Outsourcing in Bagdad
Irak: Übergabe von Besatzungsfunktionen vorangetrieben.
Mehrere Angriffe auf US-Truppen
Rüdiger Göbel
Die USA üben sich in Zweckoptimismus. »Der Irak ist auf dem Weg zu
voller Demokratie«, erklärte der Chef der amerikanischen Besatzungsbeh
örden, Prokonsul Paul Bremer III., dieser Tage in einer Rede
vor irakischen Politikern in Bagdad. Der Applaus der handverlesenen
Kollaborateure in der irakischen Hauptstadt war ihm sicher. Seit
dem Sturz Saddam Husseins gebe es erhebliche Fortschritte des Landes,
sagte Bremer weiter. In drei Monaten gar werde die Besatzung des
Zweistromlandes enden und die Macht an eine irakische Regierung
übergeben. Schrittweise werde bis zum 30. Juni die Übergabe der
Souveränität an die Iraker vorangetrieben. Tatsächlich handelt es
sich bei dem sogenannten Machttransfer um ein Outsourcing der amerikanischen
Besatzung an ausgewählte irakische Kollaborateure. Mehr
als 100.000 US-Soldaten bleiben derweil auf sechs militärische Basen
verteilt auf Dauer im Irak stationiert.
Bereits in dieser Woche sollen vier Ministerien der von Bremer
eingesetzten Übergangsregierung in die Selbständigkeit entlassen
werden. Die Ressorts für Bildung, Gesundheit, Wasserversorgung
und Bau stehen vom 1. April an offiziell nicht mehr unter Aufsicht
der US-Besatzungsbehörden. Die von Bremer eingesetzten Leiter der
Behörden bleiben allerdings auf ihren Posten und die von ihm erlassenen
Anordnungen in Kraft. So auch die berüchtigte Order 39,
die eine totale Privatisierung im Irak vorsieht. Ausländischen
Unternehmen wird dabei die hundertprozentige Übernahme von irakischen
Firmen sowie der totale Profittransfer ins Ausland erlaubt.
Die wichtigsten und lukrativsten Aufträge für den Wiederaufbau im
Irak sind ohnehin schon an US-Konzerne wie Bechtel und Halliburton
vergeben - gerade so, als wäre der Titel der amerikanischen Operationen
»Iraqi Freedom« und »Enduring Freedom« - Freiheit für den
Irak und Dauerhafte Freiheit - auf sie zugeschrieben worden.
In seiner Rede zum ersten Jahrestag der Invasion am Golf hatte auch
US-Präsident George W. Bush erklärt, die Menschen im Irak seien
befreit. Indes, die vermeintlich Befreiten wissen es dem mächtigen
Mann im Weißen Haus noch immer nicht zu danken. Nach wie vor halten
irakische Widerstandskämpfer amerikanische Truppen in Atem. Die
Verhaftung von Saddam Hussein im vergangenen Dezember hat die Zahl
der getöteten und verletzten US-Soldaten nicht positiv beeinflußt.
Im Gegenteil, die Angriffe nahmen immer größere Ausmaße an, während
die Zahl der Selbstmorde und Nervenzusammenbrüche bei GIs im
Besatzungsgebiet auf einen beispiellosen Umfang anstiegen, wie das
Pentagon in der vergangenen Woche eingestehen mußte.
