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USA/Nahost: Allawi verliert // Wieder nur Propaganda // Ein neuer Irak - ein neues Leben? // US-Jets fliegen ueber Iran // Waffen fuer Israel // Democracy At Gunpoint

  • Allawi verliert
  • Wieder nur Propaganda Hintergründe einer "bewegenden Szene"
  • Kanada in den Irak? Mögliche Beteiligung an Besatzung
  • Ein neuer Irak - ein neues Leben? Reise in den Irak: 6. bis 13. Dezember 2004
  • US-Jets "fliegen über Iran, um potentielle Ziele auszuloten"
  • Waffen für Israel
  • Organisation oder blinder Terror? »Auge in Auge mit den Besatzern«. Neues Buch über den Widerstand im Irak
  • Democracy At Gunpoint
  • Iraq Army 'Intimidated by Rebels'
  • What the imperialists forgot Iraqi people expose the myth of U.S. invincibility
  • Iraq clashes intensify
  • Iraqi oil pipeline sabotaged
  • Video: The complete video of the downed British Plane by the Iraqi Resistance. download the zip file http://alhesbah.net/movie/movie_iraq.zip

Allawi verliert

von Borzou Daragahi
Globe and Mail / ZNet 05.02.2005

Bagdad. Die gestern veröffentlichten ersten Teilergebnisse zu den Wahlen im Irak lassen eine glatte Niederlage der Koalition unter Interims-Premierminister Ayad Allawi erwarten. Diese Niederlage geht zugunsten einer Liste, hinter der ein hoher Geistlicher mit Verbindungen nach Teheran steht (Großajatollah al-Sistani). Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt mitten in einer neuen Welle der Gewalt, der bislang mindestens 26 Iraker und 2 US-Marines zum Opfer fielen (kurz nach der Wahl war es zunächst ruhig geblieben). Es handelt sich um erste, unvollständige Ergebnisse aus Bagdad und den 5 schiitisch dominierten Provinzen. Mr. Allawis Chancen auf einen Platz in der neuen Regierung scheinen zu sinken. Allawi ist ein Ex-CIA-Protegé mit Rückendeckung aus Washington. Erwartet wurde, daß er zumindest in Bagdad viele Stimmen erringt. Bei der Bagdader Auszählung entfallen bislang lediglich 140.364 der Stimmen auf Allawi, während die 'Vereinigte Irakische Allianz' - gesponsert durch Großajatollah Ali al-Sistani -, 350.069 Stimmen erhielt. Schiitenführer Al-Sistani verbrachte viele Jahre im Iran. In den 5 überwiegend schiitischen Provinzen, die ausgezählt wurden, wird die Führung der 'Allianz' noch deutlicher. Mancherorts führt die 'Allianz' hier im Verhältnis 5 zu 1 vor Allawi. Insgesamt kann die 'Allianz' 1,1 Millionen der 1,6 Millionen Stimmen des schiitischen Südens für sich verbuchen (inklusive ihrer Stimmen aus 10% aller Bagdader Wahllokale). An zweiter Stelle - mit 360.500 Stimmen - rangiert die Liste Allawis.

Sharif Ali bin Hussein ist Führer der sunnitisch-orientierten 'Konstitutionellen Monarchie-Partei'. Er bezeichnet die Wahlen als "Sistani-Tsunami" - ein Tsunami, der sowohl Bagdad als auch Washington erschüttern werde. "Die Amerikaner sollten sich besser auf einen Schock gefaßt machen", so Hussein. "Viele Leute in diesem Land werden aufwachen und schockiert sein". Safwat Rashid ist Mitglied der 'Unabhängigen Wahlkommission' des Irak. Er warnt Beobachter, nicht zuviel in die Auszählungsergebnisse hineinzuinterpretieren. Die Stimmen der sunnitischen und kurdischen Provinzen seien noch nicht ausgezählt. Erst in 10 Tagen sei mit Endergebnissen und endgültigen Zahlen zur Wahlbeteiligung zu rechnen. "Im Moment kennt nur Gott, der Allmächtige, allein die endgültige Wahlbeteiligung", so Rashid. Aber auch er gibt zu, die aus Bagdad gemeldeten Ergebnisse stammten aus "gemischten" Vierteln mit sowohl schiitischer als auch sunnitischer Bevölkerung. Hier waren hohe Gewinne für Allawi erwartet worden.

Viele Analysten glauben, Allawi werde aufgrund seines schlechten Abschneidens wohl kaum auf seinen Ministerpräsidentensessel zurückkehren. Kurden und nichtreligiöse Iraker hatten gehofft, Allawi könne die 'Vereinigte Irakische Allianz' ausstechen. Viele hegen die Befürchtung, bei der 'Allianz' handle es sich um eine Frontorganisation Teherans, die eventuell auf die Errichtung eines islamischen Gottesstaats pochen werde. Auch westliche Offizielle in Bagdad scheinen sich auf eine Niederlage Allawis vorzubereiten. Die 'Allianz' "ist eine sehr diverse Gruppe von Leuten - das geht von verwestlichten Unabhängigen über Sunni-Sheiks bis hin zu Leuten, die tatsächlich an einen islamischen Staat glauben. Wird schwer sein, die Einheit zu wahren", so ein Diplomat hoffnungsvoll. Laut eines politischen Insiders ruft Allawi für Mittwoch zu einem Treffen mit den politischen Repräsentanten der anderen Gruppen auf. Damit wolle er sich bei der 'Allianz' wieder lieb Kind machen. Die Führer der 'Allianz' sind voller Zuversicht. Sie glauben, sie werden die nötige Mehrheit von 138 Parlamentssitzen erreichen und so das neue Kabinett stellen. "Ich glaube, wir haben es fast geschafft, vielleicht sogar schon mehr (Stimmen)", so Adnan Ali al-Kadhimi, stellvertretender Wahlkampfleiter von Ibrahim al-Jaffari, der Nummer 2 auf der 'Allianz'-Liste. Eine 'Allianz'-Regierung werde aber auch hohe Ämter an Sunniten vergeben, so al-Kadhimi - auch wenn die Sunniten größtenteils nicht zur Wahl gingen. Die Sunniten hatten Angst vor Gewalt Gewalt, wie sie gestern erneut aufflammte.

Bei einer Serie von Anschlägen kamen rund 30 Personen ums Leben. Südlich von Kirkuk stoppten Aufständische einen Minibus. Die Armeerekruten im Bus mußten aussteigen. 12 wurden erschossen. In Bagdad kam es nahe des Flughafens zu einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi mit Ausländern. Der Konvoi wurde von Humvees des USMilit ärs eskortiert. Bei einem weiteren Anschlag gelang es Aufst ändischen, 5 irakische Polizisten und einen Major der irakischen Nationalgarde zu töten. In der Provinz Anbar kamen bei Zusammenst ößen 2 US-Marines ums Leben. In Baqouba wurden zwei irakische Vertragsarbeiter von Bewaffneten getötet. Die Arbeiter waren unterwegs zur Arbeit auf einer US-Militärbasis, als ihr Fahrzeug plötzlich unter Beschuß geriet.

Übersetzt von: Andrea Noll
Orginalartikel: "Defeat For Allawi"

http://www.zmag.de/
artikel.php?id=1343&PHPSESSID=7c7114f2b540c135cfa09c6ceeb0edc3

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                       Wieder nur Propaganda
               Hintergründe einer "bewegenden Szene"

06.02.2005

Berichten - auch deutscher Medien - zufolge war es ein bewegender Moment, als eine Irakerin die Mutter eines im Irak getöteten USSoldaten während der Rede des US-Präsidenten George W. Bush während seiner Rede zur Lage der Nation umarmte, während sich beide in einer Loge mit Laura Bush, der Frau des Präsidenten, aufhielten. http://www.faz.net/s/Rub28FC768942F34C5B8297CC6E16FFC8B4/
Doc~EC3101321653F4B49BDDB8957883B46E2~ATpl~Ecommon~Scontent.html http://sfgate.com/cgi-bin/object/article?f=/c/a/2005/02/03/ MNG6UB51PD1.DTL&o=4

Bush stellte die Irakerin mit den Worten vor: "Eine der führenden Verfechterinnen des Iraks für Demokratie und Menschenrechte ist Safia Taleb al-Suhail. Sie sagt über ihr Land: 'Wir wurden 35 Jahre lang von Saddam Hussein besetzt. Das war die wahre Besatzung. Dank Ihnen, dem amerikanischen Volk, die die Kosten getragen haben, aber vor allem den Soldaten.' Vor elf Jahren wurde Safias Vater von Saddams Geheimdienst ermordet. Vor drei Tagen war Safia in Baghdad schließ- lich in der Lage, über die Führer ihres Landes abzustimmen - und wir fühlen uns geehrt, daß sie heute Nacht bei uns ist." Die Berichte vergessen auch nicht zu erwähnen, daß Bush hierbei etwas feuchte Augen bekam.

Angesichts der Tatsache, daß die US-Regierung in der Vergangenheit bei der Inszenierung solcher "bewegender Momente" wenig Respekt gegenüber der Wahrheit gezeigt haben - hier sei nur an die "Brutkastenl üge" erinnert - scheint ein genauerer Blick mehr als angebracht. http://www.pressehuette.de/freiraum/03-05.htm

Diese von der Washington Post nur als "eine Frau" bezeichnete Besucherin war tatsächlich alles andere als eine einfache
Irakerin, die unter der Diktatur Saddam Husseins gelitten hat.

