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Ein schönes Attentat

Buchrezension
Assaf Gavron: Ein schönes Attentat.
Luchterhand, München 2008, 352 S., 19,95 Euro;

Text aus amnesty journal Mai 2008 von Stefan Wirner

Einen Staat lesen

Am 14. Mai jährt sich die Gründung Israels zum 60. Mal.
Mehrere Neuerscheinungen israelischer Autoren befassen sich mit den Menschen und ihrem komplizierten Leben in dem Land.

Sagen Sie, finden Sie den nicht verdächtig?« Die ältere Dame hat als erste Bedenken in dem kleinen Minibus Linie 9 in Tel Aviv und zeigt auf einen jungen Mann mit Wollmütze und Kleidersack. Doch Eitan Einoch, die Hauptfigur des Romans »Ein schönes Attentat«, wimmelt sie ab: »Jetzt übertreiben Sie mal nicht. Er schaut ganz normal aus.« Eitan irrt sich. Als er wenig später in seinem Büro sitzt, erfährt er, dass sich der Mann im Bus in die Luft gesprengt und zehn Menschen mit in den Tod gerissen hat. Schnell findet sich der Leser in der israelischen Wirklichkeit wieder, konfrontiert mit einem Phänomen, das in der Berichterstattung über das Land bisweilen unterbelichtet ist: der permanenten Bedrohung israelischer Zivilisten durch Selbstmordattentate

20.05.08    Jana Böhnke <boehnke@gmx.de>
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