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PRESSEINFORMATION / WEITERLEITUNG
- Hintergrundinformation/Einführung:
Stahlwerkkomplex Thyssen-Krupp - Vale do Rio Doce
- Abschlußdeklaration Seminar gegen Thyssen-Krupp - Vale do Rio Doce:
"Stahlwerkkomplex in Sepetiba: Entwicklung wofür? Für wen?
- PM von Rettet den Regenwald (12.05.08):
Deutscher Stahlkonzern verseucht Meeresbucht in Brasilien/Einheimische
klagen
- Hintergrundinformation/Einführung:
Stahlwerkkomplex Thyssen-Krupp - Vale do Rio Doce
Seit September 2006 baut Thyssen-Krupp an einem Stahlwerkkomplex in der
Bucht von Sepetiba im Bundesstaat Rio de Janeiro. Bereits seit 2007
klagen lokale Bügerinitiativen und Menschenrechtsgruppen gegen den
Stahlkonzern, denn gemäß der Anklage machte das Projekt schon während
der Bauphase die Existenz der über 8.000 Fischer und ihrer Familien
faktisch zunichte. Der Fischbestand ging extrem zurück, zudem sind die
wenigen übrigen Fische mit Schwermetallen aus dem Abraumschlamm
belastet. Die Hafenanlagen entstünden außerdem exakt in dem Teil der
Bucht, wo die Fischer früher die besten Fänge hatten.
Anlässlich des fünften EU-Lateinamerika-Gipfels in Lima/Peru am 15. und
16. Mai 2008 wurde vom 13. bis 17. Mai 2008 in der peruanischen
Hauptstadt der so genannte Alternativengipfel "Enlazando Alternativas"
durchgeführt. In dessen Rahmen wurde auch das "Tribunal der Völker" über
europäische Konzerne abgehalten, die beschuldigt werden, in ihrer
wirtschaftlichen Tätigkeit in Lateinamerika gegen Sozial-,
Menschenrechts- und Umweltstandards zu verstoßen. Dabei stützte sich das
Tribunal auf die Anklagen betroffener Gruppen. Unter den angeklagten
Konzernen befanden sich auch deutsche Unternehmen, u.a. Thyssen-Krupp in
Brasilien, im Zusammenhang mit dem Bau eines Stahlwerks und eines
Hafenterminals traditionelle Fischgründe kontaminiert zu haben.
Eine Zusammenfassung des Falles findet sich unter:
http://www.enlazandoalternativas.org/IMG/html/Thyssen_Krupp_en.html
Ein weiterer Beitrag:
Kritik an deutschen Industrieablegern vor Lateinamerikagipfel
Thomas Aders, ARD Rio de Janeiro
[tagesthemen 22:15 Uhr, 15.05.2008]
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video318990.html
In Brasilien werden die betroffenen Fischer durch regionale Umwelt- und
Menschenrechtsgruppen unterstützt; darunter auch PACS.
Kontaktorganisation/Ansprechpartner:
Sandra Quintela (PACS) - Anfragen auf deutsch möglich!
sandraq@pacs.org.br
2. Abschlußdeklaration (Übersetzung) Seminar gegen Thyssen-Krupp - Vale
do Rio Doce:
"Stahlwerkkomplex in Sepetiba: Entwicklung wofür? Für wen?
Während dem 27. und 28. Juni 2008 trafen sich, in den Räumlichkeiten der
Kirche Nossa Senhora do Desterro in Campo Grande Rio de Janeiro,
Organisationen und AktivistInnen, die Tradition des populären Kampfes
und Widerstandes aufrechterhaltend, um die Auswirkungen des Baus eines
Stahlwerks im westlichen Gebiet von Ro de Janeiro durch die vom
Konsortium "Thyssen Krupp-Vale Rio Doce" gegründete atlantische
Stahlwerkgesellschaft (Companhia Siderúrgica do Atlântico, im folgenden
CSA genannt) und die existierenden Alternativen für eine soziale,
wirtschaftliche und umweltgerechte Entwicklung der Region zu diskutieren.
Wir protestieren, weil die Einrichtung der CSA schwere soziale und
wirtschaftliche Auswirkungen nach sich zieht und irreversible
Umweltschäden verursacht, dies alles unter dem Deckmantel eines
kapitalistischen, ausgrenzenden und trügerischen "Entwicklungsmodell",
das keine der Versprechen von Fortschritt und Arbeitsplatzbeschaffung
erfüllt, und die Lebensbedingungen und Gesundheit der Bevölkerung
schädigt. Das Projekt wurde mit der Komplizenschaft der Bundes-, Landes-
und Gemeinderegierungen ermöglicht. Die vorgesehene Produktion ist
vollständig auf den Export ausgerichtet, ohne dass die
sozialwirtschaftlichen Kosten in Betracht gezogen werden. Es ist
schlussendlich die Gesellschaft, die die Kosten tragen muss. Laut der
Anzeige, aufgenommen von der Bundesstaatsanwaltschaft, ist die
Bewilligung in Bezug auf die Umweltverträglichkeit regelwidrig erteilt
worden. Mit dem vielversprechenden Synonym "Entwicklung" und mit dem
Versprechen von Arbeitplatzbeschaffung wird die Arbeit und Lebensweise
von mehr als 8.000 Fischern und deren Familien (mehr als 40.000
Menschen), die an der Sepetiba-Bucht leben, durch die Gefährdung der
Fischerei und Umwelt direkt bedroht. Das Unternehmen hat schon unzählige
Unfälle, Verschwinden und Todesfälle von Arbeitern verursacht. Ausserdem
gibt es Fälle von Gewaltandrohungen und psychologischem Druck,
Morddrohungen und Gerichtsprozesse gegen führende AktivistInnen.
