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Poonal Nr. 780
Deutsche Ausgabe des wöchentlichen Pressedienstes
lateinamerikanischer Agenturen vom 28. August 2007
INHALT
MEXIKO-USA
- US-Regierung schiebt Menschenrechtsaktivistin Elvira Arellano ab
MEXIKO
- Chiapas: Zwangsräumungen in Montes Azules
- Bundesrichterin stoppt Bau des La-Parota-Staudamms
- Was ist dran am "Plan México"?
GUATEMALA-MEXIKO
- Mehr Patrouillen gegen illegale Einwanderer
GUATEMALA
- Die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut
ZENTRALAMERIKA
- Massenhafte Abschiebungen nach Honduras, Guatemala und El Salvador
BRASILIEN
- Volksbefragung über Bergbauunternehmen
- Soziale Bewegungen kritisieren Nationalbank
- 40.000 Landarbeiterinnen beim “Marsch der Margariten”
BOLIVIEN
- Verfassungsgebende Versammlung setzte Sitzungen auf unbestimmte Zeit aus
PARAGUAY
- Proteste gegen die Freilassung von Oviedo
ARGENTINIEN
- Staatliche Angestellte im Streik
CHILE
- Regierung stuft Projekt gegen Diskriminierung als dringend ein
LATEINAMERIKA / KARIBIK
- CEPAL -Kongress zur aktuellen Situation von Frauen in der Region
LATEINAMERIKA
- Farbige Frauen sind am stärksten diskrimiert
MEXIKO-USA
US-Regierung schiebt Menschenrechtsaktivistin Elvira Arellano ab
(Buenos Aires, 22. August 2007, púlsar).- Die Zoll- und
Einwanderungsbehörde der USA hat in Los Angeles die mexikanische
Migrantin und Menschenrechtsaktivistin Elvira Arellano festgenommen und
des Landes verwiesen. Arellano ist eine Symbolfigur der Proteste für
eine Reform der US-amerikanischen Einwanderungspolitik. Die US-Behörden
hingegen bezeichneten Arellano als „ausländischen Flüchtling und
Verbrecherin, die seit einem Jahr versuchte, der staatlichen Festnahme
zu entgehen“. Elvira Arellano wurde abgeschoben, als sie gerade eine
Kampagne für eine gerechtere Migrationspolitik durchführte. Am 12.
Oktober wollte sie nach Washington DC reisen, um sich dort mit
US-amerikanischen Abgeordneten zu treffen.
Der öffentliche Kampf von Arellano hat die Mexikanerin in ein Symbol für
Millionen von Müttern und Vätern ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung
verwandelt, die dafür kämpfen, nicht von ihren in den USA ansässigen
Kindern und Familien getrennt zu werden. Arellano hatte sich 2006 in
eine Kirche geflüchtet, nachdem sie den Abschiebebescheid bekommen hatte.
Am Montag (20. August) versammelten sich vor dem Büro der Zoll- und
Einwanderungsbehörde lateinamerikanische, polnische und asiatische
Demonstranten, um gegen die Festnahme und sofortige Abschiebung von
Arellano zu protestieren.
MEXIKO
Chiapas: Zwangsräumungen in Montes Azules
(San Cristóbal de las Casas, 20. August 2007, adital-poonal).- Die
zapatistische Junta der Guten Regierung "Zur Hoffnung" aus dem Caracol
„Mutter der Schnecken aus dem Meer unserer Träume“ in La Realidad machte
in einer Erklärung den mexikanischen Präsident Felipe Calderón und den
Gouverneur des Bundesstaates Chiapas, Juan Sábines Guerrero, für die
Räumungen von zwei indigenen Siedlungen in den Montes Azules verantwortlich.
Am Samstag, den 18.August, seien in San Manuel und Buen Samaritano sechs
Hubschrauber gelandet. Die Besatzung der Helikopter habe die
Gemeindebewohner beschuldigt, die Berge des Bioreservats Montes Azules
zu zerstören. Sie hätten die Frauen und Kinder mit Waffen bedroht und
alle anwesenden Männer gezwungen, in die Hubschrauber zu steigen. Die 90
Beamten der Landes- und Bundespolizei hätten sich in zwei Gruppen
aufgeteilt. Eine Gruppe habe die armseligen Hütten in San Manuel
zerstört und die wenigen Besitztümer der Bewohner gestohlen. Die andere
Gruppe habe sich darum gekümmert, auch Kinder und Frauen in die
Hubschrauber zu verfrachten.
