- Wählen um jeden Preis
Keine Kandidaten, keine Beobachter, kaum Resonanz bei der
Wählerregistrierung: Das Spektakel im Irak spricht allen
Normen Hohn - US-Botschafter Negroponte ist dennoch zufrieden
- Die Wahl verursacht eine Spaltung,
zu der selbst Saddam nicht in der Lage war
- Sunniten könnten trotz Wahlboykotts Gewinner werden
- Rumsfelds Horrortrupp
Hauseigener Geheimdienst: Pentagon umgeht Kontrolle
des Kongresses. Die CIA soll vollständig aus
Undercoveraktionen und anderen Spezialeinsätzen
herausgehalten werden
- Kämpfe in Baghdad
- Schüsse auf Falschparker
Angst der Besatzer im Irak
- Garantien für Bagdad
Bundesregierung will Wirtschaft bei Geschäften im besetzten
Irak mit »Hermes-Bürgschaften« unterstützen. Stärkere
politische Einflußnahme über Ausbildungsprogramme
- »Not welcome, Mr. Bush«
- »Deutschland ist in den Irak-Krieg tief verstrickt«
- Die Logik des Irrationalen
Bushs Inaugurationsrede und die globale Strategie
des amerikanischen Imperialismus
- Election Divides a Nation
- Not even Saddam could achieve the divisions this
election will bring
- Iraqi reconstruction efforts 'rife with corruption and waste'
- MEDIA, MURDER AND AMERICAN MORALITY!
TEACHING AMERICA TO ENJOY THE KILL!
A TvNewsLIES ANALYSIS
- Imperial Misadventures
- Israel's "Religious Coloration" Nukes
Wählen um jeden Preis
Keine Kandidaten, keine Beobachter, kaum Resonanz bei der
Wählerregistrierung: Das Spektakel im Irak spricht allen
Normen Hohn - US-Botschafter Negroponte ist dennoch zufrieden
Rüdiger Göbel
Die »ersten freien Wahlen« im Irak, wie das von Washington veranstaltete
Demokratiespektakel realitätsfern immer wieder genannt wird,
versprechen, ein totaler Flop zu werden. »Millionen von Stimmzetteln
sind gedruckt. Tausende von Wahlkabinen sind errichtet. Und 300.000
irakische und amerikanische Soldaten sind in Alarmbereitschaft. Für
die irakische Parlamentswahl am kommenden Sonntag ist alles vorbereitet.
Alles, was jetzt noch fehlt, sind die Wähler«, berichtete
die Nachrichtenagentur AP am Montag. Die spannendste Frage am Wahltag
werde die Höhe der Wahlbeteiligung sein. In einigen Gegenden dürfte
sie bei Null liegen.
Iraks heimlicher Herrscher, US-Botschafter John Negroponte, gibt
sich dennoch zuversichtlich. Der starke Mann von Bagdad geht von
einer starken Wählerresonanz aus - zumindest in den Teilen des
besetzten Zweistromlandes, in denen am 30. Januar unter amerikanischer
Aufsicht gewählt werden kann. Die Tatsache, daß in einzelnen
Provinzen, etwa Anbar mit den umkämpften Städten Falludscha und
Ramadi, nicht abgestimmt werden könne, dürfe nicht das entscheidende
Kriterium für die Legitimität der Wahlen sein, erklärte Washingtons
Spitzendiplomat am Sonntag (Ortszeit) im US-Sender Fox News. Wichtig
sei, daß die Wahlen überhaupt stattfänden.
Doch selbst das ist nicht gesichert: In der nordirakischen Provinz
Niniveh etwa bleiben drei von vier Wahllokalen dicht. Und für die 80
Zentren, die am Sonntag nun geöffnet werden sollen, konnten bislang
erst weniger als die Hälfte der benötigten Wahlhelfer rekrutiert
werden. Statt 800 hätten sich nur rund 350 Iraker als Helfer gemeldet,
klagte die regionale Wahlkommission in Mosul. Die Lage in anderen
Städten ist nicht viel besser. Inzwischen werden selbst in der von
Washington installierten Übergangsregierung in Bagdad Zweifel am
Wahlgang laut. Finanzminister Adel Abdel Mahdi, führender Kandidat der
Schiitenpartei SCIRI, warnte erstmals öffentlich vor der Möglichkeit
massiver Manipulationen.
Tatsächlich wird es praktisch keine ausländischen Wahlbeobachter
geben. Weder die UNO noch andere internationale Organisationen haben
sich bisher zur Entsendung der sonst üblichen Aufpasser entschlossen -
zu desaströs ist die Sicherheitslage im Irak. Die US-Zeitung Christian
Science Monitor wies kürzlich auf ein weiteres Problem hin: Viele
Menschen im Irak wissen nicht einmal, welchen Personen sie letztlich
ihre Stimme geben sollen, da die Namen der meisten Kandidaten »aus
Sicherheitsgründen« bis nach der Wahl geheimgehalten werden.
Wen mag es da wundern, daß die meisten - zumindest der im Ausland
lebenden - Iraker bei dem Wahltheater nicht mitspielen wollen.
Bis zum Wochenende hatte sich mit gut 130.000 nur ein Zehntel
der ursprünglich erwarteten Teilnehmer registrieren lassen. »Wir
sind sehr enttäuscht«, klagte die Internationale Organisation für
Migration (IOM), die mit der Durchführung der Irak-Wahlen im Ausland
beauftragt ist. »Die ganze Welt ist über diese schwache Beteiligung
überrascht.« In ihrer Not und Enttäuschung verlängerte die Organisation
die Registrierungsfrist um zwei Tage. Im Ausland lebende
Iraker können sich noch bis zum heutigen Dienstag in 14 Ländern in
die Wählerlisten eintragen lassen. Iraks Übergangspräsident Ghasi
Al Jawer mahnte via TV die Bevölkerung im besetzten Zweistromland
zur Teilnahme an dem »historischen Wahlgang«: Die Wahl der Nationalversammlung
sei nicht nur ein Recht, sondern eine nationale Pflicht.
junge Welt vom 25.01.2005
http://www.jungewelt.de/2005/01-25/001.php
Die Wahl verursacht eine Spaltung,
zu der selbst Saddam nicht in der Lage war
von Robert Fisk
The Independent / ZNet 22.01.2005
Sonntag, der 30. Januar wird der Tag sein, an dem der Mythos mit
der Realität konfrontiert wird, wobei es - so meine Befürchtung buchst
äblich zum Knall kommt. Zweifellos wird jener magische Tag,
an dem der Irak sich angeblich zur Demokratie wandelt, als ein
weiterer Meilenstein bejubelt werden - Meilenstein des amerikanischen
Abenteuers - und Lord Blair of Kut al-Amara wird von einem
neuen "großen Tag im Irak" sprechen. Selbstverständlich wird Blair
in keinem Wahllokal in die Luft gesprengt oder auf dem Nachhauseweg
Opfer eines Selbstmordattentäters. Diese Toten wird man - dessen
bin ich mir sicher -, als "Märtyrer der Demokratie" bezeichnen,
Iraker, die sich für eine Wahl entscheiden, die ein so großes
physisches Risiko darstellt, daß die internationalen Beobachter sie
lieber von Amman aus "beobachten". Das größte Problem dieser Wahlen
ist aber nicht die Gewalt (vor, während und sicher auch nach dem
30. Januar). Die größte Gefahr für die "Demokratie" geht von der
Tatsache aus, daß sich 4 irakische Provinzen - in denen rund die
Hälfte der irakischen Bevölkerung lebt -, im Aufstand befinden.
Viele Städte dieser Provinzen werden von Rebellen kontrolliert.
Durch die Wahl wird sich die Kluft zwischen Sunniten, Schiiten und
Kurden weiter verstärken - nicht einmal Saddam Hussein hätte dies
vermocht. Wenn die Sunniten also nicht zur Wahl gehen - außer jene,
die an so exotischen Orten wie Amerika oder Syrien leben -, wird
die schiitische Bevölkerungsmehrheit (rund 60% der Bevölkerung)
den Großteil der Sitze im künftigen `Nationalen Übergangsparlament'
einnehmen. Lassen Sie es mich anders ausdrücken: Die Schiiten
kämpfen nicht gegen die US-Besatzung im Irak und werden an den
Wahlen unter den Auspizien der USA teilnehmen. Die Sunniten wiederum,
die gegen die Besatzung kämpfen, werden sich weigern, an einer
Wahl teilzunehmen, die von den Aufständischen als "Quisling-"Wahl
bezeichnet wird. Die 4 Millionen Kurden werden zur Wahlurne gehen.
Aber unabhängig davon, wieviele Sitze sie erlangen, die Kurden
werden ihre Quasi-Unabhängigkeit auch nach der Wahl nicht aufgeben.
So wird die von Amerikanern und Briten übertriebene Gefahr eines
Bürgerkriegs durch dieses Experiment, für das soviel geworben wurde,
sogar noch verstärkt und keineswegs verringert. Aber der Irak ist
eine Stammesgesellschaft - keine religiöse. Der eigentliche Krieg
wird sich also weiter zwischen sunnitischen Aufständischen und USSoldaten
abspielen und kein Bürgerkrieg werden, wie es manche im
Westen gern hätten.
Dennoch dürfte wohl keinem die Bedeutung der Ermordung Mahmoud alMadaens
entgangen sein. Al-Madaen starb letzte Woche zusammen mit
seinem Sohn und 4 Bodyguards in Salman Pak, südlich von Bagdad,
wo er ein persönlicher Repräsentant Ajatollah Ali al-Sistanis, des
führenden Schiiten-Geistlichen des Irak, war. Am gleichen Tag fand
man al-Sistanis Assistenten Halim al-Moaqaq "ertrunken in seinem
eigenen Blut" - so ein Sprecher in Najaf. Ajatollah al-Sistani hat
die Wahlen abgesegnet. Sie könnten den Schiiten - zum erstenmal Macht
in die Hand geben, zumindest theoretisch. Die Schiiten im
Irak wurden von den Ottomanen an den Rand gedrängt bzw. bekämpft,
dann von den Briten, den Königen und schließlich von den SunnitenDiktatoren.
Wiederholt rief die schiitische Führung die Schiiten
auf, sich nicht für die Anschläge zu rächen. Und die Schiiten
hielten sich erstaunlich zurück. Selbst als im letzten Jahr der
Vorsitzende des Obersten Rats der Islamischen Revolution im Irak,
Mohamed Baqr al-Hakim, bei einem Autobombenanschlag starb, verübten
sie keinen einzigen Racheakt. Gleichzeitig ist ihnen die Drohung
sehr wohl bewußt, die in den Worten Osama bin Ladens liegt: Eine
Teilnahme an den Wahlen stelle einen Akt des Abfalls dar, denn
die Verfassung des Irak sei eine "von Menschen gemachte JahliyyaVerfassung".
Wörtlich bedeutet das Wort "unwissend". Bin Laden
spielt damit auf die Araber in vorislamischer Zeit an, die bis
zur Geburt des Propheten angeblich in "Unwissenheit" lebten. Eines
steht fest: Jeder irakische Mann und jede irakische Frau, der/die
an dieser Wahl teilnimmt, ist mutig. Ob sie auch klug handeln, ist
eine andere Frage.