Das Projekt von CSA wird mit veralteten und schmutzerzeugenden
Technologien realisiert, die in Industrieländern wie Deutschland nicht
mehr zugelassen sind und nur in politisch "schwachen" Ländern wie
Brasilien toleriert werden. Der Bau des Stahlwerks ist kein isoliertes
Projekt, sondern Teil einer breiten Strategie der Konsolidierung einer
kontinentalen Infrastruktur in die auch das Projekt PAC und die
südamerikanische Inititative IIRSA eingebunden sind. Sie werden zwar in
Brasilien mit öffentlichen Geldern (Fundus der brasilianischen
Entwicklungsbank BNDES und Steuerbefreiungen) finanziert, doch zugunsten
des Grosskapitals, der transnationalen Konzerne sowie der Verbraucher
der nördlichen Hemisphäre, anstatt die Bedürfnisse der Bevölkerung zu
erfüllen. Somit legitimiert der brasilianische Staat die Fortsetzung
sozialer Ungleichheiten und die Kriminalisierung sich im Widerstand
engagierenden sozialen Bewegungen und Organisationen.
Das Konsortium "Thyssen Krupp -- Vale do Rio Doce" verbreitet
Unwahrheiten und irreführende Propaganda in der Bevölkerung, vor allem
bei den Bewohnern der Sepetiba-Bucht, wenn es sagt, dass die CSA
Entwicklung in die Region bringt.
Wir akzeptieren nicht als "Entwicklung"- die umweltschädlichen
Auswirkungen der Aushebung von 20 Millionen Kubikmeter mit
Schwermetallen belasteten Schlamm, der von der in Konkurs gegangenen
"Inga Mercantil Gesellschaft" stammt, und ohne entsprechende
Vorsichtsmassnahmen mit Einverständnis der Umweltbehörden am unteren
Rand der Sepetiba-Bucht vergraben werden soll.
Wir akzeptieren nicht als "Entwicklung"- die Zerstörung der Mangroven
und die Vernichtung der Mannigfaltigkeit der Biosphäre in einem
permanent geschütztem Gebiet.
Wir akzeptieren nicht als "Entwicklung"- ein Projekt das die Imigration
chinesicher Arbeitskräfte sowie ArbeiterInnen aus den ärmsten Regionen
Brasiliens vorsieht, die nur niedrige Arbeitslöhne erhalten und unter
riskanten und gefährlichen Arbeitsbedingungen leben müssen.
Wir akzeptieren nicht als "Entwicklung"- einen Eingriff, der
Fischsterben und Meerprivatisierung verursacht, die Produktionskette
handwerklicher Fischerei zestört, sowie die Fischer - Symbole dieser
lokalen traditionellen Wirtschaft - zu "Umweltflüchtlingen" macht.
Die Auswirkungen dieses Entwicklungsmodells betreffen nicht nur die
Fischer, sondern die gesamte örtliche Gesellschaft, vor allem die Frauen
und die Ärmsten. Die Region lebt traditionel von der Fischerei und vom
ökologischen und Wassersport Tourismus. Durch die Realisierung der CSA
wird das westlichen Gebiet von Rio de Janeiro in eine Industrieregion,
wie zum Beispiel Cubatão in São Paulo, und die Sepetiba-Bucht in eine
industrielle Mülldeponie verwandelt. Wir müssen unsere schon bestehenden
Widerstandskräfte nocheinmal verstärken, um zu zeigen, dass der Tot
unserer Fischergenossen Carlos Alberto (Bebeto) und Josiel da Silveira
Pimentel nicht umsonst waren und zusammen ein Entwicklungsmodell
aufbauen, das eine Lebensgrundlage mit Integration der Natur bietet.
