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Poonal Nr. 789
Deutsche Ausgabe des wöchentlichen Pressedienstes
lateinamerikanischer Agenturen vom 27. November 2007
MEXIKO
Regierung will Grenzkontrollen im Süden verschärfen
GUATEMALA
GuatemaltekInnen in den USA besorgt über vermehrte Abschiebung ihrer
Landsleute
Landarbeiter und Indigene fordern die neue Regierung zu Verbesserungen auf
HAITI
Kampagne für Staatsbürgerschaft
KOLUMBIEN-ECUADOR
Mehr als 1.600 Frauen in fünf Jahren vergewaltigt
PERU
Repräsentantenhaus der USA verabschiedet Freihandelsabkommen mit Peru
BRASILIEN
Regierung beklagt zu hohe US-Agrarsubventionen
Ãberlebende des Eldorado-Massakers erhalten Entschädigung
URUGUAY
Weitere Polizisten und Militärs wegen Verschleppung angeklagt
LATEINAMERIKA
UNAIDS: Zahl der Fälle von HIV/AIDS in Lateinamerika konstant
MEXIKO
Regierung will Grenzkontrollen im Süden verschärfen
(Buenos-Aires, 20. November 2007, púlsar).- Die Bevollmächtigte der
mexikanischen Migrationsbehörde (Instituto Nacional de Migración de
México), Cecilia Romero Castillo, gab am 20. November den Regierungsplan
bekannt, die Kontrollen an der südlichen Grenze zu Guatemala und Belize
zu verstärken. Die Initiative werde durch US-Mittel gefördert.
Laut der mexikanischen Tageszeitung La Jornada beabsichtigt die
Regierung, an der südlichen Begrenzung des Landes neue Regulierungen und
Migrationskontrollen einzurichten. Dies geschehe auf Grundlage einer
Budgeterhöhung für den Sektor und mit finanzieller Unterstützung durch
die USA im Rahmen der Initiative Mérida.
Demnach soll ab 2008 eine mehrjährige Erfassung von Personendaten
eingeführt werden, durch die es Tagesbesuchern erlaubt wird, sich auf
mexikanischem Gebiet innerhalb eines Radius von 100 Kilometern zu bewegen.
Diese Erlaubnis beinhalte jedoch keine Amnestie oder Verrechtlichung bei
einem ungeklärten Status von ImmigrantInnen, sondern lediglich die
Aushändigung von gültigen Dokumenten für den temporären Gebrauch.
Nach Aussagen von La Jornada sagte Romero Castillo, hinter der
Initiative stehe ein bilaterales Kooperationsabkommen mit den USA. Die
von den USA bereitgestellten Gelder dienten dabei der Einrichtung von
mehr Kontrollposten an der Südgrenze Mexikos und seien Teil des
sogenannten SIOM-Systems zur Erfassung von Personendaten (Sistema
Integral de Operaciones Migratorias).
Romero Castillo rechtfertigte die Verschärfung Kontrollen damit, dass
rechtlich betrachtet Personen ohne Papiere kein Recht auf eine Einreise
hätten und unter politischen und sozialen Aspekten das soziale Gefüge
der Empfängerstaaten beeinträchtigen würden.
GUATEMALA
GuatemaltekInnen in den USA besorgt über vermehrte Abschiebung ihrer
Landsleute
(Guatemala-Stadt, 21. November 2007, cerigua).- Die Gemeinschaft der in
den USA lebenden GuatemaltekInnen äuÃerte sich besorgt über die
wachsende Verfolgung, Ausweisung und Deportation ihrer Landsleute in den
USA.
Nahezu 21.000 guatemaltekische Staatsbürger wurden seit Jahresbeginn bei
Fahndungsaktionen der US-Einwanderungsbehörde verhaftet und ausgewiesen.
Auf schätzungsweise 25.000 Personen wird die Zahl bis zum Jahresende
ansteigen.
