|
## Nachricht zur Information/Dokumentation weitergeleitet
Menschenrechtsexperten bemängeln Folter in Türkei
Istanbul (MESOP) — 6-9-2007 Trotz der von der türkischen Regierung
verkündeten "Null-Toleranz"-Politik gegenüber der Folter wird die
Misshandlung von Festgenommenen in der Türkei nach Angaben von
Menschenrechtsexperten weiterhin toleriert. Die unabhängige Zeitung
"BirGün" meldete unter Berufung auf eine Zählung der
Menschenrechtsabteilung der Regierung, im ersten Halbjahr habe es 96
Beschwerden wegen Folter oder Misshandlungen gegeben. Im gesamten
vergangenen Jahr waren es demnach 137 Fälle. Besonders verbreitet sind
Folter und Misshandlungen in der Polizeihaft.
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte in der vergangenen Woche
in einer Regierungserklärung bekräftigt, sein Kabinett vertrete weiter
eine "Null-Toleranz"-Haltung in Sachen Folter.
Mehrere regierungsunabhängige Menschenrechtsgruppen hatten kürzlich von
einem Anstieg der Folterfälle berichtet. Nach Einschätzung der
Menschenrechtsstiftung TIHV wird im EU-Bewerberland Türkei nach wie vor
"systematisch" gefoltert. Die TIHV beklagte vor allem, daß Folterer
nach wie vor kaum strafrechtliche Folgen befürchten müssen. Die
Regierung bestreitet, dass in der Türkei systematisch gefoltert wird.
|