Unterschriften:
AAPP -- Associação de Agricultores e Pescadores da Pedra de Guaratiba
Ação Social de Vila Benedita -- Itacuruçá;
Aerocine
Amaba
AMAS Associação de. Moradores Areal Sepetiba
Apescari -- Associação de Pescadores do Canto do Rio
Arqueiros -- Associação Água Marinha
Associação de Moradores no Areal de Sepetiba
Caminhos de Luz
Campo -- Centro de Apoio ao Movimento Popular
CISA -- Centro de Integração Sementes do Amanhã
Comissão de Revitalização de Sepetiba -- Cores
Comitê Popular de Mulheres
Cultura Elizabeth Teixeira
Ecology
Emescam
Gama
FAMB
Fapesca
Força de Mulheres Trabalhadoras de Nova Sepetiba
Fórum Carajás
Fórum do Meio Ambiente do Trabalhador
GDASI
Grupo Carioca Tem Arte
Grupo Fé e Política de Sepetiba Padre André
Grupo Vitória em Ação
IESA-AP
Igreja Batista de Itacuruçá
Marcha Mundial de Mulheres
Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra - MST
Nucleo de Estudos Urbanos/FEUC
Ong Sara
PACS - Instituto Politicas Alternativas para o Cone Sul
Pastoral do Trabalhador
Quilombo da Marambaia
Rede Brasileira de Justiça Ambiental
SEPE -- Nossa Senhora das Graças -- RJ
União Brasileira de Mulheres -- Mangaratiba
Colônia de Pescadores Z15
3. PM von Rettet den Regenwald (12.05.08):
Deutscher Stahlkonzern verseucht Meeresbucht in Brasilien/Einheimische
klagen
Der Autokonzern General Motors lobte vor kurzem den deutschen
Stahlriesen ThyssenKrupp als seinen besten Stahllieferanten 2007 und
verlieh ihm die Auszeichnung "Best of the Best". Die letzten Fischer der
Bucht von Sepetiba vor den Toren Rio de Janeiros sehen das anders. Für
sie ist ThyssenKrupp "the Worst of the Worst". Sie klagen den
Stahlkonzern wegen massiver Umweltverschmutzung und Verletzung der
Menschenrechte an.
Seit September 2006 baut ThyssenKrupp an einem neuen rund drei
Milliarden Euro verschlingenden Riesenstahlwerk in Sepetiba. Die
ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico wird zwar erst voraussichtlich
im kommenden Jahr fertig sein und 3.500 Arbeitsplätze schaffen, doch
bereits während der Bauphase habe es die Existenz der über 8.000 Fischer
und ihrer Familien faktisch zunichte gemacht. So die Klage von lokalen
Bürgerinitiativen und Menschenrechtsgruppen, die bereits seit vergangem
Jahr gegen den Stahlkonzern vor Gericht klagen. Am 13. Mai werden sie
den Fall ThyssenKrupp nun auch vor das ständige Tribunal der Völker
(TPP) im peruanischen Lima bringen.
Dank ThyssenKrupp sei das Fischen in der Bucht unmöglich geworden. Der
Fischbestand sei extrem zurückgegangen und der wenige Rest mit
Schwermetallen belastet. "Das Stahlwerk entsteht innerhalb eines
Naturschutzreservats, in dem die Fische der Bucht laichen und
heranwachsen", erläutert Ivo Siqueira Soares, Präsident der Vereinigung
der Fischer von Pedra de Guaratiba. Zum einen vernichtete ThyssenKrupp
während der Bauarbeiten vier tausend Quadratmeter für die Meeresökologie
wichtigen Mangrovenwald. Zum anderen setzten das Ausbaggern des
Fahrrinne und des vorgesehenen Hafenbeckens mit seinem vier Kilometer
langen Pier für Riesenfrachtschiffe hochgiftgen mit Schwermetallen
belasteten Abraumschlamm eines früheren Minenbetriebs (Ingá Mercantil)
frei, der nun das Meeresökoystem und insbesondere biologisch
empfindliche Teile der Bucht verseucht. Siqueira Soares: "Dies vertreibt
die Fische und vergiftet sie mit Cadmium und Zink." Die Hafenanlagen
entstünden ausserdem exakt in dem Teil der Bucht, wo die Fischer früher
die besten Fänge hatten.
Laut Rechtsanwalt Victor Mucare, der die Vereinigung der traditionellen
Fischer Rio de Janeiros vertritt, sei ThyssenKrupps CSA klar
verantwortlich für die durch die Bauarbeiten entstandenen ökologischen
und sozialen Schäden in der Region, wobei bestehende Umweltschutzgesetze
verletzt oder gar nicht umgesetzt wurden. Die Umweltschuzbehörde IBAMA
habe zwar vergangenen Dezember aufgrund der Klagen der Fischer und der
klar sichtbaren, verbotenen Mangrovenabholzung einen Baustopp gegen die
CSA verhängt. Doch diese IBAMA-Anweisung wurde nicht umgesetzt, und die
Bauarbeiten liefen unabhängig davon weiter.
Die schon seit zwei Jahren gegen das Stahlwerkprojekt vergebrachten
Klagen der Fischer und Umweltschützer Rio de Janeiros kümmerte bisher
weder den Vorstand der ThyssenKrupp AG noch den brasilianischen
Staatspräsidenden. Luiz Inácio Lula da Silva besuchte erst vergangenen
Februar die Baustelle der CSA Siderúrgica do Atlântico. Präsident Lula
lobte dabei "die große Einsatzbereitschaft und hohe Kompetenz der über
10.000 Arbeiter auf der Baustelle und der 600 Mitarbeiter von
ThyssenKrupp CSA." Und ThyssenKrupp-Vorstand Karl-Ulrich Köhler
ergänzte: "Das 3 Mrd Euro teure Werk wird eine stabile Basis für die
Fortsetzung dieser exzellenten Beziehungen sein." Lob für ThyssenKrupp
gab es ebenso von Rio de Janeiros Bürgermeister Cesar Maia:
"ThyssenKrupp CSA gebührt Dank hierfür und Rio de Janeiro darf sich zur
Ansiedlung dieses Unternehmens beglückwünschen."