Zwar scheint die Behauptung, ihr Vater sei durch den irakischen Geheimdienst ermordet worden zuzutreffen - zumindest wird sie ausreichend oft wiederholt - dies ist aber keineswegs die ganze Wahrheit. So berichtete die jordanische Al-Bawaba (der Original- (http://www.albawaba.com/en/main/ ) Artikel unter der Adresse http://www.albawaba.com/news/index.php3?sid=266032&lang=e&dir=news ist aufgrund einer Umstellung der Website nicht mehr erreichbar) im Dezember 2003, daß eine Schwester al-Suhails nicht nur den durch die US-Invasion gestürzten irakischen Präsidenten wegen des Mordes an ihrem Vater verklagen wollte, sondern auch, daß dies nur aufgrund eines Hinweises seitens der USA geschehen sei.
http://www.womenforiraq.org/safiaalsouhail.php
www.ccmep.org/2003_articles/Iraq122003_daughter_of_slain_iraqi_ oppositi.htm

Demnach hatte ihr Vater, Scheich Taleb al-Suhail al-Tamimi, zuvor einen Staatsstreich im Irak geplant. "Die Stunde null für die Durchführung des Putsches war auf einen bestimmten Tag im Juni 1993 festgelegt worden, wenn Saddam bei einem offiziellen Anlaß in Baghdad gewesen wäre", so Nora al-Tamini. "Aber die Amerikaner, die nicht wollten, daß der Putsch Erfolg hatte, möglicherweise weil sie sicher waren, daß mein Vater nicht ihrer Politik folgen würde, gaben Saddam einen Hinweis über den bevorstehenden Putsch meines Vaters und lieferten die Namen seiner engsten Helfer", sagte sie. "Sie alle starben in Saddams Folterkammern." Ihr Vater selbst wurde am 12. April 1994 in Beirut erschossen. Die libanesischen Behörden beschuldigten und verhafteten vier Diplomaten der irakischen Botschaft der Tat, diese wurden aber schließlich aufgrund ihrer diplomatischen Immunität freigelassen.

Die ganze Familie hatte das Land schon 26 Jahre zuvor, im Jahr 1968, nach der Machtergreifung Husseins, verlassen. Dies wird auch durch eine bereits im August 2003 erschienene Biographie Safia Al-Souhails bestätigt.
http://www.womenforiraq.org/safiaalsouhail.php

Schon zuvor hatte sie sich als Direktorin der "International Alliance for Justice" ("Internationale Allianz für Gerechtigkeit") und Verlegerin der "unabhängigen Zeitung" Al-Manar Al-Arabi hervorgetan. http://www.9neesan.com/docs/doc83.htm

Diese Organisation ist allerdings zwischenzeitlich offenbar vollst ändig aufgelöst worden, da Links auf die Website dieser Organisation von anderen Websites mittlerweile ins Leere laufen. Sowohl die Internetdomain www.i-a-j.org als auch die Internetdomain www.a-i-j.org (offensichtlich die französische Schreibweise) sind seit dem 24. September 2004 auf ein slowakisches Unternehmen registriert, wobei auf der erstgenannten jetzt ein zumindest äußerst zweifelhaftes Computerprogramm beworben wird.
http://www.kurdishlibrary.org/Kurdish_Library/Aktuel/Irak-kriget/ Appeal_Press_release/Appeal_030226_France.htm

Auch dem US-Außenministerium war sie schon vor Beginn des völkerrechtswidrigen Einmarsches der USA in den Irak eine ausführliche Darstellung wert.
http://usinfo.state.gov/regional/nea/iraq/voices/voices.pdf http://usinfo.state.gov/regional/nea/iraq/voices/voicese.htm

Tatsächlich kann dies kaum verwundern. Nicht nur, daß sie an einer Delegation beteiligt war, die am 2. Dezember 2002 den britischen Premierminister Tony Blair über die Menschenrechtsverletzungen Saddam Husseins "informierte", sie veröffentlichte auch einen entsprechenden Artikel bei der Organisation "Foundation for the Defense of Democracies" ("Stiftung zur Verteidigung von Demokratien"). Ein Blick auf die an dieser Organisation Beteiligten fördert derart viele bekannte Namen zutage, daß an ihrer Zielsetzung kaum Zweifel bestehen können. Hierzu gehören Newt Gingrich, James Woolsey, Charles Krauthammer, Bill Kristol und Richard Perle.
http://www.defenddemocracy.org/usr_doc/Ongoing_War.pdf
http://www.defenddemocracy.org/biographies/biographies.htm

Noch Ende 2003 wurde der Kurde Bakhtiar Amin als Geschäftsführer der "International Alliance for Justice" genannt. Schon wenige Tage nach Beginn des Irakkriegs hatte Amin in mehreren US-Botschaften Vorträge gehalten.
http://www.pittsburghlive.com/x/tribune-review/specialreports/ iraqgraves/s_170170.html
http://www.usembassy.at/en/embassy/photo/amin.htm
http://warsaw.usembassy.gov/poland/pr040703.html

Darüberhinaus ist er aber auch der Ehemann von Safia Taleb alSuhail, mit der er auch ein Kind hat. Außerdem ist er aber der von den US-Besatzern eingesetzte "irakische Übergangsminister für Menschenrechte", der die Todesstrafe im Irak wieder eingef ührt hat.
http://www.ceiberweiber.at/news/awad-geissler.htm
www.news24.com/News24/World/Iraq/0,6119,2-10-1460_1569909,00.html

Safia Taleb al-Suhail eine "einfache Irakerin", die nun glücklich war, das erste Mal wählen zu dürfen? Sicher nicht.

Und selbst die Behauptung, daß Feldwebel Byron W. Norwood, der Sohn der Frau, die sie so effektvoll umarmte, bei der Eroberung der Stadt Fallujah getötet worden sei, ist zumindest äußerst zweifelhaft. So gab das US-Verteidigungsministerium den Ort seines Todes mit "der Provinz al-Anbar" an. In dieser liegt zwar auch Fallujah, zum damaligen Zeitpunkt wurde Fallujah in Verlustmeldungen des Pentagon allerdings direkt benannt, wie eine weitere Meldung vom gleichen Tag belegt.
http://www.defenselink.mil/releases/2004/nr20041115-1535.html http://www.defenselink.mil/releases/2004/nr20041115-1536.html

http://www.freace.de/artikel/200502/060205b.html

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                       Kanada in den Irak?
                Mögliche Beteiligung an Besatzung

06.02.2005

Am Samstag berichtete der Toronto Star, daß es möglicherweise zu einer Beteiligung Kanadas an der Besetzung des Iraks kommen könnte. http://www.thestar.com/NASApp/cs/ContentServer?pagename=thestar/ Layout/Article_Type1&c=Article&cid=1107558613201

Demnach wird erwartet, daß US-Präsident George W. Bush den kanadischen Premierminister Paul Martin beim NATO-Treffen am 22. Februar in Brüssel um die Entsendung von Soldaten bitten. Diese sollen beim "Wiederaufbau" - eine in diesem Zusammenhang angesichts der weiterhin äußerst mangelhaften Versorgung sogar mit so grundlegenden Gütern wie Strom, Wasser, Benzin und Gas sicher nicht ernstzunehmende Bezeichnung - und der "Ausbildung" der "irakischen Streitkräfte" helfen.

Die Zahl der zu entsendenden Soldaten wird dabei auf etwa 40 geschätzt. Bisher ist keine dahingehende Entscheidung getroffen worden, hochrangige Quellen sagten jedoch, daß dieses Mal die Bitte der USA wesentlich wohlwollender betrachtet werde, als jene vor zwei Jahren.

Einem Artikel vom Sonntag zufolge kündigten bereits mehrere Oppositionsparteien mehr oder weniger offen Widerstand gegen eine solche Beteiligung Kanadas im Irak an.
http://www.thestar.com/NASApp/cs/ContentServer?pagename=thestar/ Layout/Article_Type1&c=Article&cid=1107643814675

Insbesondere der Führer der Konservativen Partei, Stephen Harper, zeigte sich wütend, ließ allerdings auch durchblicken, daß er möglicherweise bereit sei, eine Entsendung zu unterstützen. "Ich habe eine Wahlkampagne durchgemacht, in der der Premierminister mich beschuldigt hat, geheime Pläne zur Entsendung von Soldaten in den Irak zu haben. Wenn sich herausstellt, daß er geheime Pläne hat, wäre dies die größte Wahltäuschung der Geschichte", sagte er.

Mit einer Entsendung kanadischer Soldaten in den Irak - unter welchem Vorwand auch immer - würde sich einer der bisher entschiedensten Kriegsgegner auf die Seite der USA schlagen.

http://www.freace.de/artikel/200502/060205a.html

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                   Ein neuer Irak - ein neues Leben?
              Reise in den Irak: 6. bis 13. Dezember 2004

Dr. Eva-Maria HOBIGER

Im Juni 2004 waren wir zuletzt im Irak, spätestens für Oktober hatten wir die nächste Reise geplant. Es sollte Dezember werden, bis es endlich so weit war und die Vorbereitungen für diese Reise führten zeitweise zum Verbrauch aller unserer Geduldreserven und auch die Vorzeichen für diese Reise waren alles andere als erfolgversprechend. Seit unserem letzten Hilfstransport im Juni hatte sich die Sicherheitslage im Irak erneut deutlich verschlechtert und die Gewaltakte gegen Ausländer und Iraker, die für Ausländer arbeiteten, nahmen täglich an Frequenz und Brutalität zu. Auch Mitglieder von Hilfsorganisationen wurden vermehrt zum Ziel von Entführungen und Hinrichtungen. Einen absoluten Tiefschlag für die humanitäre Arbeit im Irak bedeutete die Nachricht von der wahrscheinlichen Ermordung von Margaret Hassan, der Leiterin der Hilfsorganisation "Care" im Irak. Diese Meldung erschütterte wohl alle, die im Irak Hilfe geleistet hatten und noch leisten und verständlicherweise hatten auch wir Zweifel, ob eine Reise in diesem Jahr wohl noch möglich wäre. Dem stand die Tatsache entgegen, dass der Medikamentenvorrat im Kinderspital in Basra zur Neige ging und unsere Hilfe dringendst gebraucht wurde.

Im November 2004 begannen die Koalitionstruppen eine militärische Großoffensive in Falluja, was zu einer Sperre der Transitstraße führte und damit war uns der Weg, über den wir unsere Hilfsgüter immer transportiert hatten, nämlich über Amman und dann per LKW nach Basra, verwehrt. Auch nachdem die Offensive für beendet erklärt wurde, blieb die Straße gesperrt und keine jordanische Spedition nahm einen Transportauftrag in den Irak an.


