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Irak/USA: Manipulation eines Kriegsvorwands // Outsourcing in Bagdad // Occupiers spend millions on private army of security men

                       Outsourcing in Bagdad
      Irak: Übergabe von Besatzungsfunktionen vorangetrieben.
                  Mehrere Angriffe auf US-Truppen

Rüdiger Göbel

Die USA üben sich in Zweckoptimismus. »Der Irak ist auf dem Weg zu voller Demokratie«, erklärte der Chef der amerikanischen Besatzungsbeh örden, Prokonsul Paul Bremer III., dieser Tage in einer Rede vor irakischen Politikern in Bagdad. Der Applaus der handverlesenen Kollaborateure in der irakischen Hauptstadt war ihm sicher. Seit dem Sturz Saddam Husseins gebe es erhebliche Fortschritte des Landes, sagte Bremer weiter. In drei Monaten gar werde die Besatzung des Zweistromlandes enden und die Macht an eine irakische Regierung übergeben. Schrittweise werde bis zum 30. Juni die Übergabe der Souveränität an die Iraker vorangetrieben. Tatsächlich handelt es sich bei dem sogenannten Machttransfer um ein Outsourcing der amerikanischen Besatzung an ausgewählte irakische Kollaborateure. Mehr als 100.000 US-Soldaten bleiben derweil auf sechs militärische Basen verteilt auf Dauer im Irak stationiert.

Bereits in dieser Woche sollen vier Ministerien der von Bremer eingesetzten Übergangsregierung in die Selbständigkeit entlassen werden. Die Ressorts für Bildung, Gesundheit, Wasserversorgung und Bau stehen vom 1. April an offiziell nicht mehr unter Aufsicht der US-Besatzungsbehörden. Die von Bremer eingesetzten Leiter der Behörden bleiben allerdings auf ihren Posten und die von ihm erlassenen Anordnungen in Kraft. So auch die berüchtigte Order 39, die eine totale Privatisierung im Irak vorsieht. Ausländischen Unternehmen wird dabei die hundertprozentige Übernahme von irakischen Firmen sowie der totale Profittransfer ins Ausland erlaubt. Die wichtigsten und lukrativsten Aufträge für den Wiederaufbau im Irak sind ohnehin schon an US-Konzerne wie Bechtel und Halliburton vergeben - gerade so, als wäre der Titel der amerikanischen Operationen »Iraqi Freedom« und »Enduring Freedom« - Freiheit für den Irak und Dauerhafte Freiheit - auf sie zugeschrieben worden.

In seiner Rede zum ersten Jahrestag der Invasion am Golf hatte auch US-Präsident George W. Bush erklärt, die Menschen im Irak seien befreit. Indes, die vermeintlich Befreiten wissen es dem mächtigen Mann im Weißen Haus noch immer nicht zu danken. Nach wie vor halten irakische Widerstandskämpfer amerikanische Truppen in Atem. Die Verhaftung von Saddam Hussein im vergangenen Dezember hat die Zahl der getöteten und verletzten US-Soldaten nicht positiv beeinflußt. Im Gegenteil, die Angriffe nahmen immer größere Ausmaße an, während die Zahl der Selbstmorde und Nervenzusammenbrüche bei GIs im Besatzungsgebiet auf einen beispiellosen Umfang anstiegen, wie das Pentagon in der vergangenen Woche eingestehen mußte.

Am Sonntag starteten US-Soldaten und irakische Kollaborationstruppen eine Großfahndung nach Widerstandskämpfern in Samarra. Nachdem bei der Explosion einer Bombe am Straßenrand drei Soldaten verletzt worden waren, wurden zwei Stadtviertel komplett abgeriegelt und durchsucht. Tags zuvor begannen US-Truppen in Falludscha bereits eine Strafoffensive gegen irakische Rebellen. »Einige haben beschlossen zu kämpfen«, stellte das 1. Expeditionskorps der Marineinfanterie in einer Erklärung fest. »Nachdem sie ihr Schicksal gewählt haben, werden sie nun gestellt und zerstört.« Nach einem Angriff auf eine US-Patrouille am vergangenen Donnerstag, bei dem drei Soldaten getötet und ein vierter schwer verletzt worden war, hatten US-Truppen Falludscha am Freitag abgesperrt und sich stundenlange erbitterte Gefechte mit irakischen Widerstandskämpfern geliefert. Auch in Tikrit, der Geburtsstadt Saddam Husseins, gab es bewaffnete Auseinandersetzungen. Mindestens 18 Menschen kamen im Rahmen der Aufstandsbekämpfung dabei nach US-Angaben ums Leben, darunter ein Kameramann des US-Fernsehsenders ABC, der von Marineinfanteristen erschossen wurde.

