenen Jahres bereits drei Gewerkschafter ermorden wurden.
Argenis Vásquez war Generalsekretär der Betriebsgewerkschaft des Autoherstellers Toyota in Cumaná. Im vergangenen Jahr hatte er einen Arbeitskampf angeführt, der die Produktion einen Monat lang lahm legte.
Die Regierung geht im Fall des jüngsten Verbrechens von einem Auftragsmord aus. Damit zeichnet sich in Venezuela ein Trend ab, der in den vergangenen Jahren â wenn auch in einem bedeutend stärkeren MaÃe â in Kolumbien zu beobachten war. In diesem Nachbarstaat Venezuelas werden jedes Jahr hunderte GewerkschafterInnen ermordet. Verantwortlich dafür sich rechtsextreme Paramilitärs, die oft im Auftrag von IndustrieunternehmerInnen oder GroÃgrundbesitzerInnen handeln.
In den vergangenen Jahren wurden wiederholt kolumbianische Paramilitärs in Venezuela festgenommen. In einem Fall sollen solche Gruppen in einen Plan zur Ermordung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez verstrickt gewesen sein.
ZENTRALAMERIKA
"Wasserkraftwerke zerstören Leben"
(Lima, 30. April 2009, noticias aliadas).- "Die IndÃgenas sind die ersten Opfer eines auf Wachstum fixierten Wirtschaftsmodells, welches das Leben verachtet und die Habgier einer Gruppe von Unternehmen und Privatpersonen begünstigt". Das erklären 264 TeilnehmerInnen des V. Mesoamerikanischen Forums des Lateinamerikanischen Netzwerks gegen Staudämme und zum Schutz der Flüsse, der dort lebenden Gemeinschaften und des Wassers REDLAR (Red Latinoamericana contra Represas y por los RÃos, sus Comunidades y el Agua). Das Treffen fand vom 22. bis 25. April in der Ortschaft Boquete in Panama statt.
Unter dem Motto âWasser fürs Leben, nicht für den Tod!â diskutierten die Delegierten von Bürgerorganisationen, sozialen Bewegungen und indigenen Völkern aus Zentralamerika und Mexiko über regionale und nationale Strategien zum Kampf gegen Neoliberalismus und zur Entwicklung von Alternativen, die den freien, selbstbestimmten, demokratischen und würdevollen Zugang zu den Wasserressourcen garantieren sollen.
Ana Ella Gómez vom Verbraucherschutzzentrum El Salvador stellte fest, dass Mesoamerika zwar über vergleichsweise groÃe Mengen an Wasser verfüge (pro Kopf stehen jährlich bis zu 1.064 Kubikmeter Wasser zur Verfügung), diese aber schlecht und ungleichmäÃig verteilt seien. Lediglich die Hälfte der Bevölkerung in Mesoamerika habe einen gesicherten Zugang zu Wasser. Der Begriff Mesoamerika bezeichnet einen Teil des amerikanischen Kontinents, der sich von der Südhälfte Mexikos über die Halbinsel Yucatán im Südosten und Guatemala, Belize, El Salvador, die honduranische Pazifikküste und Nicaragua bis zum Golf von Nicoya in Costa Rica erstreckt.
Wie Gómez erläuterte "haben in der Region Zentralamerika etwa zwölf Millionen Menschen keinerlei Zugang zu [Trink]Wasser." Im besten Fall seien sie gezwungen, Wasser zu hohen Preisen von private Unternehmen zu beziehen. Viele Menschen fehle allerdings das nötige Geld Wasser zu kaufen.
Die TeilnehmerInnen des Forums protestieren gegen âlebensbedrohendeâ Wasserkraftprojekte wie La Parota, Paso de la Reyna und La Yesca in Mexiko; Xalalá und Hidroxalbal in Guatemala; Gualcarque in Honduras; den Staudamm El Tigre an der Grenze zwischen Honduras und El Salvador; El Chaparral, El Cimarrón und Sensunapán II in El Salvador; Pacuare, Dikés und Savegre in Costa Rica sowie Bocas del Toro in Panama.
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