- Allawi verliert
- Wieder nur Propaganda
Hintergründe einer "bewegenden Szene"
- Kanada in den Irak?
Mögliche Beteiligung an Besatzung
- Ein neuer Irak - ein neues Leben?
Reise in den Irak: 6. bis 13. Dezember 2004
- US-Jets "fliegen über Iran, um potentielle
Ziele auszuloten"
- Waffen für Israel
- Organisation oder blinder Terror?
»Auge in Auge mit den Besatzern«.
Neues Buch über den Widerstand im Irak
- Democracy At Gunpoint
- Iraq Army 'Intimidated by Rebels'
- What the imperialists forgot
Iraqi people expose the myth of U.S. invincibility
- Iraq clashes intensify
- Iraqi oil pipeline sabotaged
- Video: The complete video of the downed British Plane
by the Iraqi Resistance. download the zip file
http://alhesbah.net/movie/movie_iraq.zip
Allawi verliert
von Borzou Daragahi
Globe and Mail / ZNet 05.02.2005
Bagdad. Die gestern veröffentlichten ersten Teilergebnisse zu den
Wahlen im Irak lassen eine glatte Niederlage der Koalition unter
Interims-Premierminister Ayad Allawi erwarten. Diese Niederlage
geht zugunsten einer Liste, hinter der ein hoher Geistlicher mit
Verbindungen nach Teheran steht (Großajatollah al-Sistani). Die
Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt mitten in einer neuen Welle
der Gewalt, der bislang mindestens 26 Iraker und 2 US-Marines zum
Opfer fielen (kurz nach der Wahl war es zunächst ruhig geblieben).
Es handelt sich um erste, unvollständige Ergebnisse aus Bagdad und
den 5 schiitisch dominierten Provinzen. Mr. Allawis Chancen auf
einen Platz in der neuen Regierung scheinen zu sinken. Allawi ist
ein Ex-CIA-Protegé mit Rückendeckung aus Washington. Erwartet wurde,
daß er zumindest in Bagdad viele Stimmen erringt. Bei der Bagdader
Auszählung entfallen bislang lediglich 140.364 der Stimmen auf
Allawi, während die 'Vereinigte Irakische Allianz' - gesponsert
durch Großajatollah Ali al-Sistani -, 350.069 Stimmen erhielt.
Schiitenführer Al-Sistani verbrachte viele Jahre im Iran. In den
5 überwiegend schiitischen Provinzen, die ausgezählt wurden, wird
die Führung der 'Allianz' noch deutlicher. Mancherorts führt die
'Allianz' hier im Verhältnis 5 zu 1 vor Allawi. Insgesamt kann die
'Allianz' 1,1 Millionen der 1,6 Millionen Stimmen des schiitischen
Südens für sich verbuchen (inklusive ihrer Stimmen aus 10% aller
Bagdader Wahllokale). An zweiter Stelle - mit 360.500 Stimmen -
rangiert die Liste Allawis.
Sharif Ali bin Hussein ist Führer der sunnitisch-orientierten
'Konstitutionellen Monarchie-Partei'. Er bezeichnet die Wahlen
als "Sistani-Tsunami" - ein Tsunami, der sowohl Bagdad als auch
Washington erschüttern werde. "Die Amerikaner sollten sich besser
auf einen Schock gefaßt machen", so Hussein. "Viele Leute in
diesem Land werden aufwachen und schockiert sein". Safwat Rashid
ist Mitglied der 'Unabhängigen Wahlkommission' des Irak. Er warnt
Beobachter, nicht zuviel in die Auszählungsergebnisse hineinzuinterpretieren.
Die Stimmen der sunnitischen und kurdischen
Provinzen seien noch nicht ausgezählt. Erst in 10 Tagen sei mit
Endergebnissen und endgültigen Zahlen zur Wahlbeteiligung zu rechnen.
"Im Moment kennt nur Gott, der Allmächtige, allein die endgültige
Wahlbeteiligung", so Rashid. Aber auch er gibt zu, die aus Bagdad
gemeldeten Ergebnisse stammten aus "gemischten" Vierteln mit sowohl
schiitischer als auch sunnitischer Bevölkerung. Hier waren hohe
Gewinne für Allawi erwartet worden.
Viele Analysten glauben, Allawi werde aufgrund seines schlechten
Abschneidens wohl kaum auf seinen Ministerpräsidentensessel zurückkehren.
Kurden und nichtreligiöse Iraker hatten gehofft, Allawi
könne die 'Vereinigte Irakische Allianz' ausstechen. Viele hegen
die Befürchtung, bei der 'Allianz' handle es sich um eine Frontorganisation
Teherans, die eventuell auf die Errichtung eines
islamischen Gottesstaats pochen werde. Auch westliche Offizielle in
Bagdad scheinen sich auf eine Niederlage Allawis vorzubereiten. Die
'Allianz' "ist eine sehr diverse Gruppe von Leuten - das geht von
verwestlichten Unabhängigen über Sunni-Sheiks bis hin zu Leuten,
die tatsächlich an einen islamischen Staat glauben. Wird schwer sein,
die Einheit zu wahren", so ein Diplomat hoffnungsvoll. Laut eines
politischen Insiders ruft Allawi für Mittwoch zu einem Treffen mit
den politischen Repräsentanten der anderen Gruppen auf. Damit wolle
er sich bei der 'Allianz' wieder lieb Kind machen. Die Führer der
'Allianz' sind voller Zuversicht. Sie glauben, sie werden die nötige
Mehrheit von 138 Parlamentssitzen erreichen und so das neue Kabinett
stellen. "Ich glaube, wir haben es fast geschafft, vielleicht sogar
schon mehr (Stimmen)", so Adnan Ali al-Kadhimi, stellvertretender
Wahlkampfleiter von Ibrahim al-Jaffari, der Nummer 2 auf der
'Allianz'-Liste. Eine 'Allianz'-Regierung werde aber auch hohe Ämter
an Sunniten vergeben, so al-Kadhimi - auch wenn die Sunniten größtenteils
nicht zur Wahl gingen. Die Sunniten hatten Angst vor Gewalt Gewalt,
wie sie gestern erneut aufflammte.
Bei einer Serie von Anschlägen kamen rund 30 Personen ums Leben.
Südlich von Kirkuk stoppten Aufständische einen Minibus. Die
Armeerekruten im Bus mußten aussteigen. 12 wurden erschossen. In
Bagdad kam es nahe des Flughafens zu einem Selbstmordanschlag auf
einen Konvoi mit Ausländern. Der Konvoi wurde von Humvees des USMilit
ärs eskortiert. Bei einem weiteren Anschlag gelang es Aufst
ändischen, 5 irakische Polizisten und einen Major der irakischen
Nationalgarde zu töten. In der Provinz Anbar kamen bei Zusammenst
ößen 2 US-Marines ums Leben. In Baqouba wurden zwei irakische
Vertragsarbeiter von Bewaffneten getötet. Die Arbeiter waren
unterwegs zur Arbeit auf einer US-Militärbasis, als ihr Fahrzeug
plötzlich unter Beschuß geriet.
Übersetzt von: Andrea Noll
Orginalartikel: "Defeat For Allawi"
http://www.zmag.de/
artikel.php?id=1343&PHPSESSID=7c7114f2b540c135cfa09c6ceeb0edc3
Wieder nur Propaganda
Hintergründe einer "bewegenden Szene"
06.02.2005
Berichten - auch deutscher Medien - zufolge war es ein bewegender
Moment, als eine Irakerin die Mutter eines im Irak getöteten USSoldaten
während der Rede des US-Präsidenten George W. Bush während
seiner Rede zur Lage der Nation umarmte, während sich beide in
einer Loge mit Laura Bush, der Frau des Präsidenten, aufhielten.
http://www.faz.net/s/Rub28FC768942F34C5B8297CC6E16FFC8B4/
Doc~EC3101321653F4B49BDDB8957883B46E2~ATpl~Ecommon~Scontent.html
http://sfgate.com/cgi-bin/object/article?f=/c/a/2005/02/03/
MNG6UB51PD1.DTL&o=4
Bush stellte die Irakerin mit den Worten vor: "Eine der führenden
Verfechterinnen des Iraks für Demokratie und Menschenrechte ist Safia
Taleb al-Suhail. Sie sagt über ihr Land: 'Wir wurden 35 Jahre lang
von Saddam Hussein besetzt. Das war die wahre Besatzung. Dank Ihnen,
dem amerikanischen Volk, die die Kosten getragen haben, aber vor
allem den Soldaten.' Vor elf Jahren wurde Safias Vater von Saddams
Geheimdienst ermordet. Vor drei Tagen war Safia in Baghdad schließ-
lich in der Lage, über die Führer ihres Landes abzustimmen - und
wir fühlen uns geehrt, daß sie heute Nacht bei uns ist." Die Berichte
vergessen auch nicht zu erwähnen, daß Bush hierbei etwas feuchte
Augen bekam.
Angesichts der Tatsache, daß die US-Regierung in der Vergangenheit
bei der Inszenierung solcher "bewegender Momente" wenig Respekt
gegenüber der Wahrheit gezeigt haben - hier sei nur an die "Brutkastenl
üge" erinnert - scheint ein genauerer Blick mehr als angebracht.
http://www.pressehuette.de/freiraum/03-05.htm
Diese von der Washington Post nur als "eine Frau" bezeichnete
Besucherin war tatsächlich alles andere als eine einfache
Irakerin, die unter der Diktatur Saddam Husseins gelitten hat.
Zwar scheint die Behauptung, ihr Vater sei durch den irakischen
Geheimdienst ermordet worden zuzutreffen - zumindest wird sie
ausreichend oft wiederholt - dies ist aber keineswegs die ganze
Wahrheit. So berichtete die jordanische Al-Bawaba (der Original-
(http://www.albawaba.com/en/main/ ) Artikel unter der Adresse
http://www.albawaba.com/news/index.php3?sid=266032&lang=e&dir=news
ist aufgrund einer Umstellung der Website nicht mehr erreichbar)
im Dezember 2003, daß eine Schwester al-Suhails nicht nur den durch
die US-Invasion gestürzten irakischen Präsidenten wegen des Mordes
an ihrem Vater verklagen wollte, sondern auch, daß dies nur aufgrund
eines Hinweises seitens der USA geschehen sei.
http://www.womenforiraq.org/safiaalsouhail.php
www.ccmep.org/2003_articles/Iraq122003_daughter_of_slain_iraqi_
oppositi.htm
Demnach hatte ihr Vater, Scheich Taleb al-Suhail al-Tamimi, zuvor
einen Staatsstreich im Irak geplant. "Die Stunde null für die
Durchführung des Putsches war auf einen bestimmten Tag im Juni
1993 festgelegt worden, wenn Saddam bei einem offiziellen Anlaß in
Baghdad gewesen wäre", so Nora al-Tamini. "Aber die Amerikaner, die
nicht wollten, daß der Putsch Erfolg hatte, möglicherweise weil sie
sicher waren, daß mein Vater nicht ihrer Politik folgen würde, gaben
Saddam einen Hinweis über den bevorstehenden Putsch meines Vaters
und lieferten die Namen seiner engsten Helfer", sagte sie. "Sie alle
starben in Saddams Folterkammern." Ihr Vater selbst wurde am 12.