Aber selbst wenn die Schiiten die meisten Parlamentssitze gewinnen
(von insgesamt 275) - der Krieg wird weitergehen. Schließlich, was
haben die Sunniten zu verlieren, wenn sie den Kampf weiter unterst
ützen? Die Wahl selbst ist so kompliziert, daß wer in den SunniGebieten
den Mut aufbringt, daran teilzunehmen, sein blaues Wunder
erlebt. Es gibt 75 Parteien und 9 Bündnisse. Insgesamt kandidieren
7471 Leute für 275 Sitze - wobei proportional gewählt wird. Wer
als Kandidat Einzweihundertfünfundsiebzigstel der Stimmen auf
sich vereint, erhält einen Parlamentssitz. Eine Partei mit 20% der
Stimmen würde demnach 20% der Sitze erhalten, ihre 55 stärksten
Kandidaten zögen ins Parlament ein. Das neue Parlament hat die
Aufgabe, einen Verfassungsvorschlag zu erarbeiten, über den
anschließend in einem Referendum entschieden wird. Diese zweite
gefährliche Stimmabgabe (Referendum) soll bis 15. Oktober 2005
erfolgen. Am 15. Oktober soll dann die neue irakische Regierung
gewählt werden - wir werden sehen. Dieser herrlich optimistische
Fahrplan wurde von Amerikanern und Irakern in der 'Grünen Zone'
entwickelt. Die 'Grüne Zone' ist jenes unter Mörserbeschuß liegende
Fort in Zentral-Bagdad, dessen Bewohner die Wirklichkeit vor ihren
Toren nur selten in Augenschein nehmen - offene Abwasserleitungen,
Stadtrandviertel ohne Strom, Verfall.
Da die Wahlbeobachter lieber in Amman Gintonics schlürfen, kann
natürlich nicht sichergestellt werden, daß die Wahlergebnisse
nicht manipuliert sind. Zum Thema Korruption: Die Tatsache, daß die
Wahlkommission unter Leitung des jetzigen "Interims-"Ministerpräsidenten
und Ex-CIA-Mitarbeiters Iyad Alawi letzte Woche dabei
ertappt wurde, wie sie unbeschriftete Umschläge mit $100 Scheinen
unter irakische Journalisten verteilte, legt den Schluß nahe, daß
die Wahl nicht ohne Korruption verläuft. Natürlich werden Amerikaner
und Briten die Tatsache hochjubeln, daß tausende AuslandsIraker
ihre Stimme abgeben und in den Schiitenstädten und den
Kurdengebieten im Norden eine hohe Wahlbeteiligung herrscht. Immer
wieder werden wir zu hören bekommen, das Volk des Irak habe seinen
demokratischen Willen zum Ausdruck gebracht, die Freiheit sei
endlich im Irak angekommen, die Bomben konnten den Einzug der
Demokratie nicht verhindern, usw.. Alles schön und gut. Aber wenn
die Sunniten nicht wählen, wird das neue Parlament das irakische
Volk sowenig repräsentieren, wie das bei jenen glorreichen Wahlen
in früherer Zeit der Fall war. Und es gibt einen weiteren Grund
zur Besorgnis. Zwar dauert der Aufstand weiter an, aber die Zahl
der Selbstmordattentate ging in den letzten Tagen merklich zurück.
Warum, so frage ich mich. Finden sich keine Freiwilligen mehr?
Oder sammeln sich die Selbstmordregimenter, spart man sich die
Selbstmordattentäter etwa für den großen Tag auf?
Übersetzt von: Andrea Noll
Orginalartikel: "Not even Saddam could achieve the
divisions this election will bring"
http://www.zmag.de/
artikel.php?id=1331&PHPSESSID=fe3d326a0f8626c81e832b293a5005d5
Sunniten könnten trotz Wahlboykotts Gewinner werden
Dienstag 25. Januar 2005, 13:14 Uhr
Bagdad (AP) In Asamija hängen keine Wahlplakate. Als jüngst ein
Plakat mit Parolen einer sunnitisch-geführten Partei auftauchte,
rissen Jugendliche in der nördlichen Vorstadt von Bagdad es
gleich wieder herunter. Während die schiitische Mehrheit die Wahl
am 30. Januar begrüßt, die ihren neuen Status als politisch einflussreichste
Gruppe im Irak bestätigen dürfte, verlangen viele
sunnitische Führer eine Verschiebung. Militante Geistliche rufen
zum Boykott auf. Doch deutet vieles darauf hin, dass diese Haltung
den langfristigen Interessen der Sunniter nicht schaden muss.
«Die Wahl wird völlig wertlos», sagt der in Asamija geborene Mohamed
Jehia vor der Imam-Abu-Hanifa-Moschee. «Es wird keine Wahl in Asamija
geben.» Auf den ersten Blick schaden sich die arabischen Sunniter
mit dem Boykott selbst. Denn sie werden im Übergangsparlament weniger
stark vertreten sein. Dieses hat die Grundzüge einer irakischen
Verfassung auszuarbeiten, mit der lang andauernde Differenzen innerhalb
der Bevölkerung beigelegt werden sollen. Es scheint so, als
überließen die Sunniten die Zukunft des Landes den Schiiten und den
Kurden.
Doch könnten die sunnitischen Führer im Gegenteil an Ansehen
gewinnen, indem sie sich einem von vielen Irakern als von den USA
beeinflussten politischen Prozess entziehen. «Eine Wahl, die unter
den derzeitigen Umständen und zum jetzigen Zeitpunkt stattfindet,
wird eine schwache Regierung hervorbringen, die sich dem Diktat
der Vereinigten Staaten beugt», sagt Scheich Omar Ragheb. Er ist
Sprecher der Vereinigung muslimischer Gelehrter, einer einflussreichen
sunnitischen Gruppierung an der Spitze der Boykottbewegung.
«Wir sind derzeit nicht an einem Stück vom irakischen Kuchen
interessiert. Es ist ein vergifteter Kuchen.»
Sunnitische Araber haben das Land seit Generationen auf Kosten der
Schiiten und Kurden dominiert. Der vor zwei Jahren gestürzte Saddam
Hussein war der bislang letzte einer langen Reihe von sunnitischen
Führern, die bis in die Zeit des Osmanischen Reichs und der
britischen Kolonialzeit zurückreichen. Militante Sunniten führen
auch eine Rebellion an, die die Wahl am Sonntag stoppen will, und
sich Kandidaten, Wahlhelfer und Wähler als Ziele sucht.
Trotz einer möglicherweise sehr geringen Vertretung der Sunniten
in der Nationalversammlung könnten sie ebenso wie die kurdische
Minderheit den von den USA gesteuerten politischen Prozess
blockieren. Denn die derzeit gültige Übergangsverfassung räumt
ihnen eine Art Vetorecht bei der Verabschiedung der noch auszuarbeitenden
Verfassung ein. Stimmen nur drei der 18 irakischen
Provinzen in einem bis Mitte Oktober vorgesehenen Referendum
gegen den Verfassungsentwurf, muss die Nationalversammlung den
Text erneut beraten und verändern. Erst dann kann er den Irakern
nochmals zur Abstimmung vorgelegt werden.
Zudem mehren sich die Hinweise, dass Washington auf eine Einbindung
der gemäßigten Sunniten setzt. Diplomaten der US-Botschaft trafen
sich am 8. Januar mit Vertretern der Vereinigung muslimischer
Gelehrter, um sie von ihrer Strategie des Wahlboykotts abzubringen.
«Das läuft auf eine offizielle Anerkennung für den großen Einfluss
der Vereinigung in den Straßen des Iraks heraus», sagt Scheich
Ragheb. «Das Treffen brachte der Vereinigung, die der Unterstützung
des Terrorismus bezichtigt wurde, zusätzliche Achtung.»
Phebe Marr, Forscherin am Washingtoner Friedensinstitut und Autorin
eines Buch über die Geschichte des Iraks, meint, die Frage der
sunnitischen Wahlbeteiligung werde überschätzt. Es gebe viele Möglichkeiten
einer Kompensierung. Zudem verweist sie darauf, dass in
elf Monaten bereits wieder eine Wahl ansteht.
Die hat auch Mohamed Jehia aus Asamija im Blick: «Im Dezember wird
wieder gewählt, und nichts wird die nächste Regierung daran hindern,
eine Verfassung in Stücke zu reißen und eine andere auszuarbeiten.»
Rumsfelds Horrortrupp
Hauseigener Geheimdienst: Pentagon umgeht Kontrolle
des Kongresses. Die CIA soll vollständig aus
Undercoveraktionen und anderen Spezialeinsätzen
herausgehalten werden
Rainer Rupp
Der militärische Nachrichtendienst des Pentagon, die Defense
Intelligence Agency (DIA), betreibt seit 2002 eine streng-geheime
Abteilung, die »Strategic Support Branch (SSB)«. Diese führt
weltweit und gestützt von der Autorität des US-Verteidigungsministers
verdeckte Operationen im Rahmen der sogenannten Antiterrorpolitik
durch. Das berichtete CNN am Sonntag abend (Ortszeit) unter Berufung
auf einen namentlich nicht genannten, hochrangigen Pentagonmitarbeiter.
Die Rolle der SSB war zuvor in der Sonntagausgabe der Washington
Post beschrieben worden. Demnach soll sie »geheimdienstliches
Können und Fähigkeiten für im Felde operierende Einheiten« einschlie
ßlich der streng geheimen Sondereinheiten des US-Militärs
bereitstellen. Dazu gehört auch, daß DIA-Mitarbeiter in Zielländer
geschickt werden, um dort Agenten zu rekrutieren. Diese sollen
dann die Missionen der geheim operierenden US-Kommando-Einheiten
mit ihrem lokalem Wissen unterstützen. Die SSB erledigt somit
Aufgaben, die bisher für die CIA reserviert waren, was die
Bemühungen des US-Verteidigungsministers unterstreicht, die CIA
vollständig aus den verdeckten Operationen des Pentagon herauszuhalten.
Donald Rumsfeld verfolgt mit der Übertragung des geheimdienstlichen
Teils der weltweiten Undercover-Einsätze des Pentagon auf den
hauseigenen DIA das Ziel, diese der parlamentarischen Kontrolle
des Kongresses zu entziehen: Im Gegensatz zur CIA unterliegt das
DIA nicht der Parlamentsaufsicht, die Ende der siebziger Jahre,
insbesondere unter US-Präsident James Carter, erheblich verschärft
worden war. Seither fordert das Gesetz, daß die Geheimdienstaussch
üsse des Kongresses über alle verdeckten Operation der CIA
unterrichtet werden müssen. Diese Vorschrift entzog dem zuvor in
der CIA weit verbreiteten Abenteurertum weitgehend den Boden - mit
der Folge, daß der Geheimdienst von Rumsfeld und den Neokonservativen
inzwischen als »risikoscheu« bezeichnet wird.
Da kein US-Gesetz existiert, daß das Pentagon den Kongreß über
seine Sonderoperationen unterrichten muß, versucht Rumsfeld, mit
der Ausschaltung der CIA und der Übertragung ihrer Funktionen auf
die SSB der DIA seine globalen Kleinkriege an der parlamentarischen
Kontrolle vorbei weiterzuführen. Demnach wurde die SSB geschaffen,
»um soviel Flexibilität wie möglich« zu besitzen. Auch ginge die
Pentagon-Truppe »viel robuster« vor. Die SSB bräuchte sich folglich
an keine Regeln und Gesetze halten.