In Buen Samaritano sei ähnlich verfahren worden. Dort habe man insgesamt
sieben Personen mitgenommen. Laut der Junta der Guten Regierung will die
Regierung auch in den Siedlungen Salvador Allende und Nuevo Corozal so
verfahren, „denn die Bewohner leben auf dem Land, auf dem sie arbeiten,
um zu überleben.“
Laut der mexikanischen Tageszeitung La Jornada sind fünf weitere
Siedlungen von der Räumung bedroht, da sie sich auf den 36.000 Hektar
Land befinden, die kürzlich dem Biosphärenreservat hinzugefügt wurden.
MEXIKO
Bundesrichterin stoppt Bau des La-Parota-Staudamms
(Mexiko-Stadt, 22. August 2007, cimac).- Per einstweiliger Verfügung
wurde am 14. August von einer Bundesrichterin mit Sitz in Acapulco der
vorläufige Stopp aller Bauvorhaben für das Wasserkraftwerk La Parota
angeordnet, so ein Bericht der mexikanischen Menschenrechtsorganisation
LIMEDDH (Liga Mexicana por la Defensa de los Derechos Humanos). Der
Maßnahme war ein Eilantrag der lokalen Bauerninitiative Comunidad
Indígena de Bienes Comunales de Cacahuatepec vorangegangen, die durch
die mexikanische Umweltschutzorganisation CEMDA (Centro Mexicano de
Derecho Ambiental) vertreten wurde. Der Antrag war damit begründet
worden, eine irreparable Verletzung der verfassungsmäßigen Rechte auf
eine saubere Umwelt sowie auf Anhörung und rechtsstaatliche Mittel der
BewohnerInnen des Gebiets verhindern zu wollen.
Dem Eilantrag wurde stattgegeben, da die geltend gemachten Rechte
aufgrund der Genehmigung des Staudamm-Projekts durch das mexikanische
Umweltministerium und die Vergabe der Konzession zur Nutzung des
Papagayo-Flusses an das staatliche Energieunternehmen CFE (Comisión
Federal de Electricidad) durch die mexikanische Wasserbehörde
möglicherweise verletzt werden.
Xavier Martínez Esponda, juristischer Vertreter von CEMDA, kommentierte
die Entscheidung folgendermaßen: „Der Baustopp für das La-Parota-Projekt
ist ein wichtiger Präzedenzfall in Mexiko, da hier dem Schutz der Umwelt
Vorrang gegenüber einem riesigen Infrastrukturprojekt gegeben wird und
der Schutz des Gemeinwohls gewährleistet wird.“
MEXIKO
Was ist dran am "Plan México"?
Von Gerold Schmidt
(Mexiko-Stadt, 27. August 2007, npl).- Ein Plan geht um in Mexiko. Seit
drei Monaten mehren sich die Informationen, dass die USA und sein
südlicher NAFTA-Partner unter der Überschrift Drogenbekämpfung seit
längerem über eine Sicherheitskooperation in bisher nicht gekanntem
Ausmaß verhandeln. In Anlehnung an den umstrittenen "Plan Colombia", in
dessen Kontext in den vergangenen sieben Jahren fast fünf Milliarden
Dollar US-Gelder nach Kolumbien - überwiegend an die Streitkräfte -
flossen, wird bereits vom "Plan México" gesprochen. Die Opposition
fordert von der konservativen Regierung des Präsidenten Felipe Calderón
vergeblich Details. Selbst Felipe González, Senator der regierenden
Partei der Nationalen Aktion (PAN), erklärte kurz vor dem Dreiergipfel
der Präsidenten Bush, Calderón sowie Kanadas Premier Stephen Harper vor
einer Woche, seine Fraktion sei über die genauen Absichten nicht informiert.
Die spärlichen Aussagen mexikanischer Regierungsmitglieder zum Plan
México sind widersprüchlich. Außenministerin Patricia Espinosa stritt
ein solches Vorhaben anfangs rundweg ab. Sie gehört allerdings nicht zu
den Kabinettsmitgliedern, die zuerst von wichtigen Entscheidungen
informiert werden oder sie verkünden dürfen. Dagegen erklärte
Generalstaatsanwalt Eduardo Medina Mora Anfang August, die Verhandlungen
mit den USA zum Thema Drogenbekämpfung hätten eine Dimension "wichtiger
als der Plan Colombia". Anhaltspunkte gibt es vor allen Dingen in
Berichten von US-Medien. Den Anfang machten im Mai die Dallas Morning
News, danach widmete sich auch die Washington Post dem Thema. Demnach
handelt es sich um ein "Hilfspaket" von etwa einer Milliarde Dollar, die
die US-Adminstration innerhalb der ersten zwei Jahre des Plans bereit
stellen würde. Bestandteile wären Spionageausrüstung - beispielsweise
High Tech zur Telefon- und Radarabhörung - sowie Militär- und
Polizeiausbildung. Speziell der Vorschlag zur Spionagetechnik geht den
Informationen nach auf US-Initiative zurück. Diese würde nur geliefert,
wenn die mexikanischen Nachrichtendienste die Überwachungsergebnisse den
Kollegen in den USA zur Verfügung stellten.