In Bagdad wurden am Samstag schließlich mindestens fünf Iraker, die als Bodyguards bei US-Unternehmen arbeiten, bei einem Anschlag verletzt. Wie ein Sprecher der Besatzungstruppen mitteilte, detonierte ein Sprengsatz, als sie mit Geländewagen eine Straße im Stadtzentrum entlangfuhren. In der nordirakischen Stadt Mossul feuerten Aufständische schließlich eine Rakete auf ein Regierungsgeb äude ab. Zwei Iraker wurden dabei getötet, weitere 14 nach offiziellen Angaben verletzt.

Unterdessen brennen im Norden und Süden des Irak immer wieder Pipelines. Ein Großbrand nach einem Anschlag auf eine Ölförderanlage bei Chabas, westlich von Kirkuk, am Donnerstag konnte erst nach rund 24 Stunden gelöscht werden. Auch bei Basra
im Süden des besetzten Zweistromlandes stand am Freitag eine Pipeline in Flammen. In Bremers geschönter Besatzungsbilanz tauchen solche Meldungen nicht auf.

junge Welt vom 29.03.2004
http://www.jungewelt.de/2004/03-29/004.php

  • * *

Terrorexperte wirft Bush Manipulation eines Kriegsvorwands vor

Von Patrick Martin
26. März 2004
aus dem Englischen (23. März 2004)

Bushs früherer Anti-Terror-Koordinator Richard Clarke hat Bush und seine Spitzenberater in einem gerade erschienenen Buch und einem Interview in der CBS-Sendung "60 Minutes" am Sonntag Abend beschuldigt, die Terroranschläge vom 11. September als Vorwand für ihren Krieg gegen den Irak benutzt zu haben.

In dem Fernsehinterview kritisierte Clarke Bushs Verhalten im "Krieg gegen den Terrorismus" und sagte, die Regierung habe in den acht Monaten, von Bushs Amtsübernahme bis zum 11. September 2001, wenig Interesse an einer Verfolgung von Al-Qaida an den Tag gelegt. Danach, sagte er, hätten Spitzenpolitiker, wie Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, den Irak als Ziel einer US-Militäraktion in den Vordergrund gestellt, obwohl es überhaupt keine Verbindung zwischen Saddam Hussein und den Terroranschlägen gab.

Clarke berichtete über einen Zwischenfall vom 12. September 2001. Damals nahm Bush Clarke und mehrere andere Berater bei einer Lagebesprechung im Weißen Haus zur Seite und wies sie an, nach Hinweisen darauf zu suchen, dass der irakische Präsident in die Anschläge in New York und Washington verwickelt sei. Wie sich Clarke erinnerte, ging es Bush nicht um ein gründliches Vorgehen oder die Überprüfung aller denkbaren Möglichkeiten. Bush habe "gereizt" gesprochen und sich "drohend" verhalten, berichtete Clarke in "60 Minutes": "Er sagte nie: 'Konstruiere etwas.' Aber die ganze Unterhaltung hinterlie ß bei mir absolut keinen Zweifel, dass George Bush von mir einen Bericht erwartete, wonach der Irak verantwortlich sei."

Das Clarke-Interview und sein Buch sind ein vernichtender Schlag gegen die gesamte nationale Sicherheitsführung der Bush-Regierung. "Ich finde es empörend, dass sich der Präsident als Mann zur Wiederwahl stellt, der Großes gegen den Terrorismus vollbracht habe", sagte er. "Er hat ihn ignoriert. Monatelang ignorierte er den Terrorismus zu einer Zeit, als wir vielleicht den 11. September noch hätten aufhalten können."

Laut Clarke hatte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in den ersten Diskussionen nach dem 11. September den Irak, und nicht Afghanistan, als Ziel für einen Bombenangriff vorgeschlagen, weil es in Afghanistan keine guten Bombenziele gebe. Clarke schreibt: "Ich erkannte mit einem scharfen, fast körperlichen Schmerz, dass Rumsfeld und Wolfowitz dabei waren, aus dieser nationalen Tragödie Vorteile zu ziehen, um ihre Pläne im Irak zu verwirklichen."