Derweil hat der Sprecher des Pentagon Lawrence DiRita in einer
offiziellen Erklärung am Sonntag versucht, die Rolle des SSB
herunterzuspielen. Die Organisation sei lediglich ein Versuch
des Pentagon, seine Spionagefähigkeiten zu verbessern. Der
republikanische Senator Chuck Hagel äußerte sich indes besorgt:
Es würde durch den Sondergeheimdienst »zuviel Macht in zu wenigen
Händen konzentriert«. Ein anderes politisches Schwergewicht der
Republikaner, Senator John McCain, hat inzwischen angekündigt,
daß der Streitkräfteausschuß des Senats die Sache untersuchen
werde.
junge Welt vom 25.01.2005
http://www.jungewelt.de/2005/01-25/005.php
Kämpfe in Baghdad
Flughafen gesperrt
24.01.2005
Eine von CBS am Montag veröffentlichte AP-Meldung läßt erahnen,
wie groß mittlerweile die Probleme der USA im Irak sind. Demnach
mußten zwei jordanische Flugzeuge aufgrund schwerer Kämpfe in
unmittelbarer Nähe zum Flughafen von Baghdad, wo sie landen
wollten, stattdessen nach Amman zurückkehren.
http://cbsnewyork.com/international/Jordan-Iraq-Flights-ai/resources_
news_html
Den beiden Maschinen der Fluggesellschaft Royal Jordanian wurde
nach Aussage eines anonym bleiben wollenden Sprechers des Unternehmens
von der Flugleitung des Flughafens aufgrund von schweren
Kämpfen die Landung verweigert, so daß sie zu ihrem Ausgangsflughafen
zurückkehrten. In der zweiten Maschine befand sich nach
eigener Aussage auch der "irakische Übergangsverteidigungsminister"
Hazem Shaalan.
Der erste der beiden Flüge war am Morgen in Baghdad eingetroffen,
der zweite gegen Mittag.
Angesichts der Tatsache, daß der Flughafen Baghdads noch vor seiner
eigentlichen Funktion derzeit vorrangig eine US-Basis darstellt und
daß die abgewiesenen Flüge außerdem mehrere Stunden voneinander entfernt
vergeblich um Landeerlaubnis gebeten hatten, wird deutlich, daß
die USA die Situation im Irak immer weniger unter Kontrolle haben.
Dabei scheint die in dem Artikel genannte Erklärung, daß ein nahe
dem Flughafen gelegenes Lager der "irakischen Nationalgarde" von
Mörsergranaten getroffen wurde, kaum glaubhaft. Der Angriff mit
Mörsern und Raketen auf Basen der USA und zumeist als "Kollaborateure"
angesehenen "irakischen" Sicherheitskräfte ist eine so tagt
ägliche Erscheinung, daß allein aufgrund hierauf überhaupt keine
Flüge mehr nach oder von Baghdad aus möglich sein dürften. Auch
die Aussage, daß es sich bei dem Grund um "schwere Kämpfe" handelte,
widerlegt diese Darstellung.
http://www.freace.de/artikel/200501/240105b.html
Schüsse auf Falschparker
Angst der Besatzer im Irak
25.01.2005
Einer Meldung der australischen ABC vom Dienstag zufolge haben
australische Soldaten auf einen irakischen Mann geschossen und
ihn dabei verletzt, weil dieser sich "verdächtig" verhalten habe.
http://www.abc.net.au/news/newsitems/200501/s1288607.htm
Der Iraker hatte seinen Wagen in der Nähe des Gebäudes geparkt,
in dem die australischen Soldaten stationiert sind und von wo
aus sie die daneben gelegene Botschaft bewachen. Der Mann stieg
dann aus seinem Fahrzeug aus und reagierte nicht auf ihm zugerufene
Befehle, woraufhin die Soldaten das Feuer eröffneten. Er wurde dann
von "irakischen Behörden" weggebracht. Sein derzeitiger Zustand ist
nicht bekannt.
Offenbar ist weder in dem Auto noch an dem Angeschossenen eine Bombe
oder sonstige Waffen gefunden worden, da dies andernfalls sicherlich
der zentrale Punkt der Meldung gewesen wäre. Es ist also mit großer
Sicherheit anzunehmen, daß der Mann sein Auto zufällig dort geparkt
hat und die höchstwahrscheinlich in englisch gerufenen Befehle der
Soldaten nicht gehört, nicht verstanden oder nicht auf sich bezogen
hat. Hier wird ein weiteres Mal "im Kleinen" die Strategie deutlich,
die "im Großen" zur wochenlangen Bombardierung der Stadt Fallujah
geführt hat. Statt ein eigenes Risiko einzugehen setzen die Besatzer
aus sicherer Entfernung ihre Waffen ein, wohlwissend, daß hierbei
unschuldige Zivilisten verletzt und getötet werden.
Tatsächlich hat das australische Verteidigungsministerium bereits
angekündigt, eine "Untersuchung" des Vorfalls einzuleiten. Aufgrund
des vorgeblich "verdächtigen Verhaltens" des Mannes ist allerdings
anzunehmen, daß diese für die Soldaten folgenlos bleiben wird, wie
dies bei solchen häufig vorkommenden Vorfällen immer der Fall ist.
Dieser Fall belegt ein weiteres Mal, wie groß die Angst der Besatzer
vor Angriffen und wie gering ihre Bedenken gegen das Eröffnen des
Feuers auf möglicherweise Unschuldige ist.
Eine AP-Meldung vom Dienstag zeigt allerdings, daß diese Angst
nach wie vor sehr berechtigt zu sein scheint. Demnach starben
5 US-Soldaten als ihr Bradley-Schützenpanzer am Montagabend bei
einer Patrouillenfahrt nördlich Baghdads in einen Kanal rollte.
Dies wird zwar vom US-Militär als Unfall bezeichnet, es wurden
aber bisher keine Angaben zu der Ursache gemacht, so daß ein
Angriff des irakischen Widerstands nicht ausgeschlossen werden
kann.
Ein weiterer US-Soldat wurde Reuters zufolge ebenfalls am Montagabend
durch die Explosion einer Bombe getötet.
http://www.freace.de/artikel/200501/250105a.html
Garantien für Bagdad
Bundesregierung will Wirtschaft bei Geschäften im besetzten
Irak mit »Hermes-Bürgschaften« unterstützen. Stärkere
politische Einflußnahme über Ausbildungsprogramme
jW-Bericht
Die Bundesregierung will deutsche Ausfuhren in den Irak nach den
dortigen Wahlen mit staatlichen Exportgarantien unterstützen. Dies
verlautet aus dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).
Das Auswärtige Amt kündigt weitere Maßnahmen an, mit denen die
bereits jetzt wachsenden deutsch-irakischen Wirtschaftsbeziehungen
gefördert werden sollen, meldete der Internetdienst German-ForeignPolicy
am Montag. »Deutsche Unternehmen positionieren sich seit
geraumer Zeit für den Wettbewerb in dem faktisch im Kriegszustand
befindlichen Land, die deutsche Regierung forciert ihren Einfluß
auf die entstehende irakische Armee und die im Aufbau befindlichen
Ministerialbürokratien in Bagdad. Berlin profitiert davon, daß
Washington die Unterwerfung des Irak nicht gelingt und weite Teile
der irakischen Bevölkerung die USA als Feind begreifen.«
Handelskammer BRD-Irak
Wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf den DIHK berichtete,
will die Bundesregierung deutsche Exporte in den Irak nach der
Wahlfarce am 30. Januar mit staatlichen Exportgarantien (»HermesB
ürgschaften«) unterstützen. Darüber hinaus soll eine deutschirakische
Handelskammer gegründet werden. Für April ist eine
deutsch-irakische Wirtschaftskonferenz geplant, die aufgrund der
desaströsen Sicherheitslage im Irak in München stattfinden wird.
Die Maßnahmen sollen die deutsch-irakischen Wirtschaftsbeziehungen
weiter ankurbeln, die bereits jetzt deutlich zunehmen. Während die
deutschen Irak-Exporte im Jahr 2003 einen Wert von rund 205 Millionen
Euro umfaßten, beliefen sie sich von Januar bis Oktober 2004 schon
auf 294 Millionen Euro.
Das Handelswachstum beruht auf systematischer Einflußarbeit deutscher
Wirtschaftsverbände, so German-Foreign-Policy weiter. Schon im Februar
2004 bot ein Treffen des vom Bundesverband der Deutschen Industrie
(BDI) eingerichteten »Gesprächskreises Irak« interessierten Unternehmern
die Möglichkeit, sowohl mit den Fachreferenten mehrerer
deutscher Ministerien als auch mit dem irakischen Vize-Handelsminister
und einem Vertreter der Besatzungsverwaltung zusammenzutreffen. Anfang
April organisierte der DIHK eine erste deutsch-irakische Wirtschaftskonferenz
nach dem US-Überfall auf das Land. Anfang Juni informierte
das prominent besetzte Deutsch-Arabische Wirtschaftsforum unter der
Schirmherrschaft des deutschen Wirtschaftsministers Wolfgang Clement
über »Aktuelle Geschäftsmöglichkeiten im Irak«. Im September warben
bei einem erneuten Treffen des »Gesprächskreises Irak« der irakische
Staatspräsident sowie mehrere irakische Minister in Berlin um
deutsche Wirtschaftsaktivitäten in dem kriegszerstörten Land.
Inzwischen können deutsche Unternehmen erste größere Erfolge
verzeichnen. Siemens arbeitet als Subunternehmer des US-Konzerns
Halliburton an zwei irakischen Kraftwerken, Elbe Maschinenbau hat
den Auftrag für den Bau zweier Elektrizitätswerke im Umfang von
rund 450 Millionen US-Dollar erhalten. Wegen des faktischen Kriegszustandes
im Irak agieren zahlreiche deutsche Firmen nicht im Land
selbst, sondern suchen ihre Geschäfte über Drittstaaten (insbesondere
Jordanien) abzuwickeln. In Amman hat die Deutsch-Arabische Industrieund
Handelskammer (DAIHK) ein Büro eingerichtet, das deutschen Firmen
Kontakte in den Irak vermittelt.
Umfassende Kooperation
Die Bundesregierung verstärkt unterdessen ihre politische Einflußnahme
im Irak. Wie Verteidigungsminister Peter Struck in der vergangenen
Woche mitteilte, wird die Bundeswehr ein Pionierbataillon der irakischen
Armee aufbauen, an der »Führerausbildung« mitwirken und
Einheiten »im Bereich Kampfmittelbeseitigung« anlernen. Außerdem
sollen ein Militärlazarett und Krankentransportwagen geliefert und
»über 1500 Iraker in verschiedenen Bereichen« trainiert werden.
Dazu gehören die Ausbildung von mehr als 200 irakischen Ministerialbeamten
und Diplomaten, die Ausbildung von mehr als 400 Kriminalpolizisten
sowie eine enge Kooperation im Rundfunkbereich. Die SPDnahe
Friedrich-Ebert-Stiftung hat inzwischen die ersten Seminare
für »Vertreter irakischer Nichtregierungsorganisationen« in Amman
abgeschlossen, die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)
hat als Standort für Fortbildungsmaßnahmen für irakische Fachkräfte
Kairo gewählt.