April 1994 in Beirut erschossen. Die libanesischen Behörden beschuldigten
und verhafteten vier Diplomaten der irakischen Botschaft der
Tat, diese wurden aber schließlich aufgrund ihrer diplomatischen
Immunität freigelassen.
Die ganze Familie hatte das Land schon 26 Jahre zuvor, im Jahr 1968,
nach der Machtergreifung Husseins, verlassen. Dies wird auch durch
eine bereits im August 2003 erschienene Biographie Safia Al-Souhails
bestätigt.
http://www.womenforiraq.org/safiaalsouhail.php
Schon zuvor hatte sie sich als Direktorin der "International Alliance
for Justice" ("Internationale Allianz für Gerechtigkeit") und Verlegerin
der "unabhängigen Zeitung" Al-Manar Al-Arabi hervorgetan.
http://www.9neesan.com/docs/doc83.htm
Diese Organisation ist allerdings zwischenzeitlich offenbar vollst
ändig aufgelöst worden, da Links auf die Website dieser Organisation
von anderen Websites mittlerweile ins Leere laufen. Sowohl
die Internetdomain www.i-a-j.org als auch die Internetdomain
www.a-i-j.org (offensichtlich die französische Schreibweise)
sind seit dem 24. September 2004 auf ein slowakisches Unternehmen
registriert, wobei auf der erstgenannten jetzt ein zumindest äußerst
zweifelhaftes Computerprogramm beworben wird.
http://www.kurdishlibrary.org/Kurdish_Library/Aktuel/Irak-kriget/
Appeal_Press_release/Appeal_030226_France.htm
Auch dem US-Außenministerium war sie schon vor Beginn des völkerrechtswidrigen
Einmarsches der USA in den Irak eine ausführliche
Darstellung wert.
http://usinfo.state.gov/regional/nea/iraq/voices/voices.pdf
http://usinfo.state.gov/regional/nea/iraq/voices/voicese.htm
Tatsächlich kann dies kaum verwundern. Nicht nur, daß sie an einer
Delegation beteiligt war, die am 2. Dezember 2002 den britischen
Premierminister Tony Blair über die Menschenrechtsverletzungen
Saddam Husseins "informierte", sie veröffentlichte auch einen entsprechenden
Artikel bei der Organisation "Foundation for the Defense
of Democracies" ("Stiftung zur Verteidigung von Demokratien"). Ein
Blick auf die an dieser Organisation Beteiligten fördert derart
viele bekannte Namen zutage, daß an ihrer Zielsetzung kaum Zweifel
bestehen können. Hierzu gehören Newt Gingrich, James Woolsey,
Charles Krauthammer, Bill Kristol und Richard Perle.
http://www.defenddemocracy.org/usr_doc/Ongoing_War.pdf
http://www.defenddemocracy.org/biographies/biographies.htm
Noch Ende 2003 wurde der Kurde Bakhtiar Amin als Geschäftsführer der
"International Alliance for Justice" genannt. Schon wenige Tage nach
Beginn des Irakkriegs hatte Amin in mehreren US-Botschaften Vorträge
gehalten.
http://www.pittsburghlive.com/x/tribune-review/specialreports/
iraqgraves/s_170170.html
http://www.usembassy.at/en/embassy/photo/amin.htm
http://warsaw.usembassy.gov/poland/pr040703.html
Darüberhinaus ist er aber auch der Ehemann von Safia Taleb alSuhail,
mit der er auch ein Kind hat. Außerdem ist er aber der
von den US-Besatzern eingesetzte "irakische Übergangsminister
für Menschenrechte", der die Todesstrafe im Irak wieder eingef
ührt hat.
http://www.ceiberweiber.at/news/awad-geissler.htm
www.news24.com/News24/World/Iraq/0,6119,2-10-1460_1569909,00.html
Safia Taleb al-Suhail eine "einfache Irakerin", die nun glücklich
war, das erste Mal wählen zu dürfen? Sicher nicht.
Und selbst die Behauptung, daß Feldwebel Byron W. Norwood, der Sohn
der Frau, die sie so effektvoll umarmte, bei der Eroberung der Stadt
Fallujah getötet worden sei, ist zumindest äußerst zweifelhaft.
So gab das US-Verteidigungsministerium den Ort seines Todes mit
"der Provinz al-Anbar" an. In dieser liegt zwar auch Fallujah, zum
damaligen Zeitpunkt wurde Fallujah in Verlustmeldungen des Pentagon
allerdings direkt benannt, wie eine weitere Meldung vom gleichen
Tag belegt.
http://www.defenselink.mil/releases/2004/nr20041115-1535.html
http://www.defenselink.mil/releases/2004/nr20041115-1536.html
http://www.freace.de/artikel/200502/060205b.html
Kanada in den Irak?
Mögliche Beteiligung an Besatzung
06.02.2005
Am Samstag berichtete der Toronto Star, daß es möglicherweise zu
einer Beteiligung Kanadas an der Besetzung des Iraks kommen könnte.
http://www.thestar.com/NASApp/cs/ContentServer?pagename=thestar/
Layout/Article_Type1&c=Article&cid=1107558613201
Demnach wird erwartet, daß US-Präsident George W. Bush den kanadischen
Premierminister Paul Martin beim NATO-Treffen am 22.
Februar in Brüssel um die Entsendung von Soldaten bitten. Diese
sollen beim "Wiederaufbau" - eine in diesem Zusammenhang angesichts
der weiterhin äußerst mangelhaften Versorgung sogar mit so grundlegenden
Gütern wie Strom, Wasser, Benzin und Gas sicher nicht
ernstzunehmende Bezeichnung - und der "Ausbildung" der "irakischen
Streitkräfte" helfen.
Die Zahl der zu entsendenden Soldaten wird dabei auf etwa 40
geschätzt. Bisher ist keine dahingehende Entscheidung getroffen
worden, hochrangige Quellen sagten jedoch, daß dieses Mal die
Bitte der USA wesentlich wohlwollender betrachtet werde, als
jene vor zwei Jahren.
Einem Artikel vom Sonntag zufolge kündigten bereits mehrere Oppositionsparteien
mehr oder weniger offen Widerstand gegen eine solche
Beteiligung Kanadas im Irak an.
http://www.thestar.com/NASApp/cs/ContentServer?pagename=thestar/
Layout/Article_Type1&c=Article&cid=1107643814675
Insbesondere der Führer der Konservativen Partei, Stephen Harper,
zeigte sich wütend, ließ allerdings auch durchblicken, daß er möglicherweise
bereit sei, eine Entsendung zu unterstützen. "Ich habe
eine Wahlkampagne durchgemacht, in der der Premierminister mich
beschuldigt hat, geheime Pläne zur Entsendung von Soldaten in den
Irak zu haben. Wenn sich herausstellt, daß er geheime Pläne hat,
wäre dies die größte Wahltäuschung der Geschichte", sagte er.
Mit einer Entsendung kanadischer Soldaten in den Irak - unter
welchem Vorwand auch immer - würde sich einer der bisher entschiedensten
Kriegsgegner auf die Seite der USA schlagen.
http://www.freace.de/artikel/200502/060205a.html
Ein neuer Irak - ein neues Leben?
Reise in den Irak: 6. bis 13. Dezember 2004
Dr. Eva-Maria HOBIGER
Im Juni 2004 waren wir zuletzt im Irak, spätestens für Oktober hatten
wir die nächste Reise geplant. Es sollte Dezember werden, bis es endlich
so weit war und die Vorbereitungen für diese Reise führten zeitweise
zum Verbrauch aller unserer Geduldreserven und auch die Vorzeichen
für diese Reise waren alles andere als erfolgversprechend.
Seit unserem letzten Hilfstransport im Juni hatte sich die Sicherheitslage
im Irak erneut deutlich verschlechtert und die Gewaltakte
gegen Ausländer und Iraker, die für Ausländer arbeiteten, nahmen
täglich an Frequenz und Brutalität zu. Auch Mitglieder von Hilfsorganisationen
wurden vermehrt zum Ziel von Entführungen und Hinrichtungen.
Einen absoluten Tiefschlag für die humanitäre Arbeit im
Irak bedeutete die Nachricht von der wahrscheinlichen Ermordung von
Margaret Hassan, der Leiterin der Hilfsorganisation "Care" im Irak.
Diese Meldung erschütterte wohl alle, die im Irak Hilfe geleistet
hatten und noch leisten und verständlicherweise hatten auch wir
Zweifel, ob eine Reise in diesem Jahr wohl noch möglich wäre. Dem
stand die Tatsache entgegen, dass der Medikamentenvorrat im Kinderspital
in Basra zur Neige ging und unsere Hilfe dringendst gebraucht
wurde.
Im November 2004 begannen die Koalitionstruppen eine militärische
Großoffensive in Falluja, was zu einer Sperre der Transitstraße
führte und damit war uns der Weg, über den wir unsere Hilfsgüter
immer transportiert hatten, nämlich über Amman und dann per LKW
nach Basra, verwehrt. Auch nachdem die Offensive für beendet erklärt
wurde, blieb die Straße gesperrt und keine jordanische Spedition
nahm einen Transportauftrag in den Irak an.