Auch auf der offiziellen Website von ThyssenKrupp CSA findet sich kein
Wort über die Klagen der Fischer von Sepetiba. Stattdessen ist zu lesen:
"Die Auslegung des Werks orientiert sich an modernster Technologie und
an höchsten Umweltstandards. ThyssenKrupp CSA hält nicht nur die in
Brasilien geltenden Umweltschutzrichtlinien ein, sondern die weitaus
schärferen europäischen Vorgaben. Für ThyssenKrupp Steel ist das neue
Stahlwerk ein Jahrhundertprojekt. Und der Schlüssel für eine
Vorwärtsstrategie, die das Unternehmen in eine dauerhaft erfolgreiche
Zukunft führt." Für die Familien, die seit Generationen vom Fischfang in
der Bucht von Sepetiba leben, scheint jedoch die Zukunft als Fischer
dauerhaft vernichtet zu sein!
Bisher unterstützen zehn regionale Umwelt- und Menschenrechtsgruppen die
Fischer von Sepitiba. Bereits Anfang 2006 warnten sie vor der
Verwirklichung des Stahlwerk- und Hafenprojektes des deutschen
Stahlriesen und fordern nun den Stopp der Bauarbeiten sowie finanzielle
Entschädigungen.
Auch Kathrin Buhl von der in Sao Paulo ansässigen Rosa
Luxemburg-Stiftung ist auf der Seite der Fischer von Sepitiba.
"ThyssenKrupp verlezt die Menschenrecht hier in Brasilien und zerstört
die Umwelt", so Kathrin Buhl, die hofft, dass nun auch deutsche
Gewerkschaften, Politiker und Umweltschutzgruppen die Fischer in ihrem
Kampf gegen Deutschlands größten Stahlkonzern unterstützten.
Das neue Stahlwerk und der Stahlexporthafen von Sepetiba sind nur eines
von mehreren gigantischen Rohstoffexport- und Hafenprojekten in
Brasilien. Bei lokalen Bevölkerungen und Umweltschützern umstrittene
Exporthäfen und Industriekomplexe sollen beispielsweise an der Küste Sao
Paulos bei Peruibe, sowie in Bahia bei Ilheus oder auch in Ceará
entstehen. Ursache ist sowohl der von der Regierung Lula vorangetriebene
Biotreibstoffboom sowie die forcierte Ausbeutung der mineralischen
Rohstoffe wie Bauxit (Aluminium), Eisenerze und Uran. Deshalb ist die
brasilianische Regierung auch gerade dabei, die industrielle Ausbeutung
der noch ungehobenen Bodenschätze in den bereits demarkierten
Indianerreservaten zu legalisieren.
Norbert Suchanek, Rio de Janeiro
Diese einheimischen Vereinigungen und Organisationen klagen ThyssenKrupp an:
CONFAPESCA (Confederação das Federações de Pesca do Brasil)
FAPESCA (FAPESCA, Federação das Associações dos Pescadores Artesanais do
Estado do Rio de Janeiro)
Fórum de Meio Ambiente e Qualidade de Vida do Povo Trabalhador da Zona
Oeste e da Baía de Sepetiba
AAPP-GUARATIBA (Associação de Pescadores Cercadeiros de Pedra de
Guaratiba) -
ABIT (Associação de Barqueiros de Itacuruçá)
APESCARI (Associação de Pescadores Canto dos Rios)
AMACOR (Associação de Maricultores de Coroa Grande)
Colônia de Pescadores da Pedra de Guaratiba (Z 14)
Colônia de Pescadores de Sepetiba (Z 15)
SEPE Santa Cruz
VERDEJAR Proteção Ambiental e Humanismo
Rede Alerta contra o Deserto Verde Fluminense
APELT (Associação de Pescadores Artesanais Livres de Tubiacanga/Ilha do
Governador)
Movimento dos Pescadores Artesanais Sem Mar (MSM - Movimento dos Sem
Mar) MST (Movimento Sem Terra)
Rede Contra a Violência
--
Doppelsendungen bitten wir zu entschuldigen!
Wer keine weiteren mails mehr erhalten möchte, wird bei Rückmeldung umgehend aus dem Verteiler gestrichen!
FDCL
Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V.
