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Poonal Nr.803
Deutsche Ausgabe des wöchentlichen Pressedienstes lateinamerikanischer
Agenturen
vom 23.6. bis 29.6.2008
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
erst vor ein paar Tagen haben wir angekündigt, dass Sie den Poonaldienst
zukünftig immer sonntags im Postfach haben werden. Und schon beim ersten
Mal ging es daneben. Unser Programmierer tut jetzt sein Bestes, damit es
beim nächsten Mal klappt.
INHALT
MEXIKO
- Frauenrechtsorganisation erstattet Anzeige wegen Morddrohungen
- PEMEX - Privatisierung: Regierung will nichts von Volksbefragung wissen
GUATEMALA
- Vertreibung von Maya-Familien an der Grenze zu Mexiko
HONDURAS – PARAGUAY
- Auslieferungsabkommen mit Lücken
PUERTO RICO – USA
- Druck für eine Unabhängigkeit Puerto Ricos wächst
KOLUMBIEN – USA - VENEZUELA
- USA errichten Militärstützpunkt in Kolumbien
MEXIKO
Frauenrechtsorganisation erstattet Anzeige wegen Morddrohungen
(Mexiko-Stadt, 16. Juni 2008, cimac-poonal).- Anfang Juni haben zwei
Mitglieder der Frauenrechtsorganisation Unsere Töchter sollen nach Hause
zurückkehren NHRC (Nuestras Hijas de Regreso a Casa) Anzeige bei der
Sonderstaatsanwaltschaft für Straftaten gegen Frauen und Menschenhandel
in Mexiko-Stadt und Ciudad Juárez gestellt. Wie ihre Anwältin Karla
Michel Salas bekannt gab, hatten Marisela Ortiz und Marilú Andrade
Morddrohungen erhalten. Die Morddrohungen gegen beide Aktivistinnen der
Organisation, die sich für die Aufklärung der Frauenmorde von Ciudad
Juárez einsetzt, hatten im Mai nach der mexikanischen Uraufführung des
Films Bordertown (Verdades que matan) begonnen (siehe Poonal Nr. 801).
In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Cimac teilte Salas
mit, sie habe die Sonderstaatsanwältin Guadalupe Morfín um eine
umfassende Untersuchung der Drohungen ersucht. Neben Gutachten habe sie
auch den Einsatz von „Sofort-Mechanismen“ verlangt, die eine
unverzügliche und schlagkräftige Reaktion der bundesstaatlichen und
gesamtmexikanischen Behörden in solchen Fällen ermöglichen sollten.
Salas gab außerdem bekannt, dass das mexikanische Außenministerium bei
der Interamerikanischen Menschenrechtskommission CIDH wegen der
Morddrohungen um Schutzmaßnahmen für die Mitglieder der Organisation
NHRC ersucht habe.
Auch Marisela Ortiz, die Vorsitzende von Nuestras Hijas de Regreso a
Casa, rief die Sonderstaatsanwaltschaft eindringlich auf,
Schutzmaßnahmen zu ergreifen, da die Einschüchterungsversuche gegen die
Aktivistinnen andauerten. Zwar seien dies nicht die ersten Drohungen
gegen die Organisation gewesen. In diesem Fall gingen sie jedoch auf
ihren Einsatz für den Film Bordertown und die Unterstützung für Aktionen
von amnesty international zurück.
„Es fällt schwer, Vertrauen zu haben; nichts gibt uns das Gefühl von
Sicherheit. Wenn das Leben in Juárez schon wegen der alltäglichen Gewalt
unsicher ist, verdoppelt sich das Risiko für uns und unsere
Familienangehörigen durch unsere Tätigkeit noch“, so Ortiz. Trotz der
„Ankündigungen”, so versicherte sie, werde die Organisation ihre 2001
begonnene Arbeit in keiner Weise einschränken. Nuestras Hijas de Regreso
a Casa werde auch weiterhin den Familienangehörigen der ermordeten und
verschwundenen Frauen helfen, auch wenn sie gezwungen gewesen seien,
ihre Büroräume zu verlassen.