Kein Geld für den Irak
Wieviele Tote hat dieser Krieg tatsächlich gefordert? Die genauen
Zahlen werden wir nie kennen, aber Anfang November erschien in der
renommierten Zeitschrift "Lancet" ein Artikel, in dem von 100.000
toten Irakern im Gefolge des Krieges im Frühjahr 2003 die Rede
ist. Nicht eingerechnet in dieser Zahl sind die, die aufgrund der
miserablen Zustände in den Spitälern sterben, infolge von verunreinigtem
Trinkwasser etc. Und täglich hören wir die Meldungen über
Anschläge, bei denen vorwiegend Iraker ums Leben kommen. Wir sind
diese Meldungen schon so gewohnt, dass wir sie kaum mehr wahrnehmen,
großteils wird darüber auch gar nicht mehr berichtet. Das Thema
"Irak" ist kaum mehr interessant für die Medien und so kam es, dass
einer der Gründe des Aufschubes unserer Reise auch die mangelnde
Finanzierungsmöglichkeit eines Hilfstransportes war. Wer spendet
noch für irakische Kinder? Unser Hilfsprojekt - und damit das Leben
der schwerkranken Kinder in Basra - aber ist einzig und allein von
Spenden abhängig. Die wenigen Spenden, die seit Monaten eingingen,
reichten für eine Hilfslieferung einfach nicht aus. Es waren schließlich
drei Organisationen, die einen neuerlichen Hilfstransport doch
noch ermöglichten: Caritas Österreich, Difäm in Tübingen und IPPNW
Deutschland.
Unsere Trinkwasseraufbereitungsanlage, die wir im September auf die
lange Reise Hallein - Hamburg - Abu Dhabi - Kuwait - Basra geschickt
hatten, stand vorläufig in Kuwait auf einem Lagerplatz und wartete
auf den Weitertransport nach Basra. Die österreichischen Ingenieure,
die die Anlage in Basra hätten installieren sollen, hatten aus verst
ändlichen Gründen ihre Mitarbeit abgesagt. Irakische Ingenieure,
die die Installation vornehmen konnten, mussten nun erst gesucht
werden, Preise mussten ausgehandelt werden. Soviel an Organisationsarbeit
forderte noch kein Hilfstransport zuvor.
Wien-Kuwait-Basra
Schließlich aber stand fest: wir (d.h. DI Bashar Hindo und ich) und
auch unsere Hilfsgüter (8,3 Tonnen Medikamente und medizinisches
Material) werden über Kuwait nach Basra reisen, allen Warnungen zum
Trotz. Uns fehlte jegliche Erfahrung auf diesem Weg. Als schon alles
geklärt schien, die Fracht schon in Wien am Flughafen war und sogar
unsere Flüge reserviert waren, fiel die wöchentliche Frachtmaschine
von Amman nach Kuwait aus. Neuerliches Verschieben, neuerliches
Umbuchen. Aber am 30. November war es dann endlich soweit: Unsere
Hilfsgüter reisten über Wien-Maastricht-Amman-nach Kuwait. Von dort
sollten sie weiter nach Basra transportiert werden.
Am 6. Dezember flogen wir beide von Wien nach Amsterdam und von dort
nach Kuwait City. In den Nachrichten an Bord hörten wir, dass die USA
neuerlich Luftangriffe gegen Falluja fliegen und die Helfer des Roten
Halbmondes die Ruinenstadt erneut verlassen mussten, weil "die Lage
in der Stadt nicht genügend Schutz biete". Endlich im Flugzeug, wich
auch langsam die Spannung, die mir in den letzten Wochen zugesetzt
hatte. Es ist nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen, von der
einem nahezu alle, ob in Österreich, ob im Irak, abraten. Vor uns lag
eine große Ungewissheit, schließlich waren wir noch nie über Kuwait
in den Irak gereist. Bashar ist irakischer Staatsbürger, wird er
Probleme in Kuwait haben? Wir hatten nur ein Eintrittsvisum nach
Kuwait erhalten, keines für einen Wiedereintritt nach unserem Irakaufenthalt.
Was, wenn man uns die Wiedereinreise verweigern würde?
Wenige Tage vor unserem Abflug hatten wir eine Kontakttelefonnummer
genannt bekommen, Dr. Faisal Alkazemi, Unternehmer in Kuwait, und
er hatte mir versprochen, für alles zu sorgen. Acht Stunden dauerte
der Flug von Wien über Amsterdam nach Kuwait und es war schon nach
Mitternacht, als wir in Kuwait City landeten. Trotzdem standen Dr.
Faisal und General Mohammed am Flughafen, um uns willkommen zu heißen,
sicher durch den kuwaitischen Zoll zu leiten und uns dann auch noch
in einem sehr guten Hotel unterzubringen. Unserem zaghaften Protest
wegen des teuren Hotels wurde entgegengehalten: "Ihr seid unsere
Gäste!" Am gleichen Abend kam auch die Frachtmaschine mit unseren
Hilfsgütern in Kuwait an.
Der nächste Tag war ausgefüllt mit der Erledigung aller bürokratischen
Hürden. Während Dr. Faisal sich um unsere Wiedereinreisevisa und um
unsere Hilfsgüter kümmerte, sorgte General Mohammed für meine Ausreisegenehmigung
aus Kuwait in den Irak (Bashar als Iraker brauchte
das nicht) Am späten Nachmittag war alles geregelt, und am nächsten
Morgen verlassen wir Kuwait City auf einer vierspurigen Autobahn und
werden zur kuwaitsch-irakischen Grenze gebracht. Das Niemandsland
passieren wir mit einem Shuttlebus, da Autos mit kuwaitischen Kennzeichen
im Irak nicht fahren dürfen. Dann langes Warten im eisigen
Wüstenwind, es geht zu Fuß weiter samt unserem Gepäck. Auf der irakischen
Seite erwarteten uns drei Männer, die uns nach Basra bringen
sollten. Ab jetzt reise ich mit dem "Hidjab", dem Kopftuch. Auf der
kurzen Strecke von Safwan an der kuwaitischen Grenze bis Basra (ca.
1 Autostunde) gab es unzählige Kontrollposten (Checkpoints), oft war
einer in Sichtweite des anderen angebracht. Einige der Checkpoints
waren mit maskierten Bewaffneten besetzt, als wir uns näherten, dachte
ich, das müssten Terroristen sein, aber dann erfuhren wir, dass es
sich um irakische Nationalgardisten handelte. Die "Iraqi National
Guards" werden von der Bevölkerung geschätzt, da sie hart durchgreifen
und zumindest versuchen, für Ordnung zu sorgen. Englische Soldaten
sahen wir auf der ganzen Strecke nicht.
Dann schließlich in Basra: Größer könnte der Gegensatz nicht sein,
noch die Bilder des reichen und luxuriösen Kuwait im Kopf, sieht man
hier die Slums von Basra. Dort alles sauber und gepflegt, hier alles
verwahrlost. Es hat in der letzten Nacht geregnet und da das Kanalsystem
nicht funktioniert, steht das Wasser überall in den Straßen.
Der Müll schwimmt auf den riesigen Pfützen. Verfallene Häuser, die
Polstermöbel, die direkt auf der Straße ausgestellt sind, sind mit
Plastik abgedeckt. Der Gegensatz verdeutlicht, was in diesem Land
schief gelaufen ist in den letzten Jahrzehnten. "New Iraq, new life,
new Basra" (Ein neuer Irak, ein neues Leben, ein neues Basra) kann
man am Stadtrand auf einer überdimensionalen Tafel lesen. Bis jetzt
allerdings nur leere Worte. Fotografieren auf der Straße ist nun
genauso unmöglich geworden, wie es früher war, wenn auch aus anderen
Gründen. Wir fahren durch die Straßen von Basra. Immer wieder sehe
ich überdimensionale Tafeln, auf denen Parolen für den Aufbau des
"neuen Irak" prangen. Eines zeigt einen Mann, die Kalaschnikow in
der einen Hand, eine Schaufel in der anderen. Kaum hält das Auto vor
einer Kreuzung, stehen sofort mehrere bettelnde Frauen davor. Die
Zahl der unterernährten Kinder hat sich nach Angaben von UNICEF
während der vergangenen zwei Jahre fast verdoppelt. Hunderttausende
Kinder unter fünf Jahren seien unternährt, sagte Carol Bellamy, die
Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks am 5. Dezember, viele leiden unter
chronischem Durchfall. Kein Wunder, zwei Tage später werde ich hören,
dass das Abflussrohr eines der großen Spitäler die Abwässer ungeklärt
in den Fluss leitet - leider kein Einzelfall im Irak.
So kalt habe ich Basra noch nie erlebt, mich friert erbärmlich an
diesem Tag. Es hat acht Grad, es regnet in Strömen und hier gibt es
nirgends eine Heizung. Wir wohnen wie immer im Haus des Erzbischofs
und als man Radiatoren in unsere kalten Zimmer stellt bin ich sehr
dankbar. Meine Freude währt aber nur kurz: Es gibt kaum Strom in
Basra, die Generatoren rattern überall - solang es Treibstoff gibt.
Oft genug ist auch der nur am Schwarzmarkt zu weit überhöhten Preisen
erhältlich. Der Generator im Bischofshaus muss jedes Mal bei Stromausfall
manuell eingeschaltet werden, daher gibt es nachts keinen
Strom im Haus und also auch keine Wärme. Es gibt auch kein warmes
Wasser morgens. Warum die Stromversorgung noch immer nicht funktioniert,
weiß niemand wirklich, dafür zirkulieren aber unzählige
Gerüchte. Es gibt auch wieder tagelang kein Fließwasser und das
Telefon funktioniert ebenfalls seit Tagen nicht. Es gelingt uns
während der ganzen Zeit nicht, in die benachbarte Stadt Nasiriya zu
telefonieren. Mein Tagebuch schreibe ich nachts bei Kerzenlicht, in
meinem Schlafsack eingewickelt.
Plastikblumen anstelle von Medikamenten
Auch im Ibn Ghazwan Mutter-Kind-Spital hat sich nichts verändert, bis
auf die Tatsache, dass es immer mehr verfällt. Ein Kuriosum fällt mir
gleich beim Eingang auf: In der Halle stehen etliche Plastikpflanzen,
man hat einige auch auf den Stationen verteilt. Vom Direktor werden
wir später hören, dass diese vom Gesundheitsministerium zur "Versch
önerung" des Krankenhauses geschickt worden wären. Medikamente gäbe
es allerdings keine vom Ministerium und die Medikamentenversorgung
wäre so schlecht wie nie zuvor. Die ganze Region Basra hat z.B. soviel
Infusionen erhalten wie ein einziges Krankenhaus in Bagdad. War das
nicht auch schon vor dem Krieg so?
"Unsere" Kinderkrebsabteilung ist in einem sehr guten Zustand und
Prof. Jenan, die Leiterin, präsentiert uns stolz die Statistiken
über den Rückgang der Todesfälle auf dieser Station seit wir sie
regelmäßig mit dem erforderlichen Medikamentenvorrat versorgen. Die
Sterblichkeit wäre von 100 % auf 30 % zurückgegangen. Es gäbe viele,
viele Kinder, die aufgrund unserer Hilfe geheilt werden konnten.