In einem Bericht der Gemeinschaft guatemaltekischer Einwanderer CIG
(Comunidad Inmigrante Guatemalteca) wird darauf hingewiesen, dass diese
Umstände schlechte Nachrichten für die Wirtschaft Guatemalas bedeuteten.
Noch schlimmer sei es für die in den USA geborenen Kinder
guatemaltekischer Eltern, die Gefahr liefen, bei Deportationen ihrer
Eltern von ihrer Familie getrennt zu werden. CIG bat die amtierende
guatemaltekische Regierung um Unterstützung und wies darauf hin, dass
Tausende illegal eingewanderter guatemaltekischer ArbeiterInnen jedes
Jahr rund 3,6 Milliarden US-Dollar nach Hause schicken würden.
Man müsse kein Wirtschaftsexperte sein, um zu verstehen, dass die
guatemaltekische Wirtschaft ohne diese Geldsendungen bereits
zusammengebrochen wäre. Daher bat die Gemeinschaft den Präsidenten Ãscar
Berger, das vom Kongress beschlossene Gesetz zur Betreuung von Migranten
(Ley de Atención al Migrante) umzusetzen und forderte den zukünftigen
Präsidenten Guatemalas Ãlvaro Colom dazu auf, es in die Tat umzusetzen.
In der Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA, überqueren täglich
etwa 900 Menschen unter schwersten Bedingungen die mexikanische Grenze,
so die CIG.
GUATEMALA
Landarbeiter und Indigene fordern die neue Regierung zu Verbesserungen auf
(Buenos-Aires, 15. November 2007, púlsar).- Die guatemaltekische
Koordination der Indigenen und Bauern CONIC (Coordinadora IndÃgena y
Campesina) hat sich in einem Kommunique an den neu gewählten Präsidenten
Guatemalas Ãlvaro Colom gewandt und ihn dazu aufgefordert, den
dringenden Bedürfnissen des ländlichen Raums Beachtung zu schenken.
In der Erklärung heiÃt es, der Präsident müsse sich um "die Sicherheit
der Dörfer und Häuser kümmern, die von der Mafia und dem Drogenhandel
übernommen worden sind". Zudem solle Colom "den Kampf gegen die
Korruption bei den höchsten Funktionären bis hin zu den Bürgermeistern
der kleinsten Gemeinden" vorantreiben.
Die Landarbeiter und Indigene verlangen weiterhin, dass er âden
Rassismus und die Ausgrenzung gegenüber der indigenen Bevölkerung
bekämpft, die nicht nur im alltäglichen Leben sichtbar werden, sondern
sich auch in der Verantwortungslosigkeit des Staates und der Regierungen
zeigen, indem sie ökonomische und politische Ungleichheit schaffen".
Zudem wird in der Erklärung die Bekämpfung der strukturellen Armut statt
MaÃnahmen gefordert, die Armut nur geringfügig linderten und von
Paternalismus geprägt seien. In diesem Sinne forderte CONIC die neue
Regierung dazu auf, sich um die "hohen Lebenshaltungskosten, die Löhne
und die Kontrolle der Preise für grundlegende Nahrungsmittelâ zu kümmern.
CONIC forderte, dass Investitionen in die Bereiche Bildung, Gesundheit
und Wohnungsbau sowie zur Unterstützung kleiner und mittlerer
Produzenten flieÃen müssten.
HAITI
Kampagne für Staatsbürgerschaft
(Fortaleza, 20. November 2007, adital-poonal).- Wer als Kind
haitianischer Einwanderer in der Dominikanischen Republik geboren wurde,
ist HaitianerIn. In der Praxis sind jedoch häufig Fälle von
Diskriminierung der Nachkommen von HaitianerInnen, Ausschluss aus den
Personenstandsregistern sowie rückwirkende Annullierung ihrer Dokumente
durch die Wahlbehörde zu beklagen. Darauf reagiert nun die Kampagne für
das "Recht auf die dominikanische Staatsbürgerschaft für
DominikanerInnen haitianischer Abstammung".