Die Bundesregierung und deutsche Unternehmen profitieren bei ihrer
Einflußarbeit davon, daß Washington die Unterwerfung des Irak nicht
gelingt und weite Teile der irakischen Bevölkerung die USA als Feind
begreifen. »Alles, was in Zusammenhang mit den Vereinigten Staaten
gebracht werden könnte, wird von den Irakern mißtrauisch beobachtet«,
merkte die »Welt am Sonntag« richtig an.
junge Welt vom 25.01.2005
http://www.jungewelt.de/2005/01-25/009.php
»Not welcome, Mr. Bush«
Großdemonstration in Mainz und Aktionen im ganzen Land
geplant. Friedensbewegung fordert von der Bundesregierung,
den USA die Kriegsgefolgschaft zu verweigern
Reimar Paul
Mit einer Großdemonstration in Mainz und Aktionen in vielen anderen
Städten will die Friedensbewegung gegen den bevorstehenden Besuch
von US-Präsident George W. Bush in Deutschland protestieren. Darauf
haben sich am Wochenende Initiativen bei Konferenzen in Mainz und
Kassel geeinigt. Der dabei verabschiedete Aufruf zu den Aktionen
ist mit »Not Welcome, Mr. Bush!« überschrieben. Bush kommt im Rahmen
einer Europareise am 23. Februar in die Bundesrepublik. Geplant
sind ein Treffen mit Kanzler Gerhard Schröder (SPD) in Mainz und
ein Besuch im US-Army-Hospital in Wiesbaden. Am Vortag wird der USPr
äsident zu einem Besuch bei NATO und EU in Brüssel erwartet, am
24. Februar will er in Bratislava den russischen Präsidenten Wladimir
Putin treffen.
Die zentrale Demonstration in Mainz soll am 23. Februar stattfinden.
Beim Ordnungsamt wurden vorsorglich mehrere Kundgebungen angemeldet,
da der genaue Verlauf des Bush-Besuches noch nicht bekannt ist.
Inhaltliche Schwerpunkte der Kundgebung sollen die Kritik an der
völkerrechtswidrigen Kriegspolitik der USA im Irak und die »wankelm
ütige bis unterstützende« Haltung der Bundesregierung sein, sagte
Manni Stenner vom Netzwerk Friedenskooperative (Bonn). Der Krieg der
USA gegen den Irak sei »selbst terroristisch und Quelle immer neuer
Gewalt«, heißt es in dem in Mainz verabschiedeten Aufruf. Mehr als
100.000 Menschen hätten im Irak-Krieg in den vergangenen beiden
Jahren bereits ihr Leben verloren. »Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig.
Die Kriegsverbrechen der US-Streitkräfte in Afghanistan und
Irak wie das Foltern von Gefangenen verletzen elementare Menschenrechte
«, so Stenner.
Gleichzeitig fordert die Friedensbewegung von der Bundesregierung,
den USA die Kriegsgefolgschaft zu verweigern. Durch die Nutzung
der in Deutschland gelegenen Militärflughäfen (Rhein/Main-Airbase,
Ramstein und Spangdahlem), die Bewachung der US-Militäreinrichtungen,
den Bundeswehreinsatz in Afghanistan und am Horn von Afrika sowie
durch die Ausbildungs- und Materialhilfe für irakische Truppen leiste
die deutsche Regierung »beträchtliche Hilfe für den Kriegskurs der
USA«. Die Kasseler Versammlung beschloß gleichzeitig, am 22. Februar
bundesweit zu Aktionen aufzurufen. Sie sollten lautstark deutlich
machen, daß der US-Präsident hierzulande und in Europa unerwünscht
sei, so lange er der Welt mit neuen Kriegen drohe, sagte Peter
Strutynski vom Bundesausschuß Friedensratschlag (Kassel). Man sei
sich darin einig gewesen, daß die jüngsten militärischen Drohgebärden
gegenüber dem Iran ernst zu nehmen seien, berichtete Strutynski von
der Konferenz. Die US-Administration habe sowohl in ihrer Militärdoktrin
vom »Präventivkrieg« als auch in ihrer Praxis gezeigt, daß
sie weder auf das Völkerrecht noch auf die Vereinten Nationen oder
auf ihre NATO-Bündnispartner Rücksicht nehme, wenn sie ihre eigenen
ökonomischen und geostrategischen Interessen verfolge.
Bürger aus Mainz haben unterdessen eine E-mail-Kampagne gestartet,
in der sie den Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel dazu auffordern,
einen geplanten Empfang mit Bush abzusagen.
- Infos zu den Protestaktionen siehe auch die Internet-Seiten:
www.notwelcome bush.de und www.bushinmainz.de
junge Welt vom 25.01.2005
http://www.jungewelt.de/2005/01-25/010.php
»Deutschland ist in den Irak-Krieg tief verstrickt«
Friedensgruppen bereiten sich auf Bush-Besuch am 23. Februar
vor. Ablehnung des Krieges durch Bundesregierung ist Heuchelei.
Ein Gespräch mit Hans Christoph Stoodt
Interview: Thomas Klein
Die rot-grüne Koalition hat nicht zuletzt wegen ihrer Ablehnung des
Irak-Krieges die Bundestagswahlen von 2002 knapp gewonnen. Es wurde
aber schnell deutlich, daß diese Ablehnung zum Teil nur verbal
war: Ich erinnere an die Überflugrechte etwa für die B-52-Bomber
in Richtung Irak, an die Übernahme bis dahin von US-Truppen gewährleisteter
militärischer Funktionen durch die Bundeswehr im Wachdienst,
die zentrale Rolle der Rhein-Main-Airbase und vor allem an
die deutschen Truppen in Afghanistan und am Horn von Afrika. Deren
Funktion wird ja ausdrücklich in den sogenannten Krieg gegen den
Terror eingeordnet.
Zusammengefaßt: Die Regierung hat dieses Land juristisch, finanziell
und militärisch tiefer in den Irak-Krieg verwickelt, als die Öffentlichkeit
wahrnimmt.
F: Das Bündnis fordert die Bestrafung aller Verantwortlichen
für Folter, Mißhandlungen und für die Angriffe gegen
Zivilisten. Schließt das die politisch Verantwortlichen
ein?
Natürlich fordern wir - wie auch die US-Friedensbewegung - die
Bestrafung der verantwortlichen Politiker. Anläßlich des Prozesses
gegen den US-Soldaten Charles Graner, einen der widerlichsten
Folterknechte von Abu Ghraib, wurde deutlich, daß die US-Justiz die
politische Anweisung befolgt, die Kommandokette dieser Folterexzesse
nicht weiter als bis zu den unmittelbaren Vorgesetzten der Folterer
zu verfolgen. Dabei weiß heute alle Welt, daß Bush und Rumsfeld
persönlich die Anweisung zum Vorgehen dort, aber auch in Guantánamo,
gegeben haben. Sie haben auch das gezielte Verschicken von Kriegsgefangenen
und politischen Häftlingen in Folterstaaten verfügt, wo sie
»befragt« werden.
Gleichzeitig faselt Bush in seiner wahrhaft Orwell'schen
Inaugurationsrede davon, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte
»überallhin« exportieren zu wollen. Kein Wunder, daß die Menschen
das eher als Drohung auffassen. Da reicht es nicht, daß die
Bundesregierung von der üblichen »tiefen Sorge« erfüllt ist, wenn
sie zugleich den USA praktische Kriegshilfe leistet. Dies geschieht
z. B. durch die Entsendung von KSK-Einheiten nach Afghanistan.
Bundeshindukuschminister Peter Struck hat das ja termingerecht zum
Bush-Besuch angekündigt.
F: Welche Organisationen und Initiativen beteiligen
sich an dem Bündnis »Not welcome, Mr. Bush«?
Das Spektrum ist ähnlich wie bei der großen Demonstration zum ersten
Bush-Besuch am 15. Februar 2003: Linke und liberale Organisationen,
Parteien und Initiativen, Menschenrechts- und Ökologiegruppen,
Gewerkschafter, ATTAC, religiöse und kirchliche Gruppen usw.
Zugleich wird es nötig sein, sich energisch gegen jeden Versuch von
Neonazis, REPs und so weiter zur Wehr zu setzen, mit von der Partie
sein zu wollen. So haben die REPs in Mainz bereits erklärt, auch
ihnen sei Bush nicht willkommen. Wie auch immer solche Kräfte das
sehen mögen, in unserem Aktionsbündnis und bei unseren Aktionen haben
sie nichts zu suchen. Ich plädiere dafür, sie sofort und diskussionslos
hinauszuwerfen, wenn sie sich zeigen sollten.
F: Welche Proteste sind vorgesehen?
Wir planen eine Kundgebung in Mainz am Vorabend des 23. Februar.
Solche Demos sollen zum selben Zeitpunkt auch in vielen anderen
deutschen Städten stattfinden. Und am Tag der Bush-Heimsuchung
wird es ab 14 Uhr eine große Demonstration durch Mainz und eine
Abschlußkundgebung auf dem Domplatz geben. Dort werden Vertreter
der Friedensbewegung und aus dem Irak zu Wort kommen.
junge Welt vom 25.01.2005
http://www.jungewelt.de/2005/01-25/019.php
Die Logik des Irrationalen
Bushs Inaugurationsrede und die globale Strategie
des amerikanischen Imperialismus
Von David North
25. Januar 2005
aus dem Englischen (22. Januar 2005)
So unbedeutend Präsident George Bush als Person auch sein mag,
seine Inaugurationsrede vom Donnerstag ist eine wichtige politische
Erklärung und muss todernst genommen werden. Als Darstellung der
globalen Strategie der Vereinigten Staaten kündigt sie eine massive
Eskalation amerikanischer Militäreinsätze auf der ganzen Welt an.
Die Rede wurde nicht von Bush verfasst - er ist kaum in der Lage,
einen grammatikalisch richtigen Satz zu formulieren -, sondern von
einem hochrangigen Team professioneller Ratgeber unter Führung von
Michael Gerson, die sich genau überlegt haben, was der Präsident
sagen und was er nicht sagen soll.
Die auffallendste Auslassung der Rede, die von vielen Kommentatoren
bemerkt wurde, war ein ausdrücklicher Hinweis auf den Irak. Offensichtlich
hielten es Bushs Redenschreiber nicht für angebracht, an
die verheerenden Folgen des US-Einmarsches in dieses Land zu erinnern.
Das erklärt aber die Auslassung nur zum Teil. Noch erstaunlicher war,
dass Bush mit keiner Silbe auf den angeblichen Grund für den Einmarsch
einging - den "Krieg gegen den Terror". Weder dieser Ausdruck, noch
das Wort "Terrorismus" oder "Terror" kamen in Bushs Rede ein einziges
Mal vor.
Diese Auslassung ist außergewöhnlich, wenn man bedenkt, dass der
globale Kampf gegen den "Terror" unaufhörlich als Begründung für
praktisch alles hatte herhalten müssen, was die Bush-Regierung
unternahm. Sowohl der Einmarsch im Irak als auch die Aussicht auf
zukünftige "Präventivkriege" gegen den Iran und Nordkorea waren
mit den Erfordernissen des Kreuzzugs gegen den Terror gerechtfertigt
worden.
Als Bush vor drei Jahren, am 29. Januar 2002, vor dem Kongress
seine Rede zur Lage der Nation hielt, verurteilte er diese drei
Staaten und "ihre terroristischen Verbündeten" als "Achse des
Bösen, die aufrüstet, um den Weltfrieden zu bedrohen". Bush sagte:
"Weil sie sich um Massenvernichtungswaffen bemühen, stellen diese
Regime eine schwere und wachsende Gefahr dar. Sie könnten diese
Waffen an Terroristen weiterreichen und ihnen so die ihrem Hass
entsprechenden Mittel verschaffen. Sie könnten unsere Verbündeten
angreifen oder versuchen, die Vereinigten Staaten zu erpressen. In
all diesen Fällen müssten wir einen katastrophalen Preis bezahlen,
wenn wir gleichgültig bleiben."