Bush habe sich mit seinem Verhalten in den Wochen nach dem 11. September - wofür er das Lob der amerikanischen Medien erntete keine Lorbeeren verdient, sagte Clarke. "Jeder Führer, den man sich als Präsidenten vorstellen kann, hätte auf den 11. September mit einem 'Krieg gegen Terrorismus' und einer Invasion des afghanischen Freiraums reagiert", schreibt Clarke in seinem Buch. "Das Einmalige an George Bushs Reaktion" sei dessen Entscheidung gewesen, "nicht in ein Land einzumarschieren, das in den USfeindlichen Terrorismus verstrickt war, sondern in eines, das nichts damit zu tun hatte - den Irak".

Clarke versuchte in seinem "60 Minutes"-Interview, den willkürlichen Charakter der Entscheidung zu verdeutlichen, den Irak anzugreifen. Es sei, als habe Franklin Roosevelt nach dem Angriff auf Pearl Harbor nicht Japan, sondern Mexiko den Krieg erklärt. Bushs Entscheidung, Saddam Hussein anzugreifen, "führte zu einem unnötigen und teuren Krieg im Irak, der die fundamentalistische, radikal-islamistische Terrorbewegung auf der ganzen Welt stärkte".

Wie er sagte, sei der Zeitplan für den Irakkrieg durch innenpolitische Erwägungen bestimmt gewesen. Der Beweis dafür sei die Verabschiedung einer Kongress-Resolution nur wenige Wochen vor den Halbzeit-Wahlen von 2002. "Die Krise wurde bewusst herbei geführt, und Bushs politischer Berater Karl Rove forderte die Republikaner auf, die Kriegsfrage für den Wahlkampf auszubeuten."

Nie zuvor hat sich ein ehemaliger führender Geheimdienstmann einer solchen Sprache bedient, um einen Präsidenten zu beschreiben, der sein oberster Dienstherr war und der sich immer noch im Amt befindet. Das Verhalten, das Clarke beschreibt, ist nicht bloß nachlässig vor dem 11. September und zynisch und verlogen danach. Es ist im vollen Wortsinn kriminell und würde hinreichen, um Bush, Cheney, Rumsfeld, Condoleezza Rice und andere Spitzenpolitiker wegen der gleichen Verbrechen anzuklagen, weswegen die Naziführer vor das Nürnberger Gericht kamen: Vorsätzlich einen Aggressionskrieg geplant und angefacht zu haben.

Dies ist auch der Grund, warum Clarkes Insider-Abrechnung mit dem "Antiterrorkrieg" eine wütende Reaktion und Schimpfkanonade von Seiten der Bush-Regierung hervorgerufen hat. Das Weiße Haus behauptete sofort, dass das Buch politisch motiviert und zeitlich darauf angelegt sei, den Wahlkampf der Demokratischen Partei und Kerrys zu unterstützen. Clarke ist jedoch ein Veteran des nationalen Sicherheitsapparates, der dreißig Jahre lang gedient hat und schon unter Reagan und in der ersten Bush-Regierung Posten bekleidete, ehe er unter Bill Clinton zum Koordinator der Terrorismusbekämpfung aufstieg. Was den Zeitpunkt der Erscheinung seines Buchs angeht, so war er durch das Weiße Haus selbst bestimmt, das seine Veröffentlichung drei Monate lang unter dem Vorwand einer Überprüfung aus Sicherheitsgründen hinauszögerte.

Clarke, der noch bis 2000 Mitglied bei den Republikanern war, gehörte seit vielen Jahren zum aggressivsten Flügel der nationalen Sicherheitskreise. 1991 unterstützte er die Weiterführung des ersten Golfkriegs und bezeichnete die Entscheidung von Präsident George H. W. Bush, den Bodenkrieg nach vier Tagen abzubrechen, statt weiter in den Südirak vorzudringen, als falsch. Während der neunziger Jahre unterstützte er ein aggressives Vorgehen der USArmee gegen die angeblich im Irak vorhandenen Bestände an Massenvernichtungswaffen. Wenn ein solcher Mensch öffentlich gegen Bushs Weißes Haus auftritt, ist das ein deutliches Anzeichen, dass die ernste Krise, die nach der Besetzung des Irak entstanden ist, tiefe Spaltungen in der amerikanischen herrschende Elite und ihrem militärischen und geheimdienstlichen Apparat hinterlassen hat.