Anders als in Kolumbien wird jedoch eine direkte Truppenpräsenz von
US-Soldaten in Mexiko ausgeschlossen. Dies bestätigten auf dem erwähnten
Dreiertreffen sowohl Präsident Bush als auch Felipe Calderón, obwohl sie
sich ansonsten wenig auskunftsfreudig zu dem Projekt verhielten. Der
Widerstand gegen solch einen Schritt wäre in der Bevölkerung und selbst
bis in die Regierungspartei hinein zu groß. Wahrscheinlich könnten sich
dies trotz zunehmender Kooperation mit den US-Streitkräften auch große
Teile der traditionell auf Unabhängigkeit bedachten mexikanischen Armee
nicht vorstellen. Der auf solche Themen spezialisierte Analyst Carlos
Fazio weist jedoch darauf hin, dass die im Raum stehende Milliardensumme
auf jeden Fall einen qualitativen Sprung bedeuten würde: "Eine Zahl, die
um ein Mehrfaches höher ist als die 45,67 Millionen Dollar an Hilfe für
Drogen- und Terrorismusbekämpfung ihm Rahmen der bestehenden bilateralen
Vereinbarungen."
Noch wird der Plan México in den Medien auf Sparflamme gekocht. Da es
sich bei den von den USA getragenen Kosten jedoch laut Fazio um
außerplanmäßige Haushaltsmittel handeln würde, müsste George Bush den
US-Kongress um Bewilligung bitten. Auch der mexikanische Senat muss
bilateralen Abkommen dieser Art zustimmen. Spätestens dann könnten
wesentliche Details nicht mehr zurück gehalten werden. In Mexiko stünde
ein weiteres Mal die Debatte über die Souveränität des Landes gegenüber
den USA auf der Tagesordnung.
GUATEMALA-MEXIKO
Mehr Patrouillen gegen illegale Einwanderer
(Guatemala-Stadt, 20. August 2007, cerigua).- Nach Angaben der
mexikanischen Presse haben verschiedene Polizeieinheiten und die
mexikanische Armee ihre Kontrollen in den Grenzregionen zu Guatemala
verstärkt. Mit dieser Maßnahme sollen mehr illegale Einwanderer
aufgespürt und festgenommen werden, die sich in dieser Region auf der
Suche nach einem geeigneten Transportmittel in den Norden aufhalten.
Obwohl die mexikanischen Streitkräfte leugnen, an den Festnahmen dieser
Personen beteiligt zu sein, berichteten die Medien, dass Beamte der
Staatlichen Migrationsbehörde INM (Instituto Nacional de Migración) und
die Armee verstärkt in den Städten patrouillieren, in denen die
Migranten untertauchen.
Am Wochenende des 18./19. August wurden auf einer Landstraße im
Bundesstaat Chiapas - einer der Hauptrouten derjenigen, die sich illegal
auf der Suche nach besseren Lebensumständen in die Vereinigten Staaten
aufmachen - 175 Personen festgenommen. Sie hatten sich auf einem
Sattelschlepper versteckt.
Laut Pressemeldungen wurden eine Woche zuvor mehr als 3.000
Mittelamerikaner in den unterschiedlichen Grenzgebieten zwischen
Guatemala und Mexiko lokalisiert, die ihre Reise nach Norden aufgrund
des eingestellten Güterzugverkehrs in der Region nicht fortsetzen
konnten. Die meisten von ihnen wurden nach Tapachula im mexikanischen
Bundesstaat Chiapas überführt, um von dort aus abgeschoben zu werden.
Mexikanische Menschenrechtler berichteten über die verzweifelte
Situation dieser illegalen Einwanderer, die weder über Nahrungsmittel
noch Kleidung und Geld verfügten, um in ihre Heimatländer
zurückzukehren, nachdem sie ihrem eigenen Schicksal überlassen waren und
kein geeignetes Transportmittel nach Norden bis an die Grenze zu den
Vereinigten Staaten fanden.
GUATEMALA
Die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut
(Guatemala-Stadt, 22. August 2007, cerigua-poonal).- Die im Jahr 2006
vom Staatlichen Institut für Statistik INE (Instituto Nacional de
Estadística) durchgeführte Untersuchung über die Lebensbedingungen im
Land hat ergeben, dass die Hälfte der Guatemalteken in Armut lebt. Dabei
habe sich der Anteil der Armen in den letzten sechs Jahren von 56 auf 51
Prozent verringert.