Die Kampagne begann am 19. November und endet am 9. Dezember mit einem
dreitägigen Internationalen Seminar. Sie steht unter dem Titel: "In
unserem Geburtsland sind wir keine Fremden. Gegen die Annullierung
unserer Dokumente, gegen die Liste zur Registrierung von
'MigrantInnenkinder', gegen den Ausschluss!"
Für die Kampagne sind verschiedene Vorträge, Gesprächsrunden und
Workshops vorgesehen. Rundfunk und
Fernsehen sollen themenbezogene Programme senden, um die
EntscheidungsträgerInnen in der öffentlichen Politik und die Bevölkerung
im allgemeinen zu sensibilisieren und über den Ausschluss und die
marginalisierte Stellung der DominikanerInnen haitianischer Abstammung
aufzuklären.
Antonio Pol Emil, Vertreter des Netzwerks Jacques Viau, prangerte in
einer Pressekonferenz für die nationale und internationale
Ãffentlichkeit die Diskriminierung und den Ausschluss an, unter denen
die Kinder haitianischer Einwanderer zu leiden haben. Er forderte, dass
das Recht von DominikanerInnen haitianischer Abstammung auf einen Namen
und auf die dominikanische Staatsbürgerschaft respektiert werden müsse.
Die OrganisatorInnen der Kampagne fordern ein Ende der willkürlichen
Annullierungen und Einbehaltung der Staatsbürgerschaftsdokumente von
DominikanerInnen haitianischer Herkunft. Die Wahlbehörde solle die
Namen, die Zahl der Dokumente, die Ausweisnummern, sowie Wohnort oder
-provinz der Personen veröffentlichen, die von den Annullierungen
betroffen sind.
KOLUMBIEN-ECUADOR
Mehr als 1.600 Frauen in fünf Jahren vergewaltigt
(Mexiko-Stadt, 21. November 2007, cimac).- In Kolumbien sind laut
Presseberichten mehr als 2000 Frauen aus verschiedenen Ländern am 22.
und 23. November bis zur ecuadorianischen Grenze marschiert. Sie
protestierten damit gegen die Gewalt gegen Frauen in der Grenzregion von
Kolumbien und Ecuador. Dort werden Frauen immer wieder im Rahmen des
bewaffneten Konflikts zu Opfern von Gewalt.
Im Rahmen internationalen Gedenktags "NEIN zu Gewalt an Frauen!" am 25.
November, sollte die Aktion Solidarität mit den Frauen der Region und
aus den kolumbianischen Gebieten Nariño und Putumayo demonstrieren.
Die Demonstrantinnen, die auf der kolumbianischen Seite in der Bewegung
Ruta PacÃfica de las Mujeres und der Organización Femenina Popular
organisiert sind, marschierten bis zum internationalen Hafen Rumichaca,
an der Grenze zwischen Ecuador und Kolumbien. Dort trafen sie sich mit
500 ecuadorianischen Frauen. Diese symbolische Aktion sollte Bewusstsein
schaffen für die Situation der Frauen im Süden Kolumbiens, die immer
wieder Vertreibungen ausgesetzt seien und flüchten müssten. Zur Lösung
des Problems regten die AktivistInnen mit ihrer Aktion zudem die
Einrichtung einer binationalen Gesprächsrunde an.
âWir sehen jeden Tag die Notwendigkeit, auf die körperliche und
psychische Gewalt gegen Frauen und die schwierige
Menschenrechtssituation im Grenzgebiet aufmerksam zu machenâ, so die
Frauen.
Sie klagten zudem an, dass immer mehr Bauern ihr Land unter dem Vorwand
verlassen müssten, dort sollten illegale, d.h. für den Drogengebrauch
bestimmte Anpflanzungen zerstört werden. Wollten sie danach auf ihr Land
zurückkehren, verlange man Eigentumsurkunden und den Nachweis für
bezahlte Steuern von ihnen, die sie oft nicht vorweisen könnten. So
würden sie faktisch enteignet und müssten ihr Land verkaufen, dass
hiernach für den groÃflächigen Anbau der afrikanischen Palme benutzt würde.