Weiterhin aber steigt die Zahl der Neuerkrankungen bei kindlichem
Krebs und Leukämie. Fast unglaublich die Tatsache, dass die Station
kein einziges Medikament vom Gesundheitsministerium erhalten hat,
nach wie vor hängt das Leben der kleinen Patienten hier ausschließlich
von unserer Unterstützung ab. Das ist keine leichte Verantwortung,
die wir tragen, die Station ist überbelegt. Unser Medikamententransport
wird schon sehnlich erwartet. In einem der Zimmer ringt ein
Mädchen nach Luft trotz der Sauerstoffmaske. Sie leidet an einer
schweren Lungenentzündung und Dr. Jenan meint, dieses Kind bedürfte
dringend unserer Medikamente (die tags darauf ankommen werden).
Vom Bett gegenüber höre ich eine vergnügte Kinderstimme: Zaid,
eineinhalb Jahre alt strahlt über das ganze Gesicht. Das Blitzlicht
meiner Kamera fesselt ihn und er bezaubert uns mit seinem kleinkindlichem
Charme. Die Mutter traf vor wenigen Tagen die Diagnose wie
eine Keulenschlag: ihr einziges Kind leidet an Leukämie. Sie spricht
Englisch und bestürmt mich mit Fragen, die alle einen einzigen Inhalt
haben: "Wird mein Kind geheilt werden?" Dr. Jenan antwortet an meiner
Stelle: "Ja, mit Gottes Hilfe und mit den Medikamenten aus Österreich
und Deutschland wird Zaid überleben!" Wieder wird mir unsere Verantwortung
bewusst, die wir tragen. Wir müssen das, was wir erreicht
haben, fortsetzen, aber wir erhalten kaum mehr Spenden. Vor zwei
Jahren, als sich schon der Krieg abzeichnete, dachten auch wir vielleicht
gegen besseres Wissen - dass sich die Situation in zwei
Jahren so weit stabilisiert hätte, dass der Irak selbst für seine
kranken Kinder sorgen könnte, denn die Ressourcen wären ja vorhanden.
Als ich diesen Gedanken in Basra zuletzt erwähnte, meinte ein Arzt,
das irakische Volk hätte noch nie in der Geschichte seinen natürlichen
Reichtum nützen können und das werde sich in der Zukunft nicht ändern.
Das Erdöl wäre der Fluch für das Land. Wird der Mann recht behalten
oder ist diese Befürchtung nur ein Ausdruck der allgemeinen Hoffnungslosigkeit
?
Die Sicherheitslage in Basra wäre deutlich besser als in Bagdad,
versichern uns die Leute. Trotzdem hören wir, dass am Tag nach
unserer Ankunft ein Arzt auf der Straße erschossen wurde und am
nächsten Tag ging unweit vom Spital eine Bombe hoch, wobei einige
Polizisten verletzt wurden. Es gibt zwar keine Ausgangssperre,
aber es gilt die Regel, sich nach 19 Uhr nicht mehr auf der Straße
aufzuhalten. Wir müssen einige Male diese Regel übertreten, weil
wir sonst einfach unsere Aufgaben nicht bewältigen können. Die
Fahrt nach Hause im Regen gleicht dann einem Blindflug, denn der
Sand hat auf den Autoscheiben dicke Schlieren gebildet, die selbst
dem starken Regen widerstehen. Nachts hörte ich öfters Schüsse
auf der Straße und das Dröhnen der britischen Militärhubschrauber.
Tagsüber sieht man die britischen Besatzer kaum, ein einziges Mal
in diesen Tagen sehen wir zwei Militärautos in den Straßen. Alle
paar Minuten heulen die Sirenen von Polizeiautos. Die Tatsache, dass
das 340-Betten-Spital von insgesamt 30 Polizisten geschützt werden
muss, zeigt die wahre Situation in Basra auf. Aber auch dadurch
konnte nicht verhindert werden, dass vor kurzem ein Sprengsatz unweit
der Eingangstüre zur Krebsabteilung aufgefunden wurde, der aber
rechtzeitig entschärft werden konnte. Die Polizisten haben auch die
Aufgabe, das Spital vor Diebstählen zu schützen und sie untersuchen
die Taschen von allen, die in das Spital gehen und das Spital verlassen.
Die Stehlerei wäre nur sehr schwer in Griff zu bekommen,
erzählen sie uns. Wie unsicher die Lage tatsächlich ist, konnte ich
daraus schließen, dass uns immer zumindest einer unserer Freunde
begleitete und man uns verbot, ein Taxi zu benützen - aus Angst um
unsere Sicherheit. Wir wurden immer von Tür zu Tür gefahren und ich
durfte das Auto erst verlassen, nachdem die Haustür aufgesperrt war.
Dabei war ich all diese Tage wie eine Irakerin gekleidet und fiel
in der Öffentlichkeit daher gar nicht auf. Dass meine Verkleidung
aber auch nicht ausreichte, musste ich im Spital erfahren. Als ich
am ersten Tag über die Gänge ging, hörte Bashar jemanden hinter
uns sagen: "Das ist ja Dr. Eva!" Allerdings fragte mich eine Mitarbeiterin
des Spitallabors, ob ich wohl zum Islam konvertiert wäre?
Nachdem unser LKW angekommen war, wusste ohnehin halb Basra, dass
wir da waren.
Was erwarten sich die Leute von den Wahlen im Januar? Nichts, meinen
die meisten, und sie würden ohnehin nicht hingehen, denn sie hätten
Angst. (Allerdings tauchte bereits das Gerücht auf, dass die Lebensmittelbezugskarte
für das Jahr 2005 nur ausgehändigt würde, wenn man
zu den Wahlen ging.) Eine Verschlechterung, meinen andere, denn jetzt
wäre die Stadtverwaltung Basras in der Hand einer einzigen Partei,
das aber würde sich dann ändern und die Kämpfe würden erneut losgehen.
Könnte sich nichts verbessern für den Irak? Na ja, hoffen könne man
ja, aber glauben würde man es nicht. Denn jetzt gehe alles ständig
und täglich weiter den Berg hinab. Mehr denn je lähmt die Resignation
die Leute, sie haben aufgegeben, das Leben außerhalb ihres Hauses
interessiert sie kaum mehr, die Bewältigung des Alltags kostet ihre
ganze Energie. Denn es funktioniert einfach überhaupt nichts mehr,
und die Teilnahmslosigkeit und das Desinteresse nährt diesen Teufelskreis
mehr und mehr. Diejenigen, die engagiert in ihrem Beruf sind,
werden zunehmend depressiv. Die Verwegenen unter den jungen Männern
meldeten sich zur Polizei oder aber auch die Idealisten. Für 400
Dollar Monatslohn riskieren sie jede Minute ihr Leben. Mehr als 1000
irakische Polizisten sollen innerhalb der letzen sechs Monate ermordet
worden sein.
Friede auf Erden?
Im Haus des Erzbischofs von Basra, Gabriel Kassab, deutet nichts
darauf hin, dass bald Weihnachten ist: "Für uns wird es heuer
kein Weihnachten geben" meint er bitter, "keine Mitternachtsmette,
keine Feiern". Das gab es noch nie im Irak, erinnert er sich. Die
Christen leben in großer Angst, vor der Kirche stehen während der
Messe Männer mit Maschinengewehren. In Mossul war erst vor zwei
Tagen wieder eine Kirche zerstört worden, zugleich mit ihr auch eine
über 1000 Jahre alte Bibliothek mit unersetzlichen Handschriften.
In Mossul würde man Frauen, die auf der Straße kein Kopftuch tragen,
Säure ins Gesicht schütten und es hätte mehrere Morde an Christen
gegeben. Auch wenn die Situation hier in Basra - noch - besser ist,
Bestechungsgelder und Morddrohungen sind auch hier an der Tagesordnung.
Korruption, Diebstähle, Entführungen sind der bittere Alltag.
Die Arbeitslosigkeit steigt weiter, diejenigen, die bei englischen
oder amerikanischen Firmen Arbeit gefunden hatten, haben ihre Posten
wieder aufgegeben, nachdem sie Morddrohungen erhalten hatten und
nachdem einige tatsächlich ermordet wurden. 'Friede auf Erden" - so
lautet die Weihnachtsbotschaft, für die Menschen im Irak hat es seit
Jahrzehnten keinen Frieden mehr gegeben. Wird es irgendwann möglich
sein, in diesem Land in Frieden zu leben?
Immerhin hat der Erzbischof nach mehr als eineinhalb Jahren den
Kindergarten wieder eröffnet, allerdings nur mit 40 Kindern, denn
für mehr besteht keine Transportmöglichkeit, außerdem befürchtet
er Entführungen. Die Armenapotheke, in der jeder, der mit einem
ärztlichen Rezept kommt, sein Medikament - je nachdem ob vorhanden
oder nicht - erhält, funktioniert weiterhin und wird von vielen
Leuten frequentiert.
Die Hilfsgüter erreichen Basra
Der Erzbischof hatte uns sein Mobiltelefon geliehen und so konnten
wir mit Dr. Faisal in Kuwait in Verbindung bleiben. Zwei Tage nach
unserer Ankunft erhielten wir den erlösenden Anruf: unser LKW wird
am Nachmittag in Basra ankommen. Das Eintreffen des LKWs vor dem
Spital war dann die Sensation des Tages im Viertel um das Spital.
Unzählige Schaulustige sammelten sich an. Allerdings waren auch
wir selbst beeindruckt, denn das Lastauto war von einem 13köpfigen
"Security-Team" begleitet. Drei Autos mit insgesamt 13 Bewaffneten,
die teilweise maskiert waren, hatten den randvoll gefüllten LKW
eskortiert und sicher nach Basra gebracht. Auf einem der Autos,
einem Chevrolet-Pickup saß ein Maskierter bei einem Maschinengewehr.
Zu den 13 Sicherheitsleuten gesellten sich dann auch noch 10
Polizisten des Spitals und unter dieser Bewachung wurde der LKW
entladen. Wie immer dauerte die Entladung mehrere Stunden, da
alles händisch gemacht wurde, wobei zeitweise auch die Polizisten
anpackten, vor allem als es darum ging, die 500 kg schwere Blutseparationszentrifuge
ohne technische Hilfsmittel aus dem LKW zu
entladen. Einige Spitalsarbeiter waren glücklich über den zusätzlichen
Verdienst. Es war längst dunkel geworden, als der große LKW
endlich leer war und sich alles im Lager des Spitals befand. 30
Paletten mit Medikamenten, medizinischem Material (wie Spritzen,
Venenkanülen, Nadeln, Katheter etc.) und einigen Geräten, insgesamt
8,3 Tonnen hatten die weite Reise von Wien nach Basra gut überstanden.