Des Weiteren zeigt die Studie auf, dass 15,2 Prozent der
Landesbevölkerung von 3.206 Quetzales jährlich leben müssen – dies
entspricht 8,77 Quetzales am Tag. 35,8 Prozent müssen mit einem
Jahreseinkommen von etwa 6.574 Quetzales auskommen. (100 Quetzales
entsprechen in etwa 9,55 Euro; Anm. d. Übersetzerin)
Die Untersuchung beleuchtet das Thema Armut auch hinsichtlich den
Berufsfeldern. Dabei stellte sich heraus, dass 79,9 Prozent der armen
Bevölkerung als Tagelöhner beschäftigt sind, 64,4 Prozent arbeiten in
einem Familienbetrieb, 48,4 Prozent sind selbstständige Arbeiter, 31,1
Prozent sind angestellt und 10 Prozent sind Arbeitgeber.
Oberhalb der Armutsgrenze finden sich hingegen nur 20,1 Prozent
Tagelöhner, 35,6 Prozent in einem Familienbetrieb Arbeitende, 51,6
Prozent selbständige Arbeiter, 68,9 Prozent Angestellte und 90 Prozent
Arbeitgeber, die nicht mit dem Problem mangelnder finanzieller
Ressourcen konfrontiert sind.
Der Süd- und Nordwesten sind die ärmsten Regionen des Landes: 28,09
Prozent bzw. 20,02 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen, in der
Mehrheit Indígenas. Eine Folge der Armut sei der niedrige Bildungsgrad
in der Bevölkerung. Je größer der Mangel innerhalb eines Haushalts sei,
desto geringer sei auch der Bildungsstand der Menschen. Laut
INE-Untersuchung hätten dagegen 99,6 Prozent der nicht von Armut
betroffenen Bevölkerung Zugang zu weiterführenden Schulen.
ZENTRALAMERIKA
Massenhafte Abschiebungen nach Honduras, Guatemala und El Salvador
(Lima, 22. August 2007, na).- An die 86.000 Auswanderer aus
zentralamerikanischen Staaten wurden in der ersten Hälfte des Jahres in
ihre jeweiligen Heimatländer ausgewiesen, so die Internationale
Organisation für Migration OIM (Organización Internacional para las
Migraciones). Etwa 40.000 Personen wurden aus den USA ausgewiesen, der
Rest kehrte auf eigene Faust zurück oder wurde aus Mexiko oder Guatemala
des Landes verwiesen.
Laut der Verantwortlichen des OIM-Büros in Honduras Mirna Rodríguez
wurden bis zum 10. Juli 15.800 Honduraner registriert, die per Flugzeug,
vor allem aus den USA, nach Honduras zurückgebracht wurden. Weitere
23.690 Personen, die aus Mexiko und Guatemala ausgewiesen wurden,
erreichten Honduras auf dem Landweg. Damit ist Honduras das Land in
Zentralamerika mit den meisten aus anderen Staaten ausgewiesenen
Personen. Rodríguez sagte, dass „es normal ist, dass täglich zwei
Flugzeuge mit 100 bis 200 ausgewiesenen Personen ankommen. Zusätzlich
kommen von Guatemala aus jeden Tag an die sechs Busse mit jeweils etwa
50 Personen in Honduras an, die entweder aus Mexiko oder Guatemala des
Landes verwiesen wurden“.
Die salvadorianischen Migrationsbehörden zählten zwischen Januar und
Juni dieses Jahres 10.954 Landsleute, die von den USA nach El Salvador
zurückgeschickt wurden. Im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres
ist dies eine Verdoppelung der aus den USA ausgewiesenen Salvadorianer.
Ebenfalls wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 10.454
Guatemalteken aus den USA bzw. 23.102 Guatemalteken aus Mexiko nach
Guatemala zurückgeschickt.
BRASILIEN
Volksbefragung über Bergbauunternehmen
(Rio de Janeiro, 21. August 2007, púlsar).- Die Organisatoren der
Volksbefragung, die über eine Zustimmung oder Ablehnung der
Privatisierung des Bergbau-Unternehmens Vale de Rio Doce entscheiden
soll, erwarten eine Beteiligung von zwölf Millionen Wählern. Die
Befragung wird zwischen dem 1. und 7. September in allen brasilianischen
Bundesstaaten durchgeführt.
Bei dieser Volksbefragung handelt es sich bereits um das dritte von
sozialen Bewegungen in Brasilien realisierte Referendum. Im Jahr 2000
hatten 95 Prozent der Wähler eine Wirtschaftsprüfung der
Außenverschuldung des Landes gefordert. 2002 verhinderten 98 Prozent der
mehr als zehn Millionen Teilnehmenden die Errichtung einer
Gesamtamerikanischen Freihandelszone (ALCA).