In diesem Zusammenhang seien Frauen nicht nur mit Verfolgung,
Vertreibung, dem Verschwindenlassen und der Ermordung von
Familienangehörigen konfrontiert, sondern müssten unter erschwerten
Bedingungen auch noch für den Lebensunterhalt der Familie aufkommen.
Zögen die Frauen vom Land in die Stadt, müssten sie ihre gewohnte
Lebensweise aufgeben und seien (freiwillig oder unfreiwillig) zum
Betteln oder zur Prostitution gezwungen. Zudem sei sexuelle Gewalt in
den Zentren, die vertriebene Flüchtlinge aufnehmen, weit verbreitet,
viele Mädchen und Jugendliche würden dort missbraucht.
PERU
Repräsentatenhaus der USA verabschiedet Freihandelsabkommen mit Peru
(Buenos Aires, 8. November 2007, púlsar).- Das Plenum des
Repräsentatenhauses der USA hat am 8. November das Freihandelsabkommen
TLC (Tratado de Libre Comercio) mit Peru ratifiziert. Die Initiative
wartet jetzt noch auf die endgültige Bestätigung durch den
US-amerikanischen Senat.
285 Mitglieder des Repräsentantenhauses stimmten bei einer Anzahl von
132 Gegenstimmen für das Abkommen mit Peru. Die Abstimmung im
nordamerikanischen Senat wird voraussichtlich in der darauf folgenden
Woche stattfinden.
Bei einer positiven Abstimmung durch den Senat könnte der Vertrag
zwischen den USA und Peru in den ersten Monaten des nächsten Jahres in
Kraft treten.
Der peruanische Kongress hatte den Vertrag zwei Monate nach seiner
Unterzeichnung im April 2006 zwischen Peru und den USA angenommen und
Mitte diesen Jahres auch den durch US-amerikanische Abgeordnete
vorgenommenen, nachträglichen Veränderungen zugestimmt.
BRASILIEN
Regierung beklagt zu hohe US-Agrarsubventionen
(Buenos-Aires, 20. November 2007, púlsar).- Die brasilianische Regierung
hat die Welthandelsorganisation WTO dazu aufgefordert, ein Gremiumzur
Ãberprüfung der US-Agrarsubventionen zu bilden. Das Gremium soll prüfen,
ob die Zuschüsse der USA an ihre Produzenten den von der WTO
festgelegten Höchstwert überschreiten.
In der Meldung des brasilianischen AuÃenministeriums wird darauf
hingewiesen, dass US-amerikanische Subventionen 16,5 Milliarden
US-Dollar überstiegen. Dieser Betrag war in den Vereinbarungen zwischen
den USA und der WTO als jährliche Obergrenze festgelegt worden.
Auch die kanadische Regierung hat eine Aufforderung zur Ãberprüfung der
US-Agrarsubventionen an die WTO gestellt. Sie begründete es damit, dass
kanadische Produzenten âmit überhöhten Agrarsubventionen konkurrieren
müssen, die von den USA bezahlt werden".
Obwohl die brasilianische Regierung ihre Klage schon seit Juli
einreichen wollte, war es ihr erst jetzt möglich, zusammen mit Kanada
die Einrichtung eines Untersuchungsgremiums zu verlangen.
Regierungssubventionen erlauben es den Endpreis von Exportprodukten zu
reduzieren, damit diese auf dem Weltmarkt mit Produkten anderer Länder
konkurrieren können.
Am 2. November gab die US-Regierung bekannt, die Agrarsubventionen für
die Produktion von Ethanol im Land erhöhen zu wollen. Ab dem Jahr 2017
soll die Finanzierungshilfe jährlich 25 Milliarden US-Dollar betragen.
