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Warum demonstriert Neturei Karta gemeinsam mit Arabern?

Frage: Warum nimmt Neturei Karta an Demonstrationen mit Arabern teil? Ist es nicht ausreichend, dass wir Juden unter uns die Tatsache herausstellen, dass wir nichts mit Zionisten zu tun haben?

Die gesamte Welt hört und sieht, dass Juden Verbrechen begehen, dass Juden Mörder und Unterdrücker eines anderen Volkes seien und dass Juden alle möglichen Arten von schrecklichen Dingen tun würden. Dies wird vorgeblich publiziert im Namen des gesamten jüdischen Volkes und unserer Religion (aufgrund der Tatsache, dass die „religiösen“ Unterstützer des Zionismus behaupten, dass die Torah den Juden solche Dinge befehle). Doch diese Taten sind grauenhafte Schändungen des g“ttlichen Namens und bringt Juden überall in furchtbare Gefahr, wie wir dies beispielsweise in Europa sehen können. Das alles ist ein direktes Ergebnis der Handlungen der Zionisten. Die Torah verpflichtet uns mit dem Gebot „nicht still zu sitzen beim Blute deines Bruders“. Wir sind gehalten, jede mögliche Option zu finden, um einen Menschen vor Todesgefahr und Verletzung zu retten. Wie kann dies also möglich sein, wenn wir behaupten, dass durch Reden in einigen Synagogen die Nationen der Welt informiert würden, dass wir den Taten der Zionisten widersprechen und unsere Unschuld im Zusammenhang mit diesen Ereignissen beweisen? Werden Nichtjuden in Kopenhagen, Straßburg, Warschau, Berlin oder Frankfurt so herausfinden, was in unseren Synagogen diskutiert wird?

Würde sich darüber hinaus ein Nichtjude, der über die Lage der Palästinenser besorgt ist, beruhigter zeigen, wenn er wüsste, dass es Proteste gibt gegen die Absicht, Jeshiva-Studenten in die zionistische Armee einzuziehen? Würden sie zufrieden sein, wenn sie wüssten, dass es dort Demonstrationen bezüglich der Inhaftierung von Rabbi Daniel Bitton oder dem Mord von Rabbi Judel Samet gibt? Würde diese Art Demonstrationen den Zorn von Nichtjuden in Antwerpen, Paris, Teheran, Damaskus und Beirut beruhigen, wenn sie von den Verbrechen der Zionisten hören, im Falle der Unterdrückung der palästinensischen Nation jedoch keinen Protest sehen oder hören können? Würden wir während des Zweiten Weltkrieges nicht erhofft haben, dass alle Arten von Demonstrationen gegen das Nazi-Regime stattgefunden hätten, in denen Deutsche einfach zum Ausdruck gebracht hätten, dass sie die Nazis nicht unterstützen?

Die Nichtjuden erwarten vom jüdischen Volk, dass es laut protestiert und nicht nur leise unklare Gefühle ausdrückt. Wir sind verpflichtet, den Namen G“ttes zu heiligen und die Schändung des g“ttlichen Namens zu entfernen, die sich auf der ganzen Welt ereignet, wo man glaubt, dass Juden blutrünstige Mörder und Unterdrücker seien. Solche Eindrücke werden in den Medien überall auf der Welt publiziert und unglücklicherweise wird diesen Fakten in den jüdischen Medien nicht genügende Aufmerksamkeit gegeben, damit die jüdische Öffentlichkeit aufmerksam wird. Jedoch kann die Wahrheit niemals geleugnet werden und durch Teilnahme an Demonstrationen kann jeder in der Welt sehen, dass Juden keine Zionisten sind, dass die Zionisten nicht das jüdische Volk repräsentieren und wir hoffen, wenn protestierende und die Zionisten verurteilende Juden gesehen werden, dass sie nicht länger empfinden, dass Juden alle Feinde sind und wir dadurch Leben schützen.

Frage: Was sagt Neturei Karta bei solchen Demonstrationen?

Wir informieren die Palästinenser, dass die Zionisten nicht das jüdische Volk repräsentieren und dass orthodoxe Juden verstehen, dass Palästinenser nicht ihre Feinde sind – G“tt behüte. Wir sagen vielmehr, dass die Zionisten, die das Land übernahmen, die Gegner sind. Wir erklären auch, dass wir keinem Palästinenser Schaden zufügen wollen. Im Gegenteil! Orthodoxe Juden verlangen ein freies Palästina ohne Zionismus. Wir verurteilen die Gewalt und Unterdrückung gegen die Palästinenser, die durch das zionistische Regime verübt wird, die durch essentiell antijüdische Natur des Zionismus verursacht wird. In diesem Zusammenhang folgen wir den Lehren unseres Patriarchen Jacob und dem berühmten Rabbi Jochanan ben Sakkai, die mit jenen, die im Heiligen Land lebten, Frieden suchten.

Frage: Werden die Araber durch diese Teilnahme an Demonstrationen nicht zu weiterer Gewalt ermutigt? Ist es erlaubt, mit ihnen zu demonstrieren?