BRASILIEN
Soziale Bewegungen kritisieren Nationalbank
(Buenos Aires, 21. August 2007, púlsar).- Brasilianische soziale
Bewegungen werfen der Nationalbank für Wirtschaftliche und Soziale
Entwicklung BNDES (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social)
vor, Unternehmen zu finanzieren, die in die Vertreibung von
Ureinwohnergemeinden und Sklavenachkommen verwickelt sind. Das
Staatliche Institut für Kolonisierung und Agrarreform und die
staatlichen Behörde für Indigenaangelegenheiten wiesen darauf hin, dass
das multinationale Unternehmen Aracruz Celulosa Millionen von Hektar
Boden traditioneller Gemeinden in den Regionen von Conceição da Barra
und Aracruz im Bundesstaat Espírito Santo in Besitz genommen hat. Die
BNDES besitzt Anteile von Aracruz Celulosa.
Das brasilianische Netzwerk zu Multilateralen Finanziellen Investitionen
übergab dem Bankpräsidenten Luciano Coutinho am 9. Juli einen Bericht,
der mehr Transparenz und eine genauere Festlegung der Kriterien für
Investitionen zu den Themen Soziales, Umwelt und Arbeitsbedingungen
fordert. Das Dokument empfiehlt die Aufstellung formaler Anforderungen
an die von der Bank finanziell unterstützten Unternehmen. Es sieht
außerdem vor, dass sich Institutionen, die ein Darlehen erhalten, für
die Gleichstellung der Geschlechter und der Ethnien einsetzen.
Bankpräsident Coutinho versicherte eine Überprüfung der Anschuldigungen.
Coutinho verlas die Erklärung während eines Treffens der Nationalbank
mit 27 sozialen Bewegungen, die im Netzwerk zu Multilateralen
Finanziellen Investitionen organisiert sind.
BRASILIEN
40.000 Landarbeiterinnen beim “Marsch der Margariten”
(Buenos Aires, 22. August 2007, púlsar).- Rund 40.000 Bäuerinnen
beteiligten sich am Mittwoch (22. August) in Brasilia am „Marsch der
Margariten“. Sie kritisierten den Ausschluss der Frauen von Landbesitz
sowie Diskriminierungen bei der Arbeit und in sozialen Bereichen. Die
Landarbeiterinnen fordern eine effektive Anwendung des Gesetzes “Maria
Penha” gegen häusliche Gewalt. Außerdem setzen sie sich dafür ein, dass
endlich auf die sexuelle Ausbeutung von Frauen sowie auf die Morde an
Frauen in ländlichen Gebieten reagiert wird. Zudem forderten die
Demonstrantinnen Richtlinien für die Vergabe von Krediten an Frauen,
mehr Hilfe für bäuerliche Familien und ein Recht auf Rentenzahlung und
bezahlten Urlaub.
Der Marsch wurde von der Bundesweiten Vereinigung der Landarbeiter
CONTAG (Confederação Nacional dos Trabalhadores na Agricultura) und der
Vereinten Arbeitergewerkschaft CUG (Central Única dos Trabalhadores)
veranstaltetet. Es beteiligten sich Frauen aus dem ganzen Land. Die
Teilnehmerinnen verkündeten ihre Forderungen am Präsidentenpalast Planalto.
BOLIVIEN
Verfassungsgebende Versammlung setzte Sitzungen auf unbestimmte Zeit aus
(Buenos Aires, 23. August 2007, pulsar).- Die Leitung der
Verfassungsgebenden Versammlung hat die Sitzungen des Gremiums auf
unbestimmte Zeit ausgesetzt, da sie ihre Sicherheit nicht gewährleistet
sieht. Grund sind protestierende Organisationen aus Sucre, die fordern,
den Sitz der Regierung und der Exekutive von La Paz nach Sucre zu
verlegen. Mitglieder der Leitung der Verfassungsgebenden Versammlung
gaben an, dass die Polizei die Versammlung nicht schütze. Sie werten das
als Erpressungsversuch, da die Vorschläge der Polizei in der Kommission
für Verteidigung und Sicherheit nicht berücksichtigt worden waren.
Die Vorsitzende der Versammlung Silvia Lazarte sagte, die Leitung habe
angesichts der unsicheren Situation in Sucre entschieden, die Sitzungen
auf unbestimmte Zeit zu suspendieren. Die Entscheidung wurde getroffen,
nachdem Hunderte Demonstranten versucht hatten, das Theater, in dem das
Gremium tagte, zu stürmen. Vizepräsident Álvaro García Linera schrieb
die gewalttätigen Aktionen „kleinen rechten Gruppen“ zu, „die sich
dagegen sträuben, ihre Privilegien zu verlieren und daher das Scheitern
der Verfassungsgebenden Versammlung anstreben“.
Die Proteste waren wieder aufgelebt, nachdem die Verfassungsgebende
Versammlung einen Antrag abgelehnt hatte, die Diskussion über die
Hauptstadt auf ihre Tagesordnung zu setzen. Angesichts der angespannten
Situation in Sucre hatten führende Politiker der Regierungspartei darauf
gedrängt, die Sitzungen der Verfassungsgebenden Versammlung auszusetzen
oder sie in einer anderen Stadt abzuhalten.