BRASILIEN
Ãberlebende des Eldorado-Massakers erhalten Entschädigung
(Fortaleza, 20. November 2007, adital).- Nach über neun Jahren
gerichtlicher Auseinandersetzung werden die Ãberlebenden des Massakers
von Eldorado dos Carajás im Bundesstaat Pará von der Regierung des
Bundesstaates entschädigt. Die Regierung des Bundesstaates Pará und
VertreterInnen der Landlosenbewegung MST (Movimento dos Trabalhadores
Rurais sem Terra), aus deren Reihen die Opfer des Massakers kommen,
einigten sich diesen Monat auf eine Zahlung von jeweils 20.000
brasilianischen Reais an jeden Ãberlebenden. Zudem bekamen die Opfer
einen Anspruch auf Gesundheitsversorgung zugesprochen und es soll ein
Gesetz erarbeitet werden, dass ihnen eine Rente in Höhe des
anderthalbfachen des brasilianischen Mindestlohns gewährleistet.
Der Beschluss wurde in der ersten Kammer der Finanzverwaltung der
Hauptstadt zu Protokoll gegeben. Er wird die Regierung 600.000
brasilianische Reais kosten. 30 Ãberlebende werden
Entschädigungszahlungen erhalten. Weitere 20 konnten schon 2005 vor
Gericht Entschädigungszahlungen in Höhe von 1,2 Millionen Reais
erstreiten, die jedoch bis heute, zwei Jahre später, noch nicht
ausbezahlt worden sind.
Die Langsamkeit der Justiz, die Entschädigungszahlungen zu bewilligen,
beeinträchtigt in schwerer Weise auch das Verfahren gegen die
Beschuldigten des Massakers. Nur die 140 Polizisten, die an der
Operation teilgenommen hatten, waren von der Militärpolizei wegen Mordes
unter Anklage gestellt worden. Die höheren Ränge der Polizei und damit
die Verantwortlichen für den Befehl, der dazu geführt hatte, dass 19
Landarbeiter getötet und weitere 69 verletzt wurden, wurden von der
Staatsanwaltschaft nicht zur Verantwortung gezogen. Gegen sie wurde
nicht einmal Anzeige gestellt.
Die Justiz hat noch nicht entschieden, ob die Polizisten, die auf die
Arbeiter schossen, als diese für die Errichtung einer ihrer Familien
versprochenen Siedlung demonstrierten, in Ausübung ihrer Pflicht
handelten. Es ist unklar, ob sie Befehlen gefolgt sind, oder ob sie auf
eigenen Antriebt ihre Amtsgewalt missbraucht haben. Die Kommandanten des
Einsatzes in Eldorado dos Carajás, Major José Maria Pereira und Oberst
Collares Pantoja, waren von einem Schwurgericht zu 228 und 154 Jahren
Haft verurteilt worden. Sie legten Einspruch ein und befinden sich
weiterhin auf freiem FuÃ.
Am 17. April 1996 hatten 1.500 Mitglieder der Landlosenbewegung MST
einen Protestmarsch gegen die Verzögerungen bei der Enteignung von Land
(vor allem der Fazenda Macaxeira) abgehalten, der von der Militärpolizei
niedergeschlagen wurde. Die Polizei tötete 19 Personen und hinterlieÃ
Dutzende Verletzte. Der Befehl der Polizeioffensive kam aus dem
Sicherheitssekretariat des Bundesstaates Pará, das damals von Paulo
Sette Cámara geführt wurde. Der Generalanwalt der Republik, Geraldo
Brindeiro, bestand in einer Stellungnahme darauf, dass die Bundespolizei
die Ermittlungen wieder aufnehmen solle, da das damalige Verfahren voll
von technischen Mängeln gewesen sei. Weiterhin gab er an, dass der
damalige Gouverneur von Pará, Almir Gabriel, das âfreimachen des Wegesâ
angeordnet habe und daher Kenntnis von der Aktion hatte.
URUGUAY
Weitere Polizisten und Militärs wegen Verschleppung angeklagt
(Buenos Aires, 19. November 2007, púlsar).- Neun ehemalige Militär- und
Polizeiangehörige werden sich vor uruguayischen Gerichten wegen des
Vorwurfs der gewaltsamen Verschleppung verantworten müssen. Bereits im
September 2006 wurde gegen die Beschuldigten Haftbefehl erlassen. Sie
sollen sich während der Diktatur schwerer Menschenrechtsverletzungen
schuldig gemacht haben.