Kein Geld für den Irak

Wieviele Tote hat dieser Krieg tatsächlich gefordert? Die genauen Zahlen werden wir nie kennen, aber Anfang November erschien in der renommierten Zeitschrift "Lancet" ein Artikel, in dem von 100.000 toten Irakern im Gefolge des Krieges im Frühjahr 2003 die Rede ist. Nicht eingerechnet in dieser Zahl sind die, die aufgrund der miserablen Zustände in den Spitälern sterben, infolge von verunreinigtem Trinkwasser etc. Und täglich hören wir die Meldungen über Anschläge, bei denen vorwiegend Iraker ums Leben kommen. Wir sind diese Meldungen schon so gewohnt, dass wir sie kaum mehr wahrnehmen, großteils wird darüber auch gar nicht mehr berichtet. Das Thema "Irak" ist kaum mehr interessant für die Medien und so kam es, dass einer der Gründe des Aufschubes unserer Reise auch die mangelnde Finanzierungsmöglichkeit eines Hilfstransportes war. Wer spendet noch für irakische Kinder? Unser Hilfsprojekt - und damit das Leben der schwerkranken Kinder in Basra - aber ist einzig und allein von Spenden abhängig. Die wenigen Spenden, die seit Monaten eingingen, reichten für eine Hilfslieferung einfach nicht aus. Es waren schließlich drei Organisationen, die einen neuerlichen Hilfstransport doch noch ermöglichten: Caritas Österreich, Difäm in Tübingen und IPPNW Deutschland.

Unsere Trinkwasseraufbereitungsanlage, die wir im September auf die lange Reise Hallein - Hamburg - Abu Dhabi - Kuwait - Basra geschickt hatten, stand vorläufig in Kuwait auf einem Lagerplatz und wartete auf den Weitertransport nach Basra. Die österreichischen Ingenieure, die die Anlage in Basra hätten installieren sollen, hatten aus verst ändlichen Gründen ihre Mitarbeit abgesagt. Irakische Ingenieure, die die Installation vornehmen konnten, mussten nun erst gesucht werden, Preise mussten ausgehandelt werden. Soviel an Organisationsarbeit forderte noch kein Hilfstransport zuvor.


Wien-Kuwait-Basra

Schließlich aber stand fest: wir (d.h. DI Bashar Hindo und ich) und auch unsere Hilfsgüter (8,3 Tonnen Medikamente und medizinisches Material) werden über Kuwait nach Basra reisen, allen Warnungen zum Trotz. Uns fehlte jegliche Erfahrung auf diesem Weg. Als schon alles geklärt schien, die Fracht schon in Wien am Flughafen war und sogar unsere Flüge reserviert waren, fiel die wöchentliche Frachtmaschine von Amman nach Kuwait aus. Neuerliches Verschieben, neuerliches Umbuchen. Aber am 30. November war es dann endlich soweit: Unsere Hilfsgüter reisten über Wien-Maastricht-Amman-nach Kuwait. Von dort sollten sie weiter nach Basra transportiert werden.

Am 6. Dezember flogen wir beide von Wien nach Amsterdam und von dort nach Kuwait City. In den Nachrichten an Bord hörten wir, dass die USA neuerlich Luftangriffe gegen Falluja fliegen und die Helfer des Roten Halbmondes die Ruinenstadt erneut verlassen mussten, weil "die Lage in der Stadt nicht genügend Schutz biete". Endlich im Flugzeug, wich auch langsam die Spannung, die mir in den letzten Wochen zugesetzt hatte. Es ist nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen, von der einem nahezu alle, ob in Österreich, ob im Irak, abraten. Vor uns lag eine große Ungewissheit, schließlich waren wir noch nie über Kuwait in den Irak gereist. Bashar ist irakischer Staatsbürger, wird er Probleme in Kuwait haben? Wir hatten nur ein Eintrittsvisum nach Kuwait erhalten, keines für einen Wiedereintritt nach unserem Irakaufenthalt. Was, wenn man uns die Wiedereinreise verweigern würde? Wenige Tage vor unserem Abflug hatten wir eine Kontakttelefonnummer genannt bekommen, Dr. Faisal Alkazemi, Unternehmer in Kuwait, und er hatte mir versprochen, für alles zu sorgen. Acht Stunden dauerte der Flug von Wien über Amsterdam nach Kuwait und es war schon nach Mitternacht, als wir in Kuwait City landeten. Trotzdem standen Dr. Faisal und General Mohammed am Flughafen, um uns willkommen zu heißen, sicher durch den kuwaitischen Zoll zu leiten und uns dann auch noch in einem sehr guten Hotel unterzubringen. Unserem zaghaften Protest wegen des teuren Hotels wurde entgegengehalten: "Ihr seid unsere Gäste!" Am gleichen Abend kam auch die Frachtmaschine mit unseren Hilfsgütern in Kuwait an.

Der nächste Tag war ausgefüllt mit der Erledigung aller bürokratischen Hürden. Während Dr. Faisal sich um unsere Wiedereinreisevisa und um unsere Hilfsgüter kümmerte, sorgte General Mohammed für meine Ausreisegenehmigung aus Kuwait in den Irak (Bashar als Iraker brauchte das nicht) Am späten Nachmittag war alles geregelt, und am nächsten Morgen verlassen wir Kuwait City auf einer vierspurigen Autobahn und werden zur kuwaitsch-irakischen Grenze gebracht. Das Niemandsland passieren wir mit einem Shuttlebus, da Autos mit kuwaitischen Kennzeichen im Irak nicht fahren dürfen. Dann langes Warten im eisigen Wüstenwind, es geht zu Fuß weiter samt unserem Gepäck. Auf der irakischen Seite erwarteten uns drei Männer, die uns nach Basra bringen sollten. Ab jetzt reise ich mit dem "Hidjab", dem Kopftuch. Auf der kurzen Strecke von Safwan an der kuwaitischen Grenze bis Basra (ca. 1 Autostunde) gab es unzählige Kontrollposten (Checkpoints), oft war einer in Sichtweite des anderen angebracht. Einige der Checkpoints waren mit maskierten Bewaffneten besetzt, als wir uns näherten, dachte ich, das müssten Terroristen sein, aber dann erfuhren wir, dass es sich um irakische Nationalgardisten handelte. Die "Iraqi National Guards" werden von der Bevölkerung geschätzt, da sie hart durchgreifen und zumindest versuchen, für Ordnung zu sorgen. Englische Soldaten sahen wir auf der ganzen Strecke nicht.

Dann schließlich in Basra: Größer könnte der Gegensatz nicht sein, noch die Bilder des reichen und luxuriösen Kuwait im Kopf, sieht man hier die Slums von Basra. Dort alles sauber und gepflegt, hier alles verwahrlost. Es hat in der letzten Nacht geregnet und da das Kanalsystem nicht funktioniert, steht das Wasser überall in den Straßen. Der Müll schwimmt auf den riesigen Pfützen. Verfallene Häuser, die Polstermöbel, die direkt auf der Straße ausgestellt sind, sind mit Plastik abgedeckt. Der Gegensatz verdeutlicht, was in diesem Land schief gelaufen ist in den letzten Jahrzehnten. "New Iraq, new life, new Basra" (Ein neuer Irak, ein neues Leben, ein neues Basra) kann man am Stadtrand auf einer überdimensionalen Tafel lesen. Bis jetzt allerdings nur leere Worte. Fotografieren auf der Straße ist nun genauso unmöglich geworden, wie es früher war, wenn auch aus anderen Gründen. Wir fahren durch die Straßen von Basra. Immer wieder sehe ich überdimensionale Tafeln, auf denen Parolen für den Aufbau des "neuen Irak" prangen. Eines zeigt einen Mann, die Kalaschnikow in der einen Hand, eine Schaufel in der anderen. Kaum hält das Auto vor einer Kreuzung, stehen sofort mehrere bettelnde Frauen davor. Die Zahl der unterernährten Kinder hat sich nach Angaben von UNICEF während der vergangenen zwei Jahre fast verdoppelt. Hunderttausende Kinder unter fünf Jahren seien unternährt, sagte Carol Bellamy, die Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks am 5. Dezember, viele leiden unter chronischem Durchfall. Kein Wunder, zwei Tage später werde ich hören, dass das Abflussrohr eines der großen Spitäler die Abwässer ungeklärt in den Fluss leitet - leider kein Einzelfall im Irak.

So kalt habe ich Basra noch nie erlebt, mich friert erbärmlich an diesem Tag. Es hat acht Grad, es regnet in Strömen und hier gibt es nirgends eine Heizung. Wir wohnen wie immer im Haus des Erzbischofs und als man Radiatoren in unsere kalten Zimmer stellt bin ich sehr dankbar. Meine Freude währt aber nur kurz: Es gibt kaum Strom in Basra, die Generatoren rattern überall - solang es Treibstoff gibt. Oft genug ist auch der nur am Schwarzmarkt zu weit überhöhten Preisen erhältlich. Der Generator im Bischofshaus muss jedes Mal bei Stromausfall manuell eingeschaltet werden, daher gibt es nachts keinen Strom im Haus und also auch keine Wärme. Es gibt auch kein warmes Wasser morgens. Warum die Stromversorgung noch immer nicht funktioniert, weiß niemand wirklich, dafür zirkulieren aber unzählige Gerüchte. Es gibt auch wieder tagelang kein Fließwasser und das Telefon funktioniert ebenfalls seit Tagen nicht. Es gelingt uns während der ganzen Zeit nicht, in die benachbarte Stadt Nasiriya zu telefonieren. Mein Tagebuch schreibe ich nachts bei Kerzenlicht, in meinem Schlafsack eingewickelt.


Plastikblumen anstelle von Medikamenten

Auch im Ibn Ghazwan Mutter-Kind-Spital hat sich nichts verändert, bis auf die Tatsache, dass es immer mehr verfällt. Ein Kuriosum fällt mir gleich beim Eingang auf: In der Halle stehen etliche Plastikpflanzen, man hat einige auch auf den Stationen verteilt. Vom Direktor werden wir später hören, dass diese vom Gesundheitsministerium zur "Versch önerung" des Krankenhauses geschickt worden wären. Medikamente gäbe es allerdings keine vom Ministerium und die Medikamentenversorgung wäre so schlecht wie nie zuvor. Die ganze Region Basra hat z.B. soviel Infusionen erhalten wie ein einziges Krankenhaus in Bagdad. War das nicht auch schon vor dem Krieg so?