Centro de Investigación y Documentación Chile-América Latina
Centro de Pesquisa e Documentação Chile-América Latina
Center for Research and Documentation Chile-Latin America
Gneisenaustraße 2a
D-10961 Berlin
Fon: ++49-(0)30-693 40 29
Fax: ++49-(0)30-692 65 90
email: info[at]fdcl.org
Weitere Informationen unter:
http://www.fdcl-berlin.de
FDCL e.V.:
Vereinsregister-Nr. 5010 Nz * Amtsgericht Charlottenburg
Vorstandsvorsitzende Petra Schlagenhauf
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PRESSEINFORMATION / WEITERLEITUNG<br>
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1. Hintergrundinformation/Einführung:<br>
Stahlwerkkomplex Thyssen-Krupp - Vale do Rio Doce<br>
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2. Abschlußdeklaration Seminar gegen Thyssen-Krupp - Vale do Rio Doce:<br>
“Stahlwerkkomplex in Sepetiba: Entwicklung wofür? Für wen?<br>
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3. PM von Rettet den Regenwald (12.05.08):<br>
Deutscher Stahlkonzern verseucht Meeresbucht in Brasilien/Einheimische
klagen<br>
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1. Hintergrundinformation/Einführung:<br>
Stahlwerkkomplex Thyssen-Krupp - Vale do Rio Doce<br>
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Seit September 2006 baut Thyssen-Krupp an einem Stahlwerkkomplex in der
Bucht von Sepetiba im Bundesstaat Rio de Janeiro. Bereits seit 2007
klagen lokale Bügerinitiativen und Menschenrechtsgruppen gegen den
Stahlkonzern, denn gemäß der Anklage machte das Projekt schon während
der Bauphase die Existenz der über 8.000 Fischer und ihrer Familien
faktisch zunichte. Der Fischbestand ging extrem zurück, zudem sind die
wenigen übrigen Fische mit Schwermetallen aus dem Abraumschlamm
belastet. Die Hafenanlagen entstünden außerdem exakt in dem Teil der
Bucht, wo die Fischer früher die besten Fänge hatten.<br>
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Anlässlich des fünften EU-Lateinamerika-Gipfels in Lima/Peru am 15.
und 16. Mai 2008 wurde vom 13. bis 17. Mai 2008 in der peruanischen
Hauptstadt der so genannte Alternativengipfel "Enlazando Alternativas"
durchgeführt. In dessen Rahmen wurde auch das „Tribunal der Völker“
über europäische Konzerne abgehalten, die beschuldigt werden, in ihrer
wirtschaftlichen Tätigkeit in Lateinamerika gegen Sozial-,
Menschenrechts- und Umweltstandards zu verstoßen. Dabei stützte sich
das Tribunal auf die Anklagen betroffener Gruppen. Unter den
angeklagten Konzernen befanden sich auch deutsche Unternehmen, u.a.
Thyssen-Krupp in Brasilien, im Zusammenhang mit dem Bau eines
Stahlwerks und eines Hafenterminals traditionelle Fischgründe
kontaminiert zu haben.<br>
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Eine Zusammenfassung des Falles findet sich unter:<br>
<a class="moz-txt-link-freetext" href="http://www.enlazandoalternativas.org/IMG/html/Thyssen_Krupp_en.html">http://www.enlazandoalternativas.org/IMG/html/Thyssen_Krupp_en.html</a><br>
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Ein weiterer Beitrag:<br>
Kritik an deutschen Industrieablegern vor Lateinamerikagipfel<br>
Thomas Aders, ARD Rio de Janeiro<br>
[tagesthemen 22:15 Uhr, 15.05.2008]<br>
<a class="moz-txt-link-freetext" href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video318990.html">http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video318990.html</a><br>
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In Brasilien werden die betroffenen Fischer durch regionale Umwelt- und
Menschenrechtsgruppen unterstützt; darunter auch PACS. <br>
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Kontaktorganisation/Ansprechpartner:<br>
Sandra Quintela (PACS) - Anfragen auf deutsch möglich!<br>
<a class="moz-txt-link-abbreviated" href="mailto:sandraq@pacs.org.br">sandraq@pacs.org.br</a><br>
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2. Abschlußdeklaration (Übersetzung) Seminar gegen Thyssen-Krupp - Vale
do Rio Doce:<br>
“Stahlwerkkomplex in Sepetiba: Entwicklung wofür? Für wen?<br>
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Während dem 27. und 28. Juni 2008 trafen sich, in den Räumlichkeiten
der Kirche Nossa Senhora do Desterro in Campo Grande Rio de Janeiro,
Organisationen und AktivistInnen, die Tradition des populären Kampfes
und Widerstandes aufrechterhaltend, um die Auswirkungen des Baus eines
Stahlwerks im westlichen Gebiet von Ro de Janeiro durch die vom
Konsortium „Thyssen Krupp-Vale Rio Doce“ gegründete atlantische
Stahlwerkgesellschaft (Companhia Siderúrgica do Atlântico, im folgenden
CSA genannt) und die existierenden Alternativen für eine soziale,