Am Sonntag starteten US-Soldaten und irakische Kollaborationstruppen
eine Großfahndung nach Widerstandskämpfern in Samarra. Nachdem bei
der Explosion einer Bombe am Straßenrand drei Soldaten verletzt
worden waren, wurden zwei Stadtviertel komplett abgeriegelt und
durchsucht. Tags zuvor begannen US-Truppen in Falludscha bereits
eine Strafoffensive gegen irakische Rebellen. »Einige haben
beschlossen zu kämpfen«, stellte das 1. Expeditionskorps der
Marineinfanterie in einer Erklärung fest. »Nachdem sie ihr Schicksal
gewählt haben, werden sie nun gestellt und zerstört.« Nach einem
Angriff auf eine US-Patrouille am vergangenen Donnerstag, bei
dem drei Soldaten getötet und ein vierter schwer verletzt worden
war, hatten US-Truppen Falludscha am Freitag abgesperrt und sich
stundenlange erbitterte Gefechte mit irakischen Widerstandskämpfern
geliefert. Auch in Tikrit, der Geburtsstadt Saddam Husseins, gab
es bewaffnete Auseinandersetzungen. Mindestens 18 Menschen kamen
im Rahmen der Aufstandsbekämpfung dabei nach US-Angaben ums
Leben, darunter ein Kameramann des US-Fernsehsenders ABC, der
von Marineinfanteristen erschossen wurde.
In Bagdad wurden am Samstag schließlich mindestens fünf Iraker,
die als Bodyguards bei US-Unternehmen arbeiten, bei einem Anschlag
verletzt. Wie ein Sprecher der Besatzungstruppen mitteilte,
detonierte ein Sprengsatz, als sie mit Geländewagen eine Straße
im Stadtzentrum entlangfuhren. In der nordirakischen Stadt Mossul
feuerten Aufständische schließlich eine Rakete auf ein Regierungsgeb
äude ab. Zwei Iraker wurden dabei getötet, weitere 14 nach
offiziellen Angaben verletzt.
Unterdessen brennen im Norden und Süden des Irak immer wieder
Pipelines. Ein Großbrand nach einem Anschlag auf eine Ölförderanlage
bei Chabas, westlich von Kirkuk, am Donnerstag konnte
erst nach rund 24 Stunden gelöscht werden. Auch bei Basra
im Süden des besetzten Zweistromlandes stand am Freitag eine
Pipeline in Flammen. In Bremers geschönter Besatzungsbilanz
tauchen solche Meldungen nicht auf.
junge Welt vom 29.03.2004
http://www.jungewelt.de/2004/03-29/004.php
Terrorexperte wirft Bush Manipulation eines Kriegsvorwands vor
Von Patrick Martin
26. März 2004
aus dem Englischen (23. März 2004)
Bushs früherer Anti-Terror-Koordinator Richard Clarke hat Bush und
seine Spitzenberater in einem gerade erschienenen Buch und einem
Interview in der CBS-Sendung "60 Minutes" am Sonntag Abend beschuldigt,
die Terroranschläge vom 11. September als Vorwand für ihren
Krieg gegen den Irak benutzt zu haben.
In dem Fernsehinterview kritisierte Clarke Bushs Verhalten im
"Krieg gegen den Terrorismus" und sagte, die Regierung habe in den
acht Monaten, von Bushs Amtsübernahme bis zum 11. September 2001,
wenig Interesse an einer Verfolgung von Al-Qaida an den Tag gelegt.
Danach, sagte er, hätten Spitzenpolitiker, wie Verteidigungsminister
Donald Rumsfeld, den Irak als Ziel einer US-Militäraktion in den
Vordergrund gestellt, obwohl es überhaupt keine Verbindung zwischen
Saddam Hussein und den Terroranschlägen gab.
Clarke berichtete über einen Zwischenfall vom 12. September 2001.
Damals nahm Bush Clarke und mehrere andere Berater bei einer Lagebesprechung
im Weißen Haus zur Seite und wies sie an, nach Hinweisen
darauf zu suchen, dass der irakische Präsident in die Anschläge in
New York und Washington verwickelt sei. Wie sich Clarke erinnerte,
ging es Bush nicht um ein gründliches Vorgehen oder die Überprüfung
aller denkbaren Möglichkeiten. Bush habe "gereizt" gesprochen und
sich "drohend" verhalten, berichtete Clarke in "60 Minutes": "Er
sagte nie: 'Konstruiere etwas.' Aber die ganze Unterhaltung hinterlie
ß bei mir absolut keinen Zweifel, dass George Bush von mir einen
Bericht erwartete, wonach der Irak verantwortlich sei."