Jedesmal wenn ich dann die Paletten in Basra wieder sehe,
die ich zuvor in Wien beschriftet hatte, kann ich es kaum glauben,
dass alles unversehrt und vollzählig angekommen ist. Dr. Faisal
erzählte uns später, dass dieses Security-Team pro Tag 10.000 Dollar
kostet - für uns war es aber kostenlos, da Dr. Faisal die Bezahlung
übernahm. Er meinte, er hätte es für notwendig erachtet, dieses Team
mitzuschicken, da immer wieder LKWs samt ihren Fahrern von der Straße
verschwinden. Tatsächlich haben die Groß-Diebstähle ein Ausmaß angenommen,
das wirklich nicht mehr übersehbar und kontrollierbar ist.
Das Land wurde zu einem großen Selbstbedienungsladen.
Am Tag darauf sortieren wir dann die Kartons im Lager, erklären deren
Inhalt, erstellen Listen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Das Blutbildger
ät, das wir im Juni gebracht hatten, war durch einen Bedienungsfehler
außer Funktion gesetzt worden. Die verzweifelten Versuche
seitens des Personals, das Gerät zu reparieren, verschlechterte die
Ausgangslage für uns nur noch mehr. Bashar hatte in Wien ein mehrt
ägiges Training absolviert und so begannen wir bereits am Tag nach
unserer Ankunft mit der Reparatur. Bashar gelang es, die Funktion
des Gerätes wieder voll herzustellen und das Laborpersonal war übergl
ücklich. Nur wenig Zeit blieb für eine neuerliche Einschulung. Jede
Minute dieser Tage in Basra waren wir im Stress. Wir hatten unseren
Aufenthalt aus Sicherheitsgründen so kurz wie möglich gewählt, aber
wie immer wurden unzählige Probleme an uns herangetragen und um diese
alle zu lösen, hätten wir viel mehr Zeit gebraucht. Einige Kinder
wurden uns vorgestellt, die im Irak nicht behandelt werden können.
Fadi, ein 13jähriger Junge mit einer schweren Knochenwachstumsstörung
und dadurch bedingten extremen X-Beinen, die das Gehen massiv
erschwerten, hatte ich im Juni bei Kerzenlicht untersucht (es gab
wieder einmal keinen Strom und die Familie hat keinen Generator),
seine Röntgenbilder hatte ich mit der Taschenlampe betrachtet. Am 9.
Januar 2005 kam Fadi nach Wien und wurde inzwischen schon operiert.
Vier weitere Kinder wurden mir vorgestellt, mit der Bitte um eine
Behandlung in Österreich. Für diese fehlen uns noch die Behandlungspl
ätze. Die kleine Sarah mit der Glasknochenerkrankung, die acht
Monate lang in Österreich war, sah ich wieder und ihr Zustand war
sehr erfreulich. Sie kann nun endlich die Schule besuchen (was ihr
zuvor aufgrund ihrer Erkrankung verwehrt war). Stolz zeigt sie mir
das Foto, wo sie inmitten der Kinder ihrer Klasse sitzt. Auch Zainab
sah ich wieder, die vor einem Jahr in Innsbruck zur Behandlung war.
Ihr ging es leider nicht so gut wie zuletzt, der Grund dürfte darin
liegen, dass der Vater die letzten Kontrollen nicht regelmäßig einhalten
konnte. Die Familie wohnt in einiger Entfernung von Basra und
der öffentliche Transport funktioniert nicht. Was funktioniert hier
eigentlich? Öfters während dieser Tage fühlen wir unsere eigene Hilflosigkeit
in diesem Chaos und unsere Verbitterung darüber, wie schwer
es hier ist, den ganz normalen Alltag zu leben. Davon kann sich
niemand wirklich ein Bild machen, wenn er es nicht am eigenen Leib
erfahren hat. Ich habe aufgehört, die Leute zu verurteilen, wenn sie
sich um nichts mehr kümmern, denn ich verstehe ihre Resignation. Man
kann nicht sein ganzes Leben lang permanent, jede Minute des Tages,
gegen Widrigkeiten ankämpfen. Keine Arbeit, kein Strom, kein Wasser,
kein Telefon, dazu die ständige Bedrohung - irgendwann gibt man dann
einfach auf. "Es ist schwer, ohne Hoffnung zu leben" meinte ein junger
Mann. "Wenn du ein Ziel hast, wenn du z.B. weißt, dass das Haus, das
du baust, erst in fünf Jahren fertig ist, so kannst du damit leben,
auch wenn es noch so lange dauert. Aber in diesem Land gibt es für
uns kein Ziel und keine Hoffnung."
Wasser ist Leben - eine Trinkwasseraufbereitungsanlage
für das Kinderspital
Sauberes Trinkwasser ist für ein Spital eine absolute Notwendigkeit,
die leider seit Jahren in Basra nicht gegeben ist Dadurch erkranken
jährlich Hunderte Kleinkinder an Durchfällen, die in einer Vielzahl
zum Tod der Kinder führen. Dies hat uns zu der Idee bewogen, eine
Trinkwasseraufbereitungsanlage für das Ibn Ghazwan Hospital zur Verf
ügung zu stellen. Dankenswerterweise haben Caritas Bozen und Caritas
Österreich den größten Teil der Finanzierung übernommen. Die Produktion
wurde zu Jahresende 2003 in Auftrag gegeben, die Arbeiten
wurden im März 2004 abgeschlossen. Zur gleichen Zeit wurden in
Basra Vorbereitungsarbeiten (Fundament, Wassertanks, Verlegung der
Anschlussrohre etc.) durchgeführt. Aufgrund der schwierigen Lage
im Irak verzögerte sich der Abschluss dieser Arbeiten. Anfang April
waren alle Arbeiten abgeschlossen, jedoch verschlechterte sich die
politische Lage im Irak zu diesem Zeitpunkt derart, dass an einen
Transport der Anlage, die fix in einem Container montiert ist, nicht
zu denken war. Monatelang stand der Container deswegen auf einem
Lagerplatz in Wals/Salzburg bis er dann Anfang September per Schiff
auf die lange Reise nach Basra geschickt wurde. Ende November kam
die Wasseraufbereitungsanlage in Basra an und seither arbeiteten
irakische Ingenieure an der Inbetriebnahme. Nun standen die Arbeiten
vor dem Abschluss, die Anlage lief im Probebetrieb. In wenigen Tagen
schon sollten pro Tag 120 Kubikmeter sauberes Trinkwasser für das
Spital bereit stehen. Unsere Anlage kann somit den gesamten Trinkwasserbedarf
des Spitals sowie den Nutzwasserbedarf der chirurgischen
Abteilungen abdecken und damit eine wichtige Arbeit in der Vorbeugung
von Erkrankungen leisten. Das Mutter-Kind-Spital in Basra verfügt nun
über eine der modernsten Trinkwasseraufbereitungsanlagen (Containerized
Reverse Osmosis System), die es derzeit auf dem Markt gibt. Die Zeit,
dass Kinder im Spital neuerlich aufgrund des schlechten Trinkwassers
erkrankten, sollte nun endgültig vorbei sein.
Der letzte Tag ist für uns in Basra angebrochen. Jeden Morgen stellten
wir fest: Wieder haben wir eine Nacht überlebt. Tagsüber hatten wir
nie Zeit, an die Gefahr zu denken, wir waren einfach zu beschäftigt.
In wenigen Tagen ist Weihnachten, gibt es tatsächlich irgendwo auf
dieser Welt einen Einkaufsrummel? Für mich war es, als ob ein Film
gerissen und an einer falschen Stelle wieder zusammengeklebt worden
wäre: Vorweihnachtliches Treiben in Wien, Stau auf den Straßen, übervolle
Geschäfte, die Menschen mit der Vorbereitung des Weihnachtsfestes
beschäftigt. Szenenwechsel nach Basra, Südirak: Hoffnungslosigkeit,
Resignation, Chaos, Gewalt. Es war ein extrem kurzer
Aufenthalt dieses Mal und ich wünschte, wir könnten länger bleiben.
Angesichts all der Schwierigkeiten und widrigen Umstände müssen wir
dankbar sein, dass unser Vorhaben wieder einmal so gut gelungen ist.
Der Erfolg unserer Bemühungen aber darf nicht hinwegtäuschen über die
tatsächliche Situation im Irak, die schlechter ist als je zuvor. Verbessert
hat sich die Lage nur für die Kriegsgewinnler.
Ein letzter Besuch auf der Kinderkrebsstation, ein herzlicher Abschied
von allen, die Putzfrauen zeigen uns stolz, wie sie mit ihrem neuen
Reinigungswagen arbeiten, Kontrolle der Wasseranlage, Besuch im
Ingenieursbüro, Kinder, die uns zur Behandlung vorgestellt werden,
Ratschläge, Abschied vom Erzbischof. Dazwischen ruft Dr. Faisal an
und teilt uns mit, dass die kuwaitische Grenze gesperrt wäre. Was
nun? Heute Nacht ist unser Flug nach Amsterdam. Gott sei Dank sind
wir so beschäftigt, dass wir keine Zeit haben, uns Sorgen zu machen.
Kurze Zeit später gibt es Entwarnung: die Grenze ist wieder offen. Na
also, schon sitzen wir im Auto von Adnan, dem Onkel von Mustafa (Der
10jährige Mustafa ist zur Zeit in Behandlung in Österreich und wird
am 15. Dezember heimreisen). Viel zu spät verlassen wir Basra, um 16
Uhr - noch vor Einbruch der Dämmerung - wird die kuwaitische Grenze
gesperrt. Fünf Minuten davor erreichen wir die Grenzstation, es ist
sich wieder einmal ausgegangen! Der Fahrer von Dr. Faisal empfängt
uns auf der anderen Seite und nach eineinhalb Stunden sind wir in
Kuwait City. Um 1.30 Uhr morgens heben wir vom Flughafen Kuwait ab
und sind am Vormittag zurück in Wien. So lange war die Vorbereitungszeit
für diese Reise, so viele Schwierigkeiten gab es zu überwinden.
Die Reise selbst war so kurz und problemlos, dass wir es selbst noch
gar nicht begreifen können.