"Unsere" Kinderkrebsabteilung ist in einem sehr guten Zustand und Prof. Jenan, die Leiterin, präsentiert uns stolz die Statistiken über den Rückgang der Todesfälle auf dieser Station seit wir sie regelmäßig mit dem erforderlichen Medikamentenvorrat versorgen. Die Sterblichkeit wäre von 100 % auf 30 % zurückgegangen. Es gäbe viele, viele Kinder, die aufgrund unserer Hilfe geheilt werden konnten. Weiterhin aber steigt die Zahl der Neuerkrankungen bei kindlichem Krebs und Leukämie. Fast unglaublich die Tatsache, dass die Station kein einziges Medikament vom Gesundheitsministerium erhalten hat, nach wie vor hängt das Leben der kleinen Patienten hier ausschließlich von unserer Unterstützung ab. Das ist keine leichte Verantwortung, die wir tragen, die Station ist überbelegt. Unser Medikamententransport wird schon sehnlich erwartet. In einem der Zimmer ringt ein Mädchen nach Luft trotz der Sauerstoffmaske. Sie leidet an einer schweren Lungenentzündung und Dr. Jenan meint, dieses Kind bedürfte dringend unserer Medikamente (die tags darauf ankommen werden).

Vom Bett gegenüber höre ich eine vergnügte Kinderstimme: Zaid, eineinhalb Jahre alt strahlt über das ganze Gesicht. Das Blitzlicht meiner Kamera fesselt ihn und er bezaubert uns mit seinem kleinkindlichem Charme. Die Mutter traf vor wenigen Tagen die Diagnose wie eine Keulenschlag: ihr einziges Kind leidet an Leukämie. Sie spricht Englisch und bestürmt mich mit Fragen, die alle einen einzigen Inhalt haben: "Wird mein Kind geheilt werden?" Dr. Jenan antwortet an meiner Stelle: "Ja, mit Gottes Hilfe und mit den Medikamenten aus Österreich und Deutschland wird Zaid überleben!" Wieder wird mir unsere Verantwortung bewusst, die wir tragen. Wir müssen das, was wir erreicht haben, fortsetzen, aber wir erhalten kaum mehr Spenden. Vor zwei Jahren, als sich schon der Krieg abzeichnete, dachten auch wir vielleicht gegen besseres Wissen - dass sich die Situation in zwei Jahren so weit stabilisiert hätte, dass der Irak selbst für seine kranken Kinder sorgen könnte, denn die Ressourcen wären ja vorhanden. Als ich diesen Gedanken in Basra zuletzt erwähnte, meinte ein Arzt, das irakische Volk hätte noch nie in der Geschichte seinen natürlichen Reichtum nützen können und das werde sich in der Zukunft nicht ändern. Das Erdöl wäre der Fluch für das Land. Wird der Mann recht behalten oder ist diese Befürchtung nur ein Ausdruck der allgemeinen Hoffnungslosigkeit ?

Die Sicherheitslage in Basra wäre deutlich besser als in Bagdad, versichern uns die Leute. Trotzdem hören wir, dass am Tag nach unserer Ankunft ein Arzt auf der Straße erschossen wurde und am nächsten Tag ging unweit vom Spital eine Bombe hoch, wobei einige Polizisten verletzt wurden. Es gibt zwar keine Ausgangssperre, aber es gilt die Regel, sich nach 19 Uhr nicht mehr auf der Straße aufzuhalten. Wir müssen einige Male diese Regel übertreten, weil wir sonst einfach unsere Aufgaben nicht bewältigen können. Die Fahrt nach Hause im Regen gleicht dann einem Blindflug, denn der Sand hat auf den Autoscheiben dicke Schlieren gebildet, die selbst dem starken Regen widerstehen. Nachts hörte ich öfters Schüsse auf der Straße und das Dröhnen der britischen Militärhubschrauber. Tagsüber sieht man die britischen Besatzer kaum, ein einziges Mal in diesen Tagen sehen wir zwei Militärautos in den Straßen. Alle paar Minuten heulen die Sirenen von Polizeiautos. Die Tatsache, dass das 340-Betten-Spital von insgesamt 30 Polizisten geschützt werden muss, zeigt die wahre Situation in Basra auf. Aber auch dadurch konnte nicht verhindert werden, dass vor kurzem ein Sprengsatz unweit der Eingangstüre zur Krebsabteilung aufgefunden wurde, der aber rechtzeitig entschärft werden konnte. Die Polizisten haben auch die Aufgabe, das Spital vor Diebstählen zu schützen und sie untersuchen die Taschen von allen, die in das Spital gehen und das Spital verlassen. Die Stehlerei wäre nur sehr schwer in Griff zu bekommen, erzählen sie uns. Wie unsicher die Lage tatsächlich ist, konnte ich daraus schließen, dass uns immer zumindest einer unserer Freunde begleitete und man uns verbot, ein Taxi zu benützen - aus Angst um unsere Sicherheit. Wir wurden immer von Tür zu Tür gefahren und ich durfte das Auto erst verlassen, nachdem die Haustür aufgesperrt war. Dabei war ich all diese Tage wie eine Irakerin gekleidet und fiel in der Öffentlichkeit daher gar nicht auf. Dass meine Verkleidung aber auch nicht ausreichte, musste ich im Spital erfahren. Als ich am ersten Tag über die Gänge ging, hörte Bashar jemanden hinter uns sagen: "Das ist ja Dr. Eva!" Allerdings fragte mich eine Mitarbeiterin des Spitallabors, ob ich wohl zum Islam konvertiert wäre? Nachdem unser LKW angekommen war, wusste ohnehin halb Basra, dass wir da waren.

Was erwarten sich die Leute von den Wahlen im Januar? Nichts, meinen die meisten, und sie würden ohnehin nicht hingehen, denn sie hätten Angst. (Allerdings tauchte bereits das Gerücht auf, dass die Lebensmittelbezugskarte für das Jahr 2005 nur ausgehändigt würde, wenn man zu den Wahlen ging.) Eine Verschlechterung, meinen andere, denn jetzt wäre die Stadtverwaltung Basras in der Hand einer einzigen Partei, das aber würde sich dann ändern und die Kämpfe würden erneut losgehen. Könnte sich nichts verbessern für den Irak? Na ja, hoffen könne man ja, aber glauben würde man es nicht. Denn jetzt gehe alles ständig und täglich weiter den Berg hinab. Mehr denn je lähmt die Resignation die Leute, sie haben aufgegeben, das Leben außerhalb ihres Hauses interessiert sie kaum mehr, die Bewältigung des Alltags kostet ihre ganze Energie. Denn es funktioniert einfach überhaupt nichts mehr, und die Teilnahmslosigkeit und das Desinteresse nährt diesen Teufelskreis mehr und mehr. Diejenigen, die engagiert in ihrem Beruf sind, werden zunehmend depressiv. Die Verwegenen unter den jungen Männern meldeten sich zur Polizei oder aber auch die Idealisten. Für 400 Dollar Monatslohn riskieren sie jede Minute ihr Leben. Mehr als 1000 irakische Polizisten sollen innerhalb der letzen sechs Monate ermordet worden sein.


Friede auf Erden?

Im Haus des Erzbischofs von Basra, Gabriel Kassab, deutet nichts darauf hin, dass bald Weihnachten ist: "Für uns wird es heuer kein Weihnachten geben" meint er bitter, "keine Mitternachtsmette, keine Feiern". Das gab es noch nie im Irak, erinnert er sich. Die Christen leben in großer Angst, vor der Kirche stehen während der Messe Männer mit Maschinengewehren. In Mossul war erst vor zwei Tagen wieder eine Kirche zerstört worden, zugleich mit ihr auch eine über 1000 Jahre alte Bibliothek mit unersetzlichen Handschriften. In Mossul würde man Frauen, die auf der Straße kein Kopftuch tragen, Säure ins Gesicht schütten und es hätte mehrere Morde an Christen gegeben. Auch wenn die Situation hier in Basra - noch - besser ist, Bestechungsgelder und Morddrohungen sind auch hier an der Tagesordnung. Korruption, Diebstähle, Entführungen sind der bittere Alltag. Die Arbeitslosigkeit steigt weiter, diejenigen, die bei englischen oder amerikanischen Firmen Arbeit gefunden hatten, haben ihre Posten wieder aufgegeben, nachdem sie Morddrohungen erhalten hatten und nachdem einige tatsächlich ermordet wurden. 'Friede auf Erden" - so lautet die Weihnachtsbotschaft, für die Menschen im Irak hat es seit Jahrzehnten keinen Frieden mehr gegeben. Wird es irgendwann möglich sein, in diesem Land in Frieden zu leben?

Immerhin hat der Erzbischof nach mehr als eineinhalb Jahren den Kindergarten wieder eröffnet, allerdings nur mit 40 Kindern, denn für mehr besteht keine Transportmöglichkeit, außerdem befürchtet er Entführungen. Die Armenapotheke, in der jeder, der mit einem ärztlichen Rezept kommt, sein Medikament - je nachdem ob vorhanden oder nicht - erhält, funktioniert weiterhin und wird von vielen Leuten frequentiert.