Die Aktivistin rief alle Feministinnen, Menschenrechtsorganisationen und
die Zivilgesellschaft dazu auf, die Geschehnisse in Ciudad Juárez zu
verfolgen und die nach wie vor gegen die Frauen ausgeübte Gewalt in der
Grenzregion nicht herunterzuspielen.
Von der Interamerikanischen Menschenrechtskommission werden zur Zeit
zwei Fälle von Frauenmord untersucht, die im März 2006 aufgenommen
worden waren: der von Silvia Arce, verschwunden im Jahr 1998, und der
von Paloma Angélica Escobar, ermordet im Bundesstaat Chihuahua im März
2002. Zwei Beschwerden warten derzeit noch auf eine Annahme: die 2002
vorgelegten Fälle von Lilia Alejandra Andrade und Silvia Elena Rivera.
Auch beim Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte wird
derzeit ein erster Feminizid-Fall verhandelt. In dem im November letzten
Jahres angenommenen Verfahren geht es um drei Frauen, die in der Nähe
von Ciudad Juárez ermordet aufgefunden worden waren.
MEXIKO
PEMEX - Privatisierung: Regierung will nichts von Volksbefragung wissen
Von Gerold Schmidt, Mexiko-Stadt
(Berlin, 11. Juni 2008, npl).- Marcelo Ebrard wusste genau um den Effekt
seiner Initiative. Ende Mai kündigte der oppositionelle Bürgermeister
Mexico-Stadts von der linksmoderaten Partei der Demokratischen
Revolution (PRD) eine Volksbefragung über die Zukunft des staatlichen
Ölkonzerns Pemex und der mexikanischen Erdölindustrie an. Seitdem gibt
es zum Teil wütende und zunehmend nervöse Reaktionen der konservativen
Bundesregierung unter Präsident Felipe Calderón und der Regierungspartei
der Nationalen Aktion (PAN).
Ebrard und die PRD strebten „Chaos und Gewalt“ an, so der
PAN-Vorsitzende Germán Martínez. Der Vorstoß sei verfassungswidrig,
heißt es aus dem Innenministerium. Und der von der Regierung eingesetzte
Pemex-Direktor erklärt, das Thema sei zu kompliziert als dass die
Bevölkerung darüber eine Meinung abgeben könne. Hintergrund des heftigen
Echos: In der seit Monaten andauernden öffentlichen Debatte um eine
weitere Öffnung der mexikanischen Erdölindustrie gegenüber dem vor allem
internationalen Privatkapital gerät die Regierung derzeit zunehmend in
die Defensive.
Im Frühjahr brachte Präsident Calderón eine im Stillen vorbereitete
Energiereform im Parlament ein, die von seinen Gegnern als
„verschleierte Privatisierung“ von Pemex und der nationalen
Erdölvorkommen interpretiert wird. Der Präsident setzte offenbar darauf,
die Reform ohne größere Verzögerung zusammen mit der Revolutionären
Institutionellen Partei (PRI), der zweiten großen Oppositionspartei, auf
deren Stimmen er angewiesen ist, durchzuziehen. Mit einer wochenlangen
Besetzung der Tribünen in Senat und Abgeordnetenhaus erreichte die PRD
jedoch das Zugeständnis einer zweimonatigen öffentlichen Diskussion und
Expertenanhörung im Parlament.
Diese begann Mitte Mai. Dabei gelang es dem Regierungslager bisher
nicht, mehr Anhänger für ihre Privatisierungsreformen zu gewinnen. Im
Gegenteil: Auch in der PRI mehren sich die Stimmen, auf Distanz zum
Entwurf des Präsidenten zu gehen. Angesichts von Erdöleinnahmen, die
derzeit mehr als das Doppelte der im Staatshaushalt dafür angesetzten
Summe betragen, bekommt zudem das Argument der PRD-Opposition, der
zweifellos marode Staatskonzern Pemex könne aus eigener Kraft saniert
werden, verstärktes Gewicht. Auch für den Bau neuer Raffinerien und
teure sowie technisch aufwändige Hochseebohrungen brauche man keine
Kapazitäten der Privatwirtschaft, argumentieren die Gegner von Präsident
Calderón. Die Bevölkerung interessiert sich wie von der PRD beabsichtigt
in zunehmendem Maße für die Diskussion. Nach wie vor ist Umfragen nach
für die Mehrheit der MexikanerInnen die 1938 verstaatlichte
Erdölindustrie ein Symbol nationaler Souveränität, das in seinen
Grundfesten nicht angerührt werden darf.