Zaids Lachen
Allen, die dieses Mal zum Gelingen dieses Hilfstransportes beigetragen
haben, möchte ich ein herzliches Danke sagen. Diese Hilfslieferung
wurde ermöglicht durch Spenden aus Österreich, Südtirol und Deutschland
sowie durch die Zusammenarbeit mit Caritas Österreich - und
durch großartige, völlig unerwartete Hilfe durch Menschen in Kuwait,
allen voran "DHL Kuwait" und "Faisal Alkazemi Group of Companies".
Dass Kuwaiter sich für irakische Kinder einsetzen, ist keine Selbstverst
ändlichkeit, wenn man die konfliktbeladene Geschichte der
beiden Länder kennt. Das zeigt von einer menschlichen Größe und umso
mehr gilt ihnen unser Dank und unsere Hochachtung. Unser Projekt
"Aladins Wunderlampe" hat neben der direkten Hilfe für kranke Kinder
die Versöhnung zwischen Kulturen und Religionen zum Ziel und den
Abbau von Feindbildern. Dies so konkret zu erfahren, war das größte
Weihnachtsgeschenk für uns.
Werden wir das Lachen des kleinen Zaid erhalten können? Wird er
später, wenn er all die Schmerzen und das Leid während der Chemotherapie,
die jetzt noch auf ihn wartet, vergessen hat, ein normales
Leben führen können? Das liegt auch in unserer Hand. Er wird dann
eines der irakischen Kinder sein, denen eine großartige Zusammenarbeit
von Menschen in Österreich, in Deutschland, in Südtirol und in Kuwait
das Leben neu gegeben haben - wenn, ja wenn wir unsere Arbeit auch
fortsetzen können, denn Zaids Behandlung wird noch zwei Jahre dauern.
Und monatlich erkranken fünf bis acht weitere Kinder an Krebs und
Leukämie. Sie alle brauchen uns.
Ein Muslim sagte mir vor wenigen Tagen in Basra: "Menschen, die Gott
besonders nahe stehen, schenkt er die Gabe, anderen helfen zu können."
Ich glaube, dass wir alle diese Gabe bekommen haben, wir müssen
sie vielleicht nur neu in uns entdecken. Unsere Hilfe in Basra ist
dringender als je zuvor und sie muss fortgesetzt werden. Das Leben
dieser Kinder hängt einzig und allein von unserer Unterstützung ab!
Der "Neue Irak" wird noch lange ein Wunschtraum bleiben und bis zu
einer Verbesserung der Lebensbedingungen in diesem Land werden die
Menschen unsere Hilfe brauchen. "Ein neues Leben" können wir den
kranken Kindern in Basra geben - mit Ihrer Hilfe!
http://www.saar.at/aladin/donation%20info.htm
http://www.saar.at/aladin/report9d.htm
US-Jets "fliegen über Iran, um potentielle Ziele auszuloten"
von Julian Borger
Guardian / ZNet 02.02.2005
Die USA verstärken ihren Druck auf Iran und senden Militärflugzeuge
in den iranischen Luftraum, um die Verteidigung des Landes auszutesten
und mögliche Ziele zu identifizieren - so eine Geheimdienstquelle
in Washington. Auch in der iranischen Presse ist von Überfl
ügen die Rede. Der Chef der iranischen Airforce, Brigadegeneral
Karim Qavami, erklärte kürzlich, er habe seine Luftabwehr angewiesen,
jeden Eindringling abzuschießen. Bislang gibt es jedoch keine
Berichte über abgefeuerte iranische Raketen. Die Geheimdienstquelle
aus Washington: "Um was es geht - man will die Iraner dazu bringen,
ihr Radar anzuschalten, damit man ihre Luftabwehr einschätzen kann".
Die Überflüge seien Teil der Fallplanung des Pentagon für einen
möglichen Angriff auf Stätten, die mit dem angeblichen Atomwaffenprogramm
des Iran in Verbindung gebracht werden. "Es macht Sinn,
einen Blick auf ihre Luftabwehr zu werfen und die Mullahs nervös zu
machen, während die EU (über die Einstellung des iranischen Urananreicherungsprogramms)
verhandelt", so John Pike, Chef von Global
Security.org, einer unabhängigen Forschungsgruppe zum Thema Militarismus.
Die Berichte über amerikanische Überflüge kommen, nachdem
bereits über das Einsickern amerikanischer Spezialkräfte in den Iran
berichtet worden war. Mehrere ehemalige US-Geheimdienstoffizielle
sind allerdings der Meinung, die Infiltrierung erfolge durch iranische
Rebellen der Anti-Teheran-Rebellenorganisation Mudschaheddin-e-Khalq unter
Oberaufsicht der USA.
Das US-Militär widerspricht den Berichten. "Wir fliegen nicht über
Scheiß- Iran", so ein Offizieller. Er suggeriert, Teheran habe die
Vorfälle nur erfunden, um international Sympathie zu erwecken.
Übersetzt von: Andrea Noll
Orginalartikel: "US Jets 'flying Over Iran To Spot Potential Targets"
http://www.zmag.de/
artikel.php?id=1342&PHPSESSID=9cd00ff517c37addf13eb1a5fb68cac1
Waffen für Israel
05.02.2005
Berichten deutscher Medien wie beispielsweise der Financial Times
Deutschland zufolge verweigert die Bundesregierung - auch die indirekte
- Lieferung von Truppentransportern deutschen Fabrikats
nach Israel, da "befürchtet" wird, daß diese auch in den von Israel
besetzten palästinensischen Gebieten eingesetzt würden.
http://www.ftd.de/pw/de/1107175293136.html?nv=hpm
Die Fahrzeuge vom Typ "Dingo 2" sollten nach Bauplänen des deutschen
Herstellers Krauss-Maffei in Lizenz von dem US-Unternehmen Textron
produziert und an Israel geliefert werden.
Schon dieser - nicht zuletzt sicherlich aufgrund des "niedrigen"
Auftragsvolumens von 99 Millionen Euro und der damit verbundenen
Wissensweitergabe an das US-Unternehmen - anscheinend gescheiterte
Waffenhandel wurde von deutschen Medien nur zögerlich aufgegriffen.
Ein weiterer deutscher Waffenexport, dem anscheinend sogar nichts
mehr im Wege steht und der außerdem höchstwahrscheinlich vom
deutschen Steuerzahler finanziert werden soll, wurde von den
deutschen Medien allerdings größtenteils ignoriert.
So berichtete der österreichische Standard am Samstag, daß der
deutsche Bundespräsident Horst Köhler sich bei seinem Besuch in
Israel "indirekt für die Lieferung weiterer U-Boote an Israel
ausgesprochen" hat. Gegenüber Reuters sagte er, Deutschland habe
in der Vergangenheit bereits bewiesen, daß es Israel immer dann
geholfen habe, wenn es darauf ankomme.
http://derstandard.at/?url=/?id=1939905
Er wisse, daß "es da ein Thema gibt" und er "hoffe, daß es positiv
ausgeht", so Köhler.
Im Hinblick auf die Tatsache, daß Israel bereits in der Vergangenheit
mit deutschen U-Booten der Dolphin-Klasse beliefert worden ist, sagte
Köhler, daß dies "auch keine Einmaligkeit" sei. Israel wiederum stellt
sich hinsichtlich des deutschen Exportverbots von Rüstungsgütern in
Spannungsgebiete auf den Standpunkt, daß diese nicht gegen Palästinenser
eingesetzt werden könnten. Dies ignoriert allerdings ebenso
völlig wie sicherlich nicht zufällig, daß Israel sich durchaus auch in
einem zumindest schwelenden Konflikt mit Syrien befindet. Mit den dort
beheimateten Mitgliedern der Hizb Allah (Hizbollah) kommt es immer
wieder zu militärischen Auseinandersetzungen über die Grenze hinweg.
Darüberhinaus erwartet Israel offenbar auch, daß die U-Boote, die
früheren Berichten zufolge von Israel dahingehend umgerüstet werden,
daß sie auch in der Lage sind, nuklear bestückte Raketen abzufeuern,
von Deutschland finanziert werden, wie dies bereits bei den bisher
an Israel gelieferten U-Booten der Fall war.
In seiner Rede vor der Knesset, dem israelischen Parlament, hatte
Köhler gesagt, Deutschland stünde "unverbrüchlich zu Israel und
seinen Menschen". Offenbar war dies von ihm ebenso bedingungslos
gemeint, wie es formuliert worden war.
www.bundespraesident.de/-,2.622155/Ansprache-von-Bundespraesident.htm
http://www.freace.de/artikel/200502/050205b.html
Organisation oder blinder Terror?
»Auge in Auge mit den Besatzern«.
Neues Buch über den Widerstand im Irak
Rüdiger Göbel
Der ehemalige ägyptische Diplomat Mohammed Hassan und David Pestieau,
Journalist der belgischen Zeitung Solidaire, haben ein Buch über eine
der größten Herausforderungen für die US-Regierung vorgelegt: den
Widerstand im Irak. Auf 176 Seiten absolvieren sie einen Parforceritt,
eilen von der »illegalen Aggression« und »neuen Kolonialisierung«
zur »Pyramide der Besatzungsmacht« bis hin zum »Widerstand und seinen
Organisationen«, deren historische Wurzeln inklusive.
»Setzt sich der Widerstand aus organisierten Leuten zusammen, die
ein politisches Ziel haben? Oder setzt er sich aus Terroristen, aus
Banditen zusammen, die grausam Menschen ermorden?« lautet eine der
zentralen Fragestellungen des Buches und auch so manches innerlinken
Streites. Leider bleiben die beiden Autoren entgegen der über den
Buchtitel geweckten Erwartung eine ausführliche Darstellung der irakischen
Résistance schuldig.
Hassan und Pestieau haben verdienstvoll vieles zu den Vorbereitungen
des Krieges, den Ölinteressen und zur Kollaborateuren-Clique um Ahmed
Chalabi, die Kurdenführer Masoud Barzani und Dschalal Talabani sowie
den Kommunistenchef Hamid Majid Moussa zusammengetragen. Um differenziert
über die Widerstandsstrukturen zu informieren, hätten sie wohl
noch etwas warten, vor allem aber vor Ort recherchieren müssen.
Ein wirkliches Ärgernis wird der Band indes erst durch das schlechte
Lektorat, das den Leser Seite für Seite mit einer holprigen Übersetzung
alleine läßt.
- Mohammed Hassan, David Pestieau: Irak. Der Widerstand.