Als es anschließend weder gelang im Irak Massenvernichtungswaffen
zu finden, noch Verbindungen zwischen Saddam Hussein und Al Qaida
nachzuweisen, wurde nur allzu deutlich, dass der Krieg mit Lügen
gerechtfertigt worden war, um den wirklichen Grund für den Einmarsch
im Irak zu vertuschen - die Errichtung der globalen Hegemonie und
Weltherrschaft der Vereinigten Staaten.
Die Bush-Regierung zog aus der weltweiten Entlarvung ihres kriminellen
Täuschungsmanövers den Schluss, die Vereinigten Staaten sollten die
nächste Runde von Militärschlägen nicht damit begründen, dass sie vom
Iran oder von einem anderen Land, das für einen Militärschlag ausersehen
ist, durch eine spezifische, konkrete, physische Gefahr bedroht
werden. Aus der Sicht der Bush-Regierung haben derartige Behauptungen
über unmittelbare oder mögliche physische Gefahren für die Sicherheit
der Vereinigten Staaten lediglich ärgerliche, zeitraubende Forderungen
nach Beweisen zur Folge.
Aus diesem Grund wurde in der Inaugurationsrede jede Bezugnahme
auf den "Terror" und den "Terrorismus" fallen gelassen und als
neue Begründung für Kriege etwas angeführt, das weit abstrakter
und nebulöser ist: der Kampf gegen "Tyrannei" und für "Freiheit".
In der Schlüsselpassage seiner Rede sagte Bush: "Wir haben unsere
Verletzlichkeit gesehen - und wir haben ihre tiefste Ursache
gesehen. Denn so lange in ganzen Regionen dieser Welt Groll und
Tyrannei herrschen, die empfänglich sind für Ideologien, die Hass
schüren und Mord entschuldigen, wird die Gewalt wachsen und sich
in destruktiver Macht vervielfachen, die bestgeschützten Grenzen
überwinden und eine tödliche Bedrohung sein."
Diese "tödliche Bedrohung" durch die "Tyrannei" müssten die
Vereinigten Staaten "wenn nötig mit Waffengewalt" bekämpfen.
Diese Begründung für Kriege beruht auf einer offensichtlichen,
politischen und psychologischen Absurdität. Bush bemüht sich nicht
zu erklären, weshalb Menschen "in ganzen Regionen dieser Welt",
in denen "Groll und Tyrannei herrschen", die Vereinigten Staaten
hassen und eine Bedrohung für Amerika darstellen. Die einzige vern
ünftige Erklärung für diesen Umstand besteht darin, dass sie die
Vereinigten Staaten als Unterdrücker und Feind wahrnehmen. Auf
diese Weise wird die Behauptung, die USA befänden sich in einem
globalen Kreuzzug gegen die Tyrannei, durch die Umstände wiederlegt,
die Bush selbst zur Rechtfertigung von Kriegen anführt.
Die Absurdität dieser Behauptung entspringt nicht der subjektiven
intellektuellen Beschränktheit von Bushs Ratgebern - bei denen es
sich natürlich um beschränkte Geister handelt -, sondern dem realen
Widerspruch zwischen den Bedürfnissen und Bestrebungen der Massen
der Welt und den brutalen Zielen der globalen Politik Amerikas.
Die Umwandlung des Kampfs gegen den Terror in einen Kampf gegen
die Tyrannei hat unmittelbare und weitreichende Auswirkungen auf
die praktische Politik: Sie senkt die Schwelle für amerikanische
Militärschläge und erweitert stark den Umfang ihrer Ziele.
In ihrer Neudefinition erfordert die Bush-Doktrin des Präventivkriegs
nicht mehr, dass ein Staat, um eine Bedrohung für die USA
darzustellen, Massenvernichtungswaffen besitzt und diese irgendwann
in der Zukunft einzusetzen gedenkt oder Terror gegen die USA in
irgendeiner Form plant. Es genügt, dass die Vereinigten Staaten
ein Land als "Tyrannei" identifizieren, in der auf unsichtbare und
mysteriöse Weise Gewalt wächst und sich vervielfacht.
Was genau führt die Bush-Regierung in ihrer zweiten Amtszeit im
Schild?
Eine Antwort gibt ein Kommentar des Kolumnisten Charles Krauthammer,
der am Tag nach Bushs Amtseinführung in der Washington Post erschien.
Der Zeitpunkt war nicht zufällig. Krauthammers Kolumne kennzeichnet
wie viele andere Kolumnen und Kommentare auch, die die Inaugurationsrede
begrüßt haben, den Beginn einer Kampagne, in deren Verlauf
die öffentliche Meinung entsprechend dem Programm der zweiten BushRegierung
bearbeitet und manipuliert wird.
Der alte Krieg gegen den Terror, der Bushs Aufmerksamkeit während der
ersten Amtsperiode beansprucht habe, verliere an Bedeutung, erklärt
Krauthammer. Neue Gefahren drohten. "Die schlechte Nachricht betrifft
eine Entwicklung, die beunruhigender ist, als die meisten Beobachter
es wahrnehmen wollen: Anzeichen, dass zum ersten Mal seit dem Fall
des Sowjetreichs ein auf Großmächte gestützter antiamerikanischer
Block im Entstehen ist." Worüber spricht Krauthammer?
"Es ist kein Zufall, dass Russland andeutet, gemeinsame Sache mit
China machen zu wollen. Das ist wegen Chinas zunehmender Macht und
seinem Status als führende Habenichts-Nation, als Deutschland des
21. Jahrhunderts, eine potentiell unheilvolle Entwicklung. Im
Dezember, in der Woche als die Wahlwiederholung in der Ukraine dem
prowestlichen Wiktor Juschtschenko an die Macht verhalf, näherte
sich Russland in zwei wichtigen Schritten China. Zuerst wurde eine
enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung der riesigen russischen
Energiereserven bekannt gegeben. Unheilvoller war dann, dass der
russische Verteidigungsminister am 27. Dezember ,erstmals in der
Geschichte' umfangreiche gemeinsame Militärmanöver auf chinesischem
Boden ankündigte.
China wiederum entwickelt Beziehungen zu so heftig antiamerikanischen
Schurkenstaaten wie dem Iran. Man füge verschiedenes, sogenannt
antiimperialistisches Treibgut wie Syrien, Nordkorea, Kuba und
das Venezuela von Hugo Chavez hinzu, und man hat die Anfänge eines
bedeutenden 'antihegemonialen' Blocks - der sich gegen uns richtet."
Die Liste der Feinde Amerikas ist wahrhaft endlos. Milliarden
Menschen auf allen Kontinenten der Welt werden zum Ziel der
amerikanischen "Befreiung" von der "Tyrannei". Der Kampf kann
nie enden, denn, wie Krauthammer am Schluss seiner Kolumne
erklärt: "Der Müde findet keine Ruhe."
Das klingt wahnsinnig, weil es wahnsinnig ist. Aber wie die
Widersprüche, auf die ich schon hingewiesen habe, befindet sich
die Quelle des Wahnsinns nicht in den Köpfen von Leuten wie
Bush, Krauthammer und den Horden von Leitartiklern, die die
Inaugurationsrede mit Lob überhäufen. Er entspringt dem Charakter
des amerikanischen imperialen Projekts.
Die Bush-Regierung hat eine zweite Amtszeit begonnen, deren Politik
und Taten noch mehr Blutvergießen, menschliches Elend und Tragödien
als die erste hervorbringen werden. Sie bewegt sich auf den Abgrund
zu, und es stellt sich die Frage: Wie viel vom Land und der Welt
wird sie mit sich reißen?
Bitte senden Sie Ihren Kommentar an: wsws@gleichheit.de!.
World Socialist Web Site
http://wsws.org/de/2005/jan2005/bush-j25.shtml
Election Divides a Nation
Dahr Jamail, Electronic Iraq
24 January 2005
The elections due Jan. 30 appear to have brought more chaos and
division amongst Iraqis than unity and hope. And they have brought
greater security fears.
BAGHDAD, Jan 24 (IPS) - The elections due Jan. 30 appear to have
brought more chaos and division amongst Iraqis than unity and hope.
And they have brought greater security fears.
U.S.-appointed prime minister Iyad Allawi acknowledged last week
that full security will be impossible. This despite the rather
draconian measures his interim government will have in place.
The government has announced plans to close borders Jan. 29-31. It
will cut mobile and satellite phone services, ban travel between
Iraq's 18 provinces, lengthen curfew hours and restrict use of
vehicles.
Security at polling stations will be heavy. The government plans
to set up three security rings around each of the 9,000 polling
stations.
But the government is preparing for a bloody day despite such
measures. The health ministry has announced it will provide more
hospital beds, medical supplies and staff for the day. The U.S.
military will run extra patrols to respond faster to attacks.
With at least eight candidates killed, and many others receiving
daily death threats, campaigning has mostly consisted of parties
employing staff to post leaflets and set up posters. Many of the
posters are torn down the same day, while others are burned.
The polling process itself is confusing many people. With 7,785
mostly unnamed candidates on the lists of 83 coalitions of political
parties, voters have little idea who they will be voting for. Each
list contains between 83 and 275 candidates, running on platforms
championing all sorts of causes.
The 'candidates' lists have names such as 'The Security and Stability
List', 'The Security and Justice List' and the 'Iraq List'. Many
include fancy graphics, but few carry candidate photographs.
Allawi is a member of a list running under the slogan 'For a strong,
secure, prosperous, democratic and unified Iraq'. Most candidate
lists do not mention the occupation of Iraq.
One election poster reads, "Let the polls be our answer to the car
bombings and insecurity". Another has a smiling face of a man with
the promise that this list will focus on restoring electricity.
The lists are mostly sectarian. Kurdish lists are focused on winning
Kirkuk for Kurds, and obtaining a top government post. Shias have
their own lists, some seeking federalism, others an Iranian-style
regime.
The Association of Muslim Scholars, a Sunni group, has called for a
boycott in protest against the destruction of Fallujah by the U.S..
military. Local people estimate that 90 percent of Sunnis will not
vote. Members representing Sunni Muslims would in that event have to
be appointed..
Most voters are expected to be Shia Muslims. Their revered Ayatollah
Ali al-Sistani has issued a fatwa instructing his followers to vote.
"I will vote because Sistani has told us this will help the
country," said Abdel Hassan, a shoemaker in the predominantly
Shia district Karrada in Baghdad. "And I am ready to do anything
to help my country."
Other Iraqis appear to be firmly against the elections.
"How can we vote when we don't know any of the candidates," said
a Shia man who gave his name as Ghassan. "And how can any of them
help a country that is occupied by invaders?"
Just the fear of violence is certain to keep many voters at home.
"We don't know when the next bullet will come so we are staying
in our homes most of the time," said Abdulla Hamid, a 35-year-old
father of five who sells vegetables in Baghdad. "I would vote if
there was security, but this election is confusing to me and seems
to be causing so many problems already."
Some believe voting will help security. "I will be voting for Allawi
because I think he can help Iraq," says Suthir Hamiz, whose husband
works in the supply department at a U.S. military camp. "I think he
can bring security."
Hamoudi Aziz, who drives his car as a taxi while looking for a
better job, says the elections themselves have brought a worsening
of the security situation. "I'm not even safe in my own home under
this martial law," he said when asked if he will vote. "So how am
I expected to vote for this crazy parliament?"