Die Nervosität in der PAN forderte ein erstes politisches Opfer. Am
Montag dieser Woche zwang die Parteiführung den Vorsitzenden ihrer
Senatsfraktion zum Rücktritt. Unter anderem hieß es, dieser habe die
PAN-Positionen zur Energiereform nicht ausreichend in der Öffentlichkeit
darstellen können. Unterdessen geht die Vorbereitung der für den 27.
Juli vorgesehenen Volksbefragung weiter. Die PRD will sie nicht nur auf
ihre Hauptstadt-Bastion beschränken, sondern zumindest auf alle von ihr
regierten Kommunen im ganzen Land ausdehnen. In einigen mexikanischen
Bundesstaaten könnte sie dabei auch mit PRI-Regierungen zusammen
arbeiten. Damit gewinnt der Vorschlag von Mexiko-Stadts Bürgermeister an
Eigendynamik. Formalrechtlich ohne Bedeutung, könnte die Befragung am
Ende mitentscheidend dafür sein, die Regierung zum zumindest
vorübergehenden Rückzug bei ihren Privatisierungsbestrebungen zu zwingen.
GUATEMALA
Vertreibung von Maya-Familien an der Grenze zu Mexiko
(Fortaleza, 16. Juni 2008, adital).- Die landesweite Koordination der
Indígenas und Bauern Guatemalas CONIC (Coordinadora Nacional Indígena y
Campesina) hat am 13. Juni die gewaltsame Vertreibung von 125 Familien
der Ethnie Maya an der Grenze zum Lakandonischen Regenwald in Mexiko
angeklagt. Die Menschen würden vertrieben, weil man angeblich die
Naturschutzgebiete dort bewahren wolle. Die Organisation ruft dazu auf,
Solidarität mit den Vertriebenen zu üben. Sie bräuchten nun vor allem
Lebensmittel und Kleidung.
Die Vertreibung fand am 12. Juni statt. 100 Soldaten, 400 Polizisten und
100 Mitarbeiter der staatlichen Schutzgebietsbehörde CONAP (Consejo
Nacional de Áreas Protegidas de Guatemala) drangen in die Maya-Gemeinden
ein. Bei der Vertreibung wurden Kleidung, Werkzeuge, Essen und Vorräte
der Menschen verbrannt, es wurden mehr als 250 Tränengasgranaten eingesetzt.
Nach Angaben der CONIC wurden bei dem Einsatz zwei Frauen verletzt,
nachdem sie von Tränengasgranaten getroffen wurden. Zwei Männer seien
von der Polizei und den Soldaten durch Machetenhiebe schwer verletzt
worden, so die Organisation. Vier Personen seien festgenommen worden und
befänden sich im Gefängnis von San Benito in der Region Petén.
„Für die Maya-Gemeinden ist die Argumentation mit den ‘Schutzgebieten’
ein juristischer Vorwand, um die Vertreibung zu rechtfertigen und uns
das Land wegzunehmen. Danach beuten transnationale Unternehmen die
natürlichen Ressourcen aus. Und das geschieht mit der Einwilligung der
Behörden”, so die CONIC. Die Organisation fordert vom guatemaltekischen
Präsident Álvaro Colom die sofortige Freilassung der vier Verhafteten.
Zudem fordert CONIC die Einrichtung einer Kommission, die aus
VertreterInnen der Regierung, der Ombudsstelle für Menschenrechte, des
Ministeriums für landwirtschaftliche Angelegenheiten, der CONAP sowie
der CONIC bestehen soll, um sich mit der Problematik zu befassen. Die
125 betroffenen Maya-Familien sollen entschädigt und die
Verantwortlichen für die übermäßig brutale Polizeiaktion bestraft werden.