Das Clarke-Interview und sein Buch sind ein vernichtender Schlag
gegen die gesamte nationale Sicherheitsführung der Bush-Regierung.
"Ich finde es empörend, dass sich der Präsident als Mann zur
Wiederwahl stellt, der Großes gegen den Terrorismus vollbracht
habe", sagte er. "Er hat ihn ignoriert. Monatelang ignorierte
er den Terrorismus zu einer Zeit, als wir vielleicht den 11.
September noch hätten aufhalten können."
Laut Clarke hatte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in den
ersten Diskussionen nach dem 11. September den Irak, und nicht
Afghanistan, als Ziel für einen Bombenangriff vorgeschlagen,
weil es in Afghanistan keine guten Bombenziele gebe. Clarke
schreibt: "Ich erkannte mit einem scharfen, fast körperlichen
Schmerz, dass Rumsfeld und Wolfowitz dabei waren, aus dieser
nationalen Tragödie Vorteile zu ziehen, um ihre Pläne im Irak
zu verwirklichen."
Bush habe sich mit seinem Verhalten in den Wochen nach dem 11.
September - wofür er das Lob der amerikanischen Medien erntete keine
Lorbeeren verdient, sagte Clarke. "Jeder Führer, den man
sich als Präsidenten vorstellen kann, hätte auf den 11. September
mit einem 'Krieg gegen Terrorismus' und einer Invasion des
afghanischen Freiraums reagiert", schreibt Clarke in seinem Buch.
"Das Einmalige an George Bushs Reaktion" sei dessen Entscheidung
gewesen, "nicht in ein Land einzumarschieren, das in den USfeindlichen
Terrorismus verstrickt war, sondern in eines, das
nichts damit zu tun hatte - den Irak".
Clarke versuchte in seinem "60 Minutes"-Interview, den willkürlichen
Charakter der Entscheidung zu verdeutlichen, den Irak anzugreifen.
Es sei, als habe Franklin Roosevelt nach dem Angriff auf Pearl Harbor
nicht Japan, sondern Mexiko den Krieg erklärt. Bushs Entscheidung,
Saddam Hussein anzugreifen, "führte zu einem unnötigen und teuren
Krieg im Irak, der die fundamentalistische, radikal-islamistische
Terrorbewegung auf der ganzen Welt stärkte".
Wie er sagte, sei der Zeitplan für den Irakkrieg durch innenpolitische
Erwägungen bestimmt gewesen. Der Beweis dafür sei die
Verabschiedung einer Kongress-Resolution nur wenige Wochen vor
den Halbzeit-Wahlen von 2002. "Die Krise wurde bewusst herbei
geführt, und Bushs politischer Berater Karl Rove forderte die
Republikaner auf, die Kriegsfrage für den Wahlkampf auszubeuten."
Nie zuvor hat sich ein ehemaliger führender Geheimdienstmann einer
solchen Sprache bedient, um einen Präsidenten zu beschreiben, der
sein oberster Dienstherr war und der sich immer noch im Amt befindet.
Das Verhalten, das Clarke beschreibt, ist nicht bloß nachlässig vor
dem 11. September und zynisch und verlogen danach. Es ist im vollen
Wortsinn kriminell und würde hinreichen, um Bush, Cheney, Rumsfeld,
Condoleezza Rice und andere Spitzenpolitiker wegen der gleichen
Verbrechen anzuklagen, weswegen die Naziführer vor das Nürnberger
Gericht kamen: Vorsätzlich einen Aggressionskrieg geplant und angefacht
zu haben.