+ 2004 Dahr Jamail. All images and text are protected by United
States and international copyright law. If you would like to
reprint Dahr's Dispatches on the web, you need to include this
copyright notice and a prominent link to the DahrJamailIraq.com
website. Any other use of images and text including, but not
limited to, reproduction, use on another website, copying and
printing requires the permission of Dahr Jamail. Of course, feel
free to forward Dahr's dispatches via email.
electronicIraq.net
http://electroniciraq.net/news/printer1813.shtml
Not even Saddam could achieve the divisions this election will bring
by Robert Fisk; The Independent; January 22, 2005
Sunday 30 January will be the day when myth and reality come together
with - I fear - an all too literal bang. The magic date upon which
Iraq is supposed to transform itself into a democracy will no doubt
be greeted as another milestone in America's adventure and, I suspect,
another "great day for Iraq" by Lord Blair of Kut al-Amara. He, of
course, doesn't have to be blown up in the polling stations or torn to
pieces by suicide bombers on the way home. The "martyrs of democracy",
as I am sure the dead will be feted, will be those Iraqis who have
decided to go along with an election so physically dangerous that the
international observers will be "observing" the poll from Amman.
The real trouble with this election, however, is not so much the
violence that will take place before, during and, rest assured, after
30 January. The greatest threat to "democracy" is that with four
provinces containing around half the population of Iraq in a state of
insurgency and many of its towns under rebel control, this election
is going to widen the differences between Sunnis, Shias and Kurds
in a way that not even Saddam Hussein was able to achieve. If the
Sunnis don't vote - save for those living in America, Syria and
other exotic locations - then the Shia community, perhaps 60 per cent
of the population, will take an overwhelming number of seats in the
"Transitional National Assembly".
In other words, the Shias, who are not fighting the U.S. occupation
of Iraq, will be voting under American auspices while the Sunnis, who
are fighting, will refuse to participate in what the insurgents have
already labeled a "quisling" election. The four million Kurds will
vote. But however many seats they gain, they are not going to abandon
their quasi-independence after the election. Thus the dangers of
civil war - so trumpeted by the Americans and British - may be
increased rather than suppressed by this much-touted experiment in
democracy. In fact, Iraq is a tribal - not a religious - society and
the real war, which some in the West might like to be replaced by
the civil variety, will continue to be between Sunni insurgents and
the United States military.
Nevertheless, nobody could miss the significance of last week's
assassination of Mahmoud al-Madaen, along with his son and four
bodyguards, at Salman Pak, south of Baghdad. Al-Madaen was the
personal representative in the town of Ayatollah Ali al-Sistani,
the leading Shia prelate in Iraq. On the same day, another of
Ayatollah Sistani's aides, Halim al-Moaqaq was found "drowned in
his own blood", according to a spokesman, in Najaf. The ayatollah
has given his blessing to the elections which will, theoretically
at least, give Shias power for the first time after being
marginalised and crushed by the Ottomans, the British, the kings
and then the Sunni dictators of Iraq.
The Shias have been repeatedly told by their leaders to take no
revenge for these attacks and have behaved with remarkable restraint.
Even when Mohamed Baqr al-Hakim, the leader of the Supreme Council
for Islamic Revolution in Iraq, was blown up by a car bomb last
year there was not a single act of vengeance committed by the Shias.
Yet they well understand the threat uttered by Osama bin Laden, that
participation in the elections is an act of apostasy because the
Iraqi constitution "is a Jahaliyya constitution that is made by man".
Literally meaning "ignorant", Bin Laden's expression refers to the
Arabs of pre-Islamic times, who lived in "ignorance" of God before
the birth of the Prophet. Of one thing we can be sure: those Iraqis
who vote will be brave men and women. Whether they are wise is
another matter.
Yet even if the Shias win the largest share of seats in the 275-member
parliament, the war will go on and the Sunnis will have nothing to
lose by supporting it. Besides, the election is of such complexity
that even those who dare to visit polling stations in Sunni areas may
be perplexed by the ballot. There are 75 parties and nine coalitions
standing - in all, 7,471 candidates for the 275 seats - and all will
be elected by proportional representation. Any candidate who receives
1/275th of the vote will get a seat. A party with 20 per cent of the
vote would get 20 per cent of the seats, its 55 top-scoring candidates
going to parliament. The parliament's job is to propose a constitution
which will then be put before a referendum - another dangerous poll
that is supposed to be held before 15 October and then - wait for it -
there will be elections by 15 December to choose a new government.
This divinely optimistic schedule has been put together by the
Americans and Iraqis inside the Green Zone, the much-mortared
fortress in central Baghdad from which few emerge to visit the
real world of open sewers and power-cut suburbs and destitution
beyond their gates.
Of course, with all those observers sipping their gin and tonics in
Amman, there's no way of ensuring that the voting figures for these
elections cannot be massaged. That the electoral group headed by the
current "interim" Prime Minister, ex-CIA agent Iyad Allawi, should
have been caught handing out $100 bills in plain envelopes to Iraqi
journalists last week did not suggest that the poll will be free of
corruption. The Americans and British will make great play, of course,
of the thousands of Iraqis who vote abroad as well as the turn-out
in Shia cities and in the Kurdish north. We'll be told repeatedly
that the Iraqi people have expressed their democratic wishes, that
freedom really has arrived in Iraq, that the bombers could not defeat
the march of democracy, etc.
All well and good. But without the Sunni vote the parliament will
be as unrepresentative of the nation as those glorious elections of
old. And there is other cause for worry. While the insurgency has
continued, the number of suicide bombings over the past few days has
noticeably dropped. I wonder why. Have the volunteers dried up? Or
are the suicide squads being saved up and collected in preparation
for the big day?
http://www.zmag.org/content/print_article.cfm?itemID=7081§ionID=15
Iraqi reconstruction efforts 'rife with corruption and waste'
Thomas Catan and Jimmy Burns, Financial Times
January 24 2005 - The authors of a new report on post-conflict
reconstruction have warned that efforts to rebuild Iraq have
so far proved wasteful, ineffective and rife with corruption.
The report, to be released in London today, was funded by the United
Nations Development Programme and draws on examples of previous postwar
efforts to rebuild countries including Bosnia, Lebanon and Sierra
Leone.
The study, carried out by Tiri, the London-based governance campaign
group, and the Lebanese chapter of Transparency International, has
found that such reconstruction is viewed by much of the international
community as a "state of exception" in which the normal rule of
business conduct do not apply. The need to spend funds pledged for
rebuilding makes it acceptable to bend the rules, award contracts
without competitive tender and turn a blind-eye to profiteering and
conflicts of interest.
The authors are particularly critical of donors' tendency to use
large western contractors to repair infrastructure damaged in the
war, importing foreign personnel and equipment at a huge cost. In
Iraq, that policy has proved disastrous, one of the authors said
in an interview.
"I don't believe there is anybody in Iraq that has the slightest
confidence in the foreign contractors," said Jeremy Carver, chairman
of Tiri and co-chairman of the UK International Rescue Committee.
"The foreign contractors have actually done very little work. They've
just surrounded themselves with bodyguards. The people that have made
money in Iraq are the security companies."
Mr Carver, who as head of international law at Clifford Chance, was
a frequent visitor to the region, said: "The ordinary Iraqi - even
if they were passionately against Saddam and delighted to see him
go - feel that there's nothing left for them after 18 months of
occupation. The Americans have brought them, precisely, nothing."
The damning report follows growing criticism - both official
and unofficial - of efforts to rebuild Iraq and Afghanistan. The
UK's Christian Aid and George Soros' Iraqi Revenuewatch have said
that billions of dollars in Iraq oil revenues have been spent on
reconstruction with few discernible results.
A UN watchdog, the International Advisory and Monitoring Board, and
the Coalition Provisional Authority's own inspector general have
also sharply criticised the former occupation authority's handling
of Iraqi oil funds for reconstruction projects.
Former CPA officials have argued that the general chaos and the
urgent needs of the Iraqi people often forced them to take quick
action and circumvent procedures to get things done. But the
report says the strongest safeguard against waste, fraud and
corruption is for international donors to reject the notion of
a "state of exception" and to expect normal rules to be observed.
Article nr. 9155 sent on 25-jan-2005 04:36 ECT
The address of this page is : www.uruknet.info?p=9155
The original address of this article is :
news.ft.com/cms/s/dc9fe9ea-6dac-11d9-ae0d-00000e2511c8.html
MEDIA, MURDER AND AMERICAN MORALITY!
TEACHING AMERICA TO ENJOY THE KILL!
A TvNewsLIES ANALYSIS
January 24, 2005
When your only tool is a hammer, every problem looks like a nail...
Do they ever mention that in all of history only a handful of men
have ever started a war, yet millions of people have died has a
result?
THOU SHALT NOT KILL! So reads the moral precept that supposedly
underscores the morality of a civilized society. So reads the
Commandment embraced by those who believe in the guidance of a
Supreme Being. And so reads the warning to those who would forget
that killing is evil.
And yet, in the name of liberty and freedom, we kill. We kill those
whose ideologies we oppose and those whose intentions we suspect. We
defend the right kill when our leaders claim, even without validation,
that it is necessary. We kill with glory and we kill with honor. We
kill with shock and we kill with awe. And we call it war.
As a nation, we are the greatest killing machine the world has
ever known. Our unsurpassed killing technology has been sold to
the American public as a symbol of pride and superiority. Killing
an enemy, real or conceived, is sold to Americans as a positive
experience. Through the auspices of a media well versed in hype
and promotion, a relentless campaign has been waged in this
country to make us comfortable with the killing game that is war.
In the three years since the media helped George Bush & PNAC
( http://tvnewslies.org/html/pnac.html ) unleash his invasion
on Iraq, half the nation seems to have no problem with the moral
questions that are implicit in waging a war for no clear reason.
In fact, they seem to have no problem at all with the continuing
carnage. On the contrary, there is still an inexplicable pride in
watching America at War as staged on the nightly news. One has to
wonder if half the nation has any clue at all that killing for an
unjustifiable reason is murder.
It's not surprising that some of the most overwhelming weapons used
against the Iraqis have such inoffensive names. Most Americans hardly
suspect that daisy cutters, bunker busters, javelins and tomahawks
can snuff out so many lives so mercilessly. American WMD's such as
depleted uranium shells that sound a bit more ominous, are never
mentioned by the media, despite their long term killing ability.
Neither has there been any outcry against the use of outlawed weapons
such as napalm, an old friend from another time. The news networks
( http://tvnewslies.org/html/the_networks.html ) did, however, hype
those 500 pound bombs that flattened Fallujah - now there was a
weapon to admire !
Of course, there never were any photos of the dead and dismembered
women, children and old people who fell victim to the bombs. There
were never even photos of our dead and dismembered troops who fell
victim to the war itself. For many Americans, there continues to be
an illusion of a bloodless war, with minimal collateral damage, with
limited civilian casualties, and with surgical, smart weapons that
miraculously know whom to kill. If only they knew.
There has to be a way to awaken decent and honorable Americans to the
reality of war. There has to be a way to examine the methods that have
been used to shape the way in which we accept the morality of weapons
of war, and of war itself. We appeal to all good people to think about
the media, about weapons of murder, and about the manipulation that
has taken place regarding American morality.
Just listen closely to the TV performers who pose as journalists.
Think about their persistent, nonstop message about war and its
weaponry. As Americans, we are being conditioned, on a minute
by minute basis, to take pride in America's ability to destroy
life on a massive scale. Our ability to kill in great numbers is
broadcast as an achievement of American skill and might. The use
of killing as a primary foreign policy tool is no longer a moral
issue. The only questions that seem to matter are when and where
Americans should kill, and how adept we must become at using more
and more devastating weapons of war.
Take note of the way in which the tools of killing are sold to the
public. Every new weapon technology is packaged by the news networks
in a red white and blue wrapper. The messages imply that weapons, by
their very existence, make us safer, not that these weapons kill in
great numbers. The messages assure us that some mystical correlation
exists between the destructive power of a weapon and our liberty.