HONDURAS – PARAGUAY
Auslieferungsabkommen mit Lücken
(Buenos Aires, 17. Juni 2008, púlsar).- Das am 16. Juni abgeschlossene
Auslieferungsübereinkommen zwischen Honduras und Paraguay wird keine
garantierte Auslieferung des ehemaligen paraguayischen Innenministers,
Sabino Augusto Montanaro, zur Folge haben. Montanaro, der unter dem
paraguayischen Putschisten und Diktator Alfredo Strössner arbeitete,
flüchtete 1989 in die honduranische Hauptstadt Tegucigalpa. Dort lebt er
im Reichenviertel Lomas del Guijarro im Norden der Stadt. Montanaro
flüchtete aus Paraguay, nachdem Strössner gestürzt worden war und
Montanaro selbst wegen Menschenrechtsverbrechen wie Folter und
Verschwindenlassen im Rahmen der sogenannten Operation Condor
beschuldigt wurde.
Paraguay hatte mehrmals die Auslieferung des Ex-Ministers verlangt, doch
Honduras verweigerte dieses Anliegen, weil kein gültiges
Auslieferungsabkommen zwischen den Ländern bestand. Nun haben beide
Länder ein solches Abkommen unterzeichnet. Es hat eine Laufzeit von fünf
Jahren. Sie verlängert sich automatisch, wenn keines der beiden Länder
sich dagegen ausspricht.
Der Vizeaußenminister Eduardo Enrique Reina erklärte, dass „sich die
beiden Länder mit diesem Abkommen gegenseitig dazu verpflichten,
strafrechtlich verfolgte Personen an das andere Land zu übergeben”. Er
wies jedoch darauf hin, dass “das Abkommen die Auslieferung aufgrund von
politischen Rechtsverletzungen ausschließt, was Montanaro zugute kommt”.
Das gilt selbst dann, wenn die Anklage auf Verbrechen gegen die
Menschlichkeit lautet.
PUERTO RICO – USA
Druck für eine Unabhängigkeit Puerto Ricos wächst
(Fortaleza, 10. Juni 2008, adital).- Die puertoricanische
Unabhängigkeitsbewegung Hostosiano hat am 9. Juni vor dem
Dekolonialisierungskomitee der UNO gefordert, dass die Situation Puerto
Ricos in der Generalversammlung der UNO behandelt werden solle. Diese
Aufforderung wurde von den 117 blockfreien Staaten in der UNO
unterstützt. Auch der Gouverneur Puerto Ricos, Aníbal Acevedo Vilá,
sowie Senatspräsident Kenneth McClintock und der Präsident des
Abgeordnetenhauses José Aponte sind mit der Aufforderung einverstanden.
Sie erkennen den kolonialen Charakter von Puerto Rico, das mit den USA
assoziiert ist, an.
Der Antrag der blockfreien Staaten wurde von Kubas Botschafter Rodrigo
Malmierca vorgebracht, der z.Zt. den Vorsitz der Blockfreien inne hat.
Malmierca unterstrich, die Blockfreien forderten “das Recht auf
Selbstbestimmung und die Unabhängigkeit” für Puerto Rico. Die
puertoricanische Unabhängigkeitsbewegung brachte vor dem UN-Komitee vor,
dass man besorgt sei über die aktuelle Gewaltwelle. Diejenigen, die für
die Unabhängigkeit Puerto Ricos einträten, würden bedroht und
eingeschüchtert. Sie wandten sich auch gegen die Angriffe auf
VertreterInnen der Presse sowie die schlechten Haftbedingungen für die
politischen Gefangenen Oscar López, Carlos Alberto Torres und Avelino
González Claudio. “Seit wir das letzte Jahr vor dieses Komitee getreten
sind, erleidet Puerto Rico eine von den USA angeführte
Destabilisierungsoffensive. Man wendet sich gegen das Recht Puerto Ricos
auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Erhöht haben sich die
Verfolgungen gegenüber Mitgliedern der Unabhängigkeitsbewegung, das
Ausrauben archäologischer Stätten und der Raub von natürlichen
Ressourcen. Zudem wird unsere Ernährungssouveränität untergraben”, so
Héctor Sevillano von der Unabhängigkeitsbewegung.