Die Hilfsgüter erreichen Basra

Der Erzbischof hatte uns sein Mobiltelefon geliehen und so konnten wir mit Dr. Faisal in Kuwait in Verbindung bleiben. Zwei Tage nach unserer Ankunft erhielten wir den erlösenden Anruf: unser LKW wird am Nachmittag in Basra ankommen. Das Eintreffen des LKWs vor dem Spital war dann die Sensation des Tages im Viertel um das Spital. Unzählige Schaulustige sammelten sich an. Allerdings waren auch wir selbst beeindruckt, denn das Lastauto war von einem 13köpfigen "Security-Team" begleitet. Drei Autos mit insgesamt 13 Bewaffneten, die teilweise maskiert waren, hatten den randvoll gefüllten LKW eskortiert und sicher nach Basra gebracht. Auf einem der Autos, einem Chevrolet-Pickup saß ein Maskierter bei einem Maschinengewehr. Zu den 13 Sicherheitsleuten gesellten sich dann auch noch 10 Polizisten des Spitals und unter dieser Bewachung wurde der LKW entladen. Wie immer dauerte die Entladung mehrere Stunden, da alles händisch gemacht wurde, wobei zeitweise auch die Polizisten anpackten, vor allem als es darum ging, die 500 kg schwere Blutseparationszentrifuge ohne technische Hilfsmittel aus dem LKW zu entladen. Einige Spitalsarbeiter waren glücklich über den zusätzlichen Verdienst. Es war längst dunkel geworden, als der große LKW endlich leer war und sich alles im Lager des Spitals befand. 30 Paletten mit Medikamenten, medizinischem Material (wie Spritzen, Venenkanülen, Nadeln, Katheter etc.) und einigen Geräten, insgesamt 8,3 Tonnen hatten die weite Reise von Wien nach Basra gut überstanden. Jedesmal wenn ich dann die Paletten in Basra wieder sehe, die ich zuvor in Wien beschriftet hatte, kann ich es kaum glauben, dass alles unversehrt und vollzählig angekommen ist. Dr. Faisal erzählte uns später, dass dieses Security-Team pro Tag 10.000 Dollar kostet - für uns war es aber kostenlos, da Dr. Faisal die Bezahlung übernahm. Er meinte, er hätte es für notwendig erachtet, dieses Team mitzuschicken, da immer wieder LKWs samt ihren Fahrern von der Straße verschwinden. Tatsächlich haben die Groß-Diebstähle ein Ausmaß angenommen, das wirklich nicht mehr übersehbar und kontrollierbar ist. Das Land wurde zu einem großen Selbstbedienungsladen.

Am Tag darauf sortieren wir dann die Kartons im Lager, erklären deren Inhalt, erstellen Listen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Das Blutbildger ät, das wir im Juni gebracht hatten, war durch einen Bedienungsfehler außer Funktion gesetzt worden. Die verzweifelten Versuche seitens des Personals, das Gerät zu reparieren, verschlechterte die Ausgangslage für uns nur noch mehr. Bashar hatte in Wien ein mehrt ägiges Training absolviert und so begannen wir bereits am Tag nach unserer Ankunft mit der Reparatur. Bashar gelang es, die Funktion des Gerätes wieder voll herzustellen und das Laborpersonal war übergl ücklich. Nur wenig Zeit blieb für eine neuerliche Einschulung. Jede Minute dieser Tage in Basra waren wir im Stress. Wir hatten unseren Aufenthalt aus Sicherheitsgründen so kurz wie möglich gewählt, aber wie immer wurden unzählige Probleme an uns herangetragen und um diese alle zu lösen, hätten wir viel mehr Zeit gebraucht. Einige Kinder wurden uns vorgestellt, die im Irak nicht behandelt werden können. Fadi, ein 13jähriger Junge mit einer schweren Knochenwachstumsstörung und dadurch bedingten extremen X-Beinen, die das Gehen massiv erschwerten, hatte ich im Juni bei Kerzenlicht untersucht (es gab wieder einmal keinen Strom und die Familie hat keinen Generator), seine Röntgenbilder hatte ich mit der Taschenlampe betrachtet. Am 9. Januar 2005 kam Fadi nach Wien und wurde inzwischen schon operiert. Vier weitere Kinder wurden mir vorgestellt, mit der Bitte um eine Behandlung in Österreich. Für diese fehlen uns noch die Behandlungspl ätze. Die kleine Sarah mit der Glasknochenerkrankung, die acht Monate lang in Österreich war, sah ich wieder und ihr Zustand war sehr erfreulich. Sie kann nun endlich die Schule besuchen (was ihr zuvor aufgrund ihrer Erkrankung verwehrt war). Stolz zeigt sie mir das Foto, wo sie inmitten der Kinder ihrer Klasse sitzt. Auch Zainab sah ich wieder, die vor einem Jahr in Innsbruck zur Behandlung war. Ihr ging es leider nicht so gut wie zuletzt, der Grund dürfte darin liegen, dass der Vater die letzten Kontrollen nicht regelmäßig einhalten konnte. Die Familie wohnt in einiger Entfernung von Basra und der öffentliche Transport funktioniert nicht. Was funktioniert hier eigentlich? Öfters während dieser Tage fühlen wir unsere eigene Hilflosigkeit in diesem Chaos und unsere Verbitterung darüber, wie schwer es hier ist, den ganz normalen Alltag zu leben. Davon kann sich niemand wirklich ein Bild machen, wenn er es nicht am eigenen Leib erfahren hat. Ich habe aufgehört, die Leute zu verurteilen, wenn sie sich um nichts mehr kümmern, denn ich verstehe ihre Resignation. Man kann nicht sein ganzes Leben lang permanent, jede Minute des Tages, gegen Widrigkeiten ankämpfen. Keine Arbeit, kein Strom, kein Wasser, kein Telefon, dazu die ständige Bedrohung - irgendwann gibt man dann einfach auf. "Es ist schwer, ohne Hoffnung zu leben" meinte ein junger Mann. "Wenn du ein Ziel hast, wenn du z.B. weißt, dass das Haus, das du baust, erst in fünf Jahren fertig ist, so kannst du damit leben, auch wenn es noch so lange dauert. Aber in diesem Land gibt es für uns kein Ziel und keine Hoffnung."


Wasser ist Leben - eine Trinkwasseraufbereitungsanlage
für das Kinderspital

Sauberes Trinkwasser ist für ein Spital eine absolute Notwendigkeit, die leider seit Jahren in Basra nicht gegeben ist Dadurch erkranken jährlich Hunderte Kleinkinder an Durchfällen, die in einer Vielzahl zum Tod der Kinder führen. Dies hat uns zu der Idee bewogen, eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für das Ibn Ghazwan Hospital zur Verf ügung zu stellen. Dankenswerterweise haben Caritas Bozen und Caritas Österreich den größten Teil der Finanzierung übernommen. Die Produktion wurde zu Jahresende 2003 in Auftrag gegeben, die Arbeiten wurden im März 2004 abgeschlossen. Zur gleichen Zeit wurden in Basra Vorbereitungsarbeiten (Fundament, Wassertanks, Verlegung der Anschlussrohre etc.) durchgeführt. Aufgrund der schwierigen Lage im Irak verzögerte sich der Abschluss dieser Arbeiten. Anfang April waren alle Arbeiten abgeschlossen, jedoch verschlechterte sich die politische Lage im Irak zu diesem Zeitpunkt derart, dass an einen Transport der Anlage, die fix in einem Container montiert ist, nicht zu denken war. Monatelang stand der Container deswegen auf einem Lagerplatz in Wals/Salzburg bis er dann Anfang September per Schiff auf die lange Reise nach Basra geschickt wurde. Ende November kam die Wasseraufbereitungsanlage in Basra an und seither arbeiteten irakische Ingenieure an der Inbetriebnahme. Nun standen die Arbeiten vor dem Abschluss, die Anlage lief im Probebetrieb. In wenigen Tagen schon sollten pro Tag 120 Kubikmeter sauberes Trinkwasser für das Spital bereit stehen. Unsere Anlage kann somit den gesamten Trinkwasserbedarf des Spitals sowie den Nutzwasserbedarf der chirurgischen Abteilungen abdecken und damit eine wichtige Arbeit in der Vorbeugung von Erkrankungen leisten. Das Mutter-Kind-Spital in Basra verfügt nun über eine der modernsten Trinkwasseraufbereitungsanlagen (Containerized Reverse Osmosis System), die es derzeit auf dem Markt gibt. Die Zeit, dass Kinder im Spital neuerlich aufgrund des schlechten Trinkwassers erkrankten, sollte nun endgültig vorbei sein.

Der letzte Tag ist für uns in Basra angebrochen. Jeden Morgen stellten wir fest: Wieder haben wir eine Nacht überlebt. Tagsüber hatten wir nie Zeit, an die Gefahr zu denken, wir waren einfach zu beschäftigt. In wenigen Tagen ist Weihnachten, gibt es tatsächlich irgendwo auf dieser Welt einen Einkaufsrummel? Für mich war es, als ob ein Film gerissen und an einer falschen Stelle wieder zusammengeklebt worden wäre: Vorweihnachtliches Treiben in Wien, Stau auf den Straßen, übervolle Geschäfte, die Menschen mit der Vorbereitung des Weihnachtsfestes beschäftigt. Szenenwechsel nach Basra, Südirak: Hoffnungslosigkeit, Resignation, Chaos, Gewalt. Es war ein extrem kurzer Aufenthalt dieses Mal und ich wünschte, wir könnten länger bleiben. Angesichts all der Schwierigkeiten und widrigen Umstände müssen wir dankbar sein, dass unser Vorhaben wieder einmal so gut gelungen ist. Der Erfolg unserer Bemühungen aber darf nicht hinwegtäuschen über die tatsächliche Situation im Irak, die schlechter ist als je zuvor. Verbessert hat sich die Lage nur für die Kriegsgewinnler.

Ein letzter Besuch auf der Kinderkrebsstation, ein herzlicher Abschied von allen, die Putzfrauen zeigen uns stolz, wie sie mit ihrem neuen Reinigungswagen arbeiten, Kontrolle der Wasseranlage, Besuch im Ingenieursbüro, Kinder, die uns zur Behandlung vorgestellt werden, Ratschläge, Abschied vom Erzbischof. Dazwischen ruft Dr. Faisal an und teilt uns mit, dass die kuwaitische Grenze gesperrt wäre. Was nun? Heute Nacht ist unser Flug nach Amsterdam. Gott sei Dank sind wir so beschäftigt, dass wir keine Zeit haben, uns Sorgen zu machen. Kurze Zeit später gibt es Entwarnung: die Grenze ist wieder offen. Na also, schon sitzen wir im Auto von Adnan, dem Onkel von Mustafa (Der 10jährige Mustafa ist zur Zeit in Behandlung in Österreich und wird am 15. Dezember heimreisen). Viel zu spät verlassen wir Basra, um 16 Uhr - noch vor Einbruch der Dämmerung - wird die kuwaitische Grenze gesperrt. Fünf Minuten davor erreichen wir die Grenzstation, es ist sich wieder einmal ausgegangen! Der Fahrer von Dr. Faisal empfängt uns auf der anderen Seite und nach eineinhalb Stunden sind wir in Kuwait City. Um 1.30 Uhr morgens heben wir vom Flughafen Kuwait ab und sind am Vormittag zurück in Wien. So lange war die Vorbereitungszeit für diese Reise, so viele Schwierigkeiten gab es zu überwinden. Die Reise selbst war so kurz und problemlos, dass wir es selbst noch gar nicht begreifen können.