Dies ist auch der Grund, warum Clarkes Insider-Abrechnung mit
dem "Antiterrorkrieg" eine wütende Reaktion und Schimpfkanonade
von Seiten der Bush-Regierung hervorgerufen hat. Das Weiße Haus
behauptete sofort, dass das Buch politisch motiviert und zeitlich
darauf angelegt sei, den Wahlkampf der Demokratischen Partei und
Kerrys zu unterstützen. Clarke ist jedoch ein Veteran des nationalen
Sicherheitsapparates, der dreißig Jahre lang gedient hat und schon
unter Reagan und in der ersten Bush-Regierung Posten bekleidete,
ehe er unter Bill Clinton zum Koordinator der Terrorismusbekämpfung
aufstieg. Was den Zeitpunkt der Erscheinung seines Buchs angeht,
so war er durch das Weiße Haus selbst bestimmt, das seine Veröffentlichung
drei Monate lang unter dem Vorwand einer Überprüfung aus
Sicherheitsgründen hinauszögerte.
Clarke, der noch bis 2000 Mitglied bei den Republikanern war,
gehörte seit vielen Jahren zum aggressivsten Flügel der nationalen
Sicherheitskreise. 1991 unterstützte er die Weiterführung des
ersten Golfkriegs und bezeichnete die Entscheidung von Präsident
George H. W. Bush, den Bodenkrieg nach vier Tagen abzubrechen,
statt weiter in den Südirak vorzudringen, als falsch. Während der
neunziger Jahre unterstützte er ein aggressives Vorgehen der USArmee
gegen die angeblich im Irak vorhandenen Bestände an Massenvernichtungswaffen.
Wenn ein solcher Mensch öffentlich gegen Bushs
Weißes Haus auftritt, ist das ein deutliches Anzeichen, dass die
ernste Krise, die nach der Besetzung des Irak entstanden ist,
tiefe Spaltungen in der amerikanischen herrschende Elite und ihrem
militärischen und geheimdienstlichen Apparat hinterlassen hat.
Wie der frühere Finanzminister Paul O'Neill, der im Januar ebenfalls
ein kritisches Buch über die Bush-Regierung veröffentlichte,
beschreibt Clarke das Führungspersonal der Bush-Administration als
"rechte Ideologen", die sich schlicht weigern, Fakten wahrzunehmen,
die nicht in ihr Weltbild passen, und die schon zu der Zeit, als
Bush in das Weiße Haus einzog, darauf angesetzt wurden, einen Krieg
gegen den Irak vorzubereiten.
Laut Clarke schien die neue Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice,
als sie in der Zeit der Amtsübergabe von den Beamten der ClintonRegierung
erste Informationen erhielt, den Namen "Al-Qaida" gar
nicht zu kennen. In den ersten paar Monaten der Bush-Regierung
schob Rice mehrmals Clarkes Vorschläge beiseite, die Regierung
über die Gefahr von Al-Qaida-Angriffen auf amerikanische Ziele
ins Bild zu setzen. Als eine solche Einweisung für Kabinettsmitglieder
im April 2001 endlich zustande kam, tat der Vertreter des
Pentagons, Paul Wolfowitz, Bin Laden als "kleinen Fisch" ab, der
eine viel geringere Gefahr darstelle, als der angeblich von Saddam
Hussein gesponserte Terrorismus.
Clarke sagte, obwohl er selbst der führende amerikanische Koordinator
für Terrorabwehr war, seien die FBI- und CIA-Berichte über Al-QaidaK
ämpfer, die zu Beginn des Jahres 2001 in die Vereinigten Staaten
eingereist waren, niemals bis zu ihm durchgedrungen. Man habe ihn
auch nicht über die Verhaftung von Zacarias Moussaoui informiert,
des Al-Qaida-Mitglieds, das aufgrund eines Verstoßes gegen Einreisebestimmungen
im August 2001 verhaftet worden war, nachdem es an
einer Flugschule in Minnesota Unterricht im Steuern einer Boeing 747
genommen hatte.