Die Demonstrationen, an denen Delegationen von Neturei Karta teilnehmen, sind nicht dafür bestimmt Gewalt zu befördern. Es gibt Leute, die behaupten, dass wir an Demonstrationen mit „Mördern“ teilnehmen. Doch wenn dies so wäre, so müsste es Angelegenheit der Polizei sei, jene zu verhaften, die für Gewalt oder Aufstachelung zur Gewalt verantwortlich sind. Es nehmen schließlich auch nicht-religiöse Juden an solchen Demonstrationen teil, um gegen die Handlungen der Zionisten zu protestieren und niemand behauptet, dass sie zu Gewalt ermuntern.

Auf jeden Fall jedoch sollten wir uns weder mit der grundlosen Propaganda der säkularen Zionisten noch der rechts-gerichteten „Orthodoxen“ beschäftigen. Die Zeiten ändern sich und sie selbst haben ihre eigenen Definitionen schon oft genug geändert. Vor 40 Jahren beispielsweise nannten sie Ägypter und Jordanier „Mörder“, die alle Juden töten wollten und nach den Friedensverhandlungen änderten die Zionisten ihren Ton und hörten damit auf, ihre früheren Gegner zu dämonisieren. Doch heutzutage bereiten die Zionisten die gleiche alte Propaganda wieder auf, indem sie behaupten, dass unsere Zusammenkunft mit Palästinensern die größte Sünde sei und dass jeder, der sich gegen den Staat „Israel“ ausspricht ein selbsthassender Jude sei! Wenn wir uns um ihre Propaganda Sorgen machen würden, müssten wir einfach unsere Hände in den Schoß legen, zu Hause bleiben und die Zionisten darin fortfahren lassen zu behaupten, dass sie das jüdische Volk repräsentierten, G“tt behüte.

Die Palästinenser wegen ihres Wunsches nach Unabhängigkeit und Menschenrechten zu dämonisieren ist rassistische Propaganda seitens der Zionisten und ihren Unterstützern. Die Palästinenser unterscheiden sich in ihrem Streben nach Unabhängigkeit nicht von anderen Nationen, die das gleiche Ziel anstreben.

Eine Dämonisierung des palästinensischen Volkes wegen seiner Leidenschaft nach Unabhängigkeit und für menschliche und politische Rechte ist rassistische Propaganda. Die Palästinenser unterscheiden sich von keiner anderen Nation, die nach Unabhängigkeit strebt. Dieses Phänomen existiert genauso in Irland, Tschetschenien und anderen Orten der Welt.

Die Amerikaner werden ja auch nicht schlechthin alle über einen Kamm geschert und wegen des Konflikts in Afghanistan oder wegen des Irak-Krieges als Mörder etikettiert, obwohl dort auch Männer, Frauen und Kinder getötet worden sind.

Die ganze Welt kennt die Gewaltkarriere des zionistischen
Ministerpräsidenten. Doch selbst dieser Fakt konnte
„religiös“-zionistische Unterstützer nicht davon abhalten für ihn zu stimmen und ihm behilflich zu sein. Dennoch wird Neturei Karta beschuldigt an Demonstrationen mit „Mördern“ teilzunehmen, nur weil wir danach trachten, unsere jüdischen Brüder und Schwestern über den eigentlichen Grund für das schreckliche Blutvergießen und Leiden, den zionistischen Staat, der das palästinensische Volk unterdrückt, wachzurütteln.

Frage: Warum trägt Neturei Karta bei Demonstrationen die palästinensische Flagge?

Wir bringen damit sowohl unsere Akzeptanz des g“ttlich bestimmten Exils als auch unsere Akzeptanz einer Herrschaft der Palästinenser im Heiligen Land zum Ausdruck und zeigen damit, dass es unser Wunsch ist, ein Teil des palästinensischen Staates im Heiligen Land zu sein. Das Unrecht am palästinensischen Volk ist ein Teil der zionistischen Rebellion gegen G“tt und wenn wir die palästinensische Fahne tragen, zeigen wir den Palästinensern unseren Wunsch wieder Friede und Harmonie mit ihnen herstellen zu wollen. Gleichzeitig zeigen wir der ganzen Welt damit, dass wir die Palästinenser nicht als unsere Feinde betrachten, G“tt behüte. Von jemandem, der beispielsweise eine englische, amerikanische, französische oder deutsche Flagge mit sich tragen würde, von dem würde man doch auch nicht annehmen, dass diese Nationen schlechthin unsere Feinde wären, obwohl es Zeiten der Gewalt in diesen Gesellschaften gab. Und deshalb wollen wir den gleichen Gedanken bezüglich der Palästinenser aufzeigen und unser Verständnis dafür ausdrücken, dass dann, wenn ihre Rechte in ihrem Heimatland wiederhergestellt sind, Gewalt auch in diesem Falle verschwinden wird.

www.nkusa.org
www.jewsagainstzionism.com
www.breslov.de
www.jewsnotzionists.org

02.03.04    Absender/-in: Natan Berman <natanberman@breslov.de>
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