PARAGUAY
Proteste gegen die Freilassung von Oviedo
(Fortaleza, 21. August 2007, adital-poonal).- Unter dem Motto "Kein
Vergessen kein Vergeben, Gefängnis für Oviedo" protestierten am
vergangenen Mittwoch (22. August) soziale Organisationen auf dem Platz
der Demokratie gegen die mögliche Freilassung des Politikers Lino
Oviedo. Oviedo befindet sich seit 1998 in Haft. Ihm wird ein
Putschversuch gegen den damaligen Präsidenten Juan Carlos Wasmosy zur
Last gelegt.
Anlass der Demonstration ist das derzeit laufende Revisionsverfahren am
Obersten Gerichtshofs Paraguays. In der vergangenen Woche bat Oviedo um
seine Freilassung und reichte ein Habeas-Corpus-Gesuch ein, das umgehend
vom Gerichtshof verhandelt wurde. Trotz der Verurteilung zu zehn Jahren
Haft, begründet Oviedo sein Habeas-Corpus-Gesuch mit dem Militärgesetz,
das bei guter Führung nach Absitzen der Hälfte der Haftstrafe eine
Freilassung auf Bewährung vorsieht. Oviedo argumentierte in seinem
Gesuch, dass er schon fünf Jahre, sechs Monate und zehn Tagen in Haft
verbracht habe, weitaus länger also, als die vorgesehene Mindeststrafe.
In einer Erklärung sprach sich das Kirchenkomitee Anfang August gegen
eine Freilassung Oviedos aus und warf dem Obersten Gerichtshof eine
„Reihe von Unregelmäßigkeiten im Verfahren" vor. In dem Schreiben heißt
es weiter: „Die Exekutive bemüht sich, damit der Oberste Gerichtshof, in
dem die Mehrheit Regierungsanhänger sind, einen Weg in die
Straflosigkeit eröffnet, zu Gunsten derjenigen, die schwere Verstöße
gegen die Demokratie begangen haben, von Attentaten auf
Regierungsmitglieder, über Putsch und Putschversuche sowie die Ermordung
zahlreicher junger Menschen im März 1999."
ARGENTINIEN
Staatliche Angestellte im Streik
(Buenos Aires, 21. August 2007, púlsar).- Verschiedene soziale
Organisationen und Gewerkschaften organisierten am vergangenen Dienstag
(21. August) einen Streik und eine Demonstration in der Stadt Río
Gallegos in der Provinz Santa Cruz. Damit machten sie auf den Angriff
auf 17 Personen aufmerksam, die angefahren wurden, während sie eine
Straße blockiert hatten, um mehr Gehalt zu fordern. Die Dozenten sowie
juristische und andere staatliche Angestellte hatten am vorvergangenen
Freitag die Straße blockiert und wurden dabei von einem LKW erfasst, der
vom früheren Minister der Provinzregierung Daniel Varizat gefahren
wurde. Varizat wurde mittlerweile festgenommen.
Die Angestellten von Santa Cruz demonstrierten für höhere Gehälter,
während sich die offizielle Präsidentschaftskandidatin Cristina
Fernández de Kirchner auf einem feierlichen Akt in der Stadt
präsentierte. Fünf der angefahrenen Personen sind noch im Krankenhaus.
Zudem rief die Argentinische Arbeitergewerkschaft CTA (Central de
Trabajadores Argentinos) zu einem bundesweiten Streik und
Demonstrationen auf, um die Forderungen der Arbeiter von Santa Cruz zu
unterstützen. Wilfredo Roque, Polizeichef der Provinz, trat am Dienstag
(21. August) aufgrund der sozialen Spannungen von seinem Amt zurück.
CHILE
Regierung stuft Projekt gegen Diskriminierung als dringend ein
(Fortaleza, 22. August 2007, adital-poonal).- Präsidialminister José
Antonio Viera Gallo erklärte am vergangenen Dienstag (21. August), dass
die Regierung den Gesetzentwurf gegen Diskriminierung noch in dieser
Woche als dringend einstufen werde. Darüber informierte Viera Gallo auf
einer Diskussionsveranstaltung, an der mehrere soziale Organisationen
teilnahmen.
Der Gesetzentwurf wird seit 2005 im Kongress diskutiert. Er beinhaltet
elf Paragraphen, in denen vor Diskriminierung gewarnt wird und diese als
Straftat definiert werden. Das Gesetz verfolgt „jede Diskriminierung
aufgrund von Rasse, ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Abstammung,
sozioökonomischer Situation, geographischer Lage, Wohnsitz, Religion
oder Glaubensrichtung, Sprache, Denkweise oder politischer Meinung,
Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder anderen Gremien, Geschlecht,
Gender, sexueller Orientierung, Familienstand, Alter, Abstammung,
Aussehen, Genetik und jegliche andere soziale Handlung, die eine
berechtigte Ausübung der in der nationalen Gesetzgebung oder in den von
Chile ratifizierten und rechtskräftigen internationalen Abkommen
verankerten Rechte stört oder bedroht“.