wirtschaftliche und umweltgerechte Entwicklung der Region zu
diskutieren.<br>
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Wir protestieren, weil die Einrichtung der CSA schwere soziale und
wirtschaftliche Auswirkungen nach sich zieht und irreversible
Umweltschäden verursacht, dies alles unter dem Deckmantel eines
kapitalistischen, ausgrenzenden und trügerischen „Entwicklungsmodell“,
das keine der Versprechen von Fortschritt und Arbeitsplatzbeschaffung
erfüllt, und die Lebensbedingungen und Gesundheit der Bevölkerung
schädigt. Das Projekt wurde mit der Komplizenschaft der Bundes-,
Landes- und Gemeinderegierungen ermöglicht. Die vorgesehene Produktion
ist vollständig auf den Export ausgerichtet, ohne dass die
sozialwirtschaftlichen Kosten in Betracht gezogen werden. Es ist
schlussendlich die Gesellschaft, die die Kosten tragen muss. Laut der
Anzeige, aufgenommen von der Bundesstaatsanwaltschaft, ist die
Bewilligung in Bezug auf die Umweltverträglichkeit regelwidrig erteilt
worden. Mit dem vielversprechenden Synonym „Entwicklung“ und mit dem
Versprechen von Arbeitplatzbeschaffung wird die Arbeit und Lebensweise
von mehr als 8.000 Fischern und deren Familien (mehr als 40.000
Menschen), die an der Sepetiba-Bucht leben, durch die Gefährdung der
Fischerei und Umwelt direkt bedroht. Das Unternehmen hat schon
unzählige Unfälle, Verschwinden und Todesfälle von Arbeitern
verursacht. Ausserdem gibt es Fälle von Gewaltandrohungen und
psychologischem Druck, Morddrohungen und Gerichtsprozesse gegen
führende AktivistInnen.<br>
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Das Projekt von CSA wird mit veralteten und schmutzerzeugenden
Technologien realisiert, die in Industrieländern wie Deutschland nicht
mehr zugelassen sind und nur in politisch „schwachen“ Ländern wie
Brasilien toleriert werden. Der Bau des Stahlwerks ist kein isoliertes
Projekt, sondern Teil einer breiten Strategie der Konsolidierung einer
kontinentalen Infrastruktur in die auch das Projekt PAC und die
südamerikanische Inititative IIRSA eingebunden sind. Sie werden zwar in
Brasilien mit öffentlichen Geldern (Fundus der brasilianischen
Entwicklungsbank BNDES und Steuerbefreiungen) finanziert, doch
zugunsten des Grosskapitals, der transnationalen Konzerne sowie der
Verbraucher der nördlichen Hemisphäre, anstatt die Bedürfnisse der
Bevölkerung zu erfüllen. Somit legitimiert der brasilianische Staat die
Fortsetzung sozialer Ungleichheiten und die Kriminalisierung sich im
Widerstand engagierenden sozialen Bewegungen und Organisationen.<br>
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Das Konsortium „Thyssen Krupp – Vale do Rio Doce“ verbreitet
Unwahrheiten und irreführende Propaganda in der Bevölkerung, vor allem
bei den Bewohnern der Sepetiba-Bucht, wenn es sagt, dass die CSA
Entwicklung in die Region bringt.<br>
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Wir akzeptieren nicht als „Entwicklung“- die umweltschädlichen
Auswirkungen der Aushebung von 20 Millionen Kubikmeter mit
Schwermetallen belasteten Schlamm, der von der in Konkurs gegangenen
„Inga Mercantil Gesellschaft“ stammt, und ohne entsprechende
Vorsichtsmassnahmen mit Einverständnis der Umweltbehörden am unteren
Rand der Sepetiba-Bucht vergraben werden soll.<br>
Wir akzeptieren nicht als „Entwicklung“- die Zerstörung der Mangroven
und die Vernichtung der Mannigfaltigkeit der Biosphäre in einem
permanent geschütztem Gebiet.<br>
Wir akzeptieren nicht als „Entwicklung“- ein Projekt das die Imigration
chinesicher Arbeitskräfte sowie ArbeiterInnen aus den ärmsten Regionen
Brasiliens vorsieht, die nur niedrige Arbeitslöhne erhalten und unter
riskanten und gefährlichen Arbeitsbedingungen leben müssen.<br>
Wir akzeptieren nicht als „Entwicklung“- einen Eingriff, der
Fischsterben und Meerprivatisierung verursacht, die Produktionskette
handwerklicher Fischerei zestört, sowie die Fischer - Symbole dieser
lokalen traditionellen Wirtschaft - zu „Umweltflüchtlingen“ macht.<br>
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Die Auswirkungen dieses Entwicklungsmodells betreffen nicht nur die
Fischer, sondern die gesamte örtliche Gesellschaft, vor allem die
Frauen und die Ärmsten. Die Region lebt traditionel von der Fischerei
und vom ökologischen und Wassersport Tourismus. Durch die Realisierung
der CSA wird das westlichen Gebiet von Rio de Janeiro in eine
Industrieregion, wie zum Beispiel Cubatão in São Paulo, und die
Sepetiba-Bucht in eine industrielle Mülldeponie verwandelt. Wir müssen
unsere schon bestehenden Widerstandskräfte nocheinmal verstärken, um zu
zeigen, dass der Tot unserer Fischergenossen Carlos Alberto (Bebeto)