Wie der frühere Finanzminister Paul O'Neill, der im Januar ebenfalls ein kritisches Buch über die Bush-Regierung veröffentlichte, beschreibt Clarke das Führungspersonal der Bush-Administration als "rechte Ideologen", die sich schlicht weigern, Fakten wahrzunehmen, die nicht in ihr Weltbild passen, und die schon zu der Zeit, als Bush in das Weiße Haus einzog, darauf angesetzt wurden, einen Krieg gegen den Irak vorzubereiten.

Laut Clarke schien die neue Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice, als sie in der Zeit der Amtsübergabe von den Beamten der ClintonRegierung erste Informationen erhielt, den Namen "Al-Qaida" gar nicht zu kennen. In den ersten paar Monaten der Bush-Regierung schob Rice mehrmals Clarkes Vorschläge beiseite, die Regierung über die Gefahr von Al-Qaida-Angriffen auf amerikanische Ziele ins Bild zu setzen. Als eine solche Einweisung für Kabinettsmitglieder im April 2001 endlich zustande kam, tat der Vertreter des Pentagons, Paul Wolfowitz, Bin Laden als "kleinen Fisch" ab, der eine viel geringere Gefahr darstelle, als der angeblich von Saddam Hussein gesponserte Terrorismus.

Clarke sagte, obwohl er selbst der führende amerikanische Koordinator für Terrorabwehr war, seien die FBI- und CIA-Berichte über Al-QaidaK ämpfer, die zu Beginn des Jahres 2001 in die Vereinigten Staaten eingereist waren, niemals bis zu ihm durchgedrungen. Man habe ihn auch nicht über die Verhaftung von Zacarias Moussaoui informiert, des Al-Qaida-Mitglieds, das aufgrund eines Verstoßes gegen Einreisebestimmungen im August 2001 verhaftet worden war, nachdem es an einer Flugschule in Minnesota Unterricht im Steuern einer Boeing 747 genommen hatte.

Clarke besteht darauf, dass eine ernsthafte Initiative des Weißen Hauses einem Al-Qaida-Attentat möglicherweise hätte zuvorzukommen können. "Wir wären in der Lage gewesen, dem roten Faden zu folgen und mehr über die Verschwörung herauszukriegen. Ich sage nicht, wir hätten den 11. September aufgehalten, aber zumindest hätten wir eine Chance gehabt." George Bush "unterließ es vor dem 11. September, trotz wiederholter Warnungen gegen die Bedrohung durch Al-Qaida vorzugehen, und danach nutzte er die Gunst der Stunde, um nach dem Angriff für Schritte Lob einzuheimsen, die selbstverständlich waren, aber nicht ausreichten."

Clarkes Einschätzung bestätigt, was Millionen Kriegsgegner schon längst verstanden haben. Die Invasion des Irak hatte überhaupt nichts mit einem "Krieg gegen Terrorismus" zu tun, und ihre Gründe müssen anderswo gesucht werden - vor allem im Versuch des amerikanischen Imperialismus, sich die Ölressourcen und eine wichtige strategische Position im Nahen Osten zu sichern.

Noch bedeutender als Clarkes Ausführungen darüber, wie die BushRegierung den Gewaltakt vom 11. September zynisch nutzte, um bereits bestehende Pläne gegen den Irak zu verwirklichen, sind seine von der Presse weit weniger beachteten Enthüllungen über ihre Haltung zur Terrorgefahr vor dem 11. September. Das mindeste, was seine Schilderung nahe legt, ist ein Ausmaß an Inkompetenz und scheinbarer Gleichgültigkeit gegenüber Warnungen vor einem Terroranschlag in den Vereinigten Staaten, das sich auf dem Niveau einer kriminellen Nachlässigkeit bewegt.

Wahrscheinlicher ist jedoch eine andere Erklärung, warum die BushRegierung nur geringe Anstrengungen unternahm, Al-Qaida-Kämpfer aufzuspüren und ihre terroristischen Vorhaben zu durchkreuzen. Ohne vielleicht die genauen Dimensionen eines solchen Terroranschlags im voraus abzuschätzen - Voraussicht ist keine Stärke von Bush & Co. begr üßte die Regierung im Stillen die Möglichkeit einer Übeltat des "kleinen Fischs" (wie ihn Wolfowitz nannte), weil ihr dies den nötigen Vorwand liefern konnte, um dem "großen Fisch" - Saddam Hussein - den Krieg zu erklären.

http://wsws.org/de/2004/mar2004/clar-m26.shtml

  • * *

Occupiers spend millions on private army of security men

By Robert Fisk in Baghdad and Severin Carrell in London
28 March 2004

An army of thousands of mercenaries has appeared in Iraq's major cities, many of them former British and American soldiers hired by the occupying Anglo-American authorities and by dozens of companies who fear for the lives of their employees.