Nach der Bekanntgabe des Ministers teilte die Bewegung für die
Integration und Befreiung der Homosexuellen MOVILH (Movimiento de
Integración y Liberación Homosexual) mit, dass die Organisation während
des gesamten Abstimmungsprozesses anwesend sein werde. „Wir werden
wieder im Parlament präsent sein, um die Teilnahme aller Abgeordneten
des Regierungsbündnisses Concertación sowie die Unterstützung einiger
Senatoren der Partei Renovación Nacional zu sichern.“
Der Kampf um die Ratifizierung dieses Projektes startete im Jahr 1998.
Die MOVILH hat seitdem Dutzende von Sitzungen mit Regierungsmitgliedern,
Abgeordneten und politischen Parteien verschiedener politischer
Richtungen organisiert. Des weiteren organisierte sie Protestmärsche,
öffentliche Veranstaltungen sowie Anklagen und Kundgebungen im In- und
Ausland, um dieses Ziel zu erreichen.
LATEINAMERIKA / KARIBIK
CEPAL -Kongress zur aktuellen Situation von Frauen in der Region
(Lima, 22. August 2007, na).- Mit der Unterzeichnung von 36
Vereinbarungen ging die von der Wirtschaftskommission für Lateinamerika
und die Karibik CEPAL (Comisión Económica para América Latina y el
Caribe) vom 6. bis 9. August in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito
veranstaltete „10. Regionalkonferenz zur Situation von Frauen“ zu Ende.
An der Konferenz nahmen Regierungsvertreterinnen aus 33 Staaten der
Region teil, darunter die chilenische Staatspräsidentin Michelle Bachelet.
Unter den 36 Beschlüssen befinden sich beispielsweise die Forderung nach
Geschlechterparität in den entscheidungsfindenden Instanzen, die
Förderung von Aktivitäten, die über unbezahlte Frauenarbeit aufklären
sowie die Förderung von Programmen, die dazu beitragen, die häusliche
Gewalt gegen Frauen zu beseitigen.
Die CEPAL stellte auf der Konferenz ihren Bericht „Der Beitrag der
Frauen zur Gleichheit in Lateinamerika und der Karibik“ („El aporte de
las mujeres a la igualdad en América Latina y el Caribe“) vor. Das
Papier rückt zwei Schlüsselthemen in der strukturellen Ungleichheit
zwischen Männern und Frauen in den Vordergrund: zum einen die politische
Partizipation und die Geschlechterparität auf allen Ebenen der
Entscheidungsfindung und zum anderen den ökonomischen Beitrag der
Frauen, besonders mit Blick auf unbezahlte Tätigkeiten und die Rolle der
Frauen bei der sozialen Absicherung.
Die Studie zeigt bezüglich der politischen Partizipation, dass Frauen
(die immerhin mit 570 Millionen Einwohnerinnen die Hälfte der
Bevölkerung in Lateinamerika und der Karibik darstellen) nur minimal in
jenen Bereichen vertreten sind, in denen Entscheidungen getroffen werden.
„Alle Staaten, die ein Quotensystem eingeführt haben, erzielten damit
positive Effekte, wie beispielsweise die Tatsache zeigt, dass in einigen
Staaten die Prozentzahl der gewählten Frauen auf etwa 40 Prozent
angestiegen ist,“ berichtet die CEPAL mit Blick auf Argentinien, wo 35
Prozent der Parlamentsabgeordneten Frauen sind, und auf Costa Rica mit
einem Anteil von 38,6 Prozent Frauen im Parlament. Argentinien und Costa
Rica zählen damit zu den zehn Staaten in der Welt mit dem höchsten
Anteil an weiblichen Abgeordneten im Parlament. „Trotzdem“ heißt es in
dem Bericht weiter, „verweisen viele Studien auf die Notwendigkeit,
neben den Wahlsystemen auch zahlreiche Aspekte der politischen Kultur zu
verändern, weil hierdurch strukturelle Ungleichheiten, wie etwa der
ungleiche Zugang zu Geldgebern, ein ungleich großer Einfluss der
sozialen Netzwerke und der ungleiche Zeitaufwand, den Frauen im
Vergleich zu Männern der reproduktiven Arbeit widmen, zustande kommen.“
Bezüglich des ökonomischen Beitrags der Frauen zur Wirtschaft hebt die
CEPAL hervor, dass ungeachtet dessen, dass das Arbeitseinkommen der
Frauen nur bei 70 Prozent des Einkommens von Männern liege, „die Frauen
den grundlegenden Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten, sowohl in dem
sie Geldeinkommen beziehen als auch indem sie einen nicht bezahlten
Beitrag zum Haushalt leisten. Der nicht entlohnte Arbeitsbeitrag kann
als `Reproduktionsabgabe` betrachtet werden, denn er erlaubt die
Einsparung von Kosten für die Gesundheit, für Kinder- und Altenbetreuung
in den Haushalten."