Auge in Auge mit den Besatzern. Zambon-Verlag 2004,
176 Seiten, 15 Euro [ISBN 3-88795-110-2]
junge Welt vom 07.02.2005
http://www.jungewelt.de/2005/02-07/010.php
Democracy At Gunpoint
DAHR JAMAIL, Outlookindia.com
Much is being made of voter turnout, but was it thanks to the stakes
Shias and Kurds have in coming to power?
Vote's In It For Iraq?
- Iraq's voter turnout revised from 72 per cent to 60 per cent.
This isn't the final figure, and could change after the counting
of votes.
- High voter turnout in the southern Shia and northern Kurd areas
- Nearly 80 per cent of Sunnis boycotted the election. Some polling
stations in Sunni areas didn't even open.
- Threats of denying monthly food rations scared many into voting
- At places the turnout was far in excess of registered voters
The Iraq election is over, with a major non-election right at
the centre of the country. Up north, Kurds voted for the sake of
independence, even if autonomy was the more accepted word for it.
Down south, the Shias did it to take what they saw as their longdenied
right to power. Sunnis in Baghdad and the region around
almost did not vote at all.
And how many did vote? US-appointed spokesman for the Independent
Electoral Commission for Iraq (IECI) Farid Ayar initially announced
an estimated turnout of 72 per cent. He then backtracked to say 60
per cent--of registered voters--would be a closer estimate. By way
of explanation, Ayar said his previous figure was "just an estimate"
based on "very rough, word-of-mouth estimates gathered informally
from the field". But even 60 per cent was not necessarily the final
figure. "Percentages and numbers come only after counting and will be
announced when it's over." The counting is expected to end next week.
Worse, the election almost remained unobserved. The United Nations
and the European Union formed a panel of about 20 international
observers--but based them in Amman in Jordan because Iraq was not
considered safe enough for them. Instead, the administration posted
about 20,000 Iraqi supporters of the US occupation as 'observers'
at poll centres.
Many Iraqis at polling booths said their names were recently 'marked'
off on the list of a government agency that provides monthly food
rations--this subtle threat, circulating for a while, proved a major
goad. "I'll vote as I can't afford to have my food ration cut," said
Amin Hajar, 52, owner of a small auto garage in Baghdad. "There's a
rumour that if we don't vote, our ration will be stopped. And if that
happens, I and my family would starve to death." When he picked up his
monthly ration before the election, Hajar said he was forced to sign
a form stating he had collected his voter registration. He believed
the government would use this to track whether he votes or not. While
the connection between the voting list and the ration list may just
have been rumour, it clearly got people worried.
In Shia-dominated areas in the south, the ballot papers were
distributed at stores that hand out the monthly food ration.
Several of these ration stores were attacked by resistance
militants opposed to the elections. Some were burnt down, and
several people handing out ballot papers were kidnapped or
threatened.
But large numbers of Grand Ayatollah Ali al-Sistani's followers came
out to vote despite threats of violence. Because here it was a contest
for a way of being religious or secular. If Shias come to power as
expected, inner tensions among them are certain to surface. The secular
Shia group headed by US-appointed interim prime minister Iyad Allawi
would have to work with the religious Shias of al-Sistani.
The United Iraqi Alliance list backed by al-Sistani is likely to have
received the majority of votes from the predominantly southern Shia
region of Iraq, which had a relatively strong turnout on election
day. But this group's desire to bring the rule of Islamic law to Iraq
worries both Sunnis and secular Shias. The large turnout was not in
any case a newfound zeal for the democratic principle.
Nor did that seem the case in the Kurdish areas up north, which too
saw a massive turnout.
The two main Kurdish parties, the Kurdistan Democratic Party (KDP) of
Masoud Barzani and the Patriotic Union of Kurdistan (PUK) led by Jalal
Talabani, both fought together on a single slate for the National
Assembly and contested against one another in simultaneous elections
for an autonomous regional government.
The local Kurdish parties plan to hold a referendum on the inclusion
of oil-rich Kirkuk under the authority of Iraqi Kurdistan post-poll.
This is an explosive move. Most of the current populace of Kirkuk
are Iraqis of Arab origin, or Turkomens of Turkish origin. The Arabs
were brought in to settle in Kirkuk in what Kurds see as a process of
ethnic swamping they now want to reverse with a campaign of their own.
Here the rush to vote seemed driven more by demographic than by
democratic zeal. In Pir Dawud village about 40 km from the northern
city Arbil, the informal Kurdish police, the Peshmerga, had to fire
shots in the air to stop people rushing up to vote. The polling
station here was set up to handle 1,500 voters, but more than 9,000
turned up, and they all voted. There was no voter list, because the
presence of resistance elements made it too risky to collect names.
So anyone with an ID card of any kind could produce a card and cast
a vote--or maybe more, because no one was keeping track.
With almost all the votes behind them, the two Kurdish parties will
push to establish autonomy that could, at a later date, lead to an
independent federalist state. Already reports from the north indicate
that autonomy here means independence. Kurd party officials began
touring towns after the election with a petition asking Kurds whether
they support Kurdish independence. The answer was an overwhelming
yes. An independent Kurdistan will have geopolitical ramifications in
Iraq--and beyond.
With an estimated 80 per cent of the Sunni population boycotting the
election, many Iraqis remain sceptical of the upcoming governmental
process. The new National Assembly will produce a constitution that
will then be held to a referendum by October 15 this year. By December
15, elections will again be held to select a new government. "You have
democracy and then you have an election," said Khalid, an unemployed
engineer in central Baghdad. "You cannot hold an election like this
and then say this is democracy."
Yet what this forced election has done is reverse decades of political
dominance by the Sunni Arabs. Due to their boycotts and the strong
Shia and Kurd turnout, the latter will most likely win the most seats
in the National Assembly, and to that extent have the power to pursue
their separate agendas.
Living amidst a shattered state, untenable unemployment, dismal
infrastructure and a security scenario that still reeks of war, many
Iraqis have still voted, despite ethnic and sectarian influences, in
the hope the election will lead to a better future. Yet the violence
continues. On election day itself nine suicide-bombers and frequent
mortar attacks left at least 40 Iraqis dead and hundreds wounded by
the time polling stations shut down at 5 pm. The election has not
provided answers, it has only raised more questions. And none bigger
than this: is this the beginning of democracy or the beginning of the
end of Iraq as we know it?
Dahr Jamail is an independent American journalist, who's been
reporting out of Iraq for eight months of the occupation. He
writes regularly for the Inter Press Service.
Article nr. 9483 sent on 06-feb-2005 04:09 ECT
The address of this page is : www.uruknet.info?p=9483
The incoming address of this article is :
www.outlookindia.com/full.asp?fodname=20050214&fname=Iraq+(F)&sid=1
Iraq Army 'Intimidated by Rebels'
BBC
Saturday 05 February 2005
Iraqi security forces are losing men because of "severe intimidation"
by rebels, a top US general has said.
Lt Gen David Petraeus, in charge of training Iraqi troops, said few
of the 90 battalions were at full strength.
He referred to incidents where soldiers returning from leave had
been killed by rebels, but he did not say how many troops had
deserted because of threats.
In the latest violence, four Iraqi soldiers were killed on Saturday
when their patrol was attacked in Basra.
A booby-trapped motorcycle exploded near their vehicle in the southern
city, an army spokesman said.
The US general said 136,000 Iraqi soldiers and police officers were
now trained and equipped.
The US is helping to train Iraqi forces so they can eventually take
over security and allow US troops to leave.
Privately, officials say everything depends on just how tenacious
rebels turn out to be - but the American public ought to be ready
for their troops to stay in Iraq for years, reports the BBC's Adam
Brookes at the Pentagon.
But the US casualties continue to rise as well. Two US soldiers were
killed and four injured in a roadside bomb near the northern Iraqi
town of Baiji on Friday night, the US military said.
'Real Challenge'
Gen Petraeus said 88 Iraqi battalions were conducting operations.
But he conceded that few of those units were at full strength.
"Not all have every vehicle or piece of unit equipment," Gen Petraeus
told Pentagon reporters via video link from Baghdad.
"And some are still receiving replacements from combat casualties and
losses suffered due to severe intimidation."
He highlighted the particular challenge for US and Iraq forces in
insurgent strongholds north and west of Baghdad.
"This is an area where the insurgents were actually cutting the heads
off soldiers that were trying to come back from leave and so forth,"
Gen Petraeus said.
"It was a real challenge during that time but we've turned a corner
with that and as I said, a substantial number of soldiers are heading
to those units."
Doubts
But some independent analysts in Washington question the general's
numbers, our correspondent reports.
The Center for Strategic and International Studies says it has found
that only handful of Iraqi police and military battalions are able to
fight independently.
US Deputy Defence Secretary Paul Wolfowitz told Congress on Thursday
that Iraqi units, on average, had absentee rates of about 40%.
The Bush administration has not given a timetable for the withdrawal
of US troops.
Following last weekend's election in Iraq, the US has announced it
will reduce troop levels by 15,000. It expects to keep 135,000 troops
in Iraq throughout the year.
Article nr. 9480 sent on 06-feb-2005 02:49 ECT
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What the imperialists forgot
Iraqi people expose the myth of U.S. invincibility
Richard Becker, Magazine of the Party for Socialism and Liberation
February 2005
The ideologues of global re-colonization inside the Bush administration
--Cheney, Rumsfeld, Rice, Wolfowitz and others, as well as the
president himself--have seen their vision of the future go up in flames
in Iraq. The myth of U.S. invincibility has been dispelled.
The Iraq war and occupation has turned into the most serious problem
for the U.S. ruling class in more than a decade and their biggest
military crisis since the Vietnam War.
That does not mean that U.S. imperialism no longer constitutes the
greatest danger to the world--it does. The Pentagon continues to
possess the most powerful war-making apparatus ever created.
The plans for global domination, outlined in the National Security
Strategy of the U.S.A.--the official foreign policy since September
2002--have not been abandoned. U.S. leaders have not stopped
threatening revolutionary Cuba, Venezuela and Iran, intervening in
Colombia, Haiti, the Philippines and Sudan, backing Israel and trying
to undermine the Palestinian national liberation movement and much
more.
The struggle is far from settled in Iraq. Generals are contemplating
or implementing plans for a "Salvador option." This means creating,
funding and arming death squads to seek out and kill resistance
leaders, fighters and supporters. Another possibility is to widen the
war.
But an unmistakable air of crisis hangs over Washington. The cause is
clear: The mighty U.S. military machine has not been able to crush the
anti-occupation resistance in Iraq. On the contrary, the resistance
has vastly expanded in size and capacity.
