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http://www.graswurzel.net/321/aatw.shtml
GWR 321 september 2007
Solidarität mit israelischen AnarchistInnen
Der Widerstand der AATW vor dem Aus?
Es ist bereits in mehreren GWR-Artikeln[1], die sich mit den Anarchists
Against the Wall (AATW) auseinandergesetzt haben, zur Sprache gekommen: die
Gruppe sieht sich, aufgrund ihres unermüdlichen Einsatzes gegen die von
Israel errichtete Barriere im Westjordanland sowie wegen ihrer aktiven
Teilnahme an der gewaltfreien Widerstandsbewegung palästinensischer
Gemeinden, mit staatlicher Repression auf verschiedenen Ebenen konfrontiert.
Eine Strategie, der sich Exekutive und Justiz seit Jahren bedient, um die
Widerstandsbewegung zu schwächen, ist, mittels konstanter strafrechtlicher
Verfolgung von AktivistInnen deren Energien und finanziellen Mittel zu
erschöpfen.
Es besteht nun großer Grund zur Sorge, dass diese Strategie den erwünschten
Effekt hat. Bis dato waren es über 60 Fälle, wo AktivistInnen der AATW sich
vor Gericht verantworten mussten, was natürlich mit einem beträchtlichen
finanziellen Aufwand verbunden ist. Dieser finanzielle Aufwand konnte leider
nicht wie geplant mit Spendengeldern gedeckt werden, weshalb sich die
AktivistInnen mittlerweile mit einem Schuldenberg konfrontiert sehen.
Der hat derart große Ausmaße angenommen hat, dass die Gruppe nun Gefahr
läuft, ihre Aktivitäten in der Form nicht mehr fortsetzen zu können.
Dies würde ein immenser Rückschlag für die israelische Friedensbewegung und
radikale Linke sein und vermutlich schwerwiegende Folgen für die gewaltfreie
Widerstandbewegung in den besetzten Gebieten nach sich ziehen.
Deshalb appellieren die AktivistInnen der AATW an solidarische Menschen in
aller Welt, mitzuhelfen und zu spenden, damit dieses Netzwerk
anarchistischer FriedensaktivistInnen auch in Zukunft weiterhin eine
unüberhörbare, dissidente Kraft gegen Militarismus, Segregation und
Rassismus in Israel und den besetzten Gebieten sein kann.
Hierfür wurde von den AATW ein "Urgent Call for Support" verfasst, der hier,
aus dem Englischen übersetzt, zu lesen ist.
Aufruf: "Urgent Call for Support - Anarchists Against the Wall"
Liebe Freundinnen und Freunde,
Die wachsenden Gerichtskosten des gemeinsamen palästinensisch-israelischen
Kampfes gegen die Besatzung zwingen uns, diesen dringenden Spendenaufruf zu
versenden. Wir bitten um eure Unterstützung, um die Arbeit der israelischen
Gruppe Anarchists Against the Wall (AATW) fortsetzen zu können.
Die Gruppe hat in den vergangenen vier Jahren den palästinensischen Kampf
gegen die israelische Besatzung und besonders auch gegen Israels
Segregationsmauer unterstützt.
Woche für Woche schließen sich die AATW dem zivilen palästinensischen
Widerstand gegen die Mauer in verschiedenen Gebieten der Westbank - wie den
Dörfern Bil'in westlich von Ramallah, al-Ma' asara, Ertas, südlich von
Bethlehem und Beit Ummar, nördlich von Hebron - an.
Aufgrund ihrer Teilnahme an den Protesten kam es oft zu Verhaftungen und
Anklagen gegen AktivistInnen.
Glücklicherweise wird die Gruppe von einer engagierten Rechtsanwältin, Adv.
Gaby Lasky, vertreten. Adv. Lasky hat unermüdlich gearbeitet, um die bei
Demonstrationen oder Direkten Aktionen in der Westbank und in Israel
verhafteten AktivistInnen zu verteidigen.
Obwohl die Verteidigung von AATW-AktivistInnen schon fast ein Fulltime-Job
ist, begnügte sie sich damit, lediglich ein symbolisches Honorar
entgegenzunehmen. Die Gruppe ist jedoch nicht einmal im Stande, diese Summe
zu bezahlen und hat nun Schulden von ca. 40.000 US-Dollar resultierend aus
über 60 Anklagen.
Zusätzlich zu diesen enormen Schulden an Prozesskosten sind
AATW-AktivistInnen gezwungen, viel Geld für Transport und Telefonrechnungen
auszugeben.
Wir bitten euch deshalb zu spenden, damit es uns möglich ist, diesen Kampf
weiterzuführen.
Vielen Dank für eure Solidarität,
Anarchists Against the Wall
Sebastian U. Kalicha aus Ramallah
Anmerkungen
Für Infos und Spenden siehe:
www.awalls.org oder e-mail an
donate@awalls.org
[1] http://www.graswurzel.net/320/aatw.shtml und rechte Randspalte
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