Laut CEPAL leistet etwa die Hälfte der Frauen zwischen 20 und 24 Jahren
den ganzen Tag über unbezahlte Arbeit in ihren Haushalten. Darin äußere
sich, so die CEPAL, klar die allgemeingültige Ansicht von einer
Arbeitsteilung, die Haushaltsarbeit eindeutig als weiblich ansieht.
Dementsprechend erwirtschaften etwa 50 Prozent der über 15-jährigen
Frauen kein eigenes Einkommen, während es bei den Männern der gleichen
Altersgruppe nur 20 Prozent sind.
Hinzu kommt hierbei noch die Doppelbelastung von Frauen, die in ihrem
Haushalt arbeiten und außerdem einer bezahlten Arbeit nachgehen. „Bei
einem durchschnittlichen Arbeitstag von zwölf Stunden arbeiten Frauen
hiervon mehr als fünf Stunden unbezahlt, während ein Mann
durchschnittlich 10,7 Stunden täglich arbeitet und 7,8 Stunden davon
bezahlt werden“, versichert die CEPAL.
Der Generalsekretär der CEPAL, José Luis Machinea, betonte, dass es
unbedingt notwendig sei, „die Demokratisierung der politischen Parteien
und der Wahlsysteme voranzutreiben. Ebenso ist es notwendig, dass die
Regierungen Studien in Auftrag geben, um den Beitrag von nicht bezahlter
Haushaltsarbeit zur Wirtschaft jedes Landes präzise einschätzen zu
können, und vor allem, dass mit dem Ziel, öffentliche Politiken zu
schaffen, Analysen angefertigt werden, die eine soziale Absicherung für
die unbezahlte Hausarbeit ermöglichen.“
LATEINAMERIKA
Farbige Frauen sind am stärksten diskriminiert
(Lima, 22. August 2007, na).- In Lateinamerika und der Karibik leben 75
Millionen farbige Frauen, von denen jedoch noch nicht einmal 50 Frauen
hohe Posten in der Politik oder in der öffentlichen Verwaltung
bekleiden. „Die Ungleichheit und die Ungerechtigkeit sind nicht zu
übersehen: wir haben wenige oder gar keine Vertreterinnen dort, wo
Entscheidungen getroffen werden. Unsere Situation ist eine der
schlimmsten”, sagte die Nicaraguanerin Dorotea Wilson, Koordinatorin des
Netzwerkes afrolateinamerikanischer und afrokaribischer Frauen sowie
Frauen aus der Diaspora. In der Organisation sind Gruppen aus 33 Ländern
vertreten.
Mehr als 90 Prozent der lateinamerikanischen und karibischen
Bevölkerung, die von afrikanischen Sklaven abstammt, sind arm. Sie
können nur auf schlecht bezahlte Beschäftigungen zurückgreifen und
weisen ein niedriges Bildungsniveau auf. In Brasilien zum Beispiel
arbeiten 71 Prozent der farbigen Frauen im informellen Sektor, also ein
höherer Prozentsatz als ihn farbige Männer (65 Prozent) oder weiße
Frauen (61 Prozent) aufweisen. In Kolumbien leben 80 Prozent der
afrikanischen Nachfahren in extremer Armut und auf Cuba wohnen sie trotz
des sozialistischen Systems in den schlechtesten Wohnungen und bekleiden
die am schlechtesten bezahlten Arbeitsposten.
Herausgeber: Nachrichtenpool Lateinamerika e.V., Köpenicker Strasse
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Carolina Könn, Christina Klug, Claudia Hecktor, Conny Gritzner, Cornelia
Derler, Dietrich von Richthofen, Fabian Klein, Frauke Köhler, Grit
Petschick, Henning Alts, Henrike Hochmuth, Ina Soetebeer, Inga Vietzen,
Jan Kühn, Jana Fleschenberg, Katharina Braig, Kathrin Fochtmann, Katrin
Aue, Kerstin Westerbeck, Kristina Vesper, Lilli von der Ohe, Lui
Lüdicke, Mareike Hagemann, Marit Teerling, Nicole Romana Heigl, René
Cofré Baeza, Ricarda Franzen, Sebastian Henning, Sebastian Landsberger,
Silvia Weber, Steffi Ulrich, Thorsten Mense, Yvonne Stolz
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