Clarke besteht darauf, dass eine ernsthafte Initiative des Weißen
Hauses einem Al-Qaida-Attentat möglicherweise hätte zuvorzukommen
können. "Wir wären in der Lage gewesen, dem roten Faden zu folgen
und mehr über die Verschwörung herauszukriegen. Ich sage nicht,
wir hätten den 11. September aufgehalten, aber zumindest hätten wir
eine Chance gehabt." George Bush "unterließ es vor dem 11. September,
trotz wiederholter Warnungen gegen die Bedrohung durch Al-Qaida
vorzugehen, und danach nutzte er die Gunst der Stunde, um nach dem
Angriff für Schritte Lob einzuheimsen, die selbstverständlich waren,
aber nicht ausreichten."
Clarkes Einschätzung bestätigt, was Millionen Kriegsgegner schon
längst verstanden haben. Die Invasion des Irak hatte überhaupt
nichts mit einem "Krieg gegen Terrorismus" zu tun, und ihre Gründe
müssen anderswo gesucht werden - vor allem im Versuch des amerikanischen
Imperialismus, sich die Ölressourcen und eine wichtige
strategische Position im Nahen Osten zu sichern.
Noch bedeutender als Clarkes Ausführungen darüber, wie die BushRegierung
den Gewaltakt vom 11. September zynisch nutzte, um
bereits bestehende Pläne gegen den Irak zu verwirklichen, sind
seine von der Presse weit weniger beachteten Enthüllungen über
ihre Haltung zur Terrorgefahr vor dem 11. September. Das mindeste,
was seine Schilderung nahe legt, ist ein Ausmaß an Inkompetenz
und scheinbarer Gleichgültigkeit gegenüber Warnungen vor einem
Terroranschlag in den Vereinigten Staaten, das sich auf dem Niveau
einer kriminellen Nachlässigkeit bewegt.
Wahrscheinlicher ist jedoch eine andere Erklärung, warum die BushRegierung
nur geringe Anstrengungen unternahm, Al-Qaida-Kämpfer
aufzuspüren und ihre terroristischen Vorhaben zu durchkreuzen. Ohne
vielleicht die genauen Dimensionen eines solchen Terroranschlags im
voraus abzuschätzen - Voraussicht ist keine Stärke von Bush & Co. begr
üßte die Regierung im Stillen die Möglichkeit einer Übeltat
des "kleinen Fischs" (wie ihn Wolfowitz nannte), weil ihr dies den
nötigen Vorwand liefern konnte, um dem "großen Fisch" - Saddam
Hussein - den Krieg zu erklären.
http://wsws.org/de/2004/mar2004/clar-m26.shtml
Occupiers spend millions on private army of security men
By Robert Fisk in Baghdad and Severin Carrell in London
28 March 2004
An army of thousands of mercenaries has appeared in Iraq's major
cities, many of them former British and American soldiers hired by
the occupying Anglo-American authorities and by dozens of companies
who fear for the lives of their employees.
Many of the armed Britons are former SAS soldiers and heavily armed
South Africans are also working for the occupation. "My people know
how to use weapons and they're all SAS," said the British leader of
one security team in southern Baghdad. "But there are people running
around with guns now who are just cowboys. We always conceal our
weapons, but these guys think they're in a Hollywood film."
There are serious doubts even within the occupying power about
America's choice to send Chilean mercenaries, many trained during
General Pinochet's vicious dictatorship, to guard Baghdad airport.
Many South Africans are in Iraq illegally - they are breaking
new laws, passed by the government in Pretoria, to control South
Africa's booming export of mercenaries. Many have been arrested
on their return home because they are do not have the licence now
required by private soldiers.
Casualties among the mercenaries are not included in the regular
body count put out by the occupation authorities, which may
account for the persistent suspicion among Iraqis that the US is
underestimating its figures of military dead and wounded. Some
British experts claim that private policing is now the UK's biggest
export to Iraq - a growth fueled by the surge in bomb attacks on
coalition forces, aid agencies and UN buildings since the official
end of the war in May last year.