Many of the armed Britons are former SAS soldiers and heavily armed South Africans are also working for the occupation. "My people know how to use weapons and they're all SAS," said the British leader of one security team in southern Baghdad. "But there are people running around with guns now who are just cowboys. We always conceal our weapons, but these guys think they're in a Hollywood film."

There are serious doubts even within the occupying power about America's choice to send Chilean mercenaries, many trained during General Pinochet's vicious dictatorship, to guard Baghdad airport. Many South Africans are in Iraq illegally - they are breaking new laws, passed by the government in Pretoria, to control South Africa's booming export of mercenaries. Many have been arrested on their return home because they are do not have the licence now required by private soldiers.

Casualties among the mercenaries are not included in the regular body count put out by the occupation authorities, which may account for the persistent suspicion among Iraqis that the US is underestimating its figures of military dead and wounded. Some British experts claim that private policing is now the UK's biggest export to Iraq - a growth fueled by the surge in bomb attacks on coalition forces, aid agencies and UN buildings since the official end of the war in May last year.

Many companies operate from villas in middle-class areas of Baghdad with no name on the door. Some security men claim they can earn more than £80,000 a year; but short-term, high-risk mercenary work can bring much higher rewards. Security personnel working a seven-day contract in cities like Fallujah, can make $1,000 a day.

Although they wear no uniform, some security men carry personal identification on their flak jackets, along with their rifles and pistols. Others refuse to identify themselves even in hotels, drinking beer by the pool, their weapons at their feet. In several hotels, guests and staff have complained that security men have held drunken parties and one manager was forced to instruct mercenaries in his hotel that they must carry their guns in a bag when they leave the premises. His demand was ignored.

One British company director, David Claridge of the security firm Janusian, has estimated that British firms have earned up to £800m from their contracts in Iraq - barely a year after the invasion of Iraq. One British-run firm, Erinys, employs 14,000 Iraqis as watchmen and security guards to protect the country's oil fields and pipelines.

The use of private security firms has led to some resentment amongst the Department for International Development's aid workers - who fear it undermines the trust of Iraqi civilians. "DFID staff would prefer not to have this," said one source. "It's much easier for them to do their job without any visible security, but the security risks are great down there."

One South African-owned firm, Meteoric Tactical Solutions, has a £270,000 contract with DFID which, it is understood, involves providing bodyguards and drivers for its most senior official in Iraq and his small personal staff.

Another British-owned company, ArmorGroup has an £876,000 contract to supply 20 security guards for the Foreign Office. That figure will rise by 50 per cent in July. The firm also employs about 500 Gurkhas to guard executives with the US firms Bechtel and Kellogg Brown & Root.

Opposition MPs were shocked by the scale of the Government's use of private firms to guard British civil servants, and claimed it was further evidence that the British army was too small to cope. Menzies Campbell, the Liberal Democrat's foreign affairs spokesman, said: "This suggests that British forces are unable to provide adequate protection and raises the vexed question of overstretch - particularly in light of the remarks by the Chief of the Defence Staff, last week that Britain couldn't stage another operation on the scale of Iraq for another five years."

Andrew Robathan, a Tory MP on the international development select committee and former SAS officer, said: "The Army doesn't have the troops to provide static guards on this scale. Surely it would have been cheaper to have another battalion of troops providing guards."

The UK's largest private security firm in Iraq, Global Risk Strategies, is helping the coalition provisional authority and the Iraqi administration to draft new regulations. It is expecting to increase its presence from 1,000 to 1,200 staff this spring, and could reach 1,800 this year. However, aid charities are disturbed by the sums being spent on security, since DFID has diverted £278m from its mainstream aid budget for Iraqi reconstruction. Dominic Nutt, of Christian Aid,
said: "This sticks in the craw. It's right that DFID protects its staff, but this is robbing Peter to pay Paul."

Independent Digital (UK) Ltd
http://news.independent.co.uk/world/middle_east/story.jsp?story=505772

  • * *

Iraq's media failing its audience

by Roshan Muhammed Salih in Baghdad

If the media's job is to tell the truth, then Iraq's newspapers and broadcasters fall a long way short.

The burgeoning industry has been heralded by US-led occupation forces as one of their major successes in building the new Iraq.

They say the freedom of speech that has followed the fall of Saddam Hussein is an essential building block for a future democracy.

