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Friedensaktivistin und Permakultur-Lehrerin Starhawk darf nicht nach Palaestina

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http://de.indymedia.org/2008/03/210727.shtml

indymedia | Ökologie

Friedensaktivistin darf nicht nach Palästina

17.03.2008

Die US-amerikanische Friedensaktivistin Starhawk ist am 16. März am Flughafen von Tel Aviv durch die isrelischen Sicherheitsbehörden an der Einreise nach Palästina gehindert worden. Sie war auf dem Weg in die West Bank zur Marda Permaculture Farm, um dort ab 28. März für 2 Wochen kostenlos einen Kurs in Permakultur zu geben.

Die in alternativen Kreisen recht bekannte US-amerikanische Friedensaktivistin und Permakultur-Lehrerin Starhawk ist am 16. März 2008 am Flughafen von Tel Aviv an der Einreise nach Israel gehindert und in die USA zurück geschickt worden. Sie war auf dem Weg in die West Bank zur Marda Permaculture Farm, wo sie ab 28. März als Permakultur-Lehrerin kostenlos im Rahmen eines internationalen Kurses über Permakultur lehren wollte.

Der Hintergrund liegt vermutlich darin, dass Starhawk nach eigenen Angaben bereits vor 5 Jahren als Teil einer Gruppe von Freiwilligen des International Solidarity Movements den gewaltlosen Widerstand gegen die Okkupation in der West Bank durch Ihre Anwesenheit als internationale Beobachterin in der Westbank unterstützte. Zu jener Zeit war die Aktivistin Rachel Corrie bei einer gewaltlosen Aktion durch einen israelischen Bulldozer getötet worden.

Auch wenn die diesmalige Anwesenheit Starhawks in Palästina sich vor allem auf ökologische Bildung konzentrieren sollte, die darauf abzielt Permakultur in der Gegend zu fördern und die Teilnehmer_innen befähigen soll, besser mit den drastischen Lebensbedingungen jenseits der durch Israel errichteten Mauer klarzu kommen, scheinen die israelischen Behörden große Angst vor Starhawks Präsenz gehabt zu haben.

Als selbstbewusst für gewaltlosen Widerstand eintretende Aktivistin jüdischer Herkunft erklärt sie diese Angst vor Gewaltlosigkeit folgendermaßen:

"Gewalt attackiert den Körper, aber Gewaltlosigkeit bedroht etwas tieferes und dünneres - die Selbstwahrnehmung und die Rationalisierung, die gute Menschen bewegt, in einer grausamen und herzlosen Art zu handeln. Der Israel/Palästina-Konflikt ist im großen Maßstab mit den Dynamiken von familärem Missbrauch vergleichbar. Israel ist das missbrauchte Kind, welches zu einer Person heranwächst, die selbst Missbrauch verübt.

Missbrauchtäter_innen fühlen sich selbst als Opfer - und wahrhaftig ist das jüdische Volk Opfer geworden, immer und immer wieder im Lauf der Geschichte, was seinen Höhepunkt in den unverheilten Wunden des Holocaust fand. Jeder Raketenangriff, jede wilde Schiesserei in einer Yeshivah [jüd. Talmudschule; Anm. d. Übers.], jeder Selbstmordanschlag in einem Bus bestärkt das Gefühl von Angst und Verfolgung, das darum seinerseits nach Gewalt schreit." (Quelle: www.starhawk.org).

Ähnlich wie Gandhi und andere Koryphäen des gewaltlosen Widerstands widerspricht Starhawk der Auffassung, das Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen Werten nicht dennoch in Frieden miteinander leben können. Vielmehr geht es Ihr darum, zu beweisen, dass das genaue Gegenteil der Fall ist und das es notwendig ist, jene Gruppen zu unterstützen die neben ihrer gewaltfreien Arbeit vor Ort auch auf die Gewalt hinweisen, sie öffentlich machen.

Tami Brunk, die internationale Koordinatorin der Marda Permaculture Farm, ist mittlerweile auf der Suche nach einem kompetenten Ersatz für Starhawk, damit der zweiwöchige Kurs, der von Frewilligen aus den USA, Israel und Palästina vorbereitet wurde, nicht doch noch für die rund 50 lokalen, regionalen und internationalen Teilnehmer_innen ausfällt.

Die Marda Permuculture Farm, die mitten in der Westbank situiert ist, hat das Ziel, in der Region Selbstversorgung, die Entwicklung praktischer Lösungen und einer eigenen Würde bei den Menschen in Palästina zu fördern. Dies vor allem, um der massiven Arbeitslosigkeit, den hohen Preisen für Energie und dem immer weiter zurückgehenden Zugang zu Wasser und Boden zu begegnen.

Das Farm- und Trainingsprojekt erfährt internationalen Zuspruch: Einzelpersonen, Gruppen und NGOs aus der ganzen Welt, auch aus Israel, haben ihre Unterstützung gezeigt. Es ist Teil des Global Village Instituts, der englischen Permaculture Association und dem Global Ecovillage Network. [littleblacknemo]

Was mensch tun kann:

Schreibt der israelischen Botschaft in Berlin, dass Ihr nicht mit der Ausweisung von Starhawk einverstanden seid und dass ihr darum bittet, dass diese rückgängig gemacht wird, damit Starhawk den Kurs anleiten kann.

Die Adresse der Israelischen Botschaft in Berlin:
Botschaft des Staates Israel, Auguste-Viktoria-Str. 74-76, 14193 Berlin Telefon: (030) 89 04 55 00
E-Mail-Adresse: botschaft ät israel.de

Mehr Infos zur Person Starhawk:
http://www.starhawk.org/

Mehr Infos zur Marda Permaculture Farm:
http://www.thefarm.org/charities/i4at/marda/

Mehr Infos über Permakultur:
http://www.permakultur.de

24.03.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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