Many companies operate from villas in middle-class areas of Baghdad
with no name on the door. Some security men claim they can earn more
than £80,000 a year; but short-term, high-risk mercenary work can
bring much higher rewards. Security personnel working a seven-day
contract in cities like Fallujah, can make $1,000 a day.
Although they wear no uniform, some security men carry personal
identification on their flak jackets, along with their rifles
and pistols. Others refuse to identify themselves even in hotels,
drinking beer by the pool, their weapons at their feet. In
several hotels, guests and staff have complained that security
men have held drunken parties and one manager was forced to
instruct mercenaries in his hotel that they must carry their guns
in a bag when they leave the premises. His demand was ignored.
One British company director, David Claridge of the security firm
Janusian, has estimated that British firms have earned up to £800m
from their contracts in Iraq - barely a year after the invasion
of Iraq. One British-run firm, Erinys, employs 14,000 Iraqis as
watchmen and security guards to protect the country's oil fields
and pipelines.
The use of private security firms has led to some resentment amongst
the Department for International Development's aid workers - who
fear it undermines the trust of Iraqi civilians. "DFID staff would
prefer not to have this," said one source. "It's much easier for
them to do their job without any visible security, but the security
risks are great down there."
One South African-owned firm, Meteoric Tactical Solutions, has
a £270,000 contract with DFID which, it is understood, involves
providing bodyguards and drivers for its most senior official
in Iraq and his small personal staff.
Another British-owned company, ArmorGroup has an £876,000 contract
to supply 20 security guards for the Foreign Office. That figure
will rise by 50 per cent in July. The firm also employs about 500
Gurkhas to guard executives with the US firms Bechtel and Kellogg
Brown & Root.
Opposition MPs were shocked by the scale of the Government's use
of private firms to guard British civil servants, and claimed it
was further evidence that the British army was too small to cope.
Menzies Campbell, the Liberal Democrat's foreign affairs spokesman,
said: "This suggests that British forces are unable to provide
adequate protection and raises the vexed question of overstretch -
particularly in light of the remarks by the Chief of the Defence
Staff, last week that Britain couldn't stage another operation on
the scale of Iraq for another five years."
Andrew Robathan, a Tory MP on the international development select
committee and former SAS officer, said: "The Army doesn't have the
troops to provide static guards on this scale. Surely it would have
been cheaper to have another battalion of troops providing guards."
The UK's largest private security firm in Iraq, Global Risk
Strategies, is helping the coalition provisional authority
and the Iraqi administration to draft new regulations. It is
expecting to increase its presence from 1,000 to 1,200 staff
this spring, and could reach 1,800 this year. However, aid
charities are disturbed by the sums being spent on security,
since DFID has diverted £278m from its mainstream aid budget
for Iraqi reconstruction. Dominic Nutt, of Christian Aid,
said: "This sticks in the craw. It's right that DFID protects
its staff, but this is robbing Peter to pay Paul."
Independent Digital (UK) Ltd
http://news.independent.co.uk/world/middle_east/story.jsp?story=505772
Iraq's media failing its audience
by Roshan Muhammed Salih in Baghdad
If the media's job is to tell the truth, then Iraq's newspapers
and broadcasters fall a long way short.
The burgeoning industry has been heralded by US-led occupation
forces as one of their major successes in building the new Iraq.
They say the freedom of speech that has followed the fall of
Saddam Hussein is an essential building block for a future
democracy.
This week, US occupation administrator Paul Bremer announced the
creation of two commissions which will regulate publicly-owned
media to ensure its quality and that it is free from political
control.
But experts say Iraq's new media offers more in the way of quantity
than quality. And the political bias and amateurism that is so
manifest in its pages and across its airwaves tends to leave the
public cold.
For now at least, Iraq has easily the freest media in the Arab
world.