The media marinate their messages in words such as freedom, national
security and patriotism. They assure us American troops are the best
fighting force in the world because they are best equipped to kill.
They leave us with the conclusion that all who die at our hands are
our enemies. But, in fact, there is no reality in the tools of war
they sell. In fact, there is no humanity in the weapons they praise.
And, after all is said and done, there is not a whit of morality in
supporting an meaningless war or the weapons needed to wage it.
Are Americans really supposed to be proud and happy about the fact
that we human beings are creating an endless array of devices designed
to destroy life, to destroy this planet...and ultimately to destroy
the very people who are proud and happy to know that they exist?
When our news media package a story about a new technology of death,
do they ever remind us of the many innocent people die as a result
of such weaponry? Do they ever stress that most people who die in war
have nothing at all to do with starting the wars that kill them? Do
they ever mention that in all of history only a handful of men have
ever started a war, yet millions of people have died has a result?
When our news media reports on the defense budget of our government,
do they ever ask why there is no budget for improving the technology
of diplomacy? On a similar note, do the media ever present a conflict
avoided in a manner that is meant to have to take pride in that?
The media have relentlessly brainwashed the American people to
believe that the only way a real patriot can be proud of this
country is if Americans are better able to kill (or defeat, as
in sports), non-Americans.
We are also encouraged to enjoy killing on a small scale. When
politicians hope to appear truly American, there is an obligation
for them to be seen on the TV screen on a hunt. Hunting and killing
animals for sport is considered all-American. This is a horrific
statement about our humanity and our values. This is totally unrelated
to killing animals for food. While there are surely some moral
questions about the very act of eating meat, it pales in comparison
to taking children in their formative years on a hunting trip to
enjoy the kill. And yet, this is so typically an American familyvalues
pursuit.
Think about that. The message is clear: it is anti-American to even
question whether there is something wrong when people enjoy killing
living animals. However, the fact that people are not horrified and
remorseful after blowing a hole in a deer or a duck is a frightening
prospect. But it may explain why so many Americans have become
desensitized to some forms of death. It may also explain why so many
Americans have no problem with war.
As a nation, we are subtly, if not directly being brainwashed to
enjoy, appreciate and take pride in killing. Is this what America
is really all about?
Today, we are witness to a war of choice, - planned and waged by a
handful of men. The corporate news media promoted, supported, and
benefited greatly from coverage of the war. They have, however,
failed to question the morality of this or any war in which such
terrifying weapons are celebrated as they kill so many people with
who did not start the war in which they died .
Our news media very deftly created and now maintain a war mentality
as they purport to report the news with some neutrality. Those who
support war are portrayed as strong, unyielding and patriotic. Those
who advocate other methods of problem solving between nations are
accused of being weak, appeasing, and traitorous.
The groundwork has been laid for future wars, for greater weapons,
and for more deaths of untold numbers of people who once again will
have had no part in starting the wars in which they will die. The
moral issues of war and killing have been swept aside in the frenzy
that erupted after the attacks September 11th. They will not be
revitalized by the media, nor will they be raised by our leaders in
Washington. War is hell, and Americans have to confront its morality
and its effectiveness in this world.
The alternative is to travel along the path that has been paved
by the present administration and promoted at every step by the
corporate media. The alternative is to abandon the morality that
denounces murder and to embrace the falsehood that might makes
right. The alternative will also lead this nation into the oblivion
that awaits us, should we choose it.
Article nr. 9151 sent on 25-jan-2005 03:33 ECT
The address of this page is : www.uruknet.info?p=9151
The original address of this article is :
tvnewslies.org/html/media__murder___american_moral.html
Imperial Misadventures
Ghali Hassan
January 24, 2005 - "Information Clearing House" -- In April of 1975,
the peoples of the world watched, as the final act of US imperial
misadventure played itself out on TV screens. It was here at the US
headquarter (embassy) in Saigon, South Vietnam, where the limit of
US power was on display. The misadventure that took the lives of
more than three million innocent people and left three nations in
ruins, was an atrocity 'dedicated to the maintenance of an [unjust]
imperialist system'. Similar to its objectives in Vietnam, the US
objectives in Iraq are the conquest of Iraq's oil resources and the
expansion of US imperial dominance. It will fail.
After the illegal invasion of Iraq, the occupying forces set up their
headquarters in the centre of the Iraqi capital, inside the Republican
Palace or "Saddam Palace" as it is conveniently called in the West.
For Iraqis, the Republican Palace represents the symbol of Iraq
sovereignty. Iraq sovereignty is the largest C.I.A. station in the
world surrounded by thousands of US troops and a five-kilometre radius
concrete wall. It is the "Green zone". It is a walled-in city within
a city that houses the Occupation forces and their Iraqi quislings in
Baghdad. The Iraqi people have lost not only their sovereignty, but
also a large piece of their capital. The "Green Zone" is a no-go zone
for Iraqis. From the "Green Zone" the US administration supposedly
will control the region and its resources.
By installing its army in "Saddam Palace", the US hoped to emulate
Saddam's power and bully the Iraqi people into submission, but this
idea is farcical. Saddam is an Iraqi national and Iraqis do not
see Saddam as an enemy like they see the Americans. According to
several UNESCO reports, under Saddam regime Iraqis enjoyed one of
the highest rankings in the Developing World in terms of the Human
Development Index, which measures nutrition, health care, housing,
education, and other human needs. Iraq infrastructure was the best
in the Middle East.
Yes, Saddam is a dictator but if you stayed out of politics, you
could lead a good life, socially and economically. It should be
borne in mind that, US-backed despots rule most of the Middle East,
and the US is the major supporter of tyranny around the world.
Western progressives, who sit in their offices analysing media lies
and imposing judgements, have no idea what was Iraq like before
the US-Britain sponsored genocide, and what is Iraq like today. The
successful demonisation of the Iraqi people and Saddam in particular,
made US wars against Iraq and the destruction of the Iraqi society
politically possible.
The level of destruction done to Iraq in the 1991 US War was three
times the destruction done in 2003 war. The level of destruction
inflicted by US war machine was incomparable in the history of wars.
It was a criminal act of aggression. Yet everything was back to
normal in few months. Iraqis were able to achieve this despite the
13 years long genocidal sanctions that killed 2 million Iraqis, a
third of them children under the age of five. The US-Britain crimes
against the Iraqi people dwarf that of the Saddam's regime.
The US invasion and occupation of Iraq accelerated the destruction
of Iraq and the Iraqi society. The pretexts for this war of
aggression against Iraq were utter lies promoted by dishonest and
biased mainstream media. According to the only scientific report
published in 2004 in the British medical journal, The Lancet, more
than 100,000 innocent Iraqis have been killed. The majority of the
victims were killed by US bombing of civilian areas. The estimate
was very conservative because it doesn't include the high death
toll of Fallujah. The city of 300,000 people has been completely
destroyed by US weapons of mass destruction without the slightest
protest in the West against an unprovoked atrocity. Further, more
than half a million Iraqi men, women and children are in prison.
All these atrocities, violations of human rights and the destruction
of the Iraqi society are now perpetuated by the US administration
from its headquarter, the "Green Zone", in Baghdad.
It is here in the "Green Zone" where the largest imperial robbery
of Iraq's economy put to work. Paul Bremer, former US Proconsul and
head of the Coalition Provisional Authority (CPA) in Iraq was the
designer of this experiment of imperial conquest of Iraq's economy.
The widespread privatisation of public assets, which included
100% foreign ownership of Iraqi companies and 100% repatriation of
profits, places key sectors of the Iraqi economy into the hands of
American corporations.
From the "Green Zone" the US-created CPA "have restricted investment
and reconstruction efforts almost exclusively to countries which
supported the U.S. invasion," wrote Stephen Zunes of the Peace &
Justice Studies Program at the University of San Francesco. "American
contractors and their employees were given preference in lucrative
reconstruction efforts over Iraqi companies and Iraqi nationals. In
addition, from power stations to telecommunication, U.S. designs are
replacing Iraqi and European systems".
The changes imposed on Iraq economy follows the design of the infamous
structural adjustment programs imposed upon poor and indebted nations
by the International Monetary Fund (IMF), which is responsible for
many of the worst crimes and injustices on earth. The recent Iraq
debt "cancellation" charade is one of the IMF crimes. The IMF-imposed
economic regimen will make Iraq "a poor nation like any other, with
politicians determined to introduce policies rejected by the vast
majority of the population, and all the imperfect compromises that
will entail", writes the Canadian journalist Naomi Klein in Harper's
magazine. Iraq's economy will be streamlined into the club of
disaster economies such as the Philippines, Argentina, Poland and
other former Soviet bloc.
After the 28 June 2004 "hand-over of sovereignty" to Iraqis, the
"Green Zone" became even much greyer. According to a report by The
Wall Street Journal on May 13, 2004: "In a series of edicts issued
earlier this spring, Mr. Bremer's CPA created new commissions that
effectively take away virtually all of the powers once held by
several ministries", including Iraq's budget. This is not only
illegal; it is also immoral. The so-called Iraqi Interim Government
(IIG) does not have the authority to overturn Bremer's laws. The
US "embassy" is the new power in Iraq, not the corrupt quislings
who form the IIG, and Iraqis know that behind the scene, the US is
tightens the grip on Iraq's future.
The change of the CPA name to US "embassy", and the replacement
of Paul Bremer by John Negroponte is an indication of what the US
intended to do in Iraq. Mr. Negroponte is an experience missionary
in the business of imperial power. He was U.S. Ambassador to Honduras
from 1981-1985; a period during which the US military aid to Honduras
grew from $5 million to nearly $100 million, and more than $200
million in economic aid, making Honduras the largest aid recipient
and C.I.A. headquarter in the region. Honduras was the launching pad
from which the Reagan administration runs its violent "war on terror"
in Central American. At the time Mr. Negroponte was in Honduras,
Honduras was a military dictatorship. Kidnapping, rape, torture and
executions of dissidents was rampant. The military top and middle
ranks were U.S-trained at the School of the Americas (SOA), the
Harvard version of the CIA, based in Fort Benning, Georgia. According
to Human Rights Watch, graduates of the SOA are responsible for the
worst human rights abuses and torture of dissidents in Latin America.
In Iraq, Mr. Negroponte is supervising the same terror campaigns and
death squads that terrorised the population of El Salvador during the
1980s.
Like Central America's victims, the Iraqi victims are selected
carefully. According to Azzaman newspaper, a pro-occupation Iraqi
daily, "more than 310 Iraqi scientists have been assassinated at
the hands of Israeli secret agents, [the Mossad] since the fall of
Baghdad". The campaign is organised by assassination squads aiming
at "liquidating Iraqi scientists". Further, many Iraqi scientists
and prominent Iraqi politicians without charges, and many have
simply disappeared.
The other US-backed assassination squads are the Badr squads or
SCIRI, offshoots of Khomeini Brigade, which killed many prominent
Iraqi officials. Further, 'there are more than 120 imams and
preachers from the Muslim Scholars Association were either
assassinated or imprisoned', Harith Al-Dhari, head of the Muslim
Scholars Association told Al-Ahram Weekly recently. The aim is to
create an atmosphere of civil war in Iraq and provide a pretext
to continue the Occupation.
The US model of El Salvador, where thousands of innocent citizens
murdered at the hands of assassination squads, is a criminal campaign
that is totally immoral and fraud, and will be defeated by the
determined Iraqi people.