Laut der Bewegung mische sich die Regierung der USA in Wahlen Puerto
Ricos ein und missachte die Gesetze des Landes. Von daher brauche man
die Unabhängigkeit. Die USA sollten auch all die durch
Militärübungsplätze verseuchten Landstriche, wie in Vieques und Ceiba,
säubern und an Puerto Rico zurück geben. Auf ihrem 2006 abgehaltenen
Gipfeltreffen forderten die blockfreien Staaten die USA auf, “die
Verantwortung für einen Prozess zu übernehmen, der es den
PuertoricanerInnen erlaubt, ihr anerkanntes Recht auf Unabhängigkeit zu
verwirklichen”. Seit 1972 versuchen PuertoricanerInnen, die
Unabhängigkeit ihres Landes – das seit 110 Jahren unter Oberhoheit der
USA steht – zu verwirklichen. Bis 1953 wurde das Thema noch in der
UN-Generalversammlung diskutiert, doch dann gelang es den USA, das Land
mit der Konstruktion, es sei ein “frei assoziierter Staat” und besäße
eine Form von Autonomie, von der Liste der noch kolonialisierten
Territorien streichen zu lassen.
KOLUMBIEN – USA - VENEZUELA
USA errichten Militärstützpunkt in Kolumbien
(Fortaleza, 18. Juni 2008, adital-poonal).- Der ehemalige venezolanische
Vizepräsident José Vicente Rangel erklärte am 15. Juni, die Vereinigten
Staaten hätten im kolumbianischen Departement La Guajira mit dem Bau von
Landebahnen für einen Militärstützpunkt begonnen. Im Mai hatte der
venezolanische Präsident Hugo Chávez vor der Errichtung eines
US-amerikanischen Stützpunktes nahe der Grenze zu Venezuela gewarnt. Er
sagte damals, sollte Kolumbien den Stützpunkt in der Guajira zulassen,
werde er das Territorium der Halbinsel La Guajira zurückfordern, das
Chávez zufolge einmal venezolanisches Gebiet gewesen sei. Nun wird eine
Stellungnahme des kolumbianischen Präsidenten erwartet.
Der US-Stützpunkt soll die Militärbasis in Manta ersetzen, für welche
die ecuadorianische Regierung den im November 2009 auslaufenden Vertrag
nicht verlängert hatte. Die Errichtung der Militärbasis stellt eine
erneute US-amerikanische Einmischung in die Souveränität der
lateinamerikanischen Staaten dar. Die USA unterhalten derzeit
Stützpunkte in Guantánamo (Kuba), Atuba (Curaçao), Manta (Ecuador),
Comalapa (El Salvador), Comayagua (Honduras) sowie den Militärflugplatz
in Mariscal Estigarribia (Paraguay).
In diesen Kontext passt auch die Reaktivierung der Vierten Flotte der
US-Kriegsmarine zum 1. Juli 2008. Sie wird die Gewässer vor den
lateinamerikanischen Küsten kontrollieren. Hauptstützpunkt wird der
Hafen der Stadt Mayport in Florida sein. Dem US-Verteidigungsministerium
zufolge werde sich die Vierte Flotte, die nur in den 1940er Jahren aktiv
war, dem „Kampf gegen den Terrorismus“ und gegen „illegale Aktivitäten“
widmen. Doch selbst das Pentagon bezeichnete die Flotte außerdem als
eine „Botschaft“ an Venezuela und die anderen Länder der Region. Auch
für BeobachterInnen handelt es sich dabei um eine Reaktion auf das
Erstarken von Volksregierungen in Lateinamerika, die sich gegen die
Hegemonie der Vereinigten Staaten wehren.
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