Konkret wird ihnen die gewaltsame Verschleppung und das
Verschwindenlassen zweier Aktivisten der Partei âFür den Sieg des
Volkesâ PVP (Partido por la Victoria del Pueblo) vorgeworfen. Bisher
lautete die Anklage lediglich auf Freiheitsberaubung. Eine Neubewertung
der den Beschuldigten zur Last gelegten Verbrechen, wie sie jetzt von
der lokalen Presse bekannt gemachte wurde, würde jedoch den politischen
Hintergründen und Zielen der Verbrechen besser gerecht und ein höheres
Strafmaà ermöglichen.
Die Staatsanwältin Mirtha Guianze war die erste, die auf den
Straftatbestand der gewaltsamen Verschleppung zurückgriff. Am 5.
November diesen Jahres hatte sie aus diesem Grund die Verurteilung des
Ex-Diktators Gregorio Alvarez und der ehemaligen Marineoffiziere Jorge
Tróccoli und Juan Carlos Larcebau gefordert. Den Dreien war die
heimliche Verbringung von in Argentinien entführter Oppositionspolitiker
nach Uruguay zur Last gelegt worden.
LATEINAMERIKA
UNAIDS: Zahl der Fälle von HIV/AIDS in Lateinamerika konstant
(Guatemala-Stadt, 21. November 2007, cerigua).- Im jüngsten Bericht des
Gemeinsamen Programms der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS (UNAIDS) wird
darauf hingewiesen, dass die Fallzahlen der Epidemie in Lateinamerika
derzeit unverändert sind. Die Mehrzahl der Ãbertragungen betreffe nach
wie vor sogenannte Risikogruppen wie SexarbeiterInnen und Männer, die
sexuelle Kontakte mit Männern hätten.
Der Studie zufolge gab es 2007 in ganz Lateinamerika etwa 100.000
Neuinfektionen mit dem HI-Virus. Damit hat sich dort die Zahl der
Infizierten auf 1,6 Millionen erhöht, rund 30% von ihnen leben in
Brasilien. Etwa 58.000 Personen starben 2007 in der Region an den Folgen
von AIDS.
UNAIDS zufolge hatte sich das Virus zunächst unter homosexuellen Männern
ausgebreitet, dann unter Drogenabhängigen, die Nadeln gemeinsam benutzt
haben â nun wird es zunehmend von Männern auf Frauen übertragen.
In Brasilien geht nach UNAIDS-Schätzungen die Hälfte der Infektionen auf
ungeschützte Sexualkontakte zurück. Dieser Anteil hätte nach Ansicht
auch anderer Institutionen durch PräventionsmaÃnahmen verringert werden
können. In diesem Zusammenhang erinnert UNAIDS daran, dass in
Argentinien vier von fünf Neuinfektionen im Jahr 2005 durch
ungeschützten Geschlechtsverkehr zustande gekommen sind.
In der aktuellen Veröffentlichung wird hervorgehoben, dass in Bolivien,
Chile, Kolumbien, Ecuador, Peru und den Staaten Mittelamerikas vor allem
Männer, die sexuelle Kontakte mit Männern haben, von HIV-Infektionen
betroffen sind.
Am stärksten von HIV/AIDS betroffen bleibt das subsaharische Afrika,
obwohl die Fallzahlen dort in den letzten sechs Jahren erheblich
zurückgegangen sind. Trotzdem leben dem Bericht zufolge dort 68% aller
weltweit HIV-Infizierten.
UNAIDS weist mit Nachdruck darauf hin, dass die neuen Zahlen nichts an
der Notwendigkeit von SofortmaÃnahmen und der Erhöhung der Mittel für
den Kampf gegen HIV/AIDS änderten. Das Ziel sei weiterhin die
Bereitstellung des weltweiten Zugangs zu Präventionsangeboten sowie von
Behandlungs- und Hilfsangeboten für alle Seropositiven.
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