There are more than 200 newspapers in Iraq compared to six during
the time of Saddam Hussein.
These range from Al-Sabah, a pseudo-official Coalition Provisional
Authority newspaper, to political party papers and more independent
outfits.
The papers are not as boring and sycophantic as many found in more
"developed" Arab nations, which give copious news space to praising
the region's rulers.
They do occasionally feature investigative reports - there was
recently a successful expose of school kidnappings in the Englishlanguage
Iraq Today.
Meanwhile, the public broadcaster - al-Iraqiya - is often derided
for its shoddiness and cannot compete with the standards of
satellite channels Aljazeera and al-Arabiya.
'Propaganda organs'
Nevertheless, the Americans say the quality of Iraqi journalism
will improve with time and it has been a significant achievement
to produce an environment in which free speech can flourish.
Bremer said on Thursday he is determined the new Iraqi media will
not regress into the propaganda organs which existed under Saddam.
On the other hand, the London-based Institute of War and Peace
Reporting, which trains journalists in Iraq, says Iraqis are
having a hard time understanding what a free press is all about.
The organisation says the idea of reporting - of independently
gathering news - is still alien to most Iraqi journalists.
As a result, Iraq's newsstands are dominated by sensationalist
tabloids and political party newspapers that promote their own
agendas. None of them address the issues of concern to the Iraqi
public in a substantive, fair or impartial way.
American claim admonished
Hamid Abid Sarhan, a journalist at al-Mashriq newspaper, says the
new Iraqi media is far from the success story the Americans claim.
Al-Mashriq, which enjoys a readership of 25,000, was set up three
months ago and claims to be "independent". However, Sarhan says it
is also fiercely anti-occupation.
He told Aljazeera.net: "All the new Iraqi newspapers should show
the world what the Iraqis are suffering under American occupation.
There is no democracy and freedom here."
And he said the press is not as free as most people think.
"It is dangerous if you write something bad about the Americans.
They don't allow you to criticise them too harshly. So there is
still censorship but of a different kind."
He added: "Many of the papers are owned by political parties and
the viewpoint found in them is the viewpoint of the political
parties. So Iraqis don't trust what they are reading.
"The effect of this is that most Iraqis get their news from
Aljazeera and al-Arabiya because they know that they tell
the truth".
Decline in journalistic standards
Iraqis agree the increased freedom of expression in the country
has been one of the benefits of US-led occupation.
But for the time being official state-sponsored propaganda has been
replaced by unsubstantiated rumour-mongering and biased reporting.
Dr Liqaa Meki, from Baghdad University's College of Journalism, said
the last year has seen a serious decline in journalistic standards.
"After occupation there was no control and it was a bit of a freefor
-all. Now anyone feels that they can be a journalist. There are
no standards anymore, no training and no ethics. But journalism is
a very hard and a very important job so only trained people should
be trusted with it.
"Because of this there are a lot of tabloids which rumour-monger,
and print conspiracy theories and blatantly false stories. They
don't tell the truth. What is needed is a framework of laws and
training to regulate the profession."
He added: "There is also no good way of circulating papers. Papers
that are printed in Baghdad reach Basra in the afternoon which is
too late.
The international boycott that followed Iraq's 1991 invasion of
Kuwait also left another legacy.
"With sanctions and the devastation of wars, circulation started
to go down because there wasn't the equipment or paper to mass
produce newspapers. So people got out of the habit of reading. We
have to rebuild that relationship between the reader or viewer and
the media."
Whether it recovers depends hugely on the direction Bremer's new
commissions will take. The danger is that since they are being set
up by the occupation authorities they may be discredited before
they are even born.
Aljazeera
Saturday 27 March 2004 7:16 AM GMT
You can find this article at:
http://english.aljazeera.net/NR/exeres/47BAC7B2-B10E-48AF-
80FA-04CCF60A4FED.htm
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Kasnazaniya / Casnazaniyyah
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