A recent report by Anthony Cordesman, a long-time national security
adviser for the Pentagon and an insider, reveals that, "The US faces
too much Iraqi anger and resentment to try to hold on in the face
of failure". To avoid clear defeat in Iraq the US should not "stay
the course", he added. Furthermore, Cordesman writes, the US imperial
objectives in Iraq "are impossible and should be abandoned".
This new imperial form of "spreading democracy" around the world is
fraud and will fail. It is only a matter of time before the peoples
of the world will watch the last US helicopter hastily evacuating the
last US officials from Baghdad, and end the last act of US imperial
misadventure. There is no need to repeat the Vietnam's catastrophe in
Iraq.
A strong and dedicated global anti-war movement, if exists, must work
in solidarity with the Iraqi Resistance to end the US occupation of
Iraq. It is the only solution to end the violence and free the Iraqi
people.
Ghali Hassan lives in Perth Western Australia. He can be reached
at e-mail: G.Hassan@exchange.curtin.edu.au
- Notes
-
(1) Medact study: http://www.medact.org/
(2) The Lancet Study: [PDF] http://pdf.thelancet.com/pdfdownload
(3) Naomi Klein, Harper's Magazine, September, 2004 YEAR ZERO
(4) Anthony Cordesman Report: http://csis.org/
Copyright + Ghali Hassan. All rights reserved. You may republish
under the following conditions: An active link to the original
publication must be provided. You must not alter, edit or remove
any text within the article, including this copyright notice.
Article nr. 9146 sent on 25-jan-2005 01:23 ECT
The address of this page is : www.uruknet.info?p=9146
The original address of this article is :
informationclearinghouse.info/article7809.htm
Israel's "Religious Coloration" Nukes
Kurt Nimmo
January 24, 2005
It's not only Iran an Syria, Meir Dagan, Mossad boss, told Haaretz
( http://www.haaretz.com/hasen/spages/531273.html ), but it is also
Egypt and Saudi Arabia. Arabs want nukes and you know what Arabs
with nukes will do to Israel. Dagan didn't say Egypt and Saudi
Arabia would necessarily nuke Israel. But he did say Iran is urging
"Hezbollah to carry out terror attacks in Israeli territory, and
giving assistance to Palestinian terror organizations," in other
words organizations resisting Israeli occupation. As for "Israel
territory," we can only assume Dagan is talking about the Shebba
farms area, part of Syria until the Israelis stole it. Last week
Hezbollah blew up an Israeli bulldozer near Shebba farms and the
Israelis responded by bombing villages in southern Lebanon, an
obvious violation of that nation's sovereignty, although it was not
framed that way in Haaretz.
Shimon Peres chimed in on the Israeli broken record mantra. "Iran is
the problem of the Middle East," Peres said. "It is a group of people
who have freed themselves from speaking the truth, who think that the
means justify the ends, and who hide everything they do," he told Army
Radio. "It is the center of terrorism in the Middle East. It is trying
to create a nuclear option with a religious coloration."
Never mind that Israel's nukes - numbered between 200 and 400 and
ready to go - have both a religious and nationalist coloration. Israel
is a weapons of mass destruction state, the only one in the Middle
East with the exception of Pakistan, and is not shy about using them.
In 1948, specialized Israeli military units sabotaged water wells
with typhoid and dysentery bacteria in Acre (near Haifa), a rather
vicious war crime. Israel is not a signatory to the Biological and
Toxin Weapons Convention and it has signed but not ratified the
Chemical Weapons Convention. As James Brooks points out, Israel has
used chemical warfare against Palestinians demonstrating against the
apartheid wall ( http://counterpunch.org/brooks07062004.html ). "What
the army used here [in the West Bank village of al-Zawiya] yesterday
[June 10th, 2004] was not tear gas," wrote Gush Shalom, an Israeli
peace group.
We know what tear gas is, what it feels like. That was something
totally different. When we were still a long way off from where
the bulldozers were working, they started shooting things like this
one (holding up a dark green metal tube with the inscription "Hand
and rifle grenade no.400" - in English). Black smoke came out. Anyone
who breathed it lost consciousness immediately, more than a hundred
people. They remained unconscious for nearly 24 hours. One is still
unconscious, at Rapidiya Hospital in Nablus. They had high fever and
their muscles became rigid. Some needed urgent blood transfusion.
Now, is this a way of dispersing a demonstration, or is it chemical
warfare?
Further evidence of Israeli development of chemical weapons surfaced
on October 4, 1992, when a Boeing 747 airliner of the Israeli airline
El Al crashed into apartment blocks at Bijlmermeer, near Schiphol
Airport, south-east of Amsterdam, en route from New York to Tel Aviv.
"At least 47 people were killed and over a thousand local residents
fell ill to respiratory, neurological and mobility ailments and
experienced a rise in cancer and birth defects," writes Neil Sammonds
( http://communication.ucsd.edu/911/massdestruction.html ). In 1998
the Dutch daily Handelsblad revealed that the Israeli plane not
only carried depleted uranium, but "10 tons of chemicals, including
hydrofluoric acid, isopropanol and dimethyl methylphosphonate
(DMMP)" - three of the four chemicals used in the production of
sarin nerve gas."
In 1998, the London Times reported Israel has conducted research into
"ethnic bombs," a "biological weapon that would harm Arabs but not
Jews, according to Israeli military and western intelligence sources..
In developing their 'ethno-bomb', Israeli scientists are trying to
exploit medical advances by identifying distinctive genes carried by
some Arabs, then create a genetically modified bacterium or virus.
The programme is based at the biological institute in Nes Tziyona, the
main research facility for Israel's clandestine arsenal of chemical
and biological weapons." ( http://www.peace.ca/geneticwarfare.htm ).
Not surprisingly, the biological studies were first initiated by the
racist South African Apartheid regime, a natural ally of the equally
racist and vicious Israelis. "The idea of a Jewish state conducting
such research has already provoked outrage in some quarters because of
parallels with the genetic experiments of Dr Josef Mengele, the Nazi
scientist at Auschwitz." The claim Israel is developing ethnic weapons
was confirmed by the Foreign Report, a Jane's publication that closely
monitors security and defense matters." It reports unnamed South
African sources as saying Israeli scientists have used some of the
South African research in trying to develop an 'ethnic bullet' against
Arabs."
In short, Israel is "the center of terrorism in the Middle East,"
not Iran, Syria, Egypt, and Saudi Arabia. It has more weapons of mass
destruction than all of the countries Dagan mentioned - and it has
used them against Palestinians. Considering this, it is perfectly
natural for Iran to build a nuclear program in response to Israel's
use of WMD and its non-stop threats issued against the Iranian
government and the people of Iran. It has little to do with "religious
coloration" and everything to do with making sure Israel does not
attack, something they continually urge the Americans to do.
Obviously, tiny Israel, barely capable of containing Palestinian
resistance to occupation, is unable to take on Iran. "Peres cautioned
against Israel taking on the burden of confronting Tehran," notes
Haaretz. "The Iran issue is a global one. Let the world conduct the
war. How much do we need to take upon ourselves," said Peres. "In
any event, Peres continued, diplomatic solutions must be explored by
Washington and others before any decision for military action should
be taken."
"Pentagon hardliners," i.e., Strausscons in the Pentagon, are
mulling "the use of air and special operations attacks against Iran's
suspected nuclear facilities" in order to"stop the ruling clerics
in Tehran [from] acquiring warheads," write Julian Borger and Ian
Traynor. "Washington has stood aside from recent European negotiations
with Iran, and Pentagon hardliners are convinced that the current
European-brokered deal suspending nuclear enrichment and intensifying
weapons inspections is unenforceable and will collapse in months."
In other words, the Strausscons and the Likudites are waiting for
the European negotiations to fail before they attack Iran, telling
the world it will be a last ditch effort to get rid of Iran's phantom
nukes of "religious coloration."
This is scary business. Iran's Shahab-4 and Shahab-5 missiles are
more than capable of striking Israel with conventional explosive
payloads. If Israel or the United States attack Iran - as they will
most assuredly do after the Europeans give up on negotiations - Iran
will undoubtedly respond by attacking Israel and U.S. forces in Iraq
and the Persian Gulf. If this happens, all hell will break loose and
Israel will respond with its weapons of mass destruction. It will be
the first chapter of World War IV, as envisioned by the Strausscons.
You can almost hear the exuberant salivation of the 'civilians'
over at the Pentagon in response to the prospect of waging "total
war," a quote apparently misattributed to Michael Ledeen. In fact,
the quote is attributed to Adam G. Mercurial, a National Review
columnist. Mercurial wrote
( http://www.sourcewatch.org/wiki.phtmltitle=Michael_Ledeen#Le
deen_and_the_.27total_war.27_misattributed_quote ... ... ):
if we are going to win a total victory in the war on terrorism while
deterring other major wars around the globe, we will first have to
rid ourselves of our aversion to total war. By 'total' war, I mean
the kind of warfare that not only destroys the enemy's military
forces, but also brings the enemy society to an extremely personal
point of decision, so that they are willing to accept a reversal of
the cultural trends that spawned the war in the first place. A total
-war strategy does not have to include the intentional targeting
of civilians, but the sparing of civilian lives cannot be its first
priority. The purpose of 'total' war is to permanently force your
will onto another people group [T]octal war pits nation against
nation, even culture against culture.
It is "total war" the Strausscons want to wage against the Iranians,
Arabs, and the Muslims of South Asia. How better to do this than
to nuke them, or unleash an "ethno-bomb" to decimate them because
"sparing of civilian lives cannot be its first priority"? For as
Ledeen has said, "There is every reason to believe we will succeed
in revolutionizing the Middle East, for we have always excelled at
destroying tyrannies. We wage total war, because we fight in the
name of an idea- freedom - and ideas either triumph or fail."
"Freedom," or rather "a reversal of the cultural trends that spawned
the war in the first place" (because Likudites and Strausscons hate
Muslim culture) through bunker-buster, cruise missile, depleted
uranium, and possibly nukes and ethno-bombs is what the Strausscons
are all about, as Iraq and Afghanistan make painfully obvious.
Bush has his "political capital,"plans to spend it, and the
Strausscons are "ascendant,"as the corporate media reports,
so we can expect perpetual bombing campaigns, invasions, and
occupations in the near future. It is, after all, what the
Strausscons have promised for more than a decade now. Surprise
in response to the unleashing of World War IV will be inappropriate.
Article nr. 9138 sent on 24-jan-2005 23:50 ECT
The address of this page is : www.uruknet.info?p=9138
The original address of this article is :
kurtnimmo.com/blog/index.php?p=508
>>>-----------------------------------------------------------------<<<
>> GIV Mailinglist : http://mailing.giv-seiten.info <<
>>>-----------------------------------------------------------------<<<
http://www.giv-seiten.info/www.giv-archiv.de/2002/Oktober/021031GI.010
>> Kasnazaniya / Casnazaniyyah: http://video.giv-seiten.info <<
>>>-----------------------------------------------------------------<<<
>> Further Informations about Iraq and Palestine: <<
>> <<
>> GIV-Pages Online : http://www.giv-seiten.info <<
>> GIV-Page : http://giv.giv-seiten.info <<
>> Iraq-Page : http://irak.giv-seiten.info <<
>> Jemen-Page : http://jemen.giv-seiten.info <<
>> Jordanien-Page : http://jordanien.giv-seiten.info <<
>> GIV-Archiv : http://archiv.giv-seiten.info <<
>> GIV-Archiv : http://www.giv-archiv.de <<
>>>-----------------------------------------------------------------<<<
|