The inability to suppress resistance and assert control in a mediumsized
country of about 25 million people has dealt a severe blow to
the overseers of the NSS-USA. If they can't control Iraq, how can
they dominate the world?
Much of the deployable armed forces of the U.S. are tied down in the
occupations of Iraq and Afghanistan. A fierce debate is now raging
over whether to escalate the Iraq war, de-escalate or even whether to
withdraw. The debate largely revolves on the implications for the U.S.
position and power in the world.
The administration planners were counting on the "demonstration
effect" of the Iraq invasion to force other governments to bow
before the Empire. This effect failed to materialize.
Baghdad fell to the U.S. military on April 9, 2003. The next day,
former U.S. Undersecretary of State for Disarmament John Bolton warned
that Syria, Iran and North Korea should "learn the lesson of Iraq."
Two days later, the U.S. ambassador to the Dominican Republic issued a
similar warning to Cuba.
What "lesson" did the U.S. want these countries to learn?
The U.S. message was a terrorist threat--in essence, "do what we tell
you to do or we'll starve your people, bomb your cities and terminate
your sovereignty by occupying your country." Making threats is one
thing; carrying them out is another.
The resistance in Iraq is tying down the U.S. military and limiting
the Pentagon's ability to impose its will on countries pursuing an
independent course.
Even battles proclaimed as great "victories" by U.S. commanders, like
the invasion of Fallujah, soon turn into their opposite. The wanton
destruction of Fallujah was followed by two months of the sharpest
fighting since the occupation began.
Around the world, the siege of Fallujah served to intensify outrage
and revulsion toward the U.S. Comparisons of Fallujah with Guernica--
the city destroyed during the Spanish Civil War by Nazi bombing--have
become commonplace.
In addition, huge swathes of Iraq have become "no-go zones" for U.S.
troops and the puppet Iraqi army built by the Pentagon. Fighting
rages daily both outside and inside the "Green Zone" -- the heavily
fortified area of Baghdad used by the U.S. occupiers as their
command center and living quarters.
Imperialist fantasies and realities
Knowing the reality of Iraq now, it is worth looking back to what
the architects of the war were saying two years ago, before and
during the war's first few months.
Just before the March 2003 invasion, the "neo-cons" were forecasting
that the war would be a "cakewalk." They predicted that the Iraqi
people would greet U.S. troops "not as occupiers but liberators,"
showering them with garlands of flowers and chocolates.
The war was justified to the people in the U.S. by using falsified
intelligence reports and unadulterated lies about Iraq's so-called
"weapons of mass destruction." The reports were produced by the CIA
under its former director George Tenet.
After the conquest of Baghdad, L. Paul Bremer was installed as
head of the Coalition Provisional Authority, Iraq's new colonial
administration. Bremer's first move was to disband the Iraqi
military.
Bremer and his boss, Secretary of Defense Donald Rumsfeld, were
confident that they could construct a new, pro-U.S. Iraqi military
in no time. The 400,000 Iraqi troops were sent home. Many took
their weapons with them.
Later that month, Gen. Tommy Franks, commander of the Iraq invasion,
predicted that by July or August 2003, U.S. troop levels could be
reduced from 135,000 to 30-40,000. Twenty-two months later there are
150,000 U.S. troops and another 20,000 U.S. "private security" forces
in Iraq.
On May 1, 2003, President Bush staged his now-infamous stunt, dressing
up as fighter pilot and landing on the deck of the USS Abraham Lincoln
under a banner reading, "Mission Accomplished."
Since then, the toll of death and destruction has soared. More than
100,000 Iraqis have died from the invasion and occupation, according
to the British medical journal, The Lancet. At least 1,300 U.S.
troops have been killed in action and 23,000 evacuated for serious
wounds, injuries and illnesses.
While U.S. companies like Halliburton have made big profits, living
conditions in much of Iraq are worse than they were under the U.S./
UN sanctions blockade that killed 1.5 million people from 1990-2003.
In summer 2003, Bush predicted that the total cost of the war
would be $50-60 billion_a major miscalculation. The next "emergency
appropriation" will raise the real cost to over $230 billion, with
no end in sight. Currently, the price of the war is about $10 million
per hour.
In December 2004, Bush presented the "Medal of Freedom" to Tenet,
Bremer and Franks for their "contributions" in Iraq. All three had
long-since been discredited and ousted from their former positions.
It was a grotesque White House ceremony designed to rally declining
public support for the bloody occupation.
Bush and the others should be tried and convicted of war crimes
instead.
What the rulers forget
The predictions and projections of the U.S. policy planners in
Washington were virtually all wrong. Many are wondering, "how
could this happen?"
The strategists of the Iraq war left out what the imperialist
intellectuals nearly always leave out: the people. They discounted
the workers, farmers, soldiers and students. This also happened
in the Vietnam War.
When the "best and brightest" of Lyndon Johnson's foreign policy
team compared U.S. and Vietnamese power on paper, they were confident
of U.S. victory. However, they ignored the iron determination of the
Vietnamese people to rid their country of foreign domination. Nor did
they fathom the organized power of that determination in the Workers
Party of Vietnam and the National Liberation Front.
On March 25, 2003, the day after the U.S. invaded Iraq, Syrian
Information Minister Adnan Omran told the Toronto Star that the U.S.
faced a future filled with resistance. "In Baghdad, they will find
themselves facing daggers drawn from every corner. It will be a smallscale
Vietnam. Small cuts will be made day after day and week after
week until the Americans are gone."
Omran said that the U.S. decision to invade, "is based on the
most stupid calculations ever made of the social dynamic in Iraq."
He was referring to Iraq's long history of resistance to foreign
occupation going back to 1920.
What explains the recurrent "stupidity" of the U.S. policy makers
is their class position and prejudice. They have nothing but
contempt for the "common people." They despise the workers and
the oppressed of the world, including those who live in the U.S.
The oppressor class and its hired thinkers can hardly believe it
when popular resistance unexpectedly blocks their way. Invariably,
they search for a scapegoat.
In the Vietnam War, it was the Soviet Union and China. Now, they
accuse Syria and Iran of directing the resistance in Iraq. During
the civil rights movement in the U.S. South, the racists saw
"outside agitators" behind every mass march and sit-in.
The crisis confronting U.S. imperialism in Iraq is compounded by
economic factors. These include the decline of U.S. production
versus the rest of the world, the deterioration of the U.S. dollar
against other currencies, and the sharp rise in national debt
to pay for war and tax breaks for the rich. More and more world
production is coming from China, India, Brazil and a number of
other developing countries.
All of these factors have contributed to a relative decline in the
U.S. global position. In the immediate aftermath of Sept. 11, 2001,
it seemed Washington had a blank check to operate as it wished. Now,
things look much different for the U.S. in the world.
No factor has contributed more to this decline than the resistance
in Iraq.
Article nr. 9474 sent on 05-feb-2005 16:16 ECT
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Iraq clashes intensify
At least 13 people were reported dead as Iraqi security forces
clashed with fighters opposed to the presence of foreign troops
in Iraq.
Four people were killed and nine wounded when Iraqi security
forces clashed with armed villagers south of Baghdad, medics
said on Sunday.
The battle erupted after Iraqi soldiers and police raided the
village of Albu Mustafa, south of Baghdad.
Two soldiers, a police officer and an armed villager were killed,
police and medics added. Four soldiers and five more villagers
were also wounded.
A police officer said the skirmish lasted around two hours. Iraqi
soldiers backed by Polish forces later rounded up 25 suspects in
the village, according to Lieutenant Kadhim al-Ali.
Elsewhere a US Marine was killed in action on Saturday south of
Baghdad, the US military said.
Baghdad shootings
In the capital, an employee of the Baghdad provincial government was
shot dead in the street by armed men early on Saturday, a ministry
official said.
About an hour later, another man was killed in similar fashion in
the same district of eastern Baghdad.
To the north, four Iraqis and two insurgents were killed in shootings
and a bomb blast, while the body of businessman was discovered and
19 suspects were arrested, security sources and the US military said.
A policeman was shot by assailants while shopping in central Kirkuk,
said police chief General Turhan Yusif.
A prominent Kurdish businessman, Najat Ruh al-Din, 58, was also
kidnapped as he shut his telecommunications and computer office
in the city, he added.
Arrests
West of Kirkuk, two gunmen were killed as they attempted to attack
an Iraqi police-army patrol in the town of Zab, where 12 people
were killed two days ago, said Major Ali al-Juburi.
Meanwhile, 19 suspects suspected of carrying out attacks against oil
infrastructure, were arrested near Kirkuk, said the US military.
A soldier and a civilian died when Iraqi troops and fighters clashed
in Samarra, raided by US-led troops last October in a bid to rid it
of fighters ahead of the January 30 elections, said Captain Assad
Amjad.
Another seven people were wounded, including four children, in a
nearby gun battle between insurgents and security sources, said
a hospital doctor.
Bomb attack
Near Balad, a civilian was killed and four soldiers wounded when a
homemade bomb exploded as a military convoy went past, said police.
Meanwhile, the body of a 46-year-old businessman, Ahmad Abdelkader
Abed, was found in Tuz, near Saddam Hussein's home town of Tikrit.
The victim had been shot dead, said police.
AFP
Sunday 06 February 2005 8:19 PM GMT
You can find this article at:
http://english.aljazeera.net/NR/exeres/3D9B0B8F-113D-4D2D-
9D9C-EBF0A41ABDB4.htm
Iraqi oil pipeline sabotaged
An oil pipeline linking two of Iraq's major refineries has been
attacked, the second such attack in three days, police and oil
sources said.
"The pipeline linking the Baiji refinery to that of Dura, in
the capital, was sabotaged west of the city of Samarra," a
local police officer said.
He said the sabotage on Saturday was carried out with a 10kg
explosive charge on one of a cluster of eight pipelines bringing
oil to the capital from the Baiji refinery, about 190km north of
Baghdad.
Baiji refinery official Majid Mamnun confirmed the attack and added
that the repairs would take up to a week.
A similar attack was perpetrated in the same area on 2 February.
Relentless attacks on the country's oil industry by fighters opposed
to foreign troops have cost Iraq $7 billion to $8 billion in exports
since the March 2003 US-led invasion.
AFP
Saturday 05 February 2005 11:53 AM GMT
You can find this article at:
http://english.aljazeera.net/NR/exeres/8B9C9201-3025-46FBAE
4A-30B5EB15A8CF.htm
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http://www.giv-seiten.info/www.giv-archiv.de/2002/Oktober/021031GI.010·
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