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Die jüdischen Rabbiner eroberten am Mittwoch das Podium, umzingelt von
einigen der kämpferischsten Feinde Israels. Aber statt die Juden
niederzuschießen, wird die Botschaft des orthodoxen Rabbiners Ahron Cohen
von den Offiziellen der HAMAS sowie Libanons HISBOLLAH mit Beifall begrüßt
- beide Gruppen stehen auf der Terroristen-Liste der USA. Cohen, aus
Manchester (England) stammend, und die drei US-Rabbiner sind Mitglieder der
Gruppe Neturei Karta, die sich dem israelischen Existenz-Anspruch und dem
Zionismus widersetzt. "Für einen Juden ist es besser, friedfertig hierher
zu kommen und zu zeigen, daß wir in Frieden mit unseren arabischen Nachbarn
zusammen leben können und um das Grund-Unrecht der zionistischen Idee zu
demonstrieren, und ich empfinde Demut und fühle mich bevorzugt, hierher
kommen zu dürfen," erklärte Cohen auf der Konferenz mit dem Titel "Das
Recht des Palästinensischen Volkes auf Rückkehr in seine Heimat". Die
Botschaft des Rabbiners war nicht neu, aber der Schauplatz - Rabbiner und
eingeschworene Feinde Israels diskutieren im Libanon, ein arabisches Land,
das sich noch mit dem jüdischen Staat im Krieg befindet, die
Palästinafrage.
Dutzende Aktivisten aus aller Welt nehmen an der dreitägigen Konferenz
teil, die von der "Internationalen Vereinigung der Parlamentarier zur
Verteidigung der Palästinensischen Sache" organisiert wird. Die
Parlamantarische Vereinigung wird von Ali Akbar Mohtashemi, dem früheren
Innenminister des Irans, angeführt, einem erbitterten Feind Israels und
Sponsor der Hisbollah. Libanon verfügte einst über eine blühende jüdische
Gemeinde, jedoch flohen die meisten ihrer Mitglieder während des
libanesischen Bürgerkrieges von 1975 bis 1990 und nur wenige glaubten, dort
verbleiben zu können.
Die Lehre von Cohens Gruppe besagt, daß Juden vor dem Eintreffen des
allgemein akzeptierten Messias keine weltliche Macht zur Gründung eines
jüdischen Staates anwenden dürfen. Cohen fügte hinzu, seine Gruppe fördere
die enge Verbundenheit mit Arabern, insbesondere Palästinensern, und lehne
die Bewegung zur Etablierung des Staates Israel, den Zionismus, ab.
"Zionisten können in keiner Weise die Judenheit repräsentieren," sagte
Cohen, der eine an die Brust gesteckte, die palästinensische Flagge
zeigende Plakette trug. Rabbiner Moshe Hirsch, Anführer von Neturei Karta,
betrachtet sich selbst als palästinensischer Jude. Die Gruppe nahm häufig
an pro-palästinensischen Aktivitäten teil, einschließlich eines Besuches im
vergangenen November zur Grabstätte des Palästinenserführers Jassir Arafat
in Ramallah.
Der Repräsentant der libanesischen HAMAS, Osama Hamdan, erklärte, seine
Grupe achte die Juden. "Unser wahres Problem besteht mit der (israelischen)
Okkupation, und wenn diese Okkupation zu erklären versucht, sie gehöre zu
einer bestimmten Religion, so ist das deren eigenes Problem," erklärte
Hamdan. Abdullah Kassir, ein Hisbollah-Mitglied des libanesischen
Parlaments, sagte, Juden sind Leute, "welche wir achten und mit denen wir
koexistieren wie mit anderen Gesellschaften. Wir sind gegen den Zionismus,
der eine rassistische Ideologie repräsentiert, welche das Land der
Palästinenser an sich reißt."
Doch trotz der von den Rabbinern offensichtlich gezeigten Herzlichkeit,
wurden sie von Leibwächtern, offenbar Hisbollah-Mitgliedern, begleitet und
die Organisatoren der Konferenz warnten sie, nicht alleine in Beirut
herumzuspazieren, da die hiesigen Menschen ihren Anblick nicht gewohnt
sind. Die Rabbiner erklärten, sie wüßten nicht, ob Hisbollah-Führer Scheich
Hassan Nasrallah, welcher Israel regulär verurteilt und droht, sie treffen
wird. "Wir hoffen auf eine Begegnung, wer immer uns begegnen möchte," sagte
einer der amerikanischen Rabbiner, Dovid Yisroel Weiss, aus Monsey (New
York). "Juden, Araber, Juden und Moslems können zusammen leben, (und) haben
zusammen gelebt. Wir wollen in Frieden mit einander leben."
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