This week, US occupation administrator Paul Bremer announced the creation of two commissions which will regulate publicly-owned media to ensure its quality and that it is free from political control.

But experts say Iraq's new media offers more in the way of quantity than quality. And the political bias and amateurism that is so manifest in its pages and across its airwaves tends to leave the public cold.

For now at least, Iraq has easily the freest media in the Arab world.

There are more than 200 newspapers in Iraq compared to six during the time of Saddam Hussein.

These range from Al-Sabah, a pseudo-official Coalition Provisional Authority newspaper, to political party papers and more independent outfits.

The papers are not as boring and sycophantic as many found in more "developed" Arab nations, which give copious news space to praising the region's rulers.

They do occasionally feature investigative reports - there was recently a successful expose of school kidnappings in the Englishlanguage Iraq Today.

Meanwhile, the public broadcaster - al-Iraqiya - is often derided for its shoddiness and cannot compete with the standards of satellite channels Aljazeera and al-Arabiya.

'Propaganda organs'

Nevertheless, the Americans say the quality of Iraqi journalism will improve with time and it has been a significant achievement to produce an environment in which free speech can flourish.

Bremer said on Thursday he is determined the new Iraqi media will not regress into the propaganda organs which existed under Saddam.

On the other hand, the London-based Institute of War and Peace Reporting, which trains journalists in Iraq, says Iraqis are having a hard time understanding what a free press is all about.

The organisation says the idea of reporting - of independently gathering news - is still alien to most Iraqi journalists.

As a result, Iraq's newsstands are dominated by sensationalist tabloids and political party newspapers that promote their own agendas. None of them address the issues of concern to the Iraqi public in a substantive, fair or impartial way.

American claim admonished

Hamid Abid Sarhan, a journalist at al-Mashriq newspaper, says the new Iraqi media is far from the success story the Americans claim.

Al-Mashriq, which enjoys a readership of 25,000, was set up three months ago and claims to be "independent". However, Sarhan says it is also fiercely anti-occupation.

He told Aljazeera.net: "All the new Iraqi newspapers should show the world what the Iraqis are suffering under American occupation. There is no democracy and freedom here."

And he said the press is not as free as most people think.

"It is dangerous if you write something bad about the Americans. They don't allow you to criticise them too harshly. So there is still censorship but of a different kind."

He added: "Many of the papers are owned by political parties and the viewpoint found in them is the viewpoint of the political parties. So Iraqis don't trust what they are reading.

"The effect of this is that most Iraqis get their news from Aljazeera and al-Arabiya because they know that they tell
the truth".

Decline in journalistic standards

Iraqis agree the increased freedom of expression in the country has been one of the benefits of US-led occupation.

But for the time being official state-sponsored propaganda has been replaced by unsubstantiated rumour-mongering and biased reporting.

Dr Liqaa Meki, from Baghdad University's College of Journalism, said the last year has seen a serious decline in journalistic standards.

"After occupation there was no control and it was a bit of a freefor -all. Now anyone feels that they can be a journalist. There are no standards anymore, no training and no ethics. But journalism is a very hard and a very important job so only trained people should be trusted with it.

"Because of this there are a lot of tabloids which rumour-monger, and print conspiracy theories and blatantly false stories. They don't tell the truth. What is needed is a framework of laws and training to regulate the profession."

He added: "There is also no good way of circulating papers. Papers that are printed in Baghdad reach Basra in the afternoon which is too late.

The international boycott that followed Iraq's 1991 invasion of Kuwait also left another legacy.

"With sanctions and the devastation of wars, circulation started to go down because there wasn't the equipment or paper to mass produce newspapers. So people got out of the habit of reading. We have to rebuild that relationship between the reader or viewer and the media."

Whether it recovers depends hugely on the direction Bremer's new commissions will take. The danger is that since they are being set up by the occupation authorities they may be discredited before they are even born.

Aljazeera

Saturday 27 March 2004 7:16 AM GMT

You can find this article at:
http://english.aljazeera.net/NR/exeres/47BAC7B2-B10E-48AF- 80FA-04CCF60A4FED.htm

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http://home.arcor.de/ge.lange/www.giv-archiv.de/2002/Oktober/021031GI.010

                       Kasnazaniya / Casnazaniyyah
      http://home.arcor.de/ge.lange/www.irak.de.cx/Video/kcas-16.htm

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28.03.04    Gerhard Lange c/o GIV <G.LANGE@NADESHDA.org>
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