und Josiel da Silveira Pimentel nicht umsonst waren und zusammen ein
Entwicklungsmodell aufbauen, das eine Lebensgrundlage mit Integration
der Natur bietet.<br>
Unterschriften:<br>
AAPP – Associação de Agricultores e Pescadores da Pedra de Guaratiba<br>
Ação Social de Vila Benedita – Itacuruçá;<br>
Aerocine <br>
Amaba <br>
AMAS Associação de. Moradores Areal Sepetiba<br>
Apescari – Associação de Pescadores do Canto do Rio<br>
Arqueiros – Associação Água Marinha<br>
Associação de Moradores no Areal de Sepetiba<br>
Caminhos de Luz<br>
Campo – Centro de Apoio ao Movimento Popular<br>
CISA – Centro de Integração Sementes do Amanhã<br>
Comissão de Revitalização de Sepetiba – Cores<br>
Comitê Popular de Mulheres<br>
Cultura Elizabeth Teixeira<br>
Ecology<br>
Emescam<br>
Gama<br>
FAMB<br>
Fapesca<br>
Força de Mulheres Trabalhadoras de Nova Sepetiba<br>
Fórum Carajás<br>
Fórum do Meio Ambiente do Trabalhador<br>
GDASI<br>
Grupo Carioca Tem Arte<br>
Grupo Fé e Política de Sepetiba Padre André<br>
Grupo Vitória em Ação<br>
IESA-AP<br>
Igreja Batista de Itacuruçá<br>
Marcha Mundial de Mulheres<br>
Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra - MST<br>
Nucleo de Estudos Urbanos/FEUC<br>
Ong Sara<br>
PACS - Instituto Politicas Alternativas para o Cone Sul<br>
Pastoral do Trabalhador<br>
Quilombo da Marambaia<br>
Rede Brasileira de Justiça Ambiental<br>
SEPE – Nossa Senhora das Graças – RJ<br>
União Brasileira de Mulheres – Mangaratiba<br>
Colônia de Pescadores Z15<br>
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3. PM von Rettet den Regenwald (12.05.08):<br>
Deutscher Stahlkonzern verseucht Meeresbucht in Brasilien/Einheimische
klagen<br>
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Der Autokonzern General Motors lobte vor kurzem den deutschen
Stahlriesen ThyssenKrupp als seinen besten Stahllieferanten 2007 und
verlieh ihm die Auszeichnung „Best of the Best“. Die letzten Fischer
der Bucht von Sepetiba vor den Toren Rio de Janeiros sehen das anders.
Für sie ist ThyssenKrupp „the Worst of the Worst“. Sie klagen den
Stahlkonzern wegen massiver Umweltverschmutzung und Verletzung der
Menschenrechte an.<br>
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Seit September 2006 baut ThyssenKrupp an einem neuen rund drei
Milliarden Euro verschlingenden Riesenstahlwerk in Sepetiba. Die
ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico wird zwar erst
voraussichtlich im kommenden Jahr fertig sein und 3.500 Arbeitsplätze
schaffen, doch bereits während der Bauphase habe es die Existenz der
über 8.000 Fischer und ihrer Familien faktisch zunichte gemacht. So die
Klage von lokalen Bürgerinitiativen und Menschenrechtsgruppen, die
bereits seit vergangem Jahr gegen den Stahlkonzern vor Gericht klagen.
Am 13. Mai werden sie den Fall ThyssenKrupp nun auch vor das ständige
Tribunal der Völker (TPP) im peruanischen Lima bringen.<br>
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Dank ThyssenKrupp sei das Fischen in der Bucht unmöglich geworden. Der
Fischbestand sei extrem zurückgegangen und der wenige Rest mit
Schwermetallen belastet. „Das Stahlwerk entsteht innerhalb eines
Naturschutzreservats, in dem die Fische der Bucht laichen und
heranwachsen“, erläutert Ivo Siqueira Soares, Präsident der Vereinigung
der Fischer von Pedra de Guaratiba. Zum einen vernichtete ThyssenKrupp
während der Bauarbeiten vier tausend Quadratmeter für die
Meeresökologie wichtigen Mangrovenwald. Zum anderen setzten das
Ausbaggern des Fahrrinne und des vorgesehenen Hafenbeckens mit seinem
vier Kilometer langen Pier für Riesenfrachtschiffe hochgiftgen mit
Schwermetallen belasteten Abraumschlamm eines früheren Minenbetriebs
(Ingá Mercantil) frei, der nun das Meeresökoystem und insbesondere
biologisch empfindliche Teile der Bucht verseucht. Siqueira Soares:
„Dies vertreibt die Fische und vergiftet sie mit Cadmium und Zink.“ Die
Hafenanlagen entstünden ausserdem exakt in dem Teil der Bucht, wo die
Fischer früher die besten Fänge hatten.<br>
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Laut Rechtsanwalt Victor Mucare, der die Vereinigung der traditionellen
Fischer Rio de Janeiros vertritt, sei ThyssenKrupps CSA klar
verantwortlich für die durch die Bauarbeiten entstandenen ökologischen
und sozialen Schäden in der Region, wobei bestehende
Umweltschutzgesetze verletzt oder gar nicht umgesetzt wurden. Die
Umweltschuzbehörde IBAMA habe zwar vergangenen Dezember aufgrund der
Klagen der Fischer und der klar sichtbaren, verbotenen
Mangrovenabholzung einen Baustopp gegen die CSA verhängt. Doch diese