Zaids Lachen

Allen, die dieses Mal zum Gelingen dieses Hilfstransportes beigetragen haben, möchte ich ein herzliches Danke sagen. Diese Hilfslieferung wurde ermöglicht durch Spenden aus Österreich, Südtirol und Deutschland sowie durch die Zusammenarbeit mit Caritas Österreich - und durch großartige, völlig unerwartete Hilfe durch Menschen in Kuwait, allen voran "DHL Kuwait" und "Faisal Alkazemi Group of Companies". Dass Kuwaiter sich für irakische Kinder einsetzen, ist keine Selbstverst ändlichkeit, wenn man die konfliktbeladene Geschichte der beiden Länder kennt. Das zeigt von einer menschlichen Größe und umso mehr gilt ihnen unser Dank und unsere Hochachtung. Unser Projekt "Aladins Wunderlampe" hat neben der direkten Hilfe für kranke Kinder die Versöhnung zwischen Kulturen und Religionen zum Ziel und den Abbau von Feindbildern. Dies so konkret zu erfahren, war das größte Weihnachtsgeschenk für uns.

Werden wir das Lachen des kleinen Zaid erhalten können? Wird er später, wenn er all die Schmerzen und das Leid während der Chemotherapie, die jetzt noch auf ihn wartet, vergessen hat, ein normales Leben führen können? Das liegt auch in unserer Hand. Er wird dann eines der irakischen Kinder sein, denen eine großartige Zusammenarbeit von Menschen in Österreich, in Deutschland, in Südtirol und in Kuwait das Leben neu gegeben haben - wenn, ja wenn wir unsere Arbeit auch fortsetzen können, denn Zaids Behandlung wird noch zwei Jahre dauern. Und monatlich erkranken fünf bis acht weitere Kinder an Krebs und Leukämie. Sie alle brauchen uns.

Ein Muslim sagte mir vor wenigen Tagen in Basra: "Menschen, die Gott besonders nahe stehen, schenkt er die Gabe, anderen helfen zu können." Ich glaube, dass wir alle diese Gabe bekommen haben, wir müssen sie vielleicht nur neu in uns entdecken. Unsere Hilfe in Basra ist dringender als je zuvor und sie muss fortgesetzt werden. Das Leben dieser Kinder hängt einzig und allein von unserer Unterstützung ab! Der "Neue Irak" wird noch lange ein Wunschtraum bleiben und bis zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen in diesem Land werden die Menschen unsere Hilfe brauchen. "Ein neues Leben" können wir den kranken Kindern in Basra geben - mit Ihrer Hilfe!
http://www.saar.at/aladin/donation%20info.htm

http://www.saar.at/aladin/report9d.htm

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US-Jets "fliegen über Iran, um potentielle Ziele auszuloten"

von Julian Borger
Guardian / ZNet 02.02.2005

Die USA verstärken ihren Druck auf Iran und senden Militärflugzeuge in den iranischen Luftraum, um die Verteidigung des Landes auszutesten und mögliche Ziele zu identifizieren - so eine Geheimdienstquelle in Washington. Auch in der iranischen Presse ist von Überfl ügen die Rede. Der Chef der iranischen Airforce, Brigadegeneral Karim Qavami, erklärte kürzlich, er habe seine Luftabwehr angewiesen, jeden Eindringling abzuschießen. Bislang gibt es jedoch keine Berichte über abgefeuerte iranische Raketen. Die Geheimdienstquelle aus Washington: "Um was es geht - man will die Iraner dazu bringen, ihr Radar anzuschalten, damit man ihre Luftabwehr einschätzen kann". Die Überflüge seien Teil der Fallplanung des Pentagon für einen möglichen Angriff auf Stätten, die mit dem angeblichen Atomwaffenprogramm des Iran in Verbindung gebracht werden. "Es macht Sinn, einen Blick auf ihre Luftabwehr zu werfen und die Mullahs nervös zu machen, während die EU (über die Einstellung des iranischen Urananreicherungsprogramms) verhandelt", so John Pike, Chef von Global Security.org, einer unabhängigen Forschungsgruppe zum Thema Militarismus. Die Berichte über amerikanische Überflüge kommen, nachdem bereits über das Einsickern amerikanischer Spezialkräfte in den Iran berichtet worden war. Mehrere ehemalige US-Geheimdienstoffizielle sind allerdings der Meinung, die Infiltrierung erfolge durch iranische Rebellen der Anti-Teheran-Rebellenorganisation Mudschaheddin-e-Khalq unter Oberaufsicht der USA.

Das US-Militär widerspricht den Berichten. "Wir fliegen nicht über Scheiß- Iran", so ein Offizieller. Er suggeriert, Teheran habe die Vorfälle nur erfunden, um international Sympathie zu erwecken.

Übersetzt von: Andrea Noll
Orginalartikel: "US Jets 'flying Over Iran To Spot Potential Targets"

http://www.zmag.de/
artikel.php?id=1342&PHPSESSID=9cd00ff517c37addf13eb1a5fb68cac1

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Waffen für Israel

05.02.2005

Berichten deutscher Medien wie beispielsweise der Financial Times Deutschland zufolge verweigert die Bundesregierung - auch die indirekte - Lieferung von Truppentransportern deutschen Fabrikats nach Israel, da "befürchtet" wird, daß diese auch in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten eingesetzt würden.
http://www.ftd.de/pw/de/1107175293136.html?nv=hpm

Die Fahrzeuge vom Typ "Dingo 2" sollten nach Bauplänen des deutschen Herstellers Krauss-Maffei in Lizenz von dem US-Unternehmen Textron produziert und an Israel geliefert werden.

Schon dieser - nicht zuletzt sicherlich aufgrund des "niedrigen" Auftragsvolumens von 99 Millionen Euro und der damit verbundenen Wissensweitergabe an das US-Unternehmen - anscheinend gescheiterte Waffenhandel wurde von deutschen Medien nur zögerlich aufgegriffen.

Ein weiterer deutscher Waffenexport, dem anscheinend sogar nichts mehr im Wege steht und der außerdem höchstwahrscheinlich vom deutschen Steuerzahler finanziert werden soll, wurde von den deutschen Medien allerdings größtenteils ignoriert.

So berichtete der österreichische Standard am Samstag, daß der deutsche Bundespräsident Horst Köhler sich bei seinem Besuch in Israel "indirekt für die Lieferung weiterer U-Boote an Israel ausgesprochen" hat. Gegenüber Reuters sagte er, Deutschland habe in der Vergangenheit bereits bewiesen, daß es Israel immer dann geholfen habe, wenn es darauf ankomme.
http://derstandard.at/?url=/?id=1939905

Er wisse, daß "es da ein Thema gibt" und er "hoffe, daß es positiv ausgeht", so Köhler.

Im Hinblick auf die Tatsache, daß Israel bereits in der Vergangenheit mit deutschen U-Booten der Dolphin-Klasse beliefert worden ist, sagte Köhler, daß dies "auch keine Einmaligkeit" sei. Israel wiederum stellt sich hinsichtlich des deutschen Exportverbots von Rüstungsgütern in Spannungsgebiete auf den Standpunkt, daß diese nicht gegen Palästinenser eingesetzt werden könnten. Dies ignoriert allerdings ebenso völlig wie sicherlich nicht zufällig, daß Israel sich durchaus auch in einem zumindest schwelenden Konflikt mit Syrien befindet. Mit den dort beheimateten Mitgliedern der Hizb Allah (Hizbollah) kommt es immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen über die Grenze hinweg.

Darüberhinaus erwartet Israel offenbar auch, daß die U-Boote, die früheren Berichten zufolge von Israel dahingehend umgerüstet werden, daß sie auch in der Lage sind, nuklear bestückte Raketen abzufeuern, von Deutschland finanziert werden, wie dies bereits bei den bisher an Israel gelieferten U-Booten der Fall war.

In seiner Rede vor der Knesset, dem israelischen Parlament, hatte Köhler gesagt, Deutschland stünde "unverbrüchlich zu Israel und seinen Menschen". Offenbar war dies von ihm ebenso bedingungslos gemeint, wie es formuliert worden war.
www.bundespraesident.de/-,2.622155/Ansprache-von-Bundespraesident.htm

http://www.freace.de/artikel/200502/050205b.html

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                  Organisation oder blinder Terror?
                  »Auge in Auge mit den Besatzern«.
                Neues Buch über den Widerstand im Irak

Rüdiger Göbel

Der ehemalige ägyptische Diplomat Mohammed Hassan und David Pestieau, Journalist der belgischen Zeitung Solidaire, haben ein Buch über eine der größten Herausforderungen für die US-Regierung vorgelegt: den Widerstand im Irak. Auf 176 Seiten absolvieren sie einen Parforceritt, eilen von der »illegalen Aggression« und »neuen Kolonialisierung« zur »Pyramide der Besatzungsmacht« bis hin zum »Widerstand und seinen Organisationen«, deren historische Wurzeln inklusive.

»Setzt sich der Widerstand aus organisierten Leuten zusammen, die ein politisches Ziel haben? Oder setzt er sich aus Terroristen, aus Banditen zusammen, die grausam Menschen ermorden?« lautet eine der zentralen Fragestellungen des Buches und auch so manches innerlinken Streites. Leider bleiben die beiden Autoren entgegen der über den Buchtitel geweckten Erwartung eine ausführliche Darstellung der irakischen Résistance schuldig.

Hassan und Pestieau haben verdienstvoll vieles zu den Vorbereitungen des Krieges, den Ölinteressen und zur Kollaborateuren-Clique um Ahmed Chalabi, die Kurdenführer Masoud Barzani und Dschalal Talabani sowie den Kommunistenchef Hamid Majid Moussa zusammengetragen. Um differenziert über die Widerstandsstrukturen zu informieren, hätten sie wohl noch etwas warten, vor allem aber vor Ort recherchieren müssen.

Ein wirkliches Ärgernis wird der Band indes erst durch das schlechte Lektorat, das den Leser Seite für Seite mit einer holprigen Übersetzung alleine läßt.