IBAMA-Anweisung wurde nicht umgesetzt, und die Bauarbeiten liefen
unabhängig davon weiter.<br>
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Die schon seit zwei Jahren gegen das Stahlwerkprojekt vergebrachten
Klagen der Fischer und Umweltschützer Rio de Janeiros kümmerte bisher
weder den Vorstand der ThyssenKrupp AG noch den brasilianischen
Staatspräsidenden. Luiz Inácio Lula da Silva besuchte erst vergangenen
Februar die Baustelle der CSA Siderúrgica do Atlântico. Präsident Lula
lobte dabei „die große Einsatzbereitschaft und hohe Kompetenz der über
10.000 Arbeiter auf der Baustelle und der 600 Mitarbeiter von
ThyssenKrupp CSA.“ Und ThyssenKrupp-Vorstand Karl-Ulrich Köhler
ergänzte: „Das 3 Mrd Euro teure Werk wird eine stabile Basis für die
Fortsetzung dieser exzellenten Beziehungen sein.“ Lob für ThyssenKrupp
gab es ebenso von Rio de Janeiros Bürgermeister Cesar Maia:
“ThyssenKrupp CSA gebührt Dank hierfür und Rio de Janeiro darf sich zur
Ansiedlung dieses Unternehmens beglückwünschen.”<br>
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Auch auf der offiziellen Website von ThyssenKrupp CSA findet sich kein
Wort über die Klagen der Fischer von Sepetiba. Stattdessen ist zu
lesen: „Die Auslegung des Werks orientiert sich an modernster
Technologie und an höchsten Umweltstandards. ThyssenKrupp CSA hält
nicht nur die in Brasilien geltenden Umweltschutzrichtlinien ein,
sondern die weitaus schärferen europäischen Vorgaben. Für ThyssenKrupp
Steel ist das neue Stahlwerk ein Jahrhundertprojekt. Und der Schlüssel
für eine Vorwärtsstrategie, die das Unternehmen in eine dauerhaft
erfolgreiche Zukunft führt.“ Für die Familien, die seit Generationen
vom Fischfang in der Bucht von Sepetiba leben, scheint jedoch die
Zukunft als Fischer dauerhaft vernichtet zu sein!<br>
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Bisher unterstützen zehn regionale Umwelt- und Menschenrechtsgruppen
die Fischer von Sepitiba. Bereits Anfang 2006 warnten sie vor der
Verwirklichung des Stahlwerk- und Hafenprojektes des deutschen
Stahlriesen und fordern nun den Stopp der Bauarbeiten sowie finanzielle
Entschädigungen.<br>
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Auch Kathrin Buhl von der in Sao Paulo ansässigen Rosa
Luxemburg-Stiftung ist auf der Seite der Fischer von Sepitiba.
„ThyssenKrupp verlezt die Menschenrecht hier in Brasilien und zerstört
die Umwelt“, so Kathrin Buhl, die hofft, dass nun auch deutsche
Gewerkschaften, Politiker und Umweltschutzgruppen die Fischer in ihrem
Kampf gegen Deutschlands größten Stahlkonzern unterstützten.<br>
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Das neue Stahlwerk und der Stahlexporthafen von Sepetiba sind nur eines
von mehreren gigantischen Rohstoffexport- und Hafenprojekten in
Brasilien. Bei lokalen Bevölkerungen und Umweltschützern umstrittene
Exporthäfen und Industriekomplexe sollen beispielsweise an der Küste
Sao Paulos bei Peruibe, sowie in Bahia bei Ilheus oder auch in Ceará
entstehen. Ursache ist sowohl der von der Regierung Lula
vorangetriebene Biotreibstoffboom sowie die forcierte Ausbeutung der
mineralischen Rohstoffe wie Bauxit (Aluminium), Eisenerze und Uran.
Deshalb ist die brasilianische Regierung auch gerade dabei, die
industrielle Ausbeutung der noch ungehobenen Bodenschätze in den
bereits demarkierten Indianerreservaten zu legalisieren.<br>
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Norbert Suchanek, Rio de Janeiro<br>
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Diese einheimischen Vereinigungen und Organisationen klagen
ThyssenKrupp an:<br>
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CONFAPESCA (Confederação das Federações de Pesca do Brasil)<br>
FAPESCA (FAPESCA, Federação das Associações dos Pescadores Artesanais
do Estado do Rio de Janeiro)<br>
Fórum de Meio Ambiente e Qualidade de Vida do Povo Trabalhador da Zona
Oeste e da Baía de Sepetiba<br>
AAPP-GUARATIBA (Associação de Pescadores Cercadeiros de Pedra de
Guaratiba) -<br>
ABIT (Associação de Barqueiros de Itacuruçá)<br>
APESCARI (Associação de Pescadores Canto dos Rios)<br>
AMACOR (Associação de Maricultores de Coroa Grande)<br>
Colônia de Pescadores da Pedra de Guaratiba (Z 14)<br>
Colônia de Pescadores de Sepetiba (Z 15)<br>
SEPE Santa Cruz<br>
VERDEJAR Proteção Ambiental e Humanismo<br>
Rede Alerta contra o Deserto Verde Fluminense<br>
APELT (Associação de Pescadores Artesanais Livres de Tubiacanga/Ilha do
Governador)<br>
Movimento dos Pescadores Artesanais Sem Mar (MSM - Movimento dos Sem
Mar) MST (Movimento Sem Terra)<br>
Rede Contra a Violência<br>
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