  • Mohammed Hassan, David Pestieau: Irak. Der Widerstand. Auge in Auge mit den Besatzern. Zambon-Verlag 2004, 176 Seiten, 15 Euro [ISBN 3-88795-110-2]

junge Welt vom 07.02.2005
http://www.jungewelt.de/2005/02-07/010.php

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Democracy At Gunpoint

DAHR JAMAIL, Outlookindia.com

Much is being made of voter turnout, but was it thanks to the stakes Shias and Kurds have in coming to power?

Vote's In It For Iraq?

  • Iraq's voter turnout revised from 72 per cent to 60 per cent. This isn't the final figure, and could change after the counting of votes.
  • High voter turnout in the southern Shia and northern Kurd areas
  • Nearly 80 per cent of Sunnis boycotted the election. Some polling stations in Sunni areas didn't even open.
  • Threats of denying monthly food rations scared many into voting
  • At places the turnout was far in excess of registered voters

The Iraq election is over, with a major non-election right at the centre of the country. Up north, Kurds voted for the sake of independence, even if autonomy was the more accepted word for it. Down south, the Shias did it to take what they saw as their longdenied right to power. Sunnis in Baghdad and the region around almost did not vote at all.

And how many did vote? US-appointed spokesman for the Independent Electoral Commission for Iraq (IECI) Farid Ayar initially announced an estimated turnout of 72 per cent. He then backtracked to say 60 per cent--of registered voters--would be a closer estimate. By way of explanation, Ayar said his previous figure was "just an estimate" based on "very rough, word-of-mouth estimates gathered informally from the field". But even 60 per cent was not necessarily the final figure. "Percentages and numbers come only after counting and will be announced when it's over." The counting is expected to end next week.

Worse, the election almost remained unobserved. The United Nations and the European Union formed a panel of about 20 international observers--but based them in Amman in Jordan because Iraq was not considered safe enough for them. Instead, the administration posted about 20,000 Iraqi supporters of the US occupation as 'observers' at poll centres.

Many Iraqis at polling booths said their names were recently 'marked' off on the list of a government agency that provides monthly food rations--this subtle threat, circulating for a while, proved a major goad. "I'll vote as I can't afford to have my food ration cut," said Amin Hajar, 52, owner of a small auto garage in Baghdad. "There's a rumour that if we don't vote, our ration will be stopped. And if that happens, I and my family would starve to death." When he picked up his monthly ration before the election, Hajar said he was forced to sign a form stating he had collected his voter registration. He believed the government would use this to track whether he votes or not. While the connection between the voting list and the ration list may just have been rumour, it clearly got people worried.

In Shia-dominated areas in the south, the ballot papers were distributed at stores that hand out the monthly food ration. Several of these ration stores were attacked by resistance militants opposed to the elections. Some were burnt down, and several people handing out ballot papers were kidnapped or threatened.

But large numbers of Grand Ayatollah Ali al-Sistani's followers came out to vote despite threats of violence. Because here it was a contest for a way of being religious or secular. If Shias come to power as expected, inner tensions among them are certain to surface. The secular Shia group headed by US-appointed interim prime minister Iyad Allawi would have to work with the religious Shias of al-Sistani.

The United Iraqi Alliance list backed by al-Sistani is likely to have received the majority of votes from the predominantly southern Shia region of Iraq, which had a relatively strong turnout on election day. But this group's desire to bring the rule of Islamic law to Iraq worries both Sunnis and secular Shias. The large turnout was not in any case a newfound zeal for the democratic principle.

Nor did that seem the case in the Kurdish areas up north, which too saw a massive turnout.

The two main Kurdish parties, the Kurdistan Democratic Party (KDP) of Masoud Barzani and the Patriotic Union of Kurdistan (PUK) led by Jalal Talabani, both fought together on a single slate for the National Assembly and contested against one another in simultaneous elections for an autonomous regional government.

The local Kurdish parties plan to hold a referendum on the inclusion of oil-rich Kirkuk under the authority of Iraqi Kurdistan post-poll. This is an explosive move. Most of the current populace of Kirkuk are Iraqis of Arab origin, or Turkomens of Turkish origin. The Arabs were brought in to settle in Kirkuk in what Kurds see as a process of ethnic swamping they now want to reverse with a campaign of their own.

Here the rush to vote seemed driven more by demographic than by democratic zeal. In Pir Dawud village about 40 km from the northern city Arbil, the informal Kurdish police, the Peshmerga, had to fire shots in the air to stop people rushing up to vote. The polling station here was set up to handle 1,500 voters, but more than 9,000 turned up, and they all voted. There was no voter list, because the presence of resistance elements made it too risky to collect names. So anyone with an ID card of any kind could produce a card and cast a vote--or maybe more, because no one was keeping track.

With almost all the votes behind them, the two Kurdish parties will push to establish autonomy that could, at a later date, lead to an independent federalist state. Already reports from the north indicate that autonomy here means independence. Kurd party officials began touring towns after the election with a petition asking Kurds whether they support Kurdish independence. The answer was an overwhelming yes. An independent Kurdistan will have geopolitical ramifications in Iraq--and beyond.

With an estimated 80 per cent of the Sunni population boycotting the election, many Iraqis remain sceptical of the upcoming governmental process. The new National Assembly will produce a constitution that will then be held to a referendum by October 15 this year. By December 15, elections will again be held to select a new government. "You have democracy and then you have an election," said Khalid, an unemployed engineer in central Baghdad. "You cannot hold an election like this and then say this is democracy."

Yet what this forced election has done is reverse decades of political dominance by the Sunni Arabs. Due to their boycotts and the strong Shia and Kurd turnout, the latter will most likely win the most seats in the National Assembly, and to that extent have the power to pursue their separate agendas.

Living amidst a shattered state, untenable unemployment, dismal infrastructure and a security scenario that still reeks of war, many Iraqis have still voted, despite ethnic and sectarian influences, in the hope the election will lead to a better future. Yet the violence continues. On election day itself nine suicide-bombers and frequent mortar attacks left at least 40 Iraqis dead and hundreds wounded by the time polling stations shut down at 5 pm. The election has not provided answers, it has only raised more questions. And none bigger than this: is this the beginning of democracy or the beginning of the end of Iraq as we know it?

Dahr Jamail is an independent American journalist, who's been reporting out of Iraq for eight months of the occupation. He writes regularly for the Inter Press Service.

Article nr. 9483 sent on 06-feb-2005 04:09 ECT

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www.outlookindia.com/full.asp?fodname=20050214&fname=Iraq+(F)&sid=1

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Iraq Army 'Intimidated by Rebels'

BBC

Saturday 05 February 2005

Iraqi security forces are losing men because of "severe intimidation" by rebels, a top US general has said.

Lt Gen David Petraeus, in charge of training Iraqi troops, said few of the 90 battalions were at full strength.

He referred to incidents where soldiers returning from leave had been killed by rebels, but he did not say how many troops had deserted because of threats.

In the latest violence, four Iraqi soldiers were killed on Saturday when their patrol was attacked in Basra.

A booby-trapped motorcycle exploded near their vehicle in the southern city, an army spokesman said.

The US general said 136,000 Iraqi soldiers and police officers were now trained and equipped.

The US is helping to train Iraqi forces so they can eventually take over security and allow US troops to leave.

Privately, officials say everything depends on just how tenacious rebels turn out to be - but the American public ought to be ready for their troops to stay in Iraq for years, reports the BBC's Adam Brookes at the Pentagon.

But the US casualties continue to rise as well. Two US soldiers were killed and four injured in a roadside bomb near the northern Iraqi town of Baiji on Friday night, the US military said.

'Real Challenge'

Gen Petraeus said 88 Iraqi battalions were conducting operations. But he conceded that few of those units were at full strength.

"Not all have every vehicle or piece of unit equipment," Gen Petraeus told Pentagon reporters via video link from Baghdad.

"And some are still receiving replacements from combat casualties and losses suffered due to severe intimidation."

He highlighted the particular challenge for US and Iraq forces in insurgent strongholds north and west of Baghdad.

"This is an area where the insurgents were actually cutting the heads off soldiers that were trying to come back from leave and so forth," Gen Petraeus said.

"It was a real challenge during that time but we've turned a corner with that and as I said, a substantial number of soldiers are heading to those units."

Doubts

But some independent analysts in Washington question the general's numbers, our correspondent reports.

The Center for Strategic and International Studies says it has found that only handful of Iraqi police and military battalions are able to fight independently.

US Deputy Defence Secretary Paul Wolfowitz told Congress on Thursday that Iraqi units, on average, had absentee rates of about 40%.

The Bush administration has not given a timetable for the withdrawal of US troops.

Following last weekend's election in Iraq, the US has announced it will reduce troop levels by 15,000. It expects to keep 135,000 troops in Iraq throughout the year.

Article nr. 9480 sent on 06-feb-2005 02:49 ECT

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                    What the imperialists forgot
         Iraqi people expose the myth of U.S. invincibility

Richard Becker, Magazine of the Party for Socialism and Liberation

February 2005

The ideologues of global re-colonization inside the Bush administration --Cheney, Rumsfeld, Rice, Wolfowitz and others, as well as the president himself--have seen their vision of the future go up in flames in Iraq. The myth of U.S. invincibility has been dispelled.

The Iraq war and occupation has turned into the most serious problem for the U.S. ruling class in more than a decade and their biggest military crisis since the Vietnam War.

That does not mean that U.S. imperialism no longer constitutes the greatest danger to the world--it does. The Pentagon continues to possess the most powerful war-making apparatus ever created.

The plans for global domination, outlined in the National Security Strategy of the U.S.A.--the official foreign policy since September 2002--have not been abandoned. U.S. leaders have not stopped threatening revolutionary Cuba, Venezuela and Iran, intervening in Colombia, Haiti, the Philippines and Sudan, backing Israel and trying to undermine the Palestinian national liberation movement and much more.

The struggle is far from settled in Iraq. Generals are contemplating or implementing plans for a "Salvador option." This means creating, funding and arming death squads to seek out and kill resistance leaders, fighters and supporters. Another possibility is to widen the war.

But an unmistakable air of crisis hangs over Washington. The cause is clear: The mighty U.S. military machine has not been able to crush the anti-occupation resistance in Iraq. On the contrary, the resistance has vastly expanded in size and capacity.

The inability to suppress resistance and assert control in a mediumsized country of about 25 million people has dealt a severe blow to the overseers of the NSS-USA. If they can't control Iraq, how can they dominate the world?

Much of the deployable armed forces of the U.S. are tied down in the occupations of Iraq and Afghanistan. A fierce debate is now raging over whether to escalate the Iraq war, de-escalate or even whether to withdraw. The debate largely revolves on the implications for the U.S. position and power in the world.

The administration planners were counting on the "demonstration effect" of the Iraq invasion to force other governments to bow before the Empire. This effect failed to materialize.

Baghdad fell to the U.S. military on April 9, 2003. The next day, former U.S. Undersecretary of State for Disarmament John Bolton warned that Syria, Iran and North Korea should "learn the lesson of Iraq." Two days later, the U.S. ambassador to the Dominican Republic issued a similar warning to Cuba.

What "lesson" did the U.S. want these countries to learn?

The U.S. message was a terrorist threat--in essence, "do what we tell you to do or we'll starve your people, bomb your cities and terminate your sovereignty by occupying your country." Making threats is one thing; carrying them out is another.

The resistance in Iraq is tying down the U.S. military and limiting the Pentagon's ability to impose its will on countries pursuing an independent course.

Even battles proclaimed as great "victories" by U.S. commanders, like the invasion of Fallujah, soon turn into their opposite. The wanton destruction of Fallujah was followed by two months of the sharpest fighting since the occupation began.

Around the world, the siege of Fallujah served to intensify outrage and revulsion toward the U.S. Comparisons of Fallujah with Guernica-- the city destroyed during the Spanish Civil War by Nazi bombing--have become commonplace.

In addition, huge swathes of Iraq have become "no-go zones" for U.S. troops and the puppet Iraqi army built by the Pentagon. Fighting rages daily both outside and inside the "Green Zone" -- the heavily fortified area of Baghdad used by the U.S. occupiers as their command center and living quarters.

Imperialist fantasies and realities

Knowing the reality of Iraq now, it is worth looking back to what the architects of the war were saying two years ago, before and during the war's first few months.

Just before the March 2003 invasion, the "neo-cons" were forecasting that the war would be a "cakewalk." They predicted that the Iraqi people would greet U.S. troops "not as occupiers but liberators," showering them with garlands of flowers and chocolates.

The war was justified to the people in the U.S. by using falsified intelligence reports and unadulterated lies about Iraq's so-called "weapons of mass destruction." The reports were produced by the CIA under its former director George Tenet.

After the conquest of Baghdad, L. Paul Bremer was installed as head of the Coalition Provisional Authority, Iraq's new colonial administration. Bremer's first move was to disband the Iraqi military.

Bremer and his boss, Secretary of Defense Donald Rumsfeld, were confident that they could construct a new, pro-U.S. Iraqi military in no time. The 400,000 Iraqi troops were sent home. Many took their weapons with them.

Later that month, Gen. Tommy Franks, commander of the Iraq invasion, predicted that by July or August 2003, U.S. troop levels could be reduced from 135,000 to 30-40,000. Twenty-two months later there are 150,000 U.S. troops and another 20,000 U.S. "private security" forces in Iraq.

On May 1, 2003, President Bush staged his now-infamous stunt, dressing up as fighter pilot and landing on the deck of the USS Abraham Lincoln under a banner reading, "Mission Accomplished."

Since then, the toll of death and destruction has soared. More than 100,000 Iraqis have died from the invasion and occupation, according to the British medical journal, The Lancet. At least 1,300 U.S. troops have been killed in action and 23,000 evacuated for serious wounds, injuries and illnesses.

While U.S. companies like Halliburton have made big profits, living conditions in much of Iraq are worse than they were under the U.S./ UN sanctions blockade that killed 1.5 million people from 1990-2003.

In summer 2003, Bush predicted that the total cost of the war would be $50-60 billion_a major miscalculation. The next "emergency appropriation" will raise the real cost to over $230 billion, with no end in sight. Currently, the price of the war is about $10 million per hour.

In December 2004, Bush presented the "Medal of Freedom" to Tenet, Bremer and Franks for their "contributions" in Iraq. All three had long-since been discredited and ousted from their former positions. It was a grotesque White House ceremony designed to rally declining public support for the bloody occupation.

Bush and the others should be tried and convicted of war crimes instead.

What the rulers forget

The predictions and projections of the U.S. policy planners in Washington were virtually all wrong. Many are wondering, "how could this happen?"

The strategists of the Iraq war left out what the imperialist intellectuals nearly always leave out: the people. They discounted the workers, farmers, soldiers and students. This also happened in the Vietnam War.

When the "best and brightest" of Lyndon Johnson's foreign policy team compared U.S. and Vietnamese power on paper, they were confident of U.S. victory. However, they ignored the iron determination of the Vietnamese people to rid their country of foreign domination. Nor did they fathom the organized power of that determination in the Workers Party of Vietnam and the National Liberation Front.

On March 25, 2003, the day after the U.S. invaded Iraq, Syrian Information Minister Adnan Omran told the Toronto Star that the U.S. faced a future filled with resistance. "In Baghdad, they will find themselves facing daggers drawn from every corner. It will be a smallscale Vietnam. Small cuts will be made day after day and week after week until the Americans are gone."

Omran said that the U.S. decision to invade, "is based on the most stupid calculations ever made of the social dynamic in Iraq." He was referring to Iraq's long history of resistance to foreign occupation going back to 1920.

What explains the recurrent "stupidity" of the U.S. policy makers is their class position and prejudice. They have nothing but contempt for the "common people." They despise the workers and the oppressed of the world, including those who live in the U.S.

The oppressor class and its hired thinkers can hardly believe it when popular resistance unexpectedly blocks their way. Invariably, they search for a scapegoat.

In the Vietnam War, it was the Soviet Union and China. Now, they accuse Syria and Iran of directing the resistance in Iraq. During the civil rights movement in the U.S. South, the racists saw "outside agitators" behind every mass march and sit-in.

The crisis confronting U.S. imperialism in Iraq is compounded by economic factors. These include the decline of U.S. production versus the rest of the world, the deterioration of the U.S. dollar against other currencies, and the sharp rise in national debt to pay for war and tax breaks for the rich. More and more world production is coming from China, India, Brazil and a number of other developing countries.

All of these factors have contributed to a relative decline in the U.S. global position. In the immediate aftermath of Sept. 11, 2001, it seemed Washington had a blank check to operate as it wished. Now, things look much different for the U.S. in the world.

No factor has contributed more to this decline than the resistance in Iraq.

Article nr. 9474 sent on 05-feb-2005 16:16 ECT

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socialismandliberation.org/mag/index.php?aid=173

  • * *

Iraq clashes intensify

At least 13 people were reported dead as Iraqi security forces clashed with fighters opposed to the presence of foreign troops in Iraq.

Four people were killed and nine wounded when Iraqi security forces clashed with armed villagers south of Baghdad, medics said on Sunday.

The battle erupted after Iraqi soldiers and police raided the village of Albu Mustafa, south of Baghdad.

Two soldiers, a police officer and an armed villager were killed, police and medics added. Four soldiers and five more villagers were also wounded.

A police officer said the skirmish lasted around two hours. Iraqi soldiers backed by Polish forces later rounded up 25 suspects in the village, according to Lieutenant Kadhim al-Ali.

Elsewhere a US Marine was killed in action on Saturday south of Baghdad, the US military said.

Baghdad shootings

In the capital, an employee of the Baghdad provincial government was shot dead in the street by armed men early on Saturday, a ministry official said.

About an hour later, another man was killed in similar fashion in the same district of eastern Baghdad.

To the north, four Iraqis and two insurgents were killed in shootings and a bomb blast, while the body of businessman was discovered and 19 suspects were arrested, security sources and the US military said.

A policeman was shot by assailants while shopping in central Kirkuk, said police chief General Turhan Yusif.

A prominent Kurdish businessman, Najat Ruh al-Din, 58, was also kidnapped as he shut his telecommunications and computer office in the city, he added.

Arrests

West of Kirkuk, two gunmen were killed as they attempted to attack an Iraqi police-army patrol in the town of Zab, where 12 people were killed two days ago, said Major Ali al-Juburi.

Meanwhile, 19 suspects suspected of carrying out attacks against oil infrastructure, were arrested near Kirkuk, said the US military.

A soldier and a civilian died when Iraqi troops and fighters clashed in Samarra, raided by US-led troops last October in a bid to rid it of fighters ahead of the January 30 elections, said Captain Assad Amjad.

Another seven people were wounded, including four children, in a nearby gun battle between insurgents and security sources, said a hospital doctor.

Bomb attack

Near Balad, a civilian was killed and four soldiers wounded when a homemade bomb exploded as a military convoy went past, said police.

Meanwhile, the body of a 46-year-old businessman, Ahmad Abdelkader Abed, was found in Tuz, near Saddam Hussein's home town of Tikrit.

The victim had been shot dead, said police.

AFP

Sunday 06 February 2005 8:19 PM GMT

You can find this article at:
http://english.aljazeera.net/NR/exeres/3D9B0B8F-113D-4D2D- 9D9C-EBF0A41ABDB4.htm

  • * *

Iraqi oil pipeline sabotaged

An oil pipeline linking two of Iraq's major refineries has been attacked, the second such attack in three days, police and oil sources said.

"The pipeline linking the Baiji refinery to that of Dura, in the capital, was sabotaged west of the city of Samarra," a local police officer said.

He said the sabotage on Saturday was carried out with a 10kg explosive charge on one of a cluster of eight pipelines bringing oil to the capital from the Baiji refinery, about 190km north of Baghdad.

Baiji refinery official Majid Mamnun confirmed the attack and added that the repairs would take up to a week.

A similar attack was perpetrated in the same area on 2 February.

Relentless attacks on the country's oil industry by fighters opposed to foreign troops have cost Iraq $7 billion to $8 billion in exports since the March 2003 US-led invasion.

AFP

Saturday 05 February 2005 11:53 AM GMT

You can find this article at:
http://english.aljazeera.net/NR/exeres/8B9C9201-3025-46FBAE 4A-30B5EB15A8CF.htm

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07.02.05    Gerhard Lange c/o GIV <G.LANGE